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Eier gegen Google-Verweigerer

In Essen haben angebliche Google-Fans rohe Eier  auf Häuser geworfen, die bei Streetview nur gepixelt zu sehen waren. Gehts noch?

Herr, wirf Hirn vom Himmel:

Mehrere Reihenhäuser in Bergerhausen sind in der Nacht aus Samstag mit Eiern beworfen worden. Das berichten Anwohner. An die Briefkästen der Häuser klebten die Täter Zettel mit der Aufschrift „Google’s cool“ („Google ist cool“). Offenbar suchten sie sich ausschließlich solche Häuser aus, die im Panorama-Dienst „Google Street View“ unkenntlich gemacht worden waren.

Die Meldung steht auf der Westen. Früher wurde so etwas ja aus allen möglichen Gründen gemacht. Eier flogen schon wegen Atomenergie, Kündigungen und Räumungen gegen Fassaden. Aber nächtliche, illegale Aktionen weil sich Bürger dem Geschäftsfmodell eines Milliarden-Konzerns entziehen ist neu. Was kommt als nächstes? Anonyme Anrufe gegen Leute, die keine Coke kaufen? Prügel gegen Menschen ohne Markenklamotten?  Wenn hinter der Aktion nicht die Titanic steht, ist sie das Absurdeste was ich seit langem gehört habe.

In einer früheren Version des Textes war von Farbeiern die Rede. Das stimmt nicht. Ich habe mich verlesen. Es waren rohe und nicht rote Eier. Sorry.

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25 Kommentare zu “Eier gegen Google-Verweigerer

  • #1
    DAMerrick

    Ich will das nicht gutheissen und ich war nicht daran beteiligt, ich frage mich nur ob du die richtigen Beweggründe herangezogen hast.
    Es gibt die Finde-das-Pixel-Website, Stefan Niggemeier bittet darum dass das Google Auto nochmal vorbeikommt und es formieren sich Klagen und Nachbarschaftskriege weil ein Hausbewohner das ganze Haus „vernichten konnte“ (Twitter-Zitat).

    Was wäre wenn sich die Wut nicht gegen die Ablehnung eines Geschäftsmodells/gegen die Ablehnung einer Marke richtet so wie du es suggestierst, sondern gegen die Paranoia und – ich nenne es mal saloppgesagt – BILD-Leser.
    Also gegen die Menschen die – wir als Jugend nannten es früher Großspießertum – nicht selber überlegt haben sondern nur gedacht haben das es alles Live-Bilder sind und das die BILd schon recht hat wenn sie davor warnt das man Street View anderen beim Duschen zu sehen kann.

    Was wäre wenn dies eine moralische Kritik an der Unmündigkeit des Menschen wäre. Die einen machen nur Fotos der Häuser und vervollständigen Street View mittels Panoramio. Die anderen haben ihre Wut nicht unter Kontrolle und richten sie direkt gegen die Hausbewohner in dem sie sie mit Eiern bewerfen.

    So nach dem Motto „Informiert euch mal vorher bevor ihr euch wieder gegen alles und jeden richtet. Google ist das Moderne Zeitalter. Das moderne Zeitalter ist cool. Google ist cool.“

    Wie gesagt, es ist nicht legitim aber je nach Tätergruppe und je nach Beweggrund rein auf menschlich-emotionaler Basis nachvollziehbar.

  • #2
    Perik Hillenbach

    @DAMerrick: Ich hatte schon tief Luft geholt und wollte gerade loslegen — sehe aber, dass Du schon alles gesagt hast. Ich kann den Ärger der Eierwerfer verstehen. Mann, was rege ich mich über diese Nebelwände auf, die das Spazierenfahren und Städtegucken so behindern.

    Ich bin in den letzten Wochen in Kuala Lumpur gewesen, fand Singapur ziemlich spießig (will ich in echt nicht mehr hin), habe einige Lieblingspubs in den Midlands entdeckt, die ich gerne besuchen würde, tummele mich sehr gern in den holländischen Altstädten und bin auf dem Jakobsweg schon ganz schön weit gekommen. Ich bin völlig vernarrt in Streetview. Ja, ich find’s cool. Und im Umkehrschluss Leute etwas vorgestrig, die das nicht auch cool finden. Cola rühre ich übrigens nicht an. Titanic, das Zentralorgan der Saturierten, auch nicht.

    Betrübt war ich, als auch meine Stadt endlich zu sehen war, dass da immer noch der Metzger ist, wo schon seit einem Jahr ein sehr beliebtes Café das halbe Viertel mit astreinem Kaffee versorgt, und dass die Werbetafel über unserer Galerie noch nicht hängt. Google, bitte updaten!

  • #3
    Müller

    Vielleicht sollte sie die „Generation Google“ mal überlegen, dass es Menschen gibt, die diesen Technologien kritisch gegenüberstehen und diese Meinung einfach akzeptieren ? Verdammt peinliche Aktion und vielleicht sollte man nächste Woche alle Menschen mit Eiern bewerfen, die nicht bei Facebook angemeldet sind.

  • #4
    Rob

    Entschuldigt bitte, liebe Eierwurfversteher.
    Aber man wird sich doch wohl Google-Streetview verweigern dürfen, ohne dass man sich deswegen erklären muss und ohne, dass Nachbarn einen deshalb terrorisieren. Noch leben wir nicht in einem totalitären Staat. Noch muss sich niemand, so hoffe ich, dem Dikatt der Masse unterwerfen. Oder sind wir etwa doch schon so weit?

  • #5
    Werner Jurga

    Keine Ahnung, ob Google cool ist. Fest steht aber, dass die Leute, die sich verbeten haben, dass ihr Haus oder ihre Wohnung fotografiert wird, reichlich uncool sind. Rohe Eier gegen ein Haus zu werfen, ist freilich verboten. Allerdings: das ist wirklich eine läppische Sache. Die Eierwerfer haben meine Sympathie, die Fotowidersprecher nicht. Der öffentliche Raum muss öffentlich sein. Google muss da knipsen dürfen, auch Microsoft, der RVR und sonstwer. Und natürlich die Presse und die Ruhrbarone.

  • #6
    Jo Frank

    @Werner: Knipsen darf da jeder. Aber muß ich deshalb in einer Datenbank stehen wollen? Damit jeder Stalker, jeder Troll, in Blogkommentaren, Forenpostings sagen kann: „Guck ma, das ist der Werner, der tut immer so sozial und hat aber einen Mercedes Bonz vor der Tür, schau Dir das mal an!“?

    Mag ja Paranoia sein, nur wenn man sieht, wie der berühmte „Internet-Pöbel“ jetzt nicht nur „virtuelle Klowände beschmiert“, sondern echte Hauswände beeiert, dann haben die Verpixler wohl so schief doch nicht gelegen mit ihren Ängsten…?

    Geht der Eindruck eines Ortes, einer Stadt verloren, weil da ein paar Häuser auf irgendeiner popligen Website unscharf sind? Und was geht das Dritte überhaupt an?

    Aber ok, wenn die mir das Haus beeiern, dann pinkel ich ihnen an die Garage. Aber kurz *bevor* das Google-Auto kommt 🙂

    @Stefan: Äh, meinst Du, Hirn von oben übertüncht dann Eier von vorne? 😉

  • #7
    DAMerrick

    @Müller
    Und warum stehen sie NUR Street View kritisch gegenüber? Und das meine ich ganz wörtlich. Seit Jahrzehnten kann man Straßenzüge kaufen, schon in den 70ern gab es virtuelle Stadtrundfahrten, und nicht nur Google fotografiert.

    Wenn man wirklich eine Aversion hätte würde es sich gegen alle richten aber diese „Kritiker“ richten sich gegen Google weil ihnen die Medien suggestiert haben Google wäre der böse Konzern der überall Live-Webcams aufstellt.

    @Rob
    Doch, natürlich sind wir das. Nur andersrum.
    Sobald man ein Thema anspricht das Emotional sehr tief geht wird jede andere Meinung verboten. Siehe die Petition gegen Internetsperren. Alle Unterzeichner waren plötzölich Pädophile.
    Und Bei StreetView genauso. Alle Befürworter sind in den Medien plötzlich Spanner, werden in der Boulevardpresse malträtiert.
    Also komm nicht mit der Gleichbehandlungsschiene, die zieht nicht.

    @Jo Frank
    Bist du so naiv oder tust du nur so?
    Denkst du etwa du stehst nicht in Hunderten Datenbanken? Oder stört dich das nicht weil diese so geheim sind und nur verwendet werden um „böse Menschen“ zu fangen? Nur weil Google etwas öffentlich macht was es sowieso schon gibt heisst das nicht das sie die Ersten sind.

    Du kannst aktuelle Satellitenbilder kaufen, die Landesbehörden und Unternehmen fotografieren alle Städte ab. Das Volkszählungsgesetz setzt sogar unter Strafe wenn man sich den Fragen der Interviewer verweigert.

    Und die Angst der Verpixler ist so paranoid wie schon immer seit sie bearbeitet wurden.
    Sie hatten keine Angst das ein Foto ihres Hauses zu sehen ist – wo sie wohnen sieht man sowieso im Telefonbuch und in der Straßenkarte – sondern sie haben die paranoide Angst das eine Webcam sie beobachtet.
    Einen Vorwurf kann man ihnen aber auch nicht machen, sie haben es schließlich eingeimpft bekommen. Ich wette um 200,000 das es keinen Verpixler gab der nur einmal StreetView ausporbiert hat oder überhaupt sich die Website angesehen hat. Hautpsache die Verpixler konnten sich ihre Paranoia noch von den Medien bestätigen lassen.

    Ich kann mich nur wiederholen, Political-Correctness-moralisch verwerflich, menschlich emotional verständlich diese Aktion.
    Schließlich ist es nur die nächste Stufe. Ich wette im Geheimen gibt es schon die ersten Schlägereien und Kriege weil der Nachbar das Haus hat verpixeln lassen.
    Aber um der Logik von Einzelnen Kommentatoren zu folgen, solange es keiner öffentlich macht gibt es das ja nicht, oder etwa doch?

  • #8
    Müller

    @ DAMerrick

    Ich habe meine Wohnung nicht verpixeln lassen, sondern nur darauf hingewiesen, dass man in unserer Gesellschaft die Meinung dieser Leute akzeptieren muss. Auch wenn man sie selber nicht nachvollziehen kann.
    Google ist ein Konzern wie jeder andere auch. Allerdings bin ich der Meinung, dass ich ein Recht auf meine Daten besitze und selber entscheiden will, ob ich diese Google zur Verfügung stelle oder nicht.

    Zürck zu Streetview, da ich im 4. Stock eines Mehrfamilienhauses wohne, ist mir Streetview ziemlich egal. Ich akzeptiere aber, wenn Menschen nicht wollen, dass andere Menschen sekundenschnell Zugriff auf Bilder ihres Hauses besitzen. Das unterscheidet Streetview doch von kostenpflichtigen Dienstleistungen wie Luftaufnahmen etc.

  • #9
    Werner Jurga

    @ Jo Frank (# 7)
    „Knipsen darf da jeder. Aber muß ich deshalb in einer Datenbank stehen wollen?“
    Halten wir den ersten Satz einmal fest: Knipsen darf da jeder. Was hat das mit Datenbank zu tun? Schätze, Google hat eine oder mehrere von mir. Aber doch nicht weil die mein Haus fotografiert haben.

    Ja, ich habe kein Haus – fahre jedoch nur einen Kleinwagen.
    “Guck ma, das ist der Werner, der tut immer so sozial und hat aber einen Mercedes Bonz vor der Tür, schau Dir das mal an!”?
    Doch selbst wenn ich einen hätte: der ist doch sowieso öffentlich. Die sollen mich nicht knipsen, wenn ich aus dem Puff komme. Haben sie aber gemacht, in England – nicht mich, aber ist ja egal. Da muss Google mehr Geld fürs Pixeln in die Hand nehmen. Herrliches Beispiel für den Unterschied zwischen privat und öffentlich. Haus öffentlich, Puff privat? Jetzt mal nicht das Wort im Mund rumdrehen!

    „Geht der Eindruck eines Ortes, einer Stadt verloren, weil da ein paar Häuser auf irgendeiner popligen Website unscharf sind?“ – Ehrlich gesagt: ich glaube schon. Mir ist es zwar egal; denn ich nutze Street View nicht. Und ob die Nutzer ihren Spaß haben oder nicht, ist mir eigentlich auch egal. Mir ist überhaupt so einiges egal. Nur eben diese Leute, die darauf bestehen, dass man ihr Haus nicht sieht – die sind mir nicht egal. Wenn das jetzt alles Leute aus einer Asisiedlung wären. Sind es aber nicht. Und überhaupt: der Straßenname würde ohnehin schon alles sagen. Nein, nein, in der Regel sind das Leute, die ansonsten mit ihrem Haus gar nicht genug angeben können. Einige von denen wollen den Einbrechern tatsächlich die vorbereitende Anfahrt nicht ersparen. Aber so doof können die nicht alle sein. Was ist bloß mit den anderen los? Warum tun die nur so verbissen, als kämpften sie um ihr Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung. Warum haben die nicht die geringste Angst, sich lächerlich zu machen? Ich halte diese Leute für bedenklich. Das Beste wäre, man würde nicht nur ihre Häuser knipsen, sondern die gleich mit. Darf man natürlich nicht, klar.

    @ Müller (# 3)
    „Vielleicht sollte sich die “Generation Google” mal überlegen, dass es Menschen gibt, die diesen Technologien kritisch gegenüberstehen und diese Meinung einfach akzeptieren ?“
    Ich weiß nicht, ob ich zur “Generation Google” gehöre. Ich weiß nur, dass das, was diese Leute haben, keine „Meinung ist“, und dass die hier angesprochenen Akzeptanzprobleme ein Zeichen der Hoffnung sind. Es ist bereits angedeutet worden: die Blockwartmentalität sollte man nicht den Fortschrittlichen unterstellen. In Demokratien hat man nichts gegen Street View; in Polizeistaaten schon.

  • #10
    Müller

    @ Werner

    Ich erkenne besagte „Blockwartmentalität“ eher bei Leuten wie ihnen, die meinen, dass sie ihre (natürlich richtige) Meinung anderen Leuten aufzwängen müssen.

    In Demokratien haben Menschen das Recht auf informelle Selbstbestimmung in Polizeistaaten nicht. Jetzt stellen sie sich doch mal vor nicht Google hätte die Städte „kartographiert“ sondern der BND oder eine ähnliche Behörde. Da hätten sie doch bestimmt zu den ersten gehört, die den Überwachungsstaat ausgerufen hätten.

  • #11
    Werner Jurga

    @ Müller (# 10)
    „Natürlich“ halte ich meine Meinung für „richtig“. Und ich finde es auch nicht schön, dass Sie uns hier mit Meinungsäußerungen belästigen, die sie selbst, wenn schon nicht für „falsch“, so doch zumindest für fragwürdig halten.
    Freilich setzt Diskussionsfähigkeit voraus, dass auch die eigene Meinung verworfen oder zumindest modifiziert werden kann. Doch eine Diskussion, in der Meinungen geäußert werden, von deren „Richtigkeit“ nicht einmal die Meinungsträger selbst ausgehen, wäre Comedy.

    „In Demokratien haben Menschen das Recht auf informelle Selbstbestimmung, in Polizeistaaten nicht.“ – Unstreitig. Dennoch gehöre ich nicht zu den ersten, die den Überwachungsstaat an die Wand malen. Und ggfs. billige ich den Behörden auch einen größeren Datenpool zu als einem US-Multi.

  • #12
    Jo Frank

    @Dammerick: Natürlich gibt es auch andere als Google.

    Es geht in diesem Artikel von Stefan aber gar nicht darum, wie berechtigt die Paranoia vor Google ist, sondern wie berechtigt es ist, Eier zu werfen, nur weil einem der Willen von jemand anders nicht paßt.

    Wenn ich nicht im Telefonbuch stehen will, gehen dann auch selbsternannte „Befreier“ her und schreiben meine Nummer doch wieder rein oder posten sie auf irgendwelchen Websites?

    Wenn ich kein Bild-Abo will, gehen dann selbsternannte „Befreier“ hin und bestellen die BILD einfach in meinem Namen?

    Also was bitte geht es Fremde an, ob ich mein Haus (so ich eins habe) bei Google Streetview sehen will oder nicht? Das geht nur mich und Google was an.

    Nur weil die Polizei ohnehin an alle Telekom-Datenbanken ran kommt, kann man mir doch nicht verbieten, meine Telefonnummer nicht öffentlich bekannt geben zu wollen? Oder sie aus einem bestimmten Verzeichnis gelöscht haben zu wollen?

    Warum unterstellst Du den „Verpixlern“, daß sie „zu blöd für Google“ sind? Was geht es Dich überhaupt an, warum sie da nicht drin sein wollen? Genau, nichts geht es Dich an. Du kannst Dich über die „weißen Flecken“ ärgern, aber mehr auch nicht.

    Nein, ich verstehe nicht, wieso man da Eier wirft. Das ist einfach völlig absurd. Bekloppt. Bekloppter, als wenn jemand denkt, Google guckt ihm in die Unterhose.

    @Werner: „Die sollen mich nicht knipsen, wenn ich aus dem Puff komme.“

    Na gut, dann knipsen sie Dich halt, wenn Du reingehst ;o)

    „Nein, nein, in der Regel sind das Leute, die ansonsten mit ihrem Haus gar nicht genug angeben können.“

    Na dann sei doch froh, wenn sie mal ins Grübeln kommen.

    „Das Beste wäre, man würde nicht nur ihre Häuser knipsen, sondern die gleich mit.“

    Und sie dann verpflichten, einen grünen Stern zu tragen?

    Leute, wie kommt ihr dazu, anderen solche Vorschriften zu machen?

    Fehlt nur noch „Ich hab nichts zu verbergen“…

  • #13
    liegestütz

    Liebe Eierwerfer,

    vielleicht versucht ihr es einmal hier:

    51°24’29.22″N
    6°58’35.03″E

    Es ist natürlich die Frage, ob man soweit werfen kann.

    Uns warum Goggle hier ausgerechnet nur ein Riesenpixel verwendet bzw. wie man Goggle dazu bringt wäre auch von Interesse.

    liegestütz

  • #14
    Jakub

    Ich kann beide Seiten ganz gut verstehen. Naja eigentlich nicht. 😀 Ich kann verstehen, wenn man sagt es gibt Gründe, wieso ich nicht will, dass mein Haus da abfotografiert wird.

    Jedoch ist durch die Medien eine richtige Hysterie entstanden. Die Leute haben ohne wirklich zu Wissen worum es geht, sich dagegen entschieden. Die meisten haben sicherlich nichtmal nachgedacht, sondern gesagt “ Oh das Gogggle dings view war im fernsehen. Das ist schlecht. Die im Fernsehen wollten das nicht, also will ich das auch nicht“.

    Und es gibt auch keine Argumentation die dagegen sprechen würde. „Einbrecher könnten das Haus ausspähen“. Ernsthaft? Die Fotos sind teilweise Monate alt.

    Der Vergleich mit der Telefon Nummer im Telefonbuch, ist auch irrelevant. Das ist etwas vollkommen anderes. Im Telfon steht, Name und Telefon nummer. Man kann jemanden ausfindig machen. Man kann ihn Kontaktieren. Eine direkte Verbinndung zu einer Person. Bei Street View sieht man ein Bild. Man weiß nicht wer da wohnt. Wie viele Leute. Wie diese heißen oder sonst was.

    Wie gesagt, natürlich sollte man das Recht haben, sich gegen Sachen zu wehren. Auch gegen sachen wie Streetview. Aber ganz ehrlich, von den ganzen Menschen die sich verpixelt haben lassen, haben die meisten das wegen den Mendien und der Paranoia gemacht.

    Als Google Earth das Licht der Welt erblickte, fanden es alle toll. Bis auf einige Paranoide Datenschützer. Ich habe keine Statistiken, jedoch bin ich mir sicher, dass sehr viele Leute Google Maps benutzten. Um Routen zu finden. Locations auszuchecken, usw.

    Wieso haben diese Leute, die sich bei StreetView perpixelt haben lassen, dies nicht auch bei Google Maps / Earth gemacht? Wieso gab es dort nicht so eine Disskussion?

    Weil jetzt die Staßen in 3D sind? Nicht mehr Top Ansicht?

    Die Scheinheiligkeit liegt darin, dass die Leute, Angebote wie Google Maps, Google Streetview usw. nutzen. Aber dennoch ihr Haus verpixelt haben wollen.
    Leute die sich überhauptnicht für Datenschutz Interessieren, bei Facebook, Twitter, und anderen Datenkraken sind, unmengen an persönlichen Informationen an die außenwelt herausgeben, wollen nicht das ihr Haus verpixelt wird.

    Und ich kann auch gut Nachvollziehen, wenn Leute sich darüber aufregen. Man wohnt in einem Mehrfamilien Haus oder Block und dann ist einer dabei, der sagt, NE ich will das nicht. Das Haus wird verpixelt. Der Mieter zieht aus, Haus bleibt verpixelt. Dann kann man seinen Freunden im Ausland oder sonst wo, den Straßennamen geben, sagen hey, siehste den großen Pixel? Da wohne ich. Kannst dich ja bisschen umschauen.

    Wie gesagt, ich verurteile niemanden der dafür oder dagegen ist. Verurteilen kann man nur die Medien, die alles wieder künstlich hochgespielt haben und öl ins Feuer gegossen haben. Die Eierwerf Aktion finde ich (obwohl ich Google befürwörter bin) daneben. Als Strafe sollten die Häuser von den Tätern verpixelt werden 😛

  • #15
    Werner Jurga

    @ Jo Frank
    In Ihrem Kommentar # 12 befindet sich eine rhethorische Frage an mich, deren keineswegs „freie“ Assoziation etwas verunglückt ist.

  • Pingback: Medienkritik beginnt an der eigenen Tastatur

  • #17
    Jo Frank

    @Jakub: „Bei Street View sieht man ein Bild. Man weiß nicht wer da wohnt. Wie viele Leute. Wie diese heißen oder sonst was. “

    Street View ist Teil von Google Maps. Und es ist durchaus bereits soweit, daß Du den Namen von irgendwem in die Google-Zeile eintippst, der ein Blog hat – und damit auch ein Impressum – und Google Maps zeigt Dir sofort dessen Adresse an, weil es die von dem Blog-Impressum ausgelesen hat, und in Zukunft dann halt auch das Bild seines Hauses.

    Wenn Dir also ein Artikel von Stefan hier nicht gefällt. z.B. dieser, und Du deshalb Eier werfen willst, kannst Du Dir zukünftig innerhalb weniger Sekunden das Haus ansehen, das Du gerne mit Eiern bewerfen würdest. Und ob es sich eher lohnt, die Garage zu beeiern oder den Balkon.

    (Nein, mit Stefan habe ich das nicht ausprobiert – aber mit dem Namen eines Bekannten).

    Es sind nicht die Fotos, es ist dieser sofortige Zugriff auf alles Mögliche, der problematisch ist. Denk mal an ein bloggendes Mädel, bei der dann die Fans nachts ums Haus schleichen. Virtuell. Merkt sie gar nicht, klar, aber wenn dann am nächsten Tag was Entsprechendes in den Blogkommentaren steht, wird sie das schon verunsichern.

    Klar, daß ein einziger „Querulant“ in einem Hochhaus in Berlin Marzahn nun den ganzen Zinken für alle Zeiten vernebeln kann, auch wenn er seit Monaten die Miete nicht zahlt und nächste Woche rausfliegt, ist doof. Das ist nochmal ein anderes Problem. Da würde Eier werfen aber wenig bringen :o). Und es verschönt sogar die Street View ;-).

    Was im Fernsehen über Street View gesagt wird, keine Ahnung. Interessiert mich auch nicht. Schwachsinniger als einiges, das die Eierwerfer sagen, kann es auch nicht gewesen sein.

  • #18
    Elmar

    @Liegestütze:

    Dann sollte man sich mal über Bing beschweren, oder? Hat nur niemand gemacht…

    http://www.bing.com/maps/default.aspx?q=51%C2%B024%E2%80%B229.22%E2%80%B3N+6%C2%B058%E2%80%B235.03%E2%80%B3E&mkt=de-DE&FORM=BYFD

    Grüße, Elmar

  • #19
    Elmar

    Sorry, noch eine Ergänzung zum Link: „Vogelperspektive“ (Unter Straße) einschalten und dann ordentlich ranzoomen. Das ist auch schon ganz schön nah, oder?

  • #20
    TooMuchInformation

    @ DAMerrick: Ich nehme die 200.000! Ich kannte StreetView vorher, ich habe es auch schon vorher benutzt. Ich weiß, dass es sich um statische und uralte Bilder handelt. Ich kenne und nutze GMaps und BingMaps. Trotzdem habe ich das Haus, in dem ich wohne, verpixeln lassen. Warum?

    Weil Google mich vor dem Start GEFRAGT hat: „Willst Du, dass wir euer Haus darstellen? Oder willst Du, dass wir das Haus NICHT darstellen?“ Wenn ich gefragt werde, darf ich auch Nein sagen. Das haben übrigens fast die Hälfte der Leute in unserer Straße gemacht.

    Warum? Weil StreetView keinen Nutzen bringt, weder uns noch anderen. Maps ist sinnvoll, um Routen zu finden oder einen Überblick über ein Gelände zu bekommen. StreetView ist nett, wenn es um Ansichten touristischer Highlights geht. Aber was soll Streetview in irgendeiner unwichtigen Nebenstraße wie unserer? Wer hier spazieren gehen will, ist willkommen. Aber warum muss es möglich sein, von New York aus durch unsere Straße zu laufen? Alle Gründe, die mir dazu einfallen, sind entweder unsinnig (wenn Du hierhin ziehen möchtest, musst du dir die Gegend sowieso zu Fuß ansehen) oder rein kommerziell.

    Jetzt Du: Warum lässt Du Dein Haus nicht verpixeln?

  • #21
    Jakub

    @Jo Frank:
    Hm also bei mir Funktioniert das nicht, dass ich meinen Namen eingeben und dass meine Adresse kommt. Obwohl ich einen Blog habe und obwohl ich ein Impressum habe. Und obwohl mein Blog schon lange bei Google gelistet und gecrawlt wurde.

    Außerdem, hat das nichts mit Google zu tun. Man schreibt seine Adresse und Kontaktdaten öffentlich in’s Internet. Ob man jetzt diese Daten in’s Navi eingibt, in Google Maps oder Google StreetView ist doch Jacke wie hose.
    Außerdem entkräftigt das nicht mein Argument, dass GoogleStreetView keinen direkten Kontakt herstellt zwischen Haus und Personen die dort Leben. Wenn jemand seine Kontaktdaten mit Anschrift öffentlich im Internet preisgibt, muss er sich nicht wundern, wenn ihn jemand findet oder?
    Problematisch würde es erst werden, wenn zu jedem Haus, die Namen aller Einwohner gelistet wären.

    Wenn ich nun Stefans Haus mit Eiern bewerfen will (will ich nicht, echt nicht! :P) fahr ich doch einfach da hin. schau mir bei GoogleMaps an wie der Weg ist und los.
    Was bringt es mir das Haus zu sehen? Bzw. was für einen Nachteil hätte ich, wenn das Haus verpixelt wäre?

    Zum bloggenden Mädchen, versteh ich den Punkt nicht wirklich. Gut man kann virtuell ums Haus „schleichen“. Aber mit was für einem Ziel? Das Haus von Oben konnte man sich schon sehr lange anschauen. Und ich wüsste jetzt auch nicht was so verunsichernt sein soll an Blogkommentaren. Was sollen die Leute schreiben? „Oh schöne rosa gardinen?“ Dann sagt die Bloggerin, „Danke, aber die rosa gardienen habe ich schon seit über einem halben Jahr nichtmehr“ .

    Also eine wirkliche, ernsthafte Problematik sehe ich da nicht.
    Meiner Meinung nach, einfach viel zu viel wirbel.

  • #22
    Jo Frank

    @Jakub: „Meiner Meinung nach, einfach viel zu viel wirbel.“

    Ohne Zweifel.

    Ich wollte auch nur zeigen, daß es durchaus Gründe gibt, sich bzw. sein Haus verpixeln zu lassen.

    Die mögen Sinn haben oder auch nicht.

    Es steht aber keinem Dritten zu, nun mit Eiern zu werfen, ob reell oder virtuell, sich über diese „Doofen“ zu echauffieren, die da nicht wollten.

    Google Streetview ist kein öffentliches Gut, sondern ein Angebot eines ganz normalen Unternehmens.

    Und wenn da nun Nebelwände wabern, na und?

    Solange niemand einen echten Nebenwerfer bei mir vorm Haus installiert, damit auch Bing nix vor die Linse bekommen kann, ist mir das wurscht.

  • #23
    KW

    Eins vorab: Ich habe nicht „gepixelt“. Und ich finde das Verpixeln auch nicht wirklich sinnvoll. Das ändert aber nichts an folgender Tatsache: Wenn jemand anderer Meinung ist als ich, dann darf er das sein … ohne dass er oder sein Haus dafür mit Eiern beworfen werden.

    Diese Form von Aggression zu rechtfertigen mit den Worten „die Verpixeler sind alles nur unmündige Bürger“, ist ziemlich gefährlich. Wenn ich versuche, meinen Mitmenschen meinen Willen aufzuzwingen (indem ich Druck auf sie ausübe), dann fördert das garantiert nicht ihre „Mündigkeit“, sondern nur Opportunismus und Angst.

    Wer mit Eiern wirft, hat nicht verstanden, das in einer Demokratie Menschen mit Argumenten überzeugt und nicht mit gehässigigen Aktionen unterdrückt werden sollen.

  • Pingback: Google, die Daten-Krake: Vorsicht mit unbedachten Youtube-Klicks! « Notizen aus der Neidbranche

  • #25
    Ulf J. Froitzheim

    Wer mit Eiern wirft, ist jedenfalls kein Veganer. Aber schade um die Lebensmittel. Ich finde, so geht man nicht mit Essen um (nein, ich meine nicht die Stadt, sondern die Nahrung). Allerdings würde ich, wäre ich Hausbesitzer, lieber Eigelb von der Fassade waschen als Sprühfarbe. Das ist, wie Juristen sagen würden, Sachbeschädigung in einem minder schweren Fall. Insofern waren halbwegs rücksichtsvolle Idioten am Werk.

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