Vereinslegenden Stevens, Büskens und Asamoah sollen Schalke retten – Ein riskanter Schachzug!

Leipzig zu Gast auf Schalke. Foto: Michael Kamps

Wirklich wunschgemäß verlief die Rückkehr von „Jahrhundert-Trainer“ Huub Stevens am Samstag auf Schalke nicht. Mit 0:1 verloren die Königsblauen trotz ordentlicher Leistung gegen RB Leipzig.

Die Gelsenkirchener kassierten also auch bei der mit Spannung erwarteten Premiere von Stevens eine Pleite, verloren zugleich bereits das sechste Pflichtspiel in Folge.

Schalke rutschte durch das negative Ergebnis auf Platz 15 der Tabelle ab und befindet sich unverändert im akuten Abstiegskampf. Trotz des abermaligen Dämpfers gegen Leipzig, ruhen die Hoffnungen auf den Klassenerhalt seit Freitag ganz auf dem neuen Übungsleiter, der zusammen mit Co-Trainer Mike Büskens und Teammanager Gerald Asamoah das von vielen so vermisste ‚Schalke-Gefühl‘ im Klub wieder stärken soll.

Nach dem bitteren Aus in der UEFA Champions League, das am Dienstag durch das desaströse 0:7 bei Manchester City offiziell wurde, sahen die Verantwortlichen sich zur Entlassung von Domenico Tedesco und seines Co-Trainers gezwungen. Dass die Wahl eines Nachfolgegespanns rasch auf Stevens und Büskens fiel, die entgegen der ersten Annahmen das Team sogar bis zum Saisonende betreuen werden, bevor eine neue Dauerlösung auf der Trainerbank installiert werden wird, erscheint auf den ersten Blick als völlig logische Entscheidung.

Nachdem die Mannschaft zuletzt vielfach für mangelnde Identifikation und sogar ‚Söldnertum‘ kritisiert wurde, ist die Rückkehr der Jahrhunderttrainers mit Unterstützung einiger Ur-Schalker sicherlich ein logischer Schritt. Bei näherer Betrachtung kommen einem jedoch auch Zweifel an den tatsächlichen Erfolgsaussichten dieser personellen Aufstellung in den nächsten rund zwei Monaten. Ganz unabhängig vom Ergebnis gegen Leipzig.

Nicht völlig vergessen sollten die Schalker nämlich die jüngsten Bilanzen der nun neu gewonnenen Verantwortlichen. Stevens war zwar mit den Schalkern vor rund 20 Jahren sehr erfolgreich, seine späteren Trainerstationen verliefen allerdings weniger glanzvoll. Sowohl beim VfB Stuttgart als auch bei der TSG 1899 Hoffenheim wurde Stevens nie wirklich glücklich, am Ende vorzeitig von seinen Aufgaben entbunden. Wie übrigens vor rund acht Jahren am Ende auch in Gelsenkirchen. Zudem hatte der Niederländer, der inzwischen 65 Jahre alt ist, in Hoffenheim Herzprobleme, schien dem Tagesgeschäft gesundheitlich nicht mehr gewachsen. Ist es also wirklich klug von ihm jetzt die ohne Zweifel extrem stressige Aufgabe auf Schalke anzugehen?

Auch Büskens, der ebenfalls als ‚Eurofighter‘ von 1997 zu den beliebten Legenden in Gelsenkirchen zählt, hatte als Trainer in den vergangenen Jahren nie wirklich erfolgreich gearbeitet. Seit 2013 scheiterte er stets früh bei seinen Aufgaben in Diensten von Fortuna Düsseldorf, Greuther Fürth und Rapid Wien. Seit 2016 trat Büskens gar nicht mehr als Coach in einer breiten Öffentlichkeit in Erscheinung. So beliebt der UEFA-Cup-Sieger ’97 im Verein auch sein mag, als Trainer ist er bislang keine große Nummer gewesen.

Und auch der neue Teammanager Gerald Asamoah glänzt bisher eher durch seinen puren Namen als durch Taten im Bereich der Teamführung nach seiner Karriere. Auch das ist nicht ohne Risiko.

So sympathisch und logisch diese Personalpolitik auf den ersten Blick also auch erscheint, so gewagt ist sie auf der anderen Seite, wenn man einmal etwas über die reinen Namen hinausblickt. Kann also alles gut gehen, muss es aber längst nicht… Glück auf, Schalke!

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6 Kommentare

  1. #1 | Stefan Winckler sagt am 17. März 2019 um 15:05 Uhr

    "Büskens hatte als Trainer in den vergangenen Jahren nie wirklich erfolgreich gearbeitet" und sei als Coach "keine große Nummer"? Moment! 2011 kam die Spvgg Greuther Fürth mit Trainer Büskens auf Patz 4 der Zweiten Liga, ihr bis dahin bester Rang seit dem Aufstieg 1997. 2012 gelang die Zweitliga-Meisterschaft der Fürther mit 70 Punkten – die zuvor als die "Unaufsteigbaren" galten. Den Bundesligaabstieg kann man Büskens und seinem Nachfolger Kramer nicht anlasten, vielmehr war die Mannschaft zu schwach besetzt. Bei Rapid Wien wurde Büskens zwar nach wenigen Monaten 2016 entlassen, aber seine Nachfolger hatten bei weitem weniger Erfolg als er. Bei seinem zweiten Engagement in Fürth gab es Meinungsverschiedenheiten mit der sportlichen Führung, jedenfalls wurde das Minimalziel Klassenerhalt geschafft. In Düsseldorf lief nicht viel zusammen, das ist wahr. Wolf Werner: "Er hat Fortuna gelebt". Aber "es hat nicht funktioniert".
    Stevens "weniger glanzvoll"? Er hatte als HSV-Trainer seinen Anteil an der sehr starken Rückrunde 2006/07 – von Platz 18 auf Platz 7 und damit über den UI-Pokal (den die Hamburger gewannen) in den UEFA-Pokal. Und im Jahr darauf Platz 4. Erschwerend war für Stevens die Krankheit seiner Frau. 2010 wurde er mit RB Salzburg Meister in Ö. Als Nachfolger von Ralf Rangnick 2011/12 war Stevens wieder Schalke-Trainer. Endresultat: 3. Platz. Als Schalke auf dem siebten Rang stand Dez. 2012 wurde Stevens entlassen, ungeachtet des starken Saisonstarts (neun Spiele, 20 Punkte). In Stuttgart wurde er zweimal als "Feuerwehrmann" engagiert, um den Abstieg zu verhindern – was gelang.

  2. #2 | walter stach sagt am 17. März 2019 um 16:43 Uhr

    Robin,
    "Glück auf ,Schalke"…

    Ja, S04 braucht im Abstiegskampf jetzt vor allem auch viel, viel Glück, damit das denkbar Schlimmste verhindert werden kann. Gestern hat es an diesem Glück gefehlt, und wenn es so weiter geht……
    Ich meine, daß das zumindest mitbedacht werden muß,, wenn Fußball-Fans sich daran machen, über das "richtige", über das "wichtigste" Tun/Unterlassen von Mannschaft und Trainer "auf Schalke" für die restliche Spielzeit zu diskutieren. Es kann und es darf "den Schalkern" derzeit nicht darum, wie sich S04 über das Ende der Spielzeit 2o18/2o19 hinausgehend end "aufstellen" sollte – mit Blick auf die Zukunft in der Bundesliga oder….???
    Robin,
    also auch von mir als BVBer : "Glück auf, Schalke..

  3. #3 | PaulAnton sagt am 18. März 2019 um 09:16 Uhr

    Ich mache mir gar nicht so viele Sorgen, dass die drei den Klassenerhalt nicht schaffen.
    Viel mehr macht es mir Sorgen das man zu nächsten Saison möglicherweise Herrn Labbadia holt.
    Will man mit aller Gewalt dem Beispiel HSV folgen?

  4. #4 | Klaus Lohmann sagt am 18. März 2019 um 14:05 Uhr

    Es geht doch gar nicht um irgendeinen mittel- oder langfristigen Erfolg im spielerischen Sektor auf Schalke. Es geht doch nur darum, den Massen und Medien ein Placebo unterzujubeln als Entschuldigung dafür, keinen Plan (mehr) zu haben.

  5. #5 | Robin Patzwaldt sagt am 18. März 2019 um 14:25 Uhr

    Zumindest werden diese Personalentscheidungen erst einmal dafür sorgen, dass Schalke in den nächsten Wochen die größtmögliche Ruhe im Umfeld hat, Klaus. Egal was passiert. Kein anderes Trainergespann hätte einen solch großen Vorschuss an Vertrauen und Zustimmung seitens der Fans bekommen. Und Asamoah ist wohl zusätzlich so eine Art Glücksbringer. Denn ausrichten kann der da im neuen Job in den nächsten Wochen wohl so gut wie nichts, was die anderen nicht auch könnten, wenn man ehrlich ist.

  6. #6 | walter stach sagt am 18. März 2019 um 15:18 Uhr

    Robin,
    am letzten Spieltag könnte es ganz, ganz spannend werden:
    S04 gegen Stuttgart -Wer muß in die Relegation?

    (Aber auch "Oben"?
    FCB gegen die Eintracht und
    der BVB in M-Gladbach.)

    Oder lösen sich alle diesbezüglichen Probleme schon vorweg?

    Spannende Zeiten für jeden Fußball-Fan und in diesem Jahr besonders spannend für "uns BVBer" und für die Schalker; für Letztere allerdings durchaus dramatisch zu nennende Zeiten.

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