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Ruhr hoch n: Ich finde es gut

So: Das ist das Logo und der Claim. Ich finde es gut. Teamwork-Capital - Hauptstadt der Teamarbeit - passt zum Ruhrgebiet. Es sieht gut aus, das Logo kann jeder verwenden - es ist vollkommen frei - und die Kampagne soll vor allem im Ausland laufen.…

So: Das ist das Logo und der Claim. Ich finde es gut. Teamwork-Capital – Hauptstadt der Teamarbeit – passt zum Ruhrgebiet. Es sieht gut aus, das Logo kann jeder verwenden – es ist vollkommen frei – und die Kampagne soll vor allem im Ausland laufen. Es orientiert sich an dem Logo der Kulturhauptstadt, wirkt meiner Ansicht nach aber frischer.

Grey-Chef Dopheide erklärte bei der Präsentation in Essen, dass weltweit alle Ballungsräume wachsen – mit einer Ausnahme: das Ruhrgebiet schrumpft. Es hat seiner Ansicht nach nur eine Chance: Es muß gemeinsam auftreten. Was soll mit der Kampagne des Initiativkreises, der seinen Namen von Initiativkreis Ruhrgebiet in Initiativkreis Ruhr geändert hat, erreicht werden? Die Kampagne soll weltweit Unternehmen und Fach- und Führungskräfte für das Ruhrgebiet interessieren. Container mit Informationsmaterial über das Ruhrgebiet werden dafür in Wirtschaftszentren wie New York, Moskau oder Shanghai transporiert. Die Kampagne wurde von Grey international an sieben Standorten weltweit getestet – das Ergebnis sei positiv gewesen. Dass das Ruhrgebiet die Hauptstadt der Teamarbeit sei, hätten die Menschen verstanden. Teamwork sei für Unternehmen ein extrem positiv besetzter Begriff, so der Grey-Chef. Dass Teile der Kampagne schon am Samstag veröffentlicht wurden, ist für Dopheide eine Katastrophe: "Derjenige, der dafür verantwortlich ist, hat sich als schlechter Teamplayer geoutet."

Das kritisierte n habe, erklärte Dopheide, keine spezifische Bedeutung, es heiße Potenz und soll Kraft ausstrahlen, kann aber mit unterschiedlichsten Inhalten gefüllt werden und soll verschiedene Lesarten ermöglichen. Vor allem soll es aber zeigen: Im Ruhrgebiet passiert etwas, hier hat sich etwas verändert. Dopheide  beurteilte auch den Begriff Metropole Ruhr: "Es gibt auch die Metropole Fürth. Der Begriff ist verbrannt!"

 

RuhrBarone-Logo

22 Kommentare zu “Ruhr hoch n: Ich finde es gut

  • #1
    David Schraven

    Das Logo ist kack hoch VFL 1848.

    Diese immer wieder abgekupferte Idee mit den sich überlappenden Farbklecksen, ich kann sie nicht mehr sehen. Wie bei Bochum macht jung, Ruhr 2010 und dem RVR/KVR. Fällt den Kreativen nie was Neues ein.

    Warum schreiben die nicht gleich als Claim: Colour Splotch County?

    Toll auch das „Capital“. Wow… Wie creativ. Doppeldeutig. Huhuhuhu – gewagt.

    Das gehört auf den Wortspielplatz gleich neben die lustigen BinnenIs.

    Ich habe mich entschlossen. Mich interessiert das nicht mehr. Ist ja nicht mein Geld.

  • #2
    Thomas

    >Die Kampagne wurde von Grey International an sieben Standorten weltweit getestet – das Ergebnis sei positiv gewesen.

    Wuff, die interkulturellen Focusgruppen haben gesprochen.

    Da ist aber was dran. Ich habe gestern nacht (Ortszeit) mit einer Freundin in Shanghai videokonferiert. Unter anderem meinte die, sie kommt aus Rheinhausen, kleine Welten auf der runden Scheibe, das eine Stärke des Claims in der allgemeingültigen Formelsprache läge. Das mit der Hochstellung des n, das verstünde jeder auf der Welt, der angesprochen würde.

    Ich denke, das ist ein unabweisbares Argument.

    Wenngleich ich das Logo mindestens genauso kacke finde wie David. Und auch den Claim.

  • #3
    schuri

    @dat „kack hoch vfl 1848…“!
    unsereiner fühlt sich geschmeichelt;-) aber heißt es nicht richtiger: s… hochvier?

    Teamwork zu promoten finde ich aber völlig richtig, weil ich das an der Gegend wirklich schätze – m.E. ist das eine working class Errungenschaft. Geschaffen aus Solidarität, Maloche, Kollektivismus. Und den haben sich – Geschichte ist so schön ironisch!- jetzt ausgerechnet die Ausbeuter und Großkapitalisten vom Initiativkreis auf die Fahnen geschrieben. Und die meinen mit dem Motto ganz klassenbewusst: „Investoren aller Länder investiert im Revier, unsere Arbeiter können noch richtig ranklotzen!“

  • #4
    luclog

    David hat absolut recht. Im übrigen ist das so nah an dem Initiative Ruhrstadt Logo, das wenn die sich wehren könnten, die Bande in Grund und Boden klagen könnten. Voraussetzung dafür wäre aber ein Rechtsstaat in dem Kleine auch etwas gegen Große ausrichten können. Alles weitere, was mit farbigen Punkten so gemacht werden kann, würde sich dort auch genauso zwanglos ergeben. Ein anderer Punkt ist, daß Grey natürlich nur einen alten Aufguß der O2 Idee gebracht hat, in die sie scheinbar immer noch schwer verliebt sind. Leider haben sie so, aber drei Teile ein Logo das keine Aussage transportiert, (eigentlich der gleiche Fehler wie bei Iniative Ruhrstadt), ein „Ruhr hoch N“, und weil es sonst auffallen würde wie aussagelos das ist, wird dann noch ein Teamwork Kapital, hinterhergeschoben. „Things Fall apart, the Center can not Hold“. Das ganze ist dann im üblichen Vortrag einer Bündelung über (Corporate Identity) ? Schau wir können es auf Lastwagen pappen und auf Schilder und es sieht dann überall gleich aus ? eingebunden, auf den große Firmen eigentlich auch immer ansprechen. Das ganze wird dann unterfüttert mit Umfrageergebnissen, wie gut das überall in der Welt ankommt, die aber kein Mensch jemals zu Gesicht bekommen wird (Und deren Wahrheitsgehalt den üblichen Meßergebnissen von Werbefirmen entsprechen dürfte).

    Der größte Fehler ist aber die Annahme das andere Veranstalter die darauf aus sind ihr eigenes Logo und ihre Idee und ihr Konzept und ihr Wirken zu vermarkten, ihr Logo aus den TemworkkapitalRuhrN-Punkten bilden werden, weil es so hübsch umsonst ist.

  • #5
  • #6
    luclog

    @ Stefan

    „Die Kampagne wurde von Grey international an sieben Standorten weltweit getestet – das Ergebnis sei positiv gewesen.“

    Ein guter Ansatzpunkt für kritischen Journalismus. Als ich klein war und der SPD Bus bei mir vorbeikam und Fußbälle verteilt hat, haben das auch viele „positiv bewertet“.

  • #7
    Arnold Voß

    Bin keine Werbefuzzi, finde das -T´schuldigung Wiederholung – Hoch N aber trotzdem misslungen. Mittlerweile finde ich auch, dass ?Teamwork? ziemlich beliebig und ?Capital? angestrengt oder unabsichtlich doppeldeutig klingt. Bleibe also ? T´schuldigung Wiederholung ? bei meinem Vorschlag (obwohl das natürlich keine Schwein interessiert):

    Ruhr: Creativity ? Cooperation ? Courage

    Das sind die drei (Haupt)Eigenschaften die das Ruhrgebiet groß gemacht haben und die, finde ich, auch wieder in die Zukunft weisen könnten.

    Gut finde ich auch (ist mir gerade eingefallen) :

    Ruhr: I love datt!

    Das was hinter dem : steht hört man (lautsprachlich) hier in New York, aber auch in anderen englischsprachigen Metropolen ( es gibt auch im 21. Jahrhundert echte Metropolen Herr Haas!), sehr oft, weil so viele Einwanderer mit dem th (?tieitsch?) lautsprachlich nicht klar kommen bzw. nicht kommen können, da ihre Muttersprache so etwas nicht kennt.

    Im Hip-Hop-Black-American-Englisch ist das lautsprachliche?datt? für ?that? übrigens ebenfalls Gang und Gebe. Und für Menschen aus ?Bed Stuy? (Bedford Stuyvesant, überwiegend schwarzer ((keiner sagt dort politisch korrekt afroamerikanisch)) Stadtteil in Brooklyn) sowieso. Soweit zur internationalen Verständlichkeit.

    Aber ich bin, wie gesagt, kein Werbefuzzi und sollte zu diesem Thema vielleicht lieber ?die Fresse halten?. War also meine letzter Kommentar zu diesem Thema.

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  • #9
    Oliver Mengedoht

    Ich bleibe bei meiner Meinung, dass das Schwachsinn hoch n ist. Einzureihen in die lange Liste der dämlichsten Werbesprüche überhaupt. Da gefallen mir selbst Arnolds Vorschläge deutlich besser (obwohl ich kein Freund von diesen englischen Werbeslogans bin und beide es enthalten oder ganz darin aufgehen). Vielleicht bin ich ja auch zu blöd, aber ich würde ohne zweifache Erklärung im Leben nicht mal begreifen, was die damit aussagen wollen (und mir ist eigentlich wurst, ob ich etwas auf deutsch oder englisch lese)?

  • #10
    Syberia

    Dass das Ruhrgebiet die Hauptstadt der Teamarbeit sei, hätten die Menschen verstanden. (…) Dass Teile der Kampagne schon am Samstag veröffentlicht wurden, ist für Dopheide eine Katastrophe: „Derjenige, der dafür verantwortlich ist, hat sich als schlechter Teamplayer geoutet.“

    Das spricht für sich.

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  • #12
    Martin Tönnes

    positiv an der Aktion ist, dass in der gesamten Region seit langem mal wieder eine breite Debatte über das Ruhrgebiet stattfindet. Selbst auf den Lokalseiten, wie heute in der Dortmunder Presse, hat es seinen Aufschlag gefunden.

    Ähnlich wie bei Stefan Laurin kommt auch bei mir das Erscheinungsbild durchaus sympathisch rüber. Und vielleicht sind die von David so kritisierten „Farbklekse“, dann doch das Symbol für das Ruhrgebiet, unter dem sich alle „Lokalfürsten“ auf ihren Kirchtürmen wiederfinden können. Der Hinweis auf das Ruhrstadt-Logo ist im übrigen ziemlich zutreffend.

    Es bleibt aber eine Kopfgeburt des Initiavkreises Ruhr (ohne -gebiet wie ich heute auch gelernt habe). Die Begründung mit den Neurophysiologen kommt bei mir etwas lächerlich daher.

    Faszinierend finde ich wie der Intiativkreis sich eine ganze Region unter seine Fittiche nimmt und meint er könne für das Ruhrgebiet sprechen. Wo ist hier – angesichts der fehlenden Legimation – der kritische Journalismus. Wer hinterfragt, dass z.B. das Logo der Kulturhauptstadt jetzt ziemlich „alt“ aussieht.

    Im RVR haben wir als Grüne durchgesetzt, dass im Verband Geld in die Hand genommen wird, um für das Jahr 2011 ein neues und vor allem einheitliches Erscheinungsbild in einem breit angelegten Prozess entwickelt wird. Der Initiativkreis kann sich um solch schwierige Entscheidungsprozesse drücken. Die „Firmenbosse“ haben Demokratie gespielt und es der Region mal eben gezeigt. Aber Sie haben die Region nicht mitgenommen.

    Das ist aus meiner Sicht das Problem.

  • #13
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Martin: Würde die Politik – RVR und Städte – ihren Job machen, wäre die Aktion des Initiativkreises überflüssig. Aber die Politik macht ihren Job nicht. Klink hält eine Kampagne generell für überflüssig. Macht kommt auch von machen und wer nichts macht, hat keine Macht.

  • #14
    jens weissenberg

    @Stefan: sehr schön formuliert…dem ist nichts hinzuzufügen…

    doch, doch noch eines…die von Dir angesprochen fehlende bzw. schweigende politische Macht ist ja eine verdammt komplexe Geschichte, die ja, ähnlich wie der Großstadtdschungel, undurchschaubar scheint. Ich hatte das mal an anderer Stelle geblogt: RVR, die drei Bezirksregierungen, die Landesregierung bzw. das Parlament in Düsseldorf sowie die vielen kleinen „Lokalfürsten“ bilden ein überaus kompliziertes wechselseitiges Geflecht an Machtstrukturen und Einflusssphären, das für einen Laien wie mich undurchdringlich ist. Jede Ebene ist da in mannigfaltiger Weise mit anderen Ebenen verflochten.
    Um aber den Ruhr-Zug endlich mal auf ein funktionsfähiges Gleis zu setzen und in Schwung zu bringen, müssten diese Strippen ein Stück entwirrt werden, wir bräuchten klarere Strukturen…
    Voraussetzung dafür aber wäre, dass wir die zahllosen unterschiedlichen (oftmals subtilen) Abhängigkeiten der politischen Ruhr-Akteure untereinander aufspüren, offen legen und den Status Quo beleuchten…erst wenn wir den Ist-Zutand wirklich kennen, können Reformen auch tatsächlich sinnvoll durchgeführt werden.

    ruhr hoch n – die Metropole der unbegrenzten Möglichkeiten!

  • #15
  • #16
    David

    Hi Martin, mir gehen die Farbkleckse deswegen so auf den Keks, weil es immer dasselbe ist. Das ist so unglaublich altbacken, das habe ich schon gemacht, als ich noch das Magazin MAG gemacht habe.

    Mit den Fittichen hast Du recht. Absolut. Am Ende zerstören die neuen Farbkleckse die mühsam entwickelten Kleckse der Kulturhauptstadt. Vor allem, weil die Kulturhauptstadtflecken ja von jeder Stadt genutzt werden sollten. Nach dem Muster: „Essen für das Ruhrgebiet“ daneben Kleckse. Übrigens an der gleichen Position wie jetzt bei Grey.

    Wenn jetzt die Städte das Kulturhauptstadtlogo nutzen und auch die neuen Grey-Flecken verbraten sollen. Dann fragt man sich, wofür steht der ganze Schmonz eigentlich?

    Jeyjeyjey.

    @ Stefan – bei aller Liebe, da kann der Klink nix für. Das hat der Initiativkreis ganz alleine geschafft. Geld ersetzt nicht Hirn.

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  • #19
    sOjahund

    Hi,

    finde das Logo sehr gut. Gerade weil es nicht zu eigenständig ist, sondern auf die vielen bestehenden Logos des Potts aufbaut. Gerade animiert wie auf der Seite spürt man die (angestrebte) Dynamik und gleichzeitig die Eigenständigkeit der vielen Städte im Pott.

    Das Thema Teamwork mag zwar beliebig klingen, passt aber gut zum Ruhrgebiet, wohingegen es zu Ellenbogen-Städten wie NYC oder Berlin nicht wirklich passen würde…

    Ruhr hoch n? Schöner Gedanke, aber zu kompliziert für einen Claim…

    Gruß aus Beijing,
    sOjahund

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  • #21
    Paul

    Das war ja wohl ein Griff ins Klo. Fragt doch einmal die Düsseldorfer selbst zu diesem Thema. Schon vor Jahren hat die Agentur Grey in Düsseldorf vergeblich versucht, den Slogan „Dussel hoch n“ zu verwirklichen. Daran ist sie kläglich gescheitert, was kaum wundert. Eher würde der Düsseldorfer „Kölsch“ trinken. Neues Motto der Agentur: man nehme den Schrott vergangener Jahre und jubel ihn nun dem Ruhrgebiet unter.
    Hier könnte man fast zu der Erkenntnis gelangen, Ideenreichtum und Kreativität sind in der Agentur Grey genau so gestaltet wie ihre Homepage: einfältig grau!(muß man gesehen haben )Und an die Auftraggeber sei nur soviel gesagt: wenn ihr einen werbewirksamen Namen für das Ruhrgebiet sucht, dann müßt ihr keinen Rheinländer fragen. Fragt die 5,4 Millionen Einwohner im Ruhrgebiet, das größte Ballungszentrum Deutschlands mit 11 kreisfreien Städten und 4 Kreisen. Der Name hierfür muß erstklassig sein wie das Ruhrgebiet selbst. Er kann logischerweise nur aus dem „Pott“ kommen, nur hier lebt und fühlt man das Ruhrgebiet.

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