Und wieder ein echter Typ weniger beim BVB – Bye, bye, Neven Subotic!

Neven Subotic. Foto: Robin Patzwaldt

BVB-Verteidiger Neven Subotic steht unmittelbar vor einem Wechsel nach Frankreich. Der Serbe wird sich vermutlich noch heute im Laufe des Tages AS Saint-Étienne anschließen, seine Zelte in Dortmund beim BVB damit nach rund neun Jahren abbrechen.

Subotic kam einst im Sommer 2008 zusammen mit Trainer Jürgen Klopp aus Mainz zu den Westfalen, bildete hier mit Mats Hummels kurz darauf bereits als Jungspund den sogenannten ‚Kinderriegel‘, war ein entscheidender Faktor in den Meisterjahren 2011 und 2012.

In den letzten Jahren wurde es sportlich jedoch nach und nach ruhiger um den Abwehrspieler. Diverse Verletzungen warfen ihn immer wieder zurück. Richtig glücklich wirkte zuletzt er nur noch selten. Wer einmal ein Training des BVB verfolgte, der sah Subotic häufig introvertiert am Rande des Geschehens stehen. Sprachrohre des Teams in der Öffentlichkeit waren zuletzt andere. Nicht immer war das zum Vorteil der Mannschaft.

Vor rund 18 Monaten stand für ihn schon einmal  ein Wechsel, damals noch nach England, unmittelbar bevor. Rund 10 Millionen Euro wären damals auch noch an Ablöse an den BVB geflossen. Der angedachte Wechsel scheiterte jedoch in letzter Minute, da sich der Serbe einer Operation unterziehen musste und danach erneut über Monate ausfiel.

Auch ein Leihgeschäft mit dem 1. FC Köln im Vorjahr brachte ihm das Lächeln nicht dauerhaft zurück. Im Sommer kehrte er nach Dortmund zurück, saß dort zuletzt jedoch abermals häufiger auf der Tribüne, als er einen Kaderplatz ergattern konnte.

Der Wechsel in die Französische Liga ist also aus Sicht aller Beteiligten völlig nachvollziehbar, auch wenn der BVB inzwischen wohl keine Ablöse mehr für den sympathischen Spieler ergattern können wird, sich so gesehen ein nennenswerter wirtschaftlicher Schaden für den Verein anbahnt. Doch Subotics Verdienste sind in Dortmund völlig unbestritten, so dass ihm auch der Verein offenbar keine großen Steine in Form einer Ablöseforderung in den Weg legen möchte.

Für den Spieler darf man sich hingegen sogar uneingeschränkt freuen. Er wird in Kürze wohl wieder deutlich  häufiger das tun können, was er liebt, mit seinen Mannschaftskameraden auf dem Platz stehen. Für einen Platz im Team des BVB reichte es nach sehr schönen Jahren aktuell nicht mehr. Gleich mehrere Trainer sahen ihn nicht mehr in der ersten Elf. Das wird kein Zufall sein.

Subotic hat im Laufe seiner Jahre beim BVB immer wieder bewiesen, dass er einen im heutigen Profigeschäft bemerkenswerten Charakter besitzt. Deshalb lieben ihn auch die Fans der Schwarzgelben so sehr.

Und mit seiner ‚Neven Subotic-Stiftung‘ engagiert sich der Kicker seit Jahren für Kinder in Afrika. Auch das ist ungewöhnlich für die angeblich in Gänze so egoistischen und gedankenlosen Profis der Gegenwart. Subotic beweist seit Jahren, dass es auch andere Beispiele gibt.

Er wird in Dortmund eine nur schwer zu schließende Lücke hinterlassen. Nicht mehr so sehr sportlich, aber dafür menschlich umso mehr! Alles Gute in Frankreich, Neven Subotic!

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8 Kommentare

  1. #1 | Robin Patzwaldt sagt am 25. Januar 2018 um 16:48 Uhr

    Kam gerade rein:

    "Neven Subotic wechselt zu AS St. Etienne

    BVB-Profi Neven Subotic sucht eine neue sportliche Herausforderung und wechselt zu AS St. Etienne in die französische Ligue 1. Der Vorsitzende der Geschäftsführung, Hans-Joachim Watzke, und Sportdirektor Michael Zorc entsprachen der Bitte des Spielers um Vertragsauflösung „aufgrund Nevens außergewöhnlich großer Verdienste um den Klub, sportlich wie menschlich“.

    „Wir haben mit Neven in fast zehn Jahren riesige Erfolge gefeiert und charakterlich einen großartigen Menschen in unseren Reihen gehabt. Es ist mir ein Anliegen, mich im Namen aller Borussen bei ihm ganz herzlich zu bedanken“, sagt Watzke über Subotic, der im Sommer 2008 von Mainz 05 zu Borussia Dortmund gewechselt war, in 265 Pflichtspielen (19 Tore) das schwarzgelbe Trikot trug, mit dem BVB 2011 Deutscher Meister wurde, im Jahr darauf das „Double“, bestehend aus DFB-Pokal und Meisterschaft, gewann und 2013 im Champions-League-Finale stand.

    Unvergessen bleibt, wie Subotic nach dem Titelgewinn 2011 auf dem Dach seines Autos stehend gemeinsam mit den Fans feierte. Michael Zorc betont: „Neven steht für eine großartige, erfolgreiche Ära des BVB. Er ist ein besonderer, ein verdienter Spieler. Die Türen in Dortmund werden für ihn immer offen stehen!“

    „Ich möchte mich von ganzem Herzen für die neun Jahre beim BVB bedanken. In den Jahren haben wir gemeinsam vieles erlebt, gemeinsamen getrauert und gemeinsam gefeiert. Diese Zeit werde ich für immer in meinem Herzen tragen", betont Neven Subotic und unterstreicht: „Danke an alle Borussen für diese wundervolle Zeit, denn ohne eure Unterstützung wäre sie nicht möglich gewesen. Es war mir eine Ehre, die Bälle wegzugrätschen und für unsere Mannschaft und mit der ganzen Stadt große Titel zu feiern. Diese Momente haben mich mit dem BVB und vor allem mit den Menschen dahinter verbunden. Diese Verbindung bleibt für immer.""

  2. #2 | Klaus Lohmann sagt am 26. Januar 2018 um 10:12 Uhr

    Na, die 4,5 Mios, die Neven damals gekostet hatte, wurden von ihm gerade in der Klopp'schen Ära doch mehr als reichlich wieder eingespielt. Da sollte man sich das mit dem "nennenswerten wirtschaftlichen Schaden" kneifen, zumal die Verletzungen und Pausen/Ausleihe nun wirklich arg an seinem Marktwert geknabbert haben – woran der BvB auch nicht ganz unschuldig ist, als man ihm damals die kalte Schulter zeigte.

    Es stellt sich sowieso für mich die Frage, ob das BvB-Management grade die Fehler der ersten "großen" Periode in der Spielerbetreuung gegen Ende der Hitzfeld-Ära wiederholt, als z.B. die erfolgreichen Brasilieiros gänzlich sich selbst überlassen wurden und sich außer Dede Niemand um deren persönliche Sorgen und Engagements kümmerte. Der Fall Marc Bartra, dem man anscheinend das Trauma des Anschlags nicht als Leistungsbremse anerkennen will, gehört neben Neven für mich auch in diese Kategorie des Musters "Hire and fire".

    Welche Folgen dieser damalige "Schlendrian" in der Betreuung gerade junger, ausländischer Spieler im großen Zusammenhang mit den finanziellen Problemen letztlich hatte, wissen wir heute. Oder *sollten* es wissen…

  3. #3 | Robin Patzwaldt sagt am 26. Januar 2018 um 11:29 Uhr

    Na ja, Klaus, die Kapitalvernichtung seit Sommer 2016 war schon recht heftig. Aus 10 Mio. Euro Ablöse, die der BVB hätte einstreichen können wurden 0. Und stattdessen kassierte Neven, wie ich gestern erstaunt realisiert habe, rund 300.000 Euro im Monat. Gespielt hat er hingegen kaum noch. Da ist schon ganz schön Verlust gemacht worden beim BVB. Vorallem wenn man bedenkt, dass man jetzt um jede Million beim Auba-Wechsel pokert. Aber Neven ist das natürlich nicht anzulasten. Ist eher auf seite des Klubs eine Überlegung wert.

  4. #4 | Klaus Lohmann sagt am 26. Januar 2018 um 11:52 Uhr

    Robin, klar, hätte er damals nicht die Diagnose "Thrombose" und die darauf folgende lange Pause bekommen, hätte man über einen Wechsel leicht und locker diskutieren können. So aber war er fast unverkäuflich – bis auf die Florenz-Offerte, aber die haben ja dann von sich aus abgewunken – und er hatte schließlich noch einen Vertrag bis Mitte diesen Jahres.

    Dass ihn Tuchel nie richtig wahrgenommen und berücksichtigt hatte – gut, Trainersache, Schwamm drüber. Aber dass ihn auch der Verein nach dem geplatzten Florenz-Wechsel noch nicht mal mehr im Stadion beim Namen nannte und auch bei den Mannschaftsfotos überging, ist genau dieser arrogante und andererseits hilflose Umgang des BvB mit seinen Angestellten, den ich oben meinte und der speziell für die Entwicklung junger, super talentierter Spieler Gift ist.

  5. #5 | Robin Patzwaldt sagt am 26. Januar 2018 um 11:56 Uhr

    Auch ich sehe die aktuelle Gesamtsituation beim BVB sehr kritischg, Klaus. Es droht viel gute Aufbauarbeit der letzten Jahre vernichtet zu werden. Besonders die offenkundigen Planlosigkeiten auf der Trainerposition stimmen nachdenklich. Das Mannschaftsgefüge muss da fast schon zwangsläufig ins Wanken geraten. Weiss ja nienand wer ab Sommer das Sagen hat. Wie will man da einen Kader planen? Wer soll auf Auba folgen, wenn man noch nicht einmal weiss wer auf Sicht der Trainer sein wird? Alles sehr wackelig aktuell. Leider.

  6. #6 | thomas weigle sagt am 26. Januar 2018 um 14:31 Uhr

    Immerhin sieht das ostwestfälische Printflagschiff NEUE WESTFÄLISCHE in seiner heutigen Ausgabe den BVB am Saisonende auf Platz 3 einkommen, einen Platz vor Schalke. Wenn Euch das kein Trost ist….Und immer wieder fällt mir zu Euren Klagen nur ein: "Eure Sorgen möchte man anderswo haben."

  7. #7 | Klaus Lohmann sagt am 26. Januar 2018 um 15:05 Uhr

    @thomas weigle: Kein Sieg gegen Freiburg und unsere dann endgültig blankliegenden Probleme möchte Keiner mehr haben;-)

  8. #8 | Robin Patzwaldt sagt am 26. Januar 2018 um 15:07 Uhr

    Na ja, Thomas, und wenn man sich nach eigener Wahrnehmung zum Leuchtturm Nummer zwei im Fußballlande hochgearbeitet hat, dann liegt die Messlatte eben auch höher als anderswo….

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