Niels Duffhuës, Donnerstag, 3. März, 20.00 Uhr, Subrosa, Dortmund
Der Ruhrpilot

Dortmund: Alle suchen Hasi…Ruhr Nachrichten
Herzlichen Glückwunsch: Tom Wolfe zum Achtzigsten…FAZ
Ruhrgebiet: Das Revier kriegt nasse Füße…Der Westen
Bochum: Einzelhandel muss kämpfen lernen…Ruhr Nachrichten
Bochum II: Kirchen und Gewerkschaften wollen Allianz für freien Sonntag bilden…Der Westen
Dortmund II: Spieplan im Theater Dortmund ist bunt und abwechslunsgreich…Ruhr Nachrichten
Dortmund III: Rumänen und Bulgaren räumten Häuser in der Nordstadt…Der Westen
Duisburg: Zeitplan für Verkauf des Theaters am Marientor wird enger…Der Westen
Umland: Gewerkschafter demonstrieren in Düsseldorf…Zoom
Umland II: Bremerhaven kämpft gegen den Verfall…Zeit
Guttenberg: Bedeutungsverlust…Post von Horn
Guttenberg II: Der erste Minister, den das Internet gestürzt hat?…Netzpolitik
Rück-Tritt. Volkes Stimme – der Souverän spricht oder The King’s Speech
Eine O-Ton Collage aus Umfragen, (Politiker-)Interviews, Medienkommentaren und Blogs. Version 1.01 (2.3.2011)
Ja, aber warum tritt denn der zurück, wo der gerade so schön vorgetreten war? Stephanie und der, das waren doch die deutschen Obamas, was sage ich: die deutschen Kennedys, Sissi und Franz-Joseph hätten die werden können. Sie ist doch selbst ne Bismarck-Ururenkelin und gerade sie kämpft doch so tapfer gegen Missbrauch. Der hat doch nichts gemacht, der hat doch keinem was getan, da gibt’s doch andere, Schlimmere, was da so in der Politik noch rumläuft, mein Gott, wer da schon alles sein Ehrenwort gegeben hat und dann war’s doch nichts.
Der ist doch Freiherr, da braucht der doch gar keinen Doktor. Warum schreibt denn der sich gleich selbst ab, ja haben wir denn nicht alle mal abgeschrieben, nicht alle als Jugendliche mal geschummelt, eine Doktorarbeit gefälscht, ja, gibt’s denn nichts Wichtigeres auf der Welt, sind wir nicht alle kleine Sünderlein und trotzdem hätt et noch immer joot jejange?
Was haben die den in die Enge getrieben, geschlachtet, geköpft, ich weiß nicht was noch?
Zum Thema. Von Prof. Dr. Pippilotta…
Viktualia Rollgardina Pfefferminz Efraimstochter Langstrumpf:
„Gute Nacht, kleiner Onkel“ – „Gute Nacht Herr Nilsson“
Guttenberg: Weil sich Leistung lohnen muss…
Mit Karl Theodor zu Guttenberg hat ein Liebling der Massen das Kabinett verlassen. Gescheitert ist er an seiner Verachtung gegenüber den bürgerlichen Konventionen.
Ein herausragendes Merkmal des Adels ist, dass ihm das Leistungsprinzip weitgehend unbekannt ist. Man ist was man ist und hat was man braucht. Und was man nicht hat und trotzdem braucht, nimmt man sich eben. Zum Beispiel einen Doktortitel.
Die Verachtung des Leistungsprinzips klingt irgendwie ein wenig nach Linkspartei und tatsächlich: In der gemeinsamen Verachtung der Leistungskultur sind sich Adel und Kader erstaunlich nahe.
Jemand der dem bürgerlichen Pendant zum Adelstitel mit so viel Verachtung gegenüber tritt wie Guttenberg dem Doktortitel konnte in einer Koalition, deren Anhänger sich zum größten Teil als zum Bürgertum gehörend definieren nicht überleben. Franz Walter hatte das gestern auf Spiegel.de schön beschrieben:
Nun dämmert den akademisch-arrivierten Mittelschichten mit Hochschulzertifikaten, dass die Nonchalance der CDU-Granden und Guttenberg-Apologeten – „was sind schon Fußnoten“; „scheiß was auf den Doktor“ – ihre Berechtigungsausweise für berufliche Erfolge und gesellschaftliche Statuspositionen gefährdet.
Ein solches Statustdenken kommt jemanden wie Guttenberg wahrscheinlich ziemlich piefig vor. Er bekam alles zur Geburt geschenkt – Kontakte, Reputation und Geld. Erarbeiten musste sich so einer nie irgendwas. Wie sollte er Achtung vor der Leistung anderer entwickeln? Die Verachtung des bürgerlichen Leistungsprinzips wurde ihm zum Verhängnis. Und das ist gut so – denn Leistung muss sich wieder lohnen.
Das Problem mit den Gänsereitern und ihren Gegnern

In Bochum Wattenscheid werden Reiter aus zwei Vereinen an Rosenmontag wieder versuchen Gänsen den Kopf abzureißen. Wie jedes Jahr wird es dagegen Protest geben.
Ja, so ist Wattenscheid. Während sich die Rheinländer im Karneval redlich um die Verbreitung von Geschlechtskrankheiten mühen, mag es der Wattenscheider etwas rustikaler: Auf einem Pferd reitend versuchen die Mitglieder zweier Vereine toten Gänsen den Kopf abzureißen. Das mag ein alter Brauch sein, aber ist trotzdem stil- und geschmacklos. Als ich Mitte der 90er nach Bochum zog fand ich das Treiben in Wattenscheid sehr befremdlich und daran hat sich bis heute nichts geändert.
Irgendwelche rotgesichtigen Vereinsmeier, die starr auf ihren Traditionen beharren – das mag ich nicht.
Mein Problem: Ich mag auch keine Tierrechtsaktivisten, die gegen solche Vereinsmeier protestieren. Was sie jedes Jahr in Wattenscheid tun. Die meisten die ich kenne sind Hysteriker. Im schlimmsten Fall vergleichen sie Hühnerställe mit Konzentrationslagern. Im nicht schlimmsten Fall nennen sie jeden Leberwurstesser einen Mörder.
Gänse, die mag ich. Sie gehören, kross gebraten und mit Rotkraut und Klößen, zur Vorweihnachtszeit. Von da an ist mir der Vorwurf, die Gänsereiter würden Tiere nur zum Spaß töten, eher befremdlich: Auch ein Gänseessen macht Spaß und da ich mal davon ausgehe, dass ich bislang keine Suizid-Gans auf dem Teller hatte, wurde das Viech zu meiner Unterhaltung getötet. Kann ich mit leben. Die Gans zugegebenermassen nicht.
Am Montag werden sich also zwei Gruppen, die ich nicht ausstehen kann, in einem Stadtteil, den ich nicht mag, gegenüberstehen: Gänsekopfabreißer und Hippies. Und das in Wattenscheid. Wie gut dass es eigentlich keinen vernünftigen Grund gibt, dahin zu fahren. Auch Rosenmontag nicht. Kann man das Boykott nennen? OK. Ich boykottiere also das Gänsereiten und den Anti-Gänsereiter-Protest. Und freue mich schon jetzt auf die Martinsgans.
Rue Royale
Rue Royale, Mittwoch, 2. Februar, 20.00 Uhr, EMO, Essen
Der Ruhrpilot

Dortmund: Gericht entscheidet über Wiederholung der Ratswahl…Der Westen
NRW: Das Comeback der Regina van Dinther…WDR
NRW II: Schmale Spur…Post von Horn
Bochum: Angst vor Kündigungen bei Opel…Ruhr Nachrichten
Bochum II: Erinnerung an die Ruhrpott-Duse zerstört…Pottblog
Bochum III: Antifa Prozess vor dem Landgericht…Bo Alternativ
Dortmund II: Bietet Essen die Lösung für den Strich?…Ruhr Nachrichten
Rheinberg: Amazon kommt…RP Online
Duisburg: Anwalt aus Duisburg legt Beschwerde gegen Loveparade-Ermittler ein…Der Westen
Essen: Forscher protestieren gegen Guttenberg…Der Westen
Umland: Erdogan liefert Türken Ausreden für Nicht-Integration…Welt
Umland II: 1. Anarchistische Buchmesse Mannheim…Isis
Internet: De Maizière lehnt sofortige Netzsperren ab…Spiegel
Internet II: Netzsperren sorgen für Streit in der Union…Netzpolitik
Reise: Havanna ist ein Leben in Ruinen…Zoom
Update: Wird Baranowski neuer NRW-Wirtschaftsminister?
Gelsenkirchens Oberbürgermeister Frank Baranowski könnte vor einem Karrieresprung stehen. Wird er der Nachfolger von NRW-Wirtschaftsminister Harry Voigtsberger?
Im Kabinett Kraft machte Wirtschaftsminister Harry Voigtsberger bislang nicht die beste Figur. Sein Verhältnis zu den Unternehmern gilt als eher kühl. Und bei den wichtigen industriepolitischen Streitfragen wie dem Bau des Kraftwerks Datteln oder der Förderung der lukrativen Erdgasvorkommen setzte Voigtsberger nach Meinung etlicher Sozialdemokraten keine starken Industriepolitischen Akzente. Gerüchte sagen nun, dass er bald bis zum Sommer abgelöst wird: Angeblich soll Frank Baranowski, der Oberbürgermeister von Gelsenkirchen, als neuer Wirtschaftsminister im Gespräch sein. Baranowski ist Sprecher der mächtigen Ruhrgebiets-SPD – und die so etwas wie der Gralshüter sozialdemokratischer Industriepolitik. Das Büro von OB Baranowski erklärte auf Anfrage, dass man sich prinzipiell nicht zu Gerüchten äussere. Das Wirtschaftsministerium dementiert indes das Gerücht: „Da ist nichts dran.“
In eigener Sache: Ruhrbarone Platz 2 im Medium Magazin
Im diesjährigen Ranking des Medium Magazin „Die Journalisten des Jahres 2010“ belegten wir Platz 2 in der Rubrik Autoren Regional.
Aus der Begründung:
„Die „Ruhrbarone“-Blogger bewiesen einmal mehr, wie unbequeme regionale Berichterstattung aussehen kann und muss: David Schraven, Stefan Laurin und ihr Team zeigten vor allem während des NRW-Wahlkampfs, dass aufklärender, kritischer Lokaljournalismus möglich ist. Auch und gerade jenseits der Verlags-Monopolisten.“
Und? Freut mach sich darüber? Ja. Blöd nur: Wir haben das erst gestern per Zufall gefunden. Aber gut, manchmal gibt es ja auch positive Überraschungen. Und jetzt zurück an die Arbeit!
Und wenn jemand noch unser Print-Ding will. Das gibt es hier: klack
