Der BVB wäre verrückt, wenn er ausgerechnet Timo Werner nach Dortmund holen würde

Timo Werner (links). Quelle: Wikipedia, Foto: Эдгар Брещанов – soccer.ru, Lizenz: CC BY-SA 3.0

Beim BVB hat die Vereinsführung in den kommenden Monaten einen größeren Kaderumbruch ins Auge gefasst. Die Gründe dafür sind vielfältig. Neben dem vermuteten Abgang von Top-Stürmer Erling Haaland, spielt auch die vermeintliche Charakterschwäche einiger aktueller Spieler mit in diese Thematik hinein.

Viel zu häufig versagte die technisch hoch veranlagte Mannschaft zuletzt, entwickelte sich seit dem Abgang von Trainer Thomas Tuchel im Sommer 2017 bei sachlicher Betrachtung sportlich nicht wirklich weiter. Im besten Fall kann man von einer Stagnation reden.

Viel zu viele Mitläufer sind nach Meinung vieler derzeit im Kader der Schwarzgelben vertreten. Neben einigen hoffnungsvollen Jungspunden gibt es in Dortmund nicht viel. Der Borussia fehlt es an Führungsspielern mit Erfahrung, die internationales Format haben.

Und der sich abzeichnende Abgang des hyperehrgeizigen Haaland würde das Problem noch vergrößern. Logisch, dass der BVB deshalb in diesen Tagen darüber nachdenkt, wer zukünftig das Gesicht des Vereins über Jahre hinweg prägen, und das Team mit seiner Konstanz weniger Anfällig für sportliche Ausrutscher machen soll.

Vor diesem Hintergrund kann man ein Gerücht fast nicht glauben, das sich schon seit Wochen im Umfeld des Klubs hält und daher vermutlich doch eine gewisse Wahrscheinlichkeit mit sich bringt: Der beim FC Chelsea in London nur sporadisch zum Zuge kommende Nationalspieler Timo Werner soll bei den Westfalen eine Option für die Nachfolge von Haaland sein.

Ausgerechnet Werner zum BVB, der in der Vergangenheit häufig aufgrund seiner Einstellung in der Kritik war und es bis heute ist? Nicht zu fassen!

Wenn es darum geht eine Mannschaft mit charakterfesten, stabilen und sportlich noch entwicklungsfähigen Akteuren zu verstärken, kommt man als langjähriger Beobachter der Fußballszene sicherlich auf viele Namen, bevor einem irgendwann dann auch der Name Timo Werner in den Kopf käme.

Der 26-Jährige ist seit Jahren umstritten. Beim VfB Stuttgart, wo Werner bis 2016 aktiv war, ließ der damalige Coach Alexander Zorniger rückblickend zunächst kaum ein gutes Haar an Werner. Der Spieler präsentierte sich bei den Schwaben unreif, zu häufig egoistisch und insgesamt wenig zielstrebig, um zahlreiche Einschätzungen von damals hier noch einmal kurz zusammenzufassen.

Nach seinem Wechsel zu RB Leipzig präsentierte sich der Stürmer zunächst scheinbar gereift. Er agierte über Monate hinweg sportlich auf Top-Niveau, entwickelte sich zu einem der stärksten Stürmer der Liga. Ein kolportierter Wechsel zum FC Bayern München zerschlug sich jedoch, wohl auch deshalb, weil der Rekordmeister erhebliche Zweifel daran hatte, ob Werner am Ende das Format für die Münchener hätte.

Es folgte stattdessen 2020 Werners Abgang nach England, wo sich der Stürmer dem ‚Geldklub‘ FC Chelsea anschloss. Dort gelang es Timo Werner abermals nur teilweise zu überzeugen. Häufig wurde über ihn als Chancentod und große sportliche Enttäuschung berichtet. Wirklich ins Rollen kam der Stürmer dort nie, hat in dieser Saison lediglich 14 Einsätze und ein Tor in der Premier League vorzuzeigen.

Jetzt, wo der Verein in finanzielle Not zu geraten droht, nachdem der russische Geldgeber Roman Abramovich sein ‚Spielzeug‘ verkaufen muss/soll/will, steht Werner angeblich vor einem neuerlichen Wechsel im kommenden Sommer.

Dass ausgerechnet der BVB seit Wochen als einer der möglichen zukünftigen Arbeitgeber des seit Jahren umstrittenen Angreifers gilt, mag man als BVB-Anhänger gar nicht glauben. Und 40 Millionen Euro Ablöse? Nicht ernsthaft, oder?

Werner mag ein talentierter Spieler sein, doch hat er in den vergangenen Jahren fortgesetzt gezeigt, dass er keinesfalls das Zeug hat einen Erling Haaland in Dortmund zu beerben. Weder von der sportlichen Klasse, noch von seiner Einstellung her. Es wäre daher großen Teiles des Anhangs der Schwarzgelben garantiert nicht zu vermitteln, sollte ausgerechnet er im Sommer ins Ruhrgebiet wechseln, wo man seit jeher Kämpfer und charakterstarke Spieler schätzt… Man kann nur hoffen, dass die Dortmunder Vereinsführung das auch weiß.

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4 Kommentare

  1. #1 | Manni sagt am 29. März 2022 um 19:47 Uhr

    "Ausgerechnet Werner zum BVB, der in der Vergangenheit häufig aufgrund seiner Einstellung in der Kritik war und es bis heute ist?"

    Nur unter äußerstem Einsatz von Gehirnschmalz ist das zu verstehen. Dann vielleicht erschließt sich auch die tiefere Logik dahinter.
    Ich kenne Timo Werner als einen sehr schnellen und wendigen Stürmer, der sseine Leistung dann bringt, wenn ihn die Mannschaft mitreisst und gewissermaßen mitträgt. Sonst reisst er nichts. Daher würde er bestens zum BVB'22 passen, wewil: dort macht er niemandem den Stammplatz streitig.
    Und damit wäre für Friede, Freude, Eierkuchen im Kader gesorgt.

  2. #2 | Italien hat es geschafft: Boykott der umstrittenen Fußball-WM in Katar auf elegantem Weg | Ruhrbarone sagt am 29. März 2022 um 20:53 Uhr

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  3. #3 | BVB demonstriert bei Rückkehr der Ultras, wie weit er sich ohne sie zurückentwickelt hat | Ruhrbarone sagt am 3. April 2022 um 11:00 Uhr

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