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Der angekündigte große Tag der Abrechnung mit der Corona-Politik in diesem Lande blieb aus!

Das vorläufige amtliche Endergebnis der Bundestagswahl 2021 liegt inzwischen seit ein paar Stunden vor. Deutschland steht demnach vor besonders spannenden Koalitionsverhandlungen und danach womöglich vor großen politischen Veränderungen. Da sind sich alle Beobachter soweit völlig einig.

Viele Politiker und Bürger diskutieren daher aktuell über die konkreten Auswirkungen der Wahl auf unser Land. Doch ein Thema spielte in den vergangenen Stunden dabei erstaunlicher Weise fast gar keine Rolle, obwohl sich besonders lautstarke, teilweise sogar handgreiflich werdende Kräfte seit Monaten mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln darum bemüht hatten, diese Wahl sogar zu einem regelrechten Tag der Abrechnung mit der verhassten Politik der Vergangenheit machen wollten.

Die Corona-Pandemie, die uns alle seit Frühjahr 2020 tagtäglich in Atem hält, wurde am Wahlabend kaum einmal erwähnt.  Aus der geplanten großen Abrechnung der Querdenker-Szene und Corona-Leugner ist offenkundig nichts geworden.

Zwar verlor die Union, die mit Gesundheitsminister Jens Spahn eines der großen Aushängeschilder der zuletzt in diesem Lande praktizierten Corona-Politik in ihren Reihen hat, beachtliche acht Prozent in der Wählergunst und droht dadurch die Regierungsverantwortung in diesem Lande demnächst zu verlieren, eine Abstrafung für den Umgang mit dem Virus war dies jedoch keinesfalls.

Alle großen Wahlsieger des gestrigen Abends, also namentlich zu nennen seien hier die Grünen, die FDP und die SPD, verfolgen in sachen Corona im Kern einen grundsätzlich ähnlichen Ansatz, konnten weite Teile der praktizierten Pandemiebekämpfung der vergangenen Monate zumindest im Kern mittragen. Impf- und Maskenverweigerer sucht man hier jedoch vergeblich.

Sollte Jens Spahn also demnächst, nach einer Verbannung der Union in die Opposition, nicht mehr Gesundheitsminister in Berlin sein, es käme in Deutschland trotzdem zu keiner grundsätzlichen Abkehr von seinem praktizierten Umgang mit dem Virus.

Ganz im Gegenteil: Würde zum Beispiel SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach zum Nachfolger im Gesundheitsministerium ernannt, es könnte sich sogar ein noch vorsichtiger, um nicht zu sagen ‚strengerer‘ Umgang mit der Pandemie einstellen. Für die Leute, die Lauterbach zuletzt bedrohten, sein Abbild auf Demonstrationen sogar im Fadenkreuz zeigten, sicherlich ein Albtraum.

Impf- und Maskenverweigerer, sowie sonstige radikale Kräfte, die sich in den vergangenen Monaten stets besonders lautstark im Netz und auf den Straßen unseres Landes tummelten, sich ihren Worten nach sogar für mehrheitsfähig hielten, spielten bei der Bundestagswahl 2021 jedenfalls allesamt so gut wie keine Rolle, kamen in der Wahlanalyse mit diesem von ihnen maximal gepushten Thema auch nicht wirklich zu Wort.

Die AfD, die im Bundestag sehr häufig mit massiver Kritik an der praktizierten Corona-Politik der Bundesregierung auffiel, verlor sogar leicht an Zustimmung. Kleinparteien wie ‘DieBasis’, spielten erst gar keine Rolle. Der Wahlsonntag war also vieles, aber kein Tag der Abrechnung mit der aktuellen Corona-Politik in Deutschland!

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6 Kommentare zu “Der angekündigte große Tag der Abrechnung mit der Corona-Politik in diesem Lande blieb aus!

  • #1
    Adrian E.

    Tatsächlich dürften Querdenker und Corona-Rebellen einen verschwindend kleinen Teil der Bevölkerung repräsentieren, obwohl ihnen JoirnalistInnen sehr viel Aufmerksamkeit widmen. Sicher wird es bei vielen Maßnahmen einen gewissen Prozentsatz von GegnerInnen geben, sowie sicher ein gewisser Prozentsatz jeweils für stärkere oder konsequentere Maßnahmen in einem Bereich wäre. Aber die Idee, dass ein bedeutender Teil der Bevölkerung Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie ablehnt, das als eine sehr wichtige politische Frage sieht und will, dass man das SARS-CoV2-Virus ungebremst zirkulieren lässt und Impfungen nicht fördert, ist nun ziemlich eindeutig widerlegt, anders wäre es nicht zu erklären, dass Die Basis völlig irrelevant bleibt und die AfD nicht dazugewinnt, sondern ein wenig verliert. Es ist zu hoffen, dass die JournalistInnen künftig nicht mehr so extrem viel über die kleine Minderheit von QuerdenkerInnen berichtet.

  • #2
    ccarlton

    Minus 8,9% ist keine Abrechnung? Die FDP hat in Sachen Corona im Kern einen grundsätzlich ähnlichen Ansatz wie CDU, Grüne und fast der gesamte Rest?

    Zuviel Tagesschau konsumiert?

  • #3
    abraxasrgb

    Es soll auch Menschen gebe, die von Coronoia verschont geblieben sind. Der Autor gehört ja nicht so unbedingt dazu 😉 Gibt wahrlich wichtigere Dinge im politischen Leben.

    Interessant finde ich hierzu, dass der Liebling der Hardliner, Söder, in Bayern das schlechteste Ergebnis der CSU seit 1949 eingefahren hat. Die Freien Wähler, deren Vorsitzender Aiwanger sich öffentlich für die persönchliche Impffreiheit ausgesprochen hat und dafür vom Posterboy der Coronazis grenzwertig diffamiert bzw. kritisiert wurde, haben mit 7,8 % einem satten Zuwachs von 4,4, mithin also in der Größenordnung der grynen Kobolde. Das ist doch ein erfreuliches Zeichen.

  • #4
    Robin Patzwaldt Beitragsautor

    Über manche Kommentare kann man sich nur wundern. Die Union hat gut 8 Prozent in erster Linie wegen ihrer Corona-Politik verloren? ernsthaft? Wieso haben SPD und Grüne dann gleichzeitig über 10 Prozent dazugewonnen? Und ‘Coronoia’? Ich? Bestimmt nicht! Wer meine Texte hier dazu in den vergangenen Monaten gelesen hat, weiss das auch, denke ich. Es waren doch die Querdenker, die das Thema so überhöht haben und zum Tag der Abrechnung beiu der Wahl aufgerufen haben. Ich fand die Vorgehensweise der etablierten politischen Kräfte durchaus ehrenwert. Fehler sind in so einer extremen Situation zu erwarten. Diese kann man kritisieren, aber im Großen und Ganzen war ich mit der Corona-Politik in diesem Lande bisher ganz zufrieden. Weniger zufrieden hingegen bin ich mit Impf-Muffeln und -Verweigerern, die jetzt das Ende der Pandemie unnötig hinauszögern…..

  • #5
    abraxasrgb

    Robin
    Im Übrigen bin ich der Meinung, dass die Schweden nicht ausgestorben sind 😉

    Ich wiederhole mich gerne: Die Überschrift widerspricht meinem ersten Satz … es gibt für die meisten Menschen wesentlich wichtigeres im Leben. Dazu gehört der gesamte Themenkomplex Coronoia (in Form der Hysteriker und und in Form der Leugner/ Aluhutträger)

    Die Pandemie wird nicht von dem Souverän, den Bürgern beendet: Irrtum!
    Zum Souverän gehören auch Menschen, die sich, bei fehlender gesetzlicher Impfplicht, legal und legitim, gegen eine Impfung entscheiden.
    Democracy is a bitch, sorry.
    Die "Epidemische Lage von nationaler Tragweite" wird von der Exekutive / Politik beendet. Die ist aber anscheinend kategorial anderer Meinung, als ihre Auftrag- und Mandatsgeber 😉
    Der nächste Tag der Wahrheit ist der 24. November (*erinner*)
    Bei frei florierenden Kriterien von einer extrem dummen Krisenkommunikation zu sprechen, erscheint mir als ein Euphemismus.

    Wenn es ein Bundesland gibt, in dem sich ein Einfluß der Coronoia auf das Wahlverhalten eventuell zeigen könnte bzw. meine Hypothese unterstützt, dass Coronoia vielen nicht als "kriegsentscheidend" erschien, dann ist das Bayern.

  • #6
    Arnold Voss

    Robin, gerade hat Norwegen die Corna Regeln komplett aufgehoben. Bei uns steigen die Inzidenzen (mal wieder) nicht so, wie die Berufsalarmisten es angekündigt haben und von einer realen Überlastungsgefahr des Gesundheitssystems ist weit und breit nichts zu sehen.

    Selbst Obervirloge und "Team Vorsicht" Guru Drosten spricht jetzt nur noch über bestimmte Regionen Deutschlands, die impfmäßig aufholen müssten und Karl – Ich warne also bin ich – Lauterbach ist gegen noch mehr Druck auf die Impfskeptiker, bzw. hält er das für konraproduktiv. Mit einem Satz: Es wird zurückgerudert was das Zeug hält.

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