Röttgen hält Scholz‘ Telefonate mit Putin für „schädlich“

Norbert Röttgen Foto: © Raimond Spekking Lizenz: CC BY-SA 4.0

Nach der Kritik von Polens Präsident Andrzej Duda an Gesprächen Deutschlands und Frankreichs mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin hat der CDU-Außenexperte Norbert Röttgen die Telefonate sogar als „schädlich“ bezeichnet. „Nach der andauernden und eindeutigen Kriegsabsicht von Putin sind solche Telefonate nicht nur überflüssig, sondern schädlich“, sagte Röttgen der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ). Diese vermittelten „immer wieder den falschen Eindruck, als gäbe es eine Basis, dass man mit Putin derzeit zu einer Verständigung kommen könnte“. „Der Fehler der deutschen Russland-Politik war über Jahre, dass wir uns von Wunschdenken und nicht von Realitäten haben leiten lassen. Damit sollte jetzt ein für alle Mal Schluss sein“, forderte der CDU-Politiker in der NOZ.

Polens Präsident hatte zuvor bereits kritisiert, dass Bundeskanzler Olaf Scholz und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron trotz des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine weiter mit Kremlchef Wladimir Putin Gespräche führen. Die Situation sei ähnlich wie mit Adolf Hitler im Zweiten Weltkrieg. „Und hat jemand während des Zweiten Weltkrieges auf diese Weise mit Adolf Hitler gesprochen?“, hatte Duda gefragt.

Röttgen widersprach außerdem der Auffassung von Alt-Kanzlerin Angela Merkel, in der Russland-Politik keine Fehler gemacht zu haben. „Dass wir uns sehenden Auges in die Abhängigkeit von Energie aus Russland gebracht haben und dass wir die Kriegs- und Gewaltbereitschaft von Putin trotz der klaren Politik seinerseits unterschätzt haben, kann man heute eigentlich nicht mehr bestreiten. Wir haben die einzelnen Stufen der Politik Putins – 2008 der Georgien-Krieg, 2014 die Annexion der Krim, seine Intervention in der Ost-Ukraine 2014 und 2016 den Krieg in Syrien – nicht ernst genommen. Es hat daraus keine Konsequenzen gegeben. Im Gegenteil, wir haben die Abhängigkeit bei der Energie und die militärische Unzulänglichkeit vorangetrieben. Das ist doch der historische Befund“, sagte Röttgen der „NOZ“.

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Bert Führmann
Bert Führmann
7 Monate zuvor

[ Warum gibt es hier nach Abschicken des Kommentars keinerlei SIGNAL ? – Nun ergänzt]

Da hat Norbert Röttgen völlig Recht !

Es ist ja auch kein Zufall, daß schon Botschafter Melnyk vor (anderthalb ?) Monaten feststellen mußte, daß er immer nach Gesprächen von Makron und Scholz mit Putin heraushöre, w i e diese von Putin beeinflusst wurden !

Parallel lief eben nach 12, typischerweise auf der Lit-Cologne unter WDR-Moderation die zynische deutsch-philosophische Begleitmusik ( nachzuhören unter WDR-5, Philosophischer Tag, „Was hält DIE GESELLSCHAFT Gesellschaft zusammen?“ ) auf dem der großrussisch-chavinistische Vernichtungskrieg gegen die Ukraine quasi zum zu übertönenden -> „T i n i t u s“ auf den Wellenbergen der Krisen >> „Sie [ die Marder] stehen auf dem Hof bereit, sie könnten aufbereitet und geliefert werden.“ Und: „Wir sind als FDP der Meinung, dass dies auch geschehen soll.“

Die Ukraine wünscht sich von Deutschland schwerere Waffen. Das deutsche Rüstungsunternehmen Rheinmetall hat die Lieferung von 88 gebrauchten und wieder aufzubereitenden Mardern angeboten. „Die Bundesregierung hat nach bisherigem Stand aber noch nicht entschieden.“ <>>
Bei der ebenfalls von der Ukraine gewünschten Lieferung von Kampfpanzern vom Typ Leopard zeigte sich Lambsdorff zurückhaltender. „Beim Leopard schauen wir, was die Verbündeten machen“, sagte der FDP-Politiker. „In der Ukraine gibt es weder französische noch britische, italienische oder amerikanische Kampfpanzer. Insofern gibt es auch keinen deutschen Leopard-Panzer.“ (dpa) <<<

Evelyn Berger
Evelyn Berger
7 Monate zuvor

Mir persönlich wäre es wesentlich lieber, wenn alle, egal welcher Partei sie angehören, endlich mal den Mund halten. Ist es denn nicht möglich, in einer solchen weltpolitischen und menschlichen Tragödie, beieinander zu stehen? Es sieht leider nicht so aus! Jeder, bzw. natürlich auch jede, will sich weiterhin profilieren, nicht nur bei uns, sondern auch im Ausland.
Wenn dieses Gezanke endlich einmal eingestellt würde, könnten alle in Ruhe nachdenken (und dies tun leider viele Politiker nicht) und kämen dann miteinander auf eine hoffentlich gute Lösung.
Aber solange die Gier nach Macht und immer-Mehr-Haben-Wollen einen Teil der Menschheit dominiert, sehe ich hier leider keinen Hoffnungsschimmer auf Besserung, nicht einmal am Horizont!

ke
ke
7 Monate zuvor

Status Gespräche sind immer sinnvoll.
Nur dürfen sie nicht dazu führen, dass absurde Vorstellungen eines Aggressors verbreitet werden. Es gilt wie überall. Täter dürfen keine Bühne bekommen.

Bert Führmann
Bert Führmann
7 Monate zuvor

Quatsch
@Evelyn !

Vom „Beieianderstehen“ wird es zwar warm, aber da von werden kein bischen mehr die Ukrainische GETREIDE-ERNTE gerettet,

2. kein bisschen mehr Brennstoff-Embargo erzeugt und

3. auch keine einzige Waffe in das LAnd der grorussischen Massen- und Nation –Vernichtung gebracht.

Schaurig Ihr Wohlfühligkeits-Schmus, denn

die Regierung h i e r braucht laute und scharfe Kritik.

So wie es zur zt. mit den ewigen Ankündigungs-Waffen aussieht, wollen Scholz und Macron die Ukraine zur Besänftigung Russlands

v e r k a u f e n, — zumindest ein Teil.

Die se Drecksäck e !

Melnyk hat Recht: Deutsche Politiker, nicht so jemand wie R ö t t g e n, sind gute

Märchenerzähler !

PROTESTIERT !
Und die TÜRKEI muss RAUS aus der NATO !

thomas weigle
thomas weigle
7 Monate zuvor

@ Berrt FÜhrmann „Die Türkei muss raus aus der Nato.“ Ja,denke ich auch jedesmal.wenn das Erdowahn mal wiedr alle und jalles in der Nato/Westen ankräht. Und dass dann zumindest die USA den Kurden die Waffen liefern könnte, die der türkischen Armee das Fürchten lehrt. Aber dann fällt mir recht schnell die geografische Lage der Türkei ein….

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