Knut Reinhardt: Vom BVB-Profi zum Lehrer in der Dortmunder Nordstadt

Fußballprofis führen im Regelfall nach ihrer Karriere ein Leben im Luxus. So wohl die allgemeine Einschätzung. Und vielfach trifft das ja auch zu. Doch eben längst nicht immer. Viele führen nach der aktiven Zeit im Glamour des Profisports ein recht unauffälliges, ein ziemlich ‚normales‘ Leben.

Ein Vertreter dieser dann natürlich im Regelfall deutlich weniger beachteten Gattung ist der ehemalige Berufsfußballspieler Knut Reinhardt, welcher u.a. mit dem BVB in den 1990er-Jahren große Erfolge feierte. Die Älteren hier werden sich sicherlich noch gut erinnern.

Bereits auf dem Platz war er seinerzeit als Leader gefragt, wenn er auch nicht zu den ganz großen Stars der Szene gehörte, jetzt jedoch im Klassenzimmer noch viel mehr. Nachdem Reinhardt, immerhin Champions-League-Sieger im Jahre 1997 mit den Dortmundern, mit 32 Jahren dann seine Profikarriere beenden musste, entschied er sich ungewöhnlicher Weise für einen Beruf mit ähnlich hohem Lärmpegel wie im Fußballstadion: Er wird Grundschullehrer.

Von seiner spannenden Entwicklung erzählt jetzt ein Buch, welches aktuell noch ziemlich neu auf dem Markt ist, und welches ich hier und heute gerne einmal kurz unseren Lesern vorstellen möchte.

Vom Fußballplatz ins Klassenzimmer, vom Rampenlicht in die Schule? Klingt tatsächlich etwas schräg, aber ja, das gibt es durchaus, wie das Beispiel sehr eindrücklich zeigt.

Und Reinhardt tut auch jetzt als Lehrer im weitesten Sinne sogar noch immer das, wofür er damals als Spieler bereits von den Fans geliebt wurde. Er geht nämlich dahin, „wo es weh tut“. In diesem Fall heißt das: Dortmunder Nordstadt!

Als Grundschullehrer im sozialen Brennpunkt mit großem Konfliktpotenzial? Warum nicht, dachte sich wohl der ehemalige Schwarzgelbe. Im Umgang mit Kindern aus unterschiedlichsten Milieus überträgt er nun schon seit Jahren seine Erfahrungen aus dem Sport auf die pädagogische Arbeit.

Er stellt, wie er es selber schildert, dabei sehr klare Regeln für Leistung, Aufmerksamkeit und Respekt auf, rückt die Klasse in den Mittelpunkt und vermittelt jedem Kind das Gefühl, eine wichtige Rolle im Team einzunehmen.

Denn nur wenn die Klasse zusammenarbeitet, kommt auch jeder Einzelne schlussendlich zu seinem Ziel, meint der Ex-Kicker. Und der Erfolg gibt Knut Reinhardt offenbar auch recht: Denn recht viele seiner Schüler schaffen den Sprung auf eine weiterführende Schule.

Seine Autobiografie „Wenn Fußball Schule macht“ mag sehr idealisiert sein, spannend zu lesen ist sie jedoch auf jeden Fall. Und das nicht nur für Sportfreunde. Ungewöhnlich für die Biografie eines Ex-Profisportlers, dem seine Arbeit nach der Karriere sogar mehr bedeutet als seine Errungenschaften im Sportzirkus.

Vorgelegt wird hier tatsächlich eine spannende Fußballerbiografie und gleichzeitig eben auch ein Debattenbuch zu den brandaktuellen Themen Integration, Chancengleichheit und Bildung. Das habe ich so bisher auch noch nicht in der Hand gehabt. Das Buch liegt jetzt beim Buchhändler Eures Vertrauens. Schaut einfach mal rein!

 

Wenn Fußball Schule macht

240 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag

ISBN 384-190-554-3

19,95 Euro

Auch als E-Book erhältlich.

 

Update 21.09.17:

Wie ich gerade erfahren habe, stellt Reinhardt das Buch nächste Woche in Dortmund auch noch persönlich vor. Bei Interesse:

Buchpremiere: Knut Reinhardt im Gespräch über „Wenn Fußball Schule macht. Mein Weg vom Fußballprofi zum Lehrer“

Am: Mittwoch, 27.09.2017

Um: 20.15 Uhr

Wo: Mayersche Buchhandlung, Westenhellweg 37-41, 44137 Dortmund

Eintritt: 11,- €

Eintrittskarten sind in allen Mayerschen Buchhandlungen erhältlich oder unter www.mayersche.de

 

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3 Kommentare

  1. #1 | Walter Stach sagt am 20. September 2017 um 15:21 Uhr

    Robin,
    danke für Deinen Hinweis auf "Wenn Fußball Schule macht" verbunden mit einigen Anmerkungen von Dir zur Fußball-zeit von Knut Reinhardt.
    Wenn ich mich an seine Zeit als Profi beim BVB erinnere, dann habe ich einen lauf- und kampfstarken , stets fairen Abwehrspieler "vor Augen", nicht den sog. "super-Techniker" -oder irre ich mich?

  2. #2 | Robin Patzwaldt sagt am 20. September 2017 um 15:23 Uhr

    Ja, so habe ich ihn auch noch gut in Erinnerung, Walter. 🙂

  3. #3 | Thorsten Stumm sagt am 20. September 2017 um 16:01 Uhr

    Er war zwei Jahre der Klassenlehrer meine Sohnes….ein toller Lehrer dem seine SchülerInnen sehr am Herzen liegen. Für mich war das am Elternsprechtag immer etwas seltsam….da sitzt Du mit einem Deiner Fusssballfan-Idole, der nun wirklich fast jede Trophäe des Vereinsfussballs mal gewonnen hat, plötzlich im Klassenraum gegenüber…. 🙂

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