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Viel Geld für nix: 2010lab

lab2010Auch medial wollten die Macher von Ruhr2010 neue Wege gehen: Mit dem 2010lab. Nach zwei Monaten ist klar: Das Lab ist ein Flop.

Das  2010Lab hat einen hohen Anspruch:

"Das Ende der Industriegesellschaft und der Wandel durch Kultur sind die Mega-Themen der gegenwärtigen internationalen Diskussion. Die erste sparten- und themenübergreifende Web-TV-Plattform „2010lab“ greift dieses Thema auf. Sie führt Kunst, Kultur, Kreativität und deren Akteure multimedial zusammen und macht sie sichtbar. Der TV-Kanal „Metropole Ruhr“, der regelmäßig über den Wandel durch Kultur im Ruhrgebiet und der Welt berichtet, sowie sechs weitere Kanäle bieten Filme, Audiocasts und Blogs. Alle Beiträge stammen von einer internationalen Autoren- und Redaktionsgemeinde, die von einer europaweiten Community ergänzt wird. Die Einträge können nach Berufsbranchen, Themen oder Städten sortiert abgefragt werden."

Das Kommunikations-Spielzeug 2010Lab lassen sich die Betreiber der Kulturhauptstadt einiges kosten: Gut 150.000 Euro hat seine Entwicklung gekostet, 855.000 Euro beträgt das Budget des 2010Lab im laufenden Jahr. Schade, dass vom Lab kaum jemand etwas mitbekommt. Wirft man einen Blick auf das Alexa-Ranking, das die Zugriffe auf Webseiten misst, schneidet das Lab eher mies ab

lab2010Auch medial wollten die Macher von Ruhr2010 neue Wege gehen: Mit dem 2010lab. Nach zwei Monaten ist klar: Das Lab ist ein Flop.

Das  2010Lab hat einen hohen Anspruch:

“Das Ende der Industriegesellschaft und der Wandel durch Kultur sind die Mega-Themen der gegenwärtigen internationalen Diskussion. Die erste sparten- und themenübergreifende Web-TV-Plattform „2010lab“ greift dieses Thema auf. Sie führt Kunst, Kultur, Kreativität und deren Akteure multimedial zusammen und macht sie sichtbar. Der TV-Kanal „Metropole Ruhr“, der regelmäßig über den Wandel durch Kultur im Ruhrgebiet und der Welt berichtet, sowie sechs weitere Kanäle bieten Filme, Audiocasts und Blogs. Alle Beiträge stammen von einer internationalen Autoren- und Redaktionsgemeinde, die von einer europaweiten Community ergänzt wird. Die Einträge können nach Berufsbranchen, Themen oder Städten sortiert abgefragt werden.”

Das Kommunikations-Spielzeug 2010Lab lassen sich die Betreiber der Kulturhauptstadt einiges kosten: Gut 150.000 Euro hat seine Entwicklung gekostet, 855.000 Euro beträgt das Budget des 2010Lab im laufenden Jahr. Schade, dass vom Lab kaum jemand etwas mitbekommt. Wirft man einen Blick auf das Alexa-Ranking, das die Zugriffe auf Webseiten misst, schneidet das Lab eher mies ab: Aktuell liegt es auf Rang 436.404. Zum Vergleich: Google liegt auf RAng 1, die Ruhrbarone auf 74.634 und das Zierfischforum auf 171.165.  Viel Geld für nichts also – dabei hat man Dutzende von Autoren auf der Lohnliste, zeigt Filme und bietet Blogs an, die so gut wie niemand kommentiert – wie auch, wenn es kaum Leser gibt?

Für Ruhr2010 ist das ein Problem, denn es hapert bei der Kommunikation. Abseits aller öffentlichen Zufriedenheitsbekundungen ist man intern unzufrieden mit der öffentlichen Wahrnehmung und sucht jetzt nach einer Lösung. Das Wahrnehmungsproblem sehe ich jeden Tag, wenn ich den Ruhrpiloten erstelle: In der internationalen Presse kommt Ruhr2010 nach der Eröffnung kaum noch vor und auch in den nationalen Medien hält sich die Berichterstattung seit dem Eröffnungshype  in Grenzen: Vor allem WAZ, Ruhr Nachrichten und die Rheinische Post berichten umfangreich über die Kulturhauptstadt – Artikel auf Spiegel-Online, FAZ, Welt oder Süddeutsche über das Revier gibt es zwar immer wieder, aber auch nicht so viel häufiger als in den  vergangenen Jahren. Der erhoffte Imageeffekt, den das Kulturhauptstadtjahr dem Ruhrgebiet bringen sollte, ist bislang nicht eingetreten. Und auch die immer beschworene Nachhaltigkeit gibt es nur auf dem Papier: Wer sollte schon so blöd sein das Flop-Lab nach 2010 weiter zu betreiben? Keine Besucher bekommt man mit einer Webseite auch ohne Geld.

RuhrBarone-Logo

19 Kommentare zu “Viel Geld für nix: 2010lab

  • #1
    Thorsten

    Bei meinen Besuchen auf 2010Lab hat mich die Flash- und Videolastigkeit der Seite gestört. Zweimal ein Video wegskippen bevor ich auf der Seite lande, ist dann doch ein bisschen viel. Auf der eigentlichen Seite nimmt dann das Video auch wieder 2/3 meines Browserfensters ein. Zuviel des Guten. Bei DotTV hätte ich es wissen müssen…

  • #2
    JK

    also mal ganz ehrlich ich finde die seite gut gemacht, okay Flash nervt schon sehr, aber es ist sehr modern. Es sieht hübsch aus, nur das marketing dafür stimmt einfach nicht. Wenn man noch 100.000,- für marketing haben würde, dann könnte es klappen….

  • #3
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @JK: Sehe ich ein wenig anders: Die Seite sieht gut aus – keine Frage. Aber sie funktioniert nicht als Online-Medium: Sie ist unübersichtlich, nichtlogisch aufgebaut und versteckt die Inhalten in ihren Tiefen. So sehen Seiten aus, wenn man Designer einfach mal machen lässt. Und der mangelnde Erfolg liegt nicht nur am Marketing, sondern auch an der Struktur und den Inhalten der Seite.

  • #4
    JK

    @ Stefan

    das kann gut sein, habe sie mir nur kurz angeguckt, das ist sicherlich ein weiter Grund warum es leider scheitern wird. Aber die Idee an sich finde ich gut, nur die Umsetzung ist nicht gelungen, aus den Gründen die du anführst.

    Das passiert wenn man keine Leute mehr zwischen Manager und Designer hat… Man hätte jmd haben müssen der sich mit der Thematik auskennt und das so Umsetzten kann das es für den Endverbraucher komfortabel ist…

  • #5
    Marco Bonk

    Bei dem Budgetrahmen sind solche Fehler (Nutzerunfreundlichkeit) doch noch zu korrigieren und mit einer ordentlichen Marketingkampagne kann man das Ding noch in den Fokus von 500(0) Menschen mehr bringen.

  • #6
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Marco: Klar könnten Sie – aber dann sollten sie sehr schnell damit anfangen. Sonst ist die Kulturhauptstadt vorbei 🙂

  • #7
    Arnold Voss

    Die könnten nicht mal wenn sie wollten. Das ist, wenn mich nicht alles täuscht, das Problem. Schade eigentlich.

  • #8
    Tobias

    Abgesehen von dem Flashdings am Anfang (dass es den Skip-Link nur *im* Flash gibt, zeugt von Könnerschaft): es gibt keinen Newsfeed. Wenn man regelmäßig wissen wollte, was es da neues gibt, müsste man jedesmal durch das Flash durch.

    Nö.

  • Pingback: Links anne Ruhr (27.02.2010) » Pottblog

  • #10
    Dirk E. Haas

    Mal abgesehen vom klassischen „mo money mo problems“-Problem … das Lab ist wie das Ruhrgebiet: für Außenstehende ob seiner eigentümlichen Struktur reichlich unübersichtlich, voller uneingelöster Ambitionen, überall Anfang, vieles flach, einiges surreal, aber wer die Muße hat, lange genug zu suchen, wird wahrscheinlich ein paar wirklich interessante Dinge finden.

    So gemeint oder geplant ist das alles zwar nicht – aber auch da ist das Lab dem Ruhrgebiet ja nicht unähnlich.

  • #11
    Arnold Voss

    Das Problem dahinter ist aber letztlich das Konzept der Kulturhauptstadt selbst. Es geht vor allem um Bilder und zu wenig um Inhalte. Und so ist auch das Lab2010 gestaltet. Das meine ich mit „nicht anders können, selbst wenn sie wollten“.

    Ansonsten hätte das Ding auch in diesem Zustand mindesten 3 Monate vor Beginn des Kulturhauptstadtjahres komplett fertig sein, respektive ans Netz gehen müssen.

    Solche Foren brauchen auch bei einem Supermarketing und einer größeren Nutzerfreundlichkeit genügend Vor- bzw. Anlaufzeit. Da ist sogar ein Vierteljahr eigentlich viel zu knapp bemessen.

  • #12
    Dirk E. Haas

    Sehe ich nicht ganz so, Arnold, zumal mir das Entgegensetzen von „Bild“ und „Inhalt“ auch nicht recht zeitgemäß vorkommt. Das Ruhrgebiet „mit Kulturhauptstadt“ operiert in punkto Imagekampagnenverliebtheit nicht substanziell anders als das Ruhrgebiet all die Jahre davor, ohne Kulturhauptstadt.

    Bislang allerdings ist das Lab kaum mehr als ein etwas kompliziert geratener Teaser für eine diskursive Praxis, die überhaupt erst noch kommen muss (die „Community“ diskutiert dort ja nicht, wenn ich es richtig verstanden habe). Insofern werden die Betreiber des Lab ihre Plattform umbauen müssen – es sei denn, der Community reicht tatsächlich ein schwarzes Brett im Internet. Ein Brett ist aber noch kein Labor.

  • #13
    Arnold Voss

    Natürlich haben Bilder Inhalte,Dirk. Aber es gibt die sogenannte Bildlastigkeit, d.h. das dominieren der Bildsprache über die inhaltlich Aussage. Im übrigen ist das Ruhrgebiet zu komplex und unübersichtlich (wie du selbst richtig schreibst) als das Bilder aureichen könnten, um es zu begreifen.

    An einer von dir so genannten diskursiven Praxis war den Kulturhauptstadtfuzzies allerdings meines Wissens nie ernsthaft gelegen. Oder hast du in diesem Medium hier außer von Gorny, einen nennenswerten Beitrag gelesen?

    Aber auch Gorny hat sich nie an den Comments beteiligt, die ja erst den eigentlichen Diskurs ausmachen. Die Leute aus der zweiten Linie haben das erst recht nicht getan. Worüber wundern die sich also, dass außer ihren bezahlten Schreiber- und Filmlingen sich kaum jemand in ihrem Lab äußert.

    Aber selbst das Problem werden die Verantwortlichen vermutlich demnächst per Bezahlung lösen. Diskursinszenierung nennt man das in Marketingfachkreisen. Was zählt sind nun mal die Klicks und nicht wer oder was dahinter steht. Zumindest bis Ende 2010. Danach kräht warscheinlich kein Hahn mehr danach.

    Aber vielleicht bin ich mal wieder zu skeptisch. Also abwarten was wirklich passiert.

    Und was Fesel betrifft: Soweit ich weiß reißen der Typ und seine Truppe sich “den Arsch auf” um die “Kreative Stadt” zu stemmen. Sind vielleicht einfach nur zu wenig Leute für zuviel Aufgaben gleichzeitig.

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