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Raucherverbot: Der Bayer hat gesprochen …

… und die Welt hält den Atem an? Leider nicht. Ohne Atem kann man nämlich vieles nicht tun: rauchen zum Beispiel oder eben durcheinanderschreien und sich wechselseitig des Faschismus, bzw. Massenmordes, in jedem Falle aber der Rücksichtslosigkeit und Intoleranz bezichtigen. Also mal kurz runterkommen, ein Gläschen Wein und dann versuche ich mal ein paar unaufgeregte Nachtgedanken zum Thema.

Vor gut 20 Jahren hat in einem Bistro ein missionarisch beseelter Vegetarier mit seiner brennenden Kippe auf meinen Teller gedeudet und verzweifelt bis resignierend gefragt, ob ich nicht wisse, was ich meinem Körper da antue – wenn ich Fleisch esse!
Dies mag als früher Beleg dafür gelten, daß bei Rauchern das nikotinbezogene Problembewußtsein eher unterentwickelt und förderungsbedürftig war. Auch als sich späterhin ein Gutteil der Bevölkerung durch Tabakkonsum belästigt zu fühlen begann wurde diese Problematik vom Raucher eher nicht wahrgenommen, wenn nicht gar vollkommen ignoriert: auf unserer Seite der Zigarette gab es ja kein Problem. Durch den eigenen Qualm waren die Nöte der anderen wohl auch schlecht zu erkennen und das Genörgel atemringender Nichtraucher war ja bei dem Gehuste eh nicht zu verstehen.

Oft und gerne werden Erlebnisse kolportiert, wo die höfliche Bitte im Rauchen zuwenigst bis zum Ende des Mahls einzuhalten schmierig und selbstgerecht grinsend ignoriert wurde und ich habe keinen Grund an derlei Berichten zu zweifeln: wo immer man fünf Menschen zusammenwürfelt hat man mindestens einen Idioten dabei. Ich halte dies für eine statistische Wahrheit, auch, wenn es meiner Kenntnis nach keine diesbezüglichen Studien gibt.

Wozu es allerdings Studien gibt, das sind die Aus- und Einwirkungen des Passivrauchens. Besonders beliebt ist jene einer Gruppe von Epidemologen aus Münster und Heidelberg, weil sie die hübsch griffige Schätzung von etwa 3300 Todesfällen durch Passivrauchen liefert. Zwar wird gerne übersehen und noch gerner verschwiegen, daß besagte Studie sich selbst gewisse Mängel einräumt, etwa das nicht unwesentliche Komponenten wie Lebensstilfaktoren unberücksicht bleiben mußten, sollten, konnten, kein Geld, was weiß ich – jedenfalls darf man dennoch die Annahme durchaus schwerwiegender gesundheitlicher Beeinträchtigungen als durchaus gesichert und nur kreativ wegzuleugnen ansehen.

Der stetig lauter werdende Wunsch nach rauchfreier Umgebung wurde von Gastwirten eher behäbig und bescheiden erhört, denn auch eine versprochen kurze Übergangszeit ist eine Zeit in der man Pacht und Personal bezahlen muß und so überbrückte man die Wartezeit auf den Ansturm der Nichtraucher indem man die Raucher weiter rauchen ließ. Ja, so mancher Kneipier, Kellner und Koch in Personalunion mag in seiner Kaschemme wohl sogar dankbar gewesen sein für die Ausrede, sein Essen sei nicht angebrannt, das sei nur der Ruß vom Nebentisch. Und so stand der gebeutelte Nichtraucher belämmert auf der Strasse und begann sich seinen rauchenden Nemesis hierhinzuwünschen.

Weil also der freie Markt mal wieder Besseres zu tun hatte, als sich selbst zu regeln, mußte wohl oder übel der Gesetzgeber per Erlaß den Wünschen einer größer werdenden Gemeinde Gehör verschaffen und erfand den Nichtraucherschutz.
Insofern sei gelernt, daß all dies verständlich, nachvollziehbar, berechtigt, edel und gut ist. Niemand darf gegen seinen Willen gesundheitsschädlichen Stoffen ausgesetzt oder auch nur wegen eines entsprechenden Wunsches ausgegrenzt werden. Allerdings darf man anmerken, daß bei vielen Nichtrauchern weniger die Sorge um körperliche Unversehrtheit, als vielmehr eine ebenfalls verständliche Abneigung gegen Qualm, Gestank und ganz allgemein geringere Luftqualität im Vordergrund steht. Leider wird da eine Spur zu leichtfertig der Gesundheitsaspekt eher wegen seiner Durchschlagskraft bemüht, als sei ein Interesse an sauberer Luft nicht legitim genug.

Und tatsächlich gibt es einen Punkt, an dem er das nicht ist. Es geht nämlich inzwischen nicht mehr um das Recht gesund und unbeeinträchtigt am öffentlichen Leben teilnehmen zu dürfen, sondern es geht um ein GENERELLES, mithin totales, uneingeschränktes Rauchverbot. Der aufmerksame Leser mag bemerkt haben, daß an dieser Stelle nicht mehr der Begriff „Nichtraucherschutz“ zum Einsatz kommt, denn an fortan geht es um etwas anderes. Wer rauchfrei essen, trinken, feiern möchte kann dies tun. Und gernstens wird ja auch vermeldet, natürlich dürfe der Raucher privat und zuhause rauchen, klar, wer sich umbringen will: bitte sehr. Aber warum dürfen sich dann unbelehrbar aerosolsuizidal Veranlagte nicht in Gemeinschaften erklärt gleichveranlagter zusammensetzen und sich ihrem Leiden hingeben? So scheinbar ausufernd die Ausnahmeregelungen auch sein mögen: absolut rauchfreie Gaststätten gibt es mittlerweile in großer Zahl, hinzu kommen weitere Lokalitäten in denen Raucher- und Nichtraucherbereiche strikt und nicht nur alibimäßig getrennt sind. Geht trotzdem von Raucherclubs eine Gesundheitsgefährdung für Nichtraucher aus? Wie dies? Nein, ganz ehrlich: ich will nicht provozieren oder der Bariton im „Faschisten! Faschisten!“-Chor sein (Nikotin wirkt übrigens auch auf die Stimmbänder – uns fehlen also Tenöre und Soprane) – ich verstehe es nur nicht, Pfadfinder-, bzw. große Indianer-Ehrenwort und nicht gelogen. Wenn Raucher zuhause rauchen dürfen, warum darf dieses „zuhause“ nicht eine wirtschaftlich betriebene Einrichtung sein – WENN und dieses sehe ich als gegeben an (Ach ja: Bochum, wenn jemand fragt, komme aber durchaus ein bißchen rum und – Junge, ist das ein Kreuz, ein Raucherlokal zu finden, wenn man ortsfremd ist, Mannmannmann) ausreichend rauchfreie Alternativen vorhanden sind?

Zweimal „hoffentlich“: hoffentlich ist nicht jener Kommentar repräsentativ, in dem ein Befürworter der harten Gangart die bisherige Regelung monierte, weil seine Freunde Raucher sind und er sich folglich gezwungen fühlt, Raucherlokale aufzusuchen. (Mal im Ernst: ihre Lösung ist Zwang? Gegenüber ihren „Freunden“? Bei aller – haha – Freundschaft: entweder Sie oder ihre Freunde – irgendwer hat hier einen mißratenen Freundschaftsbegriff.)

Und hoffentlich haben die meisten Nichtraucher einfach nur den Wunsch nach rauchfreier Umgebung und möchten theoretisch einfach jedes Lokal unbelästigt aufsuchen dürfen.

Letzteren darf ich nämlich – die Einer-von-fünf-ist-ein-Idiot-Regel mal außer Acht gelasasen – bestimmt auf Verständnis hoffend erklären: Gesundheit ist wichtig, aber es gibt eben auch Orte, an denen – gemäß lokal wirksamer Übereinkunft – andere Regeln gelten: ich werde beispielsweise niemals den Mount Everest besteigen, weil mir das gesundheitliche Risiko zu groß ist, aber jenen, die bereit sind, dieses Risiko auf sich zu nehmen, werde ich dieses Unterfangen niemals untersagen – der Mount Everest ist einfach nichts für mich.

Noch zwei Anmerkungen zu Detailfragen:
„Raucher können doch zum rauchen raus gehen“: es ist so: Raucher möchten gerne WÄHREND des Bier trinkens und der damit verbundenen Unterhaltung DA SEIN, das gehört zusammen. Ein einfacher Vergleich (bitte keine „schädige nur mich und nicht andere“-Kommentare, paßt gerade nicht): Sie sitzen in der Kneipe und haben ein Bier vor sich – ich brauche für ein Weizen ca. 40 Minuten brutto, netto geht das natürlich sehr viel schneller – wo war ich? Ach ja: also: Sie und ihr Bier – und jetzt bittet sie jemand, jedesmal, wenn Sie von Ihrem Bier trinken wollen, dafür vor die Tür zu gehen. Was fehlt? Genau: Gemütlichkeit.

Dann sind da noch die seitens der Raucherfraktion vorgetragenen Vergleiche mit anderen Lastern oder gesellschaftlichen Beeinträchtigungen wie fettes Essen, Autofahren oder Alkohol: seien wir ehrlich: eher Quatsch. Verursacher und Opfer sind in der Regel identisch. Ausnahme Alkohol: unter dem Aspekt des Passivrauchens darf man feststellen: auch unter Opfern von Alkoholkonsumenten ist die Mortalität erschreckend, die gesamtgesellschaftlichen Auswirkungen von Alkoholkonsum sind – jetzt mal echt und ehrlich, unter Brüdern und Hand auf’s Herz – sehr, sehr gravierend.

Und wo wir gerade bei Alkohol sind darf ich ich vielleicht auch auf mehr Verständnis hoffen, wenn ich bei der aktuellen Diskussion unbedingt die Handschrift der lieben Neo-Puritaner sehen will: kurz nach Einführung des erstens Nichtraucherschutzes gab die Bundes-Drogenbeauftragte ein Machbarkeitsstudie zum Fernziel Alkoholverbot in Auftrag – nach Bekanntwerden dieses Vorhabens wurde dies sinngemäß als „nur so’ne Idee“ relativiert.

Mal ganz ernsthaft: wann darf man in unsere private Freizeitgestaltung eingreifen, wo endet unsere persönliche Freiheit? Naja, ist ja nur eine Frage.

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23 Kommentare zu “Raucherverbot: Der Bayer hat gesprochen …

  • #1
    Gerd

    Also Passivrauchen ist jetzt doch nicht gesundheitsschädlich? Wird man dann also auch zum gemütlichen Mitraucher, wenn man daneben sitzt? Ist das ein ernstgemeintes Argument oder eine Nebelgranate?

    Wie wäre es das Rauchverbot auf Flügen wiede abzuschaffen? Grundrechte der Airline und so. Der Markt wird das doch schon richten. Und wer nicht will der muss ja nicht fliegen. Bahn nach Rom geht doch auch. Oder einfach Zuhause bleiben.

    Blöde Argumente nicht wahr. Ja, stimmt.

    Hier geht es max. um eines: um die Gewerbefreiheit. Hier von Grundrechten zu reden is Lobbynebel. Und wer sich mal mit den entsprechenden Gesetzeswerken vertraut macht die ein Wirt so zu beachten hat wird sich über sowas lächerliches wie Rauchen nicht mehr aufregen.

  • #2
    Arnold Voss

    Gerd, ich bin Nichtraucher. Trotzdem geht mir die Argumentation mit dem Passivrauchen hier im Blog langsam auf den Sack. Die Sache ist nämlich eigentlich ganz einfach.

    Es gibt Möglichkeiten Raucher von Nichtrauchern räumlich zu trennen. Da wo das nicht möglich ist, hat das absolute Rauchverbot zu gelten. Der Extremfall dafür ist übrigens eine Schwangere. Hier gibt es aus der Natur der Sache keine Trennungsmöglichkeit zwischen Aktiv- (Frau) und Passivraucher (Kind). Egal wo sich die Schwangere befindet.

    Die Passivrauchen Argumentation hat aber noch einen anderen Haken. Am meisten und massenhaft sind Menschen gesundheitlich durch Autoabgase gefährdet, denen sie fast flächendeckend nicht entkommen können. Die Bedrohung geht hier um ein geradezu unglaubliches Vielfaches über das durch das Passivrauchen hinaus.

    Nichtraucher die, wie viele Menschen bei Kurztrecken übrigens aus reiner Bequemlichkeit, ein benzin/diesel-betriebenes Fahrzeug benutzen, sollten deswegen einfach die Klappe halten, anstatt mit dem Argument des Nichtraucherschutzes in besserwisserischer Überlegenheit das totale Rauchverbot zu fordern.

  • #3
    Peter Podewitz

    @Gerd
    Werter Gerd
    Ich würde vorschlagen, nicht gleich zur Kommentarfunktion runterzuscrollen, sondern den dazugehörigen Artikel erst mal zu LESEN. Darin steht nämlich 1.) Passivrauchen zu durchaus schwerwiegenden gesunheitlichen Beeinträchtigungen führt, und 2.) daß der Markt „mal wieder Besseres zu tun hatte, als sich selbst zu regeln“.
    Ferner betreibe ich weder eine Gaststätte, noch werde ich von der allmächtigen Zigarettenlobby finanziert – im Gegenteil: die bekommen sogar Geld VON MIR.
    Mir geht es tatsächlich, um meine eigene, persönliche, meine Freizeitgestaltung betreffende Freiheit in extra nichtraucherschützend meinetwegen knallrot gestrichenen Raucherlokalen rauchen zu dürfen.
    Ich hoffe, diese Vorstellung liegt nicht außerhalb Ihrer geistigen Möglichkeiten.

  • #4
    Julia

    Hallo,

    wenn man sich an die Anfänge des Gesetzes zurückerinnert, fällt auf, dass es primär drum ging, die Angestellten zu schützen. Die Angestellten müssen den Qualm täglich einatmen. Die Killer-Argumente dagegen waren:

    1) Dann soll sie halt kündigen und was anderes machen
    2) Sie haben drei Kellnerinnen aus dem Hut gezaubert die sagten:“Ich rauch ja auch und find es klasse“

    Klar haben irgendwann die Gäste die kanze Diskussion übernommen. Klar haben ihre Chance gewittert und zugeschlagen. Nun kämpfen hier hauptsächlich nur noch die Gäste…

    Auch ich bin nur Gast hier in München und kann dir hier meine ganzen emotionalen Grunde darlegen, warum ich das und jenes toll finde, aber um uns geht es hier nicht.

    Viele Grüße aus München
    Julia

  • #5
    Wähler

    viel Rauch um wenig, aber das Volk wird von anderen Dingen abgelenkt…

    Gruss

  • #6
    Peter Podewitz

    @Julia
    Teuerste Julia
    In einem Raucherlokal würde natürlich auch nur rauchendes Personal beschäftigt. Und tut mir leid, Dir das sagen zu müssen, aber bei Regelungen in GASTstätten geht es sehr wohl auch um die Gäste – die wären schließlich von einem Verbot betroffen, oder nicht?

  • #7
    Julia

    Hallo Peter

    entweder war dies Sarkasmus oder wir haben gerade den Tiefpunkt der Diskussion erreicht. Ich hoffe auf ersteres und gehe nicht weiter auf Punkt eins ein 😉

    zum zweiten Punkt, dass das ganze auch mit dem Gast zu tun hat, geb ich dir recht. Du möchtest nicht auf deine Gemühtlichkeit verzichten und der Rest ist dir egal. OK, das ist haben sich die Nichtraucher auch gedacht. Also haben wir abgestimmt und die Nichtraucher haben gewonnen.

    Grüße
    julia

  • #8
    Frank

    Problem mit den Raucherclubs ist, das sie flächendeckend eingeführt wurden, um
    eine vernünftige und machbare räumliche Trennung zu umgehen.

    Deshalb muss man feststellen, das diese Lösung nicht funktioniert.
    Wären Raucherclubs wirklich nur Clubs, wo Raucher primär zum Rauchen hingehen würden, hätte ich nix dagegegn.

    Aber nein, ich muss mit meinem überwiedgend nichtrauchendem Freundskreis Mitgliedsausweiese in Raucherclubs ausfüllen, um am Wochenende Hotten zu gehen.
    Habe sogar mindestens 3 Läden beobachtet, die wieder von der räumlichen
    Trennung abgerückt sind, und wo jetzt wieder überall gequalmt wird.

    deshalb pro Bayern-Abstimmung!

    Gruß, Frank

  • #9
    Peter Podewitz

    @Julia

    Immer noch teuerste Julia
    Mein Einwand war keineswegs sarkastisch oder tiefpunktig gemeint und ich darf Dich auch beruhigen: ich sitze gerade nicht in meiner Schädelburgt und trinke das Blut von mir frisch zu Tode gequalmter Nichtraucher und lese die Comic-Seite in der Menschenrechtscharte, nein!
    Raucherlokale müßten natürlich als Tendenzbetriebe geführt werden und bestimmt würden sich Menschen finden, welche mit Freude und Hingabe in solchen Gaststätten bedienen, zapfen und vor allem: selber rauchen würden.
    Ich rede also von Orten, an welchen sich ausschließlich und in welcher Funktion auch immer ausschließlich dem Nikotinkonsum huldigende Menschen sich aufhalten und wohin keines Nichtrauchers Fuß sich jemals hinverirren muß (aber darf, WIR sind ja nicht so).
    Die Reglementierung in den übrigen Lokalitäten wäre mir dann, da hast Du recht: vollkommen, umfassend, total und in Cinemascope EGAL (wenngleich mein feines Näschen da ein Wölkchen Unterstellung von harschem Egoismus gewittert zu haben meint. Kann das sein? Nicht? Oh, dann kniefälligst Entschuldigung.)
    Ich wünschte, Dir wäre die Freizeitgestaltung erwachsener Menschen im Rahmen bekundeten wechselseitigen Einvernehmens auch ein bißchen egaler

  • #10
    Julia

    Hallo holdester Peter

    mich überrascht es in der Tat, dass Du kein Blut trinkst *g*
    wie dem aber auch sei, ein Raucherclub wo man sitzen kann, Zeitung lesen, rauchen und die selbst mitgebrachten Getränke verzehren kann ist doch erlaubt. Nur macht keiner sowas auf, weil man damit kein Geld verdienen kann.

    Zum Abschluss kann ich dich beruhigen. Mir ist es egal wie Du deine Freizeit verbringst 😉
    julia

  • #11
    Stefan Laurin

    @Julia: „wie dem aber auch sei, ein Raucherclub wo man sitzen kann, Zeitung lesen, rauchen und die selbst mitgebrachten Getränke verzehren kann ist doch erlaubt.“ Und warum soll ich in einem solchen Club, den ja kein Nichtraucher betreten will, keine Getränke kaufen können?

  • #12
    Julia

    @Stefan
    wenn du geträke kaufen kannst, ist es eine Gaststätte und da ist es dann verboten zu rauchen.

  • #13
    Stefan Laurin

    @Julia: Aber warum ist es mir dann verboten? Weil ein paar Neospießer es wollen? Ich will nicht in Nichtraucherkneipen gehen und Nichtraucher müssen nicht in Raucherkneipen gehen. Wer keine laute Musik mag und die Ohren schützen will hat auch auf einem Metal-Konzert nichts verloren.

  • #14
    Peter Podewitz

    @Frank
    Werter Frank
    Zugegeben: der Gastwirt ist ein träges Wesen, aber irgendwie mußt Du in Nikotinien wohnen, andernorts gibt es nämlich üppig Lokale, in denen man rauchfrei feiern oder sogar „hotten“ kann. Wie bereits erwähnt ist es meiner Erfahrung nach für Ortsfremde zäääähes Nüßlein sammeln, bis man ein berauchbares Lokal aufgetan hat und die sind weiß Gott nicht immer schön.
    Sollte es Dir aber um die Um- bzw. Durchsetzung der bestehenden Regelungen gehen: tja, deshalb ein allumfassendes Verbot? Ist das noch verhältnismäßig? Hmmm.

    @Julia
    Weltliebste Julia
    Da hat Stefan mal ne gute Frage gestellt, oder? Und: ja, ich muß immer das letzte Wort haben.

  • #15
    Jens König

    Yippieh.
    Warum sag ich das als Raucher?
    Weil ich ein bischen weiterdenke. Die logische Folge sind Raucherclubs allüberall. Und sie werden wie Pilze aus dem Boden schiessen:
    a) weil notgedrungen und
    b) weil ich -im Gegensatz zu einigen Vorpostern- denke, dass man sehr wohl damit Geld verdienen kann.
    Das hat man bisher nicht getan, weil man dem althergebrachtem System nachhängt: Der Kellner muss rumkommen, ein Getränk vorbeibringen und wieder den Tisch abräumen, Kassieren undsoweiter.
    Das sind aber alles keine Dinge, die man mit ein bischen Technik nicht auch hinbekommt. Es war bisher nur nicht der Druck vorhanden, das Geschäftsmodell und die angewandten Methoden zu überdenken oder zu verändern. Wer braucht Kellner?
    Die Gatronomie steht vor einem Paradigmenwechsel. Zugunsten der Raucher. Das ist nur noch keinem klar.

    Und so nebenbei: Es wird noch richtig schön hier im Lande der Raucherclubs. Denn mit der gleichen Argumentation, mit der man das Rauchen einschränkt, müssen wir natürlich auch anderen Luftverpestern entgegentreten (Autos, Industrie, Kachelöfen).
    Ich zitiere Julia mal sinngemäss: „Die (Menschen) müssen den Qualm täglich einatmen“. Damit muss jetzt endlich Schluss sein!

  • #16
    Stefan Laurin

    @Jens: Du bringst mich auf eine Superidee: Eine Volksabstimmung gegen Pelletheizungen. Die stinken alles voll und ich muss den Mist riechen, wenn ich bald zum Rauchen vor die Tür geschickt werde 🙂

  • #17
    Frank

    Duisburg. Ist quasi Nikotinien.
    Zum rauchfreien Discoabend muss man schon nach Essen oder Oberhausen.

    Wie gesagt, mir wäre es lieber, wenn die bestehende Regelung funktionieren und
    nicht dauernd unterwandert würde. Ich wollte als Raucher auch nicht vor die Tür gejagt werden wollen. In Niedersachsen übrigens klappt es mit der Nebenraumregelung.

  • #18
    emden09

    Gegenfrage, warum darf eine Dortmunder Firma nicht einfach PCB in die Umgebung pusten? Ich mein, wir ALLE produzieren doch PCB, wenn wir Strom verbrauchen (Transformatoren) usw. Da ist es doch nicht mehr als Recht und billig, dass ein Teil von uns den Dreck auch weg atmet und auf den Friedehöfen dieser Republik einer angemessenen Entsorgung zuführt. Die Arbeiter/innen in der Fabrik jedenfalls haben sich doch genauso freiwillig dazu entschieden dort zu arbeiten, wie die Arbeitnehmer/innen in den Kneipen. Also warum sollen Kneipenangestellte das Gift der Gesellschaft weg atmen und die Arbeiter in einer PCB-Entsorgungsfabrik nicht. Warum ist letzteres ein Skandal und ersteres ein Freiheitsrecht? Weil Nikotin weniger giftig ist als PCB? Um wie viel weniger giftig genau? Gibt‘s dazu Studien? Und was interessiert mich, wenn ich am Passivrauchen verrecke, ob es andere gibt die noch verreckter verreckt sind an PCB? Fragen über Fragen! Mit Moral hat das eine jedenfalls so wenig zu tun wie das andere. Ach ja, ich leiste auch meinen Beitrag: In Meerbusch atme ich schön regelmäßig die Flugzeugabgase des Flughafen DUS weg. Wird auf meinem Gradstein also ein güldener Kranich prangen?

  • #19
    Julia

    Hmmm mit der selben Logik kann mit der Paintballpistole rumrennen und Leute anmalen. Getreu dem Motto leben und leben lassen. Nieder mit dem Verbotsstaat. Am besten fangen wir erstmal mit ein paar Bücherverbrennungen am Odeonsplatz an und ertränken dann ein paar Hexen in der Isar.

    Julia

  • #20
    Peter Podewitz

    @Frank
    Werter Frank
    Duisburg, aha. Aber offenbar ist es doch eher ein Problem der Umsetzung, oder? Da hilft ein Verbot auch nicht weiter, wenn es bei Dir um die Ecke auch nicht umgesetzt wird. Du müsstest also weiterhin nach Essen gurken und ich nach Duisburg, weil sie in Bochum das Generalverbot vielleicht rigoroser durchdrücken. Aber wenn ich Dich recht verstanden habe, dann könntest Du ja mit niedersächsischen Verhältnissen leben. Aber das bringt mich zu …

    @Stefan
    Werter Stefan
    Neospießer? Also bitte! Bisher war hier doch alles so entspannt unpolemisch. Außerdem halte ich den Begriff auch inhaltlich für falsch. Zwar glaube ich durchaus, daß ein Gutteil jener, welche aktiv ein Rauchverbot befördern, beseelt und besessen sind von der missionarischen Gier den lieben Mitmenschen ihr gesundheitsbewußtes, ja: asketisches Weltbild aufzuzwingen, aber solche Menschen nennt man Neopuritaner. Darüber hinaus nehme ich diese Grundhaltung nicht bei der Mehrzahl der Rauchgegner an, die wollen einfach qualmfrei ausgehen, basta. Leider sind sie dann allerdings etwas zu leichtfertig bereit, generelle Verbote abzunicken, nicht zuletzt, weil diese Geschichte ja zu einer Entweder/Oder-Frage hochgepuscht wurde und niemand über Alternativen nachdenkt. Und wenn dann gesagt wird, dieses ließe sich nur mit dem allumfassenden Gesamtverbot bewerkstelligen – tja dann muß es wohl so sein. Lieber das als weiter mitqualmen, oder? Verstehe ich sogar. Aber was ist mit Franks Niedersachsen?
    Bitte, bitte: mit Niedersachen-Verhältnissen, einschließlich Lena und Wulff, könnte ich leben. Wer noch?

    @Emden09
    Apropos Polemik, nicht wahr? Aber wenn Du konsequent wärst, müßtest Du jetzt über ein generelles Verbot für PCB nachdenken.

    Und schließlich
    @Julia
    Teuerste Julia
    Das mit der Paintballpistole hab ich nicht verstanden: worauf bezog sich das? Und wer sind hier die Hexen? Oder die Bücher? Ich jedenfalls verbrenne nur Tabak, zum Beispiel jetzt gleich, wenn ich unsere Nationalmannschaft ins Finale rauche. Und zwar in einer Kneipe, in der mir der Wirt kumpelhaft ins Bier ascht und wir Raucher gemeinsam an unserem Plan arbeiten, die Weltherrschaft zu übernehmen.
    Aber Hexen verbrennen? Naja, wenn man sie anders nicht zum rauchen bringt …

  • #21
    Jens König

    Hey Julia, hast Du rote Haare?

    Aber Mensch klar, EMDEN09, wie in jeder Chemiefrima stell ich in meinen Raucherklubs Leute mit Atemmaske ein. Warum bin ich da nicht gleich drauf?
    Und extrem kühl sieht das ja auch noch aus.

    Liebe rothaarige Julia, ich eröffne demsächst in Wuppertal, Bochum und meinetwegan auch in Straubing kleine Lokale für Raucher, falls Du also einen Job suchst und keine Allergie gegen Atemschutzmasken mit Aktivkohlefilter hast….

  • #22
    Eva

    Die Diskussion hier wird immer alberner, was diesem ernsten Thema nicht gerecht wird. Meine lieben rauchenden Freunde, ich will Euch nicht missionieren. Generelle Verbote bringen nichts, das hat die Prohibition in den USA gezeigt. Ich wünsche Euch ganz einfach nicht, dass Ihr in 20 Jahren langsam und qualvoll an Lungenkrebs erstickt. Außerdem gönne ich Euch, dass Euer Ruhestand nicht künstlich um 10 Jahre verkürzt wird. Alldieweil Ihr von Eurem Selbstbestimmungsrecht Gebrauch macht und trotz dieser Aussichten weiter raucht, würde ich ganz gern einfach mal ohne Passivrauchen ausgehen (in Bochum mit flächendeckender Untergrabung des Rauchverbots derzeit nicht möglich, es sei denn, man lässt sich im Tucholsky oder im Konkret in die Abstellkammer verbannen). That’s all. Auf dass wir uns als Omas und Opas immer noch gesund und munter auf ein Kaltgetränk treffen können.

  • #23
    Jens König

    Eva, sollst Du Doch. Wir Raucher ziehen uns ja in unsere ungesunden Klübchen zurück.
    Aber ein Hinweis: Das ist alle überhaupt nicht albern. Vielleicht mit Augenzwinkern und Humor geschrieben, aber wirklich: Raucherkneipen ohne Personal oder mit Personal in Schutzanzügen gehört die Zukunft.

    Nur ein Tip noch: Hör auf mit dem Alkohol. Hab keinen Bock, mit ner Oma mit kaputter Leber vorm Shop zu stehen.

    Noch eine Anmerkung zum Schluss: Die einzigen, die meinen Ruhestand wirklich verkürzen, sind die Spinner, die das Renteneintrittsalter raufsetzen.

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