Am Mittwoch startet Netzpolitik-Gründer Markus Beckedahl ein neues Projekt: Digitale Gesellschaft wird eine neue Bürgerrechtsorganisation.
An der Idee arbeitet Markus schon länger. Jetzt ist es endlich soweit. Spon berichtet.
“ Eine Electronic Frontier Foundation für Deutschland? Ganz so weit würde Netzpolitik-Gründer Markus Beckedahl nicht gehen. Er plant eine Organisation namens “Digitale Gesellschaft”, die zwar auch für Bürgerrechte und kluge Politik im Netz streiten soll – aber in kleinerem Rahmen.“
Es gab in den vergangenen Jahren immer wieder Versuche, eine solche Organisation zu gründen.Und ein paar, wie zum Beispiel FoeBuD, gibt es ja auch schon. Ihr Nachteil: Sie drangen nie in das Bewusstsein einer breiteren Öffentlichkeit. Das wird Markus Beckedahl der mit Netzpolitik den wohl relevantesten Blog des Landes im Rücken hat, sicher gelingen. Also: Viel Glück.
Das Museum am Ostwall steht leer. Und wie es künftig genutzt werden soll ist noch offen. Interessierte sollten ihre Ideen und Ansprüche anmelden.
Im vergangenen Sommer, wir hatten gerade die Reihe Zwischennutzung begonnen, bekamen wir die Gelegenheit, einmal das damals schon fast leere Museum am Ostwall zu besuchen.
Zugegeben, von aussen macht es nichts her: Mit seinen gelben Kacheln sieht es aus wie eine Realschule aus den 60ern. Innen ist es aber ein Gebäude mit sehr viel Charme. Ursprünglich stammt es aus dem 19. Jahrhundert und war einmal der Sitz des Oberbergamtes. An ein paar Stellen kann man am Fußboden noch alte Kacheln erkennen. Damals ahnte niemand, dass das Museum im Winter noch einmal geöffnet werden würde – Die Initiative für ein Unabhängiges Zentrum Dortmund (UZDO) konnte es als Ausstellungs- und Diskussionsraum nutzen. Das Gebäude ist Ausstellungsgebäude und zu viel mehr als Ausstellungen kan man es auch nicht nutzen. Es gibt noch ein paar Büroräume, eine Empfangshalle mit schlechter Aktustik – das wars.
Wie sich ein Einkaufszentrum auf eine Innenstadt auswirkt, kann man gut in Essen sehen. Die Entwicklung der Innenstadt zeigt: Ihren Ruf als Citykiller haben sich die Malls redlich verdient.
Glaubt man der Essener Wirtschaftsförderung (EWG) und der WAZ erlebt die Essener Innenstadt zur Zeit einen bemerkenswerten Aufschwung. Gerade zu segensreich scheint sich das Einkaufszentrum Limbecker Platz auszuwirken.
„In den innerstädtischen Fußgängerzonen hat sich die Nachfrage für Ladenlokale deutlich belebt, wie die EWG – Essener Wirtschaftsförderungsgesellschaft mbH registriert. Die
Der Förderturm von Zollverein ist zum Symbol für das Ruhrgebiet geworden. Und für das, was hier alles schief geht.
Weltkulturerbe ist Zollverein. Der Kölner Dom des Ruhrgebiets. Stolz einer ganzen Region, Ausflugsziel für Radtourer, Schulklassen und Ballettliebhaber. Inmitten der hässlichsten Ecke Essens, nicht weit von der stinkenden Emscher entfernt, haben sie es versucht. Mit dreistellligem Millionenaufwand sollte der Strukturwandel erzwungen werden. Die Hybris der Ruhrgebiets-Politik lässt sich hier festmachen: Große Pläne, große Versprechungen, großes Geld und mäßige Ergebnisse: Von der angekündigten Kreativjobmaschine ist bis heute kaum etwas zu sehen. Das erfolgreichste privatwirtschaftliche Projekt auf Zollverein ist das Restaurant Casino. Auch um den Hotel-Scheich ist es ruhig geworden. Alles was sonst auf Zollverein funktioniert, muss, wie das Ballettzentrum PACT oder das Ruhrmuseum, mühsam mit Steuergeldern gefördert werden. Inmitten von Stoppenberg ist so eine Multi-Millionen Museumslandschaft ohne wirtschaftliche Anbindung an den Stadtteil entstanden. Ein begehbares Strukturwandel-Museum der gebrochenen Versprechen.
Photograph by Christopher Peterson (via Wikipedia)
Nein, das ist nicht die Küppersmühle im Duisburger Innenhafen, und das wird sie auch nicht. Und: so soll oder wird sie auch in Zukunft nicht aussehen. Nur so ähnlich. Das ist nämlich der Neubau des Boston Institute of Contemporary Art, also des Museums für zeitgenössische Kunst in Boston. Und da Duisburg, wie wir aus anderen Zusammenhängen wissen, es grundsätzlich nicht unter dem Anspruch einer Weltmetropole oder so macht, ist man auch in der Stahlmetropole an Rhein und Ruhr auf die einzigartige Idee gekommen, sich ein „Wahrzeichen“ zu setzen, das Bostons Botched Box in nichts nachsteht. Eine verpfuschte Box, wie das Kunstmuseum in Massachusetts liebevoll genannt wird, das wäre es doch auch hier, dachte man sich am Rhein.
„Mit diesem Erweiterungsbau entwickelt sich der Duisburger Innenhafen zu einem der interessantesten Orte bildmächtiger Architekturen in unserem Land“, sprach der einstige NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers, und Werner Müller, einem größeren Publikum als Schröders Bundeswirtschaftsminister aus der Vor-Clement-Ära bekannt, ansonsten als Manager der großen Energiekonzerne beschäftigt, geriet ins Schwärmen: „Wer künftig zeitgenössische deutsche Kunst aller großen Namen erleben will, der kommt nach Duisburg.“ Wohin auch sonst, wenn nicht nach Duisburg, der Metropole von Weltruf.
Die Duisburger selbst, deren Verhältnis zur zeitgenössischen Kunst noch weiter verbessert werden muss, blickten stets ein wenig kritisch auf die verpfuschte Kiste, die ihnen im Innenhafen vor die Nase gesetzt werden soll. „Schuhkarton“ nennen sie die für sie geplante botched Box, was schon allein deshalb nicht ganz fair ist, weil das hübsche Evonik-Logo, das sie zieren soll, doch nicht für eine Schuhmarke wirbt, sondern für die gute alte Ruhrkohle AG, die mit dem neuen Kunstbegriff Evonik so ein tolles Image bekommen hat.
Und das passt ja auch so gut als Wahrzeichen für Duisburg! Nein, natürlich nicht so ein Museum für zeitgenössische Kunst, aber Evonik, das Wahrzeichen für die gute, alte Kohle. Man muss halt mit der Zeit gehen. „Come to RAG, we have a very good Betriebsklima“, wie dereinst der Werbeslogan des
Mit willbee gibt es eine neue Site, die den Initiativen des Ruhrgebiets Raum zur Vorstellung und Diskussion gibt. Da sagen wir doch: Herzlich willkommen.
Nicht warten, selber machen: Das neue Portal Willbee stellt Initiativen aus dem Ruhrgebiet vor. Nicht mehr nur auf eine Stadt bezogen, sondern mit ruhrgebietsweitem Anspruch. Aus dem Gründungsaufruf:
Die Ruhrstadt entwickelt sich so langsam zu einer Stadt der Kulturinitiativen. Zusammenschlüsse von Künstlern, Musikern, Kreativen aber auch Sympathisanten und Politikinteressierten, um Räume einzufordern, in denen sie ihrer Arbeit nachgehen können, sind definitiv In. Den Startschuss hat das Essener Bündnis Freiraum 2010 im Kulturhauptstadtjahr gegeben. Kurz darauf machte eine Gruppe in der ehemaligen Dortmunder Kronenbrauerei “Ärger”. Es war Gleichzeitig die mediale Geburt der Initiative für ein Unabhängiges Zentrum Dortmund. Nun hat auch Duisburg, die drittgrößte Stadt des Ruhrgebiets, eine Kampagne unter dem Namen (und Motto) DU it yourself ins Leben