Nicht zuletzt der IKEA-Slogan „Wohnst du noch oder lebst du schon?“ verspottet gezielt Konsumgehemmte, die allzu langsam up to date leben, als reif für die Reste-Rampe. Während das Adverb „schon“ frühstreife Karriere-Mitläufer, Finanz-Söldner und sogar schraubwillige Kreative in Kauflaune versetzen sollte, enerviert mich dagegen zunehmend das Wörtchen „noch“.
Frauen wissen’s sowieso: „Für Ihr Alter sehen Sie aber noch gut aus!“ Das kommt als abgestandenes Kompliment daher und ist doch nichts als hinterhältig unverfroren. Der Subtext heißt natürlich: Angesichts der Tatsache, dass Frau an Jugend, Fruchtbarkeit und Attraktivität verloren hat, könnte sie „aber noch“ schlimmer ausschauen, als sie es in den Augen des jovialen Schmeichlers längst tut.
Mir welken männlichen Blüte (einem sog. „Mann im besten Alter“) sagt man seit einigen Jahren, man sähe mir die 58, 59, 60 Jahre gar nicht an, also wirklich nicht. Ich hätte mich „noch gut gehalten“. Ja, sicher, klar, etwa so wie ein tiefgefrorenes Haschee, das man zur Not „noch“ auftauen könnte, wenn’s denn nach einer Jahrhundert-Missernte gar nichts anderes gäbe.