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Sind „Bürgernähe“ und „Kinderfreundlichkeit“ in Waltrop nur Fremdworte?

Ein Erfahrungsbericht über vier Jahre Kontakt zur Stadtverwaltung Waltrop. Von unserem Gastautor Robin Patzwaldt.

Der Kauf einer Eigentumswohnung ist für viele Familien ein echtes Highlight im Leben. So war es auch bei uns, als meine Familie 2005 eine noch zu errichtende Wohnung in einem Mehrfamilienneubau in der ‚Parksiedlung Messingfeld’ in Waltrop erwarb.

Die Vorfreude war groß, doch die Realität entwickelte sich alsbald in eine Art Albtraum, aus dem wir noch immer nicht wirklich erwacht sind.

Aber der Reihe nach: Bei Bezug des Hauses im Sommer 2006 bemerkten wir rasch, dass das Haus vom Bauträger mit einigen ‚Mängeln’ errichtet wurde. Nach einem Gespräch mit einem Fachanwalt trennten wir rasch privatrechtliche Probleme, von öffentlich-rechtlichen Punkten, welche wir laut Tipp unseres Anwalts einfach über die Waltroper Bauaufsicht weiterverfolgen sollten, da diese in den Punkten von öffentlich-rechtlichem Interesse dann kostenlos als unsern‚ Partner’ an seiner Stelle unsere Interessen wahrnehmen würde.

Gesagt, getan.

Ende 2006 informierten wir, zusammen mit einigen Miteigentümern, die lokale Bauaufsicht über die unserer Meinung nach fehlende Kleinkinderspielplatzfläche, die noch Bestandteil der Baugenehmigung war, und einige andere Dinge, die hier offenkundig nicht den baurechtlichen Bestimmungen genügten.

Null Ergebnisse in der Stadtverwaltung

In Erwartung einer baldigen Lösung ließen wir die Dinge bis zum Frühjahr 2007 erst einmal laufen. Als bis März`07 aber noch gar nichts passiert war, fragten wir erstmalig nach.

Erst bei der Bauaufsicht, dann bei der Bürgermeisterin und dem Stadtjuristen Stefan Schlarb.

Ergebnis gleich Null.

Im Herbst 2007, und etliche Nachfragen später, schrieben wir dann der Oberen Bauaufsicht des Kreises, und informierten auch diese über die hiesigen Zustände. Bis zum Erlass der entsprechenden Ordnungsverfügungen hier in Waltrop dauerte es dann trotzdem noch bis Ende Februar 2008. Inzwischen waren also bereits gut 15 Monate relativ ereignislos verstrichen.

Die Anzahl der urlaubs- und krankheitsbedingten Aufschübe, der nicht erfolgten Rückrufe usw. seitens der Stadtverwaltung Waltrop ging in der Zwischenzeit in den deutlich zweistelligen Bereich. Mitarbeiter gingen in Rente, Neue kamen, gingen dann nach kurzer Zeit offenbar auch wieder. Es war mehr als nervig.

Warten auf die Insolvenz

Auch ein Gespräch mit der Bürgermeisterin Anne Heck-Guthe Anfang 2008, das Klärung bringen sollte, wurde erst zweimal verschoben, dann fehlten beim Treffen trotzdem wichtige Mitarbeiter der Stadt, sodass es erneut bei Absichtsbekundungen und Mitleidsbezeugungen seitens der Waltroper Verwaltung blieb. Man musste den Eindruck gewinnen, die Stadt hätte es nun wahrlich nicht eilig. Als die Ordnungsverfügung dann im Frühjahr 2009 endlich in ein inzwischen rechtskräftiges Urteil gegen den Bauträger mündete, ging der Bauträger prompt in die Insolvenz. Klasse! Also, auch heute, im Herbst 2010, inzwischen gut vier Jahre nach Einzug, gibt es noch immer keine Lösung für die monierten Probleme. Die Bauaufsicht hat den Kontakt zu uns vor ein paar Wochen endgültig abgebrochen, will nun nur noch mit dem neuen Hausverwalter direkt sprechen. Auch nicht gerade vertrauensbildend und bürgernah! Da fragt man sich am Ende fast, ob der Bauträger unser ‚Gegner’ im Kampf um unser Recht ist bzw. war oder die örtliche Stadtverwaltung, die ja eigentlich statt eines Anwalts hier unsere (öffentlich-rechtlichen) Interessen wahrnehmen sollte.

Ich bin mal gespannt, ob wir unsere Kleinkinderspielplatzfläche noch irgendwann kriegen. In einer Stadt, in der eine ehemalige Kindergärtnerin an der Spitze der Verwaltung steht, sollte gerade die Anlage der gesetzlich vorgeschriebenen Kleinkinderspielplatzflächen doch eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein, oder?

Bebauungspläne als Papiertiger

Und wenn Sie nun glauben, dies sei ein unglücklicher Einzelfall, dann machen Sie sich doch mal den Spaß und zählen Sie die großen Mehrfamilienhäuser ohne die in den Baugenehmigungen vorgeschriebenen Kleinkinderspielplätze – nicht nur in Waltrop.

Oder zählen Sie mal die Häuser, die nicht das in den Bebauungsplänen größtenteils vorgeschriebene wasserdurchlässige Parkplatzpflaster liegen haben. Sie werden überrascht sein … Für mich steht seit einiger Zeit unumstößlich fest: ‚Bürgernähe’ und ‚Kinderfreundlichkeit’ sind für die Waltroper Stadtverwaltung leider offenbar keine wichtigen Werte, eher hohle Phrasen! Schade drum!

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14 Kommentare zu “Sind „Bürgernähe“ und „Kinderfreundlichkeit“ in Waltrop nur Fremdworte?

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  • #2
    Robin Patzwaldt

    Aus aktuellem Anlass ein kurzes Update: In dieser Woche wurde tatsächlich mit Bauarbeiten am Haus begonnen. Das wasserundurchlässige Pflaster wird offenbar ausgetauscht, eine Fläche vor dem Haus für den zukünftigen Kleinkinderspielplatz gegenüber den PKW-Stellplätzen eingezäunt.
    Leider haben wir, trotz diverser Zusagen durch Verwalter und Bauaufsicht, noch immer keinen Plan des zukünftigen Spielplatzes vorliegen, so dass ich noch immer nicht konkret sagen kann wie und ob die Fläche die erforderliche Mindestgröße aus der Baugenehmigung überhaupt erreichen kann/wird. Ich habe da noch Zweifel… Der Petitionsausschuss in Düsseldorf ermittelt noch. Scheint auch dort eine ‚zähe Angelegenheit‘ zu sein…
    Da sich, nach wie vor, aber leider weder Hausverwaltung noch Stadtverwaltung zur Frage der Flächengröße bzw. Flächenfindung usw. meiner Familie gegenüber bisher verbindlich geäussert haben, bleiben noch immer etliche Fragen offen. Warten wir daher erst einmal das Ergebnis ab, wenn die Bauarbeiten beendet sind. Ich bleibe am Ball und werde wieder berichten, wenn ich weitere konkrete Infos dazu vorliegen habe.
    Heute wollte ich hier nur schon einmal kurz erfreut mitteilen, dass nach knapp 5 Jahren (der ‚Fall‘ läuft bereits seit Juli 2006, die Urteile sind aus März 2009), endlich vor Ort Bewegung in die Sache gekommen ist…. Wäre ja schön wenn meine Familie die leidige Angelegenheit dann nach 5 Jahren in Kürze auch endlich mal abschliessen könnte, und die sogar gerichtlich monierten Baurechtsmängel dann am Ende endlich mal offiziell beseitigt worden sind. Eine Eigentumswohnung in einer solchen Anlage werden wir, nach diesen Erfahrungen, aber wohl zukünftig nicht noch einmal kaufen. Und dies zu tun, würde ich auch niemandem mehr empfehlen.

  • #3
    Robin Patzwaldt

    So, die ‚Bauarbeiten‘ sind beendet. Leider bleiben große Zweifel, ob die Sache so wirklich der Spielplatzsatzung der Stadt und der Baugenehmigung entsprechend erledigt ist. Zwar wurde ein Sandkasten angelegt, zwei Bänke wurden aufgestellt, ein Zaun in Richtung der PKW-Stellplätze errichtet, das Problem der Flächengröße bleibt meineserachtens aber bestehen. Offenbar wurde wirklich keine Fläche ‚ergänzt‘, so das es schwierig sein dürfte auf unseren verbliebenen 48-49 qm Gemeinschaftsfläche (der Bauträger hatte in der Verkaufsphase noch mehrere (zu große) Sondernutzungsrechte an einzelne Käufer vergeben) einen Kleinkinderspielplatz von mind. 55 qm nutzbarer Fläche anzulegen. Zumal wenn auf dieser Fläche dann auch noch die große Briefkastenanlage und hohes Buschwerk steht… Die tatsächlich von Kindern zu nutzende Fläche dürfte so nur ca. 30 qm betragen. Na ja, die Abnahme und Vermessung durch die die Bauaufsicht der Stadt Waltrop folgt jetzt in Kürze. Das wurde uns zumindest vor ein paar Monaten so zugesichert. Ob die das so abnehmen wird/kann? Kann ich mir nicht vorstellen…. Aber mal abwarten. Man hat ja hier ja im Laufe der Jahre schon die ‚dollsten Dinge‘ erlebt 😉

  • #4
    Robin

    Bis zum heutigen Tag ist es meiner Familie leider noch immer nicht gelungen irgendwelche Aussagen zur bereits im Februar`11 von der Waltroper Bauaufsicht angekündigten Vermessung der Fläche, zum Abnahmedatum der zu schaffenden Spielplatzfläche sowie des Hauses (der Bau wird immerhin schon volle 5 Jahre bewohnt und hat offenbar noch immer keine Endabnahme durch die Waltroper Bauaufsicht; auch diese Endabnahme des Hauses wurde uns gegenüber von verschiedenen Beteiligten schon mehrfach angekündigt. Ob und wann sie nun noch erfolgt, oder vielleicht auch schon erfolgt ist (ist angesichts der altbekannten Spielplatzflächenproblematik aber nahezu auszuschließen), das wissen wir auch noch immer nicht.) zu erhalten.
    Stadtverwaltung und auch Hausverwalter schweigen uns gegenüber dazu derzeit noch immer. Und das obwohl mich die Bürgermeisterin im Februar 2011 (und auch noch einmal danach im März) extra persönlich zu Gesprächen ins Rathaus gebeten hatte und uns seinerzeit noch ihr großes Bedauern über die Abläufe ausgedrückt und meiner Familie rasche Abhilfe (Ziel war bei dem Gespräch im Februar noch eine Umsetzung bis zum April 2011) persönlich zugesagt hatte.
    Inzwischen geht es schon wieder auf August zu, und wir können den Fall leider noch immer nicht wirklich abschließen.

    Heute vor 5 (!!!) Jahren war übrigens die Wohnungsübergabe durch den Bauträger.
    Leider sind die bereits im Jahre 2006 erstmals monierten Mängel noch immer nicht offiziell beseitigt (die gesamte verbliebene Gemeinschaftsfläche ist derzeit wohl noch immer nur 48-49 qm groß, und damit dann noch immer eindeutig zu klein für einen vorgeschriebenen Kleinkinderspielplatz von mind. 55 qm nutzbarer Fläche. Zumal derzeit auch noch immer die große Briefkastenanlage und auch diverse große Büsche auf den theoretisch zur Verfügung stehenden 49 qm Gemeinschaftsfläche vor dem Haus stehen).

    Man, ist das zäh…. Irgendwann schreibe ich mal ein Buch darüber…

    Ein trauriger Jahrestag…

    Ich bleibe aber weiter ‚am Ball’ und melde mich wieder, wenn ich weiß wann und wie das Ganze endlich mal geklärt wird.

  • #5
    Robin

    Immer noch Widersprüche und Geheiomniskrämereien: Meiner Familie wurden inzwischen ganz unterschiedliche Größenangaben zum Spielplatz bekannt. Die Stadtverwaltung schreibt in einem Schreiben von einer ganz anderen Größe als es der Verwalter uns gegenüber getan hat. Total widersprüchliche Messergebnisse, ohne das wir dazu bisher überhaupt einen nachvollziehbaren Plan der Flächengröße erhalten hätten. Und eines von beiden kann höchstens stimmen. Ich komme sogar selber noch auf ein ganz anderes Ergebnis. Das sind dann schon drei ganz unterschiedliche Größenangaben. Meine Familie hat also nun doch wieder einen Anwalt damit beauftragt die ganze Sache für uns endlich rechtssicher zu machen. Man will die Wohnung ja auch eines Tages mal wieder verkaufen können ohne das sie noch mit altbekannten Baurechtsmängeln behaftet ist. Das muss jetzt endlich mal sichergestellt werden. Anscheinend geht das aber hier eben doch nicht ohne Anwalt… Leider!

  • #6
    Robin Patzwaldt

    So, ich will mal wieder ein kurzes Update schreiben, obwohl sich eigentlich nach wie vor nichts getan hat.

    Zu den Details: Noch immer sind 3 der 9 großen Mülltonnen zum Spielplatz hin, hier vor dem Haus nicht eingezäunt, obwohl das die Waltroper Spielplatzsatzung ganz konkret eine Abtrennung der Müllgefässe vom Spielplatz verlangt und auch obwohl die Waltroper Stadtverwaltung im August bereits dem Verwalter schriftlich mitgeteilt hat, dass das Bauministerium das eben auch genau so angeordnet hätte…. Unser Anwalt hat ebenfalls im Gespräch bei der Stadt Waltrop erfahren, dass die Waltroper Bauaufsicht das seit August vom Verwalter die Einzäunung der restlichen Tonnen erwartet. Warum das aber nun seit Monaten nicht wirklich geschieht und auch die Waltroper Bauaufsicht nun bisher offensichtlich nichts weiter unternimmt, wo das trotz schriftlicher Aufforderung vom 02. August 2011 bisher einfach noch immer nicht gemacht wird, das wissen wir nicht….

    Dementsprechend ist es natürlich auch weder uns noch unserem Anwalt bisher gelungen eine schriftliche Bestätigung für unsere Unterlagen zu erhalten, dass der ‚Spielplatz‘ so nun der Waltroper Spielplatzsatzung und der Baugenehmigung entspricht.

    Unserer Meinung nach ist das auch kein Wunder, da die ‚Lösung‘ (die eben ganz offensichtlich gar keine zu sein scheint (Fläche der Gemeinschaft ist unverändert und damit ja wohl deutlich zu klein, teilweise derzeit auch noch mit Briefkästen und hohen Büschen belegt usw.)) nach wie vor eben nicht wirklich rechtssicher sein dürfte. Von daher wundert es meine Familie und michdann auch nicht, dass uns noch immer niemand die ordnungsgemässe Beschaffenheit schriftlich für unsere Unterlagen bescheinigen will.

    Wäre die Lösung wirklich so ok, dann dürfte es an einere solchen Bescheinigung ja wohl nicht scheitern…. Bauaufsicht und Hausverwalter schweigen aber nach wie vor lieber zu dem Thema. Da kann man sich dann ja denken warum…

    Das Geduldsspiel geht also weiter…..

    Wenn sich etwas tut, dann berichte ich hier wieder darüber.

  • #7
    Robin Patzwaldt

    Spielplatzflächen in Waltrop – offener Brief an Bürgermeisterin Anne Heck-Guthe und die Waltroper Bauaufsicht

    Sehr geehrte Frau Heck-Guthe, liebe Waltroper Bauaufsicht!

    In Anbetracht der Tatsache, dass meine jüngsten schriftlichen Kontaktaufnahmen zu dem Thema in Richtung Rathaus allesamt komplett unbeantwortet blieben, wähle ich nun diesen Weg der Kontaktaufnahme. Vielleicht erreicht Sie mein Anliegen ja auf diesem Wege eher.
    Wie Sie wissen, kämpft meine Familie seit dem Jahre 2006 um die ordnungsgemäße Herstellung des Mehrfamilienhauses in der Waltroper Hafenstraße, in dem wir damals eine Wohnung in einem 11-Familienhaus gekauft haben.
    Das Haus, welches wohl bis zum heutigen Tage noch immer nicht abgenommen werden konnte, wies bei Bezug im Jahre 2006 bereits selbst für den Laien deutlich erkennbare Baurechtsmängel auf (u.a. fehlende Kleinkinderspielplatzfläche, kein wasserdurchlässiges Parkplatzpflaster), deren Beseitigung durch den Bauträger wir, lt. Tipp unseres Anwalts damals, einfach über die Waltroper Bauaufsicht einfordern sollten. Da dies im öffentlich-rechtlichen Interesse sei, bräuchten wir dafür privat gar keinen Anwalt hinzuziehen. Das könne bzw. müsste die lokale Bauaufsicht hier in Waltrop dann statt seiner kostenlos für uns regeln, meinte der damals konsultierte Fachanwalt fairer Weise dazu kurz und knapp.

    Im Februar und März 2011, nachdem wir wirklich alle uns kostenlos zur Verfügung stehenden Mittel eingesetzt hatten, die uns damals als Laien so einfielen, kam dann tatsächlich endlich Bewegung in die Sache.
    Sie, Frau Bürgermeisterin, luden mich zu zwei persönlichen Gesprächen, an denen auch Herr Björn Hinz von der Bauaufsicht und Herr Scheiba als zuständiger Stadtplaner teilnahmen, ins Waltroper Rathaus ein, in dessen Verlauf mir rasche Abhilfe zugesagt wurde. Sie zeigten damals im ausgehenden letzten Winter noch großes Verständnis für die missliche Lage in die meine Familie geraten sei, rügten mir gegenüber offenkundiges Fehlverhalten Ihres Stadtjuristen Herrn Stefan Schlarb und versprachen Abhilfe mit dem Ziel April 2011, da dann bereits eine wohl inzwischen vom Petitionsausschuss in Düsseldorf gesetzte Frist ablaufen würde. In diesem Gespräch wurde dazu angekündigt, dass die im Haupt- und Finanzausschuss im Spätherbst 2010 protokollierten Aussagen des Stadtjuristen, dass hier am Haus 33 qm Spielplatzfläche (statt der tatsächlich vorgeschriebenen 55 qm) ausreichen würde, noch korrigiert würde (was sie meines Wissens nach aber bis heute offenkundig noch nicht wurde). Außerdem wurden der zukünftigen Kleinkinderspielplatzfläche in dem Gespräch mit Ihnen und Herrn Hinz der zukünftige Fläche ganz konkrete aus der Waltroper Spielplatzsatzung abzuleitende erforderliche Eigenschaften zugeschrieben, die ich damals schriftlich per zwischen uns ausgetauschter E-Mail noch einmal zusammenfasste. Meine Familie freute sich danach über das scheinbar endlich Erreichte und wartete auf die Dinge die da nun kurzfristig kommen würden. Warum Sie seither aber nun wieder ‚abtauchen‘ zu dem Thema können wir leider nicht verstehen.
    Bis zu ersten Bauarbeiten hier am Haus dauerte es nach unserem letzten Gespräch im Rathaus im März dann noch einmal ein paar Monate. Erst Ende Juni kamen dann die Bauarbeiter. Und es stellte sich dann aber leider auch ziemlich rasch heraus, dass die im Februar und März noch der zu errichtenden Spielplatzfläche zugeschriebenen Eigenschaften vor Ort dann teilweise so auch gar nicht wie angekündigt umgesetzt wurden. Beispielsweise wurde die umstrittene Flächengröße vor dem Haus bisher auch gar nicht durch Hinzunahme angrenzender Flächen korrigiert bzw. ergänzt. Auch wurde die Fläche nicht, wie damals im Februar noch groß angekündigt, ‚neutral‘ vermessen (die tatsächliche Größe und der Verlauf ist bis heute für uns daher noch immer ungeklärt).
    Es stehen, entgegen Ihrer damaligen Aussage, bis zum heutigen Tage auch noch immer hohe Büsche und die große Briefkastenanlage auf der wohl ohnehin viel zu kleinen Fläche, so dass eine wirklich von Kleinkindern nutzbare Fläche von mindestens 55 qm Größe derzeit auf der verbliebenen Gemeinschaftsfläche, auch bei der derzeitigen Verwendung, so einfach wohl auch noch immer gar nicht zur Verfügung stehen kann.
    Dies war, wie Sie ja wissen, aber eben genau der ‚Hauptkritikpunkt‘ meiner Familie seit 2006. Und daran wurde auch nach 5 Jahren noch immer gar nichts geändert. Es wurde im Sommer nun auf der Mini-Rasenfläche vor dem Haus lediglich eine Sandgrube gegraben, zwei spartanische Sitzgelegenheiten (ohne Lehne) montiert und ein kleiner Zaun gesetzt. Von daher wundert es uns auch nicht wirklich, dass die Hausverwaltung uns den bereits im Herbst 2010 angekündigten Plan bis heute noch schuldig geblieben ist.
    Über all das habe ich Sie auch seit März noch informiert. Eine Antwort auf meine Nachrichten bekam ich dann aber plötzlich wieder nicht mehr.
    Im Sommer, als bis dahin noch immer nicht wirklich viel geschehen war, zog meine Familie erneut den Rat eines Anwalts mit hinzu. Doch auch dieses erhielt bisher offenbar weder von der Bauaufsicht noch vom zuständigen Hausverwalter einen verlässlichen Plan, oder gar eine schriftliche Abnahmebescheinigung. Wie kann das sein? Ich dachte Sie seien von den Erlebnissen die meine Familie erleben musste so betroffen gewesen? Trauen Sie etwa der ‚Lösung‘ so etwa auch noch nicht wirklich über den Weg? Mich würde das nicht wundern…
    Warum gibt man uns denn nun noch immer keine schriftliche Bescheinigung und auch keinen Plan der Fläche, Frau Bürgermeisterin?
    So könnten Sie die Sache, was dieses Haus hier betrifft, doch leicht aus der Welt schaffen…
    Nun, was dieses fortgesetzte Wegducken der Verantwortlichen wohl bedeutet, das kann sich ja jeder für sich denken. Es steht aber für uns wohl zu befürchten, dass die derzeitige ‚Lösung‘ offenbar noch immer so zweifelhaft ist, dass uns noch immer niemand eine Bescheinigung darüber ausstellen mag, dass der Status so ok ist. Liege ich mit dieser These falsch? Sehen Sie das anders, Frau Heck Guthe, und Sie stellen den Eigentümern und der Hausverwaltung nun in Kürze doch noch eine solche Bescheinigung über die korrekte Beschaffenheit aus?
    Denken Sie, dass die 2009 vom Verwaltungsgericht Gelsenkirchen in seinen Urteilen ganz konkret monierten Mängel so nun inzwischen erfolgreich beseitigt wurden?
    Aber wenn ich mir die jüngst in dieser Woche noch rasch angebrachte Absperrung der Mülltonnen so ansehe, die so diagonal über die Fläche gespannt ganz offenkundig einen Großteil des hinteren Teils des Spielplatzes blockiert, dann kann ich mir nicht vorstellen, dass das so wirklich für Sie ok ist…
    Wo sollen da denn nun überhaupt noch gut 10-15 qm nutzbare Spielfläche für Kleinkinder hinter der Motorradgarage sein? Und diese Größe muss da sein, wenn Sie die 55 qm so überhaupt irgendwie erreichen wollen…. Ich kann da so nun überhaupt keinen für Kleinkinder nutzbaren Platz mehr erkennen. Meine Familie hält das schlichtweg für einen sehr schlechten Witz!
    Sie waren früher doch mal Kindergärtnerin, Frau Bürgermeisterin. Würden Sie Ihre Kleinkinder selber gerne auf einer solchen Fläche spielen lassen? Ist so etwas wirklich Teil eines sinnvollen Spielplatzes für Kleinkinder?
    Und all diese schlechten Erfahrungen muss meine Familie vor dem Hintergrund machen, dass die Stadt Waltrop gerade noch letzte Woche im Stadtrat mit Mehrheit beschlossen hat sich um eine Art Gütesiegel als familienfreundliche Stadt (Audit) zu bemühen, welches dann zukünftig für die Außendarstellung der Stadt Verwendung finden soll.
    Frau Heck-Guthe, meine Familie möchte Sie bitten doch zuvor erst einmal die ‚Hausaufgaben‘ zu erledigen und die seit langem vorhandene Waltroper Spielplatzsatzung von 1974 konsequenter anzuwenden. Das wäre für die leere Stadtkasse zudem kostenlos und die Kinder am Ort hätten auch mehr davon als von einem Gütesiegel für eine angeblich so kinder- und familienfreundliche Stadt, in der die bittere Realität dann aber so aussieht, wie es in Waltrop aus unserer Sicht leider derzeit der Fall ist.
    Die Hafenstraße 51 ist dafür leider nach wie vor wohl ein gutes Beispiel! Dafür muss man nur mal den ursprünglichen Plan aus der Baugenehmigung und die derzeitige Realität miteinander vergleichen…

    Meine Familie würde sich noch immer freuen von Ihnen diesbezüglich zu hören. Unsere Kontaktdaten haben Sie ja seit Jahren…

    Robin Patzwaldt und Familie

  • #8
    Robin Patzwaldt

    So, ich habe das Ganze jetzt auch etwas bebildert, damit sich die Leser auch mal einen Eindruck von den Verhältnissen vor Ort hier in Waltrop machen können:

    http://robinpatzwaldt.com/offener-brief-an-b%C3%BCrgermeisterin-anne-heck-guthe/

  • Pingback: Leserbriefe - Oktober 2011 - Aufpunkt.de

  • #10
    Robin Patzwaldt

    So, ich habe am Freitag (11.11.11) mal wieder ein Gespräch mit unserem Rechtsanwalt zu dem Thema gehabt.

    Er hat mit allen beteiligten Parteien noch einmal gesprochen in den letzten Tagen:

    Der Hausverwalter wartet angeblich noch immer auf die Stadt Waltrop, sagt er.
    Die Bauaufsicht der Stadt Waltrop hat unserem Anwalt erzählt, dass sie auf eine Weisung der übergeordneten Behörde warte.
    Das Bauministerium in Düsseldorf wartet jedoch wohl auf eine Rückmeldung der Stadt Waltrop, wie man unserem Rechtsanwalt von dort berichtete.

    Ich würde sagen das ist ganz großer Sport. Jeder wartet auf den Anderen…. Wenn es nicht so traurig wäre das zu erleben, dann müsste man fast lachen.

    Ich bin ja mal gespannt wie es weitergeht und ob sich der ‚Knoten‘ der gegenseitig zugeschobenen Verantwortung zwischen den Beteiligten hier noch einmal löst.

    Fest steht aber offenbar, dass die derzeitige ‚Lösung‘ von niemandem als wirklich sicher angesehen wird. Sonst würde man sich ja nicht gegenseitig für die nächsten Schritte in die Verantwortung nehmen wollen… Traurig, was im angeblich so kinderfreundlichen NRW so möglich ist….

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  • #12
    Robin Patzwaldt

    So, es gibt endlich etwas Neues:
    Am gestrigen Freitag (24.02.12) hat meine Familie von der Waltroper Stadtverwaltung per E-Mail dann endlich eine kurze schriftliche Bescheinigung bekommen, dass das Bauvorhaben nun bauaufsichtlich erfolgreich endabgenommen werden konnte!
    Von uns festgestellte Abweichungen haben wir erstmalig kurz nach Bezug des Hauses im Herbst 2006 reklamiert, entsprechende Gerichtsurteile gegen den Bauträger gab es dann im März 2009, Beseitigung der Baurechtsmängel vor Ort dann zwischen März und September 2011, Endabnahmebescheinigung der Waltroper Bauaufsicht für unsere Unterlagen im Februar 2012.
    Das sagt schon fast alles…
    Wir haben die kurze Bescheinigung bereits zur Überprüfung an unseren inzwischen seit Juli 2011 in der Sache doch wieder eingeschalteten Rechtsanwalt weitergeleitet. Wenn er uns nun in ein paar Tagen noch kurz zur Sicherheit bestätigt, dass wir juristisch so nun (bei einem evtl. zukünftigen Verkauf der Wohnung) auf der ‚sicheren Seite sind‘, dann soll uns das so reichen.
    Eine wirklich ‚tolle Lösung‘ ist es freilich nicht, wie ja auch die Bilder recht eindeutig zeigen.
    Zumal, wenn man die derzeitigen Zustände vor dem Haus mit der ursprünglichen vom Bauträger der Bauaufsicht vorgelegten Zeichnung in der Baugenehmigung aus dem Jahre 2005 vergleicht.
    Na ja, ansonsten soll es dann aber hierzu gewesen sein.
    Ich rate nach diesen Erfahrungen auf jeden Fall jedem zur Vorsicht beim Kauf einer Eigentumswohnung, die erst noch errichtet werden muss.
    Man gerät da sehr schnell in eine Situation in der man sich nur sehr schwer zur Wehr setzen kann. Keine schöne Erfahrung!

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