2

Bochum: Discothek Matrix steht zum Verkauf

Konzert in der Matrix, hier die Band Factory Brains im März 2017 | Bild: Peter Hesse

Konzert in der Matrix, hier die Band Factory Brains im März 2017 | Bild: Peter Hesse

Mit über vier Jahrzehnten Clubgeschichte war die Matrix der dienstälteste Club in Bochum, denn die Rockpalast-Jahre von 1978 bis 2000 gehören in dieser Historie selbstverständlich dazu. Nun steht die Discothek zum Verkauf.

Gegründet wurde dieser Laden von dem ehemaligen Fußballprofi Rolf Blau, der neben Stationen bei Hertha BSC Berlin, Preußen Münster, Hannover 96 und St. Pauli ab 1978 beim VfL Bochum kickte. Im gleichen Jahr wurde der Mittelfeldspieler auf die stillgelegte Schultheiss-Brauerei im Stadtteil Langendreer aufmerksam, die in monatelanger Kleinarbeit zum Club umgebaut worden ist. Rolf Blau ist Fan von klassischem Hardrock, damals zierte ein überdimensional großes Cover vom ersten Rainbow-Album das Bistro des Rockpalastes. Die erste Band, die hier die lange Karriere als Live-Club einleitete, war die Wittener Hardrockband Faithful Breath.

Im Sommer 1998 bricht Rolf Blau seine Zelte in Bochum ab, wandert nach Brasilien aus und übergibt die Geschäftsleitung an Dirk Zimmer. Mit drei weiteren Hallen des Brauereikomplexes wird fortan die Disco neu ausgebaut und etwas später in „Matrix“ umbenannt. Den Aufwand, den Zimmer mit seinem Team über viele Jahre betreibt, ist riesig. Angefangen von der Eventplanung und Konzertbooking, über Promotion, Personalplanung bis hin zur Buchhaltung ist das ein sehr weites Feld. Was einst als „One-Man-Show“ begann, war zu Peak-Zeiten ein Unternehmen mit 10 Festangestellten, Auszubildenden und etwa 60 Teilzeitkräften. Das Aushängeschild dieses Clubs sind natürlich die vielen Live-Konzerte, von Antrax über Amon Amarth bis hin zu Zakk Wylde war die Matrix für die Heavy Metal Szene ein wichtiger Ankerpunkt. Auch die Gothic und Gruftie-Szene war hier zuhause.

Nun steht das Gebäude zum Verkauf bei Immoscout24.

RuhrBarone-Logo

2 Kommentare zu “Bochum: Discothek Matrix steht zum Verkauf

  • #1
    Manfred Michel

    Ich war früher Stammgast beim Rockpalast. Bekleidungsmässig galt da: Alles kann, nichts muss. Viele Rockmusiker und Freaks waren da. Einer ist bei dem Song, "Child in Times" von Deep Purple auf die Knie gegangen und hat mitgeschrien. Über die Preise konnte man nicht meckern. Es gab dort auch einen, "Ladies Day", was heute als extrem frauenfeindlich und sexistisch eingestuft wird. Für Grufties und Gothics gab es damals den Zwischenfall. Leider sind einige Rock- Ikonen wie Clapton oder Morrison aus politisch, ideologischen Gründen in Misskredit geraten. Aber davon haben sich richtige Rockmusiker noch nie beindrucken lassen.

  • #2
    Emscher-Lippizianer

    An den Vorsänger bei Child in Time kann ich mich auch noch erinnern. Ebenso an den Holländer, Schweine-Volker oder Uwe, der immer ein Wort, das heute der Zensur anheim fallen würde, rief. Dazu eine Pizzeria im Keller, die man über eine Besoffenenzentrifuge (=Wendeltreppe) erreichen konnte.
    Und dann hat Rolf von der Reinigungskraft bis zum schlechteren DJ alle gefragt, ob sie sich den Mühlstein nicht um den Hals legen wollen…. Der Rest ist "Gechichte"…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.