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Nur 2:2 in Bremen: Der BVB muss nach der verspielten Meisterschaft jetzt die Ruhe bewahren!

Am Stadion in Bremen. Foto: Robin Patzwaldt

Der BVB hat eine weitere Reifeprüfung am Samstagabend nicht bestanden. Das 2:2-Unentschieden nach 2:0-Führung beim SV Werder Bremen war nicht die erste Begegnung, in der die Borussia die für eine Deutsche Meisterschaft erforderliche Reife in den entscheidenden Momenten augenfällig vermissen ließ.

Mit jetzt vier Punkten Vorsprung und der deutlich besseren Tordifferenz dürfte dem FC Bayern München der Titel 2019 in der Bundesliga endgültig nicht mehr zu nehmen sein. Bei noch zwei verbleibenden Saisonspielen und fünf Punkten Vorsprung auf den Tabellendritten RB Leipzig wird der BVB die Saison höchstwahrscheinlich auf Tabellenplatz zwei abschließen. Die Champions League Qualifikation, das vor Saisonstart erklärte Saisonziel, hat der Revierklub längst sicher.

Und das ist, so groß die Enttäuschung über die jüngsten Ergebnisse im Lager der BVB-Fans auch sein mag, ein Erfolg. Nach einer turbulenten Spielzeit unter den Trainern Peter Bosz und Peter Stöger, die der Klub gerade noch auf Platz vier beendet hatte, sind die Fortschritte des Teams in den vergangenen Monaten signifikant.

Klar, nach der märchenhaften Vorrunde an der Tabellenspitze der deutschen Eliteliga, wirkt die Rückrunde der Spielzeit 2018/19 jetzt wie eine große Enttäuschung. Doch bei realistischer Betrachtung war für diese junge Mannschaft in der laufenden Runde in der Schlussabrechnung von Anfang an nicht mehr zu erwarten. Die Stimmung rund um den BVB ist in diesen Tagen deutlich schlechter als sie eigentlich sein dürfte. Der Verein zahlt in dieser Beziehung gerade den Preis für die Vorrunde, in der er schlicht über Monate überperformt hatte, zudem etliche Male mit dem Glück im Bunde war.

Jetzt gilt es für das Umfeld die Ruhe zu bewahren und auf die frisch gelegten Fundamente der Mannschaft weiter aufzubauen, das Team im Sommer schrittweise punktuell weiter zu stärken.

Die Abhängigkeit von Marco Reus ist einfach noch deutlich zu groß. Und der Sturm ist an forderster Front einfach zu dünn besetzt. Ein Palco Alcacer reicht nicht, wenn man den Titel in naher Zukunft wieder einmal nach Dortmund holen will. Michael Zorc und Lucien Favre haben über en Sommer viel zu tun, damit es ab August ein stabileres und reiferes Team aus Dortmund zu bestaunen geben wird.

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11 Kommentare zu “Nur 2:2 in Bremen: Der BVB muss nach der verspielten Meisterschaft jetzt die Ruhe bewahren!

  • #1
    HOLGAAAA

    Erfolg? Nach 9 Punkten Vorsprung? Das sehe ich komplett anders. Diese Saison ist eine gergeigte Chance wie es sie die nächsten Jahre nicht mehr geben wird. Die Bayern werden für nächste Saison kräftig aufrüsten und dem BVB werden, trotz langfristiger Verträge, die besten Leute weg gekauft. Auch wenn die BVB Spieler mittlerweile keine Ausstiegsklauseln mehr in den Verträgen haben, mangelt es an der notwendigen Strahlkraft um die Spieler tatsächlich langfristig zu halten. Ich halte es für ausgeschlossen, dass der BVB innerhalb der nächsten 5 Jahre nochmal so eine Chance wie in dieser Saison bekommen wird.

  • #2
    Robin Patzwaldt Beitragsautor

    @1: Einiges sehe ich durchaus so wie du. Doch man darf bei der Bewertung die Ausgangslage vor der Saison nicht völlig vergessen. Klar, die Chance war diesmal groß und das Scheitern ist ägerlich. Doch hätte man als BVB-Fan Platz 2 und einen Meisterschaftskampf mindestens bis zum 33. Spieltag vor Saisonstart wohl sofort unterschrieben.

  • #3
    ke

    Eine riesige Chance auf eine Meisterschaft wurde kläglich vergurkt, wenn man davon ausgeht, dass die Bayern nicht mehr stolpern.

    Ruhe bewahren? Mir fehlen aktuell die Emotionen. Wo bleibt das Aufbäumen, das Ärgern etc.

    Ein großes Problem in den letzten Spielen ist, dass nach 60 Minuten insbesondere gegen kleine Mannschaften kaum noch dagegen gehalten werden kann?
    Liegt es an der Fitness? Liegt es am Willen?
    Es gelingt nicht, ein paar Bälle kontrolliert zu spielen, um Mannschaften, die wie heute auch durch ein Publikum unterstützt und nicht in Trance gesungen werden, im Anrennen zu stoppen.

    Die Qualität in der Mannschaft ist da. Die Anzahl der Spiele hält sich auch in Grenzen, da man schon überall raus ist. Was passiert nach 60 Minuten? Was machen die vielen Spezialisten und Berater des Betreuerstabes in diesem Bereich?

    Dann ist es natürlich total überflüssig, bei einer Führung von 2:0 wieder Feuerwerk zu zünden und so eine Ablenkung zu erzeugen, die die Mannschaft nicht braucht. Ich verstehe die Dortmunder "Fans" nicht. Mir fehlt das spielbezogene Anfeuern, und diese Selbst-Inszenierungen der Fans sind nur nervig und gefährlich.

  • #4
    Robin Patzwaldt Beitragsautor

    @ke: Mir sind schlicht die Stimmungsschwankungen im Umfeld zu groß. Der BVB war in der Hiunrunde nicht so gut und er ist jetzt nicht so schlecht, wie er geredet wird. Die Truppe ist jung. Der Umbau des Kaders wird weitergehen. Natürlich werden auch die Bayern verstärkt aktiv auf dem Transfermarkt. Das macht es nicht einfacher für die gesamte Konkurrenz. Aber wie schon erwänht: Platz zwei ist ok. Schalke hat ihn im Vorjahr gefeiert wie einen riesigen Erfolg, bei deutlich größeren Rückstand am Ende. Warum also sollte der BVB jetzt in Sack und Asche gehen?

  • #5
    ke

    @4 R Patzwaldt
    Es sind noch 2 Spiele. Da muss man auch die theoretischen Chancen nutzen.
    Einfach mal nach #nevergiveup bei Sport-Videos suchen.

    Es gibt so viele komische Sportergebnisse. Man muss nur dann auch da sein, d.h. seine Chance nutzen, wenn es durch Zufälle, Verletzungen etc. Chancen gibt, ein Ziel zu erreichen. Diese Einstellung muss auch kommuniziert werden. Hier ist mir die sportliche Führung deutlich zu defensiv und zu wenig ambitioniert in der Kommunikation.

    Die Saison ist eben noch nicht vorbei und deshalb muss man auch bereit sein, Platz 1 zu übernehmen, falls es noch zu einer Chance kommt.

    BTW: Ich habe auch viele Jahre Sport gemacht. Solche Situationen gibt es immer wieder. Die einen geben auf, die anderen Nutzen diese Chancen und erreichen dadurch in durchaus seltenen Fällen sehr viel.

  • #6
  • #7
    Klaus Lohmann

    Wenn man heute verfolgt hat, wie eine als Meister gehandelte Truppe nach schweren Fehlern und daraus resultierenden Gegentoren nicht mal für wenige Minuten in der Lage war, einen oder mehrere Gänge hochzuschalten und alle Energie in die *Chance* auf drei Punkte zu legen, sondern wie paralysiert einen einstudierten Faden abspulte, immer wieder die gleichen Fehler in der Zuordnung und im Zweikampfverhalten der Defensive und des Mittelfelds produzierte und letztlich schlicht unfähig war, sich effektiv gegen eine noch drohende Niederlage zu stemmen, weiß man spätestens jetzt, warum der BVB einen Meistertitel in dieser Saison garantiert nicht verdient hat.

    In der ersten Saisonhälfte waren wir noch relativ gelassen, wenn der BVB mal in Rückstand geriet oder zu geraten drohte oder lange Zeit ohne das Siegtor blieb. Das konnten die Jungs auch noch in der 94. Minute drehen, da hatte man seltsamerweise Vertrauen ins Team. Das ist in der Rückrunde komplett verflogen. Und das muss Ursachen haben, die über Verletzungen und Trainingsrückstände weit hinausgehen. Zuwenig oder zuviel Anspruch?? Zuwenig oder zuviel Motivation?? Zuwenig oder zuviel Erfahrung der einzelnen Spieler??

    Wir hatten diese Brüche innerhalb einer Saison jetzt über mehrere Spielzeiten, sei es nach dem Anschlag oder sei es nach dem "Ausbluten" des Teams oder Klopps Abgang. Irgendwie scheinen auch Sammer und Kehli nicht die Sidekicks einer psychischen Stabilität über mehr als 4 Monate zu sein.

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  • #9
    thomas weigle

    Ruhe ist die erste BVB-Pflicht? Oha, als BVB-Fan würde ich in jedes erreichbare Möbelstück beißen.

  • #10
    Robin Patzwaldt Beitragsautor

    @Thomas: Wenn es nur mal so wäre. Das könnte ich ja kurzfristig verstehen. Aber rund um den BVB stellen gerade ziemlich viele alles in Frage, was in Anbetracht der Saison ein Wahnsinn ist. Zumindest in meinen Augen….

  • #11
    thomas weigle

    @ Robin Im Augenblick beiß ich selber…. Es bleibt die Erinnerung an wunderschöne europäische Abende, selbst wenn man am Ende europäisch draußen bleiben muss. Die Saison ist für die SGE ein paar Spiele zu lang.

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