Zurüttgers in die Zukunft (II): Rütte verliebt?

Wie gesagt. Heute Königswinter, große Gespräche über Nordrhein-Westfalen 2025. Mit Maffay, Thomsen, Großmann, und und und. Mittenmang ein kämpferischer Ministerpräsident. Jürgen Rüttgers hat einen echt bösen Brief an GM-Carl Peter Forster in Sachen Opel geschrieben, die Europaführung handle "irritierend", hat der CDU-Vize ins Diktaphon gebrüllt. Und dann warf Dr. Rüttgers gerade einen Hammer-Spruch in die Presse-Runde. Die Schließung von Fabriken dürfe keinesfalls herbei geredet werden. "Jetzt müssen wir ins Gelingen verliebt sein und nicht ins Scheitern."

Und jetzt die Ruhrbarone-Preisfrage: Welche großen Vorredner hat Jürgen Rüttgers zitiert?

a) Johannes Rau (SPD)
b) Peer Steinbrück (SPD)
c) Wolfgang Clement (S äh FPD)
d) Ernst Bloch (SDS)

Die Geschichte vom Gutmenschen und wie das Gute verloren ging

Es geht in dieser Geschichte um einen Biokostproduzenten, Aktien und eine Firma mit Ruf. Rapunzel. Unser Gastbaron Erwin Franke berichtet:

Foto: Jubelrapunzels pro Chefmillionär contra Aktionäre / www.boersenalltag.de

Seit vielen Jahren kaufe ich Naturkost im Ökoladen, schön groß und hell sind sie geworden. Aber, die Lebensmittel sind die gleichen geblieben, mit Biosiegel. Seit vielen Jahren kaufe ich Rapunzel Naturkost Produkte. Und als es die Gelegenheit gab, auch mein Geld ökologisch korrekt und sinnvoll zu investieren, da habe ich auch gleich noch Aktien der tollen Ökomarke Rapunzel gekauft. Rapunzel und im besonderen sein Vorstand Joseph Wilhelm steht für die echte authentische Ökobewegung, fairer Umgang mit einander und ethisch-moralische Werthaltigkeit. Da zahle ich auch gerne noch was mehr, damit die Kaffeebauern in Ecuador gerechte Preise bekommen.

Aber, dass mit der Gerechtigkeit, dem fairen Umgang und dem Gewissen, daß habe ich auf der Hauptversammlung der Rapunzel Naturkost AG in Legau am Montag dann auch mal kennen gelernt: Das Rapunzel eine Aktiengesellschaft geworden ist, hat damit zu tun, daß das Management sich beim Spekulieren vor Jahren an der Warenterminbörse verzockt hatte. Über Jahren hinweg war sowohl dem Management als auch dem Wirtschaftsprüfer nicht aufgefallen das Millionen in der Kasse fehlten. Eine die Ökobewegung umfassende Hilfsaktion hatte Anfang der 90er Jahre den Naturkostpionier gerade noch gerettet. Dies zum Preis von Miteigentümern in Form von Aktionären. Diese über die Jahre hinweg willig alles von Joseph Wilhelm abnickten, Hauptversammlungen waren ein fester Bestandteil der alternativen Szene um sich auszutauschen und zur Stärkung des „wir-sind-die-richtigen-Gefühl“ da.

Die nun einberufene außerordentliche Hauptversammlung offenbarte aber ein ganz anderes Bild eines Vorstandes und seines Unternehmens, dem wohl die Werte verloren gegangen sind. Der frühere Helfer als bedingungsloser Eigenkapitalgeber war nun unerwünscht. So wurden wir schon vor dem Eingang von organisierten Protestlern mit Schildern wie „Spekulanten raus aus der AG“ begrüßt. Joseph Wilhelm saß entrückt auf dem Podium und lies sich von seinen 180.000 Euro teuren Berater des Rechtsanwaltsbüros Taylor&Wessing soufflieren, was er sagen durfte und was nicht. Ja, die ganze Kantine war von Wirtschaftsprüfern der BDO und KPMG besetzt, die insgesamt über 800.000,00 Euro verschlungen. Sie hatten das Ziel, die unliebsamen Helfer von einst loszuwerden. Denn die Rapunzel Naturkost AG war mittlerweile eine sehr profitable Gesellschaft geworden und da will der Joseph nicht mehr teilen.

Bei einem Umsatz von über 100 Mio. Euro Umsatz fallen um die  4 Mio. Euro netto Gewinn an. Das Gehalt von Joseph W. in Höhe von 45.000 Euro (monatlich) plus Dividende addiert sich auf ein Jahresgehalt von 760.000 Euro reichte ihm nicht mehr. Er will nun alles. So richtig schwer mußte Herr Wilhelm dafür nicht mehr arbeiten, letztes Jahre ging er medienwirksam in seiner Beschäftigungszeit dem liebsten Hobby nach, er ging für 51 Tage Wandern, während der Arbeit versteht sich. Nun saß er ganz entrückt auf der Bühne und verhaspelte sich dabei, ob er nun die Jubelperser vor der Tür organisiert hatte oder doch nur davon gewußt hatte, das seine Mitarbeiter solch einen Protest für Ihren Millionären organisierten. Aber es wurde noch besser: Ein unfaßbares Theater wurde geboten, da konnte der Aufsichtsratsvorsitzende plötzlich nicht mehr sehen, „mir ist da vor ein paar Wochen was passiert“, dann tauchte der Opa der Prokuristin im Saal auf und führte die Versammlung einige Minuten, um diese dann an Herrn Leo Kirch RA Franz Endele (Klagt sonst auf HV gegen die Vorstände) zu übergeben.

Herr Endele, war rein zufällig die 180 km aus München gekommen um auf der Hauptversammlung sein Stimmrecht in Höhe von 1 Stimme wahrzunehmen. Schön war zu erfahren, daß Ihm der Preis von € 7.000 für die Führung der Hauptversammlung „auf dem Parkplatz zugerufen wurde“. Die anwesenden Ökoaktionären hatten aber eher den Eindruck, hier wurde ein Plattmacher gebucht um die unliebsamen Idealisten auszuschalten. Aber nicht nur auf der Bühne saßen die raffgierigen Kapitalisten. Unter den Aktionären waren die neben den vielen Idealisten auch vier Berufskläger und ein Richter gemischt, die gegen die Gesellschaft polterten. Und so saßen nun auf der Bühne neben Joseph Wilhelms die neu erworbenen Freunde neben Berufsklägern und im Saal die Idealisten zwischen weiteren Berufsklägern. Oh je Rapunzel, was ist aus deinen Idealen geworden, verkauft und verraten!

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Ruhr2010: Grüne fordern Projektfonds für die freie Szene

Ruhr2010 spült der freien Szene viel Geld in die Kassen – nur wie viel weiß niemand so genau und es könnte gerne auch noch mehr sein.

Das ist das Ergebnis eines Perspektiv-Workshops der Grünen im RVR mit Vertretern der  freien Kulturszene. Zwischen 20 und 40 Prozent des Etats, so Sabine von der Beck, Fraktionssprecherin der Grünen im RVR und Mitglied im Aufsichtsrat der RUHR.2010 GmbH, stünden für Projekte der freien Szene zur Verfügung. Alles eine Frage der Lesart.

Doch es könnte mehr sein – Begehrlichkeiten bei der freien Szene wecken da die zehn Millionen Euro, die das Land den Städten kürzlich zugesichert hat. Das Geld war eigentlich, so Oliver Keymis, der kulturpolitischer Sprecher der Grünen im Landtag, für die freie Szene bestimmt, werde aber von den Städten bislang vor allem für die Finanzierung traditioneller Kulturprojekte verwendet. Die Grünen wollen nun eine Fonds, der sich aus Teilen der Eintrittgeldern der "Hochkulturveranstaltungen" speist, auflegen und dessen Einnahmen der Szene zukommen lassen.

In ihrer Pressemitteilung, die dieser Meldung zu Grunde liegt, haben die Grünen nicht mehr von freier Szene sondern von "nicht-institutionell gebundenen Kulturschaffenden" gesprochen. Ein schönes, neues Wort, auf das die Welt in den vergangenen Jahren verzweifelt gewartet hat.

David Byrne: Tourauftakt in der Tonhalle

1981 veröffentlichten David Byrne, die treibende Kraft der Talking Heads und Brian Eno „My Life in a Bush of Ghosts“ Obwohl bei weitem nicht das erste Album der Popmusik in dem afrikanische Rhythmen verwendet wurden, war es doch die Pionierarbeit auf diesem Gebiet.

Brian Eno startete seine Karriere 1971 bei Roxy Music und produzierte bereits in den 70ern herausragende Alben für Bands wie Genesis „Lamb lies down on Broadway“, David Bowie „Low“ und „Heroes“ oder DEVO „Are We Not Men?“.

Seine Zusammenarbeit mit David Byrne begann 1978 beim Talking Heads Album „More Songs about Buildings". Im darauf folgenden Jahr entstand „Fear of Music“ sowie 1980 „Remain In Light“. In diese Phase enger Zusammenarbeit der beiden fällt auch die Produktion von „My Life in a Bush of Ghosts“, das schließlich 1981 veröffentlicht wird. Damit endet die gemeinsame Arbeit bis 2006 eine soundtechnische Überarbeitung dieses Albums mit einigen unveröffentlichten Stücken erscheint. Zudem sind einige Songs neu abgemischt worden. Den lang ersehnten Nachfolger „Everything That Happens Will Happen Today“ produzierten Eno und Byrne jedoch erst 2008.

Am 9. März startet die Europatournee von David Byrne "Songs of David Byrne and Brian Eno" mit dem Tourauftakt in der Düsseldorfer Tonhalle. Leider wird David Byrne ohne Brian Eno performen. Das Programm besteht jedoch ausschließlich aus Songs der fünf gemeinsam aufgenommenen Alben.

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Jazz-Moers gleich in Echtzeit

Für alle Jazzfans mit Computer, Mediawatcher, PR-Strategen, Journalisten, Kulturschaffende, Nahverkehrsexperten, Camper, Festivaltramper, Newsjunkies und einfach nur gelangweilte Büromenschen, die gerne etwas virtuelle Lebendigkeit im Büro hätten: Heute, gleich, um 13 Uhr, findet die Bekanntgabe des Hauptprogramms des diesjährigen Moers-Festivals via Livestream statt, und zwar hier.

 

WAZ stellt aktuelles Restrukturierungskonzept online

Die WAZ hat die Präsentation ihres Restrukturierungskonzeptes, das gestern auf einer Betriebsversammlung vorgestellt wurde, ins Internet gestellt.

"Die Gruppengeschäftsführung der WAZ Mediengruppe hat auch dieses Konzept zur Einsicht freigegeben," ist auf der Site WAZ im Wandel zu lesen. Achtung Spannung möchte man denken, doch viele Details des Konzeptes sind schon in den vergangenen Wochen bekannt geworden – etwa die Einführung der Regionaldesks, der Verzicht auf DPA oder die Streichung von 300 Stellen.

Erst in den kommenden Jahren wird sich zeigen, ob es sinnvoll ist, die Titelredaktion in Zeitungen zu stärken, die vor allem wegen ihres Lokalteils und nicht wegen des Mantels gelesen werden. Ich habe da meine Zweifel. Eine gute Nachricht ist für viele wohl, dass auch in den aktuellen Plänen die WAZ im Kreis Recklinghausen immer noch vorkommt. In den vergangenen Monaten gab es immer wieder Gerüchte, die WAZ würde sich aus großen Teilen des nördlichen Ruhrgebiets zurückziehen.

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