Eine Bekannte von mir soll 40 Euro zahlen und kassiert einen Punkt. Und ich bin Schuld.
Vorhin rief ich eine Bekannte auf ihrem Handy an. Und was macht die? Drückt mich weg. OK, dachte ich mir, dann eben nicht und holte mit noch einen Kaffee aus der Küche. Eine halbe Stunde später rief sie dann zurück und erzählte mir, dass mein Anruf sie 40 Euro und einen Punkt in Flensburg gekostet hat, denn als ich sie anrief, fuhr sie gerade mit dem Auto durch die Gegend. Die Polizei hatte gesehen, dass sie das Handy kurz in der Hand hatte. Sie konnte beweisen, dass sie nicht telefoniert hatte, da der „letzte Anruf“ 0 Sekunden gedauert hatte – klar, ich war ja weggedrückt worden. Das interessierte die Polizisten jedoch nicht. Schon das Handy in die Hand zu nehmen sei verboten. Das kommt mir nun merkwürdig vor, denn ein Handy auszuschalten ist ja nichts anderes als ein Radio zu bedienen. Darf ich ja auch. Nun meine Frage: Sollte sie dagegen Einspruch einlegen?
Im Dezember haben die „Freedom of Speech“-Ausstellungen in Hamburg und Berlin für einige Debatten gesorgt: „Wie frei ist die Meinung?“, fragte der Tagesspiegel. Die taz schrieb von den „Grenzen des Sagbaren“, und der Welt ging es um „der Bilder Macht und Wahrheitsgehalt“. Die Hamburger Ausstellung ist noch zwei Wochen lang zu sehen. Jetzt ist auch das Buch zum Thema im Handel erhältlich. Darin machen die Autorinnen und Autoren die ganz großen Fässer auf. Ob nun die Mohammed-Karikaturen in der dänischen Tageszeitung Jyllands Posten, provokante Nazi-Inszenierungen im öffentlichen Raum von Christoph Schlingensief oder die Fake-Interviews des Schweizer Journalisten Tom Kummer: Es geht um Phänomene, die entweder die Grenzen der Redefreiheit austesteten oder von Zensur(forderungen) betroffen waren. Ziel des Ausstellungs- und Buchprojekts: Die Debatten sichtbar machen, die sich an den Exponaten entzündet haben.
Das Buch „Freedom of Speech“ zeichnet die Auseinandersetzungen um die Presseveröffentlichungen, Kunstwerke und Aktionen nach, die im Zentrum der beiden Ausstellungen stehen. Herausgegeben wird der Band von den Kuratoren Marius Babias und Florian Waldvogel. Die Analysetexte stammen von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Duisburger Instituts für Sprach- und Sozialforschung (DISS), die sich über einen Zeitraum von acht Monaten an dem Projekt beteiligt haben.
Einer der Autoren ist der Literatur- und Sozialwissenschaftler Rolf van Raden. Ich sprach mit ihm über Meinungsfreiheit und die Suche nach Wahrheit.
Tja, die Auslandspresse. Ihr Vorteil liegt auf der Hand: sie ist direkt international. Ihr Nachteil allerdings auch: häufig ist sie schwer lesbar, da in Fremdsprachen abgefasst. Der Königsweg: die deutschsprachige Auslandspresse. Zum Beispiel in Österreich, die bürgerliche Presse. Die Presse ist eine überregionale, österreichische Tageszeitung, die, so Wikipedia, gemäß ihrer Blattlinie eine „bürgerlich-liberale Auffassung“ vertritt – „laut Eigendefinition eine bürgerliche-konservative, jedoch wirtschaftsliberale Grundlinie“. Die Zeitung belegt Platz 5 in Austrias Blätterwald und bedient das konservative, bildungsbürgerliche und besserverdienende Publikum. Ideal: wenn man einmal begriffen hat, dass der Januar in Österreich Jänner heißt, liest sich das Blatt wie eine deutsche Zeitung. Es ist aber keine deutsche Zeitung; wie gesagt: Auslandspresse.
Dabei, auf den ersten Blick laufen viele Dinge in der Alpenrepublik ganz ähnlich wie hierzulande. Auch dort treibt die Leute eine Plagiatsaffäre um, ein konservativer Politiker soll in seiner Dissertation „seitenweise unzitiert abgeschrieben“ haben. Johannes Hahn, der derzeitige EU-Kommissar für Regionalpolitik, hält sich jedoch schon eine Weile und vor allem: tapfer. Der Presse hat er jetzt ein Interview gegeben. Dissertation: Hahn „sehr gelassen“, aber: „Nobody is perfect“. Klar erkennbar: die Parallelen und die Unterschiede zur Affäre wenige Kilometer nördlich. Die Parallele: konservativer Sunnyboy ergaunert sich seinen Doktortitel. Der Unterschied: ausgerechnet in dem Land, wo noch mehr Zirkus um den akademischen Grad gemacht wird als in Deutschland, scheint man mit Hochstaplern gnädiger zu verfahren als hierzulande. Auch interessant.
„Am Aschermittwoch ist alles vorbei“, heißt es oft – weniger am Aschermittwoch, sondern in der Zeit zuvor. Dabei stimmt das gar nicht. Karneval ist vorbei, aber auch nur in diesem Jahr. Nächstes Jahr gibt es wieder die „fünfte Jahreszeit“, und selbstverständlich auch wieder einen Aschermittwoch. Und so weiter, und so fort. Übernächstes Jahr gibt es auch wieder … – Stopp!!! Schon vergessen? Oder etwa nicht die Zeitung gelesen? Hier:
„Die Erdkruste zerplatzt, ganze Städte rutschen ins Meer. Flutwellen überschwemmen selbst die höchsten Gipfel des Himalaya-Gebirges. Erdbeben zerstören die Großstädte der Welt von Rom bis Los Angeles…“ – So! Und zwar nicht irgendwann, sondern exaktemente am 21. Dezember 2012. Damit Sie Bescheid wissen.
Nix da, Mumpitz! An diesem Tag endet nämlich der Maja-Kalender. Das ist natürlich kein Zufall. Aufgepasst: „Die Mayas wollten uns damit warnen“, sagt kein geringerer als Walter-Jörg Langbein, immerhin ein „Fachautor“. Nach Ansicht der Mayas „endet an diesem Tag die erste Stufe der Menschheit“, weil dann – nach Ansicht Langbeins – „etwas Neues beginnt“. Auf zu den Sternen, das macht doch Spaß! Langbein ist sicher: „Einst hat die Menschheit die Ozeane verlassen, ist auf die Erde gegangen. Als nächstes erobern wir in riesigen Raumschiffen das All, gründen dort Kolonien.“
Davor haben die Götter allerdings – nicht ganz so spaßig – noch diesen Weltuntergang gesetzt. Genau: terminiert für den 21. Dezember 2012. Dumme Sache, sicher, jetzt aber auch nicht mehr zu ändern. Folglich tut eine gewisse Vorbereitung Not. Der zitierte Artikel ist deshalb – Bild hilft! – überschrieben mit: „2012 – Menschheit soll in Raumschiffen fliehen“. Eigentlich naheliegend.
Da gibt es gar nichts zu grinsen. Hier bitteschön: „Der Weltuntergang steht uns bevor. Zumindest, wenn man den Berechnungen der Maya glaubt. Geht es nach nämlich ihnen, dann ist der 21. Dezember 2012 der Tag, an dem alles Leben auf der Erde endet.“ Zumindest, zumindest – die Beweislage ist bedrückend. Zum Beispiel: „Auch Nostradamus sagt man – anhand neu gefundener Dokumente – Prophezeiungen zu, in denen der 21.12.2012 als Tag der Apokalypse feststehen soll.“ Wenn Sie möchten, können Sie das selbst überprüfen. Auf der Webseite weltuntergang-2012.de/.
Über die Anschaffung eines Raumschiffes nachzudenken, empfiehlt sich also in jedem Fall. Die Zinsen sind zur Zeit niedrig; Sie können also guten Gewissens eine lange Laufzeit ihres Kredits in Erwägung ziehen. Denken Sie aber unbedingt daran, dass Ihr Fluggerät Super E-10 vertragen kann! Zerfressene Schläuche können gerade in der Milchstraße für ungeahnten Ärger sorgen.
Sie haben die freie Wahl: entweder hier die zerplatzte Erdkruste oder die Gründung einer schönen neuen Kolonie im Weltall, irgendwo wo es schön ist. Bild hat schon genug geholfen: Sie sollen „in Raumschiffen fliehen“. Das muss reichen, Sie sind alt genug. Also besorgen Sie sich so ein Ding! Ich würde Sie ja gern mitnehmen.
Wenn es zu Neuwahlen kommt hat die CDU ein großes Problem: Norbert Röttgen.
SPD und Grüne sind nicht in der Lage, einen verfassungskonformen Haushalt aufzustellen. Besser noch: Sie wollen es auch gar nicht und flüchten sich Neuwahlen, um zu legitimieren, was nicht zu legitimieren ist. Eigentlich keine schlechte Ausgangslage für die Opposition. Ein Unionskandidat könnte sich als solider Haushälter gegenüber Rot-Grün positionieren. Als Macher mit Augenmaß, als Sachwalter der Vernunft der Nordrhein-Westfalen davor bewahren will, zum Experimentierfeld sozial-ökologischer Utopien zu werden, vor denen sich aus gutem Grund auch viele SPD-Wähler fürchten. Es werden ihre Industriejobs sein, die bei der Verwirklichung dieser Utopien wegfallen werden.
Dumm nur, dass die CDU einen Kandidaten hat, der sich schon als Umweltminister bis auf die Knochen blamiert hat. Es gibt eigentlich nur Gründe gegen den neuen Biosprit: Er ist unökologisch, wird zur Steigerung der Lebensmittelpreise beitragen und so den Hunger in der Welt befördern. Ein Umweltminister sollte so etwas wissen und sich positionieren. Zumal wenn er die Autofahrer auf seiner Seite hätte – was ja in dem Job keine Selbstverständlichkeit ist.
Aber wer erst aus den Büschen kommt, wenn das E10-Kind schon in den Brunnen gefallen ist und dann noch an diesem Unfug fest hält, zeigt weder Initiative noch Führungsstärke. Traut man so jemanden zu, das einwohnerstärkste Land der Bundesrepublik zu regieren? Zu sparen? Strukturreformen durchzuführen? Nein. Der Eindruck ist: Der kann es nicht.
Wenn Röttgen will, wird er bei Neuwahlen Spitzenkandidat der CDU in NRW. Sollte es so kommen, und die CDU sucht sich nicht noch einen neuen Kandidaten – empfehlen würde sich der Fraktionsvorsitzende Laumann – kann sie gleich schon einmal anfangen, nach einem Kandidaten für 2016 Ausschau zu halten. Denn Sieger sehen nicht so aus wie Röttgen.
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