Genossendämmerung

gruenen-nrw-2012-frauen-haushaltOb im Land oder in den Städten: Die SPD ist mit ihren Konzepten am Ende. Ihr Glück ist die Schwäche der Opposition.

Hannelore Kraft hatte zu Beginn ihrer Regierungszeit einen Weg gefunden, wie sie die Unfähigkeit, einen Haushalt aufzustellen, als Konzept verkaufen konnte: Schulden seien Investitionen in die Zukunft, Geld, das für Bildung ausgegeben wird, wird langfristig dafür sorgen, dass Sozialausgaben sinken können.  Nichts gegen mehr Investitionen in Bildung, sie machen sowohl in sozialer wie in wirtschaftlicher Hinsicht Sinn, aber wem zur Finanzierung der Zukunft nicht mehr einfällt, als Schulden zu machen, wird irgendwann ein Problem haben.

Nun, da sich die politische Sommerpause dem Ende zuneigt und die Ministerpräsidentin, mit im Sauerland neu erworbenem Sportabzeichen, wieder die Arbeit aufgenommen hat, müssen die Probleme gelöst werden. Vier Mal seit 2010 scheiterte Rot-Grün in NRW mit finanzpolitischen Entscheidungen vor dem Landesverfassungsgericht – die jüngste Niederlage, die Pläne zur Spar-Besoldung der Beamten wurden gekippt, wird teuer werden. Dem Land bleibt immer weniger Zeit, den Haushalt auf das Jahr    2020 vorzubereiten, wenn es auch NRW untersagt sein wird, neue Schulden zu machen. Vier Jahre lang sind  SPD und Grüne daran gescheitert zu sparen – jedes Jahr das so ins Land ging bedeutet nichts anderes, das ab nun schneller, härter und auch konzeptionsloser gespart werden muss, als es bei einer vorausschauenden Politik nötig gewesen wäre. Und mit jedem Cent, der eingespart werden muss, wird die SPD ihre Wähler verschrecken.

SPD und Grüne sind 2010 mit höchst unterschiedlichen Voraussetzungen in die Koalition eingetreten. Die Grünen hatten eine Agenda, die sie abarbeiten wollten und weitgehend durchgesetzt haben – wer Grüne gewählt hat, kann zufrieden sein. Selbst die  Wirtschaftspolitik in NRW wird nicht von Wirtschaftsminister  Garrelt Duin bestimmt, sondern vom grünen Umweltminister Johannes Remmel. Grüne berichten mit einer Mischung aus Belustigung und Entsetzen von Diskussionen mit einer inhaltsleeren SPD.

Die SPD ist weniger mit Ideen, als mit einem Gefühl an die Macht  zurückgekehrt: Sie trat an als Schutzmacht der Beschäftigten des Öffentlichen-Dienstes – ob im Land oder in den Städten. Ihr Ziel war es, die zaghafte Sparpolitik  von CDU und FDP zurückzunehmen. In Bussen, zum Teil während der Arbeitszeit und auf Kosten der Städte und öffentlichen Verkehrsunternehmen, waren unter Rüttgers Demonstranten von Verdi und der SPD nach Düsseldorf zum Protest gekarrt worden – die erwarteten nun, das geliefert wird. Durch die Sicherung und den Ausbau der Beschäftigung im Öffentlichen Dienst, mehr Geld für die Pleitestädte im Ruhrgebiet und der

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Der Ruhrpilot

kraft_tvNRW: Ministerpräsidentin Kraft will bei den Beamten sparen…Der Westen

NRW: Kann bald jeder Ministerprädsident werden?…RP Online

NRW: Land prüft neue Nebenhaushalte…RP Online

Ruhrgebiet: Revier -Kampf um Sparkassen-Akademie…Bild

Debatte: „Der Westen muss militärisch eingreifen“…Tagesschau

Debatte: Polizei dient dem Rechtsstaat, nicht dem DFB…Post von Horn

Bochum: Der Westpark wird zum Künstler-Campus…Der Westen

Dortmund: Neonazi-Böllerwerfer muss vor Gericht…Der Westen

Duisburg: Polizei ermittelt wegen Luxus-Pension für Sparkassen-Chef…Der Westen

Essen: Kostenlos ins Museum Folkwang…Coolibri

Oberhausen: Nachruf auf eine Schiedsrichter-Legende Wolf-Dieter Ahlenfelder…Tagesspiegel

Umland: Schützenbruderschaft bekommt Druck aus Berlin…Welt

Umland: Muslimischer Schützenkönig – Du sollst nicht heucheln…Spiegel

Dortmund: 200 demonstrieren gegen Terrorgruppe „Islamischer Staat“

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In Dortmund demonstrieren zur Zeit 200 Menschen gegen die islamistische Terrororganisation Islamischer Staat (IS), die von Syrien ausgehend ihren Terror auf den Irak und nun auch auch Teile Kurdistans ausgeweitet hat. In den vergangenen Tagen hat IS mehrere Massaker an den Jesiden verübt.  Die Demonstration, an der vor allem Jesiden und Kurden teilnehmen eskalierte kurzzeitig, als ein älterer marokkanischer  Nationalist die Demonstranten provozierte in dem er die IS-Mörder lobte. Ordner und Polizei klärten die Situation.

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Mittlerweile ist die Demonstration beendet. Als Demonstranten islamische Symbole verbrennen wollten, griff die Polizei verhindernd ein.

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Der Ruhrpilot

Ralf Jäger besichtigt seine Spezialeinheiten Foto: Innenministerium NRW
Ralf Jäger besichtigt seine Spezialeinheiten Foto: Innenministerium NRW

NRW: Polizeieinsatz mit Risiko…FAZ

NRW: Jägers Polizeipläne eine Chance für den Fußball…Schwatzgelb

NRW: Minister will ein Anti-Stress-Gesetz…RP Online

Debatte: Demokratieverachtung des spießigen linken Mainstreams…FAZ

Debatte: Die verachtete Freiheit…FR Online

Ruhrgebiet: Bilder, über die sich Bürgermeister aufregen…K-West

Bochum: Verein präsentiert Weltmusik im Bermuda-Dreieck…Der Westen

Dortmund: Fahndung nach gestohlener Steiffbärin „Petsy“…Der Westen

Duisburg: Sammler zieht nach Kunst-Skandal Werke zurück…Der Westen

Duisburg: Millionen-Loch – Kämmerer dreht den Geldhahn zu…Der Westen

Essen: Das Türkische Generalkonsulat ist enttäuscht über die geringe Wahlbeteiligung…Radio Essen

Essen: Demo der assyrischen Christen auf dem Burgplatz…Der Westen

Hagen: Stadt führt eine Wettbürosteuer ein…Welt

Xanten: Erster und einzig anerkannter Luftkurort des Ruhrgebiets…Bild

Umland: Die Westfälische Schützen-Parabel…FAZ

Umland: „Toll, dass Sie das Urdeutsche wahren“…Welt

Umland: YouTuber kommen nach Köln…Coolibri

3. Oktober: Nazis demonstrieren in Hamm gegen „antirussische Stimmung“ und „Besatzungskonstrukt Israel“

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Der Hammer Kreisverband der Nazipartei „Die Rechte“ ruft für den 3. Oktober zu einer „Demonstration für deutsche Interessen“ auf. Zu denen scheint, glaubt man dem Aufruf, die Solidarität mit Russlands Präsident Putin,  der radikalislamischen Hamas und Syriens Diktator Assad zu gehören:

Das Besatzungskonstrukt Israel führt aktuell im Gazastreifen eine militärische Offensive durch, der bereits über 1.000 palästinensische Zivilisten zum Opfer gefallen sind. Die arabischen Nachbarstaaten, die Israel ebenfalls wenig wohlgesonnen sind, verhalten sich derzeit noch ruhig, könnten aber jederzeit in den Konflikt eingreifen.

Im Frühjahr 2014 hielt die Welt wochenlang den Atem an, als es in der Ukraine zur bislang schwersten weltpolitischen Krise des 21. Jahrhunderts kam. Sogar eine direkte militärische Konfrontation zwischen Rußland und der NATO schien möglich. Aktuell herrscht in der Ostukraine ein blutiger Bürgerkrieg, der jederzeit auf weitere Regionen überschwappen kann

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„Was die Frau Bundeskanzlerin davon hält, dass über ein staatliches Megaphon „Merkel finanziert, Israel bombardiert“ gebrüllt wurde, weiß ich nicht“

megafon_israelAm Freitag skandierten Demonstranten in Hagen antiisraelische Hassparolen durch ein Megafon der Polizei. Der Fotojournalist Roland Geisheimer war dabei und hat sich nun mit einem Offenen Brief an Hagens Polizeipräsidenten  Frank Richter gewandt.

Sehr geehrter Herr Richter,

seit fast 20 Jahren begleite ich Demonstrationen für Magazine, Nachrichtenagenturen und große deutsche Tageszeitungen bundesweit. Durch diese Arbeit sind auch gute Kontakte zu Polizeibeamten im gehobenen und höheren Dienst entstanden. Ihre Kollegen aus NRW trifft man im gesamten Bundesgebiet und manchmal gar im benachbarten Ausland bei ihren Einsätzen.

Ich will damit sagen, dass ich glaube, dass mir Ihre Kollegen das Funktionieren von Polizei in Einsatzlagen wie einer Demonstration, recht anschaulich nahe gebracht haben.

Seit der Eskalation in Israel und dem Gaza-Streifen habe ich etliche Demonstrationen zu diesem Thema begleitet, Viele waren wirklich kritisch und wenn sie es nicht schon waren, drohten sie zu eskalieren. So z. B. am 18.7. in Essen. Die Demonstration in Hagen würde ich nicht zu den kritischen zählen!

Bis auf die widerlichen, antisemitischen Parolen, die über das Polizeimegaphon verbreitet wurden („Kindermörder Israel“), war es die friedlichste Demonstration zu dem Thema, die ich bis jetzt begleitet habe. Selbst die üblichen Pöbeleien oder gar Bedrohungen gegen mich und andere Pressevertreter blieben aus. Auch die Spiegel-TV-Kollegen konnten recht problemlos drehen und Interviews führen. Es

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Leibesübungen – „bodo“ im August

bodo_Titel_201408Das Straßenmagazin macht Sport. Ein ganzes Heft lang. Kein Bundesliga-Auftakt und kein Partypatriotismus, dafür „Immer nur Heimspiel“ beim Knastfußball, eine 87-jährige  Schwimmlegende, die immer noch jeden Hobbykrauler abhängt, ein taxifahrender Taekwondo-Nationaltrainer, dessen Team in Kabul trainiert, ein Treffen mit Jugendfußballtrainer Frank Goosen, „Vollkontakt im Kreisverkehr“ beim Roller Derby, essen gehen bei Ente Lippens uvm.

Neptuns Tochter 
Ursula Happe ist 87. Die Dortmunderin wirkt nicht nur an Land elegant, sondern bewegt sich auch mit fast schwebender Leichtigkeit im Wasser. Ist sie allerdings auf dem Wasser, wird ihr, der Schwimm-Olympiasiegerin, schlecht, im Wasser grundsätzlich kalt. Wie herrlich menschlich.Heimat, Fußball, Rockmusik
Frank Goosen ist auf deutschen Kleinkunst-Bühnen eine etablierte Größe und in seiner Heimatstadt ein Superstar. Und neben Heimat und Rockmusik ist Fußball sein großes Thema, ob auf der Bühne, im Aufsichtsrat des VfL Bochum oder als Jugendtrainer bei der DJK Arminia 1926.Immer nur Heimspiel
6:2 – ein souveräner Sieg im Ligaspiel. Aber: Kein Jubel und Anfeuern durch Familie oder Freundin. Es gibt gar keine Zuschauer, geschweige denn eine Tribüne. Stattdessen begrenzen meterhohe kalte, graue Betonmauern das Feld. Spieltag in der Justizvollzugsanstalt Iserlohn.Vollkontakt im Kreisverkehr
Auf dem Feld stehen entschlossen aussehende Frauen auf Rollschuhen und in Schutzkleidung. Ihre Trikots tragen Namen wie „Bella Knockarella“ oder „Sassy Kickassy“.  Es geht um das Sammeln von Punkten und blauen Flecken. Willkommen beim Roller Derby.

Die Ping-Pong-Renaissance 
Kneipensport Tischtennis? Einmal im Monat heißt es im „Rekorder“ in der Dortmunder Nordstadt „Schlag den Döpp“. Alexander Döweling hat unter

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Der Ruhrpilot

rex_kinoRuhrgebiet: Schlechte Schlagzeilen im Akkord…Post von Horn

NRW: Verlierer der Energiewende…FAZ

NRW: Ein Muslim darf nicht Schützenkönig sein…Welt 

NRW: Jeder Einwohner trägt 4426 Euro kommunaler Schulden…RP Online

NRW: Doppel-Regierungssitz kostet Steuerzahler Millionen…Welt

Bochum: 150 Exil-Iraner diskutieren über ihre Heimat…Der Westen

Dortmund: Autoren lesen kniffligen Kettenkrimi im Spiegelzelt…Der Westen

Duisburg: Geisterhaus In den Peschen…RP Online

Essen: Ein Kandidat und ein Oberbürgermeister auf Abruf…Der Westen

Essen: Letzter Vorhang für den letzten Bullen…Bild

Essen: Kunst, die alte Mauern wieder aufbaut…Der Westen

Hagen: Durch Polizei-Megafon israel-kritische Parolen skandiert…Der Westen

Podcasts aus dem Pott (5): PottCast

Pottcast - der Podcast für den Ruhrpott (Foto: privat)
Pottcast – der Podcast für den Ruhrpott (Foto: privat)

Seit über einem Monat läuft nun unsere Serie „Podcasts ausm Pott“ – zuletzt mit dem Filmepodcast „Movie Watchdogs“.

Was uns freut: auch Spiegel online ist heute auf den Podcastzug mit aufgesprungen; zumindest ist das die Deutung, die ich mir zurecht gelegt habe.

Und schon geht es hier weiter. Mit dem „Pottcast – dem Podcast für den Ruhrpott“. Ich gestehe ein, diesen Podcast selbst mit „gegründet“ zu haben. Mittlerweile bin ich aber nur noch selten bis gar nicht für ihn tätig. Ich muss ja hier immer für diese Ruhrbarone schreiben.   Und deswegen habe auch nicht ich mich selbst interviewed, sondern die Kollegen im Kollektiv gezwungen, die Fragen zu beantworten.

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