Nun verlässt auch Roger Handt den WDR-Hörfunk – Wehmütige Erinnerungen an ‚WDR 1‘

Woran merkt man, dass man selbst offenkundig nun doch langsam schon alt wird? Man trauert vermehrt Dingen aus der Vergangenheit hinterher. So erging es mir (Jahrgang 1971) nun auch einmal mehr, als ich gestern vom nahenden Ende der Karriere des altgedienten WDR- Radiomoderators Roger Handt erfuhr.

Handt, der zuletzt noch immer die Oldiesendung ‚Yesterday‘ auf WDR2 moderierte (seine letzte Sendung folgt Ostern 2013), ist mir überwiegend noch als Moderator des ‚alten‘ WDR1 in Erinnerung, dem Vorgängersender (bis 1995) des heutigen Jugendsenders ‚Eins live‘.

Und gerade an diese ‚gute alte Zeit‘ mit WDR1 musste ich durch diese Meldung nun seit gestern wieder häufiger zurückdenken.

Roger Handt gehört(e) zu einer Generation von Radiomoderatoren, welche noch einen ganz eigenen Stil und ihren persönlichen Musikgeschmack in das Programm mit einbringen durften. In einer Zeit bevor es so unzählig viele ‚glattgeschliffene‘, profillose Moderatoren gab, da konnte man im damaligen Jugendradio noch Sendungen mit starkem eigenen Profil entdecken. Das war die Zeit bis 1995, als eine Programmreform plötzlich den alten Sender ‚WDR1‘ zu ‚Eins Live‘ mutieren ließ, ein Sender der mich damals sofort nach seinem Start einfach nur langweilte.

Bei WDR1 gab es noch etwas zu entdecken, nicht alle Sendungen und Moderatoren waren so ‚genormt‘ wie heutzutage.

Zu den Moderatoren des späten WDR 1 zählten neben Roger Handt u. a. auch Wolfgang Roth, Dave Colman, Alan Bangs, Thomas Hackenberg, Jürgen Domian, Ingo Schmoll, Achim Preikschat, Stefan Kaiser, Robert Treutel, Felix Parbs, Ulli Tobinski, Udo Vieth oder Stephan Karkowsky.

Doch mit der Programmreform von 1995 war dann auch für viele der verdienten und altbekannten Moderatoren des Senders plötzlich kein Platz mehr bei der neugeschaffenen Jugendwelle des WDR. Viele verließen notgedrungen sofort nach der Reform den Sender, andere hatten noch etwas Zeit beim WDR, bevor es auch für sie dann dort keine Zukunft mehr gab. Zahlreiche altgediente ‚Stimmen‘ galten den Verantwortlichen damals offenbar als nicht mehr jung und ‚hip‘ genug, passten mit ihrer Art zu moderieren nicht mehr in das neue Schema der Jugendwelle ‚Eins Live‘.

Besonders Persönlichkeiten wie Alan Bangs und Dave Colman vermisse ich bis heute noch immer sehr im Hörfunk-Programm des WDR.

Der Trend zu der häufig allzu großen Banalität des Privatradios, von dem sich der WDR-Hörfunk damals (aus meiner Sicht völlig unnötig) anstecken ließ, verdrängte solch begabte und bekannte Stimmen aus dem Leben vieler Fans. So auch aus meinem. Eine Tastsache, welche ich bis heute noch immer sehr bedaure.

Hätte es zum Beispiel einen Dave Colman mit seinem allsonntäglichen ‚Hier funkts‘ nicht gegeben, ich hätte so tolle Musiker wie Stefan Stoppok, welchen man heutzutage leider auch kaum noch im Radio hört, wohl nie kennengelernt.

Auch die legendäre ‚Schlagerrallye‘ mit Wolfgang Roth (wer erinnert sich in meiner Generation nicht gerne daran) habe ich bis heute in netter Erinnerung. Man, unzählige schöne Stunden sind damit verbunden…

Damals war Radiohören irgendwie noch ein echtes Erlebnis… Man konnte dort wirklich noch zuhören, etwas Neues entdecken. An den derzeitigen Sendern des WDR gefällt mir die Mischung nicht. Zu wortlastig, die falsche Musik, zu oberflächlich…

Radio habe ich früher noch deutlich häufiger gehört als heutzutage.

Aber ich höre an dieser Stelle jetzt besser auf hier so sehr von früher zu schwärmen. Ich komme mir dabei ja selber schon vor wie ein Opa, der nur noch in der Vergangenheit lebt. 😉

Kommen wir daher noch einmal kurz zum Kern der gestrigen Meldung zurück: Mit Roger Handt, dem Ehemann der ebenfalls scheidenden WDR-Intendantin Monika Piel, verlässt nun also ein weiteres Stück Radiogeschichte, des früheren ‚WDR1‘, die Radiolandschaft.

Er hatte offenbar deutlich mehr Glück als Colman, Bangs  & Co., durfte noch ca. 15 Jahre länger im Bereich des WDR-Hörfunks für ein großes Publikum moderieren als viele seiner alten WDR1-Kollegen.

Ihm wünsche ich für die Zukunft an dieser Stelle natürlich viel Glück!

Insgesamt ist aber auch dieser Abgang ein weiterer Baustein einer traurigen Entwicklung der Hörfunkwelt in NRW. Moderatoren mit ‚Ecken und Kanten‘, mit einem eigenen Profil und einem Musikgeschmack der nicht unbedingt der aktuellen Chartplatzierungen entsprechen muss, sucht man in der modernen Radiolandschaft des WDR damit bald weitestgehend vergeblich.

Das ist, neben all der Nostalgie die ich dabei empfinde, auch aus heutiger Sicht doch sehr, sehr schade…

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42 Kommentare

  1. #1 | Berlingonaut sagt am 1. März 2013 um 13:08 Uhr

    Oh ja, die Schlagerrallye mit Wolfgang Roth; bei ihm konnte man sich darauf verlassen, dass er nicht in die Schlussakkorde der Titel hineinquatschte.

    Kein Vergleich zum unsäglichen Mal Sondock auf WDR2, der mir so manches Mal mit seinem Geblubber die Aufnahme vergeigt hat.

    Roger Handt werde ich auch sehr vermissen, es gab beim WDR außer ihm nur noch einen Moderatoren, der so viel über Musik und ihre Interpreten wusste, aber der war mehr im Bereich deutscher Schlager tätig. Yesterday habe ich nicht regelmäßig, aber immer gern gehört. Es gibt Stimmen, die sind fürs Radio geschaffen. Roger Handt hat so eine.

    PS: Ich darf mir die Sentimentalität erlauben, ich bin Jahrgang 1961.

  2. #2 | kalli500 sagt am 1. März 2013 um 14:40 Uhr

    Nachdem Winfrid Trenkler nicht mehr „Schwingungen“ moderieren durfte, war Radio nicht mehr Radio…

  3. #3 | HopScotch sagt am 1. März 2013 um 14:51 Uhr

    ..und bitte den Wilfried Trenkler nicht vergessen! Schwingungen war DIE Sendung für elektronische Musik und Wilfried der unschlagbar lässige und sattelfeste Moderator. Den selbtverlierbten, schwermütigen und oft viel zu „wichtigen“ Alan Bangs konnte ich selten ertragen, auch wenn seine Musikauswahl meist atemberaubend gut war. Der ist in Köln auch nicht so beliebt in der Szene. Im Cafe Central sitzt der auch heute noch ganz allein an einem Tisch herum. 😉

  4. #4 | Frank sagt am 1. März 2013 um 16:03 Uhr

    @Robin
    Du triffst den Nagel auf den Kopf. Radiomoderatoren und Sendungen, die sich vom Einheitsbrei abheben, vermisse ich auch bis heute.
    Trenkler und Coleman gehörten dazu, und gab es nicht auch einen Wolfgang Neumann?
    Als ich vor einigen Monaten auf der A2 abends nach Ewigkeiten mal wieder Roger Handt hörte, war ich baff, dass es ihn immer noch gibt.

    @Berlingonaut
    Hat mich damals auch gestört. Heute empfinde ich Mal’s „Gequatsche“ als Teil der Kunst.

  5. #5 | Robin Patzwaldt sagt am 1. März 2013 um 16:10 Uhr

    @Frank: Danke! 🙂 Der austauschbare ‚Einheitsbrei‘ im Radio stört mich auch schon lange. Aber irgendwie passt man sich irgendwann den neuen Gegebenheiten an, hört andere Sender und Formate. Die Meldung über den nahende Abschied von Roger Handt, dessen aktuelle Sendung ich auf WDR 2 dann auch nur noch ein paar mal zufällig nach der Bundesliga gehört habe, weckte bei mir jetzt aktuell viele schöne Erinnerungen an das alte WDR 1…

  6. #6 | Onkel Emil sagt am 2. März 2013 um 12:48 Uhr

    Offensichtlich hören sie heutzutage alle die falschen Sendungen, kann das sein? Ich verweise an dieser Stelle mal auf die großartigen Autorensendungen von Klaus Fiehe (Sonntags, 22.00-1.00 Uhr, Mittwochs, 00.00-1.00 Uhr), sowie die Themennächte bei Deutschland Radio Kultur. Äußerst interessante Musik und gute Moderatoren. Sicherlich nicht jedermanns Geschmack, aber wenn man sich drauf einlässt kann man schöne Dinge entdecken. Und sollte einer von den obrigen Sentimentalisten wegen der Uhrzeit rumheulen, empfehle ich, die Sendungen einfach mitzuschneiden und am nächsten Tag zu hören.

  7. #7 | GP sagt am 3. März 2013 um 01:14 Uhr

    Jau, vorstehend ist eine Aufstellung legendärer Moderatoren zu finden. Mir – Jahrgang 1954 – fallen noch Michael Rüsenberg (er moderierte unter dem Namen Michael Berg die Sendung IN BETWEEN; Indikativ war der Erinnerung nach Taste of Sarsaparilla/NUCLEUS?) und Joachim Sonderhoff ein. Sonderhoff war wohl in 1977 in den Staaten gewesen, um neue bzw. in Europa noch wenig bekannte Sounds zu erkunden. Erinnere mich an eine Sendung, in der er TOTO, MAHOGANY RUSH, JAY FERGUSON (SPIRIT-Keyboarders erstes Solo-Album „All alone in the End Zone“) und DICKIE BETTS & GREAT SOUTHERN vorstellte. Ziemlich populär war auch Ulf Posé (aka Hannibal). Dave Coleman unterlegte in einer von ihm moderierten Sendereihe den Info-Block mit dem „Mittelteil“ von Ry Cooders „The Very Thing That Makes You Rich (Makes Me Poor)“ – also mit Mucke, die nicht unbedingt an jeder Ecke zu hören war.
    @Robin: Wolfgang Neumann war später für das ZDF tätig. Neumann verbinde ich mit der Vorstellung von J.D. Souther’s Edelschnulze „You’re only lonely“ – die Single-Version mit dem knappen, aber geilen Guitar-Solo …

    Verrückt, aber wenn man sich auf Radio-Geschichte einlässt, wird schnell von Hölzchen auf Stöckchen gesprungen.

    War Radio „früher“ besser? – Keine Ahnung, allerdings waren meiner Meinung nach die Moderatoren und Redakteure authentisch …
    Wenn z.B. ein Karl Lippegaus als Moderator angekündigt wurde, wusste man der Typ redet nicht über Blumen, die er nie gesehen oder beschnuppert hat.

    Aktuelle Allzweckwaffen a la Steffi Neu sind populär – leider drängt sich manchmal der Verdacht auf, Blinde sprechen über Farben.

    Ähnliche Tendenz ist im TV zu beobachten. Ein Matthias Opdenhövel (ARD) oder Sven Voss (ZDF) sind der Beliebigkeit geschuldete Zugeständnisse.

    Unterm Strich: Mit der „Pensionierung“ von Monika Piel und Roger Handt verlassen zwei „Dinos“ die ö.r. „Medien-Arche“… – Paradigmenwechsel ist zu hoch gegriffen. Der entspannte Umgang eines Roger Handt mit anstrengenden „Yesterday“-Kandidaten wird fehlen.

  8. #8 | N sagt am 3. März 2013 um 11:13 Uhr

    An den derzeitigen Sendern des WDR gefällt mir die Mischung nicht. Zu wortlastig, die falsche Musik, zu oberflächlich…
    Das trifft den Nagel auf den Kopf. Yesterday mit Handt war für mich der letzte Lichtblick.
    Der private Internetsender ByteFM sendet einige interessante Sendungen, aber ansonsten sieht es meiner Meinung nach ziemlich schlecht aus.

  9. #9 | Der flotte Gustav sagt am 3. März 2013 um 11:57 Uhr

    „Schlagerrallye“: Wolfgang Roth??? Hieß der nicht Wolfgang Neumann?

  10. #10 | Robin Patzwaldt sagt am 3. März 2013 um 12:09 Uhr

    Wolfgang Neumann kannte nun ich bisher nicht. Habe gerade mal im Netz nachgeschaut: Neumann moderierte die Schlagerrallye wohl bis 1984, Roth dann wohl ab 1984. Würde für mich auch Sinn ergeben, denn 1984 war ich erst 13. Daher kenne ich die Sendung dann wohl auch nur noch mit Wolfgang Roth.

    Hier der Link, den ich gerade dazu fand:

    https://rd1972.beepworld.de/schlagerrallye.htm

  11. #11 | Paul Darg sagt am 11. März 2013 um 15:58 Uhr

    1) Der Mann hat mit 67 Jahren das Rentenalter weit überschritten. Irgendwann muss Schluss sein.
    2) Durch die Aemter seiner Frau hatte er – so heißt es intern – lange Zeit eine Vorzugsbehandlung genossen, wie man am Verschwinden von Alan Bangs etc. sehen kann.
    3) Gattin Monika Piel ist ja „aus persönlichen Gründen“ gegangen (oder gegangen worden?). Gerade in letzterem Fall wird es einen schwerwiegenden Grund gegeben haben und dann wäre ein Verbleib von Roger Handt doch sehr ungewöhnlich.

  12. #12 | Herr Lehmann sagt am 23. März 2013 um 09:04 Uhr

    Roger Handt ist mir in letzter Zeit durch sein zu vieles Gerede auf den Geist gegangen, vor allem wenn Publikum im Studio ist verzichte ich auf seine Sendung.
    Tagsüber höre ich mittlerweile fast nur noch Internetradio, ich finde es unverständlich das ich nahezu überall die gleichen „Nachrichten“ höre und am Tag die nervige Werbung ertragen muß. Trotz der hohen Gebühren! Am System GEZ-Rundfunk stimmt es halt nicht mehr, wie bei vielen Dingen in der BRD!
    Im WDR höre ich in der Woche überwiegend Sendungen wie Beatcafe und den Jazz auf WDR3.
    Ich meine es müßte bei den hohen Gebühreneinnahmen doch möglich sein einen reinen Jazz-Sender zu betreiben, bei dem ich überwiegend MUSIK hören kann.
    Und wer hört eigentlich die vielen Klassik-Sendungen?

  13. #13 | L aus OV sagt am 24. März 2013 um 15:21 Uhr

    Auch wir – Jahrgang 1944 und 1946 – hören schon seit vielen Jahren regelmäßig und mit Genuß die Samstagabend-Sendung mit Roger Handt und finden es seeehr schade, demnächst seine Stimme nicht mehr zu hören, auch wenn sein Ruhestand sicher verdient und verständlich ist.
    Sein musikalisches Fachwissen und seine Stimme werden uns fehlen!
    Danke, Roger Handt, für viele schöne Abende mit wunderbarer Musik!

  14. #14 | Ulrich sagt am 25. März 2013 um 21:20 Uhr

    Ich habe erst vorgestern realisiert, dass Yesterday eingestellt wird und gerade erst diesen schönen Beitrag gefunden, der auch meine WDR-Erlebniswelt exakt nachzeichnet. Vielen Dank dafür! Die Sendung von Roger Handt dürfte eine der letzten wirklichen Radio-Shows sein, die man gezielt einschaltete. Ich zumindest habe keine weitere Sendung, die ich bewusst anmache.

  15. #15 | Ludwig Schmitz sagt am 30. März 2013 um 22:00 Uhr

    Nach der letzten Sendung: Wehmut ergreife mich! Jahrgang 1947 trauert . . . Danke Roger Handt! Alles Gute!

  16. #16 | Doris sagt am 30. März 2013 um 22:26 Uhr

    Schade, ob im Winter, im Haus, oder wenn es wärmer wird, im Garten, Samstag Abend wurde bei uns immer Roger handt eingeschaltet, das war Tradition. Es wird uns in Zukunft etwas Fehlen, es gehörte einfach dazu.
    Wir wünschen Roger handt alles Gute und einen erholsamen Ruhestand.
    Schade auch, daß es keinen Nachfolger für diese Sendung gibt.

  17. #17 | Karl sagt am 26. Juli 2013 um 21:20 Uhr

    Auch ich (Jahrgang 1949) werde ihn vermissen. Ich erninnere mich gerne an meinen Besuch der Sendung im Studio des WDR vor 4 jahren. Ich habe Roger Handt in seinen Sendungen bestimmt die letzten 30 Jahre gehört und kenne kaum einen Moderator, der über soviel Fachwissen verfügt – das er auch noch unterhaltsam rüberbringen kann.
    Alles Gute Roger!!!!!!!!!!!!!!!!

  18. #18 | Heide sagt am 22. September 2013 um 01:00 Uhr

    Nachdem nun WDR2 auf der Jagd nach jüngen HörerInnen ein völlig neues Konzept verfolgt, vermisse ich(JG 1948) Roger Handt ,dem ich seit 1976 regelmäßig zugehört habe, mehr denn je.Es hat sich wohl niemand die Mühe gemacht, herauszufinden, welche Hörerschicht am Samstagabend Radio hört!Ich bin mir sehr sicher, dass es nicht die 30-49 -Jährigen sind.

  19. #19 | Frank sagt am 22. September 2013 um 10:39 Uhr

    So wie über die alten Radiomoderatoren werden wir irgendwann über diesen Blog sprechen: „Damals gab’s noch echte Blogger, die sich für ihren Stoff interessierten.“

    Wetten?

  20. #20 | Stefan Laurin sagt am 22. September 2013 um 10:45 Uhr

    @Frank: Das wird aber noch etwas dauern – die Jüngsten hier sind in den 20ern… 🙂

  21. #21 | Frank sagt am 22. September 2013 um 12:26 Uhr

    @Stefan: Schon, aber wir nicht 🙂

  22. #22 | der, der auszog sagt am 22. September 2013 um 15:01 Uhr

    @Heidi (#18)

    Ihre Feststellung, dass 30 bis 49 jährige Samstagsabends kein Radio mehr hören, ist durchaus richtig, allerdings kann ich Ihre Empörung nicht verstehen, wenn der WDR jetzt versucht, für genau diese Altersgruppe Programm zu machen.

    Bedenken Sie einfach mal, dass wir alle Rundfunk und Fernsehgebühren bezahlen müssen und nicht nur die Generation Ü60. Genau hier steckt ein wesentliches Problem des WDR: Seine Programme nämlich, egal ob im Fernsehen oder im Hörfunk, sprechen überwiegend nur noch Rentner und Frührentner an. Für alle anderen unter 60 bleibt da nur noch 1live und die Sendung mit der Maus. Bei 5 Rundfunk und einem Fernsehsender ist das reichlich wenig.

    Ich persönlich begrüße es, dass Roger Hand und vor allem seine Angetraute den WDR verlassen haben und wünsche den beiden ein schönes sonniges Leben möglichst weit weg von irgendwelchen Schalthebeln des WDR.

  23. #23 | Ulrich Klaas sagt am 23. Oktober 2013 um 16:25 Uhr

    Übrigens der alte Sender auf dem Handt, Coleman und Banks ihr (Un)Wesen trieben war nicht WDR 1. Die Jugendwelle war damals (und gliechzeitig Infosender)
    WDR 2 !!!!
    WDR 1 hatte damals WDR 4 Niveau !!

  24. #24 | Herbert Muser sagt am 7. Januar 2014 um 14:30 Uhr

    Hi,

    Dave Colman, Frank Laufenberg und andere ‚Granden‘ kannst Du mittlerweile beim Sender PopStop – https://www.popstop.fm/ – hören. Sind Sendungen fast wie früher. :-))

    Beste Grüsse
    Herbert

  25. #25 | Robin Patzwaldt sagt am 7. Januar 2014 um 14:33 Uhr

    Hallo Herbert Muser! Danke für den Tipp! Werde ich bei Gelegenheit gerne mal reinhören. Viele Grüße!

  26. #26 | Mac2 sagt am 26. Januar 2014 um 14:28 Uhr

    Der Abgang von Handt hat auch viel positives:
    1. Man hört nicht nur immer wieder „seine“ Lieblingstitel.

    2. Das Rumgelaber nahm im Endstadium schon fast
    laufenbergartige Zustände an.

    3. Steinmetz und Vieth machen das am Sonntagabend
    wirklich hörenswert.

    (über die Nachfolgesendung am Samstag schweigt des Schreibers Höflichkeit

  27. #27 | Norbert sagt am 5. Juli 2014 um 01:56 Uhr

    Kein Moderator hat das Recht, ewig bei einem Sender zu bleiben ohne Erreichtes aufgeben zu müssen. Ist ja kein Beamtenjob.

  28. #28 | Robert Roßbach sagt am 20. November 2014 um 00:08 Uhr

    …tja so ist das mit dem deutschen Radio…:-(
    …mit Wolfgang Roth war ich in meiner Jugend eng befreundet und habe Krankenhaus-Radio ihm gemacht – wir liebten das Radio !

    …Dave Coleman hat meinen ersten „Robert-Roßbach“ Jingle gesungen
    …für Mal Sondock habe ich viele Jahre die redaktioenelle Arbeit für die Discothek im WDR mit erledigt – die Hitparade habe ich ausgewertet 🙂
    …ich war nie „on Air“ -aber in den 80igern und frühen 90igern war ich einer der beliebtesten Live-Moderatoren in Deutschland !

    .. ach hätte ich doch fast vergessen :
    1 Musik-Chef von RTL-Plus Fernsehen war ich auch mal „lach“

  29. #29 | Robert Roßbach sagt am 20. November 2014 um 00:14 Uhr

    …ach Wolfgang Neumann: tja der hat mir meinen 1. bezahlten Job als DJ zu Sylvester hier in Köln 1976 besorgt:.:-)

    der hat vor Wolfgang Roth die Schlagerrallye moderiert – war dann Unterhalterungchef beim ZDF und ist dann ab zum bayrischen Rundfunk…

  30. #30 | Frank sagt am 9. August 2015 um 22:11 Uhr

    Moin zusammen, ich bin ein anderer Frank und Jahrgang 60….
    Was ich gerne anmerken möchte:
    Radio war früher Erlebnis und Kultur.
    Schwer beinflusst haben mich Sendungen wie "In Between", "Rock in", "Schwingungen", und während der Arbeit lauschten wir immer Carmen Thomas mit Ihrem Ü-Wagen…Erlebnisradio obwohl oft langweilig…
    Trenkler, Handt, Bangs haben mich immer in die Plattenläden getrieben und meine Eltern in den Wahnsinn.
    Als "1 Live" startete habe ich das als Untergang der guten alten Zeit empfunden und denke, ich liege richtig damit. Oberflächliche Pop "Kultur", Schnellgerede, unerträgliche Werbung..seichter Einheitsbrei..
    Radio hat heutzutage keinerlei Bedeutung mehr für mich, weder im Auto noch Zuhause. Vollkommen unertäglicher Einheitsbrei ohne Tiefe.

    Ich war früher selber DJ in einigen Rockdiskotheken des Ruhgebiets, Rock-In war Pflichtsendung. Ich bin auf diese Seite gestossen weil ich die irrsinnige Hoffnung hatte auf alte Playlists von "In Between" zu stossen, aber das gibts leider nicht im Web..
    Von "Schwingungen" gibts ja immer noch CDs der Sendungen, der gute alte Winfried Trenkler…das war Radio.

  31. #31 | Peter sagt am 15. November 2015 um 21:03 Uhr

    Hallo,
    war früher alles besser? Einiges! Nicht alles! Zu Punkt 1 gehört die "Radiolandschaft". Wie in den vielen Posts erwähnt, gab es mehr als genug Moderatoren die einen recht vielfältig beeinflussen konnten. Als damals kleine Krabbe, Jahrgang 1960, gehörten Mal Sondock und Wolfgang Neumann mit ihren beiden Hitparadensendungen einfach zum wöchentlichen Pflichtprogramm. Nur um mitreden zu können! Denn, wer von meinen Schulfreunden hörte "Rock In" oder die ebenfalls von Winfried Trenkler moderierte Diskothek im WDR(Donnerstag). Das war dann meine Welt! Mit etwas Glück konnte dann Sonntag "Rums", oder so ähnlich, im HR empfangen werden. Evtl.erinnert sich noch jemand?
    Was war nun schlecht? Wer nict als Sohn oder Tochter gut betuchter Eltern geboren wurde, hatte kaum vernünftiges Hifi Equipment daheim um die Musik der Begierde in vernünftiger Qualität zu hören.
    Ich selber höre kein bzw kaum noch Radio. Evtl. im Auto Bundesliga, Nachrichten und das war es.
    Das Roger Handt so lange durchgehalten hat, ob mit oder ohne Vitamin B, Respekt!

  32. #32 | Martin sagt am 14. Januar 2016 um 00:57 Uhr

    Hallo an alle "Radioten" von früher,

    ich bin selbst Jahrgang 1964 und als Kind durch meine Eltern von Ivan Rebroff und Alexandra geprägt. Als ich dann mein erstes eigenes Röhrenradio hatte, gings irgendwann los: Winfried Trenklers "Schwingungen" waren eine Offenbarung, Wolfgang Neumann mit "Rock In" und auch der gute alte Mal Sondock (der eher für meinen damaligen Geschmack den mainstream beharkte), waren die Stimmen im WDR2, die meinen Musikgeschmack geprägt haben. Aber nicht nur das: Es ging um ein Lebensgefühl, denn damals war das Taschengeld knapp, und ich saß abends mit meinem TK25 Tonbandgerät (in mono!) am Radiogerät, um das, was mich interessierte, mitzuschneiden. Über Nacht wurden dann die Kommentare `rausgeschnitten, auf Cassette kopiert, und morgens war dann eine weitere Cassette mit Wunschtiteln voll, für die keiner von uns Schülern das Geld gehabt hätte, das alles auf Platte zu kaufen. So war es damals: Radio als echte Programmquelle, als Quelle für neue Erfahrungen und eine echte Alternative zum Plattenkauf. Sowas gibt´s heute nicht mehr. Nur noch 20 Sender, auf denen den ganzen Tag lang der gleiche Top 100 – Mist läuft. Die mono-Bänder von damals habe ich übrigens noch heute. Es war eine große Zeit, die in dieser Form nicht wiederkommt. Der Sound war auch bedeutend besser: nichts war Optimod-komprimiert!
    Dank also an alle altgedienten Moderatoren, die den jungen Menschen von damals etwas mehr als nur die aktuellen Charts nahegebracht haben. Besonders Trenkler (und besonders auch John Peel) verdienen eine ausgesprochene Anerkennung dafür, daß sie mit der von Ihnen vorgestellten Musik uns ein alternatives (Lebens-)Gefühl und damit auch eine alternative Art zu denken nahegebracht haben! Das wird´s so nie wieder geben!
    Und das ist das eigentliche Loch im musikalischen Gedächtnis unseres "herrlichen" öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Deutschland!!!

  33. #33 | Adrian Müllersieck sagt am 25. Februar 2016 um 22:30 Uhr

    Nun ist aber gut mit dem Gejammer. Gestern ist gestern und heut' ist heut'.

  34. #34 | peterchen sagt am 3. Juni 2016 um 22:39 Uhr

    nö ich jammer weiter weil was fehlt.
    ich hab samstags lieber yesterday gehört als das tv gerät anzumachen.tolle 3 stunden musik aber was jetzt auf dem sendeplatz ist das ist mist hoch drei.

  35. #35 | Pauli1953 sagt am 1. August 2016 um 00:20 Uhr

    Als Oldie (Jahrgang 1953) habe ich die Radiolandschaft seit beginn der 60er verfolgt. Damit wir aktuelle Mucke haben wir Radio Caroline und andere Piratensender gehört. Danach gab es RTL mit schlechtem Empfang und irgendwann tauchte beim WDR Mal Sandock, Roger Handt, Dave Coleman usw. auf.
    Endlich Musik ohne Rauschen. Leider ist die Radiolandschaft heute sehr begrenzt.
    Übers Internet kann man noch Musik aus "alten" Zeiten hören dann auch ohne die bekannten Stimmen. Das hat nix mit jammern zu tun. Ist einfach der Lauf der Zeit. Über Bands aus den 60ern und 70ern spricht man heute noch. Bands aus den 90ern und später sind nach einem sogenannten Hit verschwunden. Also war doch nicht alles schlecht "früher".

  36. #36 | JR sagt am 1. August 2016 um 15:06 Uhr

    Vergesst mir Adolf "Buddha" Krämer nicht. Seit der in Rente ist, wird die Musik beim WDR von Robotern zusammengestellt (Nach Anastacia kann man bei WDR2 die Uhr stellen).
    Ach früher, als alles noch wie früher war…

    Hörtip um 15:30 Uhr: "Tonart" auf DRadio Kultur, bei uns (Sender Langenberg) auf der alten Frequenz des BFBS <schluchz>

  37. #37 | A. Schönfeld sagt am 14. März 2017 um 12:58 Uhr

    Traurig aber wahr, immer der gleiche einheits Brei.
    Mir fehlen die Moderatoren und Redakteure sie machten Radio hörenswert.
    Hier gibt es einige bekannte Stimmen:
    http://www.popstop.eu/

    Gruß aus Essen

  38. #38 | Martin Knäpper sagt am 21. Juli 2017 um 22:24 Uhr

    Die genannten Moderatoren waren aber eigentlich im frühen Nachmittagsprogramm und frühen Abendprogramm(ab 19.00h,Radiothek ,hier auch Oldiethek)tätig-zumindest in den 70er Jahren.

  39. #39 | Minou sagt am 5. Juli 2018 um 16:50 Uhr

    Mit dem Start von 1Live ging für mich (Jahrgang 1971) die Welt unter, Noch heute wünsche ich mir WDR ! zurück. Schlagerrallye, Hitchips und manchmal Disco Night waren für mich unverzichtbar. Wolfgang Roth, Ingo Schmoll, Achim Preikschat und Siba Shakib waren meine Liebsten. WDR 4 war in meiner Jugend ein Sender, der wohl nur Musik für ältere Radiohörer brachte. Heute höre ich ihn manchmal au dem Weg zur Arbeit, da er sich sehr gewandelt hat. An WDR 1 kommt er aber nach wie vor nicht ran.

  40. #40 | Christoph Ennenbach sagt am 15. August 2018 um 12:16 Uhr

    Ich durfte damals sogar als Hörerjurymitglied der Schlagerrallye mit Wolfgang Neumann und Robert Treutel (heute als Bodo Bach unterwegs) ins Studio. Das waren schöne Zeiten. Mein Berufswunsch war damals, selber Radiomoderator werden. Hat leider nicht geklappt.
    Habe dann hobbymäßig einfach mein eigenes Radio aufgemacht, wo man manchmal auch noch Titel aus der guten alten Zeit hören kann. Bei Interesse: laut.fm/ennelm1
    Gruß an alle

  41. #41 | Tom Kuhbrügge sagt am 28. November 2019 um 10:01 Uhr

    Jau die gute alte Zeit ist nun mal unwiderruflich für immer vorbei.
    Außer in schönen Erinnerungen und auf alten Bändern/Cassetten in der Garage.
    Es waren schöne, unbeschwerte Zeiten mit gutem, nicht so oberflächlichem, teils tiefsinnigem Radio.
    Ohne die Schlagerrallye konnte ich montags bzw. später dann samstags nicht leben (Buddah sagt: "diese Kindersendung"…fand ich nicht! Er meinte das wohl im Vergleich zu seiner "Pop Tops" Sendung auf WDR2, die natürlich etwas "anstrengender" war).
    Und dann samstags nach der "Schlagerrallye" immer noch bei den Kollegen von "3FM" die "Mega Top50" gehört.
    Und natürlich "Yesterday", wenn´s zeitlich ging.
    Und in den damaligen Samstag-Nächten noch die WDR2-Nachtschicht(en) (mit Dirk Visser).
    Ohne "Dave Colman" in "Hier funkt´s" war der Sonntag nicht gerettet und irgendwie "unchillig", würde man heute sagen.
    Leute, Leute….Leuuuuuuuute….was für eine tolle Zeit.
    Die Sommer im Auto, im Garten oder am See mit der "Flipp Zeit" und Robert Treutel.
    Die unzähligen "DicosNights",, die Horoskope von "Antonia Langsdorf",
    die "Schwipp-Schwapp-Silvester-Nächte…ABER HALLO.
    Ich könnte stundenlang so weiter machen.

    Heutzutage ist es nicht mehr dass selbe, aber ich weiß sehr genau was ich wo höre.
    Samstags ein bißchen Steffi-Neu-Show und Kabarett auf WDR 5 z. B. mit dem Gesamt-Live-Programm von "Wilfried Schmickler".
    Samstag-Abend, wenn ich denn mal zuhause bin, den RadioAbend auf WDR 4 (statt "Yesterday", zumindest ein einigermaßener Ersatz) mit der sehr angenehmen Stimme von "Ulrike Ferdinand" und den 4 am Stück"…
    Samstag Nacht leider nicht mehr den "Rhythmus der Nacht" (wurde leider nach 16 Jahren abgesetzt!),
    Sonntags "Annemiekes A-List" (Radio2.NL) und die "Album Show" (Radio2.NL) und die "LiederbestenListe "(WDR5). Da hört man auch schon mal Jule, Christina, Stoppok & Co wieder.
    Montags bis donnerstags: Jörg Thadeuz.
    Dienstags: Purple Schulz in den "SongPoeten" (WDR4 1x im Monat)
    Mittwochs: hat mein Radio meist frei (seit dem Ende der "Classics").
    Donnerstags: auch
    Freitags: Ab in´s Wochenende (4 Std. 70er u. 80er PartyMusik zum WochenendStart)
    Und schon ist wieder Samstag.
    Ich hoffe, ich hab nix und niemanden vergessen!
    P.S: ach, doch noch was:
    vom 25.12.-31.12. jedes Jahr die "Top 2000" bei den Kollegen von Radio2.nl.
    Immer wieder ein Erlebnis. Mit dem Opener von The Who (Thommy).
    Und schon wieder ist dann ein Jahr um.
    Und man/n wird doch irgendwie ALT 😉

    Man muß sich also heutzutage viel mehr alles selbst zusammen "programmieren".
    "Durchhören" ist / geht nicht mehr!!!!!
    Vor allem nicht bei WDR 2 (zu viel "Verkehr" und Nachrichten und Lieder die sich andauernd wiederholen) und WDR5 auch nicht = zu wortlastig und 1Live auch nicht = zu oberflächlich, dumm & doof. Ausnahmen bestätigen natürlich wie überall die Regel.

    Also Danke all den alten Haudegen (Handt, Treutel, Roth (sitz nu leider lebenslang im Rollstuhl), Neumann, Colman, Sondock, …) und Radiomachern für unzählige schöne Radiostunden/-Abende.
    Chapeau an Euch alle!

    Tom aus Geldern

  42. #42 | Tom Kuhbrügge sagt am 28. November 2019 um 10:59 Uhr

    P.S:
    ach ja:
    und dann war ich auch mal in der Hörerjury der Schlagerrallye. Muss so Ende 1994 / Anfang 1995 gewesen sein (kurz vor dem Ende/Einstellung der Sendung).
    Auch das war ein besonderes Erlebnis immer Donnerstag-Abend in Köln…

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