Fröhliche Weihnachten: Die lustigsten Zitate der Ruhrpark-Besetzer


Es war eine Aktion, wie sie sich der Marketingabteilung von Amazon nicht schöner hätte ausdenken können.“Aktivisten“ besetzten heute Morgen die Zufahrten zum Ruhrpark. Das führte zu einem Polizeieinsatz und Staus. Natürlich haben die Aktivisten  mit Erklärungen diese Besetzung begründet. Viel Spaß mit diesem vor Wichtigtuerei strotzendem Potpourri grünbürgerlicher Sinnsprüche:

„Zivaya Ungehorsam von der f-antifa Castrop-Rauxel: “Wenn die „Band Aid“ 2019 immer noch aus den Radios fragt, ob die Leute in Afrika(!) denn wüssten, ob Weihnachten sei, ist dies eine ungebrochene Fortschreibung kolonialistischer Christianisierungskampagnen.” 

„Für uns als Queerfeministische Antifaschistische Aktion gibt es viele Gründe uns an diesem direkten Eingriff in den kapitalistischen Alltag zu beteiligen. Es beginnt bei unserer feministischen Grundkritik am Christentum, aber auch die zu dieser Jahreszeit stark verstärkte Sexualisierung von Körpern in den Medien, welche konstant heteronormative Sexismen reproduziert und ein großer Treibfaktor für sexualisierte Gewalt in unserer Gesellschaft darstellt. Körper sind keine Ware!“

„Als kapitalistisches Fest ist Weihnachten ein Fest des Ausschlusses auf verschiedenen Ebenen: Wie bei allem im Kapitalismus, dürfen nur die mitmachen, die es sich leisten können. Als religiöses Fest verstärkt es unter anderem mythische Weltabgewandtheit und lädt ein die kommenden Katastrophen auf uns zukommen zu lassen und zu beten, anstatt sich ihnen aktiv entgegen zu stellen.“

„Wenn die Band Aid 2019 immer noch aus den Radios fragt, ob die Leute in Afrika (!) denn wüssten, ob Weihnachten sei, ist dies eine ungebrochene Fortschreibung kolonialistischer Christianisierungskampagnen.“

„Die sogenannten „Weihnachtstraditionen“ sind zumeist allemal nicht christlichen Ursprungs, sondern beziehen sich z.B. auf die Sonnenbewegung zum Jahresende. In ihrer spirituellen Dimension haben sie somit rein gar nichts mit patriarchal-monotheistischen Religionen wie dem Christentum zu tun. Einer Religion, die mit ihren Institutionen weltweit Frauenemanzipation bekämpft und bei der Homo- und Trans*feindlichkeit zum Markenkern gehört, eignet sich wohl kaum als Anlass für ein „Fest der Liebe“ – von ihrer allgemeinen lust- und körperfeindlichen Ideologie mal ganz zu schweigen. Mit dieser reaktionären Ideologie ist die christliche Rechte Stichwortgeber und Motor der gesellschaftlichen Rechtsentwicklung. Es ist also Zeit Weihnachten als Bündnis kapitalistischen Konsumzwangs, reaktionärer Familien-Ideologie und religiöser Propaganda abzureißen. Gegen Religion und Patriarchat! Für Wahlverwandtschaft und Feiertage für alle!“

„Der Tannenbaum ist einfach hübsch (und kein sterbender Baum mit Plastikmüll dran) und die Festtage ein willkommener Anlass, um den Blutsverwandten mit teuren Geschenken den eigenen Erfolg in der kapitalistischen Konkurrenz zu beweisen“

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10 Kommentare

  1. #1 | Arnold Voss sagt am 23. Dezember 2019 um 12:25 Uhr

    Hat sich der Nikolaus schon dazu geäußert?

  2. #2 | Yohak sagt am 23. Dezember 2019 um 13:14 Uhr

    Harte Zeiten für Satiriker.

  3. #3 | Harald Leinweber sagt am 23. Dezember 2019 um 14:32 Uhr

    Ich freue mich, dass die jungen Leute selbst so gründlich dafür sorgen, dass sie niemand überzeugen können, der nicht bereits überzeugt ist.

    Hoffentlich machen sie noch lange weiter so!

  4. #4 | Thomas Weigle sagt am 23. Dezember 2019 um 14:53 Uhr

    Die Sprüche sind genau so lächerlich wie der Versuch des Autors, den ungeliebten Grünen noch einen mit der Rute mitzugeben. Die Grünen haben längst ihren Frieden mit Kirche und Kapitalismus gemacht. Wenn sich der Unsinn irgendwo parteilich zuzuordnen lässt, dann doch eher bei der Linkpartei. Da kenne ich sogar die eine oder den anderen, die für solchen Unsinn allemal gut, nein, eher schlecht sind.

  5. #5 | discipulussenecae sagt am 23. Dezember 2019 um 16:57 Uhr

    Für alle Genießer: Der ganze Text findet sich bei bo-alternativ.de

    https://www.bo-alternativ.de/2019/12/23/ruhrpark-in-bochum-von-autonomen-kleingruppen-besetzt/

  6. #6 | DEWFan sagt am 23. Dezember 2019 um 17:20 Uhr

    Die Sprüche wären eine gute Vorlage für einen Monty Phyton Film ?

    Ach ja: und wie immer beschränkt sich deren Religionskritik auf die christlichen Kirchen, gähn?
    Das konnte Martin Luther vor 500 Jahren schon besser.

  7. #7 | Daniel sagt am 23. Dezember 2019 um 21:14 Uhr

    Ich bin gespannt auf die Aktion zum al quds-Tag.
    Aber Spaß beiseite. Es wird unter sjw halt immer herausfordernder, sich von anderen abzuheben und sich so den für den defizitären Selbstwert nötigen distinktionsgewinn zu sichern. Da kommen sicher noch einige absurditäten auf uns zu.
    Frohes neues!

  8. #8 | Helmut Junge sagt am 23. Dezember 2019 um 22:38 Uhr

    haha, da ist Didi doch noch übertroffen worden, dieser alte weiße Mann mit seinem repressiven Humor. War mir sowieso viel zu platt.
    Jetzt kommt die echte, die wahre Komik. Total hintergründig. Das haut rein. Gefällt mir.

  9. #9 | puck sagt am 23. Dezember 2019 um 22:59 Uhr

    @ Thomas Weigle #4
    Wo genau haben Sie den Bezug zu den Grünen gefunden? Ich habe mir den Text extra nochmal durchgelesen (bzw. die Zitate angetan), weil ich dacht, möglicherweise habe ich da was übersehen, konnte aber nix finden…

    Zum Artikel, bzw. den Zitaten:
    Das einzige was mich echt nervt ist der Stress im Supermarkt am 23. und 24. Dezember, der ist aber nicht (das sollte man den Konsum- und Kapitalismuskritikern vielleicht mal erklären) dem ausufernden Konsum vor den Feiertagen geschuldet, sondern dem einzigartigen Trara, das man in D um die Ladenöffnungszeiten macht.

  10. #10 | Herbert sagt am 24. Dezember 2019 um 11:19 Uhr

    @ puck

    "Viel Spaß mit diesem vor Wichtigtuerei strotzendem Potpourri GRÜNbürgerlicher Sinnsprüche"

    letzter Satz der Intro. Obligatorisch bei den Ruhrbaronen, bei Stefan Laurin.

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