Morgen ab 11.00 Uhr wollen die Nazis in Essen gegen den Euro demonstrieren. Verschiedene Antifa-Gruppen rufen zum Protest auf. Treffpunkt ist um 11.00 Uhr an einem SPD-Infostand am Frintroper Markt.
RWI setzt auf mehr Kooperation fürs Ruhrgebiet

Weil das RWI glaubt, dass neue Strukturen im Ruhrgebiet politisch nicht durchzusetzen sind, setzen die Forscher in einer Ruhrgebietsstudie auf mehr freiwillige Zusammenarbeit der Städte.
Heute wurde eine neue Ruhrgebietsstudie vorgestellt. Im Auftrag der RAG-Stiftung hat sie das renommierte Wirtschaftsforschungsinstitut RWI aus Essen erstellt. Der Zeitpunkt verwundert: Seit Jahren wird über das Ruhrgebiet und seine Verfasstheit kaum noch diskutiert. Die diversen Ruhrstadt-Initiativen sind so tot wie ein Fischstäbchen in der Fritteuse. Die Politik hat längst aufgehört, sich mit dem Ruhrgebiet zu beschäftigen. Nur dann und wann äussern sich noch wankende Gestalten wie Fritz Pleitgen zu dem Thema. Und nun das: Eine ausführliche Forschungsarbeit, deren Ergebnisse in diesem Artikel natürlich noch nicht komplett vorgestellt und diskutiert werden können. So etwas hatte es auf diesem Niveau noch nicht gegeben. Das meiste, was man in den letzten Jahren zu lesen bekam, war irrelevanter PR-Kram, erstellt von den üblichen Subventionsschnorrern.
Avanti Dilletanti – Die teuren Ruhr2010 Erbschaften oder was kommt als nächstes?
Auch 2011 sorgt die Kulturhauptstadt noch für Schlagzeilen. Da kann einem Angst und Bange bei den Projekten werden, die das Land und die Kommunalpolitker für das Ruhrgebiet planen.
Gleich drei Kulturhauptstadtprojekte rügte der Bund der Steuerzahler gestern. Sie haben alle gemein, dass sie den Kostenrahmen sprengten, nicht fertig wurden: Der Dortmunder U-Turm, nichts anderes als ein großer Betrug der Stadt Dortmund an den Steuerzahlern, der Landesarchiv-Bau in Duisburg und das Bochumer Musikzentrum. Beim Bochumer Musikzentrum habe ich ja die Hoffnung, dass die Unfähigkeit der Spendensammler dafür sorgt, dass sich nie ein Kran drehen wird – warten wir es ab. Dazufügen könnte man noch das 2010Lab und ECCE. Überflüssige Millionenflops, die allerdings den Vorteil haben, dass sie für Klarheit sorgen: Seitdem die Wirtschaftsförderung Metropole Ruhr (Schon er Name ist so peinlich) ECCE unterstützt, ist klar, dass es nicht gelungen ist, einen vernünftigen Nachfolger für ihren Gründer Hanns-Ludwig Brauser zu finden.
OK, wenden wir uns der Zukunft vor. Wir sind im Ruhrgebiet und hier ist nach der Pleite immer auch vor der Pleite. Und nachdem nur noch ein paar Nachzügler von den Chancen der Kreativwirtschaft schwärmen, sind die neuen Megaflops schon deutlich am Horizont zu erkennen: Sie heißen Innovation City,
Feist
Der Ruhrpilot
NRW: Historischer Schulkonsens…RP Online
NRW II: CDU macht mobil gegen Straßen-Streichliste…RP Online
NRW III: Land tarnt seinen Eigennutz…Post von Horn
Medien: Die Abscha… Weiterentwicklung von DerWesten.de…Pottblog
Medien II: ICE 546 Berlin – Köln/Bonn-Flughafen Eine Medienbeobachtung aus der 1. Klasse…Indiskretion Ehrensache
Bochum: Die Deutsche Bank lässt Geld liegen…Bo Alternativ
Bochum II: 170 Leute bei bei Kundgebung auf Husemannplatz…Ruhr Nachrichten
Bochum III: Bund der Steuerzahler kritisiert Bau des Musikzentrums…Ruhr Nachrichten
Dortmund: Steuerzahler-Bund kritisiert U-Turm als Fehlplanung…Ruhr Nachrichten
Duisburg: Steuerzahlerbund rügt Archiv-Millionengrab…Der Westen
Duisburg II: Loveparade-Opfer fordern Runden Tisch für Entschädigungszahlungen…Der Westen
Duisburg III: Kirchengemeinde fordert Rücktritt von OB Sauerland…Der Westen
Essen: Ratssitzungen bald auch im Internet…Der Westen
Umland: Plagiatsvorwürfe gegen Briloner CDU-Politiker und MdB Patrick Sensburg…Zoom
Wenn schon, denn schon: Keine Lügen über Gaddafis Ableben
Wenn es denn soetwas wie eine Facebook-Youtube-Arabischer-Frühling-Revolution gibt, dann wollen wir doch bitte im Medium bleiben und nicht einfach das glauben, was uns die neuen Machthaber schon jetzt als ihre Revolutionsklitterung verkaufen wollen.
Und ich bin mir doch recht sicher, dass hier das Ende Gaddafis zu sehen und zu hören ist. Kein Krankenwagen, keine Festnahme, nur Gewalt und Hass. Wer die gewalt(tät)ige Wahrheit nicht sehen mag, bitte nicht klicken…
Wall of Sound im Domicil: Nils Petter Molvaer mit neuem Trio bei den 18. Internationalen Jazztagen
Weg von Samples, Elektrobeats und bombastischer Komplexität scheint das Gebot der Stunde für den Norwegischen Trompter Nils Petter Molvaer und sein neues Trio zu sein, zu dem der Gitarrist Stian Westerhuis und der Schlagzeuger Erland Dahlen gehören. Auf der Bühne des Dortmunder Jazzclubs Domicil agierten Handwerker, die professionell ihre Arbeit machen. Und damit mal eben einen expressiven Orkan entfesselten. Hin zu maximaler Konzentration von grellen, lodernden Klangmassen!
Molvaer, Westerhus und Dahlen haben in ihrer neuen Konstellation auf einen psychedelischen „Wall of Sound“ abgesehen. Böse und abgrundtief steuert Westerhus ganz andere Richtungen an als sein Gitarren-Vorgänger in Molvaers Band Eivind Aarset, der eher den Landschaftsmaler repräsentierte. Westerhus fühlt sich viel mehr in brachialen, extrem direkten Noise-Gefilden zuhause. Liefert pumpende Klangmassen als granitenen Boden für alles, was sonst noch passiert! Schlagzeuger Erland Dahlen trommelt eine überkochende Rhythmik, türmt Impulse und Crescendi auf. Dass man Dahlens Kunst auf dem Drumset schon mit den Leistungen des frühen (!!!) Phil Collins verglichen hat, will was heißen. Experimenteller Noise-Progrock?
Was sind schon Schubladen, wo alles, wie hier im Domicil, so unmittelbar, direkt und gewaltig narkotisiert. Molvaers Himmelstürme auf der Trompete wirken durch sowas ganz neu beflügelt. Gelassen-konzentriert wie eh und je spielt er in sein Instrument hinein, schraubt phasenweise an Reglern und Laptop, und bläst auch mal am „verkehrten“ Ende in sein Instrument herein, was spannend klingt. Aber er erfindet seine eigene Musik nicht wirklich neu – und braucht dies auch nicht. Denn alles in seinem Spiel ruht seit den Anfangstagen so sehr in sich, dass gar nichts anderes als eine Erfüllung des Bestehenden denkbar wäre. Wie einem ewigen Auftrag folgend, schöpft er aus seinem betont reduzierten Vorrat aus Melodien und Läufen intensivste Gefühlszustände. Die leuchten umso mehr, weil er die Klangfarben so zu variieren und zu kontrastieren weiß.
Das neue Album „Baboon Moon“, dient beim Dortmunder Konzert eher als Rohmaterial für ein relativ freies, bis zum finalen Applaus ohne Pause durchgehendes Set. Das potenziert die Sogwirkung des intensiven Zusammenspiels der drei Norweger. Die
Gaddafi ist tot
Das Video zum Beweis:
[youtube g07otrwI4j4]
WAZ gibt Portal „Der Westen“ auf
WAZ-Chefredakteur Ulrich Reitz verkündete vorhin auf den Münchener Medientagen das Ende von „Der Westen“
Aus für das WAZ-Portal „Der Westen. WAZ-Chefredakteur Ulrich Reitz stellte heute auf den Münchener Medientagen das neue Online-Konzept der WAZ-Mediengruppe vor: Bei den Apps will sich der Verlag auf Bundestligathemen konzentrieren. Das Portal „Der Westen“ wird nach einem ersten Relaunch in der kommenden Woche Anfang 2012 komplett eingestellt. Die Titel der WAZ-Gruppe erhalten dann wieder eigene Internetauftritte unter waz.de oder nrz.de.
Mit dem Portal „Der Westen“, gestartet 2007, sollte die Vormacht des Portals RP-Online in NRW brechen. Ein Ziel, das nie erreicht wurde. Nun zieht der Verlag die Konsequenzen und gibt die Eigenmarke „Der Westen“, die nie an ein Printprodukt gebunden war, auf.
Update: Der Westen als Internetadresse soll nach einer Presserklärung der WAZ erhalten bleiben. Im Vordergrund werden aber künftig wieder die einzelnen Titel stehen. An der Tatsache, dass die WAZ sich von der Portalstrategie verabschiedet, ändert auch die Beibehaltung der Domain nichts.
„Saab – dass passt doch zu ihnen als Grieche. Die sind auch pleite!“
Es war an einem einer dieser warmen Sommerabende, von denen es in diesem Jahr nicht viele gab, und ich sitze mit Athanasios Papapostolou draußen vor einer Kneipe am Kölner Ring. Am Nachbartisch drei Pärchen. Sie wirken gut situiert. Zwei Flaschen Wein stehen auf dem Tisch, und man unterhält sich laut miteinander. Fußball, Lokalpolitik und dann kommt das Thema irgendwann auf Griechenland. „Ich soll meine Steuern für die faulen Säcke geben? Die sollen erst mal lernen, was arbeiten heißt!“ Der Mann mit blauem Pullover und schütterem Haar lehnt sich zurück und genießt sichtlich die Zustimmung seiner Tischgenossen.
„Das“, sagt Papapostolou, „passiert jetzt ständig. Ich hab schon aufgehört, mich darüber aufzuregen. Aber dumme Sprüche über Griechenland und die Griechen sind mittlerweile an der Tagesordnung“.
Als der Chef eines Kölner Animationsstudios nach Ende des Leasingvertrages seinen alten Saab gegen einen neuen austauschte, war der Vertreter der Leasingfirma der Ansicht, er hätte die richtige Automarke gewählt: „Saab – das passt doch zu ihnen als Grieche. Die sind doch auch pleite.“
Das Verhältnis zwischen Deutschen und Griechen war schon einmal besser als in diesem Sommer. Über Jahrzehnte hinweg war es, vor allem was die Sympathien der Deutschen für die Griechen betraf, ausgesprochen gut. Griechenland war der Sehnsuchtsort zahlreicher Aussteiger, die sich in den 70er und 80er Jahren mit Rucksack und Isomatte auf den Weg gen Süden machten und den Sommer über in billigen Unterkünften abstiegen oder gleich am Strand schliefen. In Frankreich riskierte man dabei, unsanft durch den Fußtritt eines Polizisten geweckt zu werden. Auf Kreta oder Rhodos konnte man sich in der nächstgelegenen Taverne waschen und einen Kaffee trinken.
