„Mich mangeln die Wörter“ (7) – Heute: Ein sogenannter „Oberbürgermeister“ versucht etwas zu sagen – Adolf Sauerland performt auf der Expo Real 2011

http://www.ruhrbarone.de/80-000-gegen-adolf-sauerland/ :
Dieses hier bei den Ruhrbaronen von Stefan Laurin am 17. Oktober eingestellte Video zeigt ungeheuer und präzise und ungeheuer präzise, wes (Un-)Geistes Kleinkind jener Mann, jener AS ist, der sich noch immer trotzig für den ersten Bürger, gar den Oberbürgermeister der Stadt Montan hält und seinen Sprechdurchfall ausdauernd öffentlich beobachten lässt.
Bitte schauen und hören Sie doch genau hinein in das kurze Video.

Sprachmuster verraten Denkmuster, heißt es, soweit denn bei AS überhaupt noch Sprachmuster zu erkennen sind – und jener da im Video so heillos sprechende AS nicht ganz in welker Echolalie irgendwo Gehörtes nur noch stumpf wiederholt.
Der sogenannte „OB“ findet sprechend einfach keine Worte, schlimmer noch, er sucht sie recht eigentlich auch nicht.
Adolf Sauerland, hier nur noch „AS“ genannt, stammelt, spricht in Ellipsen, unbeholfen; dann wieder das „AS“ als Großsprech, „roundabout“ kann es sagen, dann würgt es Satzreste heraus über „das traurige, dramatische, schwierige, für die Stadt und auch für mich, Unglück der Loveparade 2010“ (kein Wort über das Unglück der Opfer der Loveparade). Ein eiskalt heißgelaufener Sprechautomat, ein überforderter „OB“-Darsteller, Reste von Charakter-Katharsis simulierend.

„Duisburger Freiheit“
Allein, herzlos vom „Herzstück der Duisburger Innenstadt“, der „Duisburger Freiheit“ zu schwadronieren, das ist obszön. Dieses Gelände ist nichts mehr als: vollkommener Ausdruck vollkommener Duisburger Unfreiheit während des abgelaufenen 2010-&-Loveparade-Größenwahns.

Und dann wiederholt das „AS“: „Diejenigen, die sich erinnern“ und „Sie erinnern sich“ – und meint aber die Duisburger Stadtplanungs-Ruine Multi Casa, spekuliert wohl auch darauf, dass sich bald niemand mehr erinnern bzw. die Erinnerung an die Opfer der Loveparade bald ausgelöscht sein wird, um endlich wieder in Ruhe Stadtmarketing und Immobiliengeschäfte machen zu können. Irgendwann – so verspricht „AS“ später  – wird auf dem Gelände der „Mitnahmemarkt Sconto“ „realisiert“ werden, wird „realisiert“ worden sein, danach wird selbst das Gras, wie’s wächst, wie’s über alles wächst, auf dem trostlosen Stückchen Ex-Güterbahnhof nicht mehr zu hören sein.

„Wir haben zusammen mit dem Büro Foster die ‚Duisburger Freiheit’‘ kreiert.“
„Kreieren“, drunter tun sie’s nicht, die gottgleichen Götter-Dummies, obwohl „kreieren“ meint: durch eigene schöpferische Kraft entstehen lassen. Tatsächlich aber hatten Teile der Duisburger Stadtverwaltung am 24. Juli 2010 auf dem Loveparade-Gelände die Reste jeder Duisburger Freiheit nur noch kremiert, durch eigene unschöpferische Kraftlosigkeit vollends vergehen lassen.

„Wir haben versucht, uns nicht aus dem Bild zu verabschieden“, dröhnt es aus „AS“, wie wahr,  Leute wie „AS“ haben immerzu versucht, in wirklich jedes Bild zu kommen, sich vor jeder Kamera, jedem Mikrofon groß ins Bild zu setzen, obwohl sie sich von den Gegebenheiten auf dem Loveparade-Gelände niemals wirklich ein Bild gemacht hatten, wie es ihre Pflicht gewesen wäre.

„Gedenkmal“
„Wir sind auch in der Entwicklung eines Gedenkmals …“
„Gedenkmals“, ach was, denk mal! „AS“ und seine Verwaltung bereiteten der Katastrophe nicht nur den Boden, „AS“ inszenierte sich auch sogleich als Aufklärer der Ursachen dieser Katastrophe und inszeniert sich schließlich und endlich heute sogar als Kreierer von Gedenkmalen. So weit kann es kommen, wenn wir es so weit kommen lassen, dass es ihm gelänge, „…möglichst im breiten Konsens eine Gedenkstätte zu errichten – und ich hoffe, es gelingt uns …“
UNS???

„Mir wär‘ es am liebsten, alle könnten zustimmen“:
Ja, das hätte er gern, der Bauchredner, denn aus einem Kopf kann das nicht kommen, was aus ihm spricht.
Und jetzt gehen „AS“ doch tatsächlich Hirn und Worte noch ganz aus, hören Sie bitte genau hin:
„Auf dreißig Hector (sic!), die die Duisburger Freiheit ausmacht …“
Hektar, Hector, Hektoliter, egal, alles eins. Mal abgesehen davon, dass es „ausmachen“ heißen müsste. Aber „AS“ hat es einst nur bis zum Oberstudienrat geschafft, da kann man nicht verlangen, dass er der deutschen Sprache mächtig ist, statt sich ihrer bloß zu bemächtigen.

Eine „Nummer“ und viel Spaß daran
„AS“ weiter: „Das ist, denke ich, das verstehen Sie, eine echte Nummer für eine Stadt wie Duisburg. (…) Ich denke, dass die Duisburger Politik da auf einem guten Weg ist, dieses zu begleiten … und wünsche uns allen viel Spaß daran, diese Entwicklung sehen und begleiten zu können.“

So schließt es, das „AS“, das „OB“ –  und mir will sein Wort „begleiten“ einfach nicht aus dem Kopf gehen, schon gesellt sich das frei flottierende Wort „sterben“ hinzu“, schimmert das Wort „Sterbebegleitung“ auf, und ich beginne zu ahnen, was der Stadt Duisburg da geschah – weitab auf der EXPO REAL 2011 in München vor wenigen Wochen.

„Gute Laune“
Die Rheinische Post schrieb dazu (
„Sicherlich sei das Gelände seit dem 24. Juli mit einer furchtbaren Tragödie verbunden, sagte OB Sauerland vor Journalisten. Aber trotz dieser Belastung habe die Fläche ein großes Entwicklungspotenzial. (…)
Richtig gut gelaunt präsentierte sich der OB am Stand des Projektentwicklers Multi Development. (…) Es hatten mehr Messeaussteller Interesse daran, mit ihm zu reden als er freie Zeit zur Verfügung hatte. Dass diejenigen, die ihn doch auf das furchtbare Unglück ansprachen, ihm Mut machten, das hob seine gute Laune um ein weiteres.“

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21 Kommentare

  1. #1 | crusius sagt am 18. Oktober 2011 um 23:18 Uhr

    Zum AS-OB fällt mir nix mehr ein. Zur „Begleitung“ der Rheinischen Post dieses: https://bratwurstjournalismus.tumblr.com/

  2. #2 | Nur deinetwegen sagt am 18. Oktober 2011 um 23:32 Uhr

    @ Gerd Herholz

    „Bitte schauen und hören Sie doch genau hinein in das KURZE Video.“

    Mach das nie wieder! Nur deinetwegen habe ich mir das AS-Video angeschaut, 3:58 Minuten können SO LANG werden …

  3. #3 | Anton Kowalski sagt am 19. Oktober 2011 um 00:49 Uhr

    Dieser Mensch ist nur noch peinlich! Wer sprachlich so rumeiern muß und nur ein bißchen Anstand hat, würde freiwillig seinen Hut nehmen. Beamtenrechtlich ist dieser Mann doch abgesichert.

  4. #4 | Robin Patzwaldt sagt am 19. Oktober 2011 um 07:30 Uhr

    @1: Diesen Zeitpunkt hat er doch längst verpasst. Mit Anstand kommt er da jedenfalls nicht mehr raus. Dafür sind die Ereignisse seit der Tragödie doch viel zu extrem. ‚Anstand‘ ist da jetzt schon soooooo weit entfernt….

  5. #5 | Slugo sagt am 19. Oktober 2011 um 08:31 Uhr

    Ich kann den Typen nicht mehr ertragen, befürchte aber , dass er uns noch erhalten bleibt:

    https://www.derwesten.de/staedte/duisburg/Die-Verwaltung-ist-keine-Detektei-id5174768.html

    Die Vorgaben, die die Verwaltung ihren 20 Mitarbeitern macht, um die Unterschriften zur OB-Abwahl auf ihre Gültigkeit zu überprüfen, sind rigide. Ist der volle Wortlaut des Antrags nicht auf dem Vordruck für die Unterschriftensammlung enthalten, sind alle Eintragungen auf dem Blatt ungültig. Ist die Unterschrift nur in einer Abkürzung geleistet, fliegt die Stimme raus.

    Fehlen Name oder Vorname oder Geburtsdatum oder Straße oder Hausnummer oder Postleitzahl oder das Datum der Unterschrift, sind selbige unvollständig oder falsch, zählt die Stimme nicht.

  6. #6 | Gerd Herholz sagt am 19. Oktober 2011 um 09:13 Uhr

    #2 Nur Deinetwegen: Tschuldigung, nie wieder, versprochen, vielleicht … Allerdingstens musste ich mich selbst mit Sauerlands Logorrhoe sogar mehrfach befassen (iiiieeehh!), um den Abgründen seines Sprechens auf die Spur zu kommen. So viel Masochismus muss sein. Man möchte nur noch weghören, aber hinhören: das demontiert AS endgültig. Der Mann hat nichts zu sagen, aber viel lässt sich an ihm zeigen.

  7. #7 | DH sagt am 19. Oktober 2011 um 09:33 Uhr

    Stimmt; schöne Analyse. Das 3-Minuten-Stück ist eine wahrhaftige Groteske. Spätestens beim pathetischen „So wollte es Foster“ gab’s hier gestern mittag im Büro kein Halten mehr.

    Man sollte allerdings nicht hoffen, dies alles wäre ein individuelles Problem des „Oberbürgermeisters“:
    https://www.youtube.com/watch?v=kNNgFXS5OsE&NR

    Peter Greulich, den ich als gar nicht mal unklugen Sponti in Erinnerung habe, weiß (womöglich anders als AS) ganz genau, welchen Blödsprech er hier absondert – er tut es trotzdem, weil er zu wissen glaubt, ohne Blödsprech (und nachfolgendem Blödmach) in Duisburg keine allseits honorierte Stadtentwicklung betreiben zu können.

    Insofern hat es etwas Ikonografisches, den Bau eines Möbelzentrums „Duisburger Freiheit“ zu nennen.

    Das „richtig große“ Shoppingdorf zwischen Hamborn und Marxloh, von dem Greulich spricht, trägt im übrigen den teuflisch guten Namen „Douvil“.
    https://www.rp-online.de/niederrhein-nord/duisburg/nachrichten/gruenes-licht-fuer-douvil-1.2318161

  8. #8 | Gerd Herholz sagt am 19. Oktober 2011 um 10:49 Uhr

    DH hatte schon einmal auf diesen spannenden Wälzer hingewiesen.
    Wer ein Gegengift sucht, das Trotteltalk, Dummdeutsch, Bullshit, Politik-Palaver, Medien-Manipulation, das Gewäsch der Creative-Community und Kretins wirksam (auch im eigenen Kopf) bekämpft, der lese bitte:

    Markus Metz, Georg Seeßlen
    Blödmaschinen – Die Fabrikation der Stupidität
    edition suhrkamp 2609, Broschur, 780 Seiten
    ISBN: 978-3-518-12609-7

    Suhrkamp waschzettelt dazu durchaus richtig:

    »Fernsehen macht dumm«, »Unser Bildungssystem produziert karrieristische Fachidioten«, »Der Kapitalismus braucht Konsumtrottel« – Wenn eine Gesellschaft auf das in ihr (zu Recht) grassierende Unbehagen an »allgemeiner Verblödung« statt mit handfesten Gegenmaßnahmen bevorzugt mit kulturpessimistischen Slogans und Verschwörungstheorien reagiert, wird klar, wie sehr sie sich bereits in ihrem Dummsein eingerichtet, es gar zum System erhoben hat. Markus Metz und Georg Seeßlen analysieren die Mechanismen, mit denen Dummheit heute produziert wird, nebst den fatalen Strategien, mit denen die meisten Individuen sie »bewältigen« und dadurch noch verstärken. Wer sich der Dynamik der »Blöd-Maschinen« nicht blind oder – noch schlimmer – sehend ergeben möchte, muß ihre Strukturen begreifen. Nur so entsteht die Chance, sie zu zerschlagen.“

  9. #9 | Robin Patzwaldt sagt am 19. Oktober 2011 um 11:55 Uhr

    Nach ‚Neuordnung‘ der Kommentare bezieht sich mein #4 nun auf #3. Der #3 stand hier am Morgen noch unter #1 😉

  10. #10 | Mir sagt am 19. Oktober 2011 um 12:23 Uhr

    Schon der ehemalige, legendäre OB Krings war der Meinung Duisburg wird dadurch zu einer besonders wichtigen Stadt, wenn man nur namhafte Personen beauftragt bzw. von der Stadt sprechen, machen läßt. Fand ich damals eine recht merkwürdige (Marketing)Strategie, Duisburg völlig unwürdig.

    Geblieben und immer daran denken wird man, wenn man nach Duisburg geht um Musik zu hören, um zu tanzen, um Spaß zu haben: Die vielen Tote und Verletzte der Love Parade. Und tatsächlich dieser AS redet noch immer von einem Unglück, was für eine Schande, für ihn und die Stadt.

  11. #11 | Walter Stach sagt am 19. Oktober 2011 um 15:23 Uhr

    Hat Adolf Sauerland 2004 bzw. 2oo9 anders gedacht und folglich auch anders gesprochen als heute? Ich kann mir ja nich verkneifen, daran zu erinnern, vor allem die Duisburger, daß die Bürgerschaft Duisburgs Sauerland 2oo4 mit sagenhaften 61,3% erstmals direkt zum OB und 2oo9 immerhin noch mit 44,6% zum OB wiedergewählt hat.Kann schon nachdenklich stimmen.

  12. #12 | Robin Patzwaldt sagt am 19. Oktober 2011 um 16:55 Uhr

    @Walter #11: Wobei dann noch zu berücksichtigen wäre, dass die Wahlbeteiligung wahrscheinlich nur bei ca. 50-55% lag, und es damit dann nur ca. 30 bzw. 25% der Bürgerschaft wären, die ihn tatsächlich gewählt haben. Aber das ‚Problem‘ haben ja alle anderen Bürgermeister/innen auch.

  13. #13 | Walter Stach sagt am 19. Oktober 2011 um 20:25 Uhr

    Robin, die 61,3% bzw.44,6% der Stimmen für Sauerland sind unstrittig wie bei jeder Wahl zu relativieren.Das ändert nichts an meiner vorgeblichen Nachdenklichkeit, die ich geäußert habe, weil ich sie mir nicht verkneifen wollte.Ich will versuchen, diese Nachdenklich in einigen wenigen Sätzen zu präzisieren: “ Es werden im Beitrag von Gerd Herholz und in den Kommentaren dazu gedanklich-sprachliche Charakteristika des Adolf Sauerland beschrieben/umschrieben/karikiert/ironisiert/glossiert . Ja, wenn es denn keine gravierenden krankhaften Veränderungen der Persönlichkeit des Adolf Sauerland seit 2004 gegeben hat, komme ich nicht umhin festzustellen, daß die Bürgerschaft der Stadt Duisburg Sauerland mit den beschriebenen, umschriebenen,karikikierten,ironisierten,glossierten gedanklich-sprachlichen Charakteristika 2o04 mit 61,3% gewählt und 2oo9 mit 44,6% wieder gewählt hat.Adolf Sauerland ist ja nicht etwa ein aus den Gnaden eines Kaisers legitmiertes „Geistes-Kleinkind“ mit „Sprechdurchfall“ -sh.Gerd Herholz- sondern…………………!?

  14. #14 | Robin Patzwaldt sagt am 20. Oktober 2011 um 07:15 Uhr

    @Walter #13: Ich hatte dich schon richtig verstanden. Mit meiner Beemerkung wollte ich nur darauf auifmerksam machen, dass fast die Hälfte der Bevölkerung an diesen Wahlen inzwischen gar nicht mehr teilnimmt. Natürlich hat das unterschiedliche Gründe. Den Teil, der aus Frust an solchen Wahlen nicht mehr teilnimmt, kann ich inzwischen aber immer besser verstehen. Früher habe ich voller Unverständnis mit Nichtwählern diskutiert, sie auf das große ‚Privileg‘ der Wahl aufmerksam machen wollen. Inzwischen schwindet bei mir selber die Überzeugung, ob es wirklich so ein großes Privileg ist. Ich verstehe die vielen Leute die sich frustriert abwenden inzwischen immer besser…Und da trägt auch eine solche Erscheiunung wie Sauerland mit dazu bei….

  15. #15 | kommentator erster kajüte sagt am 20. Oktober 2011 um 07:26 Uhr

    ….sondern auch nur ein Mensch. Ich glaube, AS wartet ab, bis die Staatsanwaltschaft, der UntersuchungAusschuss im Landtag und alle Zeugen sich geäußert haben. Bis dahin kleben die Leute an seinem Mund und an seinen Gesten, warten auf den nächsten sprachlichen Stolperstein und die sogenannte Öffentlichkeit sieht beim Blick in den Tunnel nur AS. Er trägt Verantwortung, ohne wenn und aber, ohne jeden Zweifel ist das so. Das weiß der Mensch AS auch. Der OB AS aber kann jetzt nicht einfach den Hut nehmen und gut ist. Er muss das aushalten. Die Abrechnung kommt noch. Es wåre schlimm, wenn der Koch dann schon über alle Berge ist. Aber es sind zu viele darin verstrickt und müssten ebenfalls zurücktreten. Jene aber haben sich den Leuten mit dem Tunnelblick längst entzogen. Das ist traurig und typisch.

  16. #16 | Walter Stach sagt am 20. Oktober 2011 um 11:31 Uhr

    Robin, ja,ja so ist das mit der stets weiter sinkenden Wahlbeteiligung, besonders bei Kommunalwahlen -Rat,OB-. Meine jüngsten Erfahrungen in Waltrop könnten durchaus Anlaß für mich sein, bei der nächsten Kommunalwahl ebenfalls zu Hause zu bleiben. Nur ein(!) Beispiel: Da nehmen wir gemeinsam an einer Bürgerinformationsveranstaltung zur Zukunft der Stromversorgung in Waltrop teil -Konzessionsvertrag weiter mit RWE oder andere Lösungen? Auf mehrfaches Fragen eines wohl zur CDU gehörenden sachkundigen Bürgers nach konkrete Zahlen wird geantwortet, damit könne man nicht dienen. Zwei Tage nach der Bürgerinformationsveranstaltung dürfen wir dann aus der Presse Zahlen entnehmen: 2o Mio €, wenn die Stadt/eine städt.Gesellschaft das Netz in Waltrop von RWE übernehmen will;4 Mio €, wenn RWE und die Stadt gemeinsam eine Netzbetreibergesellschaft gründen -49% Stadt,51% RWE. Dieses Modell selbst wurde in der Bürgerversammlung mit keinem Wort erwähnt. Im übrigen gab es die Bürgerversammlung -und ähnlich eine vorangegangene FDP Infoveranstaltung-erst, nachdem ich über die Presse gegen das bis dahin intransparente Verfahren gemeckert hatte.CDU/FDP -und „meine“ SPD- sind -jedenfalls in Waltrop weit davon entfernt, ihr Handeln auszurichten an den Grundsätzen „Transparenz,Beteiligung,Rechenschaft“. Vielleicht schafft „Ihr Grünen“ es ja in Waltrop, tatkräftig zu beweisen, daß es Euch jedenfalls Ernst ist mit der Beachtung dieser drei Grundsätze im politischen Alltagsgeschäft.Oder müssen auch in Waltrop erst die PIRATEN ‚ran, um „den Mief aus den Talaren hiesiger Politiker“ zu entfernen?

  17. #17 | D. Kluge sagt am 20. Oktober 2011 um 11:50 Uhr

    Bravo zu diesem Artikel, Gerd.
    #13 Es gibt sehr wohl Menschen in Duisburg, die immer schon die joviale und schwadronierende Art des OB Darstellers abstoßend fanden.
    Aber es gibt eben in unserer ehemaligen Arbeiterstadt auch viele, die es lieben, wenn ihnen der OB auf die Schulter klopft, ein Bier mit trinkt (meistens mehr) und so „nett“ daher kommt. Die legen das Gestottere als „einer von uns“ aus. Sie haben nie gelernt auf Worte zu achten.
    Leider. Das sind die gleichen Leute, die eine Bärbel Zieling nur als zu kalt beschreiben und nicht gesehen haben, welche Kompetenzen sich dahinter verbergen.

  18. #18 | Robin Patzwaldt sagt am 20. Oktober 2011 um 13:20 Uhr

    @Walter #16:

    Ja, so ist das. Mich ärgert das auch.

    Das ich mich 2010 den Waltroper Grünen überhaupt aktiv angeschlossen habe, das lag ja u.a. auch daran, dass das die einzige Partei in Waltrop war, die sich für meinen Kampf um die gesetzlich vorgeschriebene Kleinkinderspielplatzfläche bei mir am Haus überhaupt noch interessiert hat und mir dann auch aktiv geholfen hat, in dem das Problem in den Stadtrat getragen wurde. Geholfen hat auch das bisher nur bedingt, aber das nur am Rande….

    Falls es dich interessiert, hier die Erlebnisse: https://www.ruhrbarone.de/sind-%E2%80%9Eburgernahe%E2%80%9C-und-%E2%80%9Ekinderfreundlichkeit%E2%80%9C-in-waltrop-nur-fremdworte/

    Waltrop stellt sich nach aussen ja gerne als bürgerfreundlich und kinderfreundlich dar. Die Realität sieht aber leider doch ganz anders aus.
    Die Grünen waren, für mich damals noch erstaunlicher Weise, 2009 wirklich die einzige Partei hier am Ort, die sich da für die Interessen der Waltroper Kinder überhaupt noch engagieren wollte. Das spricht doch auch für sich, oder?
    Na ja, und wie sehr mich dann danach die Landesgrünen nach meinem Parteieintritt in Sachen ‚Datteln 4‘ enttäuscht haben, das habe ich hier ja bereits mehrfach geschrieben. Daran ‚knabbere‘ ich noch heute…. Ich habe daraufhin für mich persönlich beschlossen mich nur innerhalb des OVs am Ort zu engagieren. Da hat man ohnehin auch noch genug zu tun. Und wie auch die Geschichte mit dem Strom in Waltrop zeigt, von der du hier ja berichtet hast, sind ja auch da noch genügend ‚dicke Bretter‘ zu bohren….

    Zurück zum ursprünglichen Thema: Das viele Bürger sich dann irgendwann frustriert zurückziehen, da sie von der Politik offenbar im Ernstfall nicht wirklich viel erwarten können, das kann ich inzwischen immer besser verstehen.

    Leider musste ich dann, je mehr ich mich in letzter Zeit intensiv mit Lokalpolitik beschäftigt habe, feststellen, dass die Mechanismen aber wohl inzwischen überall irgendwie ähnlich sind. Ob Sauerland sich nun verzweifelt an seinen Sessel klebt, oder die Verantwortlichen der Verwaltung hier in Waltrop mir auf meine unbequemen Fragen inzwischen offenbar gar nicht mehr antworten mögen, so weit wie man zunächst meint sind die Dinge dann gar nicht auseinander.
    Eindeutig völlig berechtigte Bürgerinteressen fallen da schnell und gerne mal unter den Tisch, wenn es für einen selber dann ‚unbequem‘ wird oder aber mit ‚Arbeit verbunden‘ ist.
    Auch bei mir verfestigt sich, wenn man das Bild mal zusammensetzt, daher immer mehr der Eindruck, dass es vielen Leuten in verantwortlichen Positionen wohl primär um Postengeschacher, Machterhalt und persönliche Interessen und Vorteile geht. Die Bürgerinteressen (für deren Wahrnehmung man die Ämter ja eigentlich bekleidet) und ‚Moral‘ kommen mir dabei aber leider inzwischen oftmals deutlich zu kurz. Das finde ich sehr schade! Na ja, aber ich schliesse hier mal. Sonst werden wir gemeinsam ganz depressiv 😉 Mag ja auch sein, dass das immer schon so war, ich es aber nur noch nicht so in der Deutlichkeit erkannt habe…

  19. #19 | Walter Stach sagt am 20. Oktober 2011 um 15:29 Uhr

    Robin, ich rege an, daß wir unser gemeinsames Jammern über die politische (Un-)kultur in Waltrop an dieser Stelle einstellen -paßt ja auch nicht unmittelbar zum Thema. Im übrigen wird die politische Kultur in anderen Ruhrgebietsstädten sich bestenfalls graduell von der in Waltrop positiv abheben.
    Aber zum Thema selbst noch eine Anmerkung: Ich höre erst jetzt aus einiger räumlicher Distanz zu Duisburg und noch größere Distanz zur Person Sauerland etwas über das gedanklich-sprachliche (Un-)Vermögen des dortigen OB.Ich folgere daraus, daß das bisher in Duisburg und Umgebung kein Thema war, jedenfalls keines, das öffentliches Interesse, öffentliche Aufmerksamkeit erfahren hat. Es bedurfte also der Verwicklungen/Verstrickungen des OB Sauerland in die Love-Parade-Katastrophe nebst ihrer Aufarbeitung und des daraus resulierenden Abwahlverfahrens, um erstmals öffentlich über das gedanklich-sprachliche (Un-)Vermögen des OB Sauerland zu räsonieren. Warum ist das so? Eine Antwort auf diese Frage gibt es -zumindest im Ansatz-unter 17 v.D.Kluge-.Anlaß, nachdenklich zu werden!!

  20. #20 | Gerd Herholz sagt am 20. Oktober 2011 um 17:33 Uhr

    „Duisburg. Unter Unbändigen ist nicht gut Ruhe zu halten, wie schon Tacitus wußte, denn ‚wo die Faust entscheidet, sind Mäßigung und Redlichkeit für den Überlegenen nur Worte.‘
    Und für dumm gilt unter solchen, wer im Schweiße seines Angesichts verdient, was er mit Willkür und Arglist gewinnen kann.“

    Wer das schreibt? Thomas Kapielski in „Ortskunde. Eine kleine Geosophie“. 2009 Urs Engeler Editor in Basel. S. 17/18.

    Und dann erst die Randnotizen über Quierschied, Bienenbüttel, Prüm, Pomster und Laage.
    Ein beredter Mann. Der heute ab 20 Uhr in der Buchhandlung Köthers & Röttsches (Alte drickerei) in Herne liest. Und Koltermann spielt Klarinette/Saxophon.

  21. #21 | Robin Patzwaldt sagt am 20. Oktober 2011 um 19:46 Uhr

    @Walter #19: Das es auch in anderen Sädten nicht besser ist, das tröstet mich nicht wirklich. Im Gegenteil! Vor noch 5 Jahren hätte ich solche Verhältnisse für komplett unmöglich gehalten, egal ob Sauerland oder Heck-Guthe. Wer anfängt etwas hinter die Kulissen zu gucken, der muss erschüttert sein. Sind die Leute hier bei den Ruhrbaronen ja auch größtenteils, wenn ich so die Artikel und Kommentare hier lese. Vielleicht ist das ja einer der Gründe warum ich hier so gerne lese und mitdiskutiere…. Nein, das ist sogar ganz bestimmt ein Grund dafür!

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