Dortmund: Nazis im Nieselregen

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Zur Zeit (16.00 Uhr) demonstrieren gut 90 Anhänger der Nazi-Partei „Die Rechte“ in Hör- und Sichtweite der Wohnungen von  Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau (SPD), NRW-Arbeitsminister Guntram Schneider (SPD) und der NRW-Landtagsabgeordneten Daniela Schneckenburger (Grüne).  In der von dem bekannten Nazi-Führer Christian Worch gegründeten Partei sammeln sich in NRW zahlreicher Mitglieder der  in diesem Jahr verbotenen Kameradschaften.

Unter die Anhänger der Worch-Partei hatte sich auch Hans-Jochen Voß von der NPD-Unna gemischt, der traditionell gute Kontakte zu den Nazis in Dortmund pflegt.

In Reden beschworen sie die Armut  des Ruhrgebiets und beklagen, dass „viele Kinder keine Geschenke unter dem Tannenbaum“ finden.  Ein Blick in die Geschichtsbücher zeigt indes, dass sich wohl auch beim letzten Weihnachtsfest unter NS-Herrschaft die Gabentische kaum vor Überlastung bogen: Weihnachten 1944 wird allgemein als ein recht karges Fest beschrieben.  Dann gab es noch ein paar Rücktrittsforderungen an die Politiker in Land und Bund.

An der Kundgebung „Der Rechten“ könnten auch mehrere Anhänger der neuen Nazi-Gruppe der „Identitären“ teilgenommen haben: Ein Plakat der Gruppe hing heute parallel zu den Nazi-Kundgebungen an einer Brücke an der B1 in Dortmund.

Protest gegen die Nazis gab es kaum: Keine 20 Personen hatten sich in der Nähe der Kundgebung am Wohnort von Daniela Schneckenburger, die im Winterurlaub ist, eingefunden.

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12 Kommentare

  1. #1 | Jutta sagt am 23. Dezember 2012 um 18:31 Uhr

    „Protest gegen die Nazis gab es kaum“

    Das find ich am traurigsten, hab aber auch gehört, dass sei garnicht erwünscht gewesen ?!?

  2. #2 | Stefan Laurin sagt am 23. Dezember 2012 um 19:36 Uhr

    @Jutta: Es war nicht erwünscht.

  3. #3 | Norbert sagt am 24. Dezember 2012 um 00:37 Uhr

    Von den drei Politikern nicht erwünscht oder von wem?

  4. #4 | Stefan Laurin sagt am 24. Dezember 2012 um 00:59 Uhr

    @Norbert: Sie haben sich auf diese Linie geeinigt und am Freitag gab es eine Veranstaltung in der Steinwache.

  5. #5 | Lotta sagt am 24. Dezember 2012 um 08:12 Uhr

    Kein Antifa-Camp erwünscht, keine Gegendemo erwünscht, DieRechte kann schalten und walten wie sie will, was ist denn auf einmal los in Dortmund ?

  6. #6 | Norbert sagt am 24. Dezember 2012 um 12:06 Uhr

    Eine Demo und Publikum und ohne Gegendemo wird hoffentlich auch dem döofsten Rechten irgendwann zu blöd …

  7. #7 | Links anne Ruhr (24.12.2012) » Pottblog sagt am 24. Dezember 2012 um 12:53 Uhr

    […] Nazis im Nieselregen (Ruhrbarone) […]

  8. #8 | Geiserich sagt am 24. Dezember 2012 um 14:24 Uhr

    Was soll denn der Vergleich des letzten Weihnachtsfestes unter NS Herrschaft 1944 mit dem des Jahres 2012 ?
    Meint er etwa die BRD würde 2013 untergehen?

  9. #9 | Stefan Laurin sagt am 24. Dezember 2012 um 16:12 Uhr

    @Geiserich: Die Bundesrepublik wird es noch lange geben, aber die Weihnachtskompetenz der Nazis ist nun einmal sehr gering.

  10. #10 | Helmut Junge sagt am 24. Dezember 2012 um 16:45 Uhr

    @Geiserich,
    dein Nahmensvorbild haben seinerzeit ähnliche Fragen gequält. Von Tunesien aus, hat er seinem Freund Attila immer wieder zugeredet, hier alles kaputt zu hauen. Stefan Laurin will mit seinem obigen Vergleich vermutlich nur andeuten, dass die armen Kinder nicht darauf hoffen können, von den hiesigen Neonazis Weihnachtsgeschenke zu kriegen. Vom Untergang der BRD war keine Rede. Mach dir da keine Hoffnung.
    Ich würde die BRD auch sehr vermissen.

  11. #11 | Geiserich sagt am 25. Dezember 2012 um 01:15 Uhr

    Hallo Stefan und Helmut,
    da haben Sie mich wohl falsch verstanden. Aber ich fand den Vergleich eher unglücklich.
    Frohe Weihnachten.

  12. #12 | Helmut Junge sagt am 25. Dezember 2012 um 11:28 Uhr

    @Geiserich,
    Kurzkommentare haben halt den Nachteil, häufig falsch verstanden zu werden.
    In dem Falle: Nix für ungut.

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