Negative Strompreise – die Energiewende ist ein sozialer Brandbeschleuniger

Leitungen in Essen-Altendorf Foto: Wiki05 Lizenz: CC BY-SA 4.0


In der digitalen Blase der „Energiewende-Macher“ herrscht Partystimmung: Die Strompreise an der Börse sind wieder einmal negativ. Man feiert sich selbst, die Sonne schickt keine Rechnung und das Klima atmet auf.

Zeitgleich schlägt das politische Barometer ein neues Rekordhoch aus: Die AfD steht bei 28 Prozent – sie ist damit doppelt so stark wie die SPD und zieht an SPD und Grünen vorbei. Zynismus? Vielleicht. Aber vor allem ist es die bittere Konsequenz einer Politik, die den ökonomischen Sachverstand zugunsten einer moralischen Selbstinszenierung geopfert hat.

Das Märchen vom „Gratis-Strom“

Machen wir uns nichts vor: In einer funktionierenden Volkswirtschaft existieren keine negativen Kosten. Es gibt keine Geldbäume, die Abnehmer dafür bezahlen, dass sie eine Ware entgegennehmen. Negative Preise an der Strombörse sind kein Erfolgssignal, sie sind das Symptom eines massiven Marktversagens.

Wenn der Preis unter Null fällt, bedeutet das schlichtweg: Verlust. Und diese Verluste verschwinden nicht im Äther. Sie werden sozialisiert, sprich aus Steuermitteln gedeckt. EEG, Netzentgelte, gesicherte Einspeisevergütungen und Redispatch. Die Kosten trägt der Steuerzahler. Während die Besitzer von PV-Anlagen dank garantierter Einspeisevergütungen weiterhin abkassieren, zahlen die Ärmsten die Zeche für Redispatch, Netzentgelte und Börsenverluste.

Ein Privileg für die „oberen Etagen“

Das Geschäftsmodell der aktuellen Energiewende ist simpel: Wer klug genug – oder eher reich genug – war, in ein Eigenheim mit PV-Anlage und ein E-Auto zu investieren, macht heute einen guten Deal. Er spart mehr ein, als er über seine Steuern an den Verlusten des Systems mitfinanzieren muss.

Und der Rest?

Wer in der fünften Etage eines Mietshauses sitzt, wer ums wirtschaftliche Überleben kämpft statt über das nächste Investment nachzudenken, der schaut in die Röhre. Diese Menschen zahlen für eine „selbstinszenierende Kaste“, die sich auf Kosten der Ärmsten die Taschen voll macht und dabei auch noch glaubt, eine moralische Heldentat zu vollbringen.

Der Preis der Ignoranz

Wir sehen hier kein technisches Problem – erneuerbare Energien sind weder böse noch gefährlich, im absoluten Gegenteil. Wir sehen ein Systemversagen. Die Art und Weise, wie diese Transformation aufgezogen wird, verursacht irrsinnige Kosten und soziale Opfer, von denen nur ein winziger Bruchteil der Bevölkerung profitiert. Nicht erneuerbare Energien sind gefährlich, sondern das System der Energiewende.

Die Quittung für diese Ignoranz gegenüber grundlegenden wirtschaftlichen Regeln ist nicht nur auf der Stromrechnung zu finden. Sie steht auf dem Wahlzettel. Inflation, Kostensteigerung, existenzielle Geldnot – das sind die Bausteine, aus denen eine rechtsextreme Partei auf 28 Prozent kommt.

Herzlichen Glückwunsch zu diesem Ergebnis. Die Energiewende, so wie sie heute läuft, ist kein evolutionärer Beitrag – sie ist ein sozialer Spaltpilz.

Wir müssen dringend über das „Wie“ reden. Denn so, wie es jetzt läuft, ruinieren wir nicht nur die Wirtschaft, sondern auch den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

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