Am Ende standen sie missmutig im Regen. Der „1000 Kreuze Marsch“, den fundamentalistische Christen heute in Münster abhielten, wurde dank der zahlreichen Gegendemonstranten zur Farce.
Aus mehreren Städten sind knapp 400 Leute nach Münster gekommen, um gegen die radikalen Abtreibungsgegner zu demonstrieren. Dabei gab es zuerst eine eigene Demo, am frühen Nachmittag dann sollte der „Marsch für das Leben“ der christlichen Fundamentalisten gestört werden. An Kreativität mangelte es den Aktivistinnen und Aktivisten nicht. Einige verteilten Schokomuffins im Vagina-Style, viele waren verkleidet: Pink war die Farbe des Tages. Eine Trommlergruppe ließ sich von einem Dirigenten zu heißen Rythmen animieren. Die feministische Demo führte quer durch die Münsteraner Fußgängerzone. Dabei wurde Musik gespielt, es gab Redebeiträge auf deutsch, englisch, spanisch und türkisch. Dazu kamen Grußworte von Gruppen aus Berlin und Salzburg. Auf den Plakaten stand etwa „Feminismus, Lesben, Schwule, gibt’s auch in der Nonnenschule“. So wurden die Münsteraner Passanten schrill, bunt und laut aus ihrem samstäglichen Kaufrausch gerissen. Die Reaktionen waren größtenteils amüsiert bis interessiert. Alles blieb friedlich.
Als am Nachmittag dann der „1000 Kreuze Marsch“ an der Aegidiikirche startete, waren auch die feministischen Demonstrantinnen und Demonstranten nicht weit. Mit Sprechchören und Pfeifkonzerten wurde der Aufzug begleitet. Die etwa 120 radikalen Christen sangen, murmelten Gebete oder schwiegen. Dem Spott der Menge hatten sie nichts entgegenzusetzen, außer dem intensiven Abfilmen der Gegendemonstranten. Diesen gelang es immer wieder, den christlichen Marsch zu unterwandern. Einem Demonstranten wurde sogar









