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Das umstrittene Kraftwerk ‚Datteln 4‘ hilft den Rettungsdiensten dabei ‚Gutes‘ zu tun!

Foto: Ruhrbarone

Das Kraftwerk ‚Datteln 4‘, bekanntlich Gegenstand einer bereits seit über zehn Jahren andauernden, sehr emotionalen Gerichtsauseinandersetzung zwischen einigen unmittelbar von dem Bauvorhaben betroffenen Anwohnern und dem BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) auf der einen, und dem Bauherren E.On bzw. Uniper auf der anderen Seite, und zuletzt zudem aufgrund einiger überraschend gravierender technischer Schwierigkeiten in den Schlagzeilen, die die ursprünglich noch für dieses Jahr angedachte Inbetriebnahme noch um mindestens zwei weitere Jahre nach hinten verschieben werden (wir berichteten bereits mehrfach), zeigt in diesen Tagen einmal wieder ein paar unerwartete neue Lebenszeichen.

Allerdings so gar nicht in Bezug auf seine ursprünglich einmal angedachte Aufgabe, die ja der Stromproduktion aus Steinkohle dienen sollte. Denn der Standort in Datteln wird seit ein paar Wochen nämlich von den Rettungsdiensten ADAC, Johanniter Unfallhilfe und DRF als gerne genutzter Hubschrauberlandeplatz genutzt, wie die Anwohner der Region zwischen Datteln und Waltrop (im Kreis Recklinghausen) jüngst schon mehrfach beobachten konnten.

Bis zur benachbarten Kinderklinik sind es vom Uniper/E.On-Gelände aus ja tatsächlich auch nur wenige Meter, was die Kraftwerkskritiker ursprünglich (ironischer Weise) als einen der größten Kritikpunkte an dem beklagten Bau anführten. Genau diese bisher arg umstrittene Nähe machen sich die Rettungsdienste jetzt zu Nutzen.Widerstand gegen diese Zweckentfremdung ist bisher übrigens noch nicht bekannt geworden.

Zu Gute kommen die unregelmäßig durchgeführten Landungen der Helfer aus der Luft zudem indirekt auch der eigentlich dem auf seine Inbetriebnahme wartenden Kraftwerk angeschlossenen Betriebsfeuerwehr, da diese bei den gelegentlichen Einsätzen des Rettungshubschraubers jeweils mit der Absicherung des Landeplatzes betraut wird. Eine echte Win-Win-Situation, sozusagen. 😉

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9 Kommentare zu “Das umstrittene Kraftwerk ‚Datteln 4‘ hilft den Rettungsdiensten dabei ‚Gutes‘ zu tun!

  • #1
  • #2
    Stefan Laurin

    Haben BUND und Grüne schon gegen die Nutzung als Hubschrauberlandeplatz geklagt, weil Feldmäuse durch Lärm im Schlaf gestört werden könnten?

  • #3
    Robin Patzwaldt Beitragsautor

    Die Grünen kannst Du in dem Fall ausschliessen, Stefan. Denn zumindest die Landes-Grünen meiden das Thema ‚Datteln 4‘ doch schon seit 2011 wie der Teufel das sprichwörtliche Weihwasser… 😉 😀

  • #4
    Walter-Stach

    Robin,
    "Gutes tun..";
    ich könnte mir noch wesentlich Besseres vorstellen.
    Warten wir ‚mal ab, ob und was da noch so kommen wird.

  • #5
    Helmut Junge

    Robin und Walter, ihr seid ja Kraftwerksgegner bzw. ehemalige Kraftwerksgegner. Ihr solltet eigentlich nur mit kaltem Wasser duschen dürfen.
    Die Länge für Stromleitungen sollte gesetzlich auf 10km beschränkt sein. Das wäre ein Spaß.

  • #6
    Robin Patzwaldt Beitragsautor

    Ich dusche nur kalt, Helmut. 🙂

    Aber mal im Ernst: Ich fange jetzt nach acht Jahren hier und jetzt nicht noch einmal ganz von vorne an hier zu erklären, warum ich diesen Standort für dieses konkrete Kraftwerk noch immer für falsch halte. Ich möchte nur festhalten, dass ich kein grundsätzlicher ‚Kraftwerksgegner‘ bin oder war. Meine Kritik bezog sich hier im Blog stets auf das konkrete Kraftwerk ‚Datteln 4‘. Ansonsten können wir gerne Details diskutieren. Aber so allgemein möchte ich das nicht stehen lassen, Helmut. 🙂

  • #7
    Walter-Stach

    Helmut,
    die Warmduscher "in diesem unserem Lande" sind ja noch immer guter Hoffnung!

  • #8
    abraxasrgb

    Städtebaulich (emp)finde ich den Charme vieler öffentlicher Plätze aus jüngerer Zeit im Ruhrgebiet als "Hubschrauberlandeplatz".
    Die waren aber billiger 😉

  • #9
    Andreas Flenker

    Fernwärmeleitung mit umgekehrter Fließrichtung

    Der Energieversorger Uniper hat seine neue Fernwärmeleitung in Betrieb genommen. Allerdings fließt das siedend heiße Wasser anders herum als geplant: Von alten Kraftwerken im Ruhrgebiet in Richtung Datteln. Eigentlich wollte Uniper 100.000 Haushalte im Ruhrgebiet mit Fernwärme beliefern, aus seinem neuen Kohlekraftwerk Datteln 4.

    Pannen-Kraftwerk Datteln 4

    Wegen Fehlern im Genehmigungsverfahren und technischer Pannen ist das Kraftwerk immer noch nicht am Netz. Provisorische Maßnahmen zur Versorgung der 2.000 Fernwärme-Anschlüsse in Datteln hat Uniper jetzt ergänzt durch die Inbetriebnahme der 14 Kilometer langen Leitung. Dadurch können pro Stunde bis zu 600 Tonnen heißes Wasser fließen. Für Datteln ausreichend "bei den derzeitigen Außentemperaturen“, sagt eine Uniper-Sprecherin.

    In Zukunft Gaskraftwerke

    Der "Rückwärtsbetrieb“ ist von der Bezirksregierung Münster genehmigt worden. Er könnte zum Dauerzustand werden. Das Unternehmen Steag baut in Herne ein neues Gaskraftwerk. Auch Uniper plant ein Gaskraftwerk am Standort Gelsenkirchen, wo jetzt noch ein Steinkohlekraftwerk steht. Deren Kapazitäten seien ausreichend, sagt Reiner Priggen, Energieexperte der Grünen und Mitglied der Kohlekommission: "Datteln 4 ist von der Fernwärme her überflüssig.“ Uniper bestreitet das: Die Fernwärme aus dem neuen Kraftwerk sei auf Dauer unverzichtbar.

    Abschaltpläne für Kohlekraftwerke

    Anfang Januar will die Kohlekommission vorschlagen, bis wann die Kohlekraftwerke in Deutschland vom Netz gehen sollen, gegen Entschädigung für die Betreiber. Auch Datteln 4 könnte, obwohl noch gar nicht in Betrieb darunter fallen.

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