RWI plädiert für Angleichung der deutschen Klimaneutralität an EU-Ziele

Christoph M. Schmidt, Präsident des RWI Foto: RWI Lizenz: Copright

Soll Deutschland bereits im Jahr 2045 klimaneutral werden – oder erst im Jahr 2050, wie es die EU vorsieht? Das RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung in Essen empfiehlt eine Angleichung an europäische Ziele. Eine Verschiebung um fünf Jahre würde der deutschen Wirtschaft Kosteneinsparungen im Milliardenbereich ermöglichen, ohne dass spürbare Nachteile für den globalen Klimaschutz entstünden.
Eine früher angestrebte Klimaneutralität bedeute, so das RWI, dass große Teile des heutigen Kapitalstocks vorzeitig aufgegeben werden müssten. So umfasst das deutsche Erdgasleitungsnetz Vermögenswerte im Milliardenbereich, die bei einem Zieljahr 2045 früher entwertet würden. Hinzu kommen Millionen an Öl- und Gasheizungen. Auch in der Stromerzeugung würde der Kostendruck sinken. Der frühere großflächige Einsatz teurer Wasserstofftechnologien in Erdgaskraftwerken wäre weniger dringend.

Hinzu komme, dass wegen des EU-Emissionshandels eine frühere deutsche Klimaneutralität keinen zusätzlichen Effekt auf die Gesamtemissionen in Europa ausübe. Vielmehr würden sinkende Emissionen in Deutschland andernorts in Europa nahezu zwangsläufig höhere Emissionen zur Folge haben.

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