Der schleichende Kollaps des BVB im Saisonendspurt

BVB-Trainer Niko Kovac hatte zuletzt nur noch selten Grund zur Freude. Foto: Robin Patzwaldt

Es ist mal wieder diese Phase, in der man sich bei Borussia Dortmund fragt, ob das alles eigentlich ein großer Plan ist – oder einfach nur das wiederkehrende Gefühl, dass jemand mitten im Marathon beschlossen hat, spazieren zu gehen.

Die Bundesliga-Saison 2025/26 biegt auf die Zielgerade ein, doch der BVB wirkt dabei weniger wie ein ambitionierter Verfolger als vielmehr wie ein Team, das innerlich schon die Koffer für die Sommerpause packt.

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Pfiffe gegen Schlotterbeck beim BVB als Symptom – nicht als Skandal

BVB-Sportgeschäftsführer Lars Ricken steht vor großen Herausforderungen. Foto: Robin Patzwaldt

Die Aufregung beim BVB rund um Nico Schlotterbeck nach dem 0:1 gegen Leverkusen am Samstag ist groß. Doch wer die vereinzelten Pfiffe reflexartig als „unwürdig“ oder „respektlos“ abstempelt, greift zu kurz. Im Gegenteil: Sie sind ein Symptom. Ein Symptom für das, was bei Borussia Dortmund schon länger schiefläuft. Und sie sind – so unbequem das für manche klingen mag – völlig normal.

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Der BVB wirkt immer mehr wie ein Klub ohne Plan

Emre Can bei seiner Vorstellung in Dortmund. Archiv-Foto: BVB

Bei Borussia Dortmund deutet sich schon länger ein personeller Umbruch an, der auf den ersten Blick längst überfällig wirkt. Leistungsträger wie Julian Brandt, Niklas Süle oder Salih Özcan stehen vor dem Abschied – und das ausgerechnet ablösefrei. Ein sportlicher Aderlass, der nicht nur Qualität kostet, sondern auch Fragen zur strategischen Planung der Vereinsführung aufwirft.

Noch gravierender: Während die Abgänge feststehen, fehlt es bislang an klaren Signalen für gleichwertigen Ersatz. Der Kader droht an Substanz zu verlieren, ohne dass ein überzeugendes Zukunftskonzept erkennbar wäre. Für einen Klub, der regelmäßig den Anspruch formuliert, um Titel mitzuspielen, ist das ein alarmierendes Zeichen.

Die Can-Verlängerung als Symbolpolitik

In dieses ohnehin fragile Gesamtbild platzt nun die Vertragsverlängerung von Emre Can – und sorgt für Verwunderung.

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Abschied ohne Applaus: Die nächste BVB-Abrechnung

BVB-Sportgeschäftsführer Lars Ricken steht vor großen Herausforderungen. Foto: Robin Patzwaldt

Bei Borussia Dortmund lässt sich die verfehlte Personalpolitik der vergangenen Jahre inzwischen kaum noch kaschieren. Der kommende Sommer droht zu einer Art Sammelstelle für Fehlentscheidungen zu werden. Mehrere Spieler verlassen den Klub ablösefrei – und hinterlassen dabei vor allem eines: ein finanzielles Loch.

Millionenverluste sind programmiert. Nicht nur, weil mögliche Ablösesummen ausbleiben. Sondern auch, weil einige dieser Profis über Jahre hinweg Gehälter kassierten, die im Rückblick nur schwer zu rechtfertigen sind. Während der Kader sportlich immer dünner an wirklichen Unterschiedsspielern wird, muss der Klub gleichzeitig versuchen, ohne entsprechende Einnahmen eine konkurrenzfähige Mannschaft zusammenzustellen.

Der einstige Ruf als Sprungbrett für Weltstars wirkt inzwischen wie eine ferne Erinnerung.

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Stillstand statt Aufbruch – Borussia Dortmund droht den Sommer der Chancen zu vertrödeln

Vorstellung von BVB-Trainer Niko Kovac (2.v.r.) in Dortmund im Februar. Foto: Robin Patzwaldt

Es sollte ein Sommer des Umbruchs in Dortmund werden. Ein Neuanfang. Nach einer Saison voller Widersprüche, in der der BVB zwar dank eines starken Endspurt erneut die Champions-League-Qualifikation klar machte, aber gleichzeitig in der Bundesliga über weite Strecken enttäuschte, war die Marschroute eigentlich klar: Die Mannschaft muss neu strukturiert, mit frischer Qualität und neuer Mentalität aufgeladen werden.

Doch Stand Ende Juli wirkt die vielbeschworene Erneuerung eher wie eine leere Worthülse. Denn von einem Umbruch ist bislang kaum etwas zu sehen. Im Gegenteil: Der BVB droht, eine einmalige Gelegenheit zu verspielen.

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Borussia Dortmund: Viel gesagt, wenig verändert

Sebastian Kehl. Archiv-Foto: Robin Patzwaldt

Sich jedes Mal aufs Neue aufgeregt und engagiert mit den Aufs und Abs von Borussia Dortmund in dieser Saison zu beschäftigen, ist nicht nur für die Berichterstatter im Umfeld des Klubs äußerst ermüdend.

Nach zuletzt stabiler wirkenden Leistungen in der Fußball-Bundesliga – mit Siegen gegen den FSV Mainz 05 (3:1) und den SC Freiburg (4:1) – zeigte die Borussia am Mittwoch beim 0:4 gegen den FC Barcelona mal wieder ein Gesicht, das in Dortmund längst keiner mehr sehen will.

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BVB: Meister der Wankelmütigkeit

Der BVB steht in diesen Tagen unter besonderer Beobachtung. Foto: Robin Patzwaldt

Da war es wieder, das zweite Gesicht des BVB. Beim 2:1-Sieg gegen den OSC Lille zeigte die Dortmunder Borussia eine ansprechende, wenn auch keine überragende Leistung. Nach dem peinlichen 0:1 gegen den FC Augsburg in der Bundesliga war jedoch selbst das eigentlich nicht zu erwarten.

Dass sich die Schwarzgelben durch den Sieg in Frankreich in der Königsklasse unter den elitären Kreis der besten acht Mannschaften in Europa qualifiziert haben, während sie in der Liga daheim aktuell nur auf Rang zehn liegen, zeigt das ganze Dilemma des Revierklubs.

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Eingeständnis personeller Fehlplanung in Dortmund: Der BVB trennt sich von Sven Mislintat

BVB-Sportgeschäftsführer Lars Ricken hat ein Machtwort gesprochen. Foto: Robin Patzwaldt

Borussia Dortmund kommt einfach nicht zur Ruhe! Wenige Tage nach dem Trainerwechsel fällte der Revierklub am Donnerstag die nächste Personalentscheidung auf der Führungsebene. Der Technische Direktor Sven Mislintat, der erst im vergangenen Sommer zum BVB zurückkehrte, wurde mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben entbunden und freigestellt.

Damit setzte sich der Sportdirektor Sebastian Kehl, der an der Strobelallee ebenfalls nicht unumstritten ist, fürs erste im internen Machtkampf durch.

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Niko Kovac beim BVB: Zwischen Neustart und Skepsis

Sebastian Kehl (links), Niko Kovac (Mitte) und Lars Ricken (rechts) bei der offiziellen Trainervorstellung am Dienstagnachmittag in Dortmund. Foto(s): Robin Patzwaldt

Am gestrigen Dienstag war ich für die Ruhrbarone zum ersten Mal seit der Vorstellung von Lucien Favre im Jahre 2018 wieder bei einer Trainerpräsentation des BVB in Dortmund. Niko Kovac trat offiziell sein Amt als neuer Coach der Borussia an und stand der versammelten Journalistenrunde im Mediencenter des Signal Iduna Parks Rede und Antwort.

Dabei wurde mir schon vor Beginn der Veranstaltung klar, dass sich die Zeiten in Dortmund in den vergangenen Jahren spürbar verändert haben.

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BVB in der Sackgasse: Unerfahrenheit auf allen Ebenen

Lars Ricken in Dortmund. Archiv-Foto: BVB

Borussia Dortmund steckt in der wohl größten Krise des Vereins seit rund 20 Jahren. Nach der Entlassung von Trainer Nuri Sahin, dessen Beförderung vom Assistenztrainer zum Chef auf der Bank im vergangenen Juni von Anfang an aufgrund seiner Unerfahrenheit in dieser Position als ein hohes Risiko galt, strahlt der Verein ein großes Durcheinander aus. Die Suche nach einem Nachfolger für Sahin läuft, erste Gerüchte schießen ins Kraut. Diverse Medien berichten bereits von internem Streit, einem großen Scherbenhaufen an der Strobelallee und der Notwendigkeit den Verein von Grund auf umzukrempeln.

Das Problem dabei: Auch die verbliebenen Führungskräfte im Klub, namentlich Sportgeschäftsführer Lars Ricken und Sportdirektor Sebastian Kehl, verfügen in ihrem aktuellen Job auf dieser Ebene kaum über nennenswerte Erfahrungen. Ihnen ist gemeinsam, dass sie wie der beurlaubte Coach Sahin als Anfänger auf ihrer jeweiligen Position bei den Schwarzgelben ins Amt kamen und bisher Schwierigkeiten hatten, den Anforderungen eines europäischen Spitzenvereins gerecht zu werden.

Jetzt zeigt sich: Der BVB hat in den vergangenen Jahren viel zu stark auf interne Lösungen gesetzt, externe Erfahrungen und neuen Input vernachlässigt. Die Strategie, entscheidende Ämter mit unerfahrenen Vereinsinsidern zu besetzen, ist gescheitert.

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