
Der Name Wilhelm Reich ist auch heute noch, sieben Jahrzehnte nach seinem viel zu frühen Tod in einem amerikanischen Gefängnis, international präsent. Kein Psychoanalytiker und jüdischer Emigrant hat so heftige Auseinandersetzungen ausgelöst wie der ungestüme, außergewöhnlich produktive psychoanalytische Theoretiker und zeitweilige Marxist Wilhelm Reich. Die Deutungs- und Aneignungsversuche zu Reichs imposantem Lebenswerk halten bis heute an. Von unserem Gastautor Roland Kaufhold
Anfangs hielt auch Sigmund Freud große Stücke auf den 1897 geborenen Wilhelm Reich. Eine Ambivalenz und Skepsis machte sich bei Freud jedoch bereits um 1928 bemerkbar: „Wir haben hier einen Dr. Reich, einen wertvollen, aber ungestümen jungen Mann, seinem Steckenpferd leidenschaftlich ergeben, der nunmehr den genitalen Orgasmus als Gegenmittel gegen jegliche Neurose preist. Er mag von Ihrer Analyse (…)








