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Hummels-Rückkehr zum BVB: Zu viele Emotionen waren noch nie ein guter Ratgeber!

Mats Hummels. Archiv-Foto: Robin Patzwaldt

Seit gestern ist klar, was schon seit Tagen unter Fußballfans diskutiert wurde: Ex-Nationalspieler Mats Hummels wird nach drei Jahren beim FC Bayern München in diesem Sommer zum BVB nach Dortmund zurückkehren. Der Abwehrspieler wird die Schwarzgelben zwischen 30 und 38 Millionen Euro Ablöse kosten und damit zum teuersten Neuzugang der Westfalen in deren Geschichte werden.

Logisch, dass das zu heftigen Debatten Anlass gibt. Ein 30-Jähriger, der vom Bundestrainer bereits aussortiert wurde und auch bei Bayern wohl keine glanzvolle Zukunft mehr gehabt hätte. Ausgerechnet so einer, der seine besten sportlichen Zeiten wohl schon hinter sich hat, soll der neue Hoffnungsträger für einen Verein sein? Viele BVB-Anhänger haben ihm zudem seinen Abgang im Jahre 2016 zum größten sportlichen Rivalen an die Isar nicht verziehen. Dass ihn jetzt alle mit offenen Armen empfangen würden, wenn er den ‚Schritt zurück‘ macht, damit war nicht zu rechnen. Die Diskussionen überraschen daher nicht.

Und trotzdem gibt es durchaus gute Gründe den BVB zu diesem Schritt zu gratulieren.

Die Tatsache, dass Hummels gemeinsam mit Thomas Müller und Jerome Boateng kürzlich aus der Nationalmannschaft aussortiert wurde, die sorgte seinerzeit für viel Unverständnis. Zumal es sich um eine dauerhafte Nichtberücksichtigung handelte. Mit Leistungsgründen fiel das zu begründen gerade bei Hummels schwer. Da waren sich eigentlich alle Experten einig.

Insofern ist die Tatsache, dass der Abwehrspieler aktuell nicht mehr beim DFB berücksichtigt wird, für seinen Verein eigentlich ein klarer Vorteil. Hummels dürfte, wie man ja auch schon in seinen Spielen seither gesehen hat, besonders motiviert sein, es Löw noch einmal zu zeigen. Zumal hat er dadurch weniger Belastungen zu verkraften hat, besser regenerieren kann. Zudem wird er dem BVB, da er nicht bei den Europameisterschaftsqualifikationsspielen eingesetzt wurde, direkt bei Trainingsbeginn Anfang Juli zur Verfügung stehen. Alles gut.

30 Jahre ist für einen Defensivspieler auch kein Alter. Profis können aktuell in diesem Bereich locker noch ein paar Jahre auf höchstem Niveau spielen. Hummels selber betonte jüngst, als ein Wechsel nach Dortmund noch gar kein Thema war, dass er ’noch ein paar gute Jahre im Tank‘ hätte, sich nicht alt fühle.

Der Struktur im BVB-Kader tut seine Hinzunahme unbestritten gut. Lange Zeit galt das Team vielen Beobachtern als zu jung, zu leise, zu angepasst für einen Titel. All dies kann Hummels ‚heilen‘. Er hat die Erfahrung, die Persönlichkeit und die Klasse der Mannschaft gerade im hinteren Bereich mehr zu geben. Er ist ein echter Anführer, ist clever und zeigt stets ein professionelles Verhalten. All dies braucht der Kader. Die Verpflichtung des Müncheners ist daher nur konsequent.

Die Tatsache, dass einige Fans aktuell herumjammern, da Hummels den Klub damals bewusst in Richtung seiner Heimatstadt München verließ können wie eh traditionell vernachlässigen. Zu viele Emotionen sind im heutigen Profigeschäft fehl am Platze.

Es war völlig legitim, dass Hummels den Verein im Jahre 2016 nach Bayern verließ, da er dort die bessere sportliche Perspektive sah. Drei Meistertitel und ein Pokalsieg sind eine Bilanz, die ihm Recht geben. Es ist für einen Profi nichts Verwerfliches, wenn er sich im Sinne seiner Karriere entscheidet. Wer behauptet er würde das nicht tun, der lügt…. zumindest zu 99,9%. Es mag noch den einen oder anderen großen Fußballromantiker unter den Profis geben, doch sind die rar gesät. Die Tatsache, dass ein Spieler nicht zu dieser aussterbenden Spezies gehört, qualifiziert ihn nicht grundsätzlich herab, auch wenn einem als Fan natürlich ein anderes Verhalten lieber wäre. Und das Gejammer wird aufhören, wenn Hummels erst einmal die eine oder andere gute Aktion im Dortmund Trikot abgeliefert hat. Oder hört man heute noch Gejammer über die Rückkehr von Mario Götze? Eben!

Und die Ablösesumme? Mag sie für Dortmunder Verhältnisse auch auf Rekordniveau liegen, wenn man ehrlich ist, reicht sie im internationalen Vergleich aktuell kaum noch für einen Spieler von internationaler Klasse. Insofern relativiert sich auch die Tatsache, dass der BVB jetzt nicht weniger für Hummels zahlt, als er vor drei Jahren bei seinem Abgang nach München für ihn bekam. Die Preise auf dem Spielermarkt sind in der Zwischenzeit halt explodiert, wovon der BVB ja auch im Falle von Dembele, Aubameyang und Pulisic schon gerbe profitiert hatte.

Alle Gegenargumente lassen sich also leicht entkräften!

Die BVB-Verantwortlichen haben beim jetzigen Stand der Dinge alles richtig gemacht. Nun liegt es an Mats Hummels seine Kritiker durch sportliche Leistungen wieder zum Schweigen zu bringen. Dass er das kann, daran habe ich gar keine Zweifel!

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4 Kommentare zu “Hummels-Rückkehr zum BVB: Zu viele Emotionen waren noch nie ein guter Ratgeber!

  • #1
    Jens Pamang

    "Die Tatsache, dass einige Fans aktuell herumjammern, da Hummels den Klub damals bewusst in Richtung seiner Heimatstadt München verließ können wie eh traditionell vernachlässigen. Zu viele Emotionen sind im heutigen Profigeschäft fehl am Platze."

    Der Autor ist Fußball "Fan" seit 2 Jahren? Anders kann man sich solche Aussagen nicht erklären.
    Diese Aussage ist an Ignoranz und Dummheit echt kaum zu überbieten. Einen Missstand hinnehmen einfach weil ja der Sport jetzt so ist. Genau deswegen kommt dieses lächerliche Geschäft mit diesen unfassbar lächerlichen Preisen doch erst zustande. Wirklich beschämend, über den Tellerrand gucken scheint ja echt verpönt dieser Tage.

    Und auf der emotionalen Seite im Fall Hummels darf sich Herr Patzwald ja gerne nochmal die Aussagen von Hummels bzgl Bayern anhören während seiner Zeit beim BVB anhören. Dann ausgerechnet dahin zu gehen ist halt nunmal ein Schlag ins Gesicht für jeden Fußball Fan. Da grade er nicht wie der Söldner wirkte.

  • #2
    Klaus Lohmann

    @Jens Pamang: Tresenliga oder Kreisklasse – also Ligen, in denen die von Ihnen wahrscheinlich vergötterten "Harter-Hund"-Spieler sogar noch Geld mitbringen, wenn sie sich dafür mindestens einmal wöchentlich die Haxen ondulieren lassen dürfen – stehen auch für Sie als Fan offen, wenn Sie den Profi-Spielbetrieb der BuLi mit allen seinen Begleiterscheinungen wie zum Beispiel dieses geheimnisvolle "Geld verdienen" nicht mehr ertragen. Sie würden so peinliche Anmachen wie in Ihrem Kommentar damit vermeiden helfen.

    Es steht übrigens bei intelligenten Fans außer Frage, dass der damalige Wechsel von Mats zu den Bauern und seine komplett nachvollziehbaren Erklärungen dazu kaum jemanden zu solchen Beleidigungen hat hinreißen lassen müssen, wie Sie sie hier abladen. Er ist Profi-Spieler, die Vereine sind Profi-Vereine und alle zusammen können ein paar solcher Dauermotzkis auf der Tribüne sicher problemlos ignorieren.

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