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Niko-Paech: Wanderprediger mit Thesen aus dem grün-braunen Sumpf

Niko Paech auf einer Veranstaltung zur Postwachstumsökonomie Foto: Marcus Sümnick Lizenz: CC BY 3.0

Niko Paech auf einer Veranstaltung zur Postwachstumsökonomie Foto: Marcus Sümnick Lizenz: CC BY 3.0


Die Thesen der Postwachstumsökonomie wie Niko Paech üben eine große Faszination aus. Vor allem auf Menschen, die in reichen Gesellschaften leben und sich den Luxus gönnen, eine Verzichtsethik zu predigen, von der sie ahnen, dass sie nie Wirklichkeit wird. Heute tritt Paech in der Ruhr-Uni-Bochum auf. 

Paul ist ein netter Kerl und ab und an unterhalten wir uns am Tresen einer der netten Kneipen Bochums oder diskutieren ein wenig auf Facebook miteinander.Paul macht Musik, arbeitet als Theaterkritiker und hat einen Vollbart. Ich mag Paul, er ist ein netter Kerl und ein angenehmer Gesprächspartner. Eines Tages kamen wir beiläufig auf das Thema Wirtschaft zu sprechen. Ich weiß nicht mehr genau, wie es dazu kam, wahrscheinlich hatte ich es mit irgendeinem neoliberalen Scherz provoziert. „Ich bin ja eher ein Anhänger der Postwachstumsökonomie“, sagte Paul und das Schlimme war, dass er es ernst meinte. Noch schlimmer allerdings ist, dass es viele gibt, die so denken wie Paul und zumeist sind es Menschen, denen es gut geht. Und die vergessen haben, warum das so ist.

Wachstumskritik ist nicht neu

Wachstumskritiker gab es schon immer und spätestens seitdem der „Club of Rome“ 1972 seine Studie „Die Grenzen des Wachstums“ vorstellte, erreichte die Skepsis gegenüber dem Wachstum auch die Mitte der Gesellschaft. Mehr noch, sie eroberte die Linke, die, egal welcher Fraktion sie sich zugehörig fühlte, bis dahin vom technischen Fortschritt und vom Wachstum überzeugt war. Die Gewinne und der Besitz sollten sollte nur anders verteilt werden. Die Skepsis gegenüber dem Wachstum speiste sich jedoch nicht nur aus den apokalyptischen und weitgehend ausgebliebenen Visionen des Club of Rome. Die erste Ölkrise von 1973, 1979/80 sollte es eine zweite geben, brachte in Deutschland das Ende der Vollbeschäftigung, einen Rückgang des Wachstums und ein Ansteigen der Inflation. Der lange, fast ein Vierteljahrhundert dauernde Nachkriegsboom war zu Ende gegangen.

Das Wachstum jedoch nicht. Auch wenn seit über 40 Jahren die Skepsis gegenüber dem Wirtschaftswachstum ungebrochen ist, hat dies das Bruttoinlandsprodukt Deutschland nicht davon abgehalten, zwischen 1973 und 2015 von knapp unter 300 Milliarden US$ auf über 3,3 Billionen US$ anzusteigen. Und wem das zu abstrakt ist, der kann sich wahlweise an die frühen siebziger Jahre zurückerinnern oder in den Geschichtsbüchern nachschauen. Die Zahl der angemeldeten Kraftfahrzeuge stieg im selben Zeitraum von gut 17 auf über 44 Millionen, die Wohnfläche pro Kopf von 26,4 Quadratmeter (1972) auf 47 Quadratmeter. Und diese Wohnungen haben heute nahezu alle eine Heizung, ein Bad oder eine Dusche und die Außentoilette ist auch schon lange Vergangenheit – in den 70er Jahren war sie, vor allem in Altbauten, nicht unüblich. Aber auch wenn man mal das Materielle beiseite lässt, kann sich die Entwicklung in Deutschland seit den 70er Jahren sehen lassen: In Ost und West machten 1972 15 Prozent der Schüler Abitur, 2015 waren es 51 Prozent.

Dass sich die Wachstumsskepsis in Deutschland einer so großen Beliebtheit erfreut, ist kaum nachzuvollziehen. Wie kaum ein anderes Land hat es von den Entwicklungen seit Ende des Zweiten Weltkriegs profitiert: Die Einbindung in den Westen und Europa brachte eine lange Friedensperiode, der immer freiere Handel führte zu einem Anwachsen des Wohlstandes vor allem durch eine leistungsfähige Exportwirtschaft und die immer weiter voranschreitende Öffnung der Grenzen sorgte dafür, dass das Land deutlich internationaler und offener wurde.

Apokalyptiker auf Irrweg

Und auch global gesehen gibt es keinen Grund zur Panik: Das Projekt „Our World in Data“ hat sich mal angeschaut, wie sich die Welt und das Leben der Menschen in den vergangenen 200 Jahren entwickelt hat. 200 Jahre Aufklärung, Demokratisierung, Kapitalismus und Industrialisierung haben sich offenbar ausgezahlt: Lebten vor 200 Jahren noch 94 von 100 Menschen weltweit in extremer Armut, sind es heute nur noch 10. Über die Hälfte der Menschen lebt heute in eher demokratischen Staaten – vor 200 Jahren tat das nur einer von 100. Vor 200 Jahren hatten 83 Prozent der Menschen keinerlei Zugang zu Bildung, heute können 85 Prozent der Weltbevölkerung lesen. Wurden vor 200 Jahren 43 von 100 Kindern keine fünf Jahre alt, sterben heute nur noch vier von 100 Kindern vor ihrem fünften Lebensjahr. Sicher, da ist noch Luft nach oben, vieles wird sich noch verbessern lassen, aber wir sind als Menschheit weltweit auf einem guten Weg.

Was die Postwachstumsökonomie auszeichnet, und auch in diesem Aspekt stellt sie einen Bruch mit der weitgehend günstigen Entwicklung dar, ist, dass sie im Rahmen eine Renationalisierung darstellt. Ob bei Niko Paech oder Harald Welzer: Die Visionen der Postwachstumsökonomen sind national. Sie streben, und das ist eigentlich erstaunlich bei Autoren, die vorgeben, ökologisch zu denken, was natürlich nur in globalen Maßstäben geht, ein grünes Deutschland an. Dem Rest der Welt ist es zwar anheimgestellt, am grünen, deutschen Wesen zu genesen, aber die ökologische Katharsis ist zunächst einmal eine nationale: In seinem Bestseller „Selbst denken“ entwirft Welzer das Bild eines neuen, grünen Deutschland: Es wird weniger gearbeitet, man tapeziert sich bei Bedarf gegenseitig die Wohnzimmer und auf den ehemaligen Straßen und Kreuzungen stehen Bühnen, Zelte und Speaker´s Corners. Deutschland ist seinen eigenen Weg gegangen: „Die Glücksindizes messen für Deutschland kontinuierlich ansteigende Werte, anders als im Rest der Welt, der in Mischung aus Bewunderung und Entgeisterung auf dieses Land schaut. Ausgerechnet die Deutschen gelten heute als die entspanntesten Menschen; die Chinesen halten sie für stinkfaul und die G20 für nicht integrationsfähig. Deutschland wird nicht mehr zu den Gipfeln eingeladen. „Kann passieren“, sagt die Kanzlerin. „Ich halte das sowieso für keine demokratische Veranstaltung.“ Davon ab, dass Welzers Deutschland alleine aus dem Grund nicht zu den G20-Gipfeln eingeladen werden würde, weil es schlicht nicht mehr zu den 20 wirtschaftlich führenden Staaten gehören würde, wundert es doch, dass ausgerechnet Welzer seine Kanzlerin des Jahres 2033, sie wird wohl nicht Merkel heißen, mangelnde Demokratie beklagen lässt. Denn in seinem Buch setzt Welzer auf eine kleine Elite, eine Avantgarde von drei bis fünf Prozent an Unternehmern und Politikern, die ausreichen würde, den von ihm angestrebten und natürlich für zwingend notwendig gehaltenen Wandel in Gang zu setzen. Mit so etwas Banalem wie der Frage, ob die anderen 95 Prozent überhaupt Lust hätten, den Tag werkelnd und in Dauerdiskussionen in „Mikrogenossenschaften“ zu verbringen, hält sich der gut frisierte Vordenker nicht auf.

Lob der Sesshaftigkeit

Auch Paech setzt auf nationale und regionale Lösungen. Welthandel ist ihm ein Graus. Der Mensch lebt und nährt sich vor allem auf seiner Scholle. „Zusätzlich könnte eine verstärkte Gemeinschaftsnutzung dafür sorgen, dass eine verringerte Anzahl an Gebrauchsgegenständen den Bedarf möglichst viele Menschen befriedigt. (…) Ergänzend dazu ließe sich die oben angesprochene Sesshaftigkeit auch als ökonomisches Konzept verankern, in dem Güterversorgung vorrangig lokal und regional erfolgt.“

Auch der Austausch von Ideen ist ihm ein Graus. In der Zeit schreibt er „Kulturen, die an traditionellen, zumal religiösen Maßstäben ausgerichtet sind, verlieren jeden Schutz davor, ihren Modernisierungsrückstand vorgeführt zu bekommen. Der Kulturvergleich, dem in Afrika, Asien und Lateinamerika infolge billiger Smartphones und Flugreisen niemand mehr zu entgehen vermag, pulverisiert stabile Orientierungen. Was vormals sinnstiftend und materiell hinreichend war, wird entwertet und fühlt sich jetzt nur noch vormodern, ärmlich oder gar unmenschlich an.“ Paech ist damit nicht weit entfernt vom rechtsradikalen Konzept des Ethnopluralismus, das sich gegen die Idee der allgemeinen Menschenrechte stellt, die im Zuge der Aufklärung entstanden. Er würde sich gut machen als Prediger eines ökologischen Nationalsozialismus im Geiste Walther Darrés, dem nationalsozialistischen Agrarpolitiker, der zeitweise Minister für Ernährung und Landwirtschaft und im Rasse- und Siedlungshauptamt tätig war und sich für eine Rückkehr zu den Verhältnissen vor der industriellen Revolution aussprach. Paechs Denken steht in der Tradition von Darré. Paech ist kein Exot, er tingelt durch die grünen Ortsverbände der Republik und sein Buch „Befreiung vom Überfluss. Auf dem Weg in die Postwachstumsökonomie“ ist wie Welzers Buch „Selbst Denken“ ein Bestseller.

Welzer und Paech argumentieren apokalyptisch. Auch wenn ihre Ansätze in erster Linie national sind und sie den Willen zur Entwicklung der Bevölkerung ganzer Kontinente mit Milliarden Menschen ausblenden. Für sie ist die Postwachstumsökonomie die einzige Alternative zum ökologischen Ruin des Planeten. Diese Argumentation funktioniert in ihrer Schlichtheit, weil sie so tun, als ob die Zukunft nicht mehr sein wird als die weiter gerechnete Gegenwart. Nun ist es eine unangenehme Eigenschaft der Zukunft, dass niemand weiß, wie sie aussehen wird, aber es ist allemal wahrscheinlich, dass wir auch in den kommenden Jahrzehnten technologische Fortschritte erleben werden, die viele unserer heutigen Probleme abmildern oder lösen werden.

Der Fortschritt und seine Feinde

Die Technologie- und Fortschrittsfeindlichkeit von Welzer und vor allem Paech hat zudem eine menschenverachtende Seite: Nicht zu viel Technologie und zu viel Wirtschaftswachstum verursachen die großen Probleme und das Leid vieler Menschen in Afrika, Süd- und Mittelamerika sowie in Teilen Asiens. Eine Mischung aus schwachen Wirtschaften, zutiefst ungerechten Welthandelsbeziehungen, für welche die Exportsubventionen Europas für Nahrungsmittel nur ein Beispiel sind, ein Mangel an Demokratie, das Fehlen einer legalen und selbstbewussten Zivilgesellschaft und des Zugriffs auf moderne Technologien verursachen in der Dritten Welt Elend und Armut. Viele Wälder Afrikas könnten noch stehen, wenn die Menschen dort nicht gezwungen wären, ihre Energie aus Holz zu gewinnen, sondern Strom aus dezentralen Solaranlagen mit angeschlossenen Akkus selbst gewinnen könnten. Hätten Menschen auch nach Einbruch der Dunkelheit Licht, könnten sie aktiver leben, auch abends noch lernen und lesen; wären sie online, würden ihnen nahezu unendliche Informationsmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Der Einsatz von modernem Saatgut, als Beispiel sei der genetisch veränderte „Goldene Reis“ genannt, würde Ernten verbessern und vielen das Leben retten. Allein der Zugriff auf Energie, Informationen und ausreichende

Lebensmittel würde das Leben von Milliarden Menschen weiter deutlich verbessern und nebenbei die Umwelt schonen: All dies würde nicht nur ihre Existenz sichern, sondern zu ihrer Emanzipation beitragen, ja, ihnen erst die Möglichkeit geben, ihre Fähigkeiten und Talente zu entwickeln. Endlich könnten afrikanische Bauerntöchter Physikerinnen und Ärztinnen werden, wenn sie es sich denn wünschen. Wer weiß, was für grandiose Dichter zur Zeit in den Slums von Rio und Bogota vor sich hinvegetieren, ohne ein Chance, ihre Talente und Leidenschaften zu leben? Die Postwachstumsökonomie, ist, vor allem in der Paechsen Ausprägung, eine menschenverachtende, gegen alle Ideen der Aufklärung stehende Ideologie, entstanden in jenem Sumpf, in dem völkisches- und ökologisches Denken eine grün-braune Brühe bilden. Dass sie vor allem in westlichen Großstädten Anhänger findet und diese sich in der Regel eher als links beschreiben würden, zeugt von einer unvorstellbaren Mischung aus Ignoranz, Geschichtsblindheit und Naivität dieser, sich selbst zumeist für intellektuell haltenden, Klientel. Wenn Paech heute in der Ruhr-Uni auftritt, gäbe es viele gute Gründe gegen ihn zu protestieren. Machen tut es keiner.

Der Artikel erschien in einer ähnlichen Version bereits auf den Salonkolumnisten

 

 

 

 

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30 Kommentare zu “Niko-Paech: Wanderprediger mit Thesen aus dem grün-braunen Sumpf

  • #1
    abraxasrgb

    Wenn die "grüne" Ideologie und ihre Heilsversprechen konsequent zu Ende gedacht werden, wären die Neandertaler nicht ausgestorben und hätten eine Lebenserwartung von 150 Jahren 😉

  • #2
    Tobias Pastoors

    Ich würde hier gerne eine differenzierte Kritik schreiben. Aber die hat dieser Artikel nicht verdient. Der Autor sollte sich mit den Thesen insbesondere Paechs erstmal auseinandersetzen, bevor er hier seine Gedanken aufschreibt.
    Alles, was die Welt global verbindet, verbraucht Unsummen an Energie. Paech und viele andere wollen eine lokale Welt nicht weil sie Nationalisten sind, sondern weil das Alternativlos ist, wenn man die Erde nicht vor die Wand fahren will.
    Der Autor kritisiert, dass Paech und andere meinen, die Zukunft zu kennen. Seine einzige Antwort auf die ökologischen Krisen ist aber blindes Vertrauen in die Technik der Zukunft:
    "aber es ist allemal wahrscheinlich, dass wir auch in den kommenden Jahrzehnten technologische Fortschritte erleben werden, die viele unserer heutigen Probleme abmildern oder lösen werden."

    Es gibt viele gute Gründe mit Herrn Paech zu demonstrieren, nicht gegen ihn!

    P.S. die rückschrittliche und menschenverachtende Welt, in der nicht mehr geflogen wird und lokal produziert wird, wird von Menschen wie Paech auch selbst gelebt. Wir hier im globalen Norden leiden längst an unserem "Wohlstand", Stichwort Konsumverstopfung. Und im Übrigen sagt Paech auch sehr deutlich, dass die Wirtschaft im globalen Süden nach eigenen Kritierien wachsen darf und soll. Herr Laurin, rufen Sie Herrn Paech vielleicht am besten mal an 😉

  • #3
    Pit

    "… gegen ihn zu protestieren. Machen tut es keiner. "
    Vielleicht genügt dem Demokraten hier auch die Diskussion und Argumentation.

    Schon angesichts des drohenden "peak-everything" nicht so dumm, sich über die Grenzen des Wachstums Gedanken zu machen.

    besten Gruß

  • #4
    Klaus Lohmann

    @#2 Tobias Pastoors: Was bitte ist daran "blind", wenn die Geschichte nun mal unwidersprochen *belegt*, dass technischer Fortschritt viele – nicht alle – sog. "Geißeln der Menschheit" und Umwelt-/Ressourcenprobleme der Vergangenheit besiegt hat? Gibt es linksradikal oder grün gedachte Konzepte, die auch nur im entferntesten eine solche Erfolgsquote aufweisen können oder ist das auch wieder nur Glaskugel-Streichelei?

  • #5
    yohak

    Weitestgehende Zustimmung bis auf den vorletzten Satz "Wenn Paech heute in der Ruhr-Uni auftritt, gäbe es viele gute Gründe gegen ihn zu protestieren." Das verdient Widerspruch. An Unis muß es möglich sein, auch etwas abwegige Ideen zu diskutieren. Man sollte Paech widersprechen, aber man sollte nicht versuchen, in an Auftritten an Unis zu hindern. Es ist in letzter Zeit bereits viel zu oft vorgekommen, daß Redner mit an Unis unpopulären An- oder Einsichten gewaltsam daran gehindern wurden, an Unis zu sprechen, zum Beispiel der Historiker Baberowski an der Uni Bremen.

  • #6
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @yohak: Protestieren heißt nicht, den Auftritt zu verhindern. Aber wenn gegen die AfD an der Uni protestiert wird, kann das auch gegen Paech geschehen.

  • #7
    Jochen Hoff

    Es macht mir Angst wenn ich mit Herrn Laurin einer Meinung bin. Bei Niko Paech ist aber so. Ich komme ja sozusagen von der Scholle und seine Schollenlastigkeit ist die eines Traumtänzers der die Realität negiert. Wie es seine grünbraunen Freunde auch tun.

    Zum Glück teile ich auch nicht die neoliberalen und für mich wirtschaftsfaschistischen Ansichten des Herrn Laurin. Die Wahrheit liegt nämlich wie immer irgendwo in der Mitte und in diesem Fall auch noch sehr weit seitswärts versetzt.

    Natürlich ist Wachstum endlich. Die Erde ist ein geschlossenes System und damit sind alle Rohstoffe endlich. Ein Elefant und eine Eiche werden nicht größer als Elefanten oder Eichen eben so werden. Ja es gibt da draußen noch den Weltraum in dem alles was wir brauchen in Hülle und Fülle vorhanden ist. Ich habe auch mal Perry Rhodan gelesen. Mag sein, dass wir aus der Quantenmechanik mit aktzeptablen Kosten im Raum herumdüsen können. Aber jetzt eben nicht.

    Der Raubtierkapitalismus ist mal wieder an seinem natürlichen Endpunkt angekommen und nur 62 Leuten oder meinetwegen auch 62.000 gehört die Welt. Der Rest sammelt Almosen, wenn auch teilweise auf hohem Niveau wie Herr Winterkorn. Für diesen Zyklus sind die Grenzen des Wachstums erreicht. Normalerweise gibt es dann Krieg. Die Karten werden neu gemischt und das Spiel beginnt von vorn.

    Der Krieg gegen Russland scheint aber abgesagt zu sein. Wenn wir Glück haben. Also brauchten wir eine andere Methode um einen Neustart zu ermöglichen. Da die Menschen insgesamt auf Wettbewerb ausgerichtet sind, ist ein Systemwechsel auch undenkbar. http://duckhome.net/kapitalismuskritik-ist-selbstkritik-9719.html

    Die anstehende Aufgabe ist also einen Ausgleich zwischen den Gewinnern des neoliberalen Globalismus und den Verlierern zu erreichen um innnerhalb des Systems einen Restart zu versuchen. Haben wir Menschen noch nie hingekriegt, ist aber denkbar.

    Wir brauchen dazu auch keine künstlichen Gegensätze. Nicht die Reichen sind das Problem, sondern eher deren Helfer die in vorauseilendem Gehorsam die Dinger über den Bruchpunkt hinaus zu biegen versuchen. Es gibt auch fast niemanden der wirklich schuldlos wäre.

    Der Rest ist einfach, Entweder wir lösen das Problem oder es beginnt eine Phase des Protektionismus die allen schaden wird und den Ärmsten überall auf der Welt wohl am meisten. Es spricht nämlich nichts gegen Globalisierung, wenn sie fair und anständig bleibt.

    Es geht auch nicht gegen den Kapitalismus. Der entspricht unserem Wesen und muss lediglich immer wieder darauf überprüft werden, dass Waffengleichheit und Fairness herrschen. Schaffen wir das nicht kommt überall ein neuer Faschismus und daraus resultierend weitere imperiale Kriege die mit etwas Pech uns alle zerstören.

    Nein ich wette nicht. Ich weiß leider wie sich die Menschheit entscheiden wird.

  • #8
    Arnold Voss

    Das Wachstumsproblem kann auch dadurch gelößt werden, dass nicht der Energieverbauch pro Person, sondern die Anzahl der Energieverbraucher massiv verringert wird. Die Zeichen dafür sind am Honrizont dieses Jahrhunderts deutlich zu erkennen. Das erneut sich drehende Karussel der Auslese hat gerade erst begonnen und die, die sie in der Gattung Mensch unbedingt überleben wollen, haben ihre Pole Position schon lange eingenommen.

    Ach ja, fast hätte ichs es vergessen. Da ist da ja auch noch der unabsehbare technische Fortschritt, der bekanntlich vor allem denen nützt, die sich in der Pole Position befinden. 🙂

  • #9
    thomasweigle

    Eine Welt, in der acht Männer mehr oder so viel besitzen, wie die ärmere Hälfte der Menschheit, scheint irgendwo eine wichtige Abzweigung verpasst zu haben. Da hilft auch kein noch so schön formulierter Fortschrittsglaube. Dieser zarte Hinweis macht mich aber nicht zum Anhänger von Paech und Konsorten.

  • #10
    Klaus Lohmann

    @Arnold Voss: Wenn man von ca. 200 Mio. Menschen ausgeht, die im 20. Jahrhundert als direkte Kriegsopfer starben (wobei natürlich allein der 2. Weltkrieg 60 Mio. davon auf "seinen Zettel" schreiben muss) und berücksichtigt, dass moderne Kriegsführung mit immer weniger Toten "auskommt", wäre eine derartige "Verknappung" der Ressourcenverbraucher nur sowas wie die Sache mit dem Tropfen und dem heißen Stein.

  • #11
    Arnold Voss

    Klaus, es werden in diesem Jahrundert ein paar Festungen auf dieser Welt gebaut oder ausgebaut werden, deren Bewohner und deren Nachkommen relativ sicher ins nächste Jahrhundert hinüber gleiten werden, während sie aus angemessener Entfernung dabei zuschauen, wie sich der Rest gegenseitig, oder durch zu wenig Ärzte und schlichtes Verhungern und Verdursten (lassen), eliminiert. Danach werden die Übriggebliebenen nur noch soviele Kinder in die Welt setzen, dass das nicht nochmal passieren kann. Ist nicht mein Lieblingszenario, aber es ist eins, das immer wahrscheinlicher wird.

  • #12
    Klaus Lohmann

    @Arnold: Da allerdings bin ich eher bei Stefan und der aus geschichtlicher Erfahrun genährten Hoffnung, dass Technologie weiterhin *auch* durchaus sinnvoll und lebensrettend eingesetzt werden kann – es sei denn, man kommt mittelfristig (also in einigen Jahrzehnten) global zu einem Konsens, dass Lebensrettung und Übervölkerung nicht mehr das Überlebens-Ziel Nr. 1 der Menschheit sei. Kann passieren.

  • #13
    Arnold Voss

    Die technologische Entwicklung halte ich auch für einen Schlüsselfaktor dessen Dynamik von den Apokalyptikern regelmäßig unterschätzt wird. Aber von den technischen Fortschrittsfans wird ebenso regelmäßig die massenhafte Gewaltdrift menschlicher Verbände und die mit ihr häufig verbundene absolute Rücksichtlosgkeit ihrer Führer und Führerinnen unterschätzt.

    Jede weitere Entdemokratisierung der Welt sorgt obendrein dafür, dass diesen Leuten ihre Völker/Bevölkerungen immer mehr egal werden (können).Nicht deren Überleben zählt, sondern nur das ihrer Herrscher und (Ver)Führer, egal wieviel Menschen dabei drauf gehen. Die geben sich dann in der Regel selber gegenseitig an die Gurgel, anstatt die zur Rechenschaft zu ziehen, die ihne das alles eingebrockt haben.

    Wie an anderer Stelle schon geschrieben, wir sind nicht im post- sondern im protodemokratischen Zeitalter und landen am Ende wohlmöglich wieder im prädemokratischen.

    http://www.ruhrbarone.de/wir-leben-nicht-im-post-sondern-im-protodemokratischen-zeitalter/137314

  • #14
    Walter Stach

    Jochen Hoff -7-
    mit allem einverstanden.

    Ihr Beitrag hat mich "rundherum" gefreut, was ansonsten für Kommentaren/Beiträge in der Regel nicht der Fall ist.

    Deshalb dazu einige ergänzende Anmerkungen:

    Ausgehend von den Annahmen -nicht von "absoluten Wahrheiten"- ,

    daß

    a.) jeder Mensch von Natur aus sowohl Individuum als auch zoon politikon ist ,

    daß

    b) Freiheit

    -der Verantwortung eines jeden Menschen sich selbst und der Gemeinschaft gegenüber
    immanent ist-

    und daß

    Gleichheit
    -aller Menschen-

    Grundwerte menschlicher Existenz und jeglichen menschlichen Miteinanders sind

    und daß

    c.)
    menschliches Handeln -das individuelle, das gemeinschaftliche, das gesellschaftliche, das staatliche
    sich an der Handlungsmaxime

    Gerechtigkeit
    zu orientieren haben,

    meine ich, daß sich die hier und in einschlägigen Diskussionen immer wieder erkennbar werdenden Gegensätzlichkeiten reduzieren auf die Fragen

    a.) inwieweit ist Freiheit der Gleichheit aller Menschen wegen einzuschränken und
    b.) inwieweit müssen durch die Handlungsmaxime Gerechtigkeit Inhalte und Schranken von Freiheit und Gleichheit akzeptiert werden?

    Da alle Erfahrungen zeigen, daß die Demokratie diejenige Staatsform ist, in der am ehesten -am vernünftigsten?-und am "gerechtesten" (oder am weniger schlechtesten) in einem ständigen Prozess durch Gesellschaft und Staat nach den jeweils "richtigen" Antworten auf die o.a. Fragen gesucht wird, ergeben sich daraus für mich Einsichten und politische Orientierung wie folgt:
    1.
    der freie ,eigenverantwortliche Mensch hat es dank seines Willens und dank seiner Fähigkeiten geschafft, Jahr für Jahr, Jahrhundet für Jahrhundert nicht nur das Überleben von immer mehr Menschen zu ermöglichen, sondern auch immer mehr Menschen ein qualitativ "besseres Leben" möglich zu machen ; wer das auf die Formell reduziert "Liberalismus -Kapitalismus-Wohlstand für Viele- "der mag das tun.

    2.
    Wenn ich unter 1. von "immer mehr Menschen" spreche, dann will ich damit deutlich machen, daß im Ergebnis das Denken und das Tun freier Menschen zugleich der Idee der Gleichheit aller Menschen dienlich ist.

    ( Beispiele:
    Die Zahl hungerleidender Menschen konntet weltweit gemessen an der gewachsenen Weltbevölkerung -also relativ- deutlich reduziert werden,
    Die Zahl der gegen Entgelt Beschäftigten in Deutschland war noch nie so hoch wie derzeit.)

    3.
    Zugleich ist seit altersher , so auch jetzt und hier, zu konstatieren, daß es im großen (weltweit) und im kleinen (z.B. in Deutschland) in vielen Lebensbereichen, in zahlreichen Politikfeldern eklatant ungerecht zugeht -was zugleich bedeutet, daß massiv der Grundwert von der Gleichheit aller Menschen außerachtgelassen oder daß er wissentlich und willentlich negiert wird

    Beispiele:
    Die absolute Zahl an hungerleidende Menschen ist in den letzten Jahren weltweit gestiegen,
    Die Zahl "in Armut lebender Menschen in Europa" wächst unaufhörlich -auch in Deutschland- und die diesbezüglichen Prognosen lassen noch"Schlimmeres " befürchten.)

    Zusammengefaßt:
    Wenn ich eine grundsätzliche Akzeptanz bezüglich dieser meiner Überlegungen unterstelle, heißt daß für mich -als "eigentlich triviale Erkenntnis"-, daß es folglich " nur" darum zu gehen hat, daß Gesellschaft(en) und Staat(en) sich im großen wie im kleinen, taktisch und strategisch nicht über das OB von Freiheit, Gleichheit, Gerechtigkeit zu streiten haben, sondern "nur" über das W I E ihrer Ausbalancierung -nichts Anderes beinhaltet im übrigen das im GG verankerten Prinzip vom " sozialen , demokratischem Rechtstaat.-.
    Und wenn die Einen der Meinung sind, der Gleichheit aller Menschen und dem Handlungsprinzip der Gerechtigkeit wegen werde die Freiheit allgemein oder im konkreten Falle zu sehr begrenzt, dann streiten sie dafür, daß ihre Meinung in der Gesellschaft mehrheitsfähig wird -oder bleibt- und die Anderen, die der Meinung sind, die Gleichheit aller Menschen und die Handlungsmaxime der (sozialen)Gerechtigkeit "blieben auf der Strecke", dann streiten sie für diese ihre Meinung; u.a. hier bei den Ruhrbaronen, so auch jetzt und hier.

    Es geht folglich nicht um absolute Wahrheiten, es geht nicht einmal "um richtig oder falsch". Es geht -immer eine Übereinstimmung im grundsätzlichen (sh.Oben) vorausgesetzt-"nur" um unterschiedliche Gewichtung von Fakten, um eine stets subjektive Bewertung von Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit im allgemeinen und im jedem konkretem Streitfall und darum, letztendlich zu akzeptieren, daß am besten in demokratischen Prozessen Problemlösungen gesucht werden sollten.
    Wenn man, wie Stefan Laurin, meint, z.B. Meinungsbekundungen in dem von mir umschriebenen Sinne, also als Selbstverständlichkeiten in einem gewichtigen und permanent zu führenden politischen Streit, als die von "Wanderpredigten" bezeichnen zu müssen oder meint, diese charakterisieren , besser wohl karikieren zu sollen als Thesen aus dem "grün-braunen Sumpf" oder zudem meint, sich in seiner Bewertung der Meinung eines Anderen Floskeln bedienen zu sollen wie " unvorstellbare Mischung aus Ignoranz, Geschichtsblindheit und Naivität" dann frage ich mich, ob das der Sache dient, nämlich in einem demokratischen Gemeinwesen unter Demokraten den permanent notwendigen Streit im allgemeinen und in konkreten Fällen über das Ausbalancieren von Freiheit, Gleichheit unter Achtung der Handlungsmaxime Gerechtigkeit zu führen.

    Sorgen machen ich mir jedoch nicht dieser "Wanderprediger" wegen -weder wegen des hier so genannte noch wegen "Wanderprediger" aus dem sog. Neo-liberalen Lager-, sondern Sorgen mache ich mir, weil nach meiner Wahrnehmung mit zunehmender Tendenz der von mir "beschworene" permanente Diskurs über das Ausbalancieren von Freiheit, Gleichheit unter Achtung der Hanldungsmaxime Gerechtigkeit in demokratischen Prozessen bedroht ist, bedroht zu werden scheint – weltweit, aber eben auch in den sog. westlichen Demokratien-durch das Diktat einiger weniger Mächtiger, durch die heimlich/unheimliche Herrschaftsmacht von Oligarchen, von Plutokraten- und besorgt bin ich dieser halb zudem, weil der von mir "beschworene" permanent anstehende Diskurs bedroht ist durch die Herrschaftsmacht derjenigen Akteure, die via Internet (sich im Besitz absoluter Wahrheiten wähnend und unfähig, Widerspruch zu ertragen, geschweige denn, sich mit ihnen zu befassen) das "absolute Heil, das jeweils absolut Richtige oder Falsche" verkünden und sich in Gesinnungsgemeinschaften wie Pegida, AFD, Front National u.ä. solidarisieren -völkisch, nationalistisch, antidemokratisch-.

    PS
    Ich gehöre als sozialer Demokrat zu denjenigen, die ihre Aufgabe darin sehen, im Prozess des Ausbalancierens von Freiheit und Gleichheit der Handlungsmaxime der Gerechtigkeit wegen immer wieder ganz grundsätzlich und vor allem im konkreten Streit die eklatanten (sozialen )Ungerechtigkeiten weltweit, in Europa, in Deutschland aufzuzeigen, also somit die latenten Verstöße gegen das Prinzip der Gleichheit aller Menschen, und die willens sind, sich für "mehr (soziale) Gerchtigkeit zu engagieren, dh. vor allem, dafür politisch zu streiten.
    Ich denke und ich hoffe, daß die sozialdemokratischen, die demokratisch-sozialistischen Bewegungen sich weltweit , "meine SPD" eingeschlossen, sich mehr denn je dieses "Hauptanliegens" ihrer parteipolitischen Ausrichtung erinnern und wieder stärker "auf ihre Fahnen" schreiben, wohlwissend, dann den "Wanderprediger" zugerechnet zu werden , die aus "dem grün-roten" Sumpf kommend und "voller Ignoranz, Geschichtsblindheit und Naivität "stecken.
    Wenn die sog. Neo-Liberalen ihrer Grundauffassung gemäß dann dagegen halten, gibt es den von mir gewünschten und für unabdingbar notwendig gehalten permanenten politischen Diskurs über das Ausbalancieren von Freiheit und Gleichheit unter (Be-) Achtung der jeweils unterschiedlichen Auffassungen von dem, was Gerechtigkeit im allgemeinen bedeutet und was ihr im konkreten
    Streitfall am ehesten zu entsprechen scheint.
    Politische (Streit-) Kultur in sog. westlichen Demokratien – Realität? Vision? Utopie?
    Mir scheint, daß "wir uns" von dem, was ich unter politischer (Streit-) Kultur verstehe, Tag für Tag mehr entfernen. Es bedarf einer gehörigen Portion Optimismus, daran zu glauben, zukünftig in einer Gesellschaft leben zu können, der wieder , vielleicht sogar mehr denn je, politische Kultur attestiert werden kann.

  • #15
    Helmut Junge

    Warum ist alles nur so kompliziert? Als nämlich der Club of Rome seine pessimistische Prognose öffentlich diskutierte, gab es sofort Widerstand aus dem sozialistischem Lager. Die witterte eine neue Falschtheorie der damals so bezeichneten bürgerlichen wissenschaft, der von Vertretern des wissenschaftlichen Sozialismus ein entschiedenes Nein entgegen geschleudert werden musste. Heute macht das, vertritt diese Position ein Mensch, der sich selbst oft und gern als Neoliberal bezeichnet, und Linke, die sich gern als Linke bezeichnen, vertreten ?.die Position des Club of Rome , der damals als Bürgerlich angesehen wurde.Wo stehe ich eigentlich? Damals war ich hin und hergerissen. Blöd ist, dass ich das heute immer noch bin. Die Erde ist begrenzt, aber wir wären längst tot, wenn sie so begrenzt wäre, wie der Club damals schrieb. Nur war das deshalbfalsch?

  • #16
    Andreas Baranowski

    Bin mit meinem Kommentar zwar ein wenig spät dran, aber: Schöner Artikel, dessen Autor im Gegensatz zu einigen Kommentatoren verstanden hat, woher Paech seine Ideen hat und wohin sie führen würden. Ich weiß nicht, wie viele seiner Anhänger sein Buch wirklich gelesen haben. Ich kann allerdings auch niemandem raten, es zu lesen. Es ist eine ungenießbare Ansammlung von "entliehenen" (weil hauptsächlich ohne Quellenangabe übernommenen) Vorstellungen ökologischer Theoretiker von Vorgestern (Ruskin, Kropotkin, Geddes, Soddy, Illich – um nur einige zu nennen), angereichert mit einigen wenigen unlogischen eigenen "Theorien" von Paech (seine Idee eines Wachstumszwangs durch Verschuldung stammt zwar auch von Frederick Soddy, wird aber mit einem komplett lächerlichen "Modell" erläutert).
    Gefährlich ist Niko Paech allerdings nicht. Eher der Uri Geller unter den Wachstumskritikern, die durchaus bessere Leute zu bieten haben. Nur beschäftigen die sich in erster Linie mit tatsächlicher Forschung, statt mit geklauten vorgestrigen Ideen durch Deutschland zu reisen und seit Jahren den gleichen Vortrag zu halten.

  • #17
    H.U. Zeit

    Au weia, Herr Laurin, was für eine boshafte Sprache Sie doch verwenden, um Andersdenkende zu diskreditieren. Ihren durch den Vergleichzeitraum (200 Jahre!) absurden Statistiken, die Sie gebetsmühlenartig repetieren, spreche ich jegliche Beweiskraft für Ihr Credo "Alles ist gut", mit dem Sie gelungen pseudowissenschftlich hausieren gehen, ab. Relative Zahlen sind nicht die Realität, und Prä-Erdöl-Wirtschaft ist nicht vergleichbar mit dem jetzigen Raubbau, da fragen Sie mal beim "Ökologischen Schuldentag" nach. Was eigentlich ist so toll an der Zunahme des Autoverkehrs? Was beweisen Ihre Statistiken eigentlich? Eine andere als diese kapitalistische Wirtschaftsform wurde doch nie praktiziert, denn ihre Vertreter werden stets zuverlässig niedergebrüllt. Das beginnt bei der Tierhaltung, die nicht risikofrei und tiergerecht stattfindet, sondern so effektiv und billig wie möglich, unter grob farlässigen, resistenzbildeneden Einsatz von Antibiotika. Das paßt nicht in Ihr Rechenschema. Die eigentlichen Ursachen für die Misere, in der wir nachweislich leben, werden von Ihnen kaschiert, eine Kritik am kapitalistischen, höchst expansiven Wahn der Industriegesellschaft findet nicht statt, die infarktorientierte Bevölkerungexplosion bleibt unerwähnt, von endlichen Ressourcen ist keine Rede, die werden "importiert", die generelle Ausbeutbarkeit wird zum Dienst an der Menschheit umgedeutet. Daß diese endlosen Slums der Großstädte der Beweis für das Scheitern Ihrer Theorie des ewigen Wettstreits darstellen, wie die endlosen Müllkippen sogar auf Ozeanen (!) das Konzept dieser Zivilisation als völlig desorientiert beweisen, pervertieren Sie abfällig in Dichterlyrik. Wenn also in Afrika ein Baum umfällt, dann hat ihn der dumme Neger selbst gefällt, auf der Suche nach Feuerholz. Der industrielle Raubbau findet in Ihrem Kosmos einfach nicht statt, denn aus dessen Holz ist Ihr Brett vor dem Kopf gemacht, mit schön ziselierten Intarsien für den "Durchblick". Durchblick haben industriehörige Pressefuzzis nämlich immer, namhafte Wissenschaftler aber nie. Nahrungsmittel soll er erhalten, scheinbar auf Spendenbasis, der Slumbewohner, der dank Gentech-Verträgen von der eigenen Scholle vertrieben wurde, Licht erhält er dann sicherlich von Photovoltaik-Anlagen, die es ja bekanntlich vom Himmel regnet, dank westlicher Güte. Bezahlt werden die Dinger von den Abgaben der Lohnsklaven, dank maßgeschneiderter Steuervermeidungsmodelle für die "Global Player" des Status Quo. Ausgebuddelt werden die seltenen Erden überall, durch Sklaven. Aus deren Töchtern wie durch ein Wunder mittels nächtlichen Selbststudium Ärzte werden, dank ins Internet ausgesourceter Universität. Au weia, Herr Laurin, ich höre Horvaths ewigen Spießer trapsen, statt "paneuropäisch" denkt er "global", hübsch bunt multikulti kommt er daher, mit bunten, weiblichen Ärzten. So bunt wie die Werbung in den Hochglanz-Holo-Illus, für die er nicht lassen möchte zu arbeiten, bis der letzte Baum gefallen ist. Denn das geilste auf der Welt sind Dienstreisen auf Spesen, plus Vielfliegermeilen. Guten Flug, Herr Laurin! Runter kommen sie alle, doch dann ist es zu spät.
    http://germanwatch.org/de/printpdf/13767

  • #18
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @H.U. Zeit: Sie sind sehr dumm. Aber das wissen Sie nicht 🙂

  • #19
    H.U. Zeit

    Das ist ein rhetorischer, uralter Trick – anstatt Argumente zu entkräften, wird der Rhetor diskreditiert. Andererseits weiß ich, was Sie meinen – als Kriecher lebt es sich viel einfacher. Tja, dennoch möchte ich nicht in Ihrer Haut leben, igitt!

  • #20
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @H.U. Zeit: Haben sie erst einmal den Mut unter ihrem eigenen Namen zu schreiben – dann reden wir weiter. Aber Mut ist die Sache der braungrünen ja nicht 🙂

  • #21
    HU-Zeit

    Was sind "braungrüne"? Sind Sie das? Ach ja genau, die haben Sie sich ausgedacht, so wie Dryaden, oder Butzemänner – die gibts ja auch nicht!
    Provozieren durch Ehrabschneiden ist ein rhetorischer Trick. Sind Sie etwa so´n rhetorischer Trickster? Mein Name IST HU-Zeit, HU-Zeit ist mein Name. Ach wie gut daß niemand weiß, daß ich HU-Zeit heiß.

  • #22
    Markus

    Anti-Aufklärung von Anti-Journalisten ist das hier! Wenn es mit rechten Dingen zuginge, müsstet Ihr vor Gericht stehen. Herr Paech sollte euch anzeigen bei dem kranken Stuss den ihr hier über ihn verbreitet, absolut hirnrissig und widerwärtig.

  • #23
    thomasweigle

    Die von Stefan Laurin angeführte "Demokratie" vor 200 Jahren war eine Sklavenhaltergesellschaft, die bis heute von üblem Rassismus geprägt ist, Gleichberechtigung fand nicht statt und neben der Teesteuer war ein weiterer Grund für den Unabhängigkeitskrieg die geplante Abschaffung der Sklaverei in Amerika durch das englische Mutterland. Als Jefferson starb, wurden um die 100 Sklaven aus seinem Besitz versteigert. Der Demokratiebegriff der USA ist m.E. auch heute mindestens fragwürdig.

  • #24
    thomasweigle

    Was die oben von Arnold angesprochene Verringerung der Endverbraucher angeht, so hat der Präsident von gods own country gerade dafür gesorgt, dass es an den nötigen "Werkzeugen" hierfür jedenfalls am Golf auch in Zukunft nicht mangeln wird.

  • Pingback: Das Auto, die Politik und die Wut | Ruhrbarone

  • #26
    Ich fass es nicht

    Selten so einen dummen und deshalb witzigen Artikel gelesen.
    Prüft ihr auch mal den Sachgehalt von Artikeln bevor ihr sie veröffentlicht?
    National und regional sind Unterschiede…

  • #27
    Ferdi

    Tatsächlich ein – sorry – absolut dämlicher Artikel, der ja komplett am Ziel Paechs (Ökologie) vorbeischießt (Treffer: Gerechtigkeit). Und wenn sie etwas von Paech gelesen hätten, dann würden sie diesen fast schon skurrilen Vorwurf des Nationalismus nicht erheben. Es geht um Suffizienz und Subsistenz im Nahraum, das Konzept ist dabei an keiner Stelle auf Nationen beschränkt gedacht, wieso auch??

    Wenn Sie sich also so undifferenziert da ran machen, dann sparen Sie es sich doch einfach. Aber es reicht ja andere zu diskreditieren um den eigenen Lebensstil zu protegieren, wa?

    Wie schon in vielen Kommentaren zuvor angedeutet: sicher kann man Paech kritisieren, aber dann sollte man doch wenigstens etwas tiefer eingestiegen sein.

  • #28
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Ferdi: Genau das meine ich ja – es ist ein nationaler/regionaler Ansatz der zu nichts taugt.

  • #29
    Laubeiter

    Für mich teilt sich Forschung in deskriptiv und normativ. Paech forscht in den Wirtschaftswissenschaften, der Rezensent der Ruhrbarone ist Journalist. Mir stellt sich die Frage, wer Paech ernst nimmt. Die eigene Zunft der Wirtschaftswissenschaften hat ihn noch nicht auf eine Professur berufen, so dass sie ihn vielleicht nicht so ernst nimmt. Der Rezensent nimmt Paech ernst und gibt seine Forschung wieder und erklärt, was ihn nicht überzeugt. Mein Problem mit Texten wie denen von Paech ist die Vermischung von deskriptiv und normativ. Kennt hier jemand Stefan Lessenichs Buch über Externalisierung der Kosten des Wohlstandes der Industrieländer? Eines seiner Beispiele ist das Aluminium der Kaffeekapseln. Lessenich trennt deskriptiv und normativ einigermassen. Noch etwas Anderes: Ich fände es gut, wenn die Beiträge hier kürzer wären oder zumindest stärker durch Überschriften gegliedert.

  • #30
    Andreas Baranowski

    Schön, dass hier immer noch über Uri Geller aka Niko Paech diskutiert wird. Es ist beinahe lustig, dass er stets als "Forscher" präsentiert wird. Gilt das seit Jahren quasi unveränderte Herunterrasseln der immer gleichen Versatzstücke heute als Forschung? Niko Paech, das muss man ihm lassen, ist ein Bullshit-Artist der höchsten Güteklasse. Er hat es fertiggebracht, ein und denselben Text mit minimalen Veränderungen in zig Artikeln und einer Lesefibel namens "Befreiung vom Überfluss" unterzubringen und wird dafür noch abgefeiert. Die Frage, wie viele seiner Ideen "braun" sind, hat er dabei mit seinem Ken Jebsen-Interview und dem Vertrieb seiner Lesefibel im Kopp-Verlag längst selbst beantwortet. Im Kopp-Verlag wächst (böses Wort!) halt zusammen, was zusammen gehört.

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