
Als Kind des Ruhrgebiets, das seit den 1970er-Jahren in dieser Region lebt, gehörte die verrohrte Emscher zu meinem Alltag. Fast egal, wo man hinkam – dieses verächtlich „Köttelbecke“ genannte Abwasserrohr gehörte irgendwie zum Leben dazu.
Deshalb war es auch für mich eine gute Nachricht, als vor einigen Jahren die Meldung die Runde machte, dass die Emscher – wenn auch für sehr viel Geld – zu großen Teilen renaturiert werden soll. So wohlwollend ich diese Neuigkeit damals auch zur Kenntnis nahm, so wenig habe ich mich in der Praxis über Jahre hinweg darum gekümmert. Immer wieder begegneten einem entsprechende Bauarbeiten, ohne dass ich sie intensiver in Augenschein genommen hätte.
Erstmals entdeckte ich dann vor einigen Jahren ein Stück der renaturierten, das heißt dort in erster Linie wieder offengelegten Emscher im Landschaftspark Duisburg-Nord. Hier hatte das Ganze mit Natur noch nicht wirklich viel zu tun – schließlich präsentierte sich der Fluss dort noch in einem offenkundig künstlichen Bett.
Doch immerhin: Hier sah die Emscher schon ungewöhnlich aus, präsentierte sich den Besuchern mit einem netten Grüngürtel am Ufer, Angler versuchten ihr Glück. Das kannte ich so aus meiner Erinnerung in Bezug auf die Emscher nicht. Ich war angetan von der verbesserten Situation.
Im vergangenen Herbst entdeckte ich dann anlässlich eines Sonntagsspaziergangs das sogenannte „Emscherland“ in Castrop-Rauxel, das mir so gut gefiel, dass ich es auch hier im Blog kurz vorgestellt habe. Erst kürzlich war ich wieder dort, erlebte den Park in der Nachbarschaft in vollem Grün und zeigte danach abermals einige Bilder von dort hier bei den Ruhrbaronen.
Am heutigen Sonntag folgte dann der nächste Streich: Ich besuchte die umgebaute Emscher zwischen Dortmund-Mengede und Dortmund-Deusen. Dort bin ich im Laufe der vergangenen Jahre dutzende Male vorbeigekommen, sah auch dort über Jahre hinweg die Bagger rollen – doch näher angeschaut habe ich mir das Ganze dort nie. Bis heute.
Und ich muss sagen: Was ich dort sah, war vielleicht die positivste Überraschung, die ich in Sachen Emscherrenaturierung bisher erlebt habe. Ich hatte keine großen Erwartungen an meinen Besuch, entdeckte dann aber ein Kleinod, das in den nächsten Jahren sicherlich noch an Attraktivität gewinnen wird. Das war endlich mal unbestritten gut angelegtes Geld.
Ich werde in den kommenden Jahren wohl noch häufiger auf Entdeckungstour an der „neuen Emscher“ gehen. Es scheint sich zu lohnen …








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