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Konzertfilm »Depeche Mode – Live in Berlin« – Längst nicht so schlecht wie sein Ruf

DSC01213 (600x525)Wenn eine der einflussreichsten Bands der 80er und 90er-Jahre ein neues CD/DVD-Live-Box-Set auf den Markt wirft, so wie Depeche Mode es vor wenigen Wochen im November tat, dann findet dies bei mir als langjährigem Beobachter der Band natürlich auch ein grundsätzliches Interesse.
Allerdings mehrten sich dann in den ersten Tagen nach der Veröffentlichung dermaßen die kritischen Stimmen, dass ich erst einmal zurückschreckte mir die Sammlung von immerhin fünf neuen Silberlingen mit dem Titel »Depeche Mode – Live in Berlin« so bedingungslos und sofort auch selber zuzulegen.
Es hagelte regelrecht Kritik von allen Seiten: Schlechte Bildqualität, langweilig, alles irgendwie schon mal dagewesen, technisch sei der Konzertfilm nicht mehr zeitgemäß usw.. Und obwohl das Werk direkt auf Platz Zwei der Deutschen Charts einstieg, fiel es danach entsprechend rasch wieder um etliche Plätze ab.
Nun aber, mit einigen Wochen Verzögerung, habe ich mich an die Box dann doch einmal herangetraut, und ich muss sagen, die heftige Kritik erscheint mir doch arg überzogen und teilweise regelrecht unfair. Depeche Mode wurden hier offenbar in erster Linie ein Opfer der (von ihnen durch hervorragende Live-Produktionen der letzten Jahre selbst geschaffenen) extremen Erwartungshaltung. Der hier aktuell vorgelegte Konzertfilm vermag nämlich, bei vielleicht auch etwas weniger emotionaler Herangehensweise, durchaus zu gefallen!

 

 

Regisseur Anton Corbijn setzte für seinen Film die letzten beiden Konzerte der »Delta Machine«-Tour 2013 filmisch in Szene, welche in der Berliner 02-World vor jeweils 14.000 Zuschauern stattfanden. Martin Gore, Dave Gahan und Andy Fletcher hatten im März 2013 ihr Studioalbum Delta Machine veröffentlicht und anschließend eine Welttournee gestartet, die über 2,4 Millionen Fans in 32 Ländern begeisterte.
Über den künstlerischen Eindruck, die Bilder, den Schnitt, mag man durchaus unterschiedlicher Meinung sein. An der Qualität der Konzertes, der Musik kann es keinen Zweifel geben.
Die beigelegten 2 CDs, welche das Konzert zudem in voller Länge für den CD-Player anbieten, runden das durchaus gelungene Erinnerungsstück an die jüngste DM-Tour ab. Zudem werden einmal mehr Interviews und weitere DVD-Extras geboten.
Alles vielleicht nicht besonders spektakulär, jedoch auch bestimmt keine pure Enttäuschung. Für aktuell ca. 30 Euro bekommt man hier mehrere Stunden guter Unterhaltung.
Dass es trotzdem aktuell so viele unzufriedene Fans und Käufer der Box zu geben scheint, das kann ich mir wirklich nur damit erklären, dass DM die Latte in den letzten Jahren, was die eigenen Veröffentlichungen betrifft, ganz schön hoch gelegt hat. Immer mehr, immer besser, immer spektakulärer war hier jetzt halt mal nicht. Ob man deshalb gleich von purer Enttäuschung sprechen muss, wie ich andernorts auch schon gelesen habe, da habe ich doch meine Zweifel.
In Zeiten, wo Konzertkarten gerne mal 100 Euro kosten, da bietet diese Box Musikfreunden und Fans der Band für vergleichsweise kleines Geld doch ziemlich viel. Wahrlich zumindest kein Grund um davon enttäuscht zu sein!
Manch einem Anhänger dürften die fünf vorgelegten Silberlinge noch wiederholt die Wartezeit bis zur nächsten Tournee, bis zum nächsten Album der Superstars verkürzen. Und so werden sicherlich auch noch manche Kritiker nach und nach ihren Frieden mit der Sammlung machen. Ganz bestimmt… Ich kann hier jedenfalls allen, die vielleicht ob der vielen Kritiker noch an der Box zweifeln, nur empfehlen sich unbedingt einen eigenen Eindruck zu verschaffen, sich nicht verschrecken zu lassen! Ich jedenfalls war dann am Ende doch ganz positiv davon angetan…

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7 Kommentare zu “Konzertfilm »Depeche Mode – Live in Berlin« – Längst nicht so schlecht wie sein Ruf

  • #1
    Marion

    Depeche Mode, das war mal ganz großes Kino. Aber nach mehr als 30 Jahren kommt die Musik mittlerweile altbacken und wenig unterhaltsam rüber. Ungefähr wie ein Kaffee, der dreimal aufgebrüht wurde. 😉

    Vielleicht sollte Dave Gahan mit Mick Jagger, Bono und Anne Clarke ein Seniorenprojekt starten.

  • #2
    Andreas

    @ Marion

    you might ask your personal jesus …:

    http://www.dailymotion.com/video/x9mh9_marilyn-manson-personal-jesus_news

  • #3
    Robin Patzwaldt Beitragsautor

    @Marion: Dabei könnte Mick Jagger glatt der Vater von Dave Gahan sein 😉

  • #4
    Marion

    @ Andreas

    OK, einer der stärksten Titel von Depeche Mode, aber die Coverversion von Marilyn ist nicht nach meinem Gusto. Die überzeugte Atheistin kontert:

    https://www.youtube.com/watch?v=qpYW3qng78E

    @ Robin

    Die beiden, Gahan und Jagger, messe ich am individuellen Drogenkonsum und weniger am Alter. 😉

  • #5
    Andreas

    @ Marion

    … mit Johnny Cash – “American IV: The Man Comes Around” – habe ich “Personal Jesus” gelernt …

    ( ruf doch mal an … )

  • #6
    Delle101

    Wenn man in keinster Weise auf die teschnichen Details der DVD eingeht und das vorhandene Equipment nicht dem aktuellen Standart entspricht, dann, ja nur dann kommt die DVD gut weg.
    Die CDs und die Blu-Ray Audio sind gut, bzw top, aber über den Rest brauchen wir nicht diskutieren, das ist ausreichend getan worden. 😉
    Für alle die den Konzertfilm auf ihrem HD TV genießen wollen, die werden um die 1080p Version von iTunes nicht herum kommen .

  • #7
    Robin Patzwaldt Beitragsautor

    @Delle101: Also alle bestimmt nicht. Ich habe den Film auch auf meinem HD-TV angeschaut und war durchaus zufrieden mit der gelieferten Qualität. Ein recht gelungenes Erinnerungsstück an die Konzerte, aus meiner Sicht. Ist halt keine Blu-Ray. Na und? Macht das den Film und das Konzert gleich völlig inakzeptabel, so wie ich in einigen Kritiken gelesen habe? In meinen Augen jedenfalls keinesfalls!

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