Lesefreude für das Stayhome-Office-Sofa: Der Hahn ist tot

Bestsellerautorin Ingrid Noll
Meisterin des schwarzen Humors: Bestsellerautorin Ingrid Noll; Foto: Dontworry / CC BY-SA

Die Bücher von Ingrid Noll habe ich Mitte der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts verschlungen: Der Hahn ist tot, Die Häupter meiner Lieben, Die Apothekerin, Kalt ist der Abendhauch.

Einmal angefangen, nicht mehr weggelegt: Bis zum Schluss.

Alle oben genannten Bücher wurden verfilmt, gesehen habe ich davon nur Die Häupter meiner Lieben und Die Apothekerin. Bei Die Häupter meiner Lieben bin ich mir dabei nicht mal sicher.

Die Handlungen der Romane kriege ich nur noch bruchstückhaft zusammen: Zumindest hat mich dieser Beitrag, bereits an diesem Punkt, dazu gebracht online zuzuschlagen und meinen E-Book-Reader mit (wiederholt) lesenswerten Stoff zu bestücken.

Die oben genannten Werke kann mal alle einzeln und in beliebiger Reihenfolge lesen.

Wobei ich dunkel in Erinnerung habe, dass die Protagonistin von Kalt ist der Abendhauch die Großmutter einer der Hauptpersonen aus Die Häupter meiner Lieben war. Und Die Apothekerin im Krankenhaus ihrer Zimmergenossin, Rosemarie Hirte, ihre Lebensgeschichte erzählt.

Rosemarie Hirte ist die, nennen wir es mal Heldin, des ersten Romans (Der Hahn ist tot) von Ingrid Noll.

Und dieses Buch ist der heutige, offizielle, Ruhrbarone-Tipp für das Stayhome-Office-Sofa.

Der Hahn ist tot.

Der Hahn ist tot

Der Hahn ist tot; Foto: Amazon
Der Hahn ist tot; Foto: Amazon

Der Hahn ist tot habe ich zweimal gelesen: Das letzte Mal liegt, wie bei allen Büchern von Ingrid Noll, in diesem Falle fast 20 Jahre bei mir zurück. Eventuelle Fehler in der Handlungsbeschreibung bitte ich, sollten diese vorkommen, zu entschuldigen:

Lesenswert ist dieses Buch in jedem Falle.

Rosemarie Hirte ist Anfang der 50er, lebt ein unauffälliges und ruhiges Leben. Ich glaube in Darmstadt. Ungebunden und kinderlos, mit wenigen Bekannten (Frau Römer und ihre Freundin Beate) und ohne besondere Hobbies.

Ihr langweiliges Leben ändert sich eines Tages, als sie auf einer Bücherlesung Rainer Wigold Engstern kennenlernt. Ein Lehrer und Sachbuchautor.

Rosemarie ist, wieso auch immer, von diesem Mann begeistert und wild entschlossen, ihn in ihr Leben zu holen.

Natürlich: Ohne Informationen über die Zielperson zu haben, gelingt so ein Vorhaben selten.

Also kundschaftet sie das Umfeld ihres Schwarms aus. Und jeder guter Stalker weiß: Am besten fängt man damit bei der Wohnung der Zielperson an.

So schleicht Rosemarie regelmäßig ums Haus ihres Liebsten, um an seinem Leben teilzuhaben.

Bei einer ihrer Aufklärungsmissionen, wird sie Zeugin eines handfesten Streites zwischen Rainer Wigold Engstern und seiner alkoholisierten (Mutmaßlich: bösartigen) Gemahlin.

Wie das halt so ist, wenn man sich in der Ehe streitet: Irgendwann fällt im Affekt ein Schuss.

Die Gattin von Rainer Wigold ist getroffen. Der Mann ist schockiert und dieser Situation stressmäßig nicht so richtig gewachsen. Während der panische Gatte versucht den Rettungsdienst zu rufen, handelt Rosemarie so wie jeder normal Mensch es tun würde:

Damit der Angebetete nicht ins Gefängnis muss, betritt sie das Wohnzimmer, erschießt die verletzte Ehefrau und arrangiert den Tatort so, dass alles nach einem mißglückten Einbruch aussieht.

Der frischgebackene Witwer ist seiner Retterin dankbar: Aber wirkliche Gefühle entwickeln sich nicht.

Der gerettete Kerl beweist sich als labiler Trottel und zieht lieber mit Beate, Rosemaries bester Freundin, rum: ich glaube es kam sogar zum Geschlechsverkehr zwischen dem undankbaren Rainer Wigold und Beate.

Natürlich muss Rosemarie da handeln – und dabei auch über Leichen gehen.

Tipp für das Stayhome-Office-Sofa: Der Hahn ist tot

Ingrid Noll beherrscht schwarzen Humor und schafft in ihren Werken spannende Charaktere. Der Hahn ist tot ist aus der Ich-Perspektive geschrieben. Da Rosamunde Hirte keine böse Psychopathin ist, sondern eine stinknormale Hausfrau mit einer niedrigen Schwelle bei der Anwendung von physischer Härte, wenn es um Bedrohungen geht, kommt diese Ich-Perspektive sehr glaubhaft rüber.

Dieses Buch sollte, wie die anderen oben genannten Werken von ihr, in keinem Stayhome-Office-Bunker fehlen.

Garantiert gute Unterhaltung in der Zeit des COVID-19-Shutdowns.

Der Hahn ist tot kaufen…

im lokalen Buchhandel, der größtenteils auch Online-Bestellungen anbietet und aktuell Unterstützung braucht: In Essen, Wuppertal, AltöttingGelsenkirchen, Oer-ErkenschwickDortmundDuisburg, PlochingenBochumBerchtesgaden, Bremen, BrunsbüttelBonnBuxtehude, BiberachBottrop, BielefeldBerlin oder sonstwo!
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3 Kommentare

  1. #1 | discipulussenecae sagt am 8. April 2020 um 12:24 Uhr

    Vielen Dank für die interessante Buchempfehlung!

    Mich stört aber, daß als einzige Bezugsquellen das große A und andere angegeben werden. Meine Buchhandlung um die Ecke nimmt Bestellungen telephonisch entgegen und liefert das gewünschte Buch (oder auch mehrere) am nächsten Tag frei (!) Haus. Diesen kundenorientierten Service bieten meines Wissens fast alle Buchhändler an, wobei sie die Bücher auch weiter als eben mal nur um die Ecke liefern!

    Gerade in diesen für den stationären Einzelhandel so schweren Zeiten finde ich es besonders wichtig, auf diese Möglichkeit hinzuweisen, und nicht nur für das große A Reklame zu machen!

  2. #2 | Peter Ansmann sagt am 8. April 2020 um 12:28 Uhr

    @discipulussenecae: Stimmt. Ist problematisch jeden lokalen Buchladen zu verlinken mit Hinweis auf "Online-Bestellung möglich" – aber Du hast Recht. Ich werde das ergänzen und auf den Buchhandel vor Ort hinweisen.

  3. #3 | discipulussenecae sagt am 8. April 2020 um 13:35 Uhr

    Super und vielen Dank!

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