Eine Stadt, zwei Planeten, drei Jahre Krieg. Ukrainer in Bochum #1

„Man muss in das Bild hineinhören, um die Luftalarme zu hören“ (c) Ruhrbarone

„Jeden Morgen aufwachen und lesen, wie viele Familien nicht mehr aufgewacht sind.“  Nacht für Nacht schlagen Raketen in ukrainische Häuser ein, Tag für Tag. Sie vernichten das Leben auch derer, die entkommen sind, Ukrainer im Haus nebenan. Öffentlich spielt kaum eine Rolle, was sie seit ewigen drei Jahren durchleben, die Wahl am Sonntag führt über sie hinweg, dafür braucht es keinen Trump. Wir haben Ukrainer in Bochum befragt, wie sie  –  einen Klick von Zuhause entfernt  –  auf ihr Leben blicken. Teil 1 einer formlosen Gesprächsreihe

„Wir alle leben im Spagat, zerrissen zwischen zwei Ländern: dort, wo unsere Lieben unter Raketen und Explosionen zurückgeblieben sind, und hier in einem friedlichen und schönen Land …“ Sagt Oksana* (43), promovierte Chemikerin, Lehrerin, zweifache Mutter: „Sobald ich gedanklich in jene schrecklichen ersten Tage des Krieges eintauche oder mich einfach an mein wunderschönes, einst glücklichstes Leben erinnere, stürze ich in die Hölle eines unerträglichen Schmerzes. Mein ganzes Leben vor meiner Ankunft in Deutschland war von absolutem Glück erfüllt. Jeden Morgen, wenn ich aufgewacht bin, habe ich geprüft, ob die Freude noch in mir war  –  und sie war immer da. Ideen kamen und wurden wirklich, als würde mich eine höhere Kraft auf Händen tragen.“

Dann Putins Angriff, drei Jahre her, seitdem lebt Oksana mit dem Wissen, „dass es Menschen gibt, die meine Familie töten wollen.“ Dann dieser Satz:

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Kunsthochschule Kassel: „Besuch bei der mächtigen Layla Khaled. Gelobt sei Allah.“

Instagram Account von Jabbar Screenshot und Zusammenstellung: Ruhrbarone


An der Kunsthochschule Kassel kündigte im Januar 2025 eine Studentin gemeinsam mit dem Skater und Palästinaaktivisten Mohammed Zakaria eine Ausstellung an. Sie sollte „But there will be Resistance!“ heißen. Von unserem Gastautor Jonas Dörge.

Während über die Studentin sich nur herausfinden lässt, dass sie zuvor als Auszubildende in einer Kasseler Bäckerei tätig war und sonst ein

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Jazz als Medizin: Keith Jarrett leidet und heilt in „Köln 75“

Plakat KÖLN 75 ©Alamode Film.

Kölsche Mädche sin jefährlich, aber in der Liebe janz ehrlich, wie der kesse Wirbelwind Vera Brandes im Film „Köln 75“ beweist. Ihre Liebe zum Jazz vereint ein Albumcover, worauf ihr Name nicht steht. Sie ist die furchtlose Göre vom Rhein hinter dem legendären „The Köln Concert“ und schafft sich damit einen Namen im Promotergeschäft. Mit einem klapprigen Flügel für Impro-Mastermind Keith Jarrett schreibt sie indirekt Musikgeschichte. Der ungewöhnliche Retro-Film von Ido Fluk feiert Weltpremiere bei den 75. Internationalen Filmfestspielen von Berlin. Da kiekste!

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Joe Chialo ist der Gegenentwurf zu Olaf Scholz‘ Freund Carsten Brosda

Berlins Kultursenator Joe Chialo (CDU) Foto: Elena Ternovaja CC BY-SA 3.0


Noch-Bundeskanzler Olaf Scholz hat den Berliner Kultursenator Joe Chialo als „Hofnarr“ bezeichnet. Dabei geht der keinem Konflikt aus dem Weg und ist als Politiker der Gegenentwurf zu Olaf Scholz‘ Freund Carsten Brosda, dem Kultursenator Hamburgs.

Wenige Tage vor der Bundestagswahl 2021 veröffentlichten der damalige SPD-Kanzlerkandidat und Finanzminister Olaf Scholz und Hamburgs Kultursenator Carsten Brosda in der Zeit einen gemeinsam

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