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Fußball: Fans protestieren unter dem Motto ‚Ohne Stimme keine Stimmung‘

Fußball. Quelle: Wikipedia, Foto: Anton, Lizenz: cc

Wenn am heutigen Abend die Teams der 1. und 2. Bundesliga in den neuen Spieltag starten, dann dürfte es in vielen Arenen unmittelbar nach Spielbeginn zunächst einmal ungewohnt ruhig sein.

Die Kampagne ‚12doppelpunk12‘ hat die Fans dazu aufgerufen in den ersten 12 Spielminuten und 12 Sekunden schweigend das Spielgeschehen zu verfolgen um damit gegen die jüngsten Entwicklungen rund um das DFL-Papier zum Thema Stadionsicherheit (‚Sicheres Stadionerlebnis‘) und das in diesem Zusammenhang gezeigte Verhalten der DFL (Deutsche Fußball Liga) zu protestieren.

In der 3. Liga, wo es keine ‚englische Woche‘ gibt, startete die Aktion bereits am letzten Wochenende.

Mit der neuen Aktion wird dann auch die Diskussion zu den Themen ‚Sicherheit im Stadion‘, ‚Verhalten von Fußballfans im und um das Stadion‘ sowie zum Bereich der ‚Fankultur‘ wohl in eine weitere Runde gehen.

Viele regelmäßige Stadionbesucher fühlen sich bisher bei der Erarbeitung des Sicherheitskonzepts der DFL für die Zukunft noch nicht ausreichend mit eingebunden, teilweise sogar komplett übergangen, und lehnen das inzwischen vorgelegte Konzept der DFL zudem inhaltlich in vielen Punkten ab.

Die aktuell geplanten Protest-Aktivitäten beinhalten u.a. das Ausbleiben der Fangesänge zu Beginn eines jeden Spiels der Profivereine an jedem Spieltag bis zur Ligaversammlung am 12. Dezember 2012 in Frankfurt/M., welche das Papier ‚Sicheres Stadionerlebnis‘ der DFL verabschieden soll, sowie zudem geplante Fan-Demonstrationen am 08. Dezember 2012.

Bereits im Vorfeld haben offenbar Fans von über 50 Teams erklärt sich der Aktion ‚12:12‘ im Laufe der nächsten Wochen anschließen zu wollen.

Wer mag, der kann sich unter http://www.12doppelpunkt12.de über die Details stets auf dem Laufenden halten.

Zahlreiche Fußballfans fühlen sich in letzter Zeit unberechtigter Weise in eine kriminelle Ecke gedrängt, denn in den zurückliegenden Wochen und Monaten wurde in vielen ‚Mainstreammedien‘ wiederholt über angeblich ansteigende Gewalt in den Stadien, sowie die Gefahren durch den Einsatz Pyrotechnik berichtet.

Eine große Anzahl von Anhängern kann das inzwischen offenbar nicht (mehr) nachvollziehen.

Erst vor wenigen Wochen hatten daher auch wir bei den Ruhrbaronen in diesem Zusammenhang schon über die Aktion www.ich-fuehl-mich-sicher.de berichtet, welche als Gegenpol zu der eher Angst verbreitenden Berichterstattung in vielen Medien gedacht ist:

http://www.ruhrbarone.de/fussball-initiative-ich-fuehl-mich-sicher-aktion-sicheres-stadionerlebnis/

Es wird in den nächsten Wochen spannend bleiben auch weiterhin zu beobachten, ob die angekündigten Protestaktionen nun in der Summe dazu führen werden, dass den organisierten Fans der Vereine in Zukunft eine aktivere Rolle seitens der DFL bei der Planung solcher Konzepte eingeräumt werden wird.

Auch wenn ich das Anliegen der Fans, sich ein größeres Mitspracherecht bei solchen Themen zu sichern, persönlich grundsätzlich für erstrebenswert halte, bleibe ich bei der Beurteilung der möglichen Erfolgsaussichten bisher noch eher skeptisch.

In der Vergangenheit haben sich DFB und DFL leider bereits allzu häufig als von der Basis weit entferntes ‚Raumschiff‘ präsentiert. Gerne lasse ich mich aber nun eines Besseren belehren…

Vielleicht gelingt es den Fanvertretern ja doch sich eine aktivere Rolle an Entscheidungsprozessen bei der DFL für die Zukunft zu erkämpfen.

RuhrBarone-Logo

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