13

Gorny: Sperren sind wie Führerscheinentzug

Am Mittwoch habe ich Dieter Gorny getroffen. Dieter Gorny war mal Chef von Viva, ist heute einer der Direktoren der Kulturhauptstadt und Vorsitzender der Bundesverbandes der Musikindustrie. Bis das ganze Interview erscheint, wird es noch wenig dauern. Am Ende des Gesprächs habe ich Dieter Gorny nach seiner Meinung zur "Three Strikes" Regelung gefragt. Three Strikes bedeutet, nach drei Urheberrechtsverletzungen wird der Internetzugang gesperrt - und Gorny findet die Idee gut. Er vergleicht das Internetverbot mit dem Entzug des Führerscheins bei Verstössen gegen die Straßenverkehrsordnung und gibt dieser Regelung den Vorzug vor dem US-Modell, dass Raubkopierer mit extrem hohen Geldstrafen (Gorny: "Fantastillionen") belegt.

Am Mittwoch habe ich Dieter Gorny getroffen. Dieter Gorny war mal Chef von Viva, ist heute einer der Direktoren der Kulturhauptstadt und Vorsitzender der Bundesverbandes der Musikindustrie. Bis das ganze Interview erscheint, wird es noch wenig dauern. Am Ende des Gesprächs habe ich Dieter Gorny nach seiner Meinung zur "Three Strikes" Regelung gefragt. Three Strikes bedeutet, nach drei Urheberrechtsverletzungen wird der Internetzugang gesperrt – und Gorny findet die Idee gut. Er vergleicht das Internetverbot mit dem Entzug des Führerscheins bei Verstössen gegen die Straßenverkehrsordnung und gibt dieser Regelung den Vorzug vor dem US-Modell, dass Raubkopierer mit extrem hohen Geldstrafen (Gorny: "Fantastillionen") belegt.

RuhrBarone-Logo

13 Kommentare zu “Gorny: Sperren sind wie Führerscheinentzug

  • #1
    le D

    Ist das wirklich so geplant? Ich sehe bei dem Video nur: „Dieses Video ist privat. Wenn dieses Video an Dich gesendet wude, musst Du die Anfrage des Senders akzeptieren.“

  • #2
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @ie D: Nein, war nicht geplant. Ich habs geändert. Danke für den Hinweis!

  • #3
    Thomas

    Gorny war schon immer das, was Rainald Goetz im Kunstkontext, nämlich in seinem Debutroman Irre von 1983, einen „Peinsack“ genannt hat.

    Dieses voluntaristische Three-Strikes-Gefasel geht ideengeschichtlich auf eine von Reagan propagierte Strafidee zurück, nach der Straftäter nach drei Verurteilungen lebenslänglich hinter Gittern verschwinden sollten.

    Unabhängig von der Schwere der Straftaten.

    Ich will auch mal daran erinnern, daß die Three-Strikes-Policy bezogen auf vermeintlich illegale Downloads in Frankreich von der zuständigen Verfassungswahr-Instanz dorten kassiert wurde

    und – auch analog – hierzulande jedwedes Wesen zu dem Urteil gelangen muß, daß sich diese Schnapsidee nicht mit der hier einschlägigen Rechtsordnung verträgt.

    Gorny sollte sich in das Gronauer Rockmuseum einmauern, in dessen Museumsbeirat er sitzt.

    Und endlich, wie alle anderen Ernstzunehmenden es schon längst tun, zur Kenntnis nehmen, daß die traditionellen Verteilungsmodelle der Musikindustrie nie wieder greifen werden.

    Ne Riesenchance für egalitär produzierte gute Musik, übrigens.

  • #4
  • #5
  • Pingback: Twitter Trackbacks for Gorny: Sperren sind wie Führerscheinentzung » ruhrbarone [ruhrbarone.de] on Topsy.com

  • #7
    Mit-Leser

    @Thomas: Solche diffamierenden Äußerungen wie du sie hier gegenüber Gorny absonderst, klingen für dein hohes Alter ziemlich unreif. Ob Gorny Recht hat oder nicht: er hat seine Meinung sachlich vertreten – und verdient auch eine ebenso sachliche Antwort.

  • #8
    Franz Kollege

    Thomas hat Recht. Selten so einen ignoranten Schwachsinn gehört. Für solche Leute scheint das Internet nur darin zu bestehen, dass es das eigene Geschäftsmodell kaputt macht.

  • #9
    Rodriguez Fazanazas

    @Thomas @Franz Kollege

    Zumindest solltest ihr anerkennen, dass Gorny

    1. mit dem unseligen Verklagen von Privatpersonen durch die Rechteinhaber Schluss machen möchte.
    2. damit auch dem Abmahnbusiness windiger Winkeladvokaten die Basis entzogen wird.
    3. er bemüht ist eine alternative Lösung zu finden für das Problem, dass potentiell große Teile der Internetbenutzer mit einem sagen wir mal unproblematischen Verhältnis zu Urheberrechtsverletzungen schnell zu Ersttätern werden mit unkalkulierbaren Folgekosten.

    Ob die 3-strikes der Weisheit letzter Schluss sind oder überhaupt vereinbar mit geltendem Recht oder überhaupt technich umsetzbar, das wage ich auch zu bezweifeln. Zumal eben das Unrechtsbewusstsein großer Teile der Bevölkerung sich in Bezug auf Urheberrechtsverstöße dramatisch gewandelt hat.

    Herr Gorny ist Vertreter der Musikindustrie, insofern ist er sicherlich daran interessiert dafür zu sorgen, dass Künstler bzw. deren Labels Geld für ihr Produkt bekommen. Ist ja auch nichts Verwerfliches daran…ein Album zu produzieren kostet ne Menge Energie. Dass das Geschäftsmodell aufgrund der digitalen Wende nicht mehr wie einst funktioniert, das ist klar.
    Aber daraus zu schließen, dass man – nur weil es geht und das Geschäftsmodell der Musikindustrie eben antiquiert ist – sich deshalb die Alben (die man einst bezahlt hat) nun eben umsonst runterlädt, ist und bleibt ein wenig scheinheilig. Letztendlich steckt da nämlich bei einfacher Betrachtung nur die Freude dahinter, jetzt etwas umsonst zu bekommen, was einst mal was gekostet hat.

    Ich kann dir sagen, dass es auch für viele kleine Künstler – auch aus meinem Bekanntenkreis – frustrierend ist, wenn auf dem Record Release die ersten Reihen bereits die Hälfte der Songs mitsingen und am Merchandising-Stand die Cds verstauben.
    Wie bitte soll denn ein Alternativmodell aussehen, das den Künstlern erlaubt, zumindest einen Gegenwert für ihre geleistete Arbeit zu bekommen? „Egalitär produzierte gute Musik“ klingt da ein wenig vage. Produziert die sich umsonst in freien Studios und wird ohne Kosten zu erzeugen vermarktet und vertrieben von Menschen, die kein Geld zum Leben brauchen?

  • Pingback: Videovergleich: Canon Digital IXUS 70, Flip MinoHD, Kodak Zi8 » Pottblog

  • Pingback: Internet Enquete: Dieter Gorny ist dabei. | Ruhrbarone

  • Pingback: Dieter Gorny nun in der SPD-Medienkommission | Ruhrbarone

  • Pingback: Dieter Gorny, der schlechteste Pate beim Grimme Online Award 2011 » Pottblog

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.