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Corona: „Ich hätte meine Eltern und Omi gerne noch ein paar Jahre“

Lisa Daimagüler Foto: Privat

Es ist jetzt auch höchste Zeit das öffentliche Leben einzudämmen und Schulen, Kindergärten und Universitäten zu schließen, wie auch Home Office anzubieten.

Deutschland hat einen sehr laissez-fairen Umgang mit dem Virus und alle die denken, es sei Panikmache, rationalisieren nicht, dass wir es mit etwas Neuartigem zutun haben, das so keineswegs kontrollierbar ist.

In Chinas Nachbarländern ist durch drastisches Eindämmen des öffentlichen Betriebes das Virus besser eingedämmt und verbreitet sich weniger schnell, obwohl dort mehr Menschen auf engem Raum leben und es – wie gesagt – Chinas Nachbarländer sind. Europa versagt dagegen (außer Polen, das bei zwanzig(!) Fällen sofort alle öffentlichen Institutionen geschlossen hat)

Es ist super, dass ständig argumentiert wird, dass die Letalität ja nur bei den Alten, Kranken so hoch sei. Dass altes Leben im Kapitalismus keinen Wert mehr hat, weil es eben keinen ökonomischen Mehrwert bringt, ist bekannt.

Es ist ekelhaft, dieses „Es sind ja nur die Älteren“ – Gehabe und die daraus resultierende Ignoranz diese Leute auch zu gefährden, in dem man es nicht schafft, sein Alltagsleben auch nur ein bisschen einzuschränken, weil „einem selbst kann ja nichts passieren“.

Übrigens:

Wenn nicht bald ein paar drastische Maßnahmen getroffen werden und es immer mehr kritische, behandlungsbedürftige Fälle gibt, werden die Kapazitäten unserer Krankenhäuser nicht ausreichen.

In Italien werden alte, kranke Leute bereits zum Sterben nach Hause geschickt, um junge, ökonomisch verwertbare Menschen heilen zu können. Denn, Überraschung: auch in jungen Jahren kann es zu einem kritischen Verlauf kommen, selbst ohne Vorerkrankungen.

Man sollte nicht völlig in Panik verfallen, aber ein achtsamer Umgang wäre angebracht.

Ich hätte meine Eltern und Omi gerne noch ein paar Jahre. Doch dieses Land agiert ganz im Sinne des fatalen „Wir schaffen das“ – Optimismus und handelt wohl erst im worst case.

Traurig.

 

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17 Kommentare zu “Corona: „Ich hätte meine Eltern und Omi gerne noch ein paar Jahre“

  • #1
    Gerd

    Es gibt keinen Grund den kapitalismuskritischen so hoch zu erheben, denn Linke und Klimatisten sind über Corona recht erfreut. Vergleichbare verbale Ausfälle aus dem anderen Lager sind mir nicht bekannt und die wären selbstverständlich politisch instrumentalisiert worden.

    https://www.achgut.com/artikel/was_ist_schon_dran_wenn_alte_menschen_sterben

    https://www.achgut.com/artikel/klimaretter_begruessen_corona_virus

  • #2
  • #3
    Berthold Grabe

    Der Kommentar der Autorin ist verständlich, nur wirklich "ekelhaft" wird die Sache durch die Verlogenheit dergestalt, das bei der echten Grippe solche Todesraten niemanden interessiert haben und jährlich zu verzeichnen sind.
    Es mag Leute geben die den Zynismus so meinen wie hier vorgeworfen wird, andere wenden ihn genau wegen dieser Verlogenheit an, weil bei der echten Grippe es keiner für notwendig erachtet, die Todesraten zu senken.
    Und zu der Verlogenheit gehört eben auch, das ökonomische Interessen die Kapazitäten gesenkt haben, die bei einer eher harmlosen Epidemie zu massiven Eingriffen zwingt, um die noch vorhanden Kapazitäten nicht zu überfordern.
    Eine auf ökonomische Kante gestricktes system, hat eben nur beschränkte Rückfalloptionen.
    permanente Kostenoptimierung ist halt nur zweitklassig gegenüber Ertragsoptimierungen.
    Und die ausfälle werden sich häufen, dieses Mal ist es das Gesundheitssystem, das nächste mal vielleicht die Stromversorgung und permanent schon der Verkehr.

  • #4
    Thomas Weigle

    Was sich da bei achgut v.a. in "Leserbriefen" austobt, ist doch in Sprache und Inhalt Höckeflügel. Widerlich. Nicht besser als die, die sie kritisieren.

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  • #7
    Helmut Junge

    Seit der "Oma-Umweltsau-Debatte"weiß ich, daß sich im linken Lager einge Altenhasser eingenistet haben. Damals wurde es ein Flop, weil es eine breite Entrüstung über diese Aktion gab. Weil die Coronakrise angeblich nur Ältere treffen soll und Jüngeren nichts anhaben würde, glauben diese Altenhasser, daß jetzt wieder mal so ein Zeitpunkt gekommen ist, ihre Fangemeinde über ihre Gedankenwelt zu informieren, nach dem Motto, wenn erst die Älteren weggestorben sind, lassen sich alle Umweltprobleme bei einer Überbevölkerung der Erde, leichter lösen. Offenbar eignet sich Twitter besonders gut, menschenverachtende Ansichten auszuprobieren. Diesmal kam Gegenwind von "Achgut", und die Antwort der Fangemeinde ist wie bei der Oma-Umweltsau-Geschichte, die Gegenwind-Kommentatoren erst mal in AFD-Nähe zu rücken. Siehe stellvertretend @(6).
    Erfreulicherweise sind diesmal wohl auch etliche Fans aus dem Fanclub abgesprungen.

  • #8
    Thomas Weigle

    Als Älterer und Bypasser will ich doch mal gefragt haben, ob diese "Altenhasser" irgendeine größere Gruppe wirklich repräsentieren. Gibt es Belege dafür, dass diese Meinung in irgendeinem Lager mehrheitsfähig ist, und wenn ja, wie groß ist dieses Lager.Oder sind es doch nur ein paar Spinner, wie man sie überall findet? Ich bleibe jedenfalls dabei, dass sich bei achgut AfD-Positionen nicht nur im oben verlinkten Artikelkommentaren finden lassen.

  • #9
    Helmut Junge

    Ich schrieb: Sie haben sich dort eingenistet. Und sie gehören dort nicht hin, haben aber ihre Anhänger. Zu viele Anhänger. Aber noch mehr Relativierer, die vom Problem ablenken wollen, indem sie ein anderes Problem beschreiben. Auch diese Relativierer gehören da nicht hin. Mit Links haben die alle nichts am Hut. Wer sich so positioniert ist Rechts und nicht Links.

  • #10
    Arnold Voss

    @ 7 + 8
    Keine Sorge, der Altersdurchschnitt in den deuschen Parlamenten liegt um die 50 Jahre und die weit überwiegende Mehrheit der Mitglieder ist männlich. Wir leben also in einer "Opakratie". "Altenhasser" haben da keine ernsthafte Chance ihre Positionen durchzusetzen.

  • #11
    Helmut Junge

    @Arnold Voß, im linken Spektrum toben sich so viele extreme Spinner aus, daß ich innerhalb dieses Spektrums keine Partei wirklich wählen kann. Das nervt mich seit Jahrzehnten. Mittlerweile reagiere ich deswegen schon allergisch. Nein, die Mehrheit kriegen diese Elemente nicht, aber sie stören , sie bremsen, und sie haben genügend Einfluß auf die Meinungen innerhalb und außerhalb ihrer Parteien, daß ich mich manchmal schüttele. Gestern wieder so ein Beispiel das eigentlich absehbar war, weil diese Vögel innerhalb ihrer Parteien lange bekannt sein müßten: https://www.spiegel.de/politik/deutschland/linken-mitarbeiter-tim-fuerup-umstuerzler-beurlaubt-a-00000000-0002-0001-0000-000169988540
    Bei der Linkspartei gibt es jetzt bald jede Woche eine vergleichbare Nummer.
    Die Grünen sind zur Zeit etwas unauffälliger, weil sie eine starke Führung haben, aber das bleibt nicht so.
    Das mit dem Altenbashing ist ja nur ein ein Bruchteil der Absurditäten.
    Wenn die Absurdität aus den vermeintlich eigenen Reihen kommt, kann sie unwidersprochen sogar so lauten, wie aus dem Link von Achgut Bei @Gerd (1) entnommen https://www.achgut.com/artikel/was_ist_schon_dran_wenn_alte_menschen_sterben
    wo Frau Meike in Bezug auf Alte schreibt:
    "Die Überbevölkerung der Welt ist übrigens die nächste Müllschwemme. Die Menschen in 100 Jahren werden sich fragen, wie wir es so weit haben kommen lassen. Wir wir nur alles daran gesetzt haben, dass immer alle überleben, obwohl heute schon die Kapazitätsgrenze absehbar war. "
    So etwas geht "links" (siehe @ (4) der sich ganz sicher 100% als links verortet) durch, weil sie es explizit auf Alte und Kranke münzt und nicht auf die gleichen Gruppen, die vielleicht die Nazis meinen könnten, wenn der Satz von denen käme.
    Und so etwas kann ich nicht fassen!

  • #12
    Arnold Voss

    @ Helmut Junge

    Ja, es gibt so eine Art klammheimliche Freude über die "natürliche" Reduzierung der Weltbevölkerung bei einem Teil derer, die das Resourcenlimit als unabänderlich ansehen und nicht auf Technik und Wissenschaft, bzw. die diesbezügliche Innovation, setzen, um damit eine intelligente u n d ökologische Erweiterung der Weltversorgung zu ermöglichen.

    Dazu wurde in den letzten Jahren ein diesbezüglicher Generationen Konflikt herbeigeschrieben, der wiederum auf der generelle These von der Übermenge der Alten, die von den immer weniger werdenden Jungen miternährt und -versorgt werden müssen, aufbaute, ohne auch nur die gewaltigen bisherigen und zukünftigen Produktivitätsfortschritte zu erwähnen, durch die immer weniger Menschen immer mehr herstellen können.

    Aber wie schon gesagt. Was den Corona Virus betrifft bildet die Gruppe der Hauptgefährdeten einen so großen Block in den Parlamenten, dass gegen sie keine Entscheidungen gefällt werden können. Und natürlich gilt auch, dass spätestens ab 80 bei j e d er Krankheit eine bislang unabänderlich höhere Todesrate zu verzeichnen ist, die eben nicht nur der Krankheit, sondern sehr wohl auch dem biologischen Alter der davon Betroffenen geschuldet ist. Wir werden nun mal, einschließlich unseres Immunsystems, mit zunehmendem Alter in der Regel nicht stärker, sondern schwächer.

  • #13
    Helmut Junge

    @Arnold Voß, wer moralisch unter dem Neandertaler stehen möchte, der bereits seine schwächsten Mitglieder gepflegt hat, statt sie in der Wildnis auszusetzen, kann das gerne tun.
    Er muß nur damit rechnen, daß andere Leute nicht gut finden und kritisieren.
    Und ich werde nicht davor zurückschrecken, nur weil es einen ganz tollen Linken betrifft. Im Gegenteil. Von denen will ich so etwas überhaupt nicht sehen.
    Was die Neandertaler betrifft, hier zwei links.
    https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/fruehe-pflege-neandertaler-kuemmerten-sich-um-schwache-a-616546.html
    https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/lebenslange-fuersorge-neandertaler-waren-krankenpfleger-a-1174377.html

  • #14
    Arnold Voss

    @ Helmut Junge

    Ich dachte immer, es sei (auch) ein linkes Grundprinzip, dass die Stärkeren den Schwächeren helfen. Für mich ist das aber ein humanistisches Grundprinzip, das jenseit politischer Richtungen zum Grundbestand des gesellschaftlichen Wertekanons gehören sollte. Ob das die Neandertaler schon getan haben oder nicht, ist mir diesbezüglich egal.

  • #15
    Helmut Junge

    @Arnold Voß, ich denke, daß die Menschheit nicht entstanden wäre, wenn sie sich anders verhalten hätte. Und ich denke weiter, daß dein Gedanke vom humanistischem Grundprinzip nichts anderes ist, als die sprachliche Formulierung des Umstands, daß wir so sein müssen. Wären wir nicht so, wären wir nicht. Und wenn wir eines Tages mal nicht mehr so sein werden, werden wir bald nicht mehr sein.
    Dazu paßt übrigens ziemlich genau, was dir @Walter Stach heute in einem anderen Thread von Sybille Berg vermittelt, die gesagt haben soll:
    " Denn nie waren die Brutalsten, die als einsame Sieger nach Katastrophen übrig blieben, sondern die Gemeinschaft, deren Mitglieder sich helfen",
    Das glaube ich auch, und das ist Erfahrung, kein Gedankenkonstrukt.
    Ich will damit sagen : Wir mußten und müssen so sein und hatten nie die Wahl.

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