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Demirbay-Transfer: Reicht das Gedächtnis bei Bayer Leverkusen nicht zurück bis ins Jahr 2015?

Kerem Demirbay im Jahre 2015 als Düsseldorfer. Quelle: Wikipedia, Foto: Fuguito, Lizenz: CC BY-SA 3.0

Fußballprofi Kerem Demirbay steht laut übereinstimmenden Medienberichten in der Bundesliga unmittelbar vor einem Wechsel von 1899 Hoffenheim zum Konkurrenten Bayer 04 Leverkusen. Der Werksklub nutzt dem Vernehmen nach eine Ausstiegsklausel im Vertrag des Mittelfeldspielers. Die Ablösesumme soll bei gut 30 Mio. Euro liegen. Der (ehemalige) deutsche Nationalspieler wird am Rhein offenkundig einen gut dotierten Fünfjahresvertrag erhalten.

Soweit eigentlich kein großer Aufreger. Bei Leuten mit einem halbwegs funktionierendem Langzeitgedächtnis, da löst der Name Demirbay allerdings einiges an Stirnrunzeln aus. Da war doch mal was? Richtig!

Als Demirbay vor rund vier Jahren noch in Diensten der Fortuna aus Düsseldorf stand, da war er in einen mehr als unschönen Eklat verwickelt.

Wegen eines extrem frauenfeindlichen Spruchs gegen Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus im Jahre 2015 wurde der Spieler Kerem Demirbay vom DFB-Sportgericht u.a. zu einer empfindlichen Sperre von fünf Spielen (zwei davon auf Bewährung) verurteilt.

„Frauen haben im Männer-Fußball nichts verloren“, hatte der Spielmacher des damaligen Zweitligisten dem Vernehmen nach zu Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus gesagt, als die ihn im Auswärtsspiel beim FSV Frankfurt vom Platz stellte. Steinhaus fertigte daraufhin einen Sonderbericht an den DFB nach dem Spiel an, was den Stein dann so richtig ins Rollen brachte.

Der Ruf von Demirbay war bei vielen Fußballfreunden endgültig ruiniert, als er kurz darauf bei der von Vereinsseite aus neben einer Geldbuße von 10.000 Euro angedachten ‚Strafe‘ ein Mädchenspiel als Schiedsrichter leiten zu ‚müssen‘ ausgerechnet in edlen Designerklamotten auf den Platz auflief.

Der damalige Zweitligist Fortuna postete dazu ungeschickt auf seiner Facebook-Seite: „So geht Fortuna damit um, wenn ein junger Spieler einen Fehler macht!“ Und erntete daraufhin ebenfalls einen heftigen Shitstorm!

Viele Beobachter machten die Aktion in den Sozialen Netzwerken regelrecht nieder. Vor allem Demirbays unpassendes Outfit stieß ihnen dabei übel auf. „Peinlich!, „Dämlich!“, „Unglaubwürdig!“ Die Liste der Kritik war lang. Ein weiteres PR-Desaster rund um den Profi war perfekt.

Nun, offensichtlich heilt die Zeit auch im Profifußball viele Wunden. Jetzt, gut dreieinhalb Jahre später, wird der Kicker offensichtlich zum neuen Rekordtransfer von Bayer 04 Leverkusen, ist den Verantwortlichen der Werkself mehr als beachtliche 30 Mio. Euro alleine an Ablöse wert.

Viele reden ja immer von der angeblich so großen Bedeutung der Charaktere der einzelnen Spieler, die es stets zu beachten gilt, wenn es für einen Klub darum geht sich einen möglichst erfolgreichen Kader für die Zukunft zusammenzustellen.

Ob man sich in Leverkusen schon nicht mehr an das Jahr 2015 erinnern kann? Oder nimmt man so etwas dabei bewusst in Kauf? Beides wäre mehr als bedenklich, wie ich finde!

 

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9 Kommentare zu “Demirbay-Transfer: Reicht das Gedächtnis bei Bayer Leverkusen nicht zurück bis ins Jahr 2015?

  • #1
    Jürgen

    Hr. Patzwaldt, was möchten Sie mit diesem Artikel erreichen bzw. aus welcher Intention heraus haben Sie diesen Artikel geschrieben?

  • #2
    Klaus Lohmann

    Dem Völler-Rudi wird schon was noch peinlicheres zur Begründung einfallen, warum die Pillen diesen Unflat gekauft haben. Vielleicht sowas wie "Geht doch zum Frauenfußball, wenn ihr keine richtigen Kerle ab könnt!" (in Anlehnung an sein "Pfeif doch Frauenfußball, du pfeifst jeden Mückenstich!" aus 2011 zu Schiri Aytekin).

  • #3
    Robin Patzwaldt Beitragsautor

    @Jürgen: Ich möchte eine Diskussion anregen. Wie fast immer, wenn ich hier über die aktuellen Geschehnisse im Profifußball schreibe.

  • #4
    Sascha Koch

    Warum wird das jetzt zum Thema gemacht? In seiner ganzen Hoffenheimer Zeit und noch nicht einmal als er zum Nationalspieler wurde, war das ein Thema. Jetzt kommt der Wechsel und man muss wieder irgendwas heraus kramen was beinahe 4 Jahre her ist. Meines Wissens nach ist er seitdem nie wieder auffällig geworden also warum stempelt man jetzt jemanden aufgrund eines Fehltritts zum Problemprofi ab?

  • #5
    Jürgen

    @#3: was für eine Diskussion? Eine Diskussion darüber, wie lange man Personen blödsinnige Aussagen hinterhertragen sollte? Das ist aus meiner Sicht Blödsinn und fragwürdig. Denn es geht in die Richtung, bei jeder passenden/unpassenden Gelegenheit einer beliebigen Person tatsächliche oder vermeintliche schändliche Taten/Aussagen/Gedanken ohne einen sachlichen Zusammenhang vorzuwerfen, um diese zu diskreditieren. Wo bitte besteht jetzt ein direkter Zusammenhang zwischen dem anstehenden Vereinswechsel von Kerim Demirbay und seiner Aussage von vor vier Jahren?

  • #6
    Robin Patzwaldt Beitragsautor

    @Sascha Koch: Es geht dabei doch nicht darum jemandem ‚abzustempeln‘, sondern um die grundsätzliche Frage, ob man um einen Spieler mit einer solchen Vergangenheit herum (immerhin wird er offensichtlich der neue Rekodtransfer in Leverkusen) wirklich einen Kader aufbauen möchte/sollte. Kann man ja zumindest mal drüber diskutieren, oder? Merkwürdiger Weise wurde das bisher, meines Wissens nach, im Zusammenhang mit dem aktuellen Fall noch gar nicht thematisiert. Und daher der heutige Beitrag dazu hier im Blog. Ich finde das nämlich durchaus sehr diskutabel. 🙂

  • #7
    Jürgen

    @#6: Moment, wir dann Marco Reus demnächst mit einem solchen Denkanstoßartikel gewürdigt, wenn er zum Führungsspieler in der Nationalmannschaft wird? Bezogen auf die Schwere des Vergehens von Hr. Reus, anscheinend längere Zeit ohne Führerschein unterwegs gewesen zu sein (540.000 EUR Strafe), müsste ein solcher Artikel doch schon längst vorbereitet sein?

    Wie #4 Sascha Koch bereits geschrieben hat, ist in den letzten vier Jahren von Hr. Demirbay wieder eine solche Äußerung getätigt worden?

    Um es klar zu sagen, ich halte solche Artikel, mit denen man doch nur etwas "thematisieren" möchte, selber für absolut diskutabel. Denn letztlich findet man bei jeder Person, die im öffentlichen Fokus steht, etwas in ihrer Vergangenheit, das sich "thematisieren" lässt, unter welchem Aspekt auch immer.

  • #8
    Robin Patzwaldt Beitragsautor

    @Jürgen: Die Personalie Reus wurde hier auch schon diskutiert. Mehrfach sogar. Einfach mal durch das Blog-Archiv schauen. Hier nur ein Beispiel: https://www.ruhrbarone.de/marco-reus-ist-die-logische-wahl-als-bvb-kapitaen-und-belegt-zugleich-das-problem-des-klubs/157175

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