Deutschland, hat vor kurzem mal irgendwer gesagt, kennt keine Parteien mehr, nur noch Gummistiefel. Die Flut schweißt die Menschen zusammen, mit beeindruckender Hingabe wird derzeit Katastrophenschutz organisiert. Eine Nation selbstloser Samariter steht zusammen. Blöd nur: Eine „Anschlagsdrohung“ gegen die Deiche schickt sich an, dieses mühsam aufgebaute Bild wieder einzureißen.
Tja, was sagt man dazu? Da will also eine „Germanophobe Flutbrigade“ Anschläge auf die Deiche in den Hochwassergebieten ausführen. Das ist selbstverständlich völliger Quatsch, und offensichtlich nicht ernst gemeint. Am Namen ist leicht abzulesen, dass es sich um einen Fake aus dem antideutschen Spektrum handelt. Ostdeutschland zu fluten ist seit Tagen der Running-Gag in der Szene: Zu dem altbekannten Demo-Spruch „Was tut allen Deutschen gut? Bomber Harris und die Flut!“ gesellt sich derzeit ein Foto, das vermummte Autonome bei einer Eimer-Kette zeigt. Nur schöpfen sie kein Wasser ab, sondern schütten etwas dazu.

Und nun gibt es also eine „Anschlagsdrohung“. Was schon allein deswegen Blödsinn ist, weil Bekennerschreiben in der Regel nach einem Anschlag erfolgen – und nicht davor. Nun regen sich vor allem diejenigen auf, die sich seit Tagen mit philantropischen Treueschwüren im Internet überschlagen. Die deutsch-deutsche Mitmenschlichkeit erlebt dieser Tage scheinbar einen saftigen Konjunktur-Schub. Naja, fast. Denn die neu entdeckte Menschlichkeit stößt an ihre Grenzen, wenn es darum geht, wie mit der „Drohung“ umzugehen sei.