NRW sollte Kopftuch, Hijab und Nikab an Schulen verbieten

Nikab Foto: Leon petrosyan Lizenz: CC BY-SA 4.0

Das Land Nordrhein-Westfalen hat sich dagegen entschieden, Kopftücher für Mädchen unter 14 Jahren an seinen Schulen zu verbieten. Ein Fehler. Und wie groß er ist, zeigt das Urteil des Oberverwaltungsgerichts Hamburg, das nun einer Schülerin erlaubte, mit dem Nikab in die Schule zu gehen.  Islamisten nutzen jede Lücke, um ihr autoritäres und reaktionäres Weltbild durchzusetzen. Ein Kopftuchverbot würde diese Lücke schließen. Wenn nicht, werden Islamisten auch in NRW bald versuchen, den Nikab an Schulen durchzuklagen. Nicht umsonst warnt der Verfassungsschutz NRW davor, dass legalistische Islamisten versuchen, die Gesellschaft den islamischen Regeln entsprechend umzugestalten. Dass die Landesregierung teilweise mit Islamisten im Dialog steht, anstatt sie wie Rechtsradikale zu bekämpfen, macht die Sache nicht leichter. Die Schulen müssen ein Ort der Aufklärung und des Wissens sein. Die Islamisten führen wie Neonazis einen Raumkampf und sie führen ihn auf Kosten von jungen Mädchen und Frauen. Im Zentrum stehen die Schulen – sie dürfen diesen Kampf  nicht gewinnen.

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11 Kommentare

  1. #1 | Thomas Weigle sagt am 4. Februar 2020 um 08:26 Uhr

    Das heißt doch, dass, die Schulen ein rechtsfreier Raum sind, in dem das Vermummungsverbot nicht gilt. Die Armseligen wird es freuen. Wie kann ein schwarzgelbe Koalition nur so dämlich sein? Kopfschüttel!!

  2. #2 | Thommy sagt am 4. Februar 2020 um 13:09 Uhr

    So lange das Gesicht/Mimik einer Schülerin erkennbar ist, ist ein Verbot zumindest aus pädagogischer Sicht nicht erforderlich.

    Bei Vollverschleierung sehe ich persönlich aber durchaus ein Problem-unabhängig von Alter.

    Ansonsten geht mir diese Kopftuchdebatte -nicht immer, aber sehr häufig letztlich auch nur ein Vorwand, um gegen Menschen mit Zuwanderungsgeschichte aus arabischen Ländern oder der Türkei Stimmung zu machen- ziemlich auf den Keks.

    Wir sollten uns lieber um Chancengleichheit, insbesondere Abbau der Benachteiligung durch soziale Ungleichheit -hier sind immer noch überwiegend Kinder mit internationaler Biografie betroffen-und für eine angemessene pesonelle und technisch zeitgemäße Ausstattung der Schulen sowie um situationsadöquate Unterrichtskonzepte kümmern.

    Dadurch wird sehr schnell sehr viel mehr erreicht als durch unsinnige und – auch aus verfassungsrechtlicher Sicht bedenkliche – wenig zielführende Forderungen nach einem Kopfuchverbot.

    Im Übrigen ist es durchaus legitim über religiöse Symbole in der Schule zu sprechen.

    Aber warum nur über islamische Symbole?

    Wäre es dann nicht sinnvoll und gerechter wie ehrlicher, sämtliche religiösen Symbole aus den Schulen herauszuhalten, also eben bspw. auch das Kruzifix oder die Kippa?

    In diesem Kontext könnte man dann gleich den konfessionsgebundenen Religionsunterricht an Schulen beenden und die freiwerdenden Kapazitäten endlich sinnvoll einsetzen.

  3. #3 | MARTIN MAHADEVAN sagt am 4. Februar 2020 um 13:35 Uhr

    "Diskriminierte" klagen in diesem Zusammenhang
    ja gerne bis zum Bundesverfassungsgericht,
    wie auch der Schüler, der überall muslimische
    Gebetsräume forderte. Wer finanziert das
    eigentlich ?
    Der lange und mühsam erkämpfte säkulare
    Staat ist in akuter Gefahr. Früher überwachte
    und zensierte der Dorfpfarrer die Lehrer.
    In den USA wurde 1925 ein Lehrer gefeuert,
    weil er die Darwinsche Evolutionslehre
    unterrichtete.
    Heute kommen die Gegner des säkularen Staates
    durch die Hintertür zurück.

  4. #4 | Ruhr Reisen sagt am 4. Februar 2020 um 15:00 Uhr

    Man könnte schreiend davon laufen, wenn man wüsste wohin. Mitttlerweile hat sich die gesamte Politikerkaste vollständig von ihrem Volk abgehoben. Was muss passieren, dass diese Diskrimierung endlich aufhört und solche Entscheidungen sofort wieder gekippt werden können?

  5. #5 | Himynameis sagt am 4. Februar 2020 um 16:57 Uhr

    @Thommy: wer verhüllt sich denn mit Kreuz oder Kippa? Was soll der Whataboutism? Wenn es nur um religiöse Symbole als Schmuck um den Hals ginge (ode winzige Kopfbedeckungen), würde sich doch niemand auch nur für die Diskussion interessieren.

  6. #6 | ke sagt am 4. Februar 2020 um 19:02 Uhr

    Es bleibt zu hoffen, dass Aktivisten sich stärker dem Pastafarianismus zuwenden und auch für ihre Rechte kämpfen.
    Bei vielen Urteilen der letzten Zeit stellt sich die Frage, was die Justiz treibt. Wie man im Nikab am Schulunterricht teilnehmen kann, bleibt mir ein Rätsel. Hierbei muss auch an die Mitschüler gedacht werden, denen nahezu jede Möglichkeit genommen wird, mit den Mädchen/Frauen zu interagieren.

    Wenn es denn zwingend erforderlich ist, müssen auch die Gesetze angepasst werden. Insbesondere die Grünen in Schleswig Holstein haben wenig nachvollziehbare Einstellungen. Also muss NRW handeln. Noch haben sie eine Mehrheit.

  7. #7 | Thommy sagt am 5. Februar 2020 um 01:39 Uhr

    @5 Hymibsmais

    Das ist doch albern Kreuze und Kippas eigen sich ninmal nicht zur "Verhüllung", können aber je nach religiöser ( und politischer ) Ausrichtung des Trägers durchaus von Dritten als aggressiv empfundene Botschaften beinhalten und -nebenbei-auch genau so gemeint sein.

    Sowie das Kopftuch auch als religiös-politisches Symbol verstanden und entsprechend als Statement genutzt werden KANN, so kann dies selbstverständlich auch gleichermaßen für das Tragen eines Kreuzes oder einer Kippa gelten.

    Dies zu ignorieren wäre doch schon reichlich naiv

    Schule sollte grundsätzlich nicht der Ort für das Austragen religiös -politischer Konflikte , sondern ein Lernraum und Ort der Verständigung sein.

  8. #8 | Wolfram Obermanns sagt am 5. Februar 2020 um 10:04 Uhr

    Die Freiheit lässt sich i.A. nicht durch Verbote von weltanschaulich, religiösen Markern im öffentlichen Raum verteidigen. Verbote dürfen, wenn sie denn die Freiheit verteidigen sollen, nicht pauschalisiert, assoziativ ganze Kollektive von hoher Binnendifferenz einschränken.
    Ein ikonographische mit der Zeichenhaftigkeit des IS spielende Weltanschauung (wie Teile der Antifa muhahaha) verdient sich sicher eine öffentliche Ächtung. Und genau so, wie man Idioten mit Sturmhaube, die wegen ihrer Auffassungen staatliche Repression befürchten, aus dem Klassenraum schmeißen würde, kann man das auch mit Knallköpfen im Briefkastendesign (frei nach Boris Johnson) machen.
    Dies hat in diesem schulischen Zusammenhang aber vordringlich praktische Gründe und ist inhaltlich die Auseinandersetzung mit juvenil pubertärem Schwachsinn.

    In einem Atemzug das Kopftuch mit zu verhandeln, erscheint mir einerseits einem Bedürfnis nach Übersichtlichkeit, die die Realität so nicht hergibt, und andererseits der Lust am Skandalon geprägt zu sein. Publizistisch und bildungspolitisch ist diese Simplifizierung problematisch, destruktiv und dem Thema unangemessen, da so vollkommen an der Jugend vorbeigehend nur die eigene Bequemlichkeit gepflegt wird.

    Einwanderungspolitisch hielte ich dennoch die Verweigerung unbefristeten Aufenthalts von Familien, deren Frauen Vollverschleierung pflegen, für wünschenswert. Der dystopische Charakter dieser Spielart des Islam ist evident und diese Migration kann nur eine Migration in die Sozialsysteme werden. Diese Einwanderer sollten im wohlverstandenen Eigeninteresse so bald als möglich ausgewiesen werden. In den Herkunftsländern gibt es genug andere Menschen, mit denen sich (ganz ungeschützt formuliert) an einer besseren Welt arbeiten lässt. Eine am-deutschen-Wesen-soll-der-Islamist-genesen Einwanderungspolitik halte ich einfach für unrealistisch. Eine durch Rücküberweisung von Geldern von Migranten getriggerte Entwicklungspolitik hingegen hat ihre Funktionalität bewiesen. Der Islamist kann dann in vertrauter Umgebung seine Haltung überdenken und auf ihm erträgliche Weise modifizieren oder es auch bleiben lassen.

  9. #9 | Arnold Voss sagt am 5. Februar 2020 um 10:21 Uhr

    @ Thommy

    Grundsätzlich sollte Schule religionsfrei sein. Aber das Kopftuch ist eben ein religiöses Zeichen, dass nur Frauen / Mädchen tragen, und das gibt dem ganzen noch eine zusätzliche sexistische und frauenfeindliche Note, unterstellt das Kopftuch bei Mädchen doch, dass diese Männer erregen könnten, ja wollten. Deswegen haben Kopftücher eigentlich auf keinem Kinderkopf was zu suchen, egal ob in der Schule oder außerhalb. Das Problem des Verbots ist allerdings das Erziehungsrecht der Eltern, das ich auch grundsätzlich befürworte. Es enthält jedoch auch das Recht zu bestimmen, wie sie ihre Kinder/ Mädchen kleiden, bzw. welche religiösen Zeichen diese tragen sollen.

    Eine Stärkung der Kinderrechte, die ja zu Zeit wieder diskutiert werden, bestünde z.B. darin, dass Eltern mit der Bestimmung der Religionszugehörigkeit ihrer Kinder warten müsssen, bis diese reif genug sind, das selbst (mit) zu entscheiden. In Deutschland ist das gesetzlich im religionsmündigen Alter, sprich ab 14 Jahren. Die Frauenrechtsorganisation Terre de Femmes geht da weiter, und fordert ein Kopftuchverbot bis zum 18 Lebensjahr. Die Kopftuchfreiheit, sprich die Entscheidung für oder gegen eine Kopftuch, würde damit in beiden Fällen denen überlassen, die sie wirklich betrifft und nicht den Schulbehörden oder den Eltern.

  10. #10 | Ruhr Reisen sagt am 5. Februar 2020 um 10:53 Uhr

    #9
    Genau, das wäre konsequent, so geht Gender! Ich plädiere: Ab sofort Kopftuch- und Nikap-Zwang für alle muslimischen Jungs, sobald sie laufen können!!!

  11. #11 | thomas weigle sagt am 5. Februar 2020 um 15:04 Uhr

    #7 Kreuze sind aus öffentlichen Räumen weitgehendst verschwunden, auch durch Gerichtsentscheide. Wenn man das nicht mitbekommen hat, kann man natürlich unbedarft die Verschleierung tolerieren.

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