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Die Zukunft von Schalke-Nord hat begonnen

In der Glückauf-Kampfbahn wehen die blauen Fahnen wieder. Foto: Olivier Kruschinski

Die Stiftung „Schalker Markt“ knüpft an die Traditionen des Stadtteils an und will seine Zukunft gestalten. An diesem eisigen und kalten 24. Januar versammelten sich rund 200 Gäste in der ehrwürdigen Glückauf-Kampfbahn, um bei der Präsentation der Ziele und Arbeit der Stiftung dabei zu sein. „Wir hauchen der Schalker Seele an ihren Geburtsorten neues Leben ein“, brachte Initiator und Schalker Aufsichtsratsvorsitzende Clemens Tönnies das ehrgeizige Anliegen auf den Punkt. Unter den Gästen waren neben politischer Prominenz viele ehemalige Spieler wie Klaus Fischer, Martin Max, Olaf Thon und die Kremers-Zwillinge.

Die Stiftung will die Bedeutung des „FC Schalke 04 e. V.“ für Gelsenkirchen nutzen und dem Stadtteil neues Leben einhauchen. Nur wer die Vergangenheit kennt, kann die Gegenwart verstehen und die Zukunft gestalten. Schalke ist nicht mehr der Ort, der er einmal war. Auf dem lebhaften Stadtteil von damals liegt der Schatten wirtschaftlicher und sozialer Probleme. Straßen und Plätze sind keine öffentlichen Treffpunkte mehr, wo sich Menschen begegnen und austauschen.

Ab sofort werden 16 Fahnen auf der Haupttribüne der Glückauf-Kampfbahn wehen. So war es früher schon, als der FC Schalke 04 hier Fußball spielte. Bei Einbruch der Dunkelheit wird das Stadion, das von 1927 bis 1973 die Heimstätte des Vereins war, in könig-blaues Licht getaucht. Das soll symbolisch den Beginn eines Projektes begleiten, das sich große Ziele gesetzt hat. Der Schalker Eurofighter Mike Büskens ist im Beirat der Stiftung für die sozialen Belange zuständig: „Wir müssen für die Menschen vor Ort etwas tun. Die Stiftung steht für Visionen, aber für uns ist es wichtig, dass wir für die Menschen vor Ort möglichst schnell Dinge zum Positiven verändern.“

Gelsenkirchens Oberbürgermeister Frank Baranowski brachte die Denkmalschutzplakette am Stadion an. Er ist Beiratsmitglied der Stiftung und betonte: „Schalke ist ein Stadtteil, der Unterstützung braucht, aber den einen Schalter, den man umlegen muss, den gibt es leider nicht.“ Die Gäste konnten anschließend auf den Holzbänken der Tribüne ihren Platz einnehmen und lauschten den Klängen des Bergmannschor. Trotz der ausgegebenen Decken war das eine frostige Angelegenheit. Erwärmen konnte man sich da eher an den vorgestellten Ideen und Projekten.

In naher Zukunft wird der historische Eingangsbereich der Glückauf-Kampfbahn detailgetreu wieder errichtet. Die Brost-Stiftung unterstützt dieses Projekt mit 150.000 Euro. Außerdem wird ein königsblaues Lichtband über die Kurt-Schumacher-Straße führen, was die enge Verbindung von Stadtteil und Verein deutlich macht. Das Stiftungsgremium hat die Errichtung eines kleinen Museums ins Auge gefasst. Die geplanten Projekte sind in dem Leitbild der Stiftung zusammengefasst, das auf der Internetseite „stiftung-schalkermarkt.de“ abrufbar ist. „Die Idee, etwas für diesen Stadtteil zu tun und das alte Stadion wieder aufzumöbeln, ist vor zwei Jahren in mir gereift“, sagte Clemens Tönnies. „Wir haben hier einen verborgenen Schatz der Emotionen. Man findet hier auf einer ganz kurzen Strecke die gesamte Historie des FC Schalke 04. Etwas Vergleichbares hat kein anderer Verein in Deutschland.“

Die Tradition und die Leidenschaft des Fußballs sollen helfen, den Menschen neuen Mut zu machen und die Lebensbedingungen in Schalke zu verbessern. Der Anstoß ist gemacht.

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