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Fußballmuseum in Dortmund: Großer Auflauf für recht wenig wirklich Neues

Tönnies, Rauball, Grindel (von links) heute in Dortmund. Foto(s): Robin Patzwaldt

Großer Promi-Auflauf heute in Dortmund. Anlässlich der Eröffnung der Sonderausstellung „Schichtwechsel- FußballLebenRuhrgebiet” kam es am Mittag zu einem wahren Gipfeltreffen von Führungspersönlichkeiten des (Ruhrgebiets-)Fußballs.

DFB-Präsident Reinhard Grindel, DFL- und BVB-Präsident Reinhard Rauball und der Aufsichtsratsvorsitzende des FC Schalke 04, Clemens Tönnies, erörterten im Deutschen Fußballmuseum mit Blick auf die einst enge Verzahnung von Vereinen und Zechen vergangene, gegenwärtige und zukünftige Entwicklungen des Fußballs im Ruhrgebiet und darüber hinaus.

Olaf Thon im Interview.

Zur Einstimmung erinnerten die Revier-Legenden Willi „Ente“ Lippens, Bernard Dietz und Olaf Thon an ihre Wurzeln im Ruhrgebiet und die Gültigkeit von Werten wie Tradition und Identifikation im Fußball. Das war spannend und tatsächlich lohnend für wohl alle Anwesenden.

Fast geriet dabei schon in Vergessenheit, dass es doch hier und heute noch eine Sonderausstellung zu eröffnen galt, die in den nächsten Monaten an das Ende des deutschen Steinkohlebergbaus hier im Revier thematisch anknüpfen, an die enge Verbundenheit von Fußball und Bergbau, gerade hier in unserer Region, erinnern soll.

Und um ehrlich zu sein, diese ‚Sonderausstellung‘ verdient ihren Namen kaum. Lediglich rund ein Dutzend Sonderexponate sind der ’normalen‘ Dauerausstellung im DFB-Museum nämlich etwas uninspiriert wirkend untergemischt worden. Das war enttäuschend zu sehen.

Teilweise wirkte selbst bei diesen wenigen Stücken der Zusammenhang zum zuvor noch feierlich beschworenen Ruhrgebietsfußball recht angestrengt konstruiert. Was zum Beispiel eine Kopie des UEFA Champions League-Pokals so sehr und speziell mit dem Ruhrgebietsfußball verbindet, dass er hier in Dortmund plötzlich auch als Sonderausstellungsstück deklariert wurde, nur weil der BVB ihn im Jahre 1997 bekanntlich ja auch einmal gewann, dass wird wohl für viele zukünftige Besucher, die hier eine spezielle Ruhrgebiets-Ausstellung erwartet haben, vielfach nur recht schwer nachzuvollziehen sein.

Wer also dem Deutschen Fußballmuseum in Dortmund seit seine Eröffnung Ende 2015 bereits einmal einen Besuch abgestattet hat, für den dürfte diese aktuelle Aktion einen weiteren Besuch kaum wesentlich lohnender erscheinen lassen. Fast hatte man heute den Eindruck, diese sogenannte Sonderausstellung wäre dort überhaupt nur platziert worden um den üblichen Besucherstrom der Fußballfans durch die im Ruhrgebiet sicherlich vom Namen her durchaus reizvoll anmutende Sonderausstellung einmal wieder etwas anzukurbeln. Doch dazu dürfte ihre Attraktivität vermutlich so längst nicht ausreichen.

Da war der heutige ‚Promi-Talk‘ kurioser Weise schon wesentlich eher einen Extra-Besuch wert, als der kaum modifizierte Ausstellungsraum.

Mit Leidenschaft und viel Witz berichteten alle versammelten Fußballlegenden und Funktionäre, ja selbst Dortmunds OB Ullrich Sierau, sonst nicht unbedingt als guter Unterhalter bekannt, von der Bedeutung des Fußballs für die Region, aber auch für sie ganz persönlich. Das hatte was! Der Blick auf die im Anschluss in großem Rahmen präsentierte Sonderausstellung dann leider nicht wirklich…

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7 Kommentare zu “Fußballmuseum in Dortmund: Großer Auflauf für recht wenig wirklich Neues

  • #1
    Gerd Sänger

    Es soll eine alte Socke aufgetaucht sein, die Siggi Held im Europacup-Fianle 65 auf dem Spielfeld verloren haben soll.

  • #2
    teekay

    Wenn 4 alte Männer auf einem Podium sitzen kommt selten etwas interessantes bei raus…

  • #3
    Robin Patzwaldt Beitragsautor

    @Gerd Sänger: Der war übrigens auch dort. Das Endspiel war allerdings 1966. Egal…

    @teekay: Doch, das war interessant. Dafür hätte man sogar Eintritt verlangen können, aus meiner Sicht. Für die ‚Sonderausstellung‘ hingegen eher nicht.

  • #4
    Walter Stach

    Robin,

    haben die "Spitzenfunktionäre" auch über die sog. 5o plus 1 Regelung diskutiert?

    Heute wird m.W. heute beim DFB diskutiert. U.a. scheint sich der BVB für die Beibehaltung dieser Regelung zu engagieren, u.a. der FCB (und die Eintacht aus Frankfurt, und die Hertha aus Berlin?).

    Ich denke, daß das Ergebnis der heutigen Beratungen (Beschlußfassungen?) beim DFB für Dich Anlass sein könnten, sich des Themas anzunehmen, konkret bezogen auf die Interessen/Ziele/Wünsche des BVB und von S04.

  • #5
  • #6
    Robin Patzwaldt Beitragsautor

    Nein, Walter. Das war Gestern noch kein Thema. Das wird heute diskutiert werden. In Dortmund ging es am Mittwoch nur um den Fußball im Ruhrgebiet. Das war wirklich nett und kurzweilig. Hatte ich so gar nicht erwartet. Dafür hatte ich in Sachen Ausstellung deutlich mehr erwartet. Aber das sagte ich ja schon….

  • Pingback: Das DFB-Fußballmuseum in Dortmund: Eine Pleite mit Ansage!Ruhrbarone

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