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Kreis Recklinghausen: Neue Turbulenzen beim ‚newPark‘

Große Pläne liegen schon länger auf dem Tisch. Foto: Kreis Recklinghausen

Große Pläne liegen schon länger auf dem Tisch. Foto: Kreis Recklinghausen

Zuletzt lief es positiv für den seit Jahren umstrittenen ‚newPark‘ im Kreis Recklinghausen. Nachdem das Land NRW keine Bürgschaft ausstellen wollte, stemmte der wirtschaftlich angeschlagene Kreis Recklinghausen den Grundstückskauf kurzerhand aus eigener Kraft (wir berichteten).
Doch nun, nur wenige Wochen später, ereilt die Planer schon wieder die nächste negative Nachricht bzgl. des Projekts: Der benachbarte Kreis Unna steigt nämlich aus der newPark GmbH aus!

Mit immerhin zehn Prozent ist der Kreis Unna bisher noch am newPark beteiligt. Doch die dortige Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) sieht für sich bzw. den Kreis Unna nun offenbar keine Zukunft mehr in dem Projekt. Die schlechte finanzielle Lage des Kreises Unna wird aktuell als Hauptursache für den Abschied vom Projekt ins Feld geführt. Der Finanzbedarf der Erschließungsphase des riesigen Areals, zwischen Datteln, Waltrop und Bork gelegen, erscheint offensichtlich den Verantwortlichen dort deutlich zu unübersichtlich. Ein Risiko, welches übrigens ja auch schon die Rot/Grüne Landesregierung in Düsseldorf durch die Ablehnung einer Landesbürgschaft damals scheute, und nur der Kreis Recklinghausen offensichtlich bisher gut stemmen zu können glaubt. Obwohl es, und das sei hier noch mit angemerkt, auch diesem ja finanziell bekanntlich nicht gerade gut geht.

Die Entscheidung im Kreis Unna sorgt nun natürlich aktuell für viel Verdruss im Kreis Recklinghausen. Und zwar nicht nur, weil der Nachbarkreis nun offenbar ausscheidet, aktuell auch noch unklar ist wer den Anteil des Nachbarkreises denn nun zukünftig mittragen soll, sondern vor allem eben auch, weil die Nachricht hinter den Kulissen offenbar schon länger bekannt gewesen ist.

Als der Recklinghäuser Kreistag im Mai den Grundstückskauf auch offiziell absegnete, soll der Ausstieg des Kreises Unna hinter den Kulissen schon bekannt gewesen sein, offenbar jedoch ohne dass diese wichtige Info an die Gremien des Recklinghäuser Kreistages weitergeleitet wurde. So sehen die Grünen im Kreistag der Vest-Metropole darin aktuell einen echten ‚Skandal‘. Es brodelt also mal wieder wegen des newPark in der Lokalpolitik der Region.

Man darf somit auch weiterhin gespannt sein, wie sich die Geschichte in nächster Zeit noch weiterentwickelt… Auch wir werden die Geschehnisse weiter im Auge behalten.

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3 Kommentare zu “Kreis Recklinghausen: Neue Turbulenzen beim ‚newPark‘

  • #1
    WALTER Stach

    Robin,
    es scheint sie als doch noch zu geben:
    Führungskräfte in einer Kommune/ in einem Kreis, die ihre Entscheidung nicht davon abhängig machen, was wünschenswert erscheint, die sich nicht auf ein äußest riskobehaftes Projekt -einem Spekulationsobjekt- einlassen, für das letztendlich der Steuerzahler haftet, sondern die ihre Enscheidung nach den Realitäten treffen einschließlich einer gründlichen Risikoabwägung und einer sorgfälitgen Kosten-Nutzenanalyse.
    Ansonsten sieht es danach aus, daß das vom Kreis Unna "geworfene Handtuch" keine der sonstigen Akteure zur Aufgabe veranlassen wird, vermutlich nicht einmal zu einer selbstkritischen Reflexion über……

    Ich meine -nicht nur die Grünen im Kreistag in Recklinghausen-, daß von einem Skandal gesprochen werden muß, wenn , wie den Medien zu entnehmen ist, der Landrat des Kreises Recklinghausen , informiert über den Ausstieg Unnas, den Kreistag vor seiner endgültigen Entscheidung über den Kauf der Grundfläche für ca.23 Mio € darüber n i c h t unterrichtet hat.
    Für SPD, CDU, FDP im Kreistag ist das allerdings offenkundig kein Skandal, es ist ihnen nicht einmal einer kritischen Bemerkung gegenüber dem Landrat wert. Der Gedanke, daß sie informell vom Landrat vor der Abstimmung im Kreistag unterrichtet worden sind, die Information aber im Einvernehmen mit dem Landrat aus der Beratung im Kreistag vor dessen Beschußfassung heraushalten wollten, liegt nahe.

    "Schwamm darüber" ?
    Ja, so wird es im Einvernehmen zwischen den genannten Parteien und den regionalem Medien vermutlich laufen.

  • #2
    Robin Patzwaldt Beitragsautor

    Tja, Walter, ich fürchte ja, dass das Ding, ob vernünftig oder nicht, nun auf ‚Biegen und Brechen‘ durchgezogen wird. Was ich dann noch spannend finde, natürlich neben der Frage ob es am Ende denn dann auch ein Erfolg wird (sprich sich die versprochenen Arbeitsplätze auch einfinden), dass ist die Frage ob sich die Stadt Waltrop denn dann auch noch daran beteiligen wird. Frau Moenikes, Waltrops neue CDU-Bürgermeisterin, hatte im vergangenen Juli ja im Interview mit mir angekündigt, dass sie dann eine Bürgerbefragung in Waltrop auf den Weg bringen möchte ( http://www.ruhrbarone.de/trotz-klage-gegen-zielabweichungsverfahren-das-kraftwerk-datteln-4-wird-am-ende-wohl-ans-netz-gehen/85146 ) . Das müsste dann ja jetzt eigentlich geschehen, nachdem der Kreis RE das Gelände ja nun erworben hat bzw. erwirbt um das Projekt/Vorhaben dann darauf zu errichten. Davon habe ich aber jetzt noch nichts Neues gehört. Das wird noch spannend. Auch für uns beide als Waltroper ganz persönlich.

  • #3
    WALTER Stach

    Wenn ausgerechnet jetzt nach dem Ausstieg des Kreises Unna und nach der dafür abgegeben Begründung die BM in Waltrop mit einer Bürgebefragung Pro/Kontra New-Park kommen würde, wäre das, sollte sie den New-Park,wollen "kontraproduktiv".

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