Der FC Schalke 04 ist und bleibt ein Rätsel!

Unerwartete 2:4-Niederlage für den FC Schalke 04 gegen Darmstadt. Foto: Michael Kamps

Was fällt einem denn aktuell noch zum FC Schalke 04 ein? Schwer zu fassen, was da gerade wieder einmal bei den Gelsenkirchener Profikickern abgeht. Da verteidige ich den Klub und seinen Trainer Dimitrios Grammozis in der Vorwoche noch gegen allzu schnelles Krisengerede, nachdem der Zweitligist nach der 0:1-Niederlage im DFB-Pokal bei 1860 München und einer weiteren Pleite in der Liga mit dem gleichen Ergebnis gegen den FC Heidenheim schon wieder ins mediale Sperrfeuer zu geraten schien, und dann verlieren die Knappen auch das folgende Pflichtspiel daheim gegen Darmstadt 98 auf ziemlich peinliche Art und Weise mit 2:4.

Es gibt also viel zu Grübeln auf Schalke, in der nun anstehenden Länderspielpause.

Eigentlich schienen die Königsblauen nach dem unterhaltsamen und durchaus hochklassigen 3:0 gegen Dynamo Dresden vor zwei Wochen auf einem sehr guten Weg zu sein. Nach schwachem Start in die Saison 2021/22 auf Platz drei der Tabelle vorgerückt, mit einem Torjäger Simon Terodde in Top-Form in den eigenen Reihen, schien der Weg in Richtung Wiederaufstieg vorgezeichnet.

Jetzt, zwei Wochen und drei Niederlagen in Serie weiter, stellen sich tatsächlich wieder viele kritische Fragen. Auch der Trainer kann sich den Debatten immer schlechter entziehen. Auch wenn ich eine Debatte um den Job von Grammozis noch immer für verfrüht halte, bleibt doch festzuhalten, dass die Pleite im DFB-Pokal bei 1860 dem Kader doch einen größeren Schaden zugefügt zu haben scheint, als es zunächst anzunehmen war.

Wer gegen Darmstadt 98 sein Heimspiel verliert, der hat es schwer höhere Ansprüche im Fußballunterhaus anzumelden. Zumal dann, wenn die spielerische Leistung so mager ausfiel, wie die der Schalker am Sonntagmittag. Selbst die Fans, die einmal wieder ihr bestes gaben, konnten der Mannschaft nicht den notwendigen Schwung verleihen, um zumindest die Niederlage gegen die keinesfalls übermächtigen Hessen zu verhindern.

Vier Gegentore gegen eine maximal durchschnittliche Zweitligamannschaft, dazu im heimischen Stadion, das ist schlicht nicht zu erklären. Waren die beiden Rückschläge zuletzt bei 1860 und in Heidenheim noch unter der Kategorie Betriebsunfall zu verbuchen, kann über die jüngste Heimpleite nicht so einfach hinweg geschaut werden.

Es wird viel analysiert werden müssen in Gelsenkirchen in den kommenden zwei Wochen. Will man in Zukunft wieder mehr Ruhe für die täglicher Arbeit gewinnen, müssen entscheidende Dinge verändert werden. Das ist Fakt. Das die Mannschaft deutlich mehr kann als zuletzt abgeliefert, das hat sie unter anderem gegen engagierte Dresdener in der Arena gezeigt.

Spiele wie das gegen Darmstadt darf es nicht mehrere Male in Serie geben. Ansonsten dürfte der Job des Coaches tatsächlich schon bald sehr kritisch hinterfragt werden. Und diese unschöne Debatten ließen sich dann auch nicht mehr so einfach wegdrücken, wie das in der Vorwoche nach dem Rückschlag in Heidenheim der Fall war.

Gerade die Heimspiele sind für einen Aufstiegsaspiranten im Normalfall allesamt Pflichtsiege. Sonst werden die hoch gesteckten Saisonziele in unerreichbarer Ferne bleiben. Und das gilt so selbstverständlich auch nicht nur für Schalke…

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5 Kommentare

  1. #1 | Heinrich Thüer sagt am 7. November 2021 um 16:03 Uhr

    Die Analyse der Schalker Misere teile ich, die Mannschaft spielt deutlich unter dem Niveau ihrer einzelnen Spieler. Aber die Lilien sind mehr als Ligadurschnitt und in dieser Form eine Aufstiegskandidatin. Darmstädter Freunde erzählen, dass man über den Abgang des überehrgeizigen Grammozis recht froh und begeistert von seinem Nachfolger Lieberknecht sei.

  2. #2 | Bochumer sagt am 10. November 2021 um 09:48 Uhr

    Läuft alles nach Plan, einfach zurücklehnen und genießen. Hehe.

    Nach elf Jahren zweite Liga kann ich nur sagen: Es gibt keine durchschnittlichen Zweitliga-Mannschaften. In dieser Liga kann jeder jeden schlagen, jeder absteigen und jeder aufsteigen. Sportlich ist das einfach geil, viel spannender als die dröge erste Liga. Noch schlimmer sind nur die internationalen Wettbewerbe.

  3. #3 | zft sagt am 11. November 2021 um 20:31 Uhr

    > Sportlich ist das einfach geil, viel spannender als die dröge erste Liga.
    @Bochumer: Genau so!
    Bin Schalker und von den letzten Jahren echt gefrustet. Seit dem Abstieg macht das drumherum zumindest wieder Spaß und bei aller heulerei, Schalke Spielt zumindest partiell wieder Fußball.

    Ach und @Bochumer: Glückwunsch zum Aufstieg!

  4. #4 | Beim FC Schalke 04 deutet sich ein Drama an! | Ruhrbarone sagt am 21. Januar 2022 um 09:20 Uhr

    […] ein halbes Jahr nach dem Abstieg aus der Fußball-Bundesliga tut sich der FC Schalke 04 im Unterhaus schwer. Schwerer zumindest, als es viele zu Saisonbeginn gedacht hätten. Zwar liegt der Klub aus […]

  5. #5 | Überraschende Trennung von Trainer Grammozis muss allen auf Schalke große Sorgen bereiten | Ruhrbarone sagt am 6. März 2022 um 16:44 Uhr

    […] überrascht dann in Anbetracht der tabellarischen Lage schon. Es war doch klar, dass es eine komplizierte Mission werden könnte, den Traditionsklub nach einem völligen Umbruch im Kader im vergangenen Sommer […]

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