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Greta kommt nach Hamburg zu #fridaysforfuture

FridayForFuture (Foto: Links Unten Göttingen/ Flickr/ CC BY-SA 2.0)

Mich freut, dass Greta Thunberg nach Hamburg kommt, um dort #FridaysForFuture zu unterstützen.

Mich freut, dass junge Menschen für ihre Anliegen auf die Straße gehen, für demokratische, zukunftsorientierte Anliegen. Mich freut, dass sie eine Galiionsfigur haben, die provoziert, aber Diskurs sucht, die klar spricht, ohne gegen Menschen zu hetzen.
Ja, man kann darüber diskutieren, was die richtige Klimapolitik ist.

Anerkennen müssen wir alternden Erwachsenen aber: wir haben sie nicht gestaltet, geschweige denn erzwungen. Und in den Hass, in die Wut, in die Hähme, die den jungen Aktiven mitunter entgegenschlägt, mischt sich zu einem nicht unerheblichen Teil der verzweifelte Wunsch, den eigenen Selbstwert zu erhalten, und sich nicht eingestehen zu müssen, dass man selbst eben bisher nichts getan hat. Dass man nicht auf die Strasse gegangen ist. Dass man sich nicht mehr traut, naiv und klar an die ganze Sache heranzugehen, wie es jetzt die Jungen tun.

Letztlich müssen wir anerkennen: wir haben versagt.
Wir haben keine große Idee, keinen Mut, wie man es anders machen könnte. Wir haben feige, ruhige Kompromisse, befriedete parteipolitische und interessengeleitete Friedenslinien. Wir müssen nun zusehen, wie nun die Jugend das gesellschaftspolitische Kriegsbeil ausgräbt.

Die Jugend, die in den letzten Monaten und Jahren schneeflockengleich nur jammerte, nur zerbrach, nur Opfer sein wollte, nur andere zu Opfern machen wollte – zumindest in unseren Augen – geht nun kraftvoll auf die Straße, fegt den etablierten Diskurs von dannen, stört sich nicht an Spot, Arroganz, Etabliertem.

Und so freue ich mich auf jeden Friday und auf diese Jugend. Denn die neue Jugend ist die beste Jugend, die aktiviste Jugend, die beste Zukunft, die wir je hatten – jetzt und immer da.
Wir sollten ihnen Antworten geben, bevor sie die Antworten geben, von denen wir glauben, dass sie nicht zu geben sind.

Vielleicht sollten auch wir uns einmal der Hoffnung hingeben, dem Lyrischen, dem was Ernst Wilhelm Lotz schon im Namen des Aufbruchs der Jugend texte

Also zu neuen Tagen erstarkt, wir spannen die Arme,
Unbegreiflichen Lachens erschüttert, wie Kraft, die sich staut,
Wie Truppenkolonnen, unruhig nach Ruf der Alarme,
Wenn hoch und erwartet der Tag überm Osten blaut.

Grell wehen die Fahnen, wir haben uns heftig entschlossen,
Ein Stoß ging durch uns, Not schrie, wir rollen geschwellt,
Wie Sturmflut haben wir uns in die Straßen der Städte ergossen
Und spülen vorüber die Trümmer zerborstener Welt.

…vielleicht ist das aber auch alles drüber! Und wenn? Was kann es schaden?

RuhrBarone-Logo

29 Kommentare zu “Greta kommt nach Hamburg zu #fridaysforfuture

  • #1
    Gerd

    Kinder sollten zur Schule gehen und was lernen, damit sie sich als Erwachsene eine Meinung zu komplexen Themen bilden können und nicht den Unterricht schwänzen.

  • #2
    Knut Junker

    Hallo gestriger Gerd,
    und die Erwachsenen mit ach so komplexer Meinung und Themen (weil nur Erwachsene sowas haben dürfen) gehen auch nur am Wochenende streiken, wenn es um bessere Arbeitsbedingungen geht, richtig?

    Ich unterschreibe jeden Satz in diesem Artikel.

  • #3
    thomas weigle

    @ Gerd "Früher hieß es schwänzen, heute fff", gelle?
    @ Sebastian Schöner Artikel. Hätte ich jetzt hier bei Ruhrbarons nicht unbedingt erwartet. Gut so!!

  • #4
    ke

    Gegen den Krieg!
    Gegen Hunger!
    Gegen Mord!
    Gegen Krebs!
    Gegen Herzinfarkte!
    Gegen Klimawandel!

    Lasst uns alle jung und naiv dagegen demonstrieren. Das klingt toll. Morgen ist schönes Wetter. Die Demo bringt zwar nichts, weil es einfach zu sehr die Suche nach der eierlegenden Wollmilchsau ist, aber wir demonstrieren und sind jung. Dann brauchen wir auch keine Bildung in der Schule, denn wir müssen demonstrieren.

    In meiner Jugend war geplant überall ein AKW hinzustellen, damit Energie im Überfluss da ist. Dass heute noch Öl da ist, wurde auch ausgeschlossen.

    Die Welt ist komplexer. Der Freitagsprotest zur Schulzeit ist mir einfach zu naiv. Bitte etwas konkreter! Fangt doch an nachhaltig zu leben. Kalte Zimmer, weniger Kleidungsstücke, keine Plastikverpackungen, keine Auto-/Bahn-/Busfahrten, denn wir haben ja Füße …

    Der Protest gegen Artikel 11/13 wird auch durch die Jugend getragen, ist aber deutlich konkreter und am Samstag.

  • #5
    thomas weigle

    @ke "Die Welt ist komplexer. Der Freitagsprotest….." Woran erinnert mich bloß dieser post????????…….Richtig, an "lern du erst mal was", an "Lehrjahre sind keine Herrenjahr" und v.a. an den Klassiker" geh doch nach drüben, wenn`s dir hier nicht gefällt." Und natürlich auch an die vier Kölner bzw. rheinischenLebensweisheiten. Schmunzel.
    Es wurde damals ja auch behauptet, dass ohne "AKWs an jeder Ecke" die Lichter ausgehen würde. Dass heute bald ein Drittel des Stroms aus erneuerbaren Energien kommt, hatte keiner auf dem Schirm bzw die wenigen, die in diese Richtung dachten, waren der Häme sämtlicher "Energiefachleute" aus den Stromkonzernen, ihrer politischen Helfer und der der Tintenkulis der Springerpresse u.a. Medien ausgesetzt.

  • #6
    ke

    @5 Thomas Weigle
    Teile des Rheinischen Grundgesetzes hatte ich in einem anderen Bereich zitiert, um auf die Mentalität im Kölner Raum hinzuweisen.

    Ein paar AKWs wären für den Klimaschutz und für den Strompreis sicherlich nicht zu verachten. Sie haben aber andere Nachteile.

    Insgesamt ist der technische Fortschritt insbesondere bei Verkehr, Bau und Energieproduktion eher vernachlässigbar. In meiner Jugend hätte ich gedacht, dass sich die nächsten 50 Jahre ähnlich schnell entwickeln wie in den Zeiten davor.
    Jetzt bauen wir Windmühlen, haben viel Fläche mit Solarpanels zugepflastert und zahlen absurde Strompreise, die insbesondere den fehlenden Konzepten in der Energiepolitik geschuldet sind.

    Ich habe bspw. betont, dass ich den Protest zum Thema Artikel 11/13, der auch aus der Jugend getrieben wird, sehr kreativ und zielgenau finde.
    Die Demos zum Klimaschutz sind mir zu platt. "Mutter Erde hat Fieber! Wir müssen sie retten" wäre vermutlich noch in den Top Ten der Aussagen.
    Ja, ich finde Demos zur Schulzeit unangebracht, wenn mir ein Thema wirklich etwas bedeutet. Dann engagiere ich mich in der Freizeit!

  • #7
    Helmut Junge

    @Thomas Weigle, soso, "Die Welt ist komplexer. Der Freitagsprotest zur Schulzeit ist mir einfach zu naiv. "erinnert dich an "Lehrjahre sind keine Herrenjahr" und zur Steigerung noch an " geh doch nach drüben, wenn`s dir hier nicht gefällt."
    Da komm ich nicht mehr mit. Beide Sprüche habe ich zur Genüge gehört, nur ging es damals um Schikane, gegen die wir demonstrierten, und um eine Erklärung der Machtverhältnisse, bzw. Disziplinierung.
    @KE hält es nur für klüger, erst mal was zu lernen. Ihm sind diese Proteste zu naiv. Die Probleme, die diese Schüler benennen, gegen die gehen sie nicht an. Das können sie nicht, weil sie nicht genug lernen, um sie zu lösen, und wir Älteren lösen sie ja gerade auch nicht. Das ist ja der Protest.
    Natürlich kann ich mich hinter die Schüler stellen, doch löst das die Probleme? Ist das die Lösung, wenn Millionen laut anklagend schreien? Da schreien doch schon viele mit. Eigentlich schreien doch schon alle. In vorderster Linie schreien sogar solche Personen, die privat Autos mit 194 PS fahren, wie einer der Vielfachkommentatoren hier kürzlich beiläufig erwähnte..
    So, als wäre das nicht eine der Ursachen für das Problem. Genau darum geht es aber. Und niemand zeigt mit dem Finger auf sich. Nach meiner Auffassung ist das aber das Hauptproblem. Setzt euch mal alle in die vordere Reihe der Demonstranten, versucht noch lauter zu schreien. Das hilft eurem Ansehen, löst aber kein einziges der Probleme über die ihr euch empört. Die Welt ist eben komplexer, war sie schon immer. Die Schüler werden als Erwachsene eine Welt vorfinden, von der sie noch weniger verstehen, als unsere Generation. Dann werden vielleicht noch jüngere noch lauter schreien. Diese Schüler müssten ihrer Selbsterhaltung wegen noch ein paar Stunden Schulunterricht zusätzlich mach. Falls das überhaupt etwas nützt. Thomas Weigle, mach doch etwas gegen die Probleme, die diese Schüler beunruhigen. Du bist doch einer der Adressaten ihrer Proteste.

  • #8
    Arnold Voss

    Schulen verschieben Freitagsunterricht auf Samstag, damit Schüler demonstrieren können

    https://www.der-postillon.com/2019/02/fridays-for-future.html?fbclid=IwAR2ZJlxLwgJd-WtfnnLn0xEQY-qIGOZvjI-4ZhzcHWIECaGcz5UDgfHMFbU

  • #9
    thomas weigle

    @ke Ja, @ Helmut Junge, ich bemühe mich. Benutze eher selten unseren Kleinwagen, habe ´ne Bahncard, nutze durchaus auch mal den ÖPNV. Bei der Heizung schau ich sehr genau hin, ebenso beim Einkauf. Manchmal bin ich nachlässig, Du weißt ja wie das ist mit den schlechten Gewohnheiten.
    Der Hauptansprechpartner der Schüler allerdings bin nicht ich als Rentner, sondern die, die Verantwortung tragen in Politik und Unternehmen.

    Was die Kids angeht, verstehe ich einfach die Häme, Überheblichkeit und Ablehnung, die sie erfahren,nicht.
    Sie machen sich Gedanken um ihre Zukunft, das ist gut. Und wenn mir damals jemand mit Deinen oder ähnlichen Worten gekommen ist, dann habe ich darauf gewiss nicht gehört.

    "Nicht für die Schule lernen wir…. "Das tun die Kids. Auf der Straße. Dort üben sie eine der grundlegenden Freiheiten der Demokratie ein, nämlich ihre Meinung, ihre Interessen zu Gehör zu bringen.. Ich find`s klasse.
    Gingen sie nachmittags auf oder am Wochenende auf die Straße, würde es doch kaum wen kratzen. Würden wir dann hier diskutieren?
    Das wir v.a.72 eine sehr hohe Wahlbeteiligung hatten, hatte auch damit zu tun, dass in den Jahren zuvor Teile der akademischen Jugend sich auf den Straßen, Unis und Schulen Gehör verschafft hatten. In Betrieben und Gewerkschaften war es auch nicht ruhig geblieben. Wenn jetzt durch "fff" mehr Jugendliche zur Wahl gehen, ist dadurch eine Menge gewonnen, nicht umsonst stehen die Armseligen für Deutschland in vorderster Front der "fff"-Kritiker.

  • #10
    ke

    @8 Arnold Voss
    Zu meiner Zeit gab es alle 14 Tage von 8-13.xx Uhr 6 Stunden Unterricht am Samstag.
    Überforderung, School Life Balance etc. war kein Thema.

    Da wäre es mit dem Demonstrieren komplizierter geworden.

  • #11
    ke

    @9 Thomas Weigle

    Natürlich müssen wir sorgsam mit den Ressourcen umgehen. Die Wärme ist hierbei ein besonders hoher Posten. Viele Umweltschutzideen helfen dem eigenen Ego, sie sind aber realistisch betrachtet Quatsch. Wenn die EU Trinkhalme wg. des Meeresschutzes verbieten will, frage ich mich, wie viele Trinkhalme aus Deutschland im Meer landen.
    Deutschland/Europa hat andere Plastikprobleme, aber die Strände in der Südsee sehen ja so dramatisch schlimm aus, da müssen wir helfen.

    Wo bleibt die konkrete Auseinandersetzung mit dem Klima?
    Was machen die Jugendlichen konkret? Weniger Klamotten, weniger Wege mit Bus, Bahn und Auto/Motorrad zurücklegen?
    Weniger Fleisch essen? Dann nur Geflügel wg. der Öko-Bilanz?
    ….
    Wo bleibt die Aufklärung? Gibt es Workshops zum Energieverbrauch der Schule und wie er sich senken lässt? Heizung und Licht in Schulen sind dank uralter Regelungen/Geräte ein Thema für sich.
    Die Bilder etc. sind einfach zu oberflächlich. Wenn ich mich interessiere, gehe ich stärker in die Details.

    Mehr Wahlbeteiligung ist toll. Nur ist Klima nicht die Hauptpriorität für Deutschland. Dafür sind wir zu unbedeutend für den Planeten, d.h. natürlich nicht, dass wir nicht schauen müssen, wie wir vor unserer Haustür kehren und gleichzeitig adere unterstützen müssen.

    Mir bleibt der Protest zu banal, zu oberflächlich für die Medienpräsenz, die er erhält.
    Das gilt auch für das Thema Klima, bei dem meistens die Fakten und die Ursachen fehlen.
    Hier ist die aktuelle Generation der Journalisten sicherlich überwiegen ein Beispiel dafür, wie man es eigentlich nicht machen sollte.

    Die Generation 40+ hat auch nicht versagt. Jede Zeit hat ihre Herausforderungen, die gelöst werden müssen. Ich hatte mich dazu schon geäußert.

    Eine Hilfe könnte sicherlich der Bau von Stromleitungen sein. Nur ist davon auszugehen, dass die Chinesen eher auf dem Mars sind als unsere Nord-Süd-Leitung fertig ist. Natürlich mit vergrabenen Stromleitungen, damit die Felder nicht stören :-).

  • #12
    thomas weigle

    @ ke Ich wollte vorhin schon die Rahmenrichtlinien und die mangelnde Ausstattung der Schulen erwähnen. Von uns (ehemaligen)Lehrern und unserer Ausbildung in Sachen moderne Medien nicht zu reden. Die Arbeitsbedigungen werrden immer schlechter, jeder Pups muß dokumentiert werden, was unheimlich Zeit kostet. Der Ertrag steht in keinem Verhältnis zum Nutzen
    Dafür können die Kids nix, auch deshalb ist ihr Protest so notwendig, um auch die Schulbildung modernen Erfordernissen anzupassen. Die Kids finden die Klimaentwicklung bedrohlich für ihre Zukunft. Das bringt sie auf die Straße.
    Völlig in Ordnung. Von ihnen nun auch noch spruchreife Lösungen zu erwarten, ist ein wenig zu viel verlangt.

    Natürlich hat Deutschland eher wenig Einfluß aufs Klima, aber wenn hier Lösungen gefunden und praktiziert, dann werden die anderswo genutzt werden. Andererseits ist es noch nicht lange her, da fuhren in Afrika weniger Autos als in NRW. Das hatte schon Wirkung "made in Germany."

    Was ich nicht nachvollziehen kann, sind Proteste gg. die sog. Stromautobahnen, wenn sie unter der Erde liegen. Und so manch anderer Protest von Umweltschützern, naja.
    Jeder von uns hat natürlich noch viel Potenzial in Sachen Schonung der Umwelt und der Ressourcen. Früher habe ich mich nach jedem Sport in der Wanne restauriert, heute dient sie als Aufbewahrungsort für die Schmutzwäsche.
    @ Arnold Jeden zweiten Samstag schon damals frei. Wow!! War bei uns nicht. Dennoch war ich mal samstags in Bonn, Notstandsgesetze wohl, wenn ich das recht erinnere. Gott ist das lange her. Hin und wieder haben wir auch schon mal an anderen Tagen die eine oder andere Stunde abgehängt, weil wichtige Ereignisse in FFM oder seltener in Offenbach unsere Anwesenheit unbedingt erforderten.

  • #13
    ke

    Gegner der EU Richtlinien für private Internet-Zensur, die insbesondere im konservativen aber auch im linken und grünen Lager viele Freunde hat, wurden von der EU Kommission als Mob bezeichnet.
    https://www.sueddeutsche.de/digital/eu-urheberrecht-diese-reform-macht-alle-verrueckt-1.4335959-2

    Darauf trinken wir doch einen. Schlimmer kann die Alt-Herren-Riege nicht zeigen, dass Jugend nicht interessiert. Politisch Interessierte, die in Sachfragen dann auch noch Kompetenz haben, werden als Mob oder Bots bezeichnet.

    Das geht gar nicht. Leider interessiert das Thema die älteren Wähler kaum. Es bleibt zu hoffen, dass am 23. März ein großer europaweiter Protest stattfinden wird.

    @12 Thomas Weigle:
    Die Dokumentationspflicht bringt uns alle um. Sie frisst Ressourcen ohne Ende, ohne im Idealfall wirklich etwas zu bringen. Gute Bewertungen, wenn das Papier schön ist! Hier müssen wir uns aus den Klauen der Juristen befreien.

    In Sachen Schule und moderne Medien bin ich gespalten. Modische Technik halte ich nicht für besonders sinnvoll. Die ganzen Boards sind im Alltag zum kompliziert. Ein Whiteboard mit Stift und ein Fernseher/Beamer für Videos/Folien tut es doch.
    Grundlegende Medienkompetenz erwarte ich von Lehrern. Es sind Akademiker, die sich auch privat weiterbilden müssen. Schon aus Eigeninteresse, auch wenn sich bspw. in der Schulmathematik auch in den nächsten 50 Jahren nichts tun wird. Der gesellschaftliche Wandel schlägt zu und dem müssen sich Akademiker auch privat stellen. Wir haben doch alle studiert, weil uns Fachbereiche interessiert. OK, den BWL-Studenten ging es vielleicht eher um eine Karriere :-).

  • #14
    ke

    @12 Thomas Weigle
    Stutzen beim Fußball, die über die Knie gezogen werden und 3 Tights bei 5 Grad unter der kurzen Hose. So wäre man nie in eine Mannschaft gewählt worden.
    Das sind aber alles Ressourcee, die dann Mikroplastik beim Waschen abgeben. Die Kunstrasenplätze sind da übrigens auch nicht ohne.
    https://www.heise.de/tr/artikel/Gefaehrlicher-Kunstrasen-3952234.html

  • #15
    Arnold Voss

    @ Ke # 10
    Ich wollte mit dem Verweis auf die Postillion-Satire nur ausdrücken, dass ich den Protest zwar politisch gut finde, ihn aber, was seine Wirksamkeit betrifft, nicht sonderlich ernst nehme. Wenn alle die, deren "Sauerei" die Greta Fans jetzt "aufräumen" wollen, Greta zujubeln, weiß ich ganz sicher, dass sich nichts Wesentliches ändern wird.

  • #16
    thomas weigle

    @ke #14 Gebolzt habe ich nur als Schüler/Student. Nach Stutzen und sonstiger Sportkleidung hat da niemand gefragt. Später bin ich gejoggt und heute sitz ich auf meinen Ergometer und gehe ab und an schwimmen. Auf einem Kunstrasenplatz habe ich nie gestanden, geschweige denn einen solchen "bespielt." Immerhin hab ich mal einen gekannt, der in einer Firma arbeitete, die solchen und Sportböden herstellte. Ich hoffe doch zuversichtlich, dass diese Bekanntschaft der Umwelt nicht geschadet hat, oder etwa doch?

  • #17
    Helmut Junge

    @Thomas Weigle, deine Strategie und Rechtfertigung vor die selbst, ist die Müllvermeidung. Das ist auch die traditionelle Strategie der Grünen. Was du nicht, bzw. kaum machen könntest, ist aber, der Frage nachgehen, was mit unserem Müll geschieht, wenn die Tonnen geleert wurden. Das interessiert praktisch niemanden und gerade die Grünen nicht. Hat sie nie interessiert, weil sie immer schon gegen die Verbrennung von Müll waren. Ihre Parole war, wenn Müll vermieden würde, brauchte es auch keine Verbrennung zu geben. Das hatte ich zu meinem Leidwesen als grünes Aufsichtsratmitglied bei der Gemeinschaftsmüllverbrennung mehr als einmal erfahren müssen. seit wir das duale System haben, wird Müll in Deutschland verbrannt und ein Teil recycelt. So denkt man jedenfalls. Wir sind stolze Recycler. Die deutsche Müllwelt ist also bis auf die kritisierte Vermeidungsbereitschaft anscheinend ok. Und genau das stimmt nicht, und darum kümmert sich niemand. Ich hatte anläßlich der bereits verstummten Plastik-im-Meer-Diskussion darauf hingewiesen, daß diese saubere Ökobilanz überhaupt nicht der Wirklichkeit entspricht. Es gab einen Artikel im Spiegel, in dem berichtet wurde, daß ein riesiger Anteil des deutschen Mülls weder verbrannt und schon gar nicht recycelt wird, sondern exportiert. http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/plastikmuell-deutschland-recycelt-nur-5-6-prozent-des-abfalls-a-1248715.html
    Mehrere Zeitungen haben darüber berichtet. Googel mal "Plastikmüll Deutschland" oder Müllexport Deutschland"
    Der Export geht nach China, Malaysia u.wer weiß noch wohin. Und im Pazifik treiben gigantische Plastikinseln, die sich langsam in Nanopartikel auflösen. Ich sehe da einen Zusammenhang. Andere nicht.
    Eigentlich müßten Müllexporte komplett verboten werden. Ich glaube sogar, daß es besser wäre allen Müll zu verbrennen, als ihn zu exportieren. Die Grünen fordern das aber nicht. Sie verfolgen selbst in dieser dramatischen Krise, die bereits durch die Platiknanopartikel im Fisch entstanden ist, immer noch ihre uralte unwirksame Müllvermeidungsstrategie. https://www.gruene-bundestag.de/files/beschluesse/180925-Fraktionsbeschluss_Plastikm%C3%BCll.pdf
    An ein Exportverbot wollen sie nicht ran, obwohl sie die reale Gefahr ebenso sehen wie ich. Aber das wäre nötig. Stattdessen fordern sie " ein Exportverbot für Plastik in Länder mit schlechteren Entsorgungssystemen und eine internationale Konvention.
    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/plastikmuell-im-meer-gruene-stellen-antrag-auf-internationale-konvention-a-1251064.html
    Und das weißt du auch, daß das eine halbe Luftnummer ist, weil eine internationale Kommission nicht mal schnell vom Bundestag beschlossen werden kann, und weil es eine reine Interpretationssache ist, ob die entscheidendenden Länder ein schlechtes Entsorgungssystem haben oder nicht.
    Thomas Weigle, weil ich die Komplexität in diesem Fall zufällig selber, sogar als grünes Rats-und Aufsichtsratsmitglied kennengelernt habe, sehe ich solche Proteste eher als hilflosen Aufschrei. Man muß schon tiefer einsteigen.

  • #18
    Madeleine Nass | Studentin

    Dieses Mädel wird leider grenzenlos überschätzt, so wie der sogenannte menschengemachte Klimawandel.

  • #19
    thomas weigle

    @ Helmut Junge Auch ich habe im KT GT in den 90ern eine heiße Diskussion um eine MVA miterlebt, die dann auch mit meiner Stimme verhindrt wurde.Ja, da stellten sich viele Fragen, die nicht beantwortet wurden.
    Wenn jeder von uns in einigen Bereichen des täglichen Lebens sein Verhalten umweltfreundlicher gestaltet, dann wäre schon einiges gewonnen, die Schonung der Umwelt täglich Thema und (Ein)Übung, Klimawandel nein oder doch: wir treiben Raubbau an den Ressourcen der Erde.Da spielt es überhaupt keine Rolle, ob wir emphatisch von "Mutter Erde" sprechen oder nur einen kühlen Blick auf den Stand der Dinge werfen, bspw. auf unseren Plastikverbrauch. Oder auf unseren unersättlichen Hunger nach Fleisch, usw usf.
    Ich wünsche jedenfalls der jungen Frau aus Schweden weiterhin viel Erfolg.
    Vieles in der augenblicklichen Diskussion erinnert mich an FJS, der andersdenkende Leute gerne folgendermaßen abfertigte: "Haben Sie eigentlich Abitur?"

  • #20
    Helmut Junge

    @Thomas Weigle, du willst mich nicht verstehen. Ich habe dich aber sehr wohl verstanden. Du sparst also beim Einkauf. Ok. Aber du hast doch immer noch eine Mülltonne, oder? Und eine gelbe Tonne hast du auch! Da ist immer was drin, egal wieviel du sparst.
    Und von dem, was da drin ist, geht möglicherweise die Hälfte, wenn nicht alles nach Ostasien.
    Dort wird es dann entweder besser recycelt als es hier möglich ist? Oder landet es im Pazifik? Darauf bezog sich mein Kommentar 17.
    Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist auch dein Platik dort im Wasser gelandet. Meiner auch, aber ich versuche konkret, Menschen davon zu überzeugen, daß unsere Politiker diesem Export einen Riegel vorschieben. Wenn es das ist, was Greta will, hat sie mich überzeugt. Dich aber nicht.

  • #21
    ke

    Was Greta möglicherweise will, ist mir ehrlich gesagt vollkommen egal.
    Wenn sie Ideen hat, soll sie sie konkretisieren und dafür kämpfen.
    Sie kann auch gerne direkt die Vollbremsung wie in Kattowitz gefordert durchführen. Das würde bedeuten, einfach mal zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu den Terminen fahren und nicht in Papas E-Auto, was dann von der Presse auch noch als besonders Öko gefeiert wird. Schauen wir mal in die Anden und gucken dann , was nachhaltig ist.

    Die Welt ist einfach komplexer. Mehrweg ist nicht immer besser als Einweg.
    Verpackungen schützen auch Waren. Sollen sie mehrfach produziert werden. Was kommt schon alles bei der Produktion in den Ausschuss, weil vielleicht die Farbe nicht 100%ig getroffen wurde.

    Müllexporte können auch lohnend sein, wenn durch günstige Arbeitskräfte unter guten Bedingungen Materialien wirtschaftlich wiederverwendet werden können. Die Elektroschrott-Material-Rückgewinnung am Lagerfeuer-Schmelzofen in Westafrika ist sicherlich keine Lösung.
    Hier muss im Detail geprüft werden, was sinnvoll ist.

    Dann stellt sich noch die Frage, was Plastik generell mit dem Klima zu tun hat. Gewicht verursacht beim Transport erhebliche CO2 Ausstöße. 100kg = 1Liter mehr Benzin war mal eine Faustformel. Im Flieger gab es Plastikgeschirr, weil allein Metallbesteck für 300 Personen eine Menge wiegt….
    Es hat ja einen Grund, das Plastik/Verbundstoffe genutzt werden. Es gibt immer Pros und Cons.

    Wenn man dann schaut, was für ein Theater es ist, die vielen Biersorten in den richtigen MEhrwegflaschen zu füllen, waschen, sortieren, transportieren.

  • #22
    thomas weigle

    @Helmut Junge Mir wäre es auch lieber, wir hätten eine umweltgerechte Politik, die bspw. den ganzen Plastikscheiß stoppt. Nur sehe ich da ganz realistisch meine Möglichkeiten als sehr begrenzt an. Deshalb seh ich zu, dass ich selbst so wenig wie möglich (Plastik)Müll produziere.
    Natürlich ist alles sehr komplex, welche Lösungen richtig oder falsch sind, ist ja mittlerweile oft eine Frage der Wissenschaft. Keine offene Frage ist aber, dass bspw. die Massentierhaltung erhebliche Probleme verursacht und auch für den Hunger in der Welt mitverantwortlich ist. Auch da kann jeder ganz eigenverantwortlich was tun, beim Kampf für oder beim Warten auf eine politische Lösung: nämlich weniger Fleisch essen und/oder halt teuer beim Biobauern kaufen, zumindest wenigstens auf Nachhaltigkeit beim Fleischkauf achten.
    Dass wir keine Politik haben, die auf Schonung der Umwelt, auf Nachhaltigkeit setzt, usw. entlässt niemanden aus der ganz persönlichen Verantwortung.

  • #23
    Wolfram Obermanns

    Die mediale Reflexion des Fridays for future und von Greta Thunberg bestärkt mich in meinen Ressentiments

    gegenüber den Medien.

    Das Setting der Aktionen der jungen Leute ist altersgemäß eine Mischung aus Party und Politik. Das was das Mädchen Greta so engagiert vorträgt, ist ebenso altersgemäß.
    Irritierend ist die Qualität der Rezeption dieser notwendigerweise eher simplen Kochrezepte zum Umweltschutz. Würde irgendjemand auf dem Niveau Migrationspolitik betreiben oder propagieren wollen, würde man ihn völlig zu Recht bei Pegida und Konsorten verorten.
    In Sachen Umwelt scheint es ein tief sitzendes Bedürfnis nach unterkomplexen Antworten zu geben. Darum kann eine Greta zu einer grünen Jeanne d’Arc und die Heilserwartung an die Jugend zu einer kinderkreuzzugsartigen werden. Eine Jugend über die in den selben Käseblättern gleichzeitig drei Zeilen tiefer geschrieben wird, sie könne keinen Meter zu Fuß laufen, oder den ÖPNV benutzen und ließe sich vom Muttitaxi bis vors Schultor karren. Lesen diese Herrschaften eigentlich den von ihnen selbst verzapften Scheiß?

    Nebenbei entsorgt man dabei aber, und das ist wohl das Wesentliche, die eigene Verantwortung und die Herausforderung zur qualifizierten Meinungsbildung, ob als Anbieter oder Rezipient, an an die Jugend.
    Der Gretakult der Erwachsenen ist dann der Arschlochkult der dummdreisten und bequemen.

  • #24
  • #25
    Wolfram Obermanns

    Oder so Arnold.

    Dazu frage ich mich, was wird aus dem Greta-Hype, wenn auffällt, daß sie weder in einer Krippe geboren wurde, noch vor hat zur Klimamärtyrerin zu werden, sondern auch ein Leben mit westlichem Lebensstil anstrebt und heute auch schon führt?
    Mein Vertrauen in die Fähigkeit sich dann anstandshalber an die eigene Nase zu fassen, ist mir beim Personal mit Personenkultneigung abhanden gekommen. Dafür ist mein Zutrauen in diese Menschen gestiegen – denn denen ist alles zuzutrauen.

  • #26
  • #27
    Helmut Junge

    Es ist geschafft! Merkel und Barley unterstützen Greta. Wenn die jetzt noch mit ihr demonstrieren, ist doch alles erreicht.
    https://www.zeit.de/politik/deutschland/2019-03/fridays-for-future-demonstration-klimaschutz-angela-merkel-katarina-barley

  • #28
    ke

    @27 H Junge:
    Ja, die absolute Bankrotterklärung der dt. Politik. Hoffentlich tritt Frau Merkel bald zurück. Frau Barley sollte zuerst in ihrem Ministerium aufräumen und sich dann endlich mal überlegen, ob sie die Politik die sie angeblich unterstützt, auch durchsetzt. Ihr ich will so, mache aber das Gegenteil ist nicht vermittelbar und zeigt, dass sie mit dem Amt überfordert ist.

  • #29

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