Die Krisen hinter der Krise: Wie Corona nicht nur die Menschen, sondern auch die Gesellschaft infiziert

„Stay home, stay safe.“ Foto: Brinacor Lizenz: CC BY-SA 4.0

Keine Frage, die Maßnahmen, die die deutsche Regierung gegen die weitere Ausbreitung des Corona Virus in Gang gesetzt hat, sind der medizinischen Lage angemessen. Wie es damit weiter geht, wird die wissenschaftliche und politische Debatte ergeben, die hinter den beiden strategischen Grundrichtungen der Pandemiebekämpfung, nicht erst seit Covid 19, besteht: konsequente Eindämmung oder regulierte Ausbreitung.

Wahrscheinlich wird es bis zur Zulassung geeigneter Gegenmittel eine der jeweiligen überprüfbaren Zahlenlage entsprechend abgestufte und schubweise Mischung aus beidem geben, denn beide Positionen sind nicht nur fachlich seriös begründbar, sondern sowohl wissenschaftlich als auch politisch in der öffentlichen Diskussion vertreten. Das ist gut so, denn auch in der Krise muss es in einem demokratisch verfassten Staat einen ergebnisoffenen Streit über alternative Vorgehensweisen geben.

Mir geht es hier jedoch nicht um die medizinische und pandemische Seite von Corona, sondern um die gesellschaftlichen Krisensymptome, die die Bekämpfung des zweifellos gefährlichen Virus mittlerweile auch gezeitigt hat. Erscheinungen, die offensichtlich nicht mir nichts dir nichts aufgetreten sind, sondern selber auf latenten soziopolitischen und kulturellen Krisen basieren,  und mich mindestens so erschrocken haben, wie das Virus selbst.

Die strukturelle Verlogenheit der öffentlichen Debatte

Es stimmt nicht, wenn nicht nur die europäische Kommissionspräsidentin behauptet, dass wir von einer völlig unbekannten Gefahr überrumpelt worden sind. Mutierte Viren und ihre epidemische Ausbreitung sind fester Bestandteil des fachlichen Wissens unserer Experten und unserer kollektiven Geschichte. Die Wahrheit ist, dass die Regierung, die jetzt Covid 19 beherzt und entschlossen bekämpft, zum großen Teil aus den gleichen Leuten besteht, die  genauso entschieden die dazu schon 2013 vorliegenden dringenden Empfehlungen der Fachleute, zum aktuellen Nachteil aller, missachtet hat.

Die Wahrheit ist auch, dass die Menschen, die jetzt von den politisch und ökonomisch Verantwortlichen für die Bekämpfung von Covid 19 als „systemrelevant“ erkannt und über den Klee gelobt werden, das auch schon die ganze Zeit vorher waren. Nur das  IHRE Sicherheitsbedürfnisse und IHRE Forderungen nach einer entsprechenden Entlohnung einen Teil dieser Eliten nicht im Geringsten interessiert haben. Im Gegenteil ihre Forderungen wurden, wie z.B. beim Mindestlohn und bei der Abschaffung der Leiharbeit, systematisch von ihnen bekämpft.

Es geht bei Covid sehr wohl um Leben und Tod. Aber Krankheiten und Desaster sorgen auf dieser Welt immer schon für unvorhergesehenes und unfreiwilliges Ableben, in jedem Alter und überall ein Drama und sind ein großes Leid für die Sterbenden und ihre Hinterbliebenen ist. Insgesamt satte  Gesellschaften, wie die unsrige, haben nur verlernt damit umzugehen. Insbesondere wenn, wie es im größten Teil der Welt sekündlich passiert, damit auf Grund knapper Mittel sogar Leben gegen Leben abgewogen werden muss.

Ein großer Teil der politisch und ökonomisch Verantwortlichen, die das lobenswerterweise jetzt in Deutschland und Europa mit allen Mitteln verhindern wollen, haben allerdings in ihren eigenen Ländern genau die infrastrukturellen und personalen Reserven, die dazu absehbar notwendig gewesen wären, nicht nur nicht ausreichend aufgebaut, sondern ihre Aufbau systematisch verhindert. Oder sogar – mit Ausnahme von Deutschland – den Bestand massiv runtergefahren, bzw. kaputt gespart. Aber auch in unserem Land gab es ähnliche Reduktionspläne von denselben Ministern und Institutionen, die jetzt als Corona Fighter und Problemlöser gefeiert werden.

Die stille Sehnsucht der Mitte nach Führung, Ordnung und Sicherheit

Nicht, dass Ordnung und Sicherheit nicht wichtige Bestandteile jedes gesellschaftlichen Zusammenlebens sind und es auch in demokratischen Staaten Führung im Sinne von Entscheidungs- und Durchsetzungsfähigkeit geben muss. Erst recht in Krisenzeiten. Aber es gibt, von Land zu Land verschieden, einen Grad an vorauseilendem Gehorsam und Ordnungslust, der in Deutschland immer noch, und gerade in der sogenannten Mitte, besonders ausgeprägt zu sein scheint.

Die, die z. B. schon immer das „Herumlungern“ weniger angepasster und/oder jüngerer Menschen im öffentlichen Raum für „asozial“ gehalten haben, befinden sich Dank Corona in ihrem als Besorgtheit getarnten Denunziantentum auf einmal auf der Seite von Recht und Ordnung wieder. Das von ihnen schon immer, wegen seiner unüberschaubaren und wohlmöglich drogenaffinen Menschenansammlungen, verweigerte Nachtleben, wird per Virus endlich zu dem, für das sie es immer schon gehalten haben: Eine Gefahr für die Gesundheit und Sicherheit aller.

Viele der verbeamteten oder sonst wie staatliche alimentierten semiintellektuellen Akademiker können z.B. ihre tiefe, bislang aber eher stille Verachtung von Fußball Fans, nicht mehr zurückhalten, die immer noch ihre hautnahen und damit epidemisch zweifellos gefährlichen Massenveranstaltungen vermissen. Dank Corona können sie endlich auch öffentlich herausbrüllen, dass es sich bei denen  durch die Bank um bildungsferne Prolos handelt, die überbezahlten Sportprofis in niedrigstem Brüllgesang zujubeln. Die Besucherelite in den Luxuszuschauerbereichen natürlich ausgenommen.

Selbst überzeugte Liberale und linke Sozialdemokraten finden z.B., ob ihrer eigenen Ängste, jetzt den bayerischen Regionalfürsten Söder toll. Einen Politiker, der in seinem vorherigen Leben selten durch linksliberale politische Positionen, dafür umso mehr durch joviale Großmannssucht aufgefallen ist, halten sie wegen seiner Corona Entschlossenheit sogar für kanzlerpotent. Für wen würde ein Teil der deutschen Mitte wohl schwärmen, wenn es eine charismatische, eloquente und durchsetzungsfähige Führungsfigur von Rechtsaußen gäbe, die, z.B. als Ministerpräsident, auch noch über genügend virologisches Wissen verfügte?

Die sachliche Intoleranz der Macher und ihrer Fans

Dass in jeder Krise, erst recht wenn sie das Ausmaß von Corona erreicht, die Stunde der Macher jeden Geschlechtes schlägt, ist aus der Natur der Sache nicht überraschend. Sie haben keineswegs auch nur Fans, die schon in normalen Zeiten die Demokratie für einen tendenziell ineffektive bis obsolete Regierungsform halten. Es sind auch und vor allem die ihre Befürworter, die aus gutem Grunde darauf angewiesen sind, dass Jemand an verantwortlicher Stelle die Krise entschlossen bekämpft. Ihre Fans bilden also insgesamt die Mehrheit der Bevölkerung, was ihre Durchsetzungsfähigkeit auch im Positiven erhöht.

Der Haken dabei ist allerdings, dass je mehr die Angst die betroffenen Menschen plagt, egal ob real begründet oder nur gefühlt, jede Kritik an diesen Machern nicht nur für noch mehr Angst, sondern zugleich für weniger Orientierung sorgt. Kollektive Orientierung und die damit verbundene Stressreduktion ist jedoch in als kollektiven empfundenen Gefahrensituationen neben der sachlichen Richtigkeit der Entscheidungen die zentrale politische Währung im demokratischen Austausch mit dem Wähler.

Ihre Gefährdung durch andere Meinungsäußerungen macht deswegen selbst ansonsten  besonnene und friedliche Mitbürger aggressiv, wie man in den sozialen Medien vielfältig verfolgen kann. Aber auch seriöse Medienleute fallen, jenseits der gebotenen „Fake News“ Bekämpfung,  in zensurhafte Äußerungen zurück, in dem schon die öffentliche Frage nach Alternativen und/oder die Publikation fachlicher Äußerungen anderer Wissenschaftsbereiche zur Corona  Bekämpfung als zu Zeit irrelevant oder sogar grundsätzlich für nicht veröffentlichungswürdig deklariert werden.

Selbst ein so seriöser Wissenschaftler wie der Chefvirologe der Berliner Charité, der bis vor kurzem noch jeden Tag für Millionen von Menschen Zwischenberichte auf Basis von nur zum Teil gesicherten Zahlen gegeben hat, fühlt sich bemüßigt, öffentlich den Zwischenbericht zur Vorort Analyse seines ebenso besonnenen Nachfolgers auf dem Chefvirologen Posten in Bonn,  als  zu früh und wissenschaftlich fragwürdig darzustellen. Was wiederum unvermeidlich zur Schwächung von dessen anderer wissenschaftlicher Position zum Lockdown geführt hat.

Die heimliche oder offene Freude über Kollateralschäden und -nutzen

Bei der näheren Betrachtung der möglichen Folgen von Corona über den Tag hinaus, die mittlerweile für viele Journalisten und sonstige schreibenden Denker zu einer Art großem Orakelspiel geworden ist, fällt dagegen eine andere Art der Intoleranz auf, die im Wesentlichen darauf basiert, dass vor allem nach Kollateralschäden und –nutzen für die jeweiligen politischen, sozialen oder ideologischen Gegner gesucht und diese mehr oder weniger genüsslich beschrieben werden.

Die Antikapitalisten z.B. entdecken wieder einmal, dass es hinter jeder Krise nur einen Hauptverursacher gibt: das System selbst. Die unbestrittene Tatsache, dass auch die Corona Pandemie sowohl bei ihrer gesundheitsgefährdenden bis tödlichen Wirkung als auch bei ihrer Bekämpfung nicht alle gleich und insbesondere die ärmeren Menschen und Länder trifft, übersieht allerdings systematisch den gewaltigen medizinische Fortschritt und die damit gegebenen Mittel der Krisenbekämpfung, den eben dieses System erzeugt hat.

Die Gegner der Grünen und/oder der Linken z.B. freuen sich, dass deren Umfragewerte sinken, weil Dank Corona endlich die wirklichen wichtigen Themen der Menschheit wieder auf der Agenda stehen: Technischer Fortschritt und wirtschaftliches Wachstum statt rigoroser und eigennütziger Umweltbedenken. Dabei ist die Klimakrise durch Corona nicht verschwunden. Und das politische Phänomen, dass in Krisenzeiten die Regierenden noch mehr als sonst im politischen Vorteil sind, ist so richtig wie nach der Krise in der Regel auch wieder vorbei.

Dieser eher offen vorgetragene und irgendwie nachvollziehbare Freude am Niedergang der jeweiligen politischen und/oder ideologischen Gegner steht einer eher heimliche bei den Zeitgenossen gegenüber, die an der „natürlichen“ Auslese die so ein Virus „unausweichlich“ mit sich bringt, Gefallen finden. Bei religiösen Kreationisten mutiert diese dann zur ebenso gewünschten und gerechten Strafe Gottes gegen die Versündigung an seinem Werk, während sie bei fundamentalistischen Naturaposteln und Ökologen zur unausweichlichen Strafe der Natur selbst wird, die quasi gegen die menschliche Ausbeutung zurückschlägt.

Keine Frage, wir sind nach wie vor eine Spezies, die den biologischen Gesetzen der Evolution unterliegt. Aber was alle drei Gruppen aus welchem Grund auch immer nicht wahrhaben wollen, ist die ebenso unbestreitbare Tatsache, dass wir auch die einzige Spezies sind, die sich gegen deren negative Seite systematisch und reflektiert zur Wehr setzen und die Natur gestalten kann. Vor allem aber das wir uns selbst eine zivilisatorische Würde gegeben haben, die für jeden von uns ohne Ausnahme gilt, und die deswegen auch die Maßgabe für den Umgang mit einem gefährlichen Virus wie Covid 19 sein muss.

Die Krise als Besserungsanstalt und Kitschproduzentin

Weniger problematisch als diese mehr oder weniger heimlichen Phänomene, aber trotzdem bedenklich,  ist eine sich mit dem medizinischen Infizierungsgrad immer weiter verbreitende und publikumswirksam ausgelebte kulturelle und soziale Stimmungsmache für das „Gute“ in und an der Krise. Für das „Heilsame“ am Erzwungenen und für das große neue „Wir“ dass sich durch Corona endlich einmal gegen die „Ichlinge“ und alle anderen sozialen und kulturellen Konsensverweigerer durchsetzen kann und muss.

Die Corona Krise wird dabei zu nichts weniger als zu einer weltweiten Besserungsanstalt hochgejazzt, die uns nach der Krise entsprechend auch auf einen besseren Weg in die Zukunft leiten wird. Sei es in eine ultimativ grüne, eine endlich religiös oder zumindest spirituell gänzlich durchtränkte, eine absolut friedliche und tief bescheidene, eine kulturell viel höhere und weisere und vor allem eine von jeder Unbill und von jedem Zank und Streit befreite Welt. Mit einem Satz: in die Welt des wahren neuen Menschen.

Dahinter steht die uralte und zweifellos große Idee der Läuterung durch Leiden, die schon individuell nur bei größter Anstrengung gelingt, aber geschichtlich als großkollektive Bemühung meistens in massenhafte menschliche Desaster geendet ist. Vorgetragen in mehr oder weniger plausiblen ganzheitlichen Weltdeutungen von oft redlich bemühten Zeitgenossen jeden Geschlechtes. Aber nichts desto trotz geprägt von einer systematischen Verdrängung oder einer notorischer Abgrenzung von und zu allem Widersprüchlichen, Bösartigen und aus der Natur der Sache Konflikthaften der bisherigen Menschheitsgeschichte.

Alles zusammen wird nicht nur in den sozialen Medien mehrheitlich mit kitschigen Bildchen und rührseliger Lyrik, wohlfeilen Durchhalteparolen und pathetischen Solidaritätsversprechungen garniert, die sich jedoch zur gnadenlosen Realität der viralen Infektion Verhalten wie ein Heftpflaster zum Wundfieber: Sie helfen allerhöchstens ideell. In Wahrheit nützen sie aber dem eigenen Gefühlszustand weit mehr als dem, was an wirklicher, dringend notwendiger und vor allem praktischer Solidarität erforderlich und geboten ist: Die materielle und finanzielle Unterstützung derer, die die eigentliche Arbeit im Kampf mit dem Virus leisten.

Derer, die nicht bezahlt zuhause bleiben können. Die nicht nur weiter sondern mehr und härter arbeiten müssen. Die im Gegensatz zu zwar schnell aber auch größtenteils blind verteilten Subventionen mit keiner angemessene Erhöhung ihrer meistens sowieso schon viel zu niedrigen Gehälter rechnen können. Derer, die als Mütter und Väter zuhause Homeoffice,  Kinderbetreuung und Nachbarschaftshilfe gleichzeitig leisten. Oder aber auch derer, die im Gegensatz zu Beamten und Angestellten im öffentlichen Dienst oder XXL Pensionären, bei Kurzarbeit oder Nichtarbeit per Entlassung erhebliche Einkommenseinbußen, oder bei dauerhaften Auftragseinbrüchen das existentielle Aus erfahren.

Die Wiederkehr von Volkserziehung und heimeliger Familienidylle als Krisenhilfe

Medial angerichtet wird das alles mit einem oft gut gemeinten Gebräu aus erziehungsbesessener und besserwisserischer Vorschriften- und Verhaltenslyrik, getarnt als Lebensratgeber jeder Couleur, sowie aus systematischer Angstmache vor einer unkontrollierbaren und gefährlichen Zukunft, die nur durch das unbedingte Zusammenhalten und nicht auch durch individuelle Kreativität, gegenseitige Kritik und vernünftigem öffentlichen Disput bewältigt werden kann.

Die sachlich erzwungene „Stay Home“ Parole wird dann ideologisch dazu benutzt, das familiäre Heim, möglichst auf dem Land und mit wohlverteilten Geschlechterrollen zum neuen, alten Ideal zu erklären. Das Basteln von Sicherheitsmaterial, das Profiprodukte nicht ersetzen kann, inbegriffen. Vermittels des zeitweise notwendigen grenzsetzenden „Social Distancing“ wird dann generelle Skepsis vor dem Fremden geschürt und dem städtisch Verdichteten und konfliktreichen Urbanen das sicher-harmonische Zuhause als besser soziale Umgebung entgegengestellt.

Als wenn für die Menschen, auch empirisch nachgewiesen, nicht in der häuslichen Nähe des Familien- und Bekanntenkreis eine viel größere Gefahr lauert als vor den Passanten auf der öffentlichen Straße. Als wenn im Schnitt nicht jeden dritten Tag auch in Deutschland eine Frau von ihrem Mann oder Freund umgebracht und noch viel öfter Kinder von ihren Angehörigen in der eigenen Wohnung gequält und misshandelt würden. Als wenn das alleinstehende Eigenheim mit ökolandwirtschaftlichem Nutzgarten eine machbare  städtebauliche Lösung für über 10 Milliarden Erdbewohner wäre.

Stattdessen wäre dringend eine ergebnisoffene Zukunftsdiskussion von Nöten, die keine ideologischen Scheuklappen kennt und auch in der Krise nicht vergisst, dass Menschenwürde nicht von Demokratie und Rechtsstaat getrennt werden kann. Dass ein Leben ohne, oder mit weniger Freiheit, zwar für eine Zeit unvermeidlich, aber deswegen erst recht keine menschengerechte Zukunftsvision sein kann. Dass ein Leben ohne Leben kein Leben ist, sondern Selbstmord aus Angst vor dem Tod.

Dir gefällt vielleicht auch:

3 Kommentare

  1. #1 | Berthold Grabe sagt am 16. April 2020 um 11:11 Uhr

    Allesrichtig, was hier steht. das perfide an der Sache ist jedoch, das dies grundsätzlich auch für das Gegenteil gilt, weil manche der Reaktionen eben genau auch die richtigen Korrekturen sein können.
    Es wird am Ende eine paar Fakten geben, die als korrekt festgestellt werden, die die Mehrheit der Bevölkerung überzeugt. Was weder bedeutet das sie korrekt sein müssen, noch das Gegenteil.
    Es geht darum welche Überzeugung sich durchsetzen wird.
    Wie der Autor auch mit Verweis auf die Vergangenheit schreibt, ist dabei nie gewährleistet, das dies auch die richtigen Überzeugungen sind.
    Was bleibt ist die Tatsache, das solche Einschnitte Veränderungen bringen, welche? Das ist die große Frage, an der sämtliche Schreiberlinge schon kräftig schreiben ohne das schon absehbar wäre, was sich am Ende durchsetzt.
    Auch ich habe meine Meinung dazu, aber ich halte es für unwahrscheinlich, das sich diese durchsetzen kann. Dafür ist sie nicht pauschal genug und das muss eine Meinung sein, will sie sich in einer völlig unkontrollierbaren und nahezu willkürlichen Medienlandschaft durchsetzen, bei der den Menschen die Meinungen, nach Maßgabe der Meinungsmacher, die sie haben dürfen täglich eingehämmert wird.

  2. #2 | Rainer Kroepsch sagt am 16. April 2020 um 11:14 Uhr

    Lieber Arnold,
    so viele kluge Gedanken in einem Essay.
    Fast jeden (Ab-) Satz könnte ich unterstreichen, ganz besonders:
    Die Krise als Besserungsanstalt und Kitschproduzentin
    und die Wiederkehr von Volkserziehung und Familienidylle!
    Rainer Kroepsch (Ex-Mann von "Helga")
    Dortmund

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Werbung