Helmut Junge stellt aus

Helmut Junge gehört fast seit dem ersten Tag zu den Stammkommentatoren dieses Blogs. Hier finden sich mehr Texte von Helmut als von den meisten Autoren. Das der Kommentarbereich der Ruhrbarone sich wohltuend von dem der meisten anderen Medien abhebt, liegt auch an ihm.

Doch was macht helmut wenn er keinen Kommentare schreibt? Das lassen wir ihn selbst sagen:

Nach 8 Jahren erstmals wieder, mache ich eine größere Einzelausstellung.Daran habe ich seit 2,5 Jahren immer, wenn ich zwischen 2 Kommentaren Zeit hatte, gearbeitet. Ja echt, ich mache außer bloggen noch andere Dinge!

Und da ich von Kunst ungefähr so viel Ahnung habe wie vom Schlittschuhlaufen, lass ich Helmut selbst beschreiben:

Wie male ich?
Ich male meine Bilder am, und mithilfe des Computers und eines Malprogramms.
Die Bilder entstehen in mehreren, unterscheidbaren Stufen.
Anfangs setze ich Farbstriche nebeneinander und übereinander, vermische sie,
bis sie, bzw. ein Ausschnitt der Bildfläche farblich einen Charakter annimmt, der an die Oberfläche eines Körpers denken lässt. Zu diesem Zeitpunkt handelt es sich noch um informelle Malerei. Das ändert sich im nächsten Schritt, wenn ich dann für diese Farbfläche eine passende Form suche. Danach sieht es schon nach einem, allerdings nicht genau definierbarem Körper auf einer Farbfläche aus. In einem dritten Schritt drehe ich diesen Körper innerhalb der Bildfläche in eine Position, die mir interessant erscheint. Mit einem Computermalprogramm ist das einfach, und das ist auch der erste Schritt, der sich von der Malerei auf einer Leinwand unterscheidet. Danach experimentiere ich mit dieser erhaltenen Form, z,B., indem ich Formen aus anderen Bildern hinzufüge, sie miteinander verbinde oder überlappen lasse, bis mir das Ergebnis zusagt. Mein Ziel ist es, eine körperhafte Fläche zu schaffen, die eine räumliche Tiefe suggeriert, fast real aussieht, ohne aber bekannten realen Formen zu gleichen.
Zwischendurch experimentiere ich immer wieder mit den Farbwerten, bis ich Form und Farbe als zusammengehörig und spannend empfinde. Manchmal füge ich dem Bild noch ein fotografisches Element hinzu. Dadurch wird das Bild nicht gegenständlicher, sondern sein illusionistischer Charakter verstärkt sich. Der Betrachter glaubt in dem Bild einen Teil der realen Welt zu sehen, wird aber mit der Schwierigkeit konfrontiert, dieses scheinbar Reale mit der Sprache zu erklären. Die Bilder stellen  tatsächlich nichts konkretes da. Nur wenn ich malerisch noch einen Schritt weiter gehe, nähert sich das Bild der realen Vorstellung an und verliert seinen illusionistischen Charakter. Das geschieht vor allem dann, wenn ich mit einer einmal gefundenen Form weiter experimentiere. Ich glaube aber, dass das Ergebnis eines solchen Malprozesses auch in solchen Fällen, in denen Künstler in umgekehrter Vorgehensweise gegenständliches abstrahieren. Wenn ein Bild „fertig“ ist, muss ich es mit einem Drucker ausdrucken, damit ich es ausstellen kann. Meist arbeite ich aber an den Bildern immer weiter, und benutze Elemente daraus als Ausgangsbasis für neue Malereien.

Projekt Lebenswert, 2.12.12 (Ausstellungseröffnung 10.30Uhr) bis 27.1.13.

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5 Kommentare

  1. #1 | Aus Maus sagt am 22. November 2012 um 14:17 Uhr

    Ich bin verblüfft: da beschreibt ein Künstler nüchtern und sachlich, was er macht und man versteht es auch noch. Danke dafür. Es gibt nicht nur salbadernde, schwafelnde Pseudointelektuelle unter den Künstlern.

  2. #2 | Helmut Junge sagt am 22. November 2012 um 23:26 Uhr

    @Aus Maus, schönen Dank für das Lob.
    Dein Kommentar gibt mir die Gelegenheit, ganz allgemein ein paar Sätze zu einem möglichen Verkaufsprozedere zu sagen.
    Ich freue mich natürlich über jeden Besucher der Vernissage.
    Für diese Vernissage gilt etwas besonderes:
    Ich habe mit dem Projekt Lebenswert, dass sich um caritative Zwecke kümmert, vereinbart, dass 20% des Verkaufserlöses in diesen caritativen Zweck eingehen. Da ich Computermalerei mache, sind alle Bilder Tintenstrahldrucke, die ich selber in jeweils 20iger Auflage drucke und am Eröffnungstag zu etwa dem zweifachen Materialpreis verkaufe. Die Preise werde ich je nach Größe des Bildes, mit oder ohne Rahmen festlegen. z.Zeit liegen meine Berechnungen bei max.100 Euro für ein Bild von 70*70 (gerahmt) Endgültig lege ich mich da noch nicht fest.
    Ich habe nur wenige Drucke auf Vorrat, d.h., ich muß den Kauf als Kaufantrag erst bearbeiten., bzw. das Bild erst drucken. das kann etwa 10 Tage dauern. Der Käufer muß sich womöglich eine Portogebühr zum Verkaufspreis dazu addieren..
    Wegen der kleinen Auflage behalte ich mir auf jeden Fall vor, später Varianten des Bildthemas unter Benutzung von Einzelelementen (Eigenzitate) weiter zu entwickeln, und unter anderem Bildnamen anzubieten.

  3. #4 | H:Franke sagt am 31. August 2014 um 11:56 Uhr

    Hallo, Herr Junge,
    ich vermisse unsere Brainstorming Gespraeche. Es gibt eine Menge Ideen,
    ueber die ich gern mit Ihnen reden wuerde! Koennten wir uns mal treffen?
    In der Cafeteria Duisburg oder Essen oder bei Kaufhof 5.Etage am Hbf Essen?
    viele Gruesse aus Bramsche

  4. #5 | Helmut Junge sagt am 31. August 2014 um 15:54 Uhr

    Hallo Herr Franke, das ist ja eine Überraschung.
    Aus der Rente zurück zum Arbeitsplatz?
    Aber klar werden wir uns treffen. Cafeteria Duisburg wäre gut. Ich schicke Ihnen ein mail.

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