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Wie gut sind Waldorfschulen?

Eine Antwort einer Mutter aus dem Ruhrgebiet auf die gleichnamige TV-Dokumentation des SWR.

Eine Waldorfschule im Ruhrgebiet Foto: Ruhrbarone

„Eltern und Lehrer“, so die Selbstdarstellung der Waldorfschule, „stehen in einem kontinuierlichen Austausch- und Beratungsprozess, denn die Schule ist ein feiner Gradmesser gesellschaftlicher Entwicklung.“ Schön. Endlich nimmt mal jemand die Eltern ernst – „kontinuierlicher Austausch- und Beratungsprozess“ – Klasse!, denke ich und lese begeistert weiter: „Jedes Kind bringt die kulturellen Prägungen einer sich verändernden Gesellschaft mit in die Schule. Eine zeitgemäße Pädagogik muss darauf reagieren“ – na, die will ich doch auch, die „zeitgemäße Pädagogik“! – und weiter: „Im Mittelpunkt der Waldorfpädagogik steht der sich zu entwickelnde Mensch, der ganzheitlich als leibliches, seelisches und geistiges Wesen begriffen wird.“ Versprochen wird, dass „die Unterrichtsinhalte und -Methoden so eingesetzt werden, dass die Entwicklung des Kindes bzw. Jugendlichen unterstützt wird. Es werden gleichermaßen kognitive, künstlerische und handwerkliche Fähigkeiten geschult. Auf diese Art und Weise sollen die Schüler aus einer inneren Harmonie Sicherheit und Kompetenz gegenüber den Anforderungen des Lebens erlangen.“  

Diese großen Versprechen wurden auch an den Informations-Elternabenden, die vor der Einschulung stattfanden, wiederholt. Alles hörte sich gut und schön an – „ganzheitlich“  – wer will denn nicht das Beste für sein Kind? So wurde mein Sohn im Sommer 2002 in die Waldorfschule eingeschult. Der Einschulungstag war sehr familiär: Jeder der Erstklässler bekam einen Paten aus der 5ten Klasse zugeteilt, dieser überreichte dem Neuankömmling eine Blume und einen selbstgenähten

Eine Antwort einer Mutter aus dem Ruhrgebiet auf die gleichnamige TV-Dokumentation des SWR.

Eine Waldorfschule im Ruhrgebiet Foto: Ruhrbarone

„Eltern und Lehrer“, so die Selbstdarstellung der Waldorfschule, „stehen in einem kontinuierlichen Austausch- und Beratungsprozess, denn die Schule ist ein feiner Gradmesser gesellschaftlicher Entwicklung.“ Schön. Endlich nimmt mal jemand die Eltern ernst – „kontinuierlicher Austausch- und Beratungsprozess“ – Klasse!, denke ich und lese begeistert weiter: „Jedes Kind bringt die kulturellen Prägungen einer sich verändernden Gesellschaft mit in die Schule. Eine zeitgemäße Pädagogik muss darauf reagieren“ – na, die will ich doch auch, die „zeitgemäße Pädagogik“! – und weiter: „Im Mittelpunkt der Waldorfpädagogik steht der sich zu entwickelnde Mensch, der ganzheitlich als leibliches, seelisches und geistiges Wesen begriffen wird.“ Versprochen wird, dass „die Unterrichtsinhalte und -Methoden so eingesetzt werden, dass die Entwicklung des Kindes bzw. Jugendlichen unterstützt wird. Es werden gleichermaßen kognitive, künstlerische und handwerkliche Fähigkeiten geschult. Auf diese Art und Weise sollen die Schüler aus einer inneren Harmonie Sicherheit und Kompetenz gegenüber den Anforderungen des Lebens erlangen.“  

Diese großen Versprechen wurden auch an den Informations-Elternabenden, die vor der Einschulung stattfanden, wiederholt. Alles hörte sich gut und schön an – „ganzheitlich“  – wer will denn nicht das Beste für sein Kind? So wurde mein Sohn im Sommer 2002 in die Waldorfschule eingeschult. Der Einschulungstag war sehr familiär: Jeder der Erstklässler bekam einen Paten aus der 5ten Klasse zugeteilt, dieser überreichte dem Neuankömmling eine Blume und einen selbstgenähten Turnbeutel mit aufgesticktem Namen. Alle Beteiligten waren sich einig: „Ach wie nett, mal ganz anders als die üblichen Einschulungen.“ Draußen wurde ein Reigen gemacht, in der Klasse erzählte der Lehrer das Märchen ‘Die drei Brüder’ der Gebrüder Grimm. So verlief der erste Schultag. Alles sah kindgerecht und wohlbehütet aus.

Was die Eltern vorher nicht erfahren hatten: In einer Waldorf-Klasse sitzen bis zu 40 Schüler. Die ersten beiden Waldorf-Schuljahre sind von einem Kindergarten kaum zu unterscheiden. Von ‘Fördern und Fordern’ kann in dieser Schule keine Rede sein. Der Lehrer, selbst aus einem Waldorfelternhaus stammend, übernahm zum ersten Mal eine Klasse, war unqualifiziert und völlig damit überfordert, eine 1ste Klasse mit 38 Schülern zu leiten. Er war nicht in der Lage, auf die unterschiedlichen Charaktere der Schüler einzugehen, nicht nur wegen ihrer großen Zahl, sondern auch wegen seines sowieso nicht vorhandenen Einfühlungsvermögens.

Jeden Monat fand ein Elternabend statt. Pflichtbewußt nimmt man auch regelmäßig daran teil, man gehört ja jetzt dazu, zur großen Waldorf-Bewegung. Alles wird im Detail besprochen, so glaubt man. Entscheidungen werden gemeinsam getroffen, so glaubt man. Es ist aber vielmehr so, dass von Seiten der Schule vorgegeben wird, wohin z.B. eine Klassenfahrt geht. Unter welchem Thema z.B. die Karnevalsfeier steht, usw., usw.. Platz für eigene Ideen bleibt da nicht, sie sind auch nicht gefragt – jedenfalls nicht so, dass diese Ideen auch einmal umgesetzt würden. Hat man irgendwelche Fragen oder Einwände, so werden diese geschickt abgeblockt oder gar nicht erst zur Kenntnis genommen – es sei denn, sie könnten auch nur irgendwie der Sache Rudolf Steiners dienlich sein. ‘Steiner, Steiner über alles!’, so lautet die Devise der Waldorfschule, wie ich aber erst viel später verstehen konnte – leider verstehen musste.

Bereits Ende der 1sten, Anfang der 2ten Klasse, wurde mein Sohn von Mitschülern drangsaliert. So wurde ihm, hier nur einige wenige Beispiele: ein Bein gestellt, er wurde getreten, massiv gegen die Wand gedrückt, ihm der Hals zugedrückt – täglich wurde er mit übelsten Schimpfworten erniedrigt. Ich sprach den Klassenlehrer darauf an und bat ihn, diesen Misstand sofort abzustellen. Von anderen Eltern hatte ich gehört, dass es einigen Kindern in der Klasse ähnlich erging. Ich gab dem Lehrer ein Buch über Mobbing und Gewalt an Schulen, allerdings nicht aus den Waldorfschul-üblichen anthroposophischen Verlagen ‘Freies Geistesleben’ oder ‘Urachhaus’.  

Ich bestand darauf, das Thema ‘mobbing’ am nächsten Elternabend aufzugreifen und so schnell wie möglich nach Lösungsmöglichkeiten zu suchen. Zweimal wurde aus nicht nachvollziehbaren Gründen vertagt. Als der Elternabend dann doch noch stattfand, hielt eine Gründungslehrerin der Schule den Einführungsvortrag, begann fast jeden Satz mit: „Rudolf Steiner hat gesagt …“ Was sollte Steiner gesagt haben? Die Gründungslehrerin: „Die Kinder wollen in Kontakt treten und sich dabei näher kommen, sich gegenseitig fühlen und Kräfte messen …“ Fazit: In der heilen Waldorfwelt gibt es keine Gewalt. Von Mobbing wollte man nichts wissen – es kann nicht sein, was nicht sein darf. Eltern, deren Kinder ebenfalls in die Opferrolle geraten waren, machten in rasender Geschwindigkeit eine Metamorphose durch: verstummten urplötzlich … und alles blieb beim Alten. Bei weiteren Übergriffen auf meinen Sohn setzte ich mich dann mit den Eltern der jeweiligen Schüler in Verbindung. Heraus kamen Antworten wie: „Der Lehrer macht doch Spiele mit den Kindern, damit diese sich austoben können …“ Auch hieß es: „Die Kinder müssen sich ihre Rangordnung erkämpfen …“, worauf ich antwortete: „Hätte ich das vorher gewusst, hätte ich meinen Sohn im Zoo angemeldet.“  

Die Eltern der Mitschüler suchten nach der besseren Alternative zur öffentlichen Schule: einer Schule ohne Leistungsdruck. Es waren Neueinsteiger, viele davon nach Hilfe suchende Allein-Erziehende mit einem unstillbarem Harmonie-Bedürfnis. Linientreue, die als Kind schon selber diese Waldorfschule besucht hatten. Nach ungefähr einem Jahr war der Großteil der Eltern auf Waldorf-Kurs gebracht. Niemand stellte mehr Fragen, schöne heile Welt: „piep, piep piep – wir haben uns alle lieb.“ Das begann schon an der Klassentüre. Der Klassen-Lehrer begrüßt die Schüler per Handschlag mit den Worten: „Guten Morgen lieber ‘…’“, worauf der Schüler brav zu antworten hat: „Guten Morgen lieber Herr ‘…’“ In der Klasse dann noch einmal alle im Chor. Mein Sohn fragte sich immer öfter: „Sind die wirklich alle so lieb?“ Und stellte fest, dass er tag-täglich anderes erlebte.  

Der ganze Schulablauf ist sehr stark strukturiert – ritualisiert – und lässt für Freiheit keinen Raum. Man will ja „den Willen stärken“. Mit meinem heutigen Wissen sage ich: die Kinder und Jugendlichen werden manipuliert –  zu tun, zu denken und zu glauben, was die Waldorfschule will. Eigene Wünsche, Meinungen und Gefühle werden unterdrückt: Du gehst in eine Schule, die dich willentlich zum Zwangsschlaf verurteilt … auf dass, wenn du Glück hast, vielleicht ein Mensch aus dir wird … der dann auch noch mit beiden Beinen im Leben stehen soll … Die eigene Persönlichkeit wird untergraben, hat nicht in Erscheinung zu treten.

Das ist in allen Fächern so, wird für den Außenstehenden aber vielleicht am deutlichsten an der ‘Eurythmie’. Einem Fach, das nach Waldorf-Aussage, von den meisten Schülern geliebt wird. Bei der Eurythmie sollen Sprache und Musik durch Bewegungen ausgedrückt werden. Dabei gibt es, wie immer bei Waldorf, von Rudolf Steiner fest vorgegebene Gebärden für jeden Sprachlaut. Freiheit gibt es nicht, haben die Sprachlaute doch eine „kosmische“ Bedeutung, die bei ihrer Wiedergabe strengstens beachtet werden muss. Mein Sohn empfand die Eurythmie eher irdisch „als schwul sein“ oder „schwul werden“. Er gab sein Bestes, weil er ja vom System und vom Lehrer dazu gezwungen wurde. Es ist heute wie ein Befreiungsschlag für ihn, in der öffentlichen Schule keine Eurythmie mehr zu haben. Sich keine Gedanken mehr darüber machen zu müssen, ob er „noch richtig tickt“, so mein Sohn. Wenn man sich nicht voll auf die Eurythmie konzentriert, so die Lehrerin, hat „man sich mit dem Stoff nicht richtig verbunden“. Dann wird ‘Heileurythmie’ verordnet. Einen Grund dafür findet der Waldorflehrer immer, wenn er denn nur will: das Kind ist dann „unkonzentriert“, „zu ruhig“, „im Bewegungsablauf zu langsam“, egal … . Einige wenige Krankenkassen bezahlen die ‘Heileurythmie’, wenn nicht: „Bitte zahlen sie aus der eigenen Tasche, denn …“, so wird es einem plausibel gemacht, „die Waldorfschule will doch nur das Beste für Ihr Kind!“ Wie sich das Kind bei den Übungen vorkommt, was es dabei empfindet, spielt überhaupt keine Rolle. Es folgen die üblichen Erklärungen nach dem Muster: „Rudolf Steiner hat gesagt …“. Hat Steiner nicht auch von der ‘Philosophie der Freiheit’ gesprochen – ein leeres Versprechen, nur ein Versprecher? ‘Philosophie der Freiheit’ ist der Titel eines von Steiners 370 Werken … noch einmal in Worten: drei-hundert-siebzig Bände Steiner …

Lehrbücher gibt es in der Waldorfschule nicht, in keinem Unterrichtsfach. Man gibt sich total in die Hände des Lehrers. Der Unterricht orientiert sich stark an seinen persönlichen Vorlieben. So nahm Englisch in der Klasse meines Sohnes einen sehr großen Raum ein, obwohl die Kinder in Deutsch noch gar nicht gefestigt waren. Die Waldorf-typischen ‘Epochenunterrichte’, das heißt, Unterrichtseinheiten von mehreren Wochen Dauer, entpuppten sich als reines ‘Wischi-Waschi’: sie waren schlecht vorbereitet, wurden schlecht durchgeführt, der Stoff wurde wenig vertieft. Folge: Gelernt wurde wenig, und nach 4 Wochen war bei meinem Sohn – und nicht nur bei ihm – fast alles wieder weg. An ein „Wiederhochholen“, so der Waldorf-Fachausdruck, war nicht zu denken, ging es doch sofort mit neuen Themen oder Fächern weiter. Wenn der Lehrer scheitert – was natürlich niemals offen gesagt wird – sind die Eltern gefragt. So hieß es in der Klasse meines Sohnes des öfteren: „Um wieder eine erfolgreiche Leseepoche durchführen zu können, werden wieder freiwillige Eltern benötigt.“ Dasselbe galt auch für die Schreib- und Rechenepoche.  

Das Netzwerk funktionierte einwandfrei, in guten wie in schlechten Zeiten machte der Lehrer wie selbstverständlich seine Hausbesuche – eine familiäre Atmosphäre ist bei Waldorfs ein absolutes Muss. Bei dieser Gelegenheit wird wie selbstverständlich auch das Zimmer des Schülers ins Visier genommen, um sich besserwisserisch auf Waldorfart einzumischen. Stein des Anstoßes war bei uns Kunststoffspielzeug, das man umbauen kann (z.B. zum Auto oder zum Roboter). Man wies mich darauf hin, dass der Gegenstand sehr starr und leblos sei und dass es sicherlich besser für meinen Sohn wäre, würde dieses Spielzeug aus seinem Zimmer entfernt werden. Besser wäre es, meinem Sohn eine Wurzel mit Wichteln und lebendige Materialien – Holz, das er selber zurechtschnitzen kann – zum Spielen zu geben. Ich war sehr überrascht, da mein Sohn bereits fast zehn Jahre alt war und wohl ein Mitbestimmungsrecht hat, was seine Spielsachen angeht. Wichtig, so der Lehrer, sei auch, dass die Hände meines Sohnes „ins Tun kommen, das steigert die Denk- und Merkfähigkeit – so hat Rudolf Steiner es gesagt.“ Ich antwortete, dass ich als Mutter durchaus in der Lage sei, selber zu bestimmen, mit welchem Spielzeug mein Sohn spielen dürfe. Zwei Tage später fragte der Lehrer meinen Sohn, ob denn jetzt die erwähnten Spielsachen aus seinem Zimmer entfernt seien, worauf mein Sohn antwortete: „Nein, warum?“ Eine Woche später wurde, wie mir mein Sohn erzählte, noch einmal nachgefragt, wieder gab mein Sohn die gleiche Antwort. Ich merkte, wie mein Sohn immer unsicherer wurde – er wollte es ja jedem recht machen. Danach wurde diesbezüglich nicht mehr gefragt. Von nun an ging es steil bergab.  

Mein Sohn wurde „ad acta gelegt“: ob er etwas lernte oder nicht, war von nun an egal, was aus ihm einmal werden sollte, „nun ja …“ Auf ärztliches Anraten hin sollte mein Sohn vorne sitzen, da er ein ruhiger, aber sehr aufmerksamer Schüler sei. Diese Bitte wurde vom Lehrer nicht beachtet: hinterste Reihe rechts, links … Hauptsache hinten, immer wieder saß mein Sohn neben den größten Rabauken der Klasse, die ihn einschüchterten und runtermachten. Dann endlich befanden wir uns wieder in der Leseepoche. Eingeschüchtert von Lehrern und Mitschülern fiel es meinem Sohn schwer, in der Klasse vorzulesen. Da ich ihn immer wieder dazu ermutigte, meldete er sich zaghaft, wurde aber nie aufgerufen. Ich setzte mich daraufhin mit dem Klassenlehrer in Verbindung und erklärte ihm, dass man Kinder nicht nur fördern, sondern auch fordern müsse. Fragte, warum er meinen Sohn auch dann nicht, wenn er sich selber meldete, einmal zum Vorlesen dran nehme. Darauf bekam ich zur Antwort, dass mein Sohn im Lesen noch sehr unsicher sei und er, als Klassenlehrer, nicht wolle, dass die anderen Mitschüler über meinen Sohn lachen. Ich war über diese Aussage sehr verwundert, war ich doch bis zu diesem Zeitpunkt der festen Überzeugung gewesen, dass es Pädagogen während ihrer Ausbildung lernen, mit dieser Routine-Situation umzugehen. Auch hier blieb alles beim Alten, sodass mein Sohn gar nicht erst die Chance für ein Erfolgserlebnis oder die Möglichkeit des „Wachsen und Werdens“ – wie es anhand von Steiner immer groß herausstellt wurde – bekam. Anders die Kinder von Gefolgsleuten und Linientreuen: Sie wurden in die erste Reihe gesetzt, und bekamen auch eine gewisse Aufmerksamkeit des Lehrers, was ihr Lernen anbetraf.  

Mittags konnten die Kinder, wenn sie wollten, im Speisesaal essen. Zweimal machte mein Sohn davon Gebrauch. Beim ersten Mal war das Gericht, das er gerne aß, bereits vergriffen. Beim zweiten Mal rannte er, um es doch noch zu bekommen. Das gefiel der Lehrerin überhaupt nicht. Sie bestrafte meinen Sohn, indem er nichts zu Essen bekam und die ganze Zeit am Tisch stehen musste (Mitschüler bestätigten mir diese Vorgehensweise). Ich selber war entsetzt, dass man so verfährt, und rief daraufhin den Klassenlehrer an. Ich sagte ihm, dass jeder Strafgefangene unberücksichtigt seiner Straftat dreimal täglich seine Mahlzeiten bekommt, und dass diese Vorgehensweise das Letzte sei. Danach ging’s erst richtig los: Die Lehrer schlossen sich, wie ich heute rückblickend sagen muss, gegen mich und meinen Sohn zusammen. Mein Sohn war damals noch keine 10 Jahre alt, ein aufgeschlossener, aber stiller Junge, der nun fortwährend von den Lehrern beobachtet und reglementiert wurde. So lange, bis er sich in der Schule gar nichts mehr zutraute und völlig verunsichert war. Er fing an, zum Perfektionismus zu neigen, wollte alles gut und noch besser machen. Hatte Angst, etwas Verkehrtes zu sagen oder zu tun, wollte wirklich jedem gefallen. Hoffnungslos.

Was sich hinter der verschlossenen Schultüre abspielte, war genau das Gegenteil von dem, was dort angeblich praktiziert wurde. Im Handarbeitsunterricht wurden die Kinder dazu erzogen, brav, braver, am bravsten nach dem benötigten Arbeitsmaterial zu fragen. Wenn die Lehrerin guter Dinge war, bekam auch mein Sohn sein Arbeitsmaterial. An schlechten Tagen wurde mein Sohn von der Lehrerin nicht beachtet oder abgewiesen. Dann traute er sich nicht, noch einmal nachzufragen … Wenn seine Arbeit dadurch nicht fristgerecht fertig wurde, tadelte ihn die Lehrerin vor der ganzen Klasse. Ich beschloss daraufhin, für das Arbeitsmaterial meines Sohnes selber zu sorgen. Zum Bittsteller möchte ich meinen Sohn nicht erziehen. Was soll das für eine ‘Erziehungskunst’ sein? „Körper, Geist und Seele werden bei der Waldorf-Pädagogik angesprochen … Kopf, Herz und Hand“, Wiederholungen machen die Waldorf-Lügen auch nicht wahrer. Hier werden Kinder und Jugendliche systematisch zu unfreien, unselbständigen, ängstlichen Menschen erzogen.  

Mein Sohn lebte in zwei Welten. Zuhause geht es bei uns locker und fröhlich zu, in der Schule war das ganze Leben und Lernen ein einziger Krampf: Von Fröhlichkeit und Spontaneität  keine Spur. Alles nur zu Steiners Bedingungen – versteinert. Oftmals wollte mein Sohn morgens nicht in die Schule, weinte dann. Ich konnte ihn immer wieder ermutigen, hinzugehen – trotzdem! Mittags leistete ich oftmals 2 Stunden Aufbauarbeit. In dieser Zeit gingen wir beide durch die Hölle. Im Sommer 2006 teilte mir dann der Lehrer mit, dass mein Sohn auf der angeschlossenen Waldorf-Sonderschule ‘Sonderförderung’ bekommen solle. Ich glaubte, „ich bin im verkehrten Märchen“. In vier Jahren war davon nie die Rede gewesen, jeder Elternabend wurde wahrgenommen, niemals wurde dazu auch nur die kleinste Andeutung gemacht. Ich gab dem Klassenlehrer zu verstehen, dass nicht mein Sohn, sondern er und das Waldorf-System versagt hätten. Teilte ihm mit, dass mein Sohn ab sofort die Schule nicht mehr besuchen würde. Das ganze ereignete sich zwei Tage vor den großen Ferien. Wie sich später herausstellte, war der Lehrer mit soviel elterlichem Ungehorsam völlig überfordert. Die Schule bot mir ein Gespräch mit allen meinen Sohn unterrichtenden Lehrern an – wenn nichts mehr geht, dann funktioniert immer noch das große Waldorf-Netzwerk. Ich lehnte dankend ab – Danke für soviel Inkompetenz und Menschenverachtung.

Danke für die ganzheitliche Erfahrung der „Freien“ Waldorfschule. Geläutert machte ich mich auf den Weg zu der in Waldorfkreisen geächteten, bösen „Staatsschule“ (so der Waldorf-Sprachgebrauch). Ich ging mit meinem Sohn zu einer öffentlichen Grundschule, um ihn dort einschulen zu lassen. Wie die erfahrenen Pädagogen durch einen Test feststellten, entsprach der Wissensstand meines damals 10 Jahre alten Sohnes dem eines Zweitklässlers: die Direktorin, sowie die anwesende Lehrerin schüttelten ungläubig den Kopf. Alle waren sich sehr schnell einig, dass es nicht an meinem Sohn lag, auch dass er vom Auftreten und von der Größe her (1.52m), nicht in die 2. Klasse passte – für die weitere schulische Laufbahn wäre es auch nicht sinnvoll gewesen.  

Wie ich rückblickend sagen muss, ist das Waldorfsystem raffiniert und an Verlogenheit nicht zu überbieten. Ist man einmal in dessen Fänge geraten, kommt man nur ganz schwer wieder heraus. Mit dem Eintritt in die Waldorfschule begibt man sich automatisch in ein Abhängigkeitsverhältnis – ohne sich dessen bewusst zu werden. Der Lehrstoff der Waldorfschulen ist so angelegt, dass Kinder beim Wechsel in eine öffentliche Schule erhebliche Lücken haben, die nur sehr schwer, oder gar nicht, wieder zu schließen sind – mein Sohn hatte diese erheblichen Wissenslücken und wurde schliesslich in die 4te Klasse zurückversetzt. Ein Schulwechsel geht auf Kosten der Kinder und Jugendlichen, die sich als Versager fühlen müssen, auch wenn sie keine sind. Ich hatte Glück, da wir an der öffentlichen Schule auf kompetente, erfahrene und verständnisvolle Pädagogen trafen.  

Die Waldorfschul-Karriere meines Sohnes erschien der jetzigen Lehrerschaft anfänglich eher unglaubwürdig. Die Waldorfschule verkauft sich nach außen hin sehr gut. Kennt man sie aber von innen, wird man eines Besseren belehrt. Die große Waldorf-Gemeinschaft lebt nach der Devise: „Bist du nicht für uns, bist du gegen uns.“ Die gegen uns sind, lassen wir außer Acht und entledigen uns dieser Eindringlinge schnellstmöglich, egal wie … Die Wahnvorstellungen Rudolf Steiners werden in der Waldorfschule ausgelebt – mit kräftiger finanzieller Unterstützung des Staates. Dieser lässt diese Sekte schalten und walten, wie es ihr gefällt. Ohne Gegenleistung, ohne Auflagen, ohne wirksame Kontrollen. Wo leben wir? Der Gesetzgeber verpflichtet die Schulaufsicht, auch die Qualität von Privatschulen zu überprüfen. Es sollte eine Selbstverständlichkeit sein, dass nur kompetente, gut ausgebildete Lehrer Schüler unterrichten dürfen. Selbstverständlich sollte es auch sein, dass jederzeit die Möglichkeit gegeben ist, an eine andere, auch öffentliche Schule zu wechseln – ohne riesige Wissenslücken und seelische Schäden aus der Waldorfschule im Ranzen mitzunehmen. An der PISA-Studie haben sich die Waldorfschulen gar nicht erst beteiligt …  
 

Zugesand von Andreas Lichte

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197 Kommentare zu “Wie gut sind Waldorfschulen?

  • #1
    Welle

    Diese Erfahrung ist nicht solitär. In Essen wurde vor Jahren ein Lehrer wiederholt der Gewalt gegen Schüler bezichtigt. Erst nach sehr langer Zeit entfernte man ihn aus dem Dienst.
    Es ist interessant, wie sich Erfahrungen gleichen können.

  • #2
  • #3
    ImLichterbetrachtet

    Also liebe Ruhrbarone: Wenn ihr einen Artikel veröffentlicht, solltet ihr auch etwas zum Autor schreiben. Herr Lichte versucht schon seit einiger Zeit seine weltbewegenden Verschwörungstheorien im Internet zu verbreiten, denn er hatte plötzlich die Erleuchtung und die anderen Menschen stecken schon im ?bösen Waldorfsystem? drin. Selbst öffentliche Gegendarstellungen, z.B. vom deutschen Schriftsteller Hans Magnus Enzensberger, hielten ihn nicht davon ab seine etwas realitätsferne Propagandaschlacht gegen die Waldorfschulen fortzuführen.
    Natürlich kann ich sein konkretes Beispiel nicht widerlegen: Aber nach 13 Jahren Waldorfschule und einem sehr guten Abitur zumindest an meiner Schule als völlig abwegig bezeichnen.
    Anscheinend haben sie sich da eine Verschwörung in den Kopf gesetzt und tun jetzt alles um die Menschheit mit ihren etwa 1000 Waldorfschulen aufzuklären. Wenn es da ein ?dunkles Waldorfsystem? gibt, dann wäre das meinen Eltern oder spätestens mir wohl aufgefallen.
    Apropos Wahrheit: Wenn Sie am Ende ihres Artikels auf die Pisa-Studie verweisen, sollten sie vielleicht die ganze Wahrheit erwähnen. In Deutschland haben die Waldorfschulen am OECD-Test teilgenommen und überdurchschnittlich abgeschnitten. In Österreich haben die Waldorfschulen auch an der Pisa Studie teilgenommen und (natürlich) auch über dem österreichischen Mittelwert abgeschnitten. So viel zu Ihrer Interpretation von Wahrheit?.

  • #4
    Andreas Lichte

    @ „ImLichterbetrachtet“

    Lieber Unbekannter, der Bericht „Wie gut sind Waldorfschulen?“ ist nicht von mir.

    Die Autorin wollte ihn zunächst unter ihrem Namen veröffentlichen, wovon ich ihr abriet: ich hatte im Frühjahr mit dem, Zitat „ImLichterbetrachtet“, ?dunklen Waldorfsystem? zu tun, mit dem Rechtsanwalt von Lorenzo Ravagli, Chefideologe der Anthroposophie und der Waldorfschulen, siehe:

    http://npd-blog.info/2009/04/28/npd-und-waldorfschule-uber-eine-zusammenarbeit-die-nicht-publik-werden-durfte/

    „NPD und Waldorfschule: Über eine Zusammenarbeit, die nicht publik werden durfte II

    NPD-BLOG.INFO hatte am 08. März 2009 einen Gastbeitrag von Andreas Lichte veröffentlicht. Darin ging es um die Arbeit des rechtsextremen Funktionärs Andreas Molau als Waldorflehrer sowie dessen Buchprojekt mit Lorenzo Ravagli, einem Vordenker der Waldorf-Pädagogik. Dieses Projekt hatte Ravagli kurz vor der Buchveröffentlichung im Jahr 2007 gestoppt – und es ist dem Anthroposophen offenbar noch immer unangenehm. So ging Ravagli wegen des Beitrags auf NPD-BLOG.INFO rechtlich gegen Andreas Molau vor, weil er in dem Interview Sätze aus dem Buch zitiert hatte. Und auch Autor Andreas Lichte sowie NPD-BLOG.INFO erhielten Post von Ravaglis Anwälten. Daher steht der Artikel ?Über eine Zusammenarbeit, die nicht publik werden durfte? jetzt nur noch ohne die Zitate aus dem nicht veröffentlichten Buch von Andreas Molau sowie dem Anthroposophen Lorenzo Ravagli zur Verfügung. Hier der Artikel, die Zitate sind durch ein XXX gekennzeichnet: (…)“

  • #5
    Tobias Wichtrey

    Man hört immer wieder solche Geschichten über die Waldorfschule. Ich mag das jetzt nicht beurteilen. Aber ich hab als Jugendleiter bei den Pfadfindern viel mit Waldorfkindern zu tun, und dabei ist mir aufgefallen, dass die Kinder, die auf der Waldorfschule sind, allesamt eine deutlich schlechtere Rechtschreibung haben als gleichaltrige Kinder auf staatlichen Schulen. Das ist natürlich jetzt keine repräsentative Stichprobe, aber trotzdem auffällig…

  • #6
    John Dean

    Ich denke, dieser Artikel zeigt, dass die Macht und Verantwortung eines Lehrers groß ist. Ohne die Verhältnisse zu kennen: Vielleicht war es ein Fehler, dass der Klassenlehrer ein nur beschränkt befähigter Berufsanfänger war. Auch mag es wohl so sein, dass an einzelnen Waldorf-Schulen ein absurdes Steiner-Sektierertum gepflegt wird.

    Ich glaube, dass die Waldorf-Schulen dadurch wertvoll sind, dass sie einen gänzlich verschiedenen schulischen Ansatz pflegen. Das muss nicht immer besser sein (ich persönlich halte es für schlechter – obwohl einzelne Teile der Waldorf-Pädagogik reizvoll und sogar vorbildlich sind), aber es bietet zum Beispiel eine Alternative für jene Schüler, die an einer staatlichen Schule nicht zurecht kommen.

    Ein wenig frage ich mich allerdings, warum die Eltern vier lange Jahre Quälerei ihres Kindes zugelassen haben. Schulwechsel – aus aus ähnlichen Gründen heraus – gibt es ja auch an staatlichen Schulen. Und ich habe oft erlebt, dass es funktioniert hat.

    Warum erfolgte der Schulwechsel also erst nach vier Jahren? So richtig verstehe ich das nicht, jedenfalls dann nicht, wennn die Eltern und das Kind die betreffende Waldorf-Schule vor allem als Qälerei wahr genommen haben.

    Irgendwelche positiven Aspekte muss es also auch gegeben haben – oder liege ich da falsch?

  • #7
    Momo

    Leider kommt es an jeder Schule sehr auf die Lehrer an, daran hängt leider sehr viel. Ein Nachteil der Waldorfschule ist tatsächlich, dass der Wechsel zur „normalen“ Schule erschwert wird und die Kinder sich dabei noch völlig umstellen müssen. Mich hat am meisten das obligatorische Russisch abgeschreckt.
    Die Waldorfschulen sind untereinander auch sehr unterschiedlich. Ich weiss von Kindern, die in Bo-Langendreer und anderen Staatsschulen nur im Sonderschulbereich aufgenommen worden wären und in der Widarschule in Bochum ganz normal aufgenommen wurden!?

  • #8
    JK

    Is klar das ein ex Waldorfschüler sowas nicht sieht und kennt. Ich sollte auch mal auf die waldorfschule aber die wollten mich nicht haben, da ich eine Behinderung habe, naja anderes Thema.

    Bin ich froh das ich nie auf diese schule gegangen bin!!

    ich frag mich was waldorfschüler wählen, wenn sie den wählen gehen. Die Violetten? 😀 FDP?:-D

  • #9
    Martin

    Einiges in dieser Geschichte habe ich selbst erlebt, allerdings an staatlichen Schulen in den 60er und 70er Jahren, nur dass es damals meine Eltern nicht weiter interessierte. Heute werden die Kinder nicht nur mit dem Mama-Taxi zur Schule gefahren, und wissen sich dadurch nicht mehr selbstständig im Straßenverkehr zu bewegen, sondern die Eltern mischen sich auch darüber hinaus mehr in der Schule ein. Das ist meistens besser für die Kinder, aber manchmal auch peinlich.
    Was die Waldorf-Schulen betrifft, ist mir im Integrationsbericht des gleichnamigen NRW-Landesministers Laschet aufgefallen, dass wer seine Kinder auf eine ausländerfreie Schule schicken will, bei Waldorfs am „sichersten“ ist. Ich weiss nicht warum das so ist, aber es würde mich interessieren. Weiss es sonst jemand?

  • #10
    Andreas Lichte

    @ Martin

    du schreibst: „Was die Waldorf-Schulen betrifft, ist mir im Integrationsbericht des gleichnamigen NRW-Landesministers Laschet aufgefallen, dass wer seine Kinder auf eine ausländerfreie Schule schicken will, bei Waldorfs am ?sichersten? ist.“

    Ganz sicher. Waldorfschulen sind „ausländerfreie Zonen“. Auch darum ging es in meinem Interview mit den Ruhrbaronen, siehe:

    „Waldorfschule: Vorsicht Steiner“, http://www.ruhrbarone.de/waldorfschule-vorsicht-steiner/

    In den Kommentaren antworte ich auf Waldorfschüler, die nicht zugeben wollten, dass es an Waldorfschulen kaum Ausländer gibt, mit einer Statistik …

  • #11
    ImLichterbetrachtet

    Nein, leider gibt es in meiner ehemaligen Schule tatsächlich kaum Schüler mit Migrationshintergrund. Aber es gibt auch sehr wenig Schüler aus den unteren Gesellschaftsschichten – d.h. der Anteil von Kindern aus Akademikerhaushalten ist sehr hoch. Aber, um Herrn Lichte die lustigsten Argumente vorweg zu nehmen: Es sind alles dumme, rechtsradikale Akademiker die Ihre Kinder auf dieses Schule schicken…

    In vielen Schichten dieser Gesellschaft ist der Gedanke sein Kind auf eine „Privatschule“ zu schicken völlig abwegig. Ich habe das selbst bei einem Mitarbeiter meiner Eltern erlebt, der selbst Migrationshintergund hat. Als meine Eltern dem Mitarbeiter vorgeschlagen haben sein Kind auf die Waldorfschule zu schicken, wurde klar, dass sie diese Schulform nicht einmal kannte. Auch aus seinem Bekanntenkreis kam völliges Unverständnis, warum man sein Kind nicht auf eine normale Staatsschule schickt.

    Aber na ja, ich fänd es äußerst amüsant wenn sie mal einen Vortrag vor einer Waldorfschule mit ca. 900 ?manipulierten? Schülern halten würden! Ihre ?Erkenntnisse? dürften für einige Unterhaltung bei den Schülern sorgen?

    Und @JK: Ne, bei uns waren fast alle grün oder rot.

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  • #13
    Andreas Lichte

    @ „ImLichterbetrachtet“

    Waldorfschüler hatten mich an ihre Schule eingeladen, an die Waldorfschule Potsdam. Das wurde im letzten Moment von der Schulleitung verhindert. Warum, wenn alles so „frei“ ist?

    Ich diskutiere gerne mit Waldorfschülern. Zum Beispiel mit Ansgar Martins. Siehe seinen jüngsten Artikel zu Rudolf Steiners „unglaublichen, psychotischen Wahnsinn?:

    http://waldorfblog.wordpress.com/2009/09/22/die-machte-des-lichts-symptome-steinerschen-geisterkenntnis-eine-philosophische-stellungnahme/

    „Die Mächte des (L)ICH(ts) ? Symptome der Steinerschen ?Geisterkenntnis?. Eine philosophische Stellungnahme“

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  • #15
    John Dean

    Herr Lichte, beantworten Sie doch bitte die Frage: Warum hat es vier lange Jahre gedauert, bis das Kind von der für es ungeeigneten Schule genommen wurde?

  • #16
    Ansgar Martins

    > Aber na ja, ich fänd es äußerst amüsant wenn sie mal
    > einen Vortrag vor einer Waldorfschule mit ca.
    > 900 ?manipulierten? Schülern halten würden!
    > Ihre ?Erkenntnisse? dürften für einige Unterhaltung bei
    > den Schülern sorgen?

    In der Tat^^

    Das ändert aber nichts daran, dass er in einigen Punkten durchaus recht hat – und nichts daran, dass Fälle wie der oben vorkommen. Die Frau hat ihre schlechten Erfahrungen doch nicht mit Absicht gemacht!

    > Waldorfschüler hatten mich an ihre Schule eingeladen,
    > an die Waldorfschule Potsdam. Das wurde im letzten
    > Moment von der Schulleitung verhindert. Warum, wenn
    > alles so ?frei? ist?

    Weil sie die deinen Erfahrungen zuwiderlaufend positive Praxis mögen und wahrscheinlich zu großen Teilen aus der von dir kritisierten Theorie heraus vertreten. Aber die Frage war rhetorisch, oder?^^

    Nach wie vor heben positive Erfahrungen an FWSen die negativen nicht auf noch umgekehrt. Nach den einschlägigen Studien überwiegen die positiven, aber das hebt den Unfug in der Theorie nicht auf und verzögert die notwendige Auseinandersetzung gerade von kritischen WaldorfbefürworterInnen mit dieser Theorie.

  • #17
    Ansgar

    Oh, und sehr gut auch der oben erwähnte Kommentar bei zooey.org: http://zooey.wordpress.com/2009/10/05/powerovercriticism/

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  • #19
    sanddorn

    @John Dean Fragst du auch Aussteiger von den Zeugen Jehovas/Scientology warum es xy Jahre gedauert hat bis sie den Weg nach draußen gefunden haben?

  • #20
    Stefan

    Es ist wirklich beängstigend, dass dieser Walldorfunfug immernoch erlaubt ist. Da haben wir Jugendschutzgesetze und machen uns Gedanken wegen Flatratesaufen und setzen völlig gedankenlos unsere Kinder den Ideologen der Steinerbewegung aus. Der Staat hat die Pflicht, die Jugend vor Waldorf und anderen Psychosekten zu schützen.

  • #21
    Debris

    Mit diesem Beitrag ist euch die zweifelhafte „Ehre“ zuteil geworden bei den obersten Dreckschmeißern des deutschen Blogwesens zitiert zu werden. Unabhängig vom Inhalt ist das ein gewaltiger Abstieg für dieses sonst gute Blog hier.

  • #22
    Markus Breuer

    Schulformen und Kindeserziehung im Allgemeinen scheint weltweit ein ideologisch vermintes Terrain zu sein ? und wie immer bei solchen Themen neigen Menschen dazu, Anekdoten aus der eigenen Erfahrungswelt als belegte Fakten für die die grundsätzliche Bewertung ganzer Systeme zu sehen. (Siehe auch das Beispiel Homöopathie im ähnlich verminten Gelände „Gesundheit“ 😉

    Also … unser Sohn geht auf eine Waldorfschule. Wir sind nach einem Jahr auf einer „normalen“ katholischen Grundschule dorthin gewechselt und sind der Ansicht, dass wir damit genau die richtige Entscheidung für ihn getroffen haben. Und, wer mich kennt, weiß, dass ich garantiert kein Alternativ-Esoteri-Antroposoph bin sondern Agnostiker mit in jeder Hinsicht eher materialistischer Weltanschauung.

    Im Endeffekt hat die Bewertung, welche Schulform „die Beste für mein Kind“ ist, sicherlich immer viel damit zu tun, welches Idealbild man von einer Schule und ihrer Aufgabe im Kontext vom Erziehung, Bildung, Menschwerdung hat … Mit Absolutismen zu arbeiten oder die „objektive Wahrheit“ zu suchen ist da schwierig bis sinnlos.

    Ich denke, der Waldorf-Ansatz ist wirklich „ganzheitlich“ und damit in vielen Fällen besser geeignet, die persönlichen Stärken und Schwächen eines Kindes zur Entfaltung zu verhelfen. Wer sein Kind möglichst stromlinienförmig auf eine akademische Karriere vorbereiten möchte, sollte es aber vielleicht nicht auf eine Waldorf-Schule geben. Zudem ist die Stoffvermittlung nicht synchron zu anderen Schulformen, was einen Schulwechsel wirklich nicht immer einfach macht. Das ist richtig. Wir haben im Freundeskreis aber einige Kinder, die sowohl Schulwechsel verkraftet haben als auch auf einer Waldorfschule Abitur gemacht haben und heute erfolgreich studieren.

    Wie an einer Schule mit „Mobbing“ umgegangen wird (als ich persönlich noch davon betroffen war, nannten wir es noch Machtkämpfe, Hänselei und Quälerei) ist nach meiner Erfahrung mehr eine Frage des Lehrpersonals als der Schulform. Das kenne ich selbst aus leidvoller Erfahrung, wobei unser Sohn bei solchen Vorfällen sowohl als „Täter“ als auch als Opfer aufgetreten ist. Hier auf Verhaltensänderungen einzuwirken ist meines Erachtens aber auch sehr stark Sache der Eltern der beteiligten Kinder. Allein gelassen dürfte damit fast jeder Lehrer – völlig unabhängig von der Klassengröße – überfordert sein, zumal viele diese Situationen außerhalb des direkten schulischen Einflußbereichs auftreten.

    Und was die sonstige politischen Ansichten von einzelnen Waldorfianern, Antroposophen und von Herrn Steiner selbst angeht … wenn ich die Absicht hätte, unseren Sohn auf eine Schule zu schicken, in der nur Methoden von Pädagogen praktiziert werden, die, oder deren Lehrer in den letzten 200 Jahren ausschließlich Ansichten vertreten haben, die ich meinem eigenen politischen und weltanschaulichem Denken gemäß als „korrekt“ empfinde … müsste ich ihn wohl zu Hause lassen 🙂

    An der Waldorfschule jedenfalls, die unser Sohn besucht, vertreten die Lehrer öffentlich keine politischen oder weltanschaulichen Ansichten, die ich als nicht tragbar im Rahmen des üblichen demokratischen Spektrums empfinde. Es gibt nach meiner Erfahrung auch keine „Selektion“, die Kinder mit Migrationshintergrund der Schule fernhalten sollen. In unserer – eher ländlich gelegenen – Schule gibt es beispielsweise auch Kinder aus muslimischen Familien, die selbstverständlich auch entsprechenden Religionsunterricht erhalten.

    Was die Einkommensverhältnisse (und Lebensstile) der Eltern angeht, muss ich – ohne eine statistisch repräsentative Erhebung behaupten zu wollen – sagen, dass der Anteil der Biowolle-Träger und Hess-Natur-Fans sicherlich überproportional hoch ist. 😉 Zugleich gibt es aber auch eine gute Durchmischung mit Schlipsträgern, Familien aus der arrivierten Mittelklasse und zugleich ganz bodenständigen Arbeiterfamilien.

    Statistisch mag es Abweichungen zwischen den soziodemografischen Merkmalen bei Schulformen geben. Diese haben aber viele Gründe, und sind nicht zwangsweise Ausdruck gezielter Selektion durch die Protagonisten der jeweiligen Schulform. Obwohl ? in meiner Heimatstadt gibt es nach wie vor eine Art Klosterschule 😉

    Alles oben Gesagte ist übrigens meine Meinung aufgrund der Erfahrungen mit einer Waldorfschule und erhebt keinerlei Anspruch auf Allgemeingültigkeit. Vielleicht haben wir nur einfach Glück gehabt mit dieser Schule und diesen Lehrern. 🙂

  • Pingback: Michél (identicomrade) 's status on Tuesday, 06-Oct-09 08:33:07 UTC - Identi.ca

  • #24
    Arnold Voß

    Die Sache mit der Waldorfschule ist jenseits unterschiedlicher subjektiver Erfahrungen von Kindern und Eltern im Grunde genommen sehr einfach. Wer die verständlicherweise in ihrer Entstehungszeit befangenen Lehren Steiners heute noch als Leitlinien für Inhalt, Form und Didaktik einer Schule nimmt,der ist gelinde gesagt ideologische befangen und sachlich nicht auf dem Stand des Wissens, den eine (Aus)bildung fürs heutige Leben erfordert.Daran kann selbst der beste Lehrer samt Ganzheitlichkeitsansatz nichts ändern.

    Dass dann trotzdem eine Menge lebens- und gestaltungsfähiger Menschen dabei herauskommen, ist – wie auch bei manch anderen Schulen – nicht die Leistung der Schule sondern vor allem der Schüler und der Eltern.

  • #25
    Martin

    @ Markus Breuer
    Ein dankenswerter Beitrag zur Versachlichung in diesem Forum. Viele Schulkindereltern haben ja sonst oftmals so ein furchterregendes Glühen in den Augen 😉 Ich selbst bin übrigens kinderlos, kinderlieb und kein Lehrer 😉

  • #26
    Dingsda

    Was? Keine Kontrollen?

    Ist das in der Schweiz auch so? Weil hier habe ich mehrere Leute kennengelernt, die ohne Probleme ins staatliche Gymnasium wechselten (geographisch bedingt, Umzug etc.) und keine Probleme mit dem Stoff hatten. Vielleicht liegt es am deutschen … Kultus (?) -ministerium?

  • #27
    Andreas Lichte

    @ Dingsda

    meintest du vielleicht deutsche Okkultusministerien?

    Fritz Beckmannshagen, ?Rudolf Steiner und die Waldorfschulen?, S.29:

    ?Der Kenner der pädagogischen Psychologie und ihrer umfangreichen Entwicklungsforschung steht verblüfft vor diesem kargen Modell [i.e. der Steinerschen Jahrsiebtelehre] und fragt sich vergeblich, wie ein renommiertes Schulsystem seit über sechzig Jahren, unbekümmert um die Fortschritte der Wissenschaft, danach arbeiten kann. Möglicherweise liegt gerade in der Anspruchslosigkeit des ?Gerätes? seine Durchschlagkraft; dieses kann schließlich jeder begreifen und handhaben, auch ohne pädagogische Examen. Möglicherweise liegt sie auch in der okkulten Ableitung des ganzen oder aber in der schier unbegreiflichen ministeriellen Duldung und Förderung.

    (?)

    Heute [1984!] sind die Kultusministerien einiger Länder bezüglich der Waldorfschulen total unkritisch und unangemessen großzügig geworden. Ich kann mir dieses irrationale Verhalten nur erklären, indem ich vermute, daß an wichtigen Stellen der Ministerien stille Förderer der Bewegung sitzen und lenken, so daß man bald zutreffend von Okkultusministerien spricht?.

  • #28
    Andreas Lichte

    @ dingsda

    … und Okkultusministerien heute [2009]?

    Prof. Hermann Avenarius, einer der renommiertesten Deutschen Schulrechtler, stellte kürzlich in ?Frontal 21?, ZDF, fest, dass die Ausbildung der Waldorflehrer ein Verstoß gegen das Grundgesetz ist, da die im GG genannten Mindestanforderungen nicht erfüllt werden ? GG, Artikel 7, Absatz 4, Satz 3: „Die Genehmigung ist zu erteilen, wenn die privaten Schulen (?) in der wissenschaftlichen Ausbildung ihrer Lehrkräfte nicht hinter den öffentlichen Schulen zurückstehen ?“

    FRONTAL21, 10.03.2009, Kritik an Waldorf-Lehrern: http://www.zdf.de/ZDFmediathek/content/710932?inPopup=true

  • #29
    Kotzlowski

    Mein Sohn besuchte eine Waldorf sehr erfolgreich. Er zeigt heute in seinem Studium, dass er selbstbewusst und weitsichtig ist. Ich empfehle den Eltern: Seht Euch das Personal der staatl. Schulen an und entscheidet, ob Ihr Eure Verantwortung für Eure Kinder an solche Personen abgeben wollt.

  • #30
    Andreas Lichte

    @ Kotzlowski

    Sie schreiben: „Seht Euch das Personal der staatl. Schulen an und entscheidet, ob Ihr Eure Verantwortung für Eure Kinder an solche Personen abgeben wollt.“

    Typisch Waldorf: die „Böse Staatsschule“, kommt ja auch im Bericht oben vor, Zitat: „Geläutert machte ich mich auf den Weg zu der in Waldorfkreisen geächteten, bösen ?Staatsschule? (so der Waldorf-Sprachgebrauch).“

    Sie geben dem Ganzen jetzt auch noch eine persönliche Note – Ganz toll!

  • #31
    John Dean

    Herr Lichte, ich finde es bezeichnend, dass Sie nicht einmal den Versuch unternehmen, die Frage zu beantworten, die ich Ihnen mehrfach gestellt habe. Ich ziehe, daruas und aus Ihren Kommentaren hier folgenden Schluss: Ihnen geht es nicht um eine offene Diskussion, auch scheinen Sie die Verfasser des hier verbreiteten Beitrags nicht zu kennen bzw. stehen nicht in Kontakt zu diesen. Es war einfach nur so „schön geeignet“ für Sie, um Ihre Sichtweise zu illustrieren. Ihnen geht es einfach nur darum, möglichst gründich „Aufklärung“ in Gestalt von Hetze gegen die Waldorf-Schulen zu betreiben.

    Schämen Sie sich!

    Es ist gewiss nicht so, dass ich die Waldorf-Schulen und die dort betriebene Pädagogik sehr mögen würde. Wie gesagt: Ich halte einiges bei den Waldorf-Schulen für problematisch.

    Aber Ihnen, Herr Lichte, glaube ich kaum ein Wort – jedenfalls nicht im Bezug auf das Thema Waldorf-Schulen. Sie bemühen sich nicht um objektive Sichtweisen, sondern Sie betreiben eine Art „Aufklärung“, die im Kern wesensgleich ist zu den Informationen und Desinformationen, die eine Seite wie „PI-News“ über die muslimische Bevölkerung bietet.

    Damit ist Ihre Art von „Aufklärung“ gut zu vergleichen.

    Ansonsten werden Sie sicherlich ein guter und wertvoller Mensch sein, Herr Lichte – aber in Ihrem Haupt- und Magenthema, da ist Ihnen nicht zu trauen. Sie betreiben selbst eine Art Okkultismus, nämlich eine finstere Dämonologie des Waldorfschulwesens.

    Pardon.

  • #32
    Andreas Lichte

    @ John Dean

    Richtig ist: Ich kenne die Autorin des Berichts. Ich stehe mit der Autorin des Berichts in Kontakt.

    Ich gebe keine Auskünfte über die PERSÖNLICHEN Motive einer Autorin, die einen anonymen Bericht verfasst hat. Wenn überhaupt, dann könnten Sie sie darum bitten.

    Ich erwarte nicht, dass Sie mir glauben. Sie sollten die von mir genannten Quellen prüfen, und die TV-Dokumentation des SWR, „Betrifft: Wie gut sind Waldorfschulen?“, die in der Unterüberschrift verlinkt ist, anschauen: http://www.youtube.com/watch?v=x8aCwm7bzQ4

  • #33
    Peter Bartels

    Verdorbene Äpfel und faule Birnen!
    Das westliche Bildungssystem ist ein knallhartes Ausleseverfahren. In diesen Grundsatz unterscheidet sich auch eine Waldorfschule nicht. Ziel ist es in diesem Ausleseverfahren geeignete Wirtschaftskandidaten auszubilden und fein säuberlich in Schubladen zu trennen – nach sozialem Status, soziale Kontakte und sog. „soft skills“. Dieses unser Bildungssystem ist NICHT an der Optimierung der Wissensvermittlung interessiert, noch will es die persönliche Stärken oder gar das Lernen lehren. Dieses starre Bildungssystem ist nicht darauf aus ein Volk aus Intelligenzbestien zu züchten die eine Gefahr der wahrheitsverschleiernden Imperialisten darstellen würde. Wenn wir über den Tellerrand schauen wissen wir, dass Bildung mit dem sozialen Status Hand in Hand geht – ebenso wie mit der Lebenserwartung. Warum sich mit Überheblichkeit alles schönreden um anderen zu gefallen. In einer Welt in der mehr als 20000 Kinder am Tag sterben, dürfen wir froh sein, Luxusdiskussionen über die Waldorfschule führen zu dürfen.

    Daher ein großes LOB für diese kritische Berichterstattung.

  • #34
    Dirk Spengler

    Riesen Unterschiede –
    Das der obige Horror Bericht incl. seiner Einzelheiten im Großen und Ganzen zutrifft ist für mich nicht verwunderlich. Ich habe mich ab meinem 18. Lebenjahr viele Jahre mit Anthroposophie beschäfftigt – man könnte auch sagen eine Zeit lang WAR ich Anthroposoph einschließlich Mitglied in der AG – und hatte mich zwischen 2000-2009 endgültig von Anthroposophie und ähnlichem los gelöst. Meines Wissens und aus meiner Erfahrung sind die Unterschiede an den W.Schulen insgesamt riesig, natürlich mit einem Mittelfeld. Gerade wer das Pech hat, einen „Neulehrer“ zu bekommen hat in der Regel verloren. In dieser Schule und in dieser Klasse ist wohl alles zusammen gekommen was schief laufen kann, inkl. der verbreiteten Mentalität (sicher nicht in jeder W.schule) die Dinge möglichst lange unter den Teppich zu kehren um den schönen Schein nicht zu stören oder um den Ruf der Schule nach außen intakt zu halten.
    Was der eine Vorkommentator über Verschwörungstheorien sagte ist sowohl dumm als auch eine Beleidigung für die Intelligenz von eigenständig denkenden. Was hat das Killer-Schein-Argument der Verschwörungstheorie mit einer sachlichen Auseinandersetzung der INHALTLICH berechtigten Kritik an schwarzen Zuständen in manchen Waldorfschulen zu tun ?
    Zurück, es gibt mit Sicherheit auch W.schulen, wo man mit solchen Mobbing Problemen anders umgehen würde, weil dort ein Lehrerkollegium tätig ist, bei denen Leute fähig sind die Sache nicht zu verdrängen sondern aktiv anzugehen.
    Man muß wohl bei jeder Waldorfschule sehr intensiv vorher prüfen, wie es um Sie bestellt ist, möglichst Insider Infos einholen usw und genau wissen, welchen Klassenlehrer das Kind bekommt.
    Wo viel Licht, da kann extremer Schatten sein, was aber das Licht nicht ausschließt, wenn eine Schule reife Lehrer hat, die mit kontroversen Situationen umgehen kann.
    Ich hätte allerdings auch das Kind nach spätestens einem Jahr von der Schule geholt.

  • #35
    Dirk Spengler

    Achtung Fehler bitte meinen Kommentar korrigieren —zwischen 200-2002 von A gelöst

  • #36
    Torsten

    Zitat Welle: „In Essen wurde vor Jahren ein Lehrer wiederholt der Gewalt gegen Schüler bezichtigt. Erst nach sehr langer Zeit entfernte man ihn aus dem Dienst.“

    Ich kenne einen Fall, wo sich ein Lehrer mehrfach an Schülerinnen vergriffen hat und sie ständig sexuell belästigt hat. Die Schule alleine hat nichts gemacht – sowas konnte ja schließlich nicht sein – obwohl viele Schüler dies bestätigen konnten! Irgenwann ging die ganze Sache dann zur Staatsanwaltschaft, aber nichts geschah – der Lehrer durfte weiter unterrichten! Erst nachdem über Eltern eine „einstweilige Verfügung“ beim ministerium erreicht wurde, wurde er versetzt. schließlich war dann die zuständige staatsanwältin der meinung, dass ja noch nichts passiert sei, auch wenn es die ganzen augenzeugen gibt und alles was getan wurde ist, diesen lehrer zu versetzen. dieser vorfall wiederholte sich einige male, bis dieser lehrer wieder an der gleichen schule rauskam, wie am anfang und jetzt weiter seinen unterricht machen und schülerinnen betatschen kann…

    wenn man sich die beiträge in den alternativen medien so ansieht, stellt man sich die frage, ob es nicht vielleicht besser wäre, unsere kinder selbst zu unterrichten und sie dann nur noch zum abi oder so prüfen zu lassen. – aber leider geht das ja nicht und so müssen unsere kinder weiterhin in diese einrichtungen gehen, in denen ihnen ihre eigene meinung aufgezwungen wird und wo sie staatsgerecht erzogen werden – wie roboter!

  • #37
    Max Merkel

    Hallo erstmal 🙂

    Ich muss mich doch sehr wundern.
    Meine Tochter besucht auch eine Waldorfschule in der 1.Klasse, und es ist keinesfalls so, als hätte ich nicht gewusst, das dort Klassen mit bis zu 38 Kindern existieren.In der Klasse meiner Tochter sind 28 Kinder.Das die Klassen für einige Unterrichtsfächer geteilt werden, hat die Autorin wohl vergessen zu erwähnen.An einigen Schulen gibt es auch so genannte „Klassenhelfer/innen“ die den Klassenlehrer/in in ihrer Arbeit unterstützen.

    Bei Elternabenden habe ich noch nicht festgestellt, das irgendwelche Fragen geblockt werden.Das Feiern, Fahrten etc.festgelegt sind ist ja wohl nichts besonderes.Dies dürfte an jeder anderen Schule auch so sein.Es wäre mir jedenfalls neu, das Eltern ein Mitspracherecht bei der Planung von Klassenfahrten etc. haben.

    Ich habe noch auf keinem Elternabend/Infoveranstaltung gehört…“Rudolf Steiner hat gesagt ….“

    Soweit ich weiss, ist jede Waldorfschule, nicht gleich Waldorfschule ( wie übrigends auch jede andere Schule ).

    Ich denke damit ist alles gesagt.

    Ich frage mich warum die Autorin 4 Jahre lang gewartet hat, ihren Sohn von dieser Schule zu nehmen.Wenn was faul ist, sollte man das spätestens nach einem Jahr geschnallt haben und reagieren.

    Hier mal ein paar Links (Wahllos herrausgesucht)

    http://www.abendblatt.de/hamburg/article593738/Schueler-misshandelt-Lehrer-unter-Verdacht.html

    http://www.grundschule.de/forum/q_t_is_1340/viewtopic/LehrerinschicktGrundschler3KlassevordieTr.html

    http://www.az-web.de/lokales/heinsberg-detail-az/1058298/Grundschule-Weidengrund-Verfahren-gegen-Lehrer-eingestellt

    http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,294574,00.html

    Und so weiter, und so weiter …

    Mobbing und Gewalt scheint jedenfalls kein Waldorfspezifisches Thema zu sein.Auch wenn der Artikel das suggerieren möchte.

    Ich weise nochmal darauf hin, das nicht an jeder Waldorfschule die gleichen Bedingungen herrschen.Und die Autorin hätte gut daran getan, zu schreiben „An der Waldorfschule meines Sohnes….herrscheten folgen Zustände….etc“
    Warum sie das nicht getan hat ? Darüber kann sich ja jeder selbst ein Bild machen.

    gruss

  • #38
    Andreas Lichte

    @ Max Merkel

    Sehr geehrter Max Merkel,

    Sie schreiben: „Ich weise nochmal darauf hin, das nicht an jeder Waldorfschule die gleichen Bedingungen herrschen. Und die Autorin hätte gut daran getan, zu schreiben ?An der Waldorfschule meines Sohnes?.herrscheten folgen Zustände?.etc? Warum sie das nicht getan hat ? Darüber kann sich ja jeder selbst ein Bild machen.“

    Wie soll sich „jeder darüber selbst ein Bild machen“? Was wollen Sie damit sagen?

    Geben Sie doch bitte den Namen Ihrer Waldorfschule an. Das sollte für Sie ja kein Problem sein, da Sie sie loben. Ach ja: Ich setze voraus, dass „Max Merkel“ Ihr wirklicher Name ist, oder bin ich da vielleicht zu naiv?

  • #39
    Fritz Frey

    Wie immer auch der Sachverhalt sein mag: Verallgemeinerungen sind immer falsch, handle es sich um Institutionen oder um Individuen. Differenzierte Betrachtungen werden zugegebenermaßen immer seltener. Menschen sind überall Menschen, in welchem Zusammenhang auch immer und dort wo Menschen sind, bestehen Entwicklungsmöglichkeiten. Das Problem entsteht erst dort, wo man diese nicht mehr sehen kann oder will. Dies ist auf Seiten des Klägers ebenso der Fall wie auf Seiten des Beklagten.

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  • #41
    John Dean

    Herr Lichte fragt mich – in meinem Blog – nach meinem Impressum. Für mich klingt das nach einer verklausulierten Drohung – ihm gefiel mein kritischer Kommentar wohl nicht.

    Schade. Diskussion: geht anders.

  • #42
    Sebastian Hartig

    Zunächst mal scheint dieser Bericht sehr subjektiv zu sein und nicht wirklich die Sache selbst zu treffen, da es überall Missstände gibt und geben wird. Was die Einstellung zum Mobbing unter Grundschulkindern angeht, scheint mir die Haltung in der staatlichen Pädagogik nicht viel anders zu sein. Dort begegnet man m. E. auch stets der Einstellung, dass Raufen und Hänseln eben zur Kindheit dazugehört. Die Aussage, dass Eurhythmie an Schwulsein erinnere, sagt ja wohl mehr etwas über das geistige Niveau des Verfassers aus und kann ja wohl kein Gewicht als seriöses Argument haben. Manches liegt natürlich auch an den Eltern selber, wenn sie sich zu wenig mit dem auseinandersetzen, worauf sie sich einlassen; z.B., dass Anthroposophen was gegen Plastikspielzeug haben, ob zu Recht oder zu unrecht sei erst mal dahingestellt, ist ja nun ein alter Hut, wer darauf nicht gefasst ist, hat sich ja nun wirklich vorher schlecht informiert. Was ebenso wenig bekannt ist: auch die Redewendung ??nicht sein kann, was nicht sein darf? geht auf einen Anthroposophen, nämlich Christian Morgenstern zurück.
    Als ich dann den Namen des Einsenders Andreas Lichte las, kam mir dieser irgendwie bekannt vor. Mit Google war dann alles klar: Andreas Lichte war der Assistent des evangelischen Sektenbeauftragten Thomas Gandow und hat vor zwei Jahren den berüchtigten Antrag auf Indizierung eines Buches von Rudolf Steiner gebracht. Außerdem hat er eine Ausbildung an einem Seminar für Waldorflehrer begonnen und seltsamerweise währenddessen erst festgestellt, dass er es ja mit einer esoterischen Sekte zu tun hat. Jedenfalls ist er offensichtlich mit seinen Diffamierungsaktivitäten bei den davon Betroffenen schon längst als ?Anthroposophenjäger? bekannt. Sein Ziel ist die Waldorfpädagogik die staatliche Zulassung zu entziehen, weil die Lehrerausbildung dort nicht den wissenschaftlichen Standards entspreche.
    Meine Meinung dazu ist nach wie vor: Wenn die insbesondere evangelische Kirche ihr mangelndes eigenes Profil mit der Hetze gegen neuere und kleinere Glaubensrichtungen verdeckt, ist das sehr bedenklich. Solche Vorgänge sind kennzeichnend für unsere Gesellschaft, in der nur bedingt Glaubens- und Meinungsfreiheit existiert – im Unterschied z.B. zur USA -, da hier schon alleine der Verdacht etwas mit einer ?Sekte? zu tun zu haben, den Ruf von Personen und Gruppen zerstören kann. Wäre dies anders, wären die Aktivitäten solcher Sektenjäger ja auch nur Teil des pluralen Meinungsspektrums. Nur hierzulande wird die Sektenjagd eben staatlich gefördert und entspricht damit subtil durchaus dem, was früher Inquisition hieß (wie Hubertus Mynarek herausgearbeitet hat). Es ist eben dieses Ungleichgewicht, mit der neuere religiöse Minderheiten von ganz offizieller Seite schikaniert werden dürfen, während gleichzeitig die Kritik an oder Belustigung über archaische Religionen wie Judentum oder Islam den Straftatbestand der Volksverhetzung erfüllt.

  • #43
    Andreas Lichte

    @ Jean Dean

    ich habe nach einer Möglichkeit gesucht, Sie zu kontaktieren. Und nicht gefunden. Deshalb die Frage nach dem „Impressum“. Dann habe ich Sie gebeten, mich zu kontaktieren, über die Ruhrbarone.

    Wenn Sie Wert auf eine Diskussion legen, dann kontaktieren Sie mich.

  • #44
    Andreas Lichte

    @ Sebastian Hartig

    Richtig ist: Ich habe für kurze Zeit – ein halbes Jahr – mit dem Sekten- und Weltanschauungsbeauftragten der Evangelischen Kirche, Pfarrer Thomas Gandow, zusammengearbeitet. Ziel dieser Zusammenarbeit war eine Tagung über die Anthroposophie und Waldorfpädagogik. Diese Veranstaltung wurde von der Kirchenleitung verhindert. Siehe:

    „Chronik eines unausgesprochenen Verbotes“, http://www.novo-magazin.de/82/novo8216.htm#i_box2

    Schon allein daran können Sie erkennen, dass ich nicht für die Evangelische Kirche tätig bin. Die Evangelische Kirche kooperiert im Rahmen der freien Schulträger mit den Waldorfschulen. Völlig falsch ist also, dass die Evangelische Kirche in irgendeiner Form gegen die Anthroposophie vorgeht.

  • #45
    John Dean

    1. Ich finde Skepsis gegenüber destruktiven Sekten grundsätzlich gut. Abgeschlossene Weltbilder, die in abgeschlossenen sozialen Gruppen gepflegt werden, sind für die Gesellschaft und – das wäre das Wichtigste – ihre Mitgliedern schädlich. Anthroposophie mag in sektenförmiger Weise betrieben werden, und darf dann selbstverständlich kritisiert werden, und das erst Recht, wenn Kinder solchen Dingen ausgesetzt werden.

    Als Kinder können sie sich nämlich kaum dagegen wehren.

    2. Sind Waldorf-Schüler einer destruktiven Sekte ausgesetzt bzw. werden sie im Sinne einer Sekte geschult?

    Das wäre ein harter Vorwurf – und sollte belegt werden.

    3. Ich habe kaum Zweifel daran, dass die Ausbildung von Waldorf-Lehrern auf den Prüfstand gehört. Darüber hinaus: Sollte die Ausbildung von Waldorf-Lehrern einseitig oder gar sektenmäßig auf R. Steiner bezogen werden, ist das ausgesprochen kritikwürdig.

    Mit Inquisition hat das wenig zu tun.

    4. Mich stört nach wie vor der unsachliche Ton im Ausgangsbeitrag und in den Kommentaren von Herrn Andreas Lichte.

    5. Falls das Recherchieren mittels Google zählt (ich finde es zählt eher wenig), dann ist der erste Suchtreffer zum Thema Mobbing und Waldorfschulen ein Hinweis darauf, dass man auch an Waldorfschulen dieses Thema ernst nimmt. Den Text von Kriminalhauptkommissar Herman Dengel empfehle ich:

    http://www.waldorfschule-ludwigsburg.de/fileadmin/DokuArchiv/Vortraege/mobbing-schule.pdf

    6. Ich denke, der Bericht im Ausgangsbeitrag ist vor allem eine Geschichte über einen Mobbingvorfall.

    Warum man dieses Thema verallgemeinern muss (frei nach dem Motto: An Waldorfschulen wird besonders viel gemobbt) und das dann mit mit einer gründlichen Kritik an Steiners Anthroposphie verbindet, verstehe ich nicht so recht.

    Vielleicht kann bzw. mag das Herr Lichte erklären bzw. für seine Leser/innen erhellen, was das Thema Mobbing mit anthroposophischer Pädagogik zu tun hat.

    Im Allgemeinen gilt doch eher die Meinung, dass soziales Verhalten an Waldorfschulen eher besser vermittelt wird. Viele ehemalige Waldorfschüler loben den sozialen Zusammehalt, den sie erleben durften.

    7. Völlig unabhängig von der Anthroposophie-Diskussion könnte man – denke ich – feststellen, dass es recht viele unterdurchschnittliche Waldorfschulen gibt. Ich kenne in meinem Bekanntenkreis hauptsächlich Leute, die zu ihrer Ausbildung in einer Waldorfschule in nachhinein entweder „schlecht“ oder „geht so“ sagen. Es gibt allerdings auch solche, die von der besonderen Förderung der Kreativität profitiert haben – und heute mit ihren Talenten Firmen gegründet haben und Arbeitsplätze schaffen.

    Ich meine, Gesellschaft und Waldorfpädagogik haben sich auseinander entwickelt. Unsere Gesellschaft hat vermehrt Züge einer Anpassungs- und Leistungsgesellschaft angenommen. Aber vielleicht ist es so, dass gerade darum Waldorfschulen – trotz allem – als Angebot wertvoll sind.

    Unsere Gesellschaft braucht Vielfalt.

  • #46
    Max Merkel

    Sehr geehrter Herr Lichter,
    Namen, ja Namen sind Schall und Rauch.
    Aus diesem Grunde dürfen Sie mich auch weiterhin Max Merkel nennen.

    Ich mache einen Vorschlag zur Güte :

    Sie nennen den Namen der Schule von der die Autorin spricht(kann ja nix mehr passieren, der Sohn ist ja nicht mehr dort 😉 ), und ich revangiere mich dann mit dem Namen der Schule an der ich überaus zufrieden bin !

    gruss MM

  • #47
    Andreas Lichte

    @ John Dean

    Sie schreiben: „Vielleicht kann bzw. mag das Herr Lichte erklären bzw. für seine Leser/innen erhellen, was das Thema Mobbing mit anthroposophischer Pädagogik zu tun hat.“

    Es ist tatsächlich passiert, was ich vorhergesehen hatte: vier Worte – „Zugesandt von Andreas Lichte“ – am Endes eines Beitrages, der nicht von mir ist, führen dazu, dass nur noch über mich diskutiert wird. Ich bitte Sie nochmals, mich persönlich zu kontaktieren. Ich möchte hier keine One-Man-Show abliefern.

    Ich versuche aber, Ihre Frage zum Mobbing an Waldorfschulen zu beantworten, die Hauptursachen sind:

    – die katastrophale Ausbildung der Waldorflehrer

    – die nicht vorhandenen Strategien zur Bekämpfung von Mobbing: Es gibt keine klaren, auf die heutige Schul-Realität anwendbaren Anweisungen Rudolf Steiners, und anderes als Steiner spielt in der Waldorfpädagogik keine wesentliche Rolle

    – Probleme an Waldorfschulen werden nicht nach aussen getragen, nicht öffentlich gemacht. Also werden sie auch nicht aufgearbeitet.

  • #48
    Andreas Lichte

    „GEWALT AN WALDORFSCHULEN“ ? TV-Beitrag von „Ländersache“, SWR

    „Die Waldorfschulen gelten gemeinhin als ein Ort der Harmonie, an dem nicht nur gebüffelt, sondern auch, gebastelt, getanzt und musiziert wird. Die Schule verspricht, die Kinder kreativ und ganzheitlich zu fördern. Ohne Notendruck und Frühauslese. Doch eine Studie weist jetzt auf Missstände hin, die man hier gerade nicht vermutet hätte.“

    „Der bekannte Kriminologe Christian Pfeiffer untersucht regelmäßig Gewalt an Schulen. Erstmals wurden jetzt auch Waldorfschüler befragt. Ihre Antworten stellen das Klischee auf den Kopf. In der vierten Klasse beklagen sich Waldorfschüler deutlich häufiger als Grundschüler darüber getreten und gehänselt zu werden.“

    CHRISTIAN PFEIFFER, KRIMINOLOGE ? O-Ton Pfeiffer: „An den Waldorfschulen haben wir, was die einfachen Körperverletzungen angeht, dass man jemand mit der Faust ins Gesicht schlägt, dass man rangelt ihn zu Boden wirft und ähnliches tut. Das ist an Waldorfschulen sehr, sehr häufig.“

    Off: „Wie weit das im Einzelfall gehen kann, schildert uns der Vater eines ehemaligen Waldorfschülers.“

    Anonymer O-Ton: „Ich war natürlich damals als Vater absolut empört, erfahren zu müssen, dass die angeblich schützende Atmosphäre an der Waldorfschule nichts anderes war als eine Atmosphäre, in der gerichtete und destruktive und langandauernde Gewalt gegen meinen Sohn praktiziert wurde und auch praktiziert werden konnte.“

    Off: „So könnte es gewesen sein. Der Vater sagt, der Junge sei über Monate nahezu jeden Tag verprügelt worden, z.T. mit Stöcken, immer in der Konstellation mehrere gegen einen … in einem Schulhofteil, der so gut wie nie beaufsichtigt wurde. Auch eindeutige Warnsignale wie verdreckte Kleidung verstörtes Verhalten seien konsequent ignoriert worden. Nachdem über Monate die Prügeleien abgestritten wurden, räumte die Schule am Ende doch Versäumnisse ein Zitat:

    »Wir bedauern, daß wir die von ihnen geschilderten Vorfälle nicht rechtzeitig erkannt und abgestellt haben.«“

    Anonymer O-Ton: „Die Möglichkeit. dass die eigenen Schüler, die morgens im Morgenkreis sich anfassten und irgendwelche frommen Gesänge da von sich gaben, dass die gleichen Schüler sich hinter dem Rücken der Lehrer sich derart brutal drangsalierten, das schien aus meiner Sicht im Bewusstsein der Lehrer nicht ansatzweise verankert zu sein. Gewalt gibt?s woanders, aber nicht bei nicht bei uns, dass ist so die große Überschrift.“

    Off: „Die obersten Waldorfpädagogen finden es dagegen gar nicht so ungewöhnlich, dass auf ihren Pausenhöfen so oft die Fetzen fliegen. Schüler seien so in diesem Alter und würden hier gerade nicht in Watte gepackt.“

    TO-Ton Hartwig Schiller ? BUND DER FREIEN WALDORFSCHULEN: „An der Waldorfschule tritt in diesem Alter in der vierten Klasse, die Beschäftigung mit der nordischen Mythologie auf, da wird sich auch mit Wikingern beschäftigt und solchen Leuten, die auch keine ganz zarten Gestalten waren, das hängt zusammen mit einer Entwicklung, wo das Kind nach außen hin sehr stark einen Ansatz hat sich mit seinen Impulsen in der Welt zu verwirklichen, und da wird die Beziehung zum Mitschüler unter Umständen robust“

    O-Ton Peter Loebell ? DOZENT AM WALDORFLEHRERSEMINAR: „Vierte Klasse, da tobt sich eine gewisse Gewaltbereitschaft unter den Schülern aus, an den Waldorfschulen mindestens genauso wie an den anderen Schulen, in der neunten Klasse, da zeigt sich ein völlig anderes Bild“

    Off: „Das stimmt so nicht. In Klasse neun werden sogar mehr Waldorfschüler Opfer von Prügeleien als an den verrufenen Hauptschulen“

    CHRISTIAN PFEIFFER, KRIMINOLOGE ? O-Ton Pfeiffer: „da können sie mit Hauptschulen leider mithalten, also Intensivtäter, Hochkriminelle findet man kaum an Waldorfschulen, aber sehr wohl aggressives Potential, was die Lehrer zu wenig im Griff haben“

    Off: „Dabei gibt es die klassischen Gewalttreiber hier kaum: Kinder aus der Unterschicht findet man hier selten, Migrantenkinder praktisch gar nicht. Dafür viele aus privilegierten, bildungsbürgerlichen Kreisen, die wenig Fernsehgucken und Computerspielen. Woran aber könnte es dann liegen?“

    CHRISTIAN PFEIFFER, KRIMINOLOGE – O-Ton Pfeiffer: „Wir führen es darauf zurück, dass die Quote der Familien, wo man schon an den äußeren Daten ? Scheidung, Trennung ? merkt, da ist vieles im argen, da haben die Kinder viel aushalten müssen, die ist an Waldorfschulen höher als etwa an Gymnasien, mir scheint es so, dass manche Eltern gerade weil sie Schwierigkeiten hatten, sagen, für mein Kind jetzt aber das beste, sie bekämpfen ihr schlechtes Gewissen über die Probleme die es gegeben hat, damit dass sie das Kind in dann eine besondere Schule geben.“

    Off: „Pfeiffer ist optimistisch, dass die Waldorfschulen diesen Problemen konstruktiv begegnen werden. Schließlich habe er nicht nur schlechte Nachrichten mitgebracht. An Waldorfschulen herrsche insgesamt ein gutes Schulklima und rechtsradikale Neigungen seien hier im Gegensatz zu allen anderen Schulformen praktisch unbekannt.“

  • #49
    kutikinsusinak

    Steiner und sein Hintergrund – hinterfragt

    Hallo alle zusammen,

    nachdem ich bis zum Kommentar 16 gekommen bin, fing ich an, nach unten zu rollen. So viel Befürworter, so viel Mahner –

    Persönlich habe ich keine Erfahrungen zu diesen Privatschulsystemen.
    Mein schwacher Eindruck tendiert allerdings in die ablehnende Richtung.

    Warum?
    Wenn etwas dran ist, an den sehr gut überdeckten tatsächlichen Absichten dieses hmh, Erziehungssystems, dann wäre es mir zu heikel – die Konsequenzen für meine Kinder wären zu bindend für ihr Leben.

    Ich schreibe hier, weil ich mich erinnere, gelesen zu haben, daß Master Steiner ein/der Schüler von Aleister Crowley war.

    In diesem Falle ist es für mich nicht nachvollziehbar, wie jemand sich von seiner schwarzmagischen Ader lösen können sollte und dann ein ganz tolles Lernsystem entwickelt, auf das die Menschheit wartet, seit es so etwas wie Schulen gibt. Glaub ich nicht.

    Ob die staatl. Schulen der BRD das gelbe vom Ei sind oder wenigstens in der Nähe, ist eine ganz andere Frage.

  • #50
    http://deutscherufenumhilfe.oyla10.de

    Zitat: „Also liebe Ruhrbarone: Wenn ihr einen Artikel veröffentlicht, solltet ihr auch etwas zum Autor schreiben. Herr Lichte versucht schon seit einiger Zeit seine weltbewegenden Verschwörungstheorien im Internet zu verbreiten, denn er hatte plötzlich die Erleuchtung und die anderen Menschen stecken schon im ?bösen Waldorfsystem? drin. Selbst öffentliche Gegendarstellungen, z.B. vom deutschen Schriftsteller Hans Magnus Enzensberger, hielten ihn nicht davon ab seine etwas realitätsferne Propagandaschlacht gegen die Waldorfschulen fortzuführen.“

    und zusätzlich macht es den Endruck, dass der Verfasser zu DDR-Zeiten mit Angela Merkel und Co. zusammengearbeitet hat; in der DDR hat sich der Staat ja besonders gut um die Kinder „gekümmert“ (Ganztagsbetreuung); is ja das, was die „Familienministerin“ auch anstrebte. Die Mütter sollen arbeiten gehen und die Kinder sollen dem Staat übergeben werden. Da passt natürlich eine den menschenachtende Waldorf-Erziehung nicht hin.

  • #51
    sweetdreams

    Mir würde es zwar im nicht im Traume einfallen, Waldorfschulen zu verteidigen — wer sich eine Weile mit Herrn Steiner und seinen Ansichten befasst hat, hat damit schon genug Gründe, einen sehr großen Bogen um Anthroposophen und Waldorf zu machen.

    Trotzdem kann ich mich einem Kommentator hier in einer Beziehung anschließen, was dieses Zitat aus dem Bericht angeht:

    „Mein Sohn empfand die Eurythmie eher irdisch ?als schwul sein? oder ?schwul werden?.

    Bei sowas bleibt mir wirklich die Spucke weg. Warum gibt es Kinder, die solche Aussagen treffen? Entweder von den Eltern gelernt — in dem Fall ist wahrscheinlich sowieso Hopfen und Malz verloren, Waldorf oder nicht. Oder in der Schule gelernt — in dem Fall müßte Sohnemann mal ordentlich der Kopf gewaschen werden, statt den Ausdruck auch noch zu zitieren.

    Schwul sein ist nichts Schlimmes, und schwul „wird“ man nicht plötzlich. Wer das Wort trotzdem in diesem Sinne benutzt, ordnet sich selbst in jeder Beziehung als „unterste Schublade“ ein. Herzlichen Glückwunsch.

  • #52
    Max Merkel

    Hier noch ein paar Links die Themenrelevant sein dürften.

    http://www.nna-news.org/news/de/index.cgi/070716-01DE_FAZ-GEWALT-WALDORSCHULEN.html

    http://www.waldorfschule-hessen.de/01_aktuelles/PDF/gewalt_an_fws_www.pdf

    http://www.waldorfschule-hessen.de/01_aktuelles/PDF/info_102_gewalt_an_fws_2.pdf

    http://www.nna-news.org/news/de/index.cgi/070716-01DE_FAZ-GEWALT-WALDORSCHULEN.html

    grüsse

  • #53
    Louis

    Prof. Dr. Pfeiffer? Ach ja…

    Der Professor war schon für einige wichtige wissenschaftliche Durchbrüche verantwortlich.

    Erinnert sich noch einer an seine Entdeckung, wonach der (angebliche) Hang ostdeutscher Jugendlicher zum Rechtsextremismus daher kommt, dass sie in der Kinderkrippe gemeinsam auf dem Töpfchen sitzen mußten?

    Aber dass der SWR bei dem Namen nicht zusammenschreckt, war er doch mit einem Gutachten Gutachten Auslöser einer der größten Enten der jüngsten Mediengeschichte: Den „Fall Sebnitz“. Genauer: http://de.wikipedia.org/wiki/Christian_Pfeiffer_(Politiker)

  • #54
    Sebastian Hartig

    @kutikinsusinak
    Das mit Aleister Crowley ist doch auch wieder eines dieser unbewiesenen Gerüchte, die von erklärten Waldorfgegnern ausgestreut wurden, mehr brauche ich dazu jetzt nicht zu sagen.

    @Andreas Lichte
    Gut, dann sind sie in diesem Sinne nicht für die Kirche tätig.
    Das Verhalten der evangelischen Kirche scheint mir in der Tat sehr widersprüchlich zu sein. Auf der einen Seite Dialog und Zusammenarbeit, auf der anderen Seite die Sektenbeauftragten, die ja nicht ihre privaten Meinungen vertreten, sondern staatlich gefördert werden, weil sie angeblich eine gemeinnützige Arbeit tun, nämlich über die bösen Sekten aufklären. In Wirklichkeit heißt das dann aber alles, was mit dem eigenen Glaubenssystem nicht vereinbar erscheint, zu diffamieren, damit das eigene als alternativloses Nonplusultra dasteht.
    Die von Ihnen erwähnte Tagung wurde nicht wirklich abgesagt, sondern verschoben, aber aufgrund der Beschwerde eines Anthropoposophen, dessen Bitte auch einen Vertreter der Anthroposophie zu Wort kommen zu lassen aber nicht entsprochen wurde. Das muss nun mal so wirken, als wenn den Veranstaltern nicht um einen konstruktiven Dialog, sondern um Ausgrenzung ging.

    @John Dean
    „Ich finde Skepsis gegenüber destruktiven Sekten grundsätzlich gut.“ Im Prinzip ja, aber was destruktiv ist, sieht jeder von seinem weltanschaulichen Standpunkt anders. Wenn damit lediglich kriminelles Verhalten gemeint sein sollte, reicht für die Bekämpfung das Strafrecht. In diesen Diskussionen um die Legitimität der Waldorfpädagogik geht es aber ja oft geradezu darum Rudolf Steiner wegen seiner okkulten Lehren als einen Psychopathen darzustellen, dessen Konzepte verboten oder zumindest keineswegs gefördert werden dürfen, weil sie mit der modernen Wissenschaft nicht vereinbar seien. Aus diesem Grund meint ja auch Andreas Lichte, dass die Waldorflehrerausbildung nicht mit dem Grundgesetz vereinbar sei.
    Was dabei völlig vergessen wird ist dass jede Art von Religion vor diesem Dilemma steht, ob sie mit der modernen Welt und deren aufgeklärtem Denken vereinbar ist. Dennoch werden kaum an die etablierten Religionen dieselben Maßstäbe angelegt wie an die Anthroposophie oder andere „Sekten“. Außer manchen konsequenten Atheisten fordert kaum einer das Verbot von konfessionellen Schulen und von Religionsunterricht an öffentlichen Schulen, sondern Leute wie Andreas Lichte bekämpfen einseitig eine bestimmte religiöse Lehre, ohne zu merken, dass einige ihrer Argumente in ihrer Konsequenz jede Art von Religion treffen würden.

  • #55
    Andreas Lichte

    Damit mal klar ist, über was wir reden, wenn wir über Rudolf Steiner, die Autorität der Waldorfschulen reden. Möchte irgendeiner der hier immer zahlreicher erscheinenden Anthroposophen die Bundesbehörde BPjM als Teil einer Verschwörung gegen die Anthroposophie bezeichnen?

    Aus der Entscheidung der ?Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien? (BPjM) zu Rudolf Steiner, ?Geisteswissenschaftliche Menschenkunde?, Original-Wortlaut:

    ?Nach § 18 Abs. 1 S. 2 JuSchG sind Medien jugendgefährdend, wenn sie unsittlich sind, verrohend wirken, zu Gewalttätigkeit, Verbrechen oder Rassenhass anreizen.

    Der Inhalt des Buches ist nach Ansicht des 12er-Gremiums in Teilen als zum Rassenhass anreizend bzw. als Rassen diskriminierend anzusehen.
    Der Begriff der zum Rassenhass anreizenden Medien konkretisiert das allgemeine verfassungsrechtliche Diskriminierungsverbot des Art. 3 Abs. 3 Satz 1 GG. Mithin ist der Begriff ?Rasse? weit auszulegen. Zum Rassenhass anreizende Träger- und Telemedien sind solche, die geeignet sind, eine gesteigerte, über die bloße Ablehnung oder Verachtung hinausgehende feindselige Haltung gegen eine durch ihre Nationalität, Religion oder ihr Volkstum bestimmte Gruppe zu erzeugen, welche zugleich bei Kindern und Jugendlichen einen geistigen Nährboden für die Bereitschaft zu Exzessen gegenüber diesen Gruppen schafft (Nikles, Roll, Spürck, Umbach; Jugendschutzrecht, 2. Auflage; § 18 Rn. 5). Ein Medium reizt mithin zum Rassenhass an, d.h. stellt Rassenhass als nachahmenswert dar, wenn darin Menschen wegen ihrer Zugehörigkeit zu einer anderen Rasse, Nation, Glaubensgemeinschaft o.ä. als minderwertig und verächtlich dargestellt oder diskriminiert werden (Ukrow, Jugendschutzrecht, Rn. 284). Auch wenn ein Medium nicht direkt zum Rassenhass anreizt oder aufstachelt, fällt es dennoch unter § 18 Abs. 1 S. 1 JuSchG, wenn es das namentlich aus Art. 3 und 4 GG ersichtliche Toleranzgebot der Verfassung z.B. dadurch verletzt, dass es Kinder und Jugendliche dazu verleitet, andere zu missachten, die eine andere Hautfarbe, einen anderen Glauben und eine andere Weltanschauung haben (Ukrow; a.a.O.; Rn. 284).

    Nach Auffassung des Gremiums finden sich im Achtzehnten Vortrag vom 3.5.1909 (S. 277-294) Textpassagen, die aus heutiger Sicht als Rassen diskriminierend einzustufen sind, weil der Autor darin Menschen verschiedener ethnischer Herkunft aufgrund körperlicher Merkmale in unterschiedliche Wertungsstufen einteilt. Dort wird u.a. ausgeführt:

    Was wäre nun geschehen, wenn nun keine Veränderung innerhalb der Erdentwickelung eingetreten wäre? Dann hätten überhaupt die besten der Seelen der polarischen Länder nicht hineinsteigen können in eine physische Körperlichkeit. Und auf der anderen Seite wäre sozusagen die Bevölkerung um den Äquator herum mehr oder weniger dem Untergange verfallen. Weil sie zu früh in eine physische Leiblichkeit hinuntergestiegen war, verfiel sie ja gerade in jene Laster und Untugenden, die zum Untergange von Lemurien geführt haben. Und die Folge war, dass der beste Teil der Bevölkerung auswanderte in jene Gegenden, die zwischen dem Äquator und den nördlichen Ländern lagen. Denn in den lemurischen Zeiten haben wir die zukunftssichersten Glieder der Menschheit in den Zwischenländern zwischen dem Äquator und dem Nordpol. Gerade am besten entwickelten sich die Menschenleiber, die dann wieder Träger werden konnten der besten Menschenseelen, in jenen Gegenden der alten Atlantis, die in der heute sogenannten gemäßigten Zone lagen. (S. 283)

    Diejenigen Völker, bei denen der Ich-Trieb zu stark entwickelt war und von innen heraus den ganzen Menschen durchdrang und ihm die Ichheit, die Egoität aufprägte, die wanderten allmählich nach Westen, und das wurde die Bevölkerung, die in ihren letzten Resten auftritt als die indianische Bevölkerung Amerikas. Die Menschen, welche ihr Ich-Gefühl zu gering ausgebildet hatten, wanderten nach dem Osten, und die übriggebliebenen Reste von diesen Menschen sind die nachherige Negerbevölkerung Afrikas geworden. Bis in die körperlichen Eigenschaften hinein tritt das zutage, wenn man die Dinge wirklich geisteswissenschaftlich betrachtet. Wenn der Mensch sein Inneres ganz ausprägt in seiner Physiognomie, in seiner Körperoberfläche, dann durchdringt das gleichsam mit der Farbe der Innerlichkeit sein Äußeres. Die Farbe der Egoität ist aber die rote, die kupferrote oder auch die gelblichbraune Farbe. Daher kann tatsächlich eine zu starke Egoität, die von irgendeinem gekränkten Ehrgefühl herrührt, auch heute noch den Menschen von innen heraus sozusagen gelb vor Ärger machen. Das sind Erscheinungen, die durchaus miteinander zusammenhängen: die Kupferfarbe derjenigen Völker, die nach Westen hinübergewandert waren, und das Gelb bei dem Menschen, dem die ?Galle überläuft?, wie man sagt, dessen Inneres sich daher bis in seine Haut ausprägt. Diejenigen Menschen aber, die ihre Ich-Wesenheit zu schwach entwickelt hatten, die den Sonneneinwirkungen zu sehr ausgesetzt waren, sie waren wie Pflanzen: sie setzten unter ihrer Haut zuviel kohlenstoffartige Bestandteile ab und wurden schwarz. Daher sind die Neger schwarz. ? So haben wir auf der einen Seite östlich von Atlantis in der schwarzen Negerbevölkerung, auf der andern Seite westlich von Atlantis in den kupferroten Völkern Überreste von solchen Menschen, die nicht in einem normalen Maße das Ich-Gefühl entwickelt hatten. Mit den Normalmenschen war am meisten zu machen. Sie wurden daher auch dazu ausersehen, von dem bekannten Orte in Asien aus die verschiedenen anderen Gebiete zu durchsetzen. (S. 286)

    Diejenigen, die nach dem Osten hinüberwanderten und die schwarze Bevölkerung wurden, waren stark beeinflussbar durch die Außenwelt, besonders für die Sonnenwirkung, gerade weil sie ein geringes Ich-Gefühl hatten. Nun aber wanderten in dieselben Gegenden, wenigstens in dieser Richtung, Völkerschaften, die ein starkes Ich-Gefühl hatten. Das ist eine Bevölkerung, die sozusagen die östliche Richtung der westlichen vorgezogen hat. Diese hat gemildert die kupferrote Farbe, welche sie bekommen hätte, wenn sie nach Westen gezogen wäre. Und aus ihr entsprang jene Bevölkerung, die ein starkes Ich-Gefühl hatte, das sich die Waagschale hielt mit dem Hingegebensein an die Außenwelt. Das ist die Bevölkerung Europas, von der wir im letzten öffentlichen Vortrag sagen konnten, dass das starke Persönlichkeitsgefühl von Anfang an bei ihr das Wesentliche war. (S. 287)

    Sehen Sie sich diese Farben an, von den Negern angefangen bis zu der gelben Bevölkerung hin, die in Asien zu finden ist. Daher haben Sie dort Leiber, die wiederum Hüllen der verschiedensten Seelen sind, von der ganz passiven Negerseele angefangen, die völlig der Umgebung, der äußeren Physis hingegeben ist, bis zu den anderen Stufen der passiven Seelen in den verschiedensten Gegenden Asiens. (?) So dass wir im Grunde genommen zwei Gruppen von Bevölkerungen haben, welche die verschiedenen Mischungsverhältnisse darstellen: auf europäischem Boden die einen, welche den Grundstock der weißen Bevölkerung bildeten, die das Persönlichkeitsgefühl am stärksten ausgebildet hatten, aber sich nicht dort hinwandten, wo das Persönlichkeitsgefühl den ganzen Leib durchdrang, sondern wo das Ich-Gefühl sich mehr verinnerlichte. Daher haben Sie in Westasien, zum Teil auch in den älteren Zeiten in Nordafrika und in den europäischen Gegenden eine Bevölkerung, die innerlich ein starkes Ich-Gefühl hat, aber äußerlich im Grunde genommen wenig sich verliert an die Umgebung, die innerlich starke und gefestigte Naturen sind, aber diesen inneren Charakter nicht der äußeren Leiblichkeit aufgeprägt haben. Dagegen haben wir in Asien Bevölkerungen, die passive, hingebende Naturen sind, bei denen gerade das Passive im höheren Grade zum Ausdruck kommt. (S. 288)

    Wenn wir jetzt in die Zeiten zurückschauen, können wir sagen: Daran, dass gewisse Bevölkerungsteile der Erde nicht die Möglichkeit gefunden haben, richtig mit der Erdentwickelung Schritt zu halten in der Herausentwickelung ihres Ichs, daran können wir uns die Lehre nehmen, wie viel verfehlt werden kann in bezug auf die Entwickelung des höheren Ichs aus dem niederen Ich. (S. 291)

    Da gab es zum Beispiel in der alten Atlantis Völker, die dann zu Indianern geworden sind, die sich sozusagen verloren haben von der Erdenbevölkerung. (?) Und sie haben dieses Ich so stark entwickelt, dass es bei ihnen bis in die Hautfarbe gegangen ist: sie wurden eben kupferrot. Sie haben sich in der Dekadenz entwickelt. (S. 291/292)

    Das andere Extrem waren die, welche da sagten: Ach, das Ich ist nichts wert! Das Ich muss sich selber ganz verlieren, muss ganz und gar aufgehen, muss sich alles sagen lassen von außen! ? In Wirklichkeit haben sie es nicht gesagt, denn sie reflektierten ja nicht so. Aber das sind die, welche so ihr Ich verleugnet haben, dass sie schwarz davon wurden, weil die äußeren Kräfte, die von der Sonne auf die Erde kommen, sie eben schwarz machten. Nur diejenigen, welche imstande waren, die Balance zu halten in bezug auf ihr Ich, das waren die, welche sich in die Zukunft hinein entwickeln konnten. (S. 292)

    Da gab es auch schon diese drei Teile unter den Menschen: Die einen, die ihr Ich wirklich entwickeln wollten, Neues und immer Neues aufnahmen und dadurch wirklich zu Trägern der nachatlantischen Kultur wurden. Es gab die anderen, die ihren Gottmenschen nur aus sich sprechen lassen wollten, und ihr Ich durchdrang sie mit der kupferroten Farbe. Und die dritten, welche nur nach außen hin den Sinn wandten, und dieser Teil wurde schwarz. (S. 294)?

  • #56
    philipp

    ich bin absolut kein anhänger der zum teil sehr abenteurlichen, jeder grundlage entziehenden waldorf-weltanschauung, habe aber – per zufall kam ich an diese stelle – wärend des studiums zwei jahre an einer waldorf-schule in gelsenkirchen als integrationshelfer gearbeitet.

    ich kann über die pädadgogische leistung an dieser schule nur den hut ziehen. man hat mit den kindern gut und geduldig gearbeitet. von einer indoktrination der kinder oder sonstiges habe ich nichts mitbekommen. Auch wenn es gewöhnungsbedürftig war, dass die Kinder beispielsweise nicht fussball spielen sollten, da es nach waldorf nicht gut für die entwicklung sei. die runde gestalt, so das argument der lehrerin, erinnere an die form des kopfes, so dass die gefahr bestünde, dass die auf den ball gerichtete agression auf den kopf des mitschülers übertragen wird.

    was ich aber auch an dieser schule mitbekommen habe, ist, dass ich bisher in keiner menschlichen konstellation so viel niedertracht, missgunst und lästereien wie im lehrer-kollegium erlebt habe.

    aber vielleicht ist das an vielen arbeitsstätten der fall, ich weiß es nicht.

  • #57
    Sebastian Hartig

    „Möchte irgendeiner der hier immer zahlreicher erscheinenden Anthroposophen die Bundesbehörde BPjM als Teil einer Verschwörung gegen die Anthroposophie bezeichnen?“

    Wenn Sie es so nennen wollen, meinetwegen. Unterschlagen Sie aber bitte nicht, dass ausschließlich Sie es waren, der diese Prüfung veranlasst hat. Sonst hätte dieser Text mit Sicherheit nicht eine solche Brisanz erreicht. Der Gedanke, dass dieser hundert Jahre alte Text einen modernen Jugendlichen zum Rassenhass aufstachelt, ist ja wohl nicht ernst zu nehmen. Oder sind die ausländerfeindlichen Jugendlichen in den neuen Bundesländern alles Waldorfschüler und aufgrund dieses Textes zu ihrer rassistischen Einstellung gekommen? Wenn dies ansatzweise der Fall wäre, aber nur dann, würde ich die Entscheidung der BpjM für berechtigt halten, sonst niemals! So handelt es sich meines Erachtens um inquisitorische Zensur und nichts anderes. Der Jugenschutz ist nur ein Vorwand. Ich betone immer wieder, dass diese deutsche Zensurpraxis ein Sonderfall innnerhalb der westlichen Demokratien ist. Zumindest hat für mich Lorenzo Ravagli glaubhaft dargelegt, dass Anthroposophie gerade nichts mit Hass gegen Menschen zu tun hat. Meines Wissens nach wird im Bereich der Anthroposophie nichts gelehrt, was nicht im Rahmen der Religionsfreiheit zulässig ist. Jedenfalls erscheint mir diese Richtung glaubwürdig schon aufgrund ihrer prominenten Anhänger wie Christian Morgenstern oder Michael Ende. Sollen deren Lektüre jetzt auch für jugendliche verboten werden? Dagegen gibt es evangelikale fundamentalistische Strömungen auch im Vorfeld des großkirchlichen Bereichs und entsprechendes im Islam, die energisch behaupten, dass gewisse Texte wörtlich Gottes Wort seien und kaum einer merkt, dass in diesen Texten offen zur physischen Vernichtung Andersglaubender aufgerufen wird.

  • #58
    Andreas Lichte

    @ Sebastian Hartig

    Lorenzo Ravagli, Bund der Freien Waldorfschulen und Vordenker der Anthroposophie, hat zum BPjM-Verfahren gegen Rudolf Steiner eine ganz andere Verschwörungstheorie als Sie. Mit der „geheimen Agenda Helmut Zanders“ meint Ravagli zu allererst, dass Zander die BPjM kontaktierte:

    „Kampf bis zur Erleuchtung – Lorenzo Ravagli und der Glaubenskrieg der Anthroposophie gegen Helmut Zander. Von unserem Gastautor Andreas Lichte.

    Frühjahr 2009. Als Antwort auf Helmut Zanders preisgekröntes Standardwerk ?Anthroposophie in Deutschland? erscheint Lorenzo Ravaglis Schmähschrift ?Zanders Erzählungen?. Im Vorwort sagt Dr. Walter Kugler, Leiter des Rudolf Steiner Archivs in Dornach, Ravagli habe das Ziel gehabt, ?zu retten, was noch zu retten ist? und dabei Mut bewiesen. Zum Beispiel so:

    Ravagli beschuldigt Zander, dieser verfolge mit seiner publizistischen Tätigkeit zur Anthroposophie eine ?verdeckte Agenda? [S. 24].

    Ravagli stellt Zander als ?Enthüllungsjournalisten marxistischer Orientierung? dar, der ?trotz seiner katholischen Vergangenheit einem marxistisch inspirierten, historischen Materialismus verpflichtet ist? [S. 35].

    Ravagli stellt klar, dass nicht etwa die Anthroposophie eine Sekte ist, sondern: ?Zander als Eingeweihter einer trivialaufklärerischen Entmythologisierungtradition strebt wie alle Angehörigen von Wissenschaftssekten (sic!) danach, die Normativität seiner partikularen Rationalität zu universalisieren und alle Angehörigen abweichender Traditionen oder Diskursgemeinschaften als Ketzer zu stigmatisieren.? [S. 372]

    Möchte jemand versuchen, das zusammenzufassen? Wie wäre es damit: Helmut Zander ? ein katholisch-marxistischer, materialistischer Verschörer der Sekte Wissenschaft gegen die Anthroposophie?“

    weiter: http://www.ruhrbarone.de/kampf-bis-zur-erleuchtung/

  • #59
    Sebastian Hartig

    Mir ist neu, dass auch Helmut Zander mit dieser Diskussion zu tun hat, aber ich halte die Einschätzung für einleuchtend und überhaupt nicht spektakulär, dass Zander nicht objektiv ist, sondern auch nur von einem bestimmten weltanschaulichen Standpunkt aus arbeitet; natürlich steht er dabei nicht für „den“ Katholizismus, auch nicht für den Marxismus, wohl aber für eine bestimmte Richtung in der modernen Theologie, die versucht das Übernatürliche weitgehend aus dem christlichen Glauben zu eliminieren – „Entmythologisierung“.

  • #60
    Creamneuron

    So, muss da mal was zu sagen:
    Ich bin alles – nur kein Walddorf-Fan. unsere Kinder gehen zum Teil auf Walddorfschulen – nicht aus meinem Antrieb heraus. Aber ich finde einige gute Ansätze dabei.

    Dieser Artikel beschreibt EINE Schule. Und zwar ein sehr sehr krasses negativ-beispiel. Wir waren bis jetzt auf 2 Schulen, die erste war frisch gegründet, und nah an dieser hier. katastrophe. Inzwischen ist sie zu – lehrgenehmigung entzogen.

    Aber fast alle beschriebenen Aussagen hier im Artikel kann cih nicht bestätigen. Haben guten Kontakt zu fast allen Lehrern und selbst ich mag sie – und ich hab eine „Öko-allergie“ =)

    Ich hätte es schön gefunden wenn hier stärker darauf hingewiesen worde wäre das es sich um EIN Beispiel handelt und auch noch um eine extremes. Ich könnte wetten diese Schule ist/war noch keine 2 jahre alt. Und wird auch nicht viel älter werden.

    Auch wenn ich Walddorfschulen nicht besonders mag, finde ich es ungerecht hier zu verallgemeinern und dieses Bild auf alle W-Schulen zu setzen.

    Ich habe nach langem befassen mit dem Thema beschlossen das Walddorfschule die ersten 4 jahre (das sind die „wichtigen“ jahre für die Kinder) eine für unsere Kinder sehr gute Wahl sind. Danach ab zur „normalen“ Schule. So wars bei unserer ältesten und es hat prima geklappt.

    Eine Walddorfschule idealerweise hat einen sehr ausgeprägten Epochenunterricht z.B. da Wird viel unternommen, und es hängt von Schule + Lehrer ab ob das Wischi Waschi ist oder eben nicht.
    Hausbesuche, Einmischen in Erziehung, nicht-annehmen von Wünschen, abblocken, Maßregeln, „Strafgefangene“, etc… all das was hier beschrieben wird kann ich NICHT bestätigen für das Allgemeinbild einer Walddorfschule. Im Gegenteil, idealerweise ists genau andersrum. Sehr starke Slebstbeteiligung, Kooperation mit dem Lehrer, etc…

    Wenn hier eine Frau berichtet, die nicht „Walddorfkomatibel“ ist, sprich, die sich garanicht mit dieser Lebensweise identifizieren kann UND WILL, dann ist doch klar das das in die Hose geht. Die Schule ist bestimmt ein extrembeispiel, aber das sollt eman auch berücksichtigen bitte.

  • #61
    Andreas Lichte

    @ Creamneuron

    Du schreibst: „Ich könnte wetten, diese Schule ist/war noch keine 2 jahre alt. Und wird auch nicht viel älter werden.“

    Die Wette hast du verloren. Es gibt die im Erfahrungsbericht beschreibene Waldorfschule schon lange.

    Ich verstehe nicht, warum du von deinen Erfahrungen nicht mit deinem Realnamen und mit den Namen der 2 Waldorfschulen berichtest. Kannst du das bitte nachholen? Danke!

  • #62
    Phil

    was für eine knallcharge lorenzo ravagli als verteidiger steiners ist, fällt selbst anthros unangenehm auf:

    „Ravagli, die ?Rassen? und die Rechten

    (…) Gemeint sind die Arbeiten des Religionswissenschaftlers Zander. Diese ?Linksextremisten? und ihre katholischen Marionetten seien in ihrer Kritik an Steiners Rassismus ?den völkischen Anhängern des Mythos der jüdischen Weltverschwörung geistig verwandt? (S. 11). Gewiss gibt es üble Diffamierungen der Anthroposophie. Aber vielmehr weist hier Ravaglis phobische Behauptung Verwandtschaft mit jedem Typ von Verschwörungstheorien auf(…)“

    http://waldorfblog.wordpress.com/2009/07/15/ravagli-die-rassen-und-die-rechten/

  • #63
  • #64
    maik

    Zugesand von Andreas Lichte – ich lach mich kaputt 🙂 . Dem erscheint der Steiner sicherlich jede Nacht im Traum…

    Sorry, aber wer diesen Lichte ernst nimmt, glaubt auch an den Weihnachtsmann.

  • #65
    Andreas Lichte

    @ maik

    würden Anthroposophen mal an den Weihnachtsmann glauben … und nicht den, Zitat WaldorfBlog,“unglaublichen, psychotischen Wahnsinn? Rudolf Steiners:

    http://waldorfblog.wordpress.com/2009/09/22/die-machte-des-lichts-symptome-steinerschen-geisterkenntnis-eine-philosophische-stellungnahme/

  • #66
    wuerstelstand

    Potentielle Einsteiger kann man nicht genug warnen. Wir hatten unsere zeitweise Kinder an einer ganz anderen Waldorfschule, aber das im Artikel geschriebene erscheint mir eher typsich für diese Schulen zu sein. Nach aussen eine weltoffene Oberfläche, und am „Tag der offenen Tür“ werden auch ganz ordentliche Lehrer vorgezeigt. Im Inneren ist die Struktur knallautoritär. Da die viele Lehrer es nicht schaffen sich die Autorität (wie in den Einführungsveranstaltungen dargestellt) gegenüber Schülern zu erarbeiten – hilft nur noch ein Strafenregister von der Strafarbeit bis zum Ausschluss von Veranstaltungen. Schüler und auch Eltern haben nichts zu melden – selbst wenn sie sich in den offiziellen Gremien engagieren. Ganz im Inneren der Lehrerschaft beherrschen ein paar Ober-Anthros die Szene.

    Mit tun die Kinder leid, die sich in Waldorfschulen unwohl fühlen, im Extremfall krank werden – und deren Eltern nicht die Kraft haben sie dort herauszuholen.

    Was im Netz fehlt ist eine „Ausstiegsberatungsseite“ für Eltern. Für die Kinder wäre es am einfachsten, wenn sie in eine andere, weniger idiologiebelastete Reformschule wechseln könnten, aber das wird sich in den wenigsten Fällen realisieren lassen. Beim Umstieg in eine staatliche Schule ist oft das Wiederholen von mindestem einem Jahr notwendig und dazu noch oft sehr sehr viel Nachlernen. Auch manche Eltern haben viele Ihrer Kontakte im Umfeld der Schule, und die sind nach einem Ausstieg voraussichtlich schlagartig weg.

    Eine Ausstiegshilfe wäre auch für Lehrer sinnvoll, die denken alleine wegen mangelnder anderer Berufsperspektiven dort weiter machen zu müssen.

  • #67
    Kurt

    Voll innerem Grausen lese ich im obigen Artikel Parallelen zu meinen Erfahrungen mit der Waldorfpädagogik. Ich mache mir inzwischen täglich selbst Vorwürfe, dass ich meine Kinder nicht aus den Klauen der Lifestylesekte mit dem Etikett „Waldorfpädagogik“ gerissen habe, als ich noch die Möglichkeit dazu hatte.
    Mir scheint, dass es derzeit einfacher ist über die Kalabresische Mafia zu berichten als über das dubiose Wirken der selbstbeweihräucherten Lehrgurus.

  • #68
    reniets

    Ich bin gerade zufällig hier drauf gestoßen und muss mich leider #67 Anschließen. Allerdings habe ich die Waldorfpädagogik aus erster Hand erlebt und erst nach der 6ten Klasse einen Wechsel vollzogen. Bis dahin kann ich aber erschreckende Parellelen zu den in dem Artikel genannten Geschehnissen erkennen. (Thema Mobbing/schlechte Ausbildung/übervolle Klassen/[Heil-]Eurythmie/Freies Denken uvm.) Wenn das nicht im Ruhrgebiet gewesen wäre hätte ich meine Mutter hinter dem Artikel vermutet.
    Kommentar #60 kann ich auch Widersprechen meine Schule ist zum einen eine der ältesten Deutschlands zudem kenne ich „Leidensgenossen“ aus mindestens 3 Verschiedenen Waldorfschulen.

  • #69
    Gertrud Kiefer-Volkert

    Um folgendes nochmals zu klären: in meiner Waldorflehrerausbildung haben wir Steiner, Steiner und nochmals Steiner gelesen! Die Waldorfpädagogik gründet ausschliesslich auf Rudolf Steiner, hinzugekommen sind im Laufe der Jahrzehnte einige praktisch-pädagogische Elemente, doch am Fundament ist nichts geändert worden. Auch der anthroposophische Schulungsweg (Literatur: Anleitungen zu einer esoterischen Schulung von Steiner) ist uns aufgezeigt worden, in subtiler Art und Weise hat man uns deutlich gemacht, dass Dornach Ziel und Zentrum darstellt.
    Grundsätzlich ist es eine Frage, ob und wie Waldorfpädagogik erweitert werden kann, wenn von Steiner nicht abgesehen werden kann/darf.
    Doch noch einen wesentlichen Punkt möchte ich ansprechen: Waldorfpädagogik fängt im Kindergarten an.
    Hier scheint mir die pädagogische Klemme noch ausgeprägter zu sein: Steiners hermetische
    Weltsicht schränkt die pädagogischen Aktionsmöglichkeiten massiv ein, die vom Konzept vorgegebene Prägung der Kinder wirkt im Vorschulalter stärker als in der Schulzeit.
    Konsequenterweise müssten die weltanschaulichen Vorgaben dieses Teiles der Waldorfpädagogik erst einmal geprüft werden: Wo Zwerge, Elfen, Gnome und andere Naturwesen für real existierend gehalten werden, wo Systemspielzeug aus Plastik verboten ist, Märchen zur moralischen Erbauung herangezogen werden und weder Fleisch noch Fisch auf den Tisch kommen darf, wo die ausgewählte Getreidekost mit kosmisch-gesetzmässiger Begründung serviert wird, da sollte schon einmal nachgefragt werden, ob dies alles der umfassenden Bildung der Kinder zuträglich ist. Kindern wird im Waldorfkindergarten viel zugemutet und es wird ihnen zugleich vieles vorenthalten, was für die Orientierung in der Welt der Gegenwart nötig ist.

  • #70
    Andreas Lichte

    @ Gertrud Kiefer-Volkert

    Danke für Ihren Kommentar! Verbreiten Sie die Nachricht bitte nach Kräften, von Waldorf-offizieller Seite wird ja stets behauptet, dass es in der Waldorfschule und im Waldorfkindergarten gar keine Anthroposophie gibt. Wie jemand mit dieser Riesen-Lüge auf lange Sicht durchkommen kann, ist mir ein Rätsel.

    Wie angehende Waldorflehrer einer Steiner-?Gehirnwäsche? unterzogen werden, beschreibe ich in meinem Bericht aus dem ?Seminar für Waldorfpädagogik Berlin?, siehe:

    ?Wundersame Waldorf-Pädagogik oder Atlantis als Bewusstseinszustand?

    http://www.novo-magazin.de/71/novo7138.htm

  • #71
    Gertrud Kiefer-Volkert

    An Andreas Lichte,

    tue ich seit geraumer Zeit. Kennen Sie z.B. meinen Leserbrief aus der Süddeutschen Zeitung vom 18. September 2008, den ich als Kommentar zu dem Artikel >> Schwarzbuch Waldorf: Frostriesen und Mondbrüller << in der Süddeutschen Zeitung vom 5. September 2008 geschrieben habe.
    Übrigens war der Redaktion dieses Thema eine ganze Seite Leserbriefe wert.
    Die absolut nötige öffentliche Diskussion um das Konzept von Waldorfschule und -kindergarten wird hoffentlich noch einige weitere Aussteiger ermutigen, ihre persönlich oft schwierigen, doch wertvollen Erfahrungen und vor allem ihr Wissen um diese abgeschlossene Welt mitzuteilen – es lohnt sich, so meine ich.

  • #72
    Andreas Lichte

    @ Gertrud Kiefer-Volkert

    Ich kenne Ihren Leserbrief aus der Süddeutschen nicht: können Sie ihn bitte hier posten? Danke!

    Ich kenne eine Menge Insider. Das Problem: man kann ihre Erfahrungen nicht veröffentlichen, weil sie aus verschiedenen Gründen Schwierigkeiten befürchten, bzw. weil sie mit einem düsteren Kapitel ihres Lebens abschliessen wollen. Darunter auch ein Bericht aus einem Waldorfkindergarten. Von einer Sechsjährigen auf Video gesprochen. Sehr eindrucksvoll.

  • #73
    N. Peternek

    Habe eine „vollständige Waldorfkarriere“ hinter mir und muß sagen, daß ich ähnliche Erfahrungen gemacht habe, wie die Autorin des Artikels. Ich war ebenfalls auf einem Kindergarten und einer Schule aus dem Ruhrgebiet (nicht die auf dem Foto:-)). Mir wurde im Kindergarten, nach der Erwähnung enes schlimmen Wortes mit Sch. der Mund ausgewaschen. Mit Seife.
    Probleme wurden immer unter den Teppich gekehrt, oder mit einer Einladung zu einer Art „Tribunal mit allen beteiligten Lehrern“ gelöst. Ich möchte jeden, der hier von einem „gemeinschaftlichen Lösungsansatz“ spricht bitten, sich die Situation- daß man im besten Fall zu dritt (wenn Vati kann…) ALLEN Lehrern seiner Klasse gegenüber sitzt.

  • #74
    Gertrud Kiefer-Volkert

    Zur Wiederholung besagter Leserbrief:

    Die durch Rudolf Steiner begründete Anthroposophie stellt explizit die Grundlage der Waldorfpädagogik dar. In meiner Waldorflehrerausbildung war das Studium der Schriften Steiners die Grundlage, die der Fundierung der Waldorfpädagogik dienen sollte. Bis zu einem Drittel der Pflichtstundenzeit nahm die Steiner-Lektüre in Anspruch. In Wirklichkeit war es eine Einführung in die Anthroposophie. Anthroposophie hat aber mit Schule erst einmal gar nichts zu tun. Den Zusammenhang von Anthroposophie und Schule hat Rudolf Steiner mit seinem sozialpolitischen Engagement durch die Gründung der Waldorfschulen als neuer Schulform erst hergestellt.
    Hier muss nun gefragt werden: Was zeichnet die Schriften Steiners aus, dass sie zur Grundlegung von Pädagogik taugen? Wie wird die Überprüfung der Waldorfpädagogik vorgenommen? Was ist wirklich Waldorfpädagogik?
    Diese Grundlagenfragen müssen beantwortet werden. Staatliche Pädagogik stellt sich längst solchen Themen. Im Unterschied zu staatlicher Pädagogik, die an den Lehrer hohe Anforderungen stellt, die u.a. eine wissenschaftliche Fachbildung voraussetzt, detaillierte Lehrpläne mit ausgewiesenen verbindlichen Lerninhalten, Lernzielbeschreibungen mit einem dichten Netz an methodischen und didaktischen Vorgaben, Abstimmung mit Unterrichtswerken, Lernerfolgskontrollen (Klassenarbeiten), Leistungsbewertungen schriftlich und mündlich (Noten) sowie Versetzungen und Abschlussprüfungen kennt, unterrichtet der Waldorflehrer in Pfadfindermanier mit intern weitergereichten Unterlagen, eigenverantwortlich ausgesuchten Stoff, in der Regel ohne Lehrbuch, ohne Noten, ohne Versetzungen, auf den Bildungs- und Unterhaltungswert seines Unterrichts achtend, immer in der Hoffnung, dass seine Schüler die große Hürde der Abschlussprüfung mit in der Schule erworbener Charakterstärke nehmen werden.
    In der Praxis gilt: Viele Waldorfschüler nehmen privaten Nachhilfeunterricht, organisieren sich selber oder kompensieren Unterrichtsmängel durch den Besuch von Volkshochschulkursen. Für die Waldorfpädagogik müssen einheitliche Bildungsstandards, überprüfbare Schulqualität und Transparenz her, ähnlich wie in staatlichen Schulen.

    Hier ist nur ein Teil aus dem Spektrum der Problematik um Waldorfschulen angesprochen.
    Waldorfschulen sind als Alternativschulen in eigener Trägerschaft konzipiert. Sie setzen sich bewusst von den öffentlichen Schulen ab und führen damit ein Eigenleben, das mit letzteren kaum verglichen werden kann. Insbesondere ist keine Abstimmung in den Lehrplänen vorhanden, die mangelnde Durchlässigkeit gegenüber dem öffentlichen Schulsystem kann Schulwechsel erheblich erschweren.
    Da die Verfassungskonformität der Grundlagen der Waldorfpädagogik zurecht in Frage steht, ist die Zukunft unserer Waldorfschulen ungewiss.

    Weit weniger Beachtung als den Waldorfschulen wird nun den Waldorfkindergärten geschenkt, die bei der Waldorfpädagogik schon dazugehören. Hier besteht meiner Meinung nach mindestens so viel Diskussionsbedarf wie bei den Schulen.

  • #75
    Andreas Lichte

    @ Gertrud Kiefer-Volkert

    Sehr guter Leserbrief! Besonders gefallen hat mir:

    „… unterrichtet der Waldorflehrer in Pfadfindermanier …“

    (ich lese natürlich auch: alle Pfade führen zu Steiner …)

  • #76
    goldfish

    „Die Wahnvorstellungen Rudolf Steiners werden in der Waldorfschule ausgelebt ? mit kräftiger finanzieller Unterstützung des Staates. Dieser lässt diese Sekte schalten und walten, wie es ihr gefällt.“

    wieso unterstützt der staat die schulen des geisteskranken steiner? 🙁

  • #77
    Gertrud Kiefer-Volkert

    An Goldfisch,

    darüber lässt sich nur spekulieren:

    – aus Gründen der Liberalität
    – weil niemand durchblickt
    – weil sich Waldorfschule als avantgardistische Schule versteht, von der
    sich andere etwas abgucken können
    – weil Alternativmodelle prinzipiell wichtig sind
    – weil sonst manche Eltern dem Staat Bildungsmonopolismus vorwerfen würden.
    – weil bei den Grundgesetzmachern auch die anthroposophische Lobby am Werk war.
    – weil Waldorfschulen sich als christliche Schulen nach außen darstellen und damit
    Vertrauen erwecken usw.
    – weil noch niemand Steiner vollständig widerlegen konnte
    – weil Waldorfschulen letztendlich dem Staat Geld sparen helfen.

  • #78
    SeRaPHiN

    Schwerwiegender ist ohnehin immer das Fazit aus einer Gesammtbetrachtung resultierend und die Grundintention einer Institution, nicht das heraustellen von einzelfällen/-schicksalen. Erstere Betrachtungsweise lässt die Waldorfschulen auf viele Faktoren bezogen in einem einem besseren Licht dasrtehen als konventionelle Schulformen, die in zweiterer Betrachtungsweise den Waldorfschulen an tragischen Einzelfällen in nichts nachsteht.

  • #79
    Andreas Lichte

    @ SeRaPHiN

    „Einzelfälle“ können Sie ganz schnell wieder vergessen: Mir liegen zahlreiche Aussagen von Waldorfeltern vor. Leider bisher nicht in einer Form, die man veröffentlichen könnte.

    Betroffene können sich gerne bei mir melden – bitte Stefan Laurin, Ruhrbarone ? stefan.laurin(at)ruhrbarone.de ? mit der Bitte um Weiterleitung anschreiben.

    Die Aussagen des Berichts der Mutter lassen sich verallgemeinern. Beispielsweise sind unqualifizierte Lehrer typisch für Waldorfschulen, vergleiche:

    FRONTAL21, 10.03.2009, Kritik an Waldorf-Lehrern: http://www.zdf.de/ZDFmediathek/content/710932?inPopup=true

  • #80
    Nachrichten aus der Welt der Anthroposophie

    @ Gertrud Kiefer-Volkert

    Sie haben vieles treffend ausgedrückt, ebenso wie die Autorin des Texters, um den es hier geht. Nicht zuletzt weil hier einige der erleuchteten Menschenfreunde/Erziehungskünstler sich zu Wort meldeten, möchten wir auch ein paar Worte beitragen.

    aus Gründen der Liberalität

    Scientology wird die Gründung von Schulen nicht gestattet.

    weil niemand durchblickt.

    Inkompetenz, Gleichgültigkeit, Kollaboration spielen zweifellos eine Rolle.

    – weil sich Waldorfschule als avantgardistische Schule versteht, von der sich andere etwas abgucken können

    Weil dieses groteske Selbstsilisierung propagandistisch erfolgreich war und ist.

    – weil Alternativmodelle prinzipiell wichtig sind

    Sekten als Alternative zur Demokratie pädagogisch wertvoll?

    – weil sonst manche Eltern dem Staat Bildungsmonopolismus vorwerfen würden.

    Es gibt andere Alternativen und der Staat hat die Monopolkontrolle (und ?pflicht)

    – weil bei den Grundgesetzmachern auch die anthroposophische Lobby am Werk war.

    Nicht am GG beteiligt! (sondern an dessen Aushöhlung)

    – weil Waldorfschulen sich als christliche Schulen nach außen darstellen und damit Vertrauen erwecken usw.

    Nicht durch Christentum, sondern durch vermeintlich sensible Pädagogik.

    – weil noch niemand Steiner vollständig widerlegen konnte

    Offenbar ein Scherz.

    – weil Waldorfschulen letztendlich dem Staat Geld sparen helfen.

    Seltsame Rechnung, aber in der Praxis relevant.

    _____________

    Noch zwei Gründe für die Situation in der Bundesrepublik: Den Anthroposophen ist die Tolerierung 1945 gelungen, weil sie es verstanden, sich stets als Philanthropen darzustellen, ausgestattet mit dem unzutreffenden Nimbus einer besonderen Verfolgung durch die Nationalsozialisten. Später verhalfen dann das ?alternative? Image und schließlich noch die Wiedervereinigung und die PISA-Studien, begleitet von ökonomischen und soziologischen Veränderungen (Wohlstand und Scheidungsrate) zu einer regelrechten Expansion der anthroposophischen Schulen.

    Die verantwortlichen Behörden und Politiker sind nicht einmal in krassen Fällen von Kindesmisshandlung zu einer Revision bereit. Das generelle Eingeständnis, seit Jahrzehnten eine Sekte mit menschenverachtender Programmatik und bisweilen todbringender Praxis nach Kräften gefördert zu haben, scheint nicht unmittelbar bevorzustehen.

    MfG,
    NWA

  • #81
    Gertrud Kiefer-Volkert

    Immer wieder trifft man auf die Aussage, dass es Waldorflehrern an Qualifikation fehlt. Welche Qualifikation damit gemeint sein könnte? So kehrt man immer wieder zu allgemeinen Positionen zurück, solange nicht genau ausgeführt ist, was gemeint ist. Irgendwie hat jeder ein Bild von dem, was gute Schule, guter Unterricht, gute Lehrer sind, das ist bei Waldorflehrern sicher auch so. Damit lässt sich aber noch keine Schule machen, die (gute) Arbeit beginnt bei den Details.
    Waldorflehrer sollen idealerweise einerseits dem selbstgestellen anthroposophischen (und am besten nebenbei dem allgemeinen) Wissenschaftlichkeitsanspruch genügen, andererseits gemäß dem Waldorfkonzept besonders durch ihre Persönlichkeit wirken. Kaum ein Mensch wird auf Dauer einem solchen Anspruch nachkommen können, ein solcher Anspruch ist zu hoch und wird selten eingelöst werden.
    Liest man die Werbetexte von Waldorfschulen, sieht sich die Internetportale an und vergleicht damit die Realität der betreffenden Schulen, wird man oft enttäuscht sein.
    Statt auf das Engagement einzelner würden auch die Waldorfschulen besser mehr Wert auf qualifizierte Konzepte setzen, die personalunabhängig eingesetzt werden können, wie dies z.B. bei ausgearbeiteten Unterrichtsmaterialien der Fall ist. Bislang stehen Waldorflehrer unter der strikten Observanz der Eltern, Lehrerwechsel können bisweilen kleine Katastrophen auslösen und manche Elternhäuser glauben, dass sie persönliche Bindung als Dienstleistung in der Waldorfschule eingekauft haben.

  • #82
    Andreas Lichte

    @ Gertrud Kiefer-Volkert

    Was soll das denn sein, Zitat „… dem selbstgestellen anthroposophischen … Wissenschaftlichkeitsanspruch …“

    Anthroposophie und Wissenschaft ? wenn Welten aufeinander prallen.

    In den Waldorfseminaren werden die angehenden Lehrer einer Steiner-Gehirnwäsche unterzogen. Wer anschliessend sagt, dass er Steiner Klasse findet, bekommt den Job. Das ist die Qualifikation des Waldorflehrers. Siehe:

    http://www.novo-magazin.de/71/novo7138.htm

    „Wundersame Waldorf-Pädagogik oder Atlantis als Bewusstseinszustand“

  • #83
    Andreas Lichte

    Hier ein Brief an den Berliner Bildungssenator, der die Ausbildung zum Waldorflehrer am „Seminar für Waldorfpädagogik Berlin“ beschreibt:

    „M.S. [Name und Adresse entfernt, Datenschutz]

    Senator für Bildung, Wissenschaft und Forschung
    Prof. Dr. E. Jürgen Zöllner
    Beuthstr. 6-8
    10117 Berlin

    Bitte um staatliche Prüfung der Lehrerbildung und damit verbundener Lehrinhalte am Waldorf- Lehrerseminar Berlin- Mitte

    Berlin, 28.2.2007

    Sehr geehrter Prof. Dr. Zöllner,

    ich habe von September 2006 bis Ende Februar 2007 an der Weiterbildung zum Waldorflehrer/ Abendkurs am Seminar für Waldorfpädagogik e.V. in Berlin- Mitte, Weinmeisterstraße 16, 10178 Berlin, teilgenommen.

    Was dort als Lehrerbildung bezeichnet wird, ist meiner Erfahrung nach die Vermittlung anthroposophisch- esoterischer Inhalte, ohne Duldung sachlicher Kritik, die seitens der teilnehmenden Seminaristen geäußert wurde. Zur Weiterbildung gehört die Besprechung und Auslegung esoterischer Texte des Begründers der Anthroposophie Rudolf Steiner. Diese Besprechungen und Auslegungen haben den Charakter einer ideologischen Schulung, die das anthroposophische Menschenbild im zukünftigen Lehrer fest verankern soll. Das bedeutet, dass die äußerst fragwürdigen Anschauungen Steiners in den zu lehrenden Unterrichtsstoff der Waldorfschulen einfließen.

    Noch vor Beginn des Seminars wurde mir vom Dozenten und Seminarleiter Michael Handtmann beim Vorstellungsgespräch versichert, dass ich keinesfalls zum ?willigen Schüler Rudolf Steiners? ausgebildet werden solle. Das Gegenteil war der Fall. Ich möchte klarstellen, dass ich nicht im Verlauf einer offenen Auseinandersetzung das Seminar verlassen habe, sondern schlicht um eine Auflösung meines Lehrgangsvertrages gebeten habe.

    Viele meiner Mit- Seminaristen waren ebenso verwundert und abgestoßen von der Indoktrination esoterischer Schulungsinhalte, doch offene Kritik kam nur bei den wenigsten auf. Grund dafür ist die berufliche und ökonomische Lage der meisten Seminaristen, die sich durch die Weiterbildung zum Waldorflehrer eine berufliche Perspektive erhoffen. Die meisten der Seminaristen sind ebenso wie ich über 30 Jahre und älter ? viele von ihnen von Arbeitslosigkeit bedroht. Da Kritik von den Dozenten des Seminars mit Schweigen oder beleidigter Ablehnung beantwortet wurde, ist es nicht verwunderlich, dass die Mehrheit schweigt, obwohl viele anders denken ? niemand möchte seinen zukünftigen Arbeitsplatz gefährden.

    Zur Methodik des Unterrichts: Ich besuchte die Oberstufenmethodik. Auch hier war die Grundlage jeglicher Betrachtung seitens der Dozenten Rudolf Steiner: alles beginnt und endet mit ihm. Jede Empfehlung, jedes Betrachten des Schülers und des Unterrichts wird durch die Texte Steiners erklärt und interpretiert. Da bleibt kein Raum für Veränderungsvorschläge oder eine wissenschaftliche Auseinandersetzung ? ein Vergleich mit pädagogischen Standardwerken findet nicht statt.

    Ich frage mich ernsthaft, wo dabei das eigene Denken eines zukünftigen Lehrers bleiben soll, es wird einfach ersetzt, denn die obskuren Schriften Steiners liefern nach Ansicht der Dozenten die Antworten auf alle Fragen. Diese Art von Lehrerbildung verstößt gegen das Selbstbestimmungsrecht im Denken und Handeln der Teilnehmer, sie ist sektiererisch und esoterisch- ideologisch. Deshalb bitte ich sie nachdrücklich, das Aufsichtsrecht des Staates zu nutzen, um die Lehrerbildung des Seminars für Waldorfpädagogik eingehend kritisch zu prüfen.

    Mit freundlichen Grüßen

    M.S.“

  • #84
    Gertrud Kiefer-Volkert

    An Andreas Lichte,

    es ist viel hohles Geschwätz dabei, da stimme ich Ihnen zu. Ich meine, man sollte nicht die Waldorflehrer einzeln kritisieren, was ich unfair finde, sondern das gesamte Konzept. Nach wie vor verwundert es mich, dass unsere Ministerien nichts unternehmenen, dass Waldorfpädagogik weltweit verbreitet wird, Waldorfschulen UNESCO-Status erhalten, Interkulturelle Waldorfschulen in Deutschland gegründet werden, die anthroposophischen Hochschulen ausgebaut werden, ein Institut für Interkulturelle Pädagogik in Mannheim eröffnet worden ist und z.B. die SEKEM-Farm des alternativen Nobelpreisträgers Ibrahim Abouleish (der in Mannheim gelegentlich zu Gast ist) vielleicht mit hierzulande erarbeiteten „Know-how“ eine eigene Universität (Heliopolis Universität für nachhaltige Entwicklung) gründet.
    Geschockt hat mich das Foto (Foto in der Zeitschrift „die Drei“ vom November 2009, S. 60) von der SEKEM-Farm (man kann diese Farm besichtigen: www.sekem-reisen.de oder www.demeterreisen.de), das am Eingang links wie rechts eine dynamisch gestaltete Abwandlung der Swastika zeigt. Welche Bedeutung man dem nun wieder beimisst?

    Mit den kulturvergleichenden Arbeiten an der Schrift „Sonnenkarma und Mondenkarma“ (oder andersrum – GA 240) ist zwar der interkulturelle Rahmen (kurz gesagt: Islam als Mondenreligion, Christentum als Sonnenreligion) angesprochen, wie er jedoch ausgefüllt wird?
    Der waldorftypische Idealismus scheint mir hier mit einiger Naivität einherzugehen, was gefährlich werden kann – engagierte Zeitgenossen sind es auf jeden Fall.

  • #85
    Jens Gerlach

    @ Gertrud Kiefer-Volkert

    Zwei Hinweise kann ich mir nun doch nicht verkneifen:

    1. Achten Sie doch ein wenig darauf, wo Sie kommentieren. Die Internetseite des Rechtsextremisten Detlef Nolde ist sicher auch aus Ihrer Sicht nicht die erste Wahl, auch, wenn dieser widerliche Typ zufällig etwas gegen Anthros hat.

    2. Achten Die doch am Besten zudem darauf, was Sie schreiben. Ihr letzter Kommentar hier läuft darauf hinaus, zu sagen: Kritisiert doch gerne ein Regime, aber bitte nicht dessen Exponenten und Lakaien. Das ist schierer Unsinn.

    J.G.

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  • #87
    Gertrud Kiefer-Volkert

    An Jens Gerlach,

    zu (1): Danke für den Hinweis.
    zu (2): da widerspreche ich Ihnen: Waldorfs sind (Gott sei Dank) noch kein Regime. Aber Sie sprechen den entscheidenden Punkt an.
    Sicher sind die Vertreter der anthroposophischen Einrichtungen erwachsene Menschen, die ihre Handlungen selber verantworten können und sollen, gegebenenfalls müssen. Was meinen Sie, warum ich ausgestiegen bin?
    Die Frage nach dem rechtlichen Status eines Waldorflehrers ist z.B. völlig ungeklärt, wenn es um verfassungsrelevante Unterrichtsinhalte geht. Diesbezüglich müssen alle Waldorflehrer gewarnt werden. Es könnte sein, dass Sie alles (Inhalte und Methoden des Unterrichts) selber verantworten müssen, falls einer klagt, weder BdFW noch Pädagogische Sektion Dornach bieten Schutz.
    Die ganze rechtliche Konstruktion um die Elternitiative als Trägerverein von Waldorfschule mit dem angeblich selbst ausgesuchten pädagogischen Konzept der Waldorfpädagogik (was auch immer das sein mag) ist mehr als schwierig, erweist sich vielleicht als Falle. Kommt es zu einem Gerichtsprozess, werden die Verantwortungen hin und her geschoben, wird viel schmutzige Wäsche gewaschen werden.
    Ich muss aus eigener Erfahrung sagen, dass es mich ziemlich viel Arbeit gekostet hat, diesen „Sumpf“ wirklich zu durchblicken und dass ich einige Zeit gebraucht habe, zu realisieren, welche essentiellen Abhängigkeiten zu Dornach bestehen.
    Ich halte Waldorfpädagogik für nicht zukunftsfähig.

    Schlussendlich muss gesagt werden, dass der Staat per Grundgesetz zur Aufsicht verpflichtet und sein Bildungsmonopol durchsetzen kann.
    Bislang wird jedoch nur zugewartet und debattiert, und es werden
    fleissig neue Waldorfschulen gegründet.
    Vertrauen schafft diese politische Praxis nicht.

  • #88
    Pali

    Mein Sohn geht auf eine Waldorf-Schule und ich bin zufrieden. Was für eine Alternative ist denn im Ruhrgebiet eine staatliche Schule?
    Der Eignungstest in einer staatlische Grundschule hat mir schon gereicht.
    1 Klasse mit 30 Kindern. Beim Klingeln kamen 2 blonde Kinder und 28 Dunkelhaarige raus.
    Was für eine Alternative!
    Das hat auch nix mit Rassismus zu tun, aber es wird einem ja schon förmlich aufgedrängt.
    Mein Sohn hat aber sehr wohl Ausländer in seiner Klasse, aber die kommen aus gutem Hause!
    Mein Sohn spielt Geige, hat Heileurethmie und kann sehr wohl Lesen und Schreiben!
    Es gibt keine gewaltätigen Kinder oder sonst welchen kranken Mist den der Autor von sich gibt!
    Ich habe mich aber köstlich amüsiert über diesen Bericht und kann nur sagen: Macht Euch ein eigenes Bild oder laßt es. Wir Waldörfler sind froh, wenn keine normalen Grundschulkinder dazukommen. Bringen alles aus dem Gleichgewicht.
    Ausserdem habe ich schon sehr oft festgestellt, das eine positive Meinung über die Waldorfschule auch vom Geldbeutel abhängt!

  • #89
    Arnold Voss

    Herr Pali,danke dass sie Klartext sprechen, worum es den meisten Eltern bei der Waldorfschule wirklich geht: Dass die Kinder „aus gutem Hause“ unter sich bleiben. Wobei natürlich klar ist,dass das „gute Haus“ nur das eigene sein kann. Egal wieviel Armleuchter sich im Einzelfall dort versammelt haben.

    Welch grandiose Selbstüberschätzung und Borniertheit, welch in der tiefsten Seele verankerter Rassismus, welch harter antidemokratischer Geisteskern. Da weiß man, warum man sein Kind dort nicht hingeschickt hat.

  • #90
    Rudolf Steiner

    Liebe Pali,

    ich habe mich so sehr über Deinen Kommentar gefreut, daß ich mich einmal aus der Geistigen Welt bei Dir bedanken möchte!

    Deine Schau der Ewigen Wahrheiten ist hellsichtig, ganz besonders dies, ich zitiere Dich:

    „Der Eignungstest in einer staatlische Grundschule hat mir schon gereicht. 1 Klasse mit 30 Kindern. Beim Klingeln kamen 2 blonde Kinder und 28 Dunkelhaarige raus. Was für eine Alternative! Das hat auch nix mit Rassismus zu tun, aber es wird einem ja schon förmlich aufgedrängt.“

    Vergleiche, was ich selber dazu gesagt habe:

    ?Die Menschen würden ja, wenn die Blauäugigen und Blondhaarigen aussterben, immer dümmer werden, wenn sie nicht zu einer Art Gescheitheit kommen würden, die unabhängig ist von der Blondheit. Die blonden Haare geben eigentlich Gescheitheit.?

    ?Geradeso wie sie [die Blonden] wenig in das Auge hineinschicken, so bleiben sie im Gehirn mit ihren Nahrungssäften, geben ihrem Gehirn die Gescheitheit. Die Braunhaarigen und Braunäugigen, und die Schwarzhaarigen und Schwarzäugigen, die treiben das, was die Blonden ins Gehirn treiben, in die Augen und Haare hinein. Daher werden sie Materialisten, gehen nur auf dasjenige, was man sehen kann, und es muss das durch geistige Wissenschaft ausgeglichen werden. Man muß also eine Geisteswissenschaft haben in demselben Maße, als die Menschheit mit der Blondheit ihre Gescheitheit verliert. Wir haben nicht zum Spaß diesen Bau, das Goetheanum, hierhergebaut […].?

    Steiner, Rudolf: Über Gesundheit und Krankheit. Grundlagen einer geisteswissenschaftlichen Sinneslehre. Achtzehn Vorträge, gehalten vor den Arbeitern am Goetheanumbau in Dornach vom 19. Oktober 1922 bis 10.
    Februar 1923, Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1994 (GA 348 / TB 722), Vortrag vom 13. Dezember 1922, S.103.

    ?Also selbst das, daß die Blondhaarigen aussterben, versteht man, wenn man begreift, wie die Nahrungssäfte bis in die Augen hinein kommen, und auch bis in die Haare hinein. Die Haare hängen nämlich sehr stark mit den Augen zusammen.? Steiner, R. (GA 348), a.a.O., S.104.

    ?Die Haare sind nämlich tatsächlich wie Pflanzen, die dem Boden eingesetzt sind, und ihr Wachstum hängt mit dem Licht zusammen. Wenn daher das Licht nicht imstande ist, bis in die Haare hinein die Nahrungssäfte zu ziehen, so bleiben die Haare blond. Wenn einer mehr materiell ist, so kriegt er schwarze Haare, und die Nahrungssäfte
    gehen hinein, vertragen sich dann nicht mit dem Licht. Das haben die Alten noch gewußt, vor ein paar Jahrhunderten noch, und haben daher die Mähne des Löwen nicht kräuselig gemacht, sondern strahlend gemacht, so wie wenn die Sonne die Lichtstrahlen in seinen Kopf hineinsteckte. Das ist auch sehr interessant zu beobachten.? Steiner, R. (GA 348), a.a.O., S.105.

  • #91
    Pali

    Sie haben mal wieder nur oberflächlich gedacht. Ich komme aus dem Ruhrgebiet. Mir war es wichtig, das mein Kind noch mit der deutschen Sprache nach Hause kommt und das ist hier NICHT mehr möglich. Das „Blond“ war nur ein oberflächlicher Hinweis darauf, warum Waldorfschulen so einen Boom haben. Wie sie das im Endeffekt auslegen ist ihre Sache.
    Da es bei uns an Auswahl nur katholische Privatschulen oder diese besagte Waldorfschule gab, war es für mich klar das es diese werden sollte.
    Sie hetzen gegen Waldorfschulen und verallgemeinern.
    WIR sind zufrieden. Es wird auf mein Kind eingegangen, es wird gefördert und der ABI- Durchschnitt unserer Schule ist nicht zu verachten.
    Haben Sie sich eigentlich mal staatlische Grundschulen angeschaut? Besonders im tiefsten Ruhrgebiet? Haben Sie mal „live“ gesehen wie das hier abläuft?
    Wenn sie unterscheiden könnten zwischen den einzelnen Waldorfschulen, dann hätte ich wirklich nur über ihren Bericht gelacht und gut wär es gewesen. Nein, sie schmeißen alle in einen Topf, trampeln drauf rum und verunsichern viele Eltern, was diese Schulform betrifft.
    Das ist das Letzte!
    Was Rudolf Steiner betrifft: Ich bin keine Verfechterin dieses Mannes, ich kenne nicht mal seine Lehren. Ich lebe nicht von Sprüchen und Aussagen eines Mannes, der nicht mehr lebt. Das ist der Unterschied von mir zu vielen Eltern. Ich schaue auf das, was aktuell mit meinem Kind gemacht wird und vor allem auf das wie!
    Wir sind mit dem Sohn des Begründers dieser Schule befreundet und das sind ganz sicher keine Leute, die sektenähnlich Rudolf Steiner Lehren vertreten!
    ich könnte jetzt noch alles ins kleinste Detail ihre Mail auseinander pflücken, aber Sie sind bei mir auch nur auf einen Punkt eingegangen. Also beende ich das mal hier und kann nur hoffen, das viele sich von so einem Bericht nicht abschrecken lassen und trotzdem ihre Kinder dort anmelden. Besser als jede staatliche Schule ist es allemal!

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  • #93
    Gertrud Kiefer-Volkert

    Liebe Pali,
    sie werden sicher zustimmen, dass die Bedarfslücke, die die Waldorfschulen hier ausfüllen, zwar willkommen ist, aber auch ihre Abgründe hat. Und die sollte man als Eltern kennen, damit man nicht nach einigen Jahren enttäuscht wird. Für noch wichtiger halte ich es, dass den oben aufgezeigten rassistischen Abgründen gesetzlich vorgebeugt wird. Bislang ist es immer noch so, dass die persönliche Integrität des Waldorflehrers als Ersatz für den in öffentlichen Schulen gesetzten politischen Rahmen genommen wird – ein unmöglicher Zustand.
    Der praktisch verbindliche Rahmen Anthroposophie, der für die Waldorfpädagogik in ihrem Selbstverständnis gültig ist, muss untersucht werden. Eltern können und dürfen dies nicht leisten.
    Während für die öffentlichen Schulen z.B. die Lehrpläne ministeriell genehmigt, sämtliche Schulbücher und Unterrichtsmaterialien, die zum Einsatz kommen, geprüft werden, die Lehrer entsprechende Verpflichtungen haben, ist es eine gute Frage, an welchen Maßstäben Waldorflehrer gemessen werden.
    Ob der Unterricht den Schülern und Eltern gefällt, die Schüler zufrieden sind, etwas lernen, wieviel Seiten im Epochenheft geschrieben stehen, kann wohl nicht zum Maßstab genommen werden.
    Ich kann mich noch gut erinnern, dass ich für eine Epoche, in der ich die von Ulrich Schmutz, einem Schweizer Geologen, erarbeitete Tetraederstruktur der Erde (ein durchaus interessanter Inhalt, der auf Angaben von Rudolf Steiner aufbaut und intern veröffentlicht ist) für den neuen Messias ausgerufen worden wäre, eine Rolle, die mir überhaupt nicht passte. Ich fühlte mich total vereinnahmt und bin nur geflüchtet aus dieser Welt, denn für meine ansonsten vorgetragene Kritik wurde ich nicht gelobt. Dafür wurde ich dann gechasst.

  • #94
    wuerstelstand

    Wenn man Beitrag Nr 88 liest braucht man wohl nicht weiter zu diskutieren wie rassistisch der ganze Laden ist. Nebenbei: so wie die meisten Süddeutschen hatte auch Steiner hatte dunkle Haare ..

    An unserer Waldorfschule gabs auch mal nen „Vorzeigeneger“, der wurde aber von seinen Mitschülern so gemobbt, dass er bald wieder verschwunden ist. Für einige weinge türkischstämmige Kinder gilt ähnliches.

    Was den Vergleich mit normalen Grundschulen angeht: Eigentlich alle mir bekannten Kinder fanden das Klima in einer normalen Grundschule – oft mit recht hohem Anteil von Migrantenkindern – viel respektvoller, ruhiger und weit weniger gewalttätig als in der recht rauen Waldorfschule.

  • #95
    Gertrud Kiefer-Volkert

    Ein wesentliches Problem besteht doch darin, dass Anthroposophie sich selbst als Wissenschaft versteht, eine Meinung, die in der scientific community praktisch von keinem sonst geteilt wird. Nur die auf Anthroposophie aufbauende Waldorfpädagogik soll nun mit der Pädagogik der öffentlichen Schulen auf einmal verglichen werden. Die Pädagogik der öffentlichen Schulen basiert auf den an Universitäten und Pädagogischen Hochschulen gelehrten Wissenschaften auf.
    Dabei sind die jeweiligen Grundlagen nicht auf einen Nenner zu bringen, ein Dissens, der oft nicht überwindbar, in manchem jedoch bewertbar ist.
    Um ein Beispiel zu nennen: Die Tetraederstruktur der Erde nach der Interpretation von Ulrich Schmutz zu betrachten, ist sicher eine legitime Möglichkeit, die Dynamik in der Erdkruste im Unterricht zu behandeln. Ulrich Schmutz hat dieses Thema ausgearbeitet, er stützt sich auf eine Angabe von Rudolf Steiner, begründet u.a. phänomenologisch und geometrisch. So hat Schmutz neuen Unterrichtsstoff für die Waldorfpädagogik entwickelt, was anthroposophischerseits anerkannt, doch von der universitären Wissenschaftsgesellschaft wenig gewürdigt wird, weil an den Universitäten von der Ausrichtung und auch systematisch anders gearbeitet wird, es stehen andere Fragestellungen im Vordergrund. Bei diesem Thema tut sich sicher noch kein Verfassungsrechtsfall auf, es handelt sich um ziemlich „harmloses“ Gebiet, solange keine okkulten Schlussfolgerungen bzw. Ursachenerklärungen herangezogen werden oder dogmatisiert wird – beides ist in den inneren Zirkeln (Dornacher Sektionen) jedoch möglich und auch üblich. Über solche esoterische Sichtweisen wird jedoch nach außen hin Stillschweigen gewahrt, gewissermaßen eine Arkanpflicht eingefordert.
    Nicht nur die Tatsache, dass Dornach in der Schweiz liegt, macht also den Zugang zu der anthroposophischen Sicht der Dinge schwierig, darüberhinaus ist die Hermetik dieses Wissens eine weitere Hürde bei der Erschliessung dieser waldorfspezifischen Grundlagen.

  • #96
    Torti

    @Pali
    Guter Mensch sie sind ein Rassist. Und Träger eines ganz finsteren Gedankengutes. Und Ihre Behauptung an staatlichen Grundschulen, gerade mit hohem Migrantenanteil, sei kein deutsch mehr möglich, ist schlichtweg falsch.

    Ich lebe in Dortmund, mein Sohn geht in die Grundschule Kleine Kielstrasse. Diese Schule hat einen sehr hohen Migrantionsanteil und ist doch eine der besten Grundschulen in Deutschland, sogar mit dem deutschen Schulpreis ausgezeichnet.

    Ihr Kind mag ein gutes ABI machen, ist aber zu Bedauern, weil es Menschenverächter als Eltern hat.

  • #97
    Gertrud Kiefer-Volkert

    An Torti,

    in gewisser Weise richtig, doch so hart würde ich dennoch nicht
    urteilen. Die Angst vor Überfremdung in diesem Land muss auch meiner Meinung nach ernster genommen werden, da sind noch nicht alle Argumente auf dem Tisch.
    Fatal ist es, wenn die Waldorfschulen nun zum deutschen Zufluchtsort werden und damit diese Pädagogik erneut aufwerten, die in vielem überholt ist, in der alte Weltbilder in die Gegenwart transportiert werden, die sich nicht mit der wissenschaftlich betriebenen Pädagogik öffentlicher Schulen austauscht usw. Schlimm, dass diesbezüglich die Politik nicht reagiert.
    Um bei meinem oben erwähnten Beispiel der Tetraedergestalt der Erde zu bleiben. In meiner eher pragmatischen Sicht kam ich für mich zu dem Schluss, dass es zumindest kein Schaden sein kann, die anthroposohisch hochgelobte Auffassung von der Tetraedergestalt der Erde zu unterrichten.
    Im Nachhinein wurde mir dennoch ziemlich flau in der Magengegend, denn diese von mir nicht zuletzt als Anpassung erbrachte Unterrichtsleistung wurde flugs vereinnahmt, ich wurde nun von den einen wegen meiner angeblichen anthroposophischen Pionierarbeit glorifiziert, von den anderen bekämpft (auch von Kollegen), die die betreffende Waldorfschule
    für ihre Zwecke umfunktionieren wollten.
    Vonseiten der Anthroposophie gesehen hat der besagte Unterrichtsgegenstand Kultstatus und Offenbarungscharakter, da hörte man Männerstimmen zittern vor Erregung beim Sprechen über die neuen Erkenntnisse bei dieser Art der Naturbetrachtung, die als zutiefst religiös-gebunden aufgefasst wird. Dass ansonsten aufgeklärte Zeitgenossen solche Haltungen zeigten, war für mich fast nicht zu glauben, befremdete mich und scheint mir auch heute noch völlig überbewertet zu sein.
    Schüler ahn(t)en natürlich nichts von solcherlei Zusammenhängen, auf Schüler-Lehrer-Ebene geht es mehr darum, ob (in meinem Fall) die Lehrerin cool ist oder nicht, locker und verständnisvoll, welchen Unterhaltungswert der Unterricht hat etc. Eltern zählten indes die Heftseiten, ließen sich von sogenannt geordnetem Unterricht berichten, der oft nur am Grad der Beschäftigtheit gemessen wird; Eltern sind schließlich in die Verantwortung eingebunden, kontrollieren „ihre“ Lehrer selber, wählen sie auch selber aus, hoffen, dass die Kinder die gewünschte Charakterbildung erfahren und dennoch die Abschlussprüfung bestehen werden.
    Der von mir als solcher empfundene „Hoheitsstreit“ verlief unbemerkt von der Öffentlichkeit,
    hatte aber wahrscheinlich schlimme Konsequenzen, die bis heute tabuisiert sind. Wechselseitig wollte man sich mit mir verbünden, doch ich blieb und bleibe standhaft bei meiner Aufklärungsarbeit und verleihe mir Medaillen sowieso lieber selber.

  • #98
    Detlef Nolde

    Jens Gerlach am 7. November 2009:

    „@ Gertrud Kiefer-Volkert

    Zwei Hinweise kann ich mir nun doch nicht verkneifen:

    1. Achten Sie doch ein wenig darauf, wo Sie kommentieren. Die Internetseite des Rechtsextremisten Detlef Nolde ist sicher auch aus Ihrer Sicht nicht die erste Wahl, auch, wenn dieser widerliche Typ zufällig etwas gegen Anthros hat.“

    ——

    @Jens Gerlach

    Jeder kann sich anhand der Beiträge auf meinem Weblog davon in Kenntnis setzen, daß Deine Behauptungen („Rechtsextremist“ usw.) pure Verleumdungen darstellen. Vor diesem Hintergrund ist die Frage, welchen Wert Du bei anderen Themen der seriösen Recherche beimißt.

  • #99
    Gertrud Kiefer-Volkert

    Jens Gerlach, wo Ihre rechte Seite Schwachstellen hat, kann Ihnen Detlef Nolde sicher aufzeigen. Ich beziehe mich auf seinen Artikel und nicht auf seine Person.

  • Pingback: Wie gut sind Waldorfschulen? « RatgeberNewsBlog

  • #101
    Skowronek

    „Eine Waldorfschule im Ruhrgebiet Foto: Ruhrbarone“

    Das ist die alte Müser-Villa, die Keimzelle der Waldorfschule in Bochum-Langendreer. Ist das Geheimwissen oder was?

    Ich habe diese Schule in den Fünfzigern und Sechzigern besucht. Es ist schade, dass man durch „Enthüllungen“ über sie keinen Papst diskreditieren kann, denn auch dort gab es, wie bei den Regensburger Domspatzen, Kopfnüsse, Ohrenverdrehen und Ins-Gesicht-Schlagen. So wie es ist, interessiert es kein Schwein.

    Die Mutter schreibt: „Ich gab dem Klassenlehrer zu verstehen, dass nicht mein Sohn, sondern er und das Waldorf-System versagt hätten.“ Aber gute Frau, hätten Sie sich nicht informieren können, BEVOR Sie ihren Sohn dorthin geschickt haben? Vor fünfzig Jahren mögen Eltern VIELLEICHT die Entschuldigung gehabt haben, dass das alles nicht bekannt war und überhaupt wurde nicht so viel kritisch hinterfragt, aber doch heute nicht mehr. Es ist bei denen IMMER die Schuld des Kindes. Das Kind bringt das schlechte Karma mit. (Das gilt übrigens auch für behinderte Kinder.) Und das wollen Sie nicht gewusst haben und haben ihren Sohn, auch nachdem alles schief lief, immer noch jahrelang dieser unsäglichen Behandlung ausgesetzt?

    Sowas kann man wirklich nur mit Deutschen machen.

  • #102
    Skowronek

    Warum der Staat die Waldorfschulen unterstützt:

    – aus Gründen der Liberalität
    Das ist sicher ein Grund und auch gleich einer der schlechtesten.

    – weil niemand durchblickt
    Und deswegen werden Tausende von Kindern verschlissen?

    – weil sich Waldorfschule als avantgardistische Schule versteht, von der sich andere etwas abgucken können
    Ja die mögen sich als solche verstehen, aber heißt das, dass der Staat denen das abkaufen muss? Manche glauben auch sie sind Napoleon.

    – weil Alternativmodelle prinzipiell wichtig sind
    Warum?

    – weil sonst manche Eltern dem Staat Bildungsmonopolismus vorwerfen würden.
    Ja. Und?

    – weil bei den Grundgesetzmachern auch die anthroposophische Lobby am Werk war
    Äh?

    – weil Waldorfschulen sich als christliche Schulen nach außen darstellen und damit Vertrauen erwecken usw.
    Seit wann wird christlichen Einrichtungen Vertrauen entgegengebracht und mal unterstellt dass sei so: Die glauben an Wiedergeburt. WIE-DER-GE-BURT! Und Karma. Das ist, samt Eurythmie, etwa so christlich, wie tanzende Derwische.

    – weil noch niemand Steiner vollständig widerlegen konnte
    Guter Witz!

    – weil Waldorfschulen letztendlich dem Staat Geld sparen helfen.
    Die Rechnung würde mich interessieren, ich will sie aber nicht ohne weiteres bestreiten.

    Da gibt es Tausende mehr oder weniger gebildeter Eltern, die sich nicht einmal über die elementarsten ideologischen Grundlagen dieser Sektenschule unterrichten, der sie ihre Kinder anvertrauen und so jemand wie Frau Pali ist darauf auch noch stolz und meint, dass sie sich bei dieser kleinbürgerlichen Freakshow unter „Besseren“ befindet. Naja, alles ist relativ.

    Wir strafen Sekten, wie die Adventisten mit Verachtung und lachen sie aus, weil sie an eine „Prophetin“ glauben, die nach einem Schädeltrauma „gesehen“ hat, dass Schwarze einer Vereinigung von Mensch und Tier entstammen. Aber die psychotischen Schübe eines Rudolf Steiners nehmen wir ernst und vertrauen seinen Gefolgsleuten unsere Kinder an. Naja, wir halten ja auch mehrheitlich die Gewaltphantasien eines epileptischen Analphabeten aus dem 7. Jahrhundert für eine „Religion des Friedens“. Was wundert einen da noch?

  • #103
    Andreas Lichte

    @ Skowronek

    Sie schreiben: „Es ist schade, dass man durch “Enthüllungen” über sie [die Waldorfschulen] keinen Papst diskreditieren kann, denn auch dort gab es, wie bei den Regensburger Domspatzen, Kopfnüsse, Ohrenverdrehen und Ins-Gesicht-Schlagen.“

    Können Sie Ihre Behauptungen beweisen? Gibt es Zeugen? Wenn ja, bitte ich Sie, mich via Stefan Laurin, Ruhrbarone, zu kontaktieren:

    stefan.laurin(at)ruhrbarone.de

  • #104
    Andreas Lichte

    „Vorwürfe gegen Waldorfpädagoge

    Schwäbische Zeitung, SZON

    (ÜBERLINGEN/iw) Auch an der Freien Waldorfschule in Überlingen soll es Missbrauchsfälle gegeben haben. Das berichtet ein ehemaliger Schüler, der die Einrichtung Mitte der Neunziger Jahre besucht hat. Der Pädagoge soll entlassen worden sein.

    Erst Salem, jetzt Überlingen. Nachdem die ersten Missbrauchsfälle an schulischen Einrichtungen aufgedeckt wurden, kommen jeden Tag weitere an die Öffentlichkeit. Gestern hat sich ein ehemaliger Schüler der Freien Waldorfschule Überlingen an die Medien gewandt, der die Einrichtung bis zur sechsten Klasse besucht hat, ehe er auf eine andere Schule wechselte. Zwei Kinder in seiner Klasse seien missbraucht worden und es habe zahlreiche gewalttätige Übergriffe auf Schüler gegeben, auch gegen ihn. Die Schulleitung der Waldorfschule konnte gestern nicht für eine Stellungnahme erreicht werden. Aus dem Umfeld der Schule werden die Vorwürfe gegen den ehemaligen Klassenlehrer bestätigt. Der Mann sei umgehend entlassen worden. Nicht belegt wurde die Anschuldigung, dass die Schule von Vorfällen an anderen Schulen gewusst habe und den Pädagogen dennoch eingestellt habe.

    (Erschienen: 17.03.2010 23:00)“

    http://www.schwaebische.de/lokales/markdorf/meersburg_artikel,-Vorwuerfe-gegen-Waldorfpaedagoge-_arid,4069041.html

  • #105
    Andreas Lichte

    „Wie werden die „Ersatz-Schulen“ kontrolliert? Hinter privaten Schultüren

    WDR.de, von Nina Magoley

    Die bisher bekannt gewordenen Fälle sexuellen Missbrauchs ereigneten sich größtenteils an Privatschulen. Rund 340 gibt es davon in NRW, darunter viele kirchliche, die sich weitgehend selbst organisieren. Für die Aufsicht ist allerdings der Staat verantwortlich.

    Von sexuellem Missbrauch ist das, was Jan Schrecker erlebt hat, weit entfernt. Dennoch berichtet der heute 30-Jährige von Demütigungen und Misshandlungen während seiner Schulzeit, die ihm noch immer zu schaffen machen. Schrecker war bis 1996 Schüler an der Waldorfschule Schloss Hamborn in der Nähe von Paderborn. Seine damalige Lehrerin, so berichtet er, habe ihn und andere Schüler jahrelang geschlagen und massiv eingeschüchtert. Er sei Zeuge gewesen, wie die Lehrerin Mitschüler ohrfeigte oder schmerzhaft an den Haaren zog, nur weil sie Haargel benutzt hatten. Einmal habe sie den Kopf eines Jungen, der ein bedrucktes T-Shirt trug, „mit voller Wucht“ auf den Tisch gehauen, so dass dessen Nase blutete.

    Schulaufsicht muss Privatschulen überwachen

    Eine Strafanzeige gegen die Lehrerin, die Schrecker im Jahr 2002 bei der Staatsanwaltschaft Dortmund stellte, wurde wegen Verjährung abgewiesen. Als er sich daraufhin an die Bezirksregierung Detmold wandte, habe man ihm dort erklärt, dass die Behörde für private Schulen, wie Waldorf- oder auch kirchliche Schulen, nicht zuständig sei. Auch auf eine Petition beim Landtag NRW hin bekam der ehemalige Schüler dieselbe Auskunft. Das „Verhalten der Lehrkraft“, heißt es in einem Antwortschreiben, das WDR.de vorliegt, „konnte keine schulaufsichtliche Maßnahme auslösen“, da die Lehrkraft nicht Bedienstete des Landes Nordrhein-Westfalen war, sondern in einem privatrechtlichen Vertragsverhältnis zum Schulträger stand“. Ein Blick in das Schulgesetz NRW allerdings führt zu anderen Erkenntnissen: Die Schulaufsicht über „Ersatzschulen“, wie private Schulen in Behördensprache heißen, sei Aufgabe der „für die entsprechenden öffentlichen Schulen zuständigen Schulaufsichtsbehörde“. (…)“

    weiter:

    http://www.wdr.de/themen/panorama/kriminalitaet11/missbrauch_kirche/100311.jhtml?rubrikenstyle=panorama

  • #106
    nix

    Hier mal nen bissel Waldorfkultur:
    http://www.youtube.com/watch?v=_9ueJMUJYq8&feature=player_embedded#

  • #107
  • #108
    Andreas Lichte

    „Schläge bestimmen die Grundschulzeit

    Schwäbische Zeitung, SZON, 19.03.2010

    (ÜBERLINGEN/slo) Er hat die vergangenen zwanzig Jahre geschwiegen, jetzt möchte er dieses Schweigen brechen. Der ehemalige Schüler der Freien Waldorfschule Überlingen, der Anfang der Neunziger Jahre gewalttätige Übergriffe und Missbrauch an der Schule erleben musste, berichtet im Gespräch mit der Schwäbischen Zeitung über seine Schulzeit.

    Der erste Schultag ist eigentlich ein schöner und aufregender Tag für die kleinen ABC-Schützen. Gerade Erstklässler sollten beim Start in das Berufsleben liebevoll von ihrem Lehrer in die Klassengemeinschaft eingeführt werden. Auch in Waldorfschulen hat der Lehrer einer ersten Klasse eine besondere Funktion, unterrichtet die Schulanfänger in über der Hälfte der Fächer. Ein guter Start in die Schulzeit blieb dem betroffenen Schüler von Anfang an versagt. „Der Lehrer war sehr autoritär und übermäßig streng“, erinnert er sich. Schnell sei der Pädagoge laut geworden, habe die Kinder angebrüllt und beschimpft.

    Doch die Härte des Lehrers äußerte sich nicht nur in verbalen Attacken gegen die Kinder, sondern auch in körperlicher Gewalt. So erinnert sich der ehemalige Schüler an eine rigide Bestrafungsaktion. Einige Schüler hätten „Blödsinn gemacht“, was den Lehrer sofort wieder extrem wütend gemacht habe. Die betroffenen Kinder hätten daraufhin ihre Finger ausstrecken müssen, auf die der Pädagoge hart geschlagen habe. „Ein Schüler meinte im Nachhinein, der Lehrer hätte sogar eine Nadel in seiner Hand gehabt beim Schlagen, aber das habe ich selbst nicht gesehen“, erzählt der Betroffene über die schmerzhafte Tortur.

    Auf den Tisch geworfen

    Nicht jeden Tag, aber doch mit einer gewissen Häufigkeit sei es zu körperlichen Attacken des Lehrers gekommen. Der ehemalige Schüler erinnert sich an einen Vorfall, als ihn der Pädagoge an den Hosenträger hochgezogen und hart auf einen Tisch geworfen habe. Die gesamte Klasse habe sich vor dem Lehrer gefürchtet.

    Dabei war der Schule sehr wohl bekannt, dass es schon vor dessen Tätigkeit in Überlingen zu Beschuldigungen gegen den Pädagogen gekommen war. „Da nach seiner Einstellung der Verdacht von Eltern geäußert worden war, dass es bereits früher zu Missbrauch gekommen war, stellte der Bund der Freien Waldorfschulen im Auftrag der Schulleitung Nachforschungen an. Diese ergaben, dass ein früheres Gerichtsverfahren gegen den Lehrer in der Schweiz zu einem Freispruch geführt hatte und kein weiterer Verdacht bestand“, schreibt die Schulleitung in einer gestern in der Schwäbischen Zeitung veröffentlichten Stellungnahme. Der ehemalige Schüler berichtet, dass die Schulleitung mehrfach auf die Vorgeschichte des Mannes hingewiesen worden sei. „Darauf gab es keine Reaktion der Schule“, sagt er. Eine Mutter hätte ihr Kind vorsorglich in die Parallelklasse gebracht.

    Über die Vorfälle in der Waldorfschule hätte kaum ein Schüler zu Hause gesprochen. Nach seinen „Ausrastern“ habe sich der Lehrer immer wieder entschuldigt.

    Wie die Schule in ihrer Pressemitteilung einräumt, habe es auch einen Fall von sexuellem Missbrauch an zwei Schülern gegeben. Es habe sich um ein Geschwisterpaar, einen Jungen und ein Mädchen, gehandelt, ergänzt der ehemalige Waldorfschüler. „Sie mussten mittags immer auf den Bus warten, der Lehrer hat auf sie aufgepasst“, berichtet er. Eines Tages habe das Mädchen einer Gruppe erzählt, der Pädagoge habe sie „komisch berührt“. So sei der Missbrauch ans Licht gekommen. Der Pädagoge sei später anonym angezeigt und verurteilt worden. Der Mann hatte selbst eine Familie und mehrere Kinder.

    Keine Aufarbeitung

    Eine Aufarbeitung des Ganzen durch die Schule habe es nicht gegeben. Mit dem Ausscheiden des Lehrers hörten jedoch die Schwierigkeiten in der Klasse nicht auf. Ein neuer Lehrer sei zu den Viertklässlern gekommen, der jedoch mit der Situation überfordert gewesen sei. Ende der 6. Klasse habe die Schulleitung dann kurzfristig bestimmt, dass sechs bis sieben Schüler die Schule verlassen mussten, darunter der betroffene Schüler. Für ihn nahm die Schulkarriere einen guten weiteren Verlauf: Spä-ter schulterte er noch das Abitur.

    An die Vorfälle seiner Grundschulzeit denkt er häufig zurück, aber sie belasten ihn heute nach eigenen Angaben nicht mehr so stark. Dass er sich jetzt gemeldet habe, lag an der aufflammenden öffentlichen Diskussion um Missbrauch und Gewalt an Schutzbefohlenen.“

    http://www.schwaebische.de/lokales/markdorf/meersburg_artikel,-Schlaege-bestimmen-die-Grundschulzeit-_arid,4070228.html

  • #109
    nix

    @ Andreas Lichte
    Meinste nicht, es ist etwas pauschal alle Waldorfschulen unter Geberalverdacht zu stellen?
    Ist ja OK wenn du die Waldörfer baschen willst, aber frag dich doch mal warum du es machst.
    Kritische Betrachtungen finde ich immer nötig, aber komplette Vorverurteilungen
    halte ich für falsch. Leider wird es sie immer, zu welchen Thema auch immer geben und leider auch Leute die sie benötigen.
    Wenn du der tatsächliche Lichte aus dem Interview bist, wundert es mich ein wenig. Hätte dich differenzierter eingeschätzt.

  • #110
    Andreas Lichte

    @ nix

    Ich stelle NICHT „alle Waldorfschulen unter Generalverdacht“.

    Solche Unterstellungen fallen nur einem „Waldorfvater“ ein, der „seine“ Schule um jeden Preis verteidigen muss. Und sei es mit dumpfer Waldorf-Muzak, siehe Ihren Kommentar, oben.

    Gewalt in Waldorf-Einrichtungen ist kein Einzelfall, siehe:

    “Waldorfschule – auch hier sexueller Missbrauch!”

    http://ratgebernewsblog.wordpress.com/2010/03/19/waldorfschule-auch-hier-sexueller-missbrauch/

  • #111
    Philip

    Wenn ruhrbarone Google wäre, würden Andreas Lichtes Kommentare wegen duplicate content vermutlich aus dem Index entfernt 😉

  • #112
    nix

    @Andreas Lichte

    auch hier urteilst du wieder pauschal und unterstellst mir die Verteidigung
    der Waldorfschule meines Sohnes, an der es bisher nichts zu verteidigen gibt.
    Habe selber zwei Jahre am Lehrerseminar teilgenommen ( also Insider, wie du)
    und konnte tatsächlich nichts neagtives entdecken, ausser das sich die Schulen refomieren müssen.
    Ich selbst war Hauptschüler und könnte hier ein ganzes Buch über miese Lehrer, Gewalt, Nazis und Sexismus auf „meiner Hauptschule“posten. Allerdings
    gibt es auch andere Hauptschulen.
    Aber ich will nicht ablenken, es geht ja um Waldorf.
    Es sieht aus, als ob du auf einem Feldzug bist.
    Aber ich will dich da beim Basching nicht aufhalten.

    Die Musak, wie du es nennst kommt von Kieler Waldorfschülern und ich finde sie tatsächlich nicht dumpf .-), sondern hörbar gut.

  • #113
    Andreas Lichte

    @ NIX (schreiben Sie mal Ihren Real-Namen, „NIX“ ist oberpeinlich)

    Sie – Sie! – schreiben: „Habe selber zwei Jahre am Lehrerseminar teilgenommen“

    Meinen Sie damit, dass Sie eine Steiner-Gehirnwäsche in einem anthroposophischen Waldorflehrerseminar bekommen haben?

    z.B. so wie hier, am „Seminar für Waldorfpädagogik Berlin“:

    „Wundersame Waldorf-Pädagogik oder Atlantis als Bewusstseinszustand“

    http://www.novo-magazin.de/71/novo7138.htm

  • #114
    Andreas Lichte

    @ NIX

    damit wir uns auch wirklich richtig verstehen … zur „Steiner-Gehirnwäsche“ … hier noch ein Brief, der die Ausbildung zum Waldorflehrer am „Seminar für Waldorfpädagogik Berlin“ beschreibt:

    „M.S.

    Senator für Bildung, Wissenschaft und Forschung
    Prof. Dr. E. Jürgen Zöllner
    Beuthstr. 6-8
    10117 Berlin

    Bitte um staatliche Prüfung der Lehrerbildung und damit verbundener Lehrinhalte am Waldorf- Lehrerseminar Berlin- Mitte

    Berlin, 28.2.2007

    Sehr geehrter Prof. Dr. Zöllner,

    ich habe von September 2006 bis Ende Februar 2007 an der Weiterbildung zum Waldorflehrer/ Abendkurs am Seminar für Waldorfpädagogik e.V. in Berlin- Mitte, Weinmeisterstraße 16, 10178 Berlin, teilgenommen.

    Was dort als Lehrerbildung bezeichnet wird, ist meiner Erfahrung nach die Vermittlung anthroposophisch- esoterischer Inhalte, ohne Duldung sachlicher Kritik, die seitens der teilnehmenden Seminaristen geäußert wurde. Zur Weiterbildung gehört die Besprechung und Auslegung esoterischer Texte des Begründers der Anthroposophie Rudolf Steiner. Diese Besprechungen und Auslegungen haben den Charakter einer ideologischen Schulung, die das anthroposophische Menschenbild im zukünftigen Lehrer fest verankern soll. Das bedeutet, dass die äußerst fragwürdigen Anschauungen Steiners in den zu lehrenden Unterrichtsstoff der Waldorfschulen einfließen.

    Noch vor Beginn des Seminars wurde mir vom Dozenten und Seminarleiter Michael Handtmann beim Vorstellungsgespräch versichert, dass ich keinesfalls zum „willigen Schüler Rudolf Steiners“ ausgebildet werden solle. Das Gegenteil war der Fall. Ich möchte klarstellen, dass ich nicht im Verlauf einer offenen Auseinandersetzung das Seminar verlassen habe, sondern schlicht um eine Auflösung meines Lehrgangsvertrages gebeten habe.

    Viele meiner Mit- Seminaristen waren ebenso verwundert und abgestoßen von der Indoktrination esoterischer Schulungsinhalte, doch offene Kritik kam nur bei den wenigsten auf. Grund dafür ist die berufliche und ökonomische Lage der meisten Seminaristen, die sich durch die Weiterbildung zum Waldorflehrer eine berufliche Perspektive erhoffen. Die meisten der Seminaristen sind ebenso wie ich über 30 Jahre und älter – viele von ihnen von Arbeitslosigkeit bedroht. Da Kritik von den Dozenten des Seminars mit Schweigen oder beleidigter Ablehnung beantwortet wurde, ist es nicht verwunderlich, dass die Mehrheit schweigt, obwohl viele anders denken – niemand möchte seinen zukünftigen Arbeitsplatz gefährden.

    Zur Methodik des Unterrichts: Ich besuchte die Oberstufenmethodik. Auch hier war die Grundlage jeglicher Betrachtung seitens der Dozenten Rudolf Steiner: alles beginnt und endet mit ihm. Jede Empfehlung, jedes Betrachten des Schülers und des Unterrichts wird durch die Texte Steiners erklärt und interpretiert. Da bleibt kein Raum für Veränderungsvorschläge oder eine wissenschaftliche Auseinandersetzung – ein Vergleich mit pädagogischen Standardwerken findet nicht statt.

    Ich frage mich ernsthaft, wo dabei das eigene Denken eines zukünftigen Lehrers bleiben soll, es wird einfach ersetzt, denn die obskuren Schriften Steiners liefern nach Ansicht der Dozenten die Antworten auf alle Fragen. Diese Art von Lehrerbildung verstößt gegen das Selbstbestimmungsrecht im Denken und Handeln der Teilnehmer, sie ist sektiererisch und esoterisch- ideologisch. Deshalb bitte ich sie nachdrücklich, das Aufsichtsrecht des Staates zu nutzen, um die Lehrerbildung des Seminars für Waldorfpädagogik eingehend kritisch zu prüfen.

    Mit freundlichen Grüßen

    M.S.“

  • #115
    nix

    Ich frage mich wer mich gerade einer Gehirnwäsche unterziehen will.
    Aber, ey…ist schon OK. Ich bin kein Anthro, nur ein Vater mit einem Sohn auf einer Waldorfschule, der sogar ein Seminar besucht hat um die Schulform zu verstehen.
    Wenn das einen Tatbestand erfüllt, OK sorry an alle die es wurmt.
    nix finde ich als Namen sehr passend, wenn du ihn oberpeinlich findest ist auch dieses OK.
    Ich hab verstanden um was es dir geht und mercie für die Infos.
    .-)

  • #116
    Skowronek

    Ich möchte eines hier klarstellen: Trotz meiner scharfen Kritik an der Waldorfschule kann ich nicht von einem einzigen Fall SEXUELLEN Missbrauchs berichten. Und das trotz aller Klassenfahrten, Praktika und was weiß ich sonst noch. Nichts. GARnichts! Ich habe auch nie auch nur ein Gerücht gehört, auch nicht aus anderen Klassen.

    Nicht, dass man seinerzeit sexlos gewesen wäre. So haben sich allerdings zwei erwachsene Schülerinnen in zwei aufeinanderfolgenden Jahrgängen jeweils bei der obligatorischen Italienreise zum Abschluss der Schulzeit mit dem Busfahrer eingelassen, eine davon aus sogenannter „guter Familie“. [sarcasm] Ob die Männer Anzeige wegen sexuellen Missbrauchs gestellt haben, ist mir nicht bekannt. [/sarcasm] Das war, wohlgemerkt, in den späten Sechziger/frühen Siebziger Jahren.

    Aber ernsthaft: Ich glaube nicht, dass ich das Glück hatte, in einer zufällig sauberen Enklave innerhalb eines von sexuellem Missbrauch saturierten Privatschulsystem großzuwerden. Ich halte einen nicht unbeträchtlichen Teil der Fälle, die jetzt Schlagzeilen machen, für Fälle „falscher Erinnerung“ und schlichter Aufmerksamkeitshurerei.

  • #117
    Andreas Lichte

    @ Skowronek

    Sie schreiben: „Ich halte einen nicht unbeträchtlichen Teil der Fälle, die jetzt Schlagzeilen machen, für Fälle “falscher Erinnerung” und schlichter Aufmerksamkeitshurerei.“

    Ich nicht. Wir müssen da gar nicht über die Waldorfschule reden, schauen Sie sich doch mal an, was in der Katholischen Kirche passiert ist … neulich habe ich einen TV-Beitrag gesehen, wo die „Karriere“ eines Priesters rekonstruiert wurde: kaum war ein Missbrauch aufgeflogen, wurde er versetzt, und weiter ging’s …

    Und … und … wie fänden Sie es, wenn ich das Ihnen sagte, zu Ihrer Geschichte … das ist ja nur “falsche Erinnerung und Aufmerksamkeitshurerei“!

    Keine Angst, hab ich nicht vor.

  • #118
    Skowronek

    Herr Lichte, meine Geschichte hat nichts mit Sex zu tun. Damit lässt sich keine Aufmerksamkeit erregen. Daher trifft mich der Vorwurf nicht, selbst wenn Sie ihn ernst gemeint hätten. Jeder Missbrauchsfall ist unfassbar schlimm, aber hat jemand jemals daran gedacht, was mit zu Unrecht angeklagten Männern passiert? Sexueller Missbrauch ist doch inzwischen sogar zu einer probaten Waffe in Sorgerechtsauseinandersetzungen verkommen. Ich weiß von zumindest einem Fall, in dem der zu Unrecht beschuldigte Vater sich das Leben genommen hat. Sind die Wormser Prozesse längst vergessen? Ich sage um Himmels Willen nicht, dass, wie bei der Wormser Hexenjagd, alle oder auch nur ein größerer Teil der Verdächtigten unschuldig sind. Ich möchte nur nicht wieder eine neue Hexenjagd erleben.

    Das hier ist lesenswert: http://barelyablog.com/?p=610
    Ilana Mercer, Tochter eines Rabbis, selber säkulär, hat keinen Grund, die katholische Kirche in Schutz zu nehmen.

    Oder das: http://en.wikipedia.org/wiki/Day_care_sex_abuse_hysteria
    Gerald Amirault hat 18 Jahre unschuldig im Gefängnis gesessen. Auch dieser Fall hatte politische Brisanz.
    http://en.wikipedia.org/wiki/Gerald_Amirault

    Ich denke auch, dass die „Reformpädagogik“ und andere fortschrittliche, säkuläre Organisationen, die HU kommt mir grade in den Sinn oder Teile der Grünen, ihre Finger mindestens so tief im Mustopf des Kindesmissbrauchs stecken haben, wie die Katholische Kirche. Aber irgendwie ist Sex und Priester wohl irgendwie besonders geil (um einen Ausdruck zu verwenden, der vielleicht garnicht mehr Teil der Jugendsprache ist).

    Wenn die Leute anfangen werden, sich über die offene Hose des Dany le Rouge und über die philanthropischen Aktivitäten der HU aufzuregen, oder über die unglaubliche Verkommenheit des Pädagogik-Gurus von Hentig, der allen Ernstes unterstellt, dass DIE KINDER an der Odenwaldschule seinen Freund verführt hätten, fange ich an, mich über die Katholische Kirche aufzuregen.

  • #119
    supercat

    Der Bericht ist für mich wie ein Déjà-vu Erlebnis. Ich habe über 10 Jahre eine Waldorfschule in Süddeutschland, welche von meinen Eltern, Mitte der 70er Jahre mit gegründet wurde, besucht. Ich habe dort die schlimmsten Jahre verlebt, und jeden Tag den ich zur Schule musste gehasst. Hinter dem Schleier von natürlichen Farben und organischen Formen und der angeblichen Freundlichkeit, verbirgt sich ein System, was absolut Autorität ist, und einem in den Lerninhalten zum Teil den letzten Bockmist verzapft.
    Ich war unzählige Male Zeuge von Kindesmisshandlungen, wie Ohren ziehen, Haare rupfen, oder auch Ohrfeigen verteilen. Mitschüler und auch ich wurde gerne mal vor der Klasse erniedrigt, musste sich in die Ecke stellen u.v.m.. Niemand kann mir erzählen dies waren Ausnahmen, und anderen Waldorfschulen wäre dies anders. Das sind die Märchen die immer erzählt werden wenn es zu Kritik an Waldorfschule kommt, und ich hab Sie schon dutzende Male gehört. Seltsamer weise gibt es aber umso mehr Berichte von Ex Schülern, die alle von ähnlichen, schlechten Erfahrungen an Waldorschulen berichten. Natürlich sind das alles Einzelfälle, oder auch Behauptungen böser Eltern oder Kinder, die eine Wut auf das Waldorf-System haben.
    Es hängt aber nicht von der Schule oder den Lehrern ab, sondern von der Pädagogik. Und diese ist abstrus. Die angebliche Freiheit die ein Schüler genießt, gibt es gar nicht. Denn alles ist vorgekaut, und selbst die tollen Bilder, die die Lehrer an die Tafel malen, sind genau vorgeschrieben. Alles natürlich im Sinne von Rudi dem Gott. Sicher das ist vielleicht an vielen Schulen ähnlich, aber dort wird es nicht zur Religion erklärt. Das System teilt Kinder gerne auch in heimliche Hierarchien ein, auch wenn das gute Anthroposophen immer bestreiten. Die 4 Temperamente dienen dabei als Anhaltspunkte, und nur so viel: Wer Phlegmatiker ist hat die Arschkarte gezogen!
    .Das Wissen was vermittelt wird, ist teilweise sowas von unvollständig, und beruht oft mehr auf Behauptungen, als auf Erkenntnissen.
    Ich könnte Seiten voll schreiben, was ich für seltsame Dinge lernen musste. Hier mal ein paar Beispiele:
    -In Erdkunde lernte ich, dass es im Kongo primitive Stämme gibt, die nicht gesunde Kinder gleich nach der Geburt im Fluss ertränken.
    -Ich habe gelernt, dass die Erzvorkommen der Erde von Meteoriten stammen, die auf die Erde stürzten, dem sogenannten Sterneneisen.
    -Kartoffeln machen dumpf.
    -Ritter waren immer edel, so wie Parzival. Also, von der Leibeigenschaft keine Spur.
    -Und Bauern waren natürlich auch immer froh und genügsam, bis die schlimmen Maschinen kamen und der Kunstdünger.
    -Selbstverständlich war und ist jede Technologie des 20ten Jahrhunderts Ahrimanisch. Besonders natürlich das Fernsehen, aber auch das Radio, oder Musik aus der Konserve.
    Mein Abitur habe ich übrigens auf einer Gesamtschule gemacht. Leider reichten aber die Jahre dort nicht mehr ganz, mir beizubringen, was ein korrekter Zeichensatz und ein richtige Rechtschreibung ist. Naja, ich war halt schon immer, wie mal ein Klassenlehrer von mir sagte, ein großer Hans Guck-in-die-Luft.
    Dafür eine große Entschuldigung an alle Leser, und eine dicken Mittelfinger nach Dornach.

  • #120
    Andreas Lichte

    @ supercat

    Sie sind, wie Sie sagen, nicht der einzige, der schlechte Erfahrungen in der Waldorfschule gemacht hat. Und ich sammle sie, habe auch für die Veröffentlichung des Artikels, oben, gesorgt.

    Es wäre super, wenn „supercat“ mich kontaktieren könnte, via Stefan Laurin, Ruhrbarone:

    stefan.laurin(at)ruhrbarone.de

    Ihre Geschichte wird vertraulich behandelt.

  • #121
    Mel

    Wir machen gerade die schlimmste Zeit durch. Mein Sohn wurde in einer Waldorfschule misshandelt.Er wurde an den Haaren gezogen, auf den Boden geschmissen, geschüttelt und mit dem Kopf gegen die Tür geworfen. Er hatte jeden Tag Angst zur Schule zu gehen.
    Dieses liegt jetzt alles bei der Polizei, aber ich habe den Verdacht das wir nicht ernst genommen werden. Ich habe Angst um meinen Sohn, den die Erlebnisse in der Schule haben schon gereicht. Ich finde Gewalt gegenüber Schutzbefohlenen ist das allerletzte, aber ich weiß nicht ob wir den richtigen Weg gegangen sind(Polizei), da er alles nochmal durchleben muss und es eh wieder Aussage gegen Ausage sein wird.

  • #122
    Andreas Lichte

    @ Mel

    Bitte melden Sie sich bei mir. Kontakt über Stefan Laurin, Ruhrbarone:

    stefan.laurin(at)ruhrbarone.de

    Ihre Informationen werden VERTRAULICH behandelt. Ihr Name wird nicht genannt (so wie auch die Autorin des Artikels, oben, anonym blieb)

  • Pingback: Drei Gründe für die Waldorfschule « Aufklärung 2.0

  • #124
    labi

    Ich habe mit Schrecken den Bericht gelesen, was ein unfähiger Lehrer.
    Allerdings liegt dies weder an Steiner, noch der Anthroposophie als solcher.

    Viele Dinge die hier runtergeputzt wurden sind einfach nicht verstanden worden und desweiteren gibt es solche schrecklichen Menschen, wie es der Lehrer wohl war, überall.

    Wieviele Menschen können von Mobbing am Arbeitsplatz/in der Schulzeit berichten?
    Wieso muss man sich also direkt auf die Waldorfpädagogik als „sekte“ stürzen?

    Ich war 13 Jahre lang auf einer Waldorfschule, habe ein Ba-Wü Zentral-Abitur (dieses habe ich auch dort gemacht!!!!). Mein Jahrgang war übrigens der BESTE der Stadt.
    (Soviel mal zur Bildung).
    Viele meine Klassenkameraden sind irgendwann auf ein staatliches Gymnaisum, keiner wurde heruntergestuft.

    Einige aus staatlichen Schulen kamen zu uns…es gab nie Probleme die über den Normalfall hinausgegangen wären.

    Ich habe in meiner Schulzeit weder Steinertexte zu sehen bekommen noch irgendetwas von Ariman oder Atlantis gehört.

    Es gibt schlechte Waldorfschulen, alte, kleine, sehr versteinerte.

    Und es gibt größere, etablierte, sehr gut organisierte und extremst kompetente Waldorfschulen.

    Das Problem ist nicht die Pädagogik, sondern dass es unter den Anthroposophen eine Bewegung gibt, die nicht versteht, dass man Steiners IMPULSE als Grundlage und Richtung zu nehmen hat, jedoch nicht als Dogma.

    Desweiteren wollte Steiner eine Schule für Kinder, die später mit beiden Beinen in der Welt stehen.

    D.h. man benötigt selbstverständlich Informatik-Unterricht, man muss zeitgemäß unterrichten und über den Tellerrand blicken.

    Ich selbst bin angehende Waldorflehrerin, habe aber zuvor an einer staatlichen Universität auf Staatsexamen ein Studium begonnen.

    Ich komme aus einem nicht sehr anthroposophischen Elternhaus, jobbe nebenher in einem sehr „unwaldörflichen“ Unternehmen und mein Freundes- und Bekanntenkreis ist mitnichten Anthroposophisch angehaucht.

    Ich verstehe nicht, wie man solch einen individuellen (schrecklichen!!!) Fall eines Kindes als Grundlage einer Verurteilung der Waldorfschulen nehmen kann,
    das ist unprofessionell und nicht wissenschaftlich.

    Übrigens muss man als Waldorflehrer keinesfalls Anthrposoph sein und im Waldorflehrerseminar bzw. an den Hochschulen (die inzwischen teilweise staatlich akkreditiert sind und Bachelor- bzw. Masterstudiengänge anbieten) wird man NICHT zum Steiner-Jünger erzogen.

    Es ist jedoch erstaunlich wieviele möchtegern-esoteriker sich dorthin begeben um auf einen Selbstfindungstrip zu gehen und sich dann wundern, wenn sie kein Diplom bekommen.

  • #125
    labi

    gerade habe ich noch gelesen, dass waldorfschulen Ausländerfreie Zone seien, haha.
    Wir hatten Schüler aus England, Belgien, Südafrika, Tansania, Schweden, der Schweiz und Italien in der Klasse.

    Schüleraustausche sind ein großes Thema und ansonsten sollte man sich vielleicht mal die Intigrative Waldorfschule in Mannheim ansehen… ich glaube es sind mehr als 85% der Kinder nicht Deutsch.

  • #126
    Andreas Lichte

    @ labi

    geh woanders spielen …

    .

    „Drei Gründe für die Waldorfschule

    (…) Viele Eltern wissen aber ganz genau, was sie tun, wenn sie sich für eine Waldorfschule entscheiden. Im folgenden werden drei Gründe für deren Schulwahl behandelt, die ich vorweg als Thesen formuliere:

    These I: Die Leistungen des Kindes sind zu schwach, um auf einer öffentlichen Schule zu bestehen. An der Waldorfschule sind die Abschlüsse leichter.

    These II: „Man bleibt gern unter sich“ – Besserverdienende wollen eine Schule ohne Kinder aus sozial schwachen Verhältnissen und ohne Ausländer.

    These III: „Man bleibt gern unter sich“ – in der Waldorfschule teilt man die „alternativen“, esoterischen Überzeugungen der Eltern.

    (…) „Man bleibt gern unter sich“ – Besserverdienende wollen eine Schule ohne Kinder aus sozial schwachen Verhältnissen und ohne Ausländer.

    Spricht man mit Eltern über deren Beweggründe, sich für eine Waldorfschule zu entscheiden, so hört sich das oft so an, als lese man eine Imagebroschüre der Waldorfschulen. Fragt man freundlich aber beharrlich nach, so lösen sich die pastellfarbenen Traumbilder nach und nach in Luft auf. Und schliesslich hört man: „Ich wohne in (Berlin) Kreuzberg. Da schicke ich mein Kind doch nicht in eine Schule mit hohem Ausländeranteil!“

    Richtig, das hat der Autor so erlebt. Nur ein „Einzelfall“? Der ehemalige Waldorfschüler und Anthroposoph Sebastian Gronbach schreibt im anthroposophischen Magazin „info 3“, Zitat:

    „Ich konnte vor einigen Tagen erleben, wie die neuen Erstklässler eingeschult wurden. Zwei Schulen, zwei Bilder: Die Grundschule, eine Regelschule, feierte diesen Tag und begrüßte unter den Neuen ein gutes Drittel Kinder, mit dem, was man heute »Migrationshintergrund« nennt. (…)

    Der gleiche Tag, wenige Kilometer weiter. Eine Waldorfschule. Auch hier werden die neuen Kinder begrüßt. Das Bild unterscheidet sich kaum von dem in den vergangenen Jahren an dieser Waldorfschule: Kein einziges Kind mit Migrationshintergrund – doch; vor einiger Zeit gab es mal das Kind einer Anwaltsfamilie. Alle Kinder sprechen reines Deutsch. (…)

    Heute sind Waldorfschulen Eliteschulen (…)“

    Was Gronbach schildert, bestätigt auch eine Statistik des „Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen“ (KFN). In der „Studie 2005 – spezielle Befunde zu Waldorfschulen“ wurde der ethnische Hintergrund der Schüler erhoben. (…)“

    weiter: http://www.ruhrbarone.de/drei-grunde-fur-die-waldorfschule/

  • #127
    doc

    Ich war 2 Jahre in einer Praxis eines anthroposophischen Arztes als Assistenzarzt tätig.
    Das problem der anthroposophischen Bewegung ist meines Erachtens ein ganz fundamentales.Es wird versucht ,spirituelle Inhalte,Vorgaben oder Therapien anzuwenden,dies allerdings mit einem rein materiellen Denken.Deswegen gibt das z.T. die unsinnigsten Ergebnisse.
    Es wäre für die Anthroposophen sicher gut,sich an hand der Naturwissenschaften ein nüchternes ,klares Denken anzueignen ,und dann sich langsam an die Geheimlehre Steiners heranarbeiten.
    Sonst wird alles falsch.
    Wenn Labi angeblich noch nie was von Ahriman oder Luzifer gehört hat(übrigens von Steiner genial erfasst,eines der ganz grossen Taten Steiners) ,und das als angehende Waldorflehrerin und Waldorfschülerin,dann kann ich nur lachen.Ent weder sie lügt oder sie verdrängt.Das zeichnet eben die Ideologen aus.Sie wissen gar nicht,wie tief sie schon infiltriert sind.

  • #128
    Andreas Lichte

    @ doc

    interessant: Ein Arzt, der die Anthroposophie toll findet, und schreibt:

    „Ahriman oder Luzifer (von Steiner genial erfasst, eine der ganz grossen Taten Steiners)“

    Erklären Sie den Lesern doch mal das:

    „Das zeigt uns, wie Ahriman herangelockt wird an unseren eigenen Ätherleib durch Luzifer.“

  • #129
    Andreas Lichte

    Rudolf Steiner, „Die Offenbarungen des Karma“, GA 120, ACHTER VORTRAG Hamburg, 25. Mai 1910

    S. 156:

    „Das zeigt uns, wie Ahriman herangelockt wird an unseren eigenen Ätherleib durch Luzifer.“

    S. 169ff:

    „Nehmen wir an, eine ganze Anzahl von Menschen hätte sich wegen Lieblosigkeit gegen die Menschen hingezogen gefühlt, gewisse Infektionsstoffe aufzunehmen, um einer Epidemie zu verfallen. Nehmen wir weiter an, wir könnten gegen die Epidemie etwas tun. Wir würden dann in einem solchen Falle die äußere Leiblichkeit davor bewahren, die Lieblosigkeit zum Ausdruck zu bringen, aber wir würden dadurch noch nicht die innere Neigung zur Lieblosigkeit fortgeschafft haben.

    Denken wir uns aber den Fall so, daß wir, wenn wir das äußere Organ der Lieblosigkeit fortschaffen, die Verpflichtung übernehmen, auf die Seele so zu wirken, daß wir auch der Seele die Neigung zur Lieblosigkeit nehmen. Das Organ der Lieblosigkeit wird im eminenten Sinne getötet – im äußeren leiblichen Sinne – in der Pockenimpfung. Da zeigt sich zum Beispiel folgendes, was geisteswissenschaftlich erforscht ist: In einer Kulturperiode traten die Blattern auf, als die allgemeine Neigung bestand, im höheren Maße Egoismus, Lieblosigkeit zu entwickeln. Da traten die Blattern auf, auch in der äußeren Organisation; das ist so. Man ist in der Theosophie durchaus verpflichtet, die Wahrheit zu sagen.

    Nun können wir es begreifen, daß in unserer Zeit der Impfschutz aufgetreten ist. Wir können aber noch etwas anderes begreifen, daß nämlich bei den besten Geistern unserer Zeit etwas wie ein Widerwille gegen Impfung vorhanden ist. Das steht mit einem Inneren in Korrespondenz, das ist das Äußere eines Inneren. Und wir können jetzt sagen: Wenn wir auf der einen Seite das Organ töten, hätten wir auch die Verpflichtung, als Gegenstück dazu bei diesem Menschen den materialistischen Charakter durch eine entsprechende spirituelle Erziehung anders zu gestalten. Das müßte das notwendige Gegenstück sein. Wir leisten sonst nur halbe Arbeit. Ja, wir leisten nur eine Arbeit, zu der der Mensch selber in einer späteren Inkarnation in irgendeiner Weise wird das Gegenstück schaffen müssen, wenn er das Pockengift in sich hat und die Eigenschaft aus sich herausgeschafft hat, durch die man geradezu hinneigt zur Blatternerkrankung. Hat man die Empfänglichkeit für die Blattern herausgeschafft, so hat man nur die äußere Seite der karmischen Wirksamkeit ins Auge gefaßt. Wenn man auf der einen Seite Hygiene übt, muß man anderseits die Verpflichtung fühlen, den Menschen, deren Organisation man umgewandelt hat, auch etwas für die Seele zu geben. Impfung wird keinem Menschen schaden, welcher nach der Impfung im späteren Leben eine spirituelle Erziehung erhält. Wir haben die Waagschale zu stark zum Sinken gebracht, wenn wir nur auf die eine Seite abzielen und auf die andere keinen Wert legen. Das fühlt man im Grunde in den Kreisen, wo man sagt: Wo hygienische Maßregeln zu weit gehen, würden nur schwache Naturen fortgepflanzt. Das ist zwar unberechtigt; aber Sie sehen, wesentlich ist, daß man eine Aufgabe nicht ohne die andere übernehmen darf.

    Da kommen wir zu einem wichtigen Gesetz in der Menschheitsentwickelung, das so wirkt, daß immer ein Äußeres und ein Inneres sich die Waage halten müssen und daß man nicht bloß auf das eine sehen darf, sondern auch das andere nicht unberücksichtigt bleiben darf. Da sehen wir in einen großen Zusammenhang hinein und sind jetzt noch nicht einmal zur Behandlung der Frage gekommen: Wie verhalten sich Hygiene und Karma zueinander? Sie werden sehen, daß uns die Beantwortung dieser Frage noch tiefer hineinführt in das Karma. Und wir werden noch sehen, wie auch zwischen der Geburt und dem Tode des Menschen karmische Zusammenhänge bestehen und ferner, wie andere Persönlichkeiten hineinspielen in ein Menschenleben und wie sich der freie Wille des Menschen und das Karma im Einklange befinden.“

    Ganzer Vortrag: http://fvn-rs.net/index.php?option=com_content&view=article&id=1516:achter-vortrag-hamburg-25-mai-1910&catid=85:ga-120-die-offenbarungen-des-karma&Itemid=4

  • #130
    Andreas Lichte

    Mehr zur Impfgegnerschaft der Anthroposophie und der Waldorfschulen hier:

    „Masern werden von Waldorfschule zu Waldorfschule übertragen …“

    http://waldorfblog.wordpress.com/2010/06/22/„masern-werden-von-waldorfschule-zu-waldorfschule-ubertragen%C2%A0…“/

  • #131
    doc

    ich finde nicht alles toll,was steiner gesagt hat.aber steiner hat begriffen,dass die geistige entwicklung eben dialektisch vorangeht(luzifer und ahriman),wie die moralische entwicklung durch die gegensätze von gut und böse voranschreitet.
    sätze die aus dem zusammenhang (context) gerissen sind ,werde ich nicht erklären.

    haben wir zu viel materialistische schulen,dann geht das pendel eben wieder zu den mehr spirituellen schulen(luzifer und ahriman)

    dialektik ist natürlich von dem grossen meister hegel zuerst klar definiert worden.
    der teufel ,das ist einseitigkeit und verbohrtheit.

  • #132
    Andreas Lichte

    @ doc

    Sie schreiben: „sätze die aus dem zusammenhang (context) gerissen sind, werde ich nicht erklären.“

    Ich habe Ihnen den Zusammenhang (Kontext) angegeben.

    .

    „Das zeigt uns, wie Ahriman herangelockt wird an unseren eigenen Ätherleib durch Luzifer.“ Rudolf Steiner

    Zusammenhang (Kontext): http://fvn-rs.net/index.php?option=com_content&view=article&id=1516:achter-vortrag-hamburg-25-mai-1910&catid=85:ga-120-die-offenbarungen-des-karma&Itemid=4

    .

    Zusammenhang (Kontext) für die Impfgegnerschaft von Anthroposophen und Waldorfschulen:

    „Masern werden von Waldorfschule zu Waldorfschule übertragen …“

    http://waldorfblog.wordpress.com/2010/06/22/„masern-werden-von-waldorfschule-zu-waldorfschule-ubertragen%C2%A0…“/

  • #133
    Andreas Lichte

    Neuer Artikel zur Waldorfschule (links zu den Quellen beim Originalartikel):

    http://www.ruhrbarone.de/waldorfschule-„detlef-hardorp-der-berlin-brandenburgische-bullterrier-der-anthroposophischen-offentlichkeitsarbeit“/

    „Waldorfschule: „Detlef Hardorp, der Berlin-Brandenburgische Bullterrier der anthroposophischen Öffentlichkeitsarbeit“

    Jetzt ist schon wieder was passiert. Nein, keine Sorge. Der „Berlin-Brandenburgische Bullterrier der anthroposophischen Öffentlichkeitsarbeit“, Detlef Hardorp, hat kein Kind tot gebissen. Obwohl. Beschwören möchte ich das nicht– Von unserem Gastautor Andreas Lichte.

    Waldorfschule. So wie „kreativ“. Spiel ganz wichtig:

    – Helmut Meisenburg, Waldorflehrer, spielte mit seinen Schülern „Mundzukleben“, wenn es mal zu laut wurde. Kam gut an, sagt er selber.

    – Angelika Gilde, ehemalige Leiterin der Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung

    Alte Ziegelei Rädel, führte als Schulsport Freistil-Ringen ein. Ihre Erfindung: der „Gilde-Griff“. Der Sieger stand schon vorher fest.

    – „Kinder spielen im Asbest“. Muss man erst mal drauf kommen. Findet auch die Berliner Morgenpost.

    – und der „Bund der Freien Waldorfschulen“ spielt „Monopoly“: Wenn man die Schulnachbarn nicht vor Gericht zum mitspielen bringt, hilft die gut gefüllte Schulkasse.

    Manche Eltern natürlich Spielverderber. Dann erklärt ihnen Detlef Hardorp noch mal die Regeln. Seine Freunde, die Anwälte, helfen ihm dabei. Und danach ist wieder Ruhe. Ich persönlich finde ja, Hardorp sollte mal die Mafia coachen, Omertà durchaus noch verbesserungsfähig. (…)“

  • #134
    Andreas Lichte

    Neuer Artikel zur Waldorfschule (links zu den Quellen beim Originalartikel):

    http://www.ruhrbarone.de/waldorfschule-detlef-hardorp-lautsprecher-der-anthroposophie/

    „Waldorfschule: Physik vom Hellseher

    Von Tobias Maier.

    Rudolf Steiner soll schon sechs Jahre vor Erwin Schrödinger (Nobelpreis für Physik 1933) die nach ihm benannte Gleichung erfunden haben. Dr. Detlef Hardorp, bildungspolitischer Sprecher der Waldorfschulen in Berlin-Brandenburg und Anthroposoph zur Rolle Rudolf Steiners als Wissenschaftler: (…)“

  • #135
    Andreas Lichte

    Neuer Artikel zur Waldorfschule (links zu den Quellen beim Originalartikel):

    http://www.ruhrbarone.de/waldorfschule-lehrer-gesucht/

    „Waldorfschule: Lehrer gesucht!

    (…) Als besonderen Service bieten die Ruhrbarone ihren Lesern einen Schnell-Eignungstest an. Sie müssen nur die folgenden Fragen mit „Ja“ oder „Nein“ beantworten und schon wissen Sie, ob Sie für den Beruf des Waldorflehrers geeignet sind:

    – ist Eurythmie Kunst?

    – ist Rudolf Steiner ein bedeutender Naturwissenschaftler?

    – ist es Wissenschaft, wenn im Waldorf-Schulgarten Kuhhörner nach dem Mondkalender vergraben werden?

    Wer dreimal mit „Ja“ geantwortet hat, sollte unbedingt weiterlesen, um noch mehr über seinen Traumberuf zu erfahren (…)“

  • #136
    Andreas Lichte

    Neuer Artikel zur Waldorfschule (links zu den Quellen beim Originalartikel):

    http://www.ruhrbarone.de/eine-sekte-erinnerungen-an-die-waldorfschule/

    „Eine Sekte? Erinnerungen an die Waldorfschule

    Von Jo Frank

    (…) Die Patentante hatte sich von ihrem Mann getrennt und lebte nun mit einem neuen Herrn zusammen, einem Waldorflehrer. Dessen Name ist mir unbekannt: Wir hatten ihn MEISTER zu nennen.

    Ich kam also nach Graubünden auf eine Berghütte. In Erinnerung blieb mir, daß wir Kinder barfuß über die Stoppelfelder gejagt wurden zwecks Abhärtung und daß ganz heiß gebadet wurde – schmerzhaft heiß. Aus dem Boiler wurde nur das heiße Wasser benutzt, pur. Ob es daran liegt, daß ich bis heute keine Kinder habe? (…)“

  • Pingback: Waldorfschule Schloss Hamborn, das anthroposophische Zentrum in Ostwestfalen | Ruhrbarone

  • Pingback: Von hier dringt niemals etwas nach draußen! « Aufklärung 2.0

  • #139
    Waldmann

    es ist unglaublich!
    bin ich der einzige der erkennt, wie hier ein Einzelner irgendwelche Texte von „Müttern“ verfasst um gegen dieses System zu wettern.
    Genau so wird im Globalen Dorf über Heilpraktiker hergefallen.

    Herr Lichte (Labi, Skowronek, Laurin wer auch immer) , suchen Sie sich doch mal ein neues Thema – zum Beispiel ; „im Internet schreiben manche Leute viel und untermauern ihre Meinung mit erfundenen Beiträgen!“

    Keine Ahnung welche Laus Ihnen über die Leber gelaufen ist, aber sie muss einen gewaltigen Schaden hinterlassen haben.

    Vielleicht ist eine Diskussion ja wirklich notwendig – aber nicht angestachelt durch solch billige Internethetze.

    Herr Lichte, MAN MERKT ES!!!

    Ich bin noch kein Waldorfvater, aber interessiert und wenn man googlet, kommt man schnell auf diese Artikel. Geholfen haben sie mir nicht davon Abstand zu nehmen!!!!

    Ziel verfehlt?

    freundliche Grüße

  • #140
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Waldmann: Ich bin nicht Andreas Lichte. Ich bin Stefan Laurin. Pech gehabt. Aber man kann es ja mal versuchen. 🙂

  • #141
  • #142
  • #143
  • #144
    Waldmann

    Hier ist eine Diskussion dir mir die Entscheidung schon erleichtert hat und zwar kontra Waldorf!

    Also meine Herren, es geht auch anders…

    http://www.talkteria.de/forum/topic-8735.html

  • #145
    Waldmann

    42.. #143 | Stefan Laurin sagt am 27. Januar 2011 um 14:32

    @Waldmann: Sonst würden Sie ja hier nicht kommentieren
    43..

    Herr Laurin, (soll keine Anerkennung Ihrer Identität sein!!)
    was glauben Sie erreichen zu können mit sinnlosem Geschreibe? Kennen Sie sich etwa aus? Sind Sie ein Insider? Sind Sie nur ein arbeitsloser Meckerkopf?
    Wie schon oben geschrieben, es ist leicht zu durchschauen und ich habe nur wegen zukünftiger Leser überhaupt auf Ihre anmaßenden Behauptungen reagiert. Jeder (in meiner Lage) der in Zukunft bis zu diesem Punkt ließt, wird sich beruhigt anderen Seiten und Beiträgen zuwenden. Irgendwann ist diese Seite dann aus oberen Rankings bei google raus und er wird vergessen werden – gut so!

    einen schönen Tag

  • #146
    stupsi

    @ Waldmann

    „kontra Waldorf!“

    das finden jetzt aber alle richtig schade ! wie du dich hier gezeigt hast, paßt du super in die waldorfschule: einer von den ganz, ganz schlauen

  • #147
  • #148
    Waldorfschule Schloss Hamborn, das anthroposophische Zentrum in Ostwestfalen | Ruhrbarone

    […] Mir muss nicht extra gesagt werden, dass man als (zukünftiger) Waldorflehrer Teil einer grossen Gemeinschaft ist, die höhere Ziele verfolgt: „Die Welt wird zum Tempel, die Welt wird zum Gotteshaus“, sagt Rudolf Steiner, der Begründer der Waldorf-Pädagogik. Für Steiner ist die Waldorfschule der „praktische Beweis für die Durchschlagskraft der anthroposophischen Weltorientierung.“ Nicht weniger. Und die Anthroposophie ist Steiners Haus-Religion: Steiner ist ihr selbsternannter Prophet, Hellseher, dessen Worte Offenbarungscharakter besitzen. Und schon erschallt – Hosianna! – das allgegenwärtige „Rudolf Steiner hat gesagt …“ […]

  • #149
  • #150
    Eurythmie als Erniedrigung

    Zitat „Wie gut sind Waldorfschulen?“:

    »Mein Sohn empfand die Eurythmie eher irdisch „als schwul sein“ oder „schwul werden“.«

    Zitat „die ZEIT“:

    http://www.zeit.de/2011/08/Waldorfschule-Selbsterfahrung?page=2

    »WALDORFSCHULE

    Tanzen in wallenden Kleidern

    Wer das durchgestanden hat, den kann nichts mehr schrecken

    Eurythmie ist ein eigenes Kapitel. Es soll Schulen geben, an denen Schüler das wirklich gern machen. Bei uns wurde sie mehrheitlich als Erniedrigung empfunden. Man versetze sich in die Lage eines pubertierenden Jungen, der gerade beginnt, seine Männlichkeit zu entdecken. Wie fühlt der sich, wenn man ihn zwingt, sich ein wallendes Kleid überzustreifen und zu Gedichten zu tanzen? Im besten Fall hat das einen Effekt wie in Johnny Cashs Song A Boy Named Sue: Wer das durchgestanden hat, den kann nichts mehr schrecken. (…)«

  • #151
    150 Jahre Rudolf Steiner – „Aber ich hab’ doch nichts davon gewusst!“

    „150 Jahre Rudolf Steiner – „Aber ich hab’ doch nichts davon gewusst!“

    Am 27. Februar 2011 feiert Rudolf Steiner, Begründer der Waldorfschulen, seinen 150 Geburtstag. Doch nicht überall huldigt man dem „Universalgenie Steiner“. In der Neuen Zürcher Zeitung, NZZ, erschien eine Artikelserie, die es Steiner- und Waldorf-Anhängern unmöglich macht, weiter zu behaupten: „Aber ich hab’ doch nichts davon gewusst!“ Von unserem Gastautor Andreas Lichte.

    Endlich! Endlich schreibt auch eine „normale“ Tageszeitung Klartext über Rudolf Steiner. Andreas Hirstein, Ressortleiter Wissen der NZZ, legt eindrucksvoll dar, was bereits auch bei den Ruhrbaronen zu erfahren war: Dass Steiner ein selbsternannter Hellseher und notorischer Rassist ist. (…)“

    weiter: http://www.ruhrbarone.de/150-jahre-rudolf-steiner-–-„aber-ich-hab’-doch-nichts-davon-gewusst“/

  • #152
    Waldorflehrer werden! – am „Seminar für Waldorfpädagogik Berlin“

    „Waldorflehrer werden! – am „Seminar für Waldorfpädagogik Berlin“

    Unser Gastautor Andreas Lichte war als Experte zur Waldorfschule beim Deutschlandradio Kultur zu Gast. In der „Zeitreisen“-Sendung „Die bessere Schule oder esoterischer Irrglaube?“ am 23.2.2011 berichtete er auch von seinen Erfahrungen während seiner Ausbildung zum Waldorflehrer am „Seminar für Waldorfpädagogik Berlin“. Hier eine Extended Version. (…)“

    weiter: http://www.ruhrbarone.de/waldorflehrer-werden-–-am-„seminar-fur-waldorfpadagogik-berlin“/

  • #153
    “Waldorfianer” eine Sekte

    “Hopmann sieht bei “Waldorfianern” eine Sekte

    Überhaupt sieht er [Prof. Dr. Stefan T. Hopmann, Universität Wien] in den Schriften Steiners ein “Gemengelager aus dem, was im 19. Jahrhundert populär war. Die Lehre ist eine Mischung aus Rassentheorie, Welttheorie, Astraltheorie, Weltuntergang und Atlantis”. Dass die Anhänger von Steiner sagen, dass es ihnen vor allem um das Kind gehe, klinge zwar “freundlich”, gemeint sei damit aber, dass sie das Kind als “Spielfläche für die eigenen Pädagogik” verwenden würden. “Denen geht es um das Kind so wie es der Bank ums Geld geht”, so Hopmann.

    Wenn man seinem Kind einer Sekte aussetzen wolle und will, dass es nach der Lehre von Steiner unterrichtet wird, dann könne man das aber natürlich machen. “Das ist das Recht der Eltern”. Dass manche Kinder schadenfrei aus der Waldorfschule kommen können, sei nur ein Beweis dafür, dass starke Kinder und ihre Eltern den Schaden ausgleichen können. (…)”

    http://derstandard.at/1304553480433/derStandardat-Reportage-Mit-Schlingenmalen-zum-Schreiben-finden

    derStandard.at, LISA AIGNER, 05. Juni 2011, “Mit Schlingenmalen zum Schreiben finden”

  • #154
    Waldorfschule: „Man kann nicht nur ein »bisschen« Waldorf sein“

    „Waldorfschule: „Man kann nicht nur ein »bisschen« Waldorf sein“

    Prof. Dr. Stefan T. Hopmann, Bildungswissenschaftler an der Universität Wien, über Waldorfschule, Rudolf Steiner und die Anthroposophie. Das Interview führte Andreas Lichte für die Ruhrbarone (…)

    Lichte: Ein Werbeslogan der Waldorfschulen lautet: „Im Mittelpunkt der Mensch“. Im Standard sagen Sie über die anthroposophische Pädagogik: „Denen geht es um das Kind so wie es der Bank ums Geld geht.“

    Hopmann: Im Mittelpunkt steht bei denen der Mensch, wie Rudolf Steiner ihn sieht, also als Reinkarnation, als Mitglied einer Rasse, als Charaktertyp usw. Ziel ist es, den jeweiligen Menschen entsprechend den Steinerschen Lehren zu formen bzw. sein „Wesen“ zu entfalten. So wie bei anderen Sekten verbindet sich damit ein Totalitätsanspruch: Wir wollen dich mit Haut und Haaren, mit deiner ganzen Persönlichkeit vereinnahmen – nicht anders als eine Bank dein Geld will: Nicht um nett zu dir zu sein, sondern um an dir Geld zu verdienen. Bloß blöd, wenn man zu jenen Wesen zählt, denen laut Steiner Dahinsiechen oder Verkümmern vorausbestimmt ist. Denen geht es dann wie bei der Bank, wenn die Kreditwürdigkeit dahin ist (…)“

    das vollständige Interview: http://www.ruhrbarone.de/waldorfschule-„man-kann-nicht-nur-ein-»bisschen«-waldorf-sein“/

  • #155
    Andreas Lichte

    “Waldorfschule: Prof. Peter Loebell verkauft Rudolf Steiners Jahrsiebte

    Prof. Dr. Peter Loebell, Dozent an der anthroposophischen Freien Hochschule Stuttgart, behauptet, dass die für die Waldorfpädagogik zentrale „Jahrsiebte-Lehre“ Rudolf Steiners mit der empirischen Forschung vereinbar sei. Von unserem Gastautor Andreas Lichte (…)

    (…) Im Interview für die Ruhrbarone befragte ich Prof. Dr. Stefan T. Hopmann, Bildungswissenschaftler an der Universität Wien, zu Steiners Jahrsiebten:

    „Lichte: noch einmal zur Jahrsiebtelehre – von 0–7 Jahre wird der physische Leib entwickelt, von 8–14 Jahre der Ätherleib, von 15–21 Jahre der Astralleib, vom 21 Lebensjahr an endlich das „Ich“ – erst dann ist der Mensch ein Mensch. Was sagen Sie zu Steiners Mensch aus dem Esoterik-Baukasten?

    Hopmann: Wir leben in einer freien Gesellschaft. Also hat jede/r das Recht, jeden Unfug zu glauben. Nur sollten sich Eltern, die ihr Kind einer Waldorfschule anvertrauen, darüber im klaren sein, dass sie dann einer Pädagogik vertrauen, die ein heilloses Gebräu esoterischer Glaubenssätze über Drüsen, Zahnentwicklung, astrologischen Einflüsse und ähnliches ist, das von der modernen Kinderpsychologie und der aktuellen Lehr-Lern-Forschung durchweg als durch nichts begründbarer Unsinn abgelehnt wird. Entschiedene Waldorfianer wird das nicht anfechten: Wie alle Sekten sind sie gegen widersprechende Wissenschaft immun.“

    zum Artikel: http://www.ruhrbarone.de/waldorfschule-prof-peter-loebell-verkauft-rudolf-steiners-jahrsiebte/

  • #156
    Sveto

    Dass Waldorf-Pädagogik Scharlatanerie ist, weiss doch jeder – der gesamte Duktus dieses weinerlichen Geschreibsels zeigt, dass sich da die Richtigen getroffen haben…

  • #157
    Andreas Lichte

    @ Sveto #156

    „Dass Waldorf-Pädagogik Scharlatanerie ist, weiss doch jeder“:

    Das möchte ich bezweifeln … jetzt macht auch noch Peter Sloterdijk Werbung für das, Zitat Sloterdijk, „ganz normale Genie“ Rudolf Steiner … siehe zu Sloterdijks Steiner-Verehrung:

    „Badische Zeitung und Rudolf Steiner: Bejubeln ja, Zitieren nein.“

    http://www.ruhrbarone.de/baadische-zeitung-und-rudolf-steiner-bejubeln-ja-zitieren-nein/

  • #158
    Waldorfschule als Sekte

    Waldorfschule als Sekte:

    http://blog.esowatch.com/?p=5092

    “Freie Waldorfschule Kempten: Ein ehemaliger Schüler berichtet

    (…) Diese Schule ist eine Sekte, die meiner Meinung nach komplett verboten werden sollte. Vor allem ist es unerhört, dass so etwas noch mit Steuergeldern unterstützt wird. Viele Eltern schicken ihre Kinder gutgläubig an so eine Schule und wissen nicht was da abgeht. Meinetwegen sollen Erwachsene sich irgendwelchen versponnenen Esoterik-Sekten anschließen. Aber Kinder die an so eine Schule geschickt werden haben ja überhaupt keine Wahl und können auch nicht beurteilen, ob das normal ist, was da unterrichtet wird.”

  • Pingback: Brandenburg: Waldorfschule für alle? – „Sekte“ für alle? | Ruhrbarone

  • Pingback: zoom » Brandenburg: Waldorfschule - eine „Sekte“ für alle? «

  • Pingback: Publikative.org » Blog Archive » Waldorfschule für alle? – “Sekte” für alle?

  • #162
    AndreasP

    Danke für diesen Beitrag. Um in Deutschland für eine bescheuerte Ideologie und gewalttätige Mitarbeiter Kritik zu erfahren, muss man schon eine katholische Einrichtung sein… Leider berichtet ja niemand sonst über diese unfähigen Lehrer und ihre Erziehungsmethoden. Und wenn, dann auch noch positiv (das ist ganz ähnlich wie bei der unsäglichen Homöopathie). Ich beschwere mich brav jedesmal als Abonnent bei der „taz“, wenn sie wieder eine verharmlosende Sonderbeilage zu dieser menschenverachtenden und gefährlichen Ideologie „Anthroposophie“ herausbringt, aber gebracht hat’s bisher nichts.

  • Pingback: Die lieben Anthroposophen und das ADHS. | Toddererste's Blog

  • #164
    Andreas Lichte

    “Die Sekte und die Schule – Bildungswissenschaftler Prof. Hopmann im Interview über die Waldorfschule

    Ende Dezember 2011 gibt es in Deutschland 227 Waldorfschulen. Betrieben werden sie von der „Anthroposophie als Ersatzreligion des Bildungsbürgertums“, so „Die Zeit“. Bis heute ist Rudolf Steiner (1861–1925), Begründer der Religion Anthroposophie, unangefochtener Guru der Waldorfschulen. Das erstaunt doch sehr:

    – Rudolf Steiner ist selbsternannter Hellseher, behauptete, in der „Akasha-Chronik“, einem „Geistigen Weltengedächtnis“ im „Äther“ lesen zu können.

    – Rudolf Steiner ist Rassist, sein Programm in Kürze, Zitat Steiner: „Die weiße Rasse ist die zukünftige, ist die am Geiste schaffende Rasse.“

    – Rudolf Steiner hatte keinerlei pädagogische Ausbildung, Kurt Tucholsky schreibt: „Man sagt, Herr Steiner sei Autodidakt. Als man dem sehr witzigen Professor Bonhoeffer in Berlin das einmal von einem Kollegen berichtete, sagte er: »Dann hat er einen sehr schlechten Lehrer gehabt –!«“

    Prof. Dr. Stefan T. Hopmann, Bildungswissenschaftler an der Universität Wien, im Interview über Waldorfschule, Rudolf Steiner und die Anthroposophie: (…)

    (…) Lichte: noch einmal zur Jahrsiebtelehre – von 0–7 Jahre wird der physische Leib entwickelt, von 8–14 Jahre der Ätherleib, von 15–21 Jahre der Astralleib, vom 21 Lebensjahr an endlich das „Ich“ – erst dann ist der Mensch ein Mensch. Was sagen Sie zu Steiners Mensch aus dem Esoterik-Baukasten?

    Hopmann: Wir leben in einer freien Gesellschaft. Also hat jede/r das Recht, jeden Unfug zu glauben. Nur sollten sich Eltern, die ihr Kind einer Waldorfschule anvertrauen, darüber im klaren sein, dass sie dann einer Pädagogik vertrauen, die ein heilloses Gebräu esoterischer Glaubenssätze über Drüsen, Zahnentwicklung, astrologischen Einflüsse und ähnliches ist, das von der modernen Kinderpsychologie und der aktuellen Lehr-Lern-Forschung durchweg als durch nichts begründbarer Unsinn abgelehnt wird. Entschiedene Waldorfianer wird das nicht anfechten: Wie alle Sekten sind sie gegen widersprechende Wissenschaft immun (…)”

    weiter zum vollständigen Interview mit Prof. Hopmann: http://ratgebernewsblog2.wordpress.com/2012/01/18/150-jahre-rudolf-steiner-prof-hopmann-im-interview-uber-die-waldorf-sekten-schule/

  • #165
    Ex-steiner

    Wo finde ich diesen Film, Wie gut sind Waldorfschulen, zurück?

    Hier nicht mehr: http://www.youtube.com/watch?v=COtx2g1eWKw&feature=youtu.be

    Hier nicht mehr: http://www.youtube.com/watch?gl=SG&feature=related&hl=en-GB&v=yTSbKOVy8Xg

    Und auch hier nicht mehr: http://www.youtube.com/playlist?list=PL1D8A192AB4B32DE6

    Anthrolobby?

  • #166
    Gewalt an Waldorfschule

    „Gera. In der Geraer Waldorfschule hat ein Lehrer einen 13-Jährigen so geschlagen, dass der mit einer Gehirnerschütterung ins Krankenhaus eingeliefert werden musste. Der Junge soll bei der Auseinandersetzung mit dem Kopf gegen eine Wand gestoßen sein. (…)

    Der 13-Jährige soll nach dem Schlag noch vom Lehrer aufgefordert worden sein, eine Arbeit mitzuschreiben. Als ihm schlecht wurde, ging der Junge von sich aus zum Arzt, der ihn sofort in die Klinik überwies. (…)

    Die [Familie] hat inzwischen Anzeige erstattet. Für den Jungen gibt es kein Zurück mehr, er ist bereits an einer staatlichen Regelschule angemeldet. Dort werde er mindestens ein Jahr heruntergestuft, heißt es, weil die Schulkonzepte nicht nahtlos aneinander passen.

    Angeblich, so berichten es Eltern, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen wollen, wechselten in letzter Zeit mehrere Schüler von der privaten auf eine staatliche Schule. Das Schulamt Gera bestätigt Übergänge. (…)“

    zum vollständigen Artikel: http://www.otz.de/startseite/detail/-/specific/Waldorflehrer-schlaegt-in-Gera-13-Jaehrigen-und-wird-suspendiert-823517905

  • #167
    Andreas Lichte

    „Liebe (Waldorf-) Schüler, helft mir mal beim Französisch! („Un homme et une femme“)

    C’est très charmante, cette chanson! Kann man auf Deutsch auch so bezaubernd sein? Einen deutschen Text für „Un homme et une femme“ schreiben? Von Andreas Lichte.

    Warum ich ausgerechnet Waldorfschüler anspreche? C’est tout simple: Der Begründer der Waldorfschulen, Rudolf Steiner, hielt Französisch für „tot“, „dekadent“, und wollte es „abschaffen“. Siehe unten. „Der Reiz des Verbotenen“ – für Waldorfschüler.

    (…)

    Rudolf Steiner über Französisch

    „Einen Anfang kann sie [die Waldorfschule] nur machen durch jenes Verständnis, welches unsere Lehrerschaft entgegenbringt dem Charakter des Französischen, daß man es so behandelt, daß man sich bewußt ist, man bringt eigentlich eine Dekadenzerscheinung in die Schule hinein; das muß man nicht den Kindern sagen, aber man sollte sich schon darüber klar sein.

    Man ist sich darüber klar, aber auf der anderen Seite ist es absolut ausgeschlossen, daß wir von der Waldorfschule den Anfang machen mit dem Kampfe für die Abschaffung der französischen Sprache. Das ist aus äußeren Gründen nicht möglich. Wir haben ja noch kein freies Geistesleben (…)“ [Seite 278]

    „Was die französische Sprache aufrecht erhält, ist der Furor, das Blut der Franzosen. Die Sprache ist eigentlich tot, und sie wird als Leichnam fortgesprochen. Das ist am allerstärksten an der französischen Poesie des 19. Jahrhunderts hervorgetreten. Korrumpiert wird die Seele ganz sicher durch den Gebrauch der französischen Sprache. Sie gewinnt nichts als die Möglichkeit einer gewissen Phraseologie. Das wird auch übertragen auf andere Sprachen bei denjenigen, die das Französische mit Enthusiasmus sprechen.

    Es liegt dies vor, daß gegenwärtig die Franzosen dasjenige, was ihre Sprache als Leichnamssprache aufrechterhalten hat, das Blut, auch noch selbst verderben. Die schreckliche Kulturbrutalität der Verpflanzung der schwarzen Menschen nach Europa, es ist eine furchtbare Tat, die der Franzose an anderen tut. Sie wirkt in noch schlimmerer Weise auf Frankreich selbst zurück. Auf das Blut, auf die Rasse wirkt das unglaublich stark zurück. Das wird wesentlich die französische Dekadenz fördern. Das französische Volk als Rasse wird zurückgebracht.“ [Seite 282]

    Rudolf Steiner, „Konferenzen mit den Lehrern der Freien Waldorfschule 1919 bis 1924 – Konferenz vom Mittwoch 31. Januar 1923, 16–19 Uhr“, GA 300b

    (…)“

    zum vollständigen Artikel: http://www.ruhrbarone.de/liebe-waldorf-schueler-helft-mir-mal-beim-franzoesisch-un-homme-et-une-femme/

  • #168
    Ganze Klasse muss Abi-Prüfung wiederholen

    „WALDORF-LEHRER LÄSST PFLICHTLEKTÜRE „DIE PHYSIKER“* AUS

    Ganze Klasse muss Abi-Prüfung wiederholen

    Bild.de – 10.05.2012

    Hildesheim (Niedersachsen) – Klingt wie eine Komödie, ist aber nicht lustig: Eine komplette Klasse einer Waldorfschule in Hildesheim muss die Abitur-Prüfung im Leistungsfach Deutsch wiederholen. In diesem Fall ist tatsächlich allein der Lehrer schuld.

    Denn dieser hatte die als Thema vorgegebene Pflichtlektüre „Die Physiker“ von Friedrich Dürrenmatt einfach nicht behandelt. Als dann in der Abitur-Prüfung die Deutsch-Aufgaben verteilt wurden, staunten die 13 Waldorfschüler nicht schlecht. Denn sie hatten die Dürrenmatt-Komödie nie gelesen (…)“

    http://www.bild.de/news/inland/waldorfschule/lehrer-laesst-klasse-durch-abitur-pruefung-rasseln-24080578.bild.html

  • #169
    wo auf der Weltkarte Atlantis liegt ...

    „Wenn Kinder ihren Namen nicht aufschreiben, sondern nur mit ihrem Körper beschreiben können, wenn Kinder exakt wissen, wo auf der Weltkarte Atlantis liegt und wenn Kinder gerne Wurzelgemüse essen und über Wurzelrassen reden, dann sind es Kinder, die von ihren Eltern dazu gezwungen wurden, eine Waldorfschule zu besuchen.

    In Hildesheim wurden nun 13 Waldorfschüler dazu gezwungen, an der schriftlichen Abiturprüfung in Deutsch zu scheitern. Ihr Lehrer hatte die als Thema vorgegebene Pflichtlektüre nämlich gar nicht behandelt: Dürrenmatts „Die Physiker“.

    Die Schüler konnten dazu nicht mal mit ihrem Körper beschreiben, worum es darin geht. Und dürfen jetzt eine Ersatz-Klausur schreiben. Gerüchteweise wird das Thema diesmal Rudolf Steiner sein. (dpa/ taz)

    taz, 10.05.2012, http://www.taz.de/was-fehlt-/!93155/

  • #170
    Andreas Lichte

    Prof. Dr. Ste­fan T. Hop­mann, Bil­dungs­wis­sen­schaft­ler an der Uni­ver­si­tät Wien, im Interview über Wal­dorf­schule, Rudolf Stei­ner und die Anthro­po­so­phie:

    “Andreas Lichte: noch einmal zur Jahrsiebtelehre – von 0–7 Jahre wird der physische Leib entwickelt, von 8–14 Jahre der Ätherleib, von 15–21 Jahre der Astralleib, vom 21 Lebensjahr an endlich das „Ich“ – erst dann ist der Mensch ein Mensch. Was sagen Sie zu Steiners Mensch aus dem Esoterik-Baukasten?

    Prof. Hop­mann: Wir leben in einer freien Gesell­schaft. Also hat jede/r das Recht, jeden Unfug zu glau­ben. Nur soll­ten sich Eltern, die ihr Kind einer Wal­dorf­schule anver­trauen, dar­über im kla­ren sein, dass sie dann einer Päd­ago­gik ver­trauen, die ein heil­lo­ses Gebräu eso­te­ri­scher Glau­bens­sätze über Drü­sen, Zahn­ent­wick­lung, astro­lo­gi­schen Ein­flüsse und ähnli­ches ist, das von der moder­nen Kin­der­psy­cho­lo­gie und der aktu­el­len Lehr-Lern-Forschung durch­weg als durch nichts begründ­ba­rer Unsinn abge­lehnt wird. Ent­schie­dene Wal­dor­fia­ner wird das nicht anfech­ten: Wie alle Sek­ten sind sie gegen wider­spre­chende Wis­sen­schaft immun (…)”

    zum Interview mit Prof. Hopmann, „Man kann nicht nur ein biss­chen Wal­dorf sein”, http://www.ruhrbarone.de/waldorfschule-„man-kann-nicht-nur-ein-»bisschen«-waldorf-sein“/

  • #171
    Andreas Lichte

    „Geschichte in der Waldorfschule: ‘Atlantis’ und die ‘Rassen’

    Bei Diskussionen mit Befürwortern der Waldorfschule bekommt man immer wieder Standard-Antworten zu hören, wie sie der ehemalige Waldorfschüler Lukas Böhnlein in seinem „Waldorfschulen Bullshit-Bingo“ festgehalten hat. Sehr beliebt dabei:

    „Du hast noch nie eine Waldorfschule von innen gesehen!“

    Kritik VON AUSSEN wird damit jegliche Berechtigung abgesprochen. Aber daraus ergibt sich auch die Frage:

    „Was können Eltern und Schüler IN DER WALDORFSCHULE eigentlich sehen, wenn sie nichts über Rudolf Steiners ‘Anthroposophie’ wissen, auf der die gesamte Waldorfpädagogik basiert?“ (…)“

    zum vollständigen Artikel, u.a. mit einer Darstellung des “Rassismus im Geschichtsunterricht der Waldorfschule”: http://www.ruhrbarone.de/geschichte-in-der-waldorfschule-atlantis-und-die-rassen/

  • #172
    Versteinerte Erziehung

    Waldorfschule: Versteinerte Erziehung

    Im Dezember 2012 gibt es in Deutschland 234 Waldorfschulen, die nach der von Rudolf Steiner entwickelten Waldorfpädagogik unterrichten. Sie versprechen freieres und ganzheitliches Lernen mit „Kopf, Herz und Hand“ als Alternative zur öffentlichen Schule. Doch ist die Waldorfschule wirklich frei? Von unserem Gastautor André Sebastiani (…)“

    weiterlesen: http://www.ruhrbarone.de/waldorfschule-versteinerte-erziehung/

  • #173
    Mamainsorge

    Ich hab momentan meinen Sohn in einer waldorfschule, die Lehrer holten uns nach 4 Monaten zu einen Gespräch Indem sie uns mitteilten das unser Kind auf die heilpädagogische Schule gehört und sie schon dort angerufen haben. Da unser Sohn leicht entwicklungsverzögert besuchen wir seid 1 Jahr eine Therapie., also wir sehen schon Bedarf ihn in seiner Entwicklung zu unterstützen. Die Therapeutin sagt er hat keinerlei Bedarf und würde keinen Paragraphen erfüllen der ihm den Besuch einer Förderschule ermöglicht.keinerlei Hilfsangebote und wenn ich frage was er denn so auffälliges macht bekomme ich die Aussage das es mich nicht anginge, wenn die Therapeutin was wissen will soll sie anrufen!!! Wir müssten ihnen „blind“ Vertrauen …. ??????????

  • #174
    Andreas Lichte

    @ Mamainsorge #173

    Wenn Sie Ihren Sohn „in seiner Entwicklung unterstützen“ wollen, dann melden Sie ihn ganz schnell bei der Waldorfschule ab, und suchen für ihn eine SERIÖSE Schule.

    Waldorfpädagogik ist Scharlatanerie. Und anthroposophische Heilpädagogik ist gefährlich, weil wirklich wirksame Therapien vorenthalten werden – bzw. Pseudotherapien (wie „Heileurythmie“) de facto als Strafe benutzt werden, Zitat einer 7jährigen, über ihre Erlebnisse im Waldorfkindergarten:

    „(…) Wenn sich dann die Kinder beschweren und man den Eltern keine scheinheiligen Sachen auftischen kann, dann sagt die Erzieherin, oh, dann muß das Kind ja in Heileurythmie. Genau so wie Eurythmie – Heileurythmie. Und das soll das Kind heilen – und das macht es doppelt krank (…)“

  • #175
    ex-waldi

    Ich würde mich schleunigst nach einer Ausweichmöglichkeit ausschauen. In der Klasse meines Sohnes (Waldorfschule) wurden in der ersten Klasse auch zwei Kinder auf ähnliche Weise „aussortiert“: Es wurde wunderbar erklärt, warum das „normale“ Unterricht nichts für diese Kinder sei. Eine Familie hat sich auf die Empfehlung eingelassen, die anderen haben dann doch eine staatliche Schule gesucht, die ihren Jungen doch nimmt. Der Kleine ist inzwischen in der 3. Klasse, kommt mit dem Programm mit und macht keine Probleme.
    Der Lehrer kam halt mit unruhigen und quirligen Kindern nicht klar und war meiner Meinung nach selbst generell mit den Nerven fertig. Dies ist in den Waldorfschulen keine Seltenheit – die Eltern und die Lehrer werden gleichermaßen eingespannt in viele nette „Extras“ bis sie ausgepresst sind.
    Vor der künstlichen Pathologisierung der Probleme ist man aber auch nirgends geschützt. Ich habe auch auf staatlichen Schulen schon paar Kinder erlebt, die Pistole auf die Brust bekamen, entweder Ritalin oder Sonderschule. Für sie war wiederum die Flucht in das Waldorfsystem ein Segen.
    Fazit: Solche Diagnosen nie kritiklos hinnehmen, prüfen, nachdenken und zur Not den Strang wechseln.

  • #176
    ex-waldi

    Ansonsten kann ich übrigens den Schilderungen auf diesen Seiten nur zustimmen: Genau die gleichen Erfahrungen habe ich mit unserer Waldorfschule gemacht. Psychologische Entwicklung ist vor 100 Jahren stehen geblieben, in der Zeit, wo es noch keine Gruppendynamik gab. Also, wenn Konflikte auftreten, wird das betroffene Kind (meist das Opfer) in die Heileurythmie geschickt, ansonsten soll der Täter sich entschuldigen und ein Bild als Entschuldigung malen. Wenn es mehrere Täter gab, malt die ganze Klasse Bilder, dafür lässt man gern auch den Unterriht ausfallen. Das scheint an jeder Waldorfschule so gehandhabt zu werden, ich habe es schon von verschiedenen gehört. Wenn die Bilder mit Absicht schlecht oder doppeldeutig gemalt werden, interessiert es den Lehrer keine Bohne. Im Grunde genommen ist es eine klare Einladung zum Mobbing.
    Ruhige und liebe Mädchen werden vorne platziert, die quierligen Jungs (sofern nicht sofort rausgedrängt) – hinten und dort auch wenig beachtet. Wer im Unterricht stört, wird an die Tafel geschrieben und muss abschreiben. Zum Teil muss aber das Kind, das als letztes im Unterricht gestört hat, die Strafarbeit von all seinen Vorgänger übernehmen – auch eine klare Einladung zum versteckten Mobben.
    Die Stimmung zwischen den Lehrern wikt nach Außen sehr harmonisch, ist aber im Hintergrund von viel Angst geprägt. Es gibt fast immer eine Gruppe um den „Gründungslehrer“ und viele anderen die zu sputen haben. Jegliche Art der offenen Auseinandersetzung wird gemieden und mit Zitaten aus Steiner utnerdrückt. Viele Lehrer sind erschöpft.
    Zu den Unterrichtsinhalten habe ich mit großem Interesse erfahren, dass Eva aus Blumen und nicht aus Adams Rippe geschaffen wurde und dass die heiligen Gebeine von Adam von einer biblischen Gestalt zu der anderen weitergereicht wurden, weil es immer einen „Wächter“ dafür gab (Unterricht 2012 an einer modern anmutenden Schule). Interessant ist auch „Das Bienenbuch“ von Jakob Streit, was Kinder in der zweiten Klasse in der Bienenepoche vorgelesen bekommen. Interessanterweise erfahren die Eltern nie davon, in den Elternabenden, wo sonst jeder Eurythmieschritt einzeln erklärt wird, schweigt man die Existenz dieses Buches tot. Das Meiste im Buch stimmt, wobei die Methoden der Imkerei hoffnungslos verschönert werden und die Beschreibung der Ameise, als eines gierigen Wesens, das nicht teilen und nicht schaffen will, mit der Naturwissenschaft sehr wenig am Huf hat. Man erfährt aber auch, dass die Bestäubung durch das Hineintragen der Sonnenenergie in die Blume funktioniert und eine Biene durch ihr Wabentanz die anderen Bienen anweist, sich hinterher zu fliegen. Hmmm. Hat man da nicht schon mal erzählt, dass die schlimmste Lüge diejenige ist, die mit der Wahrheit gemischt ist.
    Das Verhalten der Eltern fließt in die Noten mit ein. Wer die Elternabende (im 4-Wöchigen Rhythmus, was bei 3 Kindern zu einer Katastrophe wird) schwänzt und bei sonstigen Aktivitäten zu wenig springt, kann sehr schnell damit rechnen, dass das eigene Kind wenig gefördert und viel geärgert wird. Man sollte sich dann auch nicht rausnehmen, mit irgendwelchen Problemen zum Klassenlehrer zu kommen, es wird sofort vorgerechnet, wie oft man selbst nicht erschienen ist.

  • #177
    Andreas Lichte

    @ ex-waldi #175 / #176

    Danke für Ihren Bericht!

    Würden Sie zustimmen, wenn ich die These aufstelle, dass das eigentliche Problem der Waldorfschulen „Rudolf Steiner“ heisst?

    Ich würde mein Kind nie an einer Waldorfschule anmelden

    Heidrun G. war ein Jahr lang Lehrerin an einer Waldorfschule im Ruhrgebiet. Heute unterrichtet sie an einer staatliche Schule und blickt kritisch auf ihre Zeit als Waldorfschullehrerin zurück (…)

    (…) „Ich hatte Klassen mit fast 40 Kindern, da ist ein vernünftiger Unterricht kaum möglich. Man kann in so einer großen Gruppe nicht auf die Probleme einzelner Kinder eingehen.“ (…)

    (…) „Die Waldorfpädagogik legt keinen wert darauf, an den wissenschaftlichen Diskursen der Pädagogik teilzunehmen. Man hat ja Steiners Lehre.“ (…)

    (…) „In über 90 Prozent der Zeit fand bei uns an der Schule klassischer Frontalunterricht statt.“ (…)

    (…) In den unteren Klassen haben die Kinder Epochenunterricht über Zwerge und Gnome gehabt. Atlantis und Sagen waren Stoff im Fach Geschichte. (…)

    (…) „Bis in die achte Klasse hinein unterrichtete der Klassenlehrer bei uns alle Fächer – niemand kann so etwas qualifiziert leisten. Vor allem Waldorflehrer nicht, von denen viele keine wissenschaftliche Ausbildung haben. Wer seinen Namen tanzen kann muss nicht zwingend Ahnung von Mathematik haben.“ (…)

    (…) Ein Kind das von der Waldorfschule auf ein Gymnasium wechseln will müsse damit rechnen, ein bis zwei Jahre zurückgestuft zu werden. Nach einem Jahr an einer Waldorfschule ist für G. klar: „Ich würde nie mein Kind an einer Waldorfschule anmelden.““

    zum vollständigen Artikel: http://www.ruhrbarone.de/ich-wurde-mein-kind-nie-an-einer-waldorfschule-anmelden“/

  • #178
    Waldorflehrer gewalttätig

    „Geldstrafe für Lehrer

    Gera (dpa/th) – Ein früherer Lehrer der Waldorfschule in Gera ist nach einem gewalttätigen Angriff auf einen Schüler zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Der 42-Jährige soll 900 Euro zahlen, wie ein Sprecher des Amtsgerichts Gera am Montag sagte. Der Angeklagte hatte im März vergangenen Jahres den Kopf des 13-Jährigen zweimal gegen eine Wand gestoßen und dem Jungen eine leichte Gehirnerschütterung zugefügt.

    Auch habe der Mann den Jugendlichen an seinen Klamotten am Hals gepackt, so dass dieser kurzzeitig keine Luft bekommen habe – rote Striemen seien zurückgeblieben. Grund für die Attacke: Der 42-Jährige hatte sich laut Gericht über einen Spruch des Schülers geärgert, der nach der Pause zu spät in seine Klasse zurückwollte, aber nicht wieder in den Unterricht gelassen wurde (…)“

    http://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/regiolinegeo/thueringen/article112444335/Geldstrafe-fuer-Lehrer.html

  • #179
  • #180
    ex-waldi

    Guten Tag Herr Lichte,
    ich musste etwas länger über die Frage nachdenken,…
    Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass Waldorfschulen überhaupt irgendein Problem haben. J
    Sie sind mit dem Ziel geschaffen, Geld ins Anthro-System zu pumpen und dieses möglichst in Form von Immobilien zu bündigen. Diese Aufgabe erfüllen sie hervorragend und die Lehre Steiners ist die absolut notwendige Grundlage dafür, denn merkwürdigerweise ist vieles anthroposophisch goldrichtig, was auch wirtschaftlich gut ist:
    – Gigantisch große Klassen (welche Eltern würden sich sonst auf einer PRIVATSCHULE auf Klassenstärke von weit über 30 Kindern einlassen?)
    – Kaum Angebote im Hort (gilt dasselbe)
    – Stark reduzierter Verwaltungsaufwand durch Klassenlehrerunterricht. (spart jede Menge Scherereien rund um die Pläne und somit auch Kosten, auch das Fachlehrerproblem ist damit gelöst)
    – Arbeit mit Kräften, die sonst wenig Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben, insbesondere was ähnlich qualifizierte Arbeit angeht, und entsprechend bequem und preiswert zu handhaben sind. (Es wird immer wieder erzählt, dass die Waldorflehrer im Durchschnitt ungefähr ein Drittel weniger verdienen als ihre Kollegen an den staatlichen Schulen. Ich habe aber starken Verdacht, dass die Gehälter der Gruppe um den „Gründungslehrer“, die den Kern einer jeden Waldorfschule bilden, und diese des „Lehrerfußvolkes“ sehr stark differieren. Das Gefälle also in Bezug auf die „einfachen Waldorflehrer“ noch stärker ist)
    – Vereinfachte Unterrichtsgestaltung, damit die bequeme und preiswerte Klassenlehrerlösung überhaupt umsetzbar wird, sprich Epochenunterricht (Dies ist absolut notwendig, die Vorbereitung von Mathe-, Deutsch, Natur- und Kulturwissenschaftsstunden für jeden Tag würde sonst Klassenlehrer überfordern, die didaktisch meist schlecht qualifiziert sind und nicht auf die Vorlagen aus dem Vorjahr zurückgreifen können)
    – Weitgehende Einschränkung der Fächer, die hohe personelle und materielle Ausstattung erfordern: Physik, Chemie, Sport in Form von Leichtathletik, Turnen und klassischen Mannschaftsspielen, spezielle Gebiete der Mathematik (auch hier wäre die preiswerte Klassenlehrerlösung sonst nicht umsetzbar)
    – Reduzierte Stundenzahl
    – Systematische Ausbeutung von Eltern in Form von Arbeitseinsätzen (Klasse putzen, Feste organisieren, im Rahmen von Gremien Verwaltungsaufgaben übernehmen – das alles parallel. Wer es nicht mitmacht, wird geächtet.) Das spart Kosten und schafft Bindungen!
    – Systematische Ausbeutung der Eltern in Form von versteckten Kosten, angefangen bei den teuren Teilnahmekarten für die (von Eltern organisierten und durchgeführten) Schulfeiern, bis hin zu der von der Schule angeordneten aber privat bezahlten Nachhilfe und teuren Bürgschaften für den Immobilienerwerb und –instandhaltung. (Man verpflichtet sich im Schulvertrag dazu, bei solchen Sachen mitzumachen, wird aber nicht gleich am Anfang darüber aufgeklärt).
    – Narrenfreiheit für jegliche Art willkürlicher (oder zumindest von außen nicht überprüfbarer) Entscheidungen, Entmündigung von Eltern und sich selbst bescheinigte Unfehlbarkeit in pädagogischer Hinsicht dank der Reinkarnationslehre. Dies bietet eine wunderbare Möglichkeit, kostenintensive oder schwierige Kunden loszuwerden.

    Der Leistungsrückstand der Waldorfschüler ist übrigens nicht nur Folge dieser angeordneten Sparmaßnahmen, sondern auch wirksame Kundenbindung. Er erschwert den Ausstieg aus dem System enorm.

    Ich wiederhole mich: All das ist wirtschaftlich sehr gut durchdacht, wäre aber auf einer normalen Privatschule kaum umsetzbar. Die Genialität von Rudolf Steiner bestand gerade darin, dass er dank seiner Überzeugungskraft und seiner esotherischen Konstrukte es schaffte, dieses System salonfähig zu machen. Er hinterließ eine Marketingstrategie, die über mehr als ein Jahrhundert erfolgreich blieb. Hut ab!!!

    Und nun zu Ihrer Frage: Glauben Sie wirklich, dass diese Strategie ein PROBLEM der Waldorfschulen sein soll? Das ist doch deren Segen!!! Vielmehr gibt es ein Problem, das viele Eltern mit der Waldorfschule haben: Sie lassen sich auf das Spiel ein, bemerken dann zumindest in Teilen, dass der Austausch sehr einseitig funktioniert, trauen sich den Absprung aber nicht. Also wird eifrig an einzelnen Schulen, Lehrkräften oder Teilen der steinerschen Lehre rumkritisiert. Man darf es auch gern. So lange die Mehrheit nicht weggeht und der Geldstrom nicht abreißt, können Waldorfschulen wunderbar damit leben.

    … und ja, in diesen Sinne muten sie wie eine Sekte an.

  • #181
    Andreas Lichte

    @ ex-waldi #180

    Danke für Ihren analytischen und ORIGINELLEN Kommentar:

    „Wirksame Kundenbindung“ durch miserable Qualität der Waldorfschule …

    „Wirksame Kundenbindung“ könnte man auch als DAS Erfolgskriterium einer „Sekte“ sehen – dann wäre die Waldorfschule DIE Super-Sekte …

  • #182
    Andreas Lichte

    @ ex-waldi #180

    wie gesagt, ich finde Ihren Kommentar sehr gut !

    Ich habe noch eine Nachfrage, die ich nicht öffentlich stellen möchte:

    Können Sie mich bitte kontaktieren? Über Stefan Laurin, Chefredakteur der Ruhrbarone, e-mail: stefan.laurin(at)ruhrbarone.de

    Ich garantiere Ihnen absolute Vertraulichkeit (wie auch den zahlreichen anderen Lesern, die mich bereits kontaktiert haben)

  • #183
    Geläuterte

    Hallo,

    ich kann dem o.g. nur zustimmen! Bin „Ex-Waldilehrer“ mit mehrjähriger Unterrichtserfahrung in verschiedenen Bundesländern und inzwischen geläutert. Die Organisation von Schulen wird von „Lehrern“ betrieben ohne jegliche kaufm. Ausbildung, dementsprechend chaotisch geht es zu. Arbeitsrecht ist ein Fremdwort, gibt es Probleme, steht man als Lehrer ohne Betriebsrat und Gewerkschaft allein auf weiter Flur. Da helfen dann nur Anwälte. Und man glaubt gar nicht, wie bösartig Anthros werden können, wenn man Ihnen unprofessionelles Handeln unterstellt. Ich hatte sogar Kollegen, die unterrichteten, obwohl sie weder ein Studium, eine Fachausbildung, eine pädagogische Ausbildung oder gar „wenigstens“ die Waldorfausbildung hatten. Eigene Kinder an der Schule zu haben und Steiner gelesen zu haben, war Qualifikation genug. Die Meinung der Schüler über diese Lehrer war bezeichnend. Sogar Ohrfeigen wurden verteilt – der Lehrer unterrichtet heute noch! Und wehe man bringt was „Neues“ in den sogenannten Lehrplan ein: da ist dann gleich die Seele des Kindes gefährdet! Na und zum Verdienst: entspricht dem von Erziehern ohne Berufserfahrung.
    Meine Meinung zu Waldorfpädagogik: vor 100 Jahren sicher was Außergewöhnliches, heute völlig veraltet: „versteinert“ und dient als Sammelbecken von „Schulversagern“ mit reichen „deutschen“ Eltern. Noch ein Nachteil, hat man die „Waldorflehrerzeit“ einmal in seinem Lebenslauf, brandmarkt einen das sehr für neue Arbeitgeber – obwohl ich sogar Akdemiker bin und voher viele Jahre im wissenschaftlichen Bereich gearbeitet habe.
    Fazit: das Schulamt sollte hier so manche Lehrer sehr gründlich prüfen. Und als „Beruf“ ist Waldorflehrer auch nicht zu empfehelen: wenig Geld bei einer 70 Stundenwoche.

  • #184
    ex-waldi

    Bei uns gab es nur Akademiker als Lehrer, allerdings keine Pädagogen, vielmehr exotische Studiengänge, mit denen man schwer etwas findet (und mit paar Jahren Waldorfschule im Lebenslauf wahrscheinlich gar nichts mehr). Durchgehend frustriert, ausgebrannt und sehr darauf bedacht, nichts Falsches zu sagen. Erschreckend!!!

  • #185
    aufgewachte ex-waldorfmutter

    Hallo zusammen!

    Ich habe nur die letzten Beiträge ab etwa Dezember 2012 bis heute gelesen und muss sagen, dass mir so betrachtet nun etliche seltsame Vorgänge an unserer (ehemaligen) Waldorfschule erst so richtig plausibel werden. Eigentlich muss ich dies alles ganz dick unterstreichen – besser kann man die Zustände nicht auf den Punkt bringen.

    Wir sind vor 9 Jahren als Quereinsteiger sehr hoffnungsvoll an der Waldorfschule gestrandet, weil wir nach Alternativen für die ständigen Wechsel der staatlichen Bildungsreformen – insbesondere der G8-Lösung, welche ich schrecklich finde – gesucht haben. Der Hauptanziehungspunkt bestand für mich vor allem darin, dass man hier immernoch 13 Schuljahre hat ehe man das Abitur machen kann. Das weitere Konzept hat mir damals auch sehr gut gefallen – es wurde ja auch sehr blumig dargestellt.

    Die ersten Jahre waren tatsächlich auch gar nicht schlecht. Die damaligen Lehrer waren zum größten Teil qualifiziert und konnten sehr gut Wissen vermitteln. Die künstlerische Ausgestaltung des Unterrichtes kam uns sehr entgegen, da meine Kinder alle eine künstlerisch-kreative Ader haben, welche somit bestens gefördert worden ist.

    Doch dann begann ein schleichender Wandel. Offensichtlich gab es im Lehrerkollegium sehr große Unstimmigkeiten, welche zum Weggang von vielen Lehrern (vor allem der am besten Qualifizierten) führte. Manche wurden dabei auf sehr unschöne Art und Weise regelrecht herausgemobbt, auch mit Unterstützung einiger Eltern. Die dadurch entstandenen Lücken wurden mit sehr schlecht qualifizierten Lehrern aufgefüllt.

    Die Folge war eine zunehmend nachlassende Wissensvermittlung mit entsprechendem Leistungsabfall der Schüler, welcher jedoch von den Eltern höchsten durch eigenständig durchgeführte Leistungstests hätte entdeckt werden können.

    Manche Eltern, welche dies bemerkt hatten, nahmen ihre Kinder von der Schule. Den anderen Eltern wurden banale Gründe hierfür genannt (z. B. Wegzug) bzw. gab es gar keine Informationen.

    Im Laufe dieses Schuljahres wurden mir selbst dann die Wissenslücken meiner Kinder immer mehr bewusst. Hinzu kamen Schilderungen meiner Kinder über die Unterrichtsmethoden einiger Lehrer, welche mir die Haare zu Berge stehen ließen.

    So hat zum Beispiel ein Lehrer in der Oberstufe aus unerklärlichen Gründen die Klasse in zwei Hälften geteilt: eine angeblich „interessierte“ und eine angeblich „desinteressierte“ Hälfte. Der seiner Meinung nach „desinterssierten“ Hälfte hat er den Rücken hingedreht während er die „interssierte“ Hälfte unterrichtet hat. Bei der Bewertung wurden die „interessierten“ Schüler alle gut und die „desinteressierten“ Schüler alle schlecht bewertet.

    Da meine Tochter dieses Spiel nach einiger Zeit durchschaut hatte und festgestellt hatte, dass sie leider auf der „desinteressierten“ Seite saß und deswegen eine schlechte Bewertung erhalten hatte, wechselte sie eines Tages die Seite und bekam plötzlich bessere Bewertungen und wurde unterrichtet.

    In einem anderen Unterricht wollte meine Tochter Fragen zum Thema (Mathematik) stellen, weil sie es nicht verstanden hatte und sonst nicht weiter folgen konnte. Ihre Meldungen hat der Lehrer wissentlich ignoriert. Als er später Arbeitsblätter ausgeteilt hat, hat er ihr keines gegeben, auch nicht als sie ihn direkt darum gebeten hatte (ohne Begründung) – man bemerke: Oberstufe!

    Kurz vor den Weihnachtsferien erklärten mir meine Töchter, dass sie endlich etwas lernen wollten – sie würden in ihrer Schule nichts beigebracht bekommen und sähen es als Zeitverschwendung an, überhaupt noch in die Schule zu gehen, weil sie die Zeit zu Hause wesentlich sinnvoller zum Lernen nutzen könnten.

    In dieser Zeit reifte in mir der Entschluss, die entsprechenden Lehrer zum Gespräch zu bitten. Doch dann kam meine jüngere Tochter schockiert von der Schule nach Hause und erklärte mir weinend, dass die Schule einer sehr lieben Klassenkameradin gekündigt hätte, weil angeblich kein Vertrauensverhältnis zwischen Lehrer und Eltern mehr gegeben war. Zufälligerweise hatte sie zuvor allerdings mitbekommen, wie die Eltern dieses Mädchens wegen einer Meinungsverschiedenheit während eines Gespräches mit den Lehrern von einer Lehrerin angeschrien worden waren.

    Nach dieser Nachricht gab es für uns nur noch einen Weg: so schnell wie möglich weg von dieser unserer Meinung nach gestörten Schule und diesen offensichtlich gestörten Lehrern.

    Es war ein sehr kurzfristiger Entschluss und wir haben glücklicherweise wenigstens für die jüngere Tochter einen Platz an einer Realschule finden können. Hier werden die Wissenslücken leider sehr deutlich und sie muss sehr viel nacharbeiten.

    Die ältere Tochter erhielt einen Platz an einer Berufsfachschule und benötigt hierfür noch eine Anerkennung eines Hauptschulabschlusses.

    Bereits mit der Kündung des Schulvertrages haben wir um Zusendung eines Zeugnisses mit Ziffernnoten gebeten, einen Tag später um Antragsstellung beim Schulamt für die Anerkennung des Hauptschulabschlusses.

    Dies ist nun schon drei Wochen her und nichts ist geschehen – unser Anliegen wird einfach ignoriert. Wahrscheinlich die Rache der nun „sehr bösen Anthros“. Offensichtlich legen sie es darauf an, meiner älteren Tochter aus purer Boshaftigkeit die Zukunft zu verbauen. Denn wenn sie diesen Abschluss nicht anerkannt bekommt, muss sie auf das BVJ um dort zunächst den Abschluss nachzumachen. So würde sie ein ganzes Jahr verlieren, welches ihr wiederum den Zugang zum beruflichen Gymnasium aus Altersgründen verwehren würde.

    So gesehen kann ich nur warnen vor der Waldorfschule und habe es glücklicherweise auch geschafft, noch andere Eltern wachzurütteln, die zum Teil auch schon ihre Kinder von der Schule genommen haben.

    Seltsamerweise ist das Internet so gut wie leergefegt von Waldorfkritik – man könnte meinen, die Elternbeiträge würden hier zur Bereinigung verwendet werden…

  • #186
    kann das sein?

    Unsere Tochter besucht derzeit noch die 6. Klasse einer Waldorfschule in Bayern. Wir waren bis auf einige Ungereimtheiten eigentlich immer zufrieden.

    Doch nun erleben wir, was es bedeutet in einer Waldorfschule zu sein. Es fällt mir immer noch schwer, es zu glauben, aber die Praxis zeigt, dass es Realität ist.

    Die Qualität des Unterricht hängt in allen Bereichen von den Befindlichkeiten und natürlich auch von der Qulifikation des Klassenlehrer ab.

    Wirst Du als Eltern gemocht, weil Du ein „Ja-Sager“ bist der den Lehrer verehrt und im voller Ehrfurcht an den Lippen hängt, dann geht es Deinem Kind gut und es wird gefördert.
    Gehörst Du zu den Eltern die auch mal Kritik äußer, Sachen hinterfragen und Handlungen des Lehrer auch mal in Frage stellen, dann hat Dein Kind verloren, es wird ignoriert und drangsaliert. Der Lehrer schafft eine Stimmung die alle Freude verstummen läßt.
    In unserem Fall wird vom Lehrer sogar Stimmung in der Klassengemeinschaft gegen „nicht genehme“ Kinder gemacht.
    Das ist MOBBING pur!

    Ich finde die Ansätze nach wie vor richtig, muß jetzt nach fast 6 Jahren Waldorfschule allerdings entsetzt und auch traurig feststellen, dass es auf Grund mangelnder Qualitätskontrollen eine sehr willkürliche Art ist „Schule zu machen“.
    Den Waldorfschule würde es sehr gut zu Gesicht stehen, sich ehrlich und konstruktiv mit der Art und Weise wie sie Unterricht machen auseinanderzusetzten. Ich denke, es wäre sehr hilfreich deutliches Qualitätsmanagement zu betreiben, unbequeme Fragen als das zu nehmen was sie sind, nämlich hilfsreiche Anmerkungen.
    Was uns betrifft: Wir suchen gerade eine neue Schule für unser Kind. Und werden wohl oder übel ins Regelsystem wechseln – unsere Tochter sagt: „Schlimmer kann es da auch nicht sein und ich lerne wenigstens was!“

    Ich kenne an unserer Schule durchaus auch sehr kompetente Lehrer, aber was hilft es, wenn mein Kind die nicht hat?

  • #187
    Andreas Lichte

    @ kann das sein? #186

    woher sollen denn „kompetente“ Waldorflehrer kommen?

    Bedeutet „Kompetenz“ vielleicht, dass die Steiner-Gehirnwäsche erfolgreich war?

    Waldorfschule: Lehrer gesucht!

    (…)

    So schreibt der SPIEGEL im Artikel „Die Lehre von Atlantis“: „(…) Dass empirische Forschung nichts zählt, steht sogar im »Studienbegleiter« für angehende Waldorflehrer an der anthroposophischen Freien Hochschule Stuttgart. Anfänger müssen am staatlich anerkannten Seminar Steiners Buch »Theosophie« nicht nur lesen, sondern dabei auch eine »geistige Schulung« durchlaufen, bei der »Inhalte nicht kommentiert oder interpretiert« werden. Ziel ist, wortwörtlich, das »allmähliche Hinaufarbeiten zur Ebene eines produktiven Erkennens, das im Gegensatz zu den analytischen Erkenntnismethoden steht«.

    In seinem umfangreichen Gesamtwerk fabuliert Steiner von Geistwesen, Äther-, Astral- und physischen »Leibern«, »atlantischen Kulturepochen« eines Erdzeitalters und vor allem von der »Akasha-Chronik«. Aus dieser geheimnisvollen Schrift wollte Steiner seine Erkenntnisse auf hellseherische Weise gewonnen haben. Praktisch, dass dieser sagenumwobene Geistesschatz ihm exklusiv zur Verfügung stand. Nahezu nichts ist im Einklang mit wissenschaftlichen Erkenntnissen. Das wusste Steiner natürlich und beschied Kritiker mit dem Satz: »Schon der Einwand: ich kann auch irren, ist störender Unglaube.« (…)“

    Störenden Unglauben zeigte auch das ZDF, Frontal 21, in seinem Beitrag „Kritik an Waldorf-Lehrern – »Wir haben die meiste Zeit gesungen«“. Dort heisst es: „Ein Beleg solcher Qualifikation [als Waldorflehrer] sind Abschlussarbeiten wie diese der Freien Hochschule Stuttgart. Sie lobt ausdrücklich eine Arbeit mit dem Titel: »Verstehen von Pflanzen durch lebendige Begriffe«. Es geht um Primelgewächse, angebliche Erdkräfte und Pflanzencharaktere. Erfüllen solche Diplomschriften wissenschaftliche Maßstäbe? Josef Kraus, Präsident Deutscher Lehrerverband, antwortet: »Die erfüllen nicht mal den Anspruch, der gestellt wird an die Facharbeit eines Zwölft- und Dreizehntklässlers. Ich würde eine solche Arbeit am Gymnasium als Zulassungsarbeit, als Facharbeit zum Abitur nicht annehmen.«“

    (…)“

    zum vollständigen Artikel: http://www.ruhrbarone.de/waldorfschule-lehrer-gesucht/

  • #188
    MissMarple

    Wie suess. Ich musste schon vor dem Lesen dieses „objektiven“ und sicher alles andere als wahrheitsgetreuen Querschnitt der Waldorfpädagogik lachen. Das Gebäude auf dem Bild kann KEIN Gebäude einer Waldorfschule sein. Sie werden NICHT mit Ecken gebaut. Aber Sie sind ja auch soooo gut informiert, ganz „frei von Vorurteilen“.

  • #189
  • #190
  • #191
    Mamainsorge

    Ich kenne mehrere schulen ( auch im Bau) auch die haben Ecken. Ich finde man sollte sich jetzt nicht an Ecken festklopfen…. Ich habe meine Erfahrungen gesammelt und mein “ schwer heilpädagogisch bedürftiger“ Sohn besucht inzwischen keine waldorfschule mehr, eher eine Schule mit hohem bildungsanspruch… Die Lehrer sind immer für fragen /sorgen und Infos da und unser Sohn ist einer der besten und läuft regelkonform. Alles in allem geht er sehr gern zur Schule und ist ein glückliches Kind. Kinder brauchen kein unverständliches – mausche mausche- sondern sie brauchen es zu erleben das wir alle ein Teil vom großen Kreis sind, jeder seine rechte Pflichten Aufgaben und seinen festen Platz hat. Ich fühle mich in dieser Schule gut aufgehoben als Elternteil und meine Ängste und sorgen die mir die waldorfschule impliziert hat sind fast verflogen. Ich fühlte mich wie bei einer gehirnwäsche…. Wie hätte ich so gut für mein Kind sein können, denn die Verantwortung liegt doch noch immer bei uns Eltern

  • #192
    Andreas Lichte

    Eine Kritik der Waldorfpädagogik, Kritik der Waldorfschule und Kritik der Anthroposophie von Prof. Dr. Stefan T. Hopmann, Bildungswissenschaftler an der Universität Wien – hier ein kurzer Auszug aus dem Interview mit den Ruhrbaronen:

    “(…)

    Lichte: Ein Werbeslogan der Waldorfschulen lautet: „Im Mittelpunkt der Mensch“. Im Standard sagen Sie über die anthroposophische Pädagogik: „Denen geht es um das Kind so wie es der Bank ums Geld geht.“

    Hopmann: Im Mittelpunkt steht bei denen der Mensch, wie Rudolf Steiner ihn sieht, also als Reinkarnation, als Mitglied einer Rasse, als Charaktertyp usw. Ziel ist es, den jeweiligen Menschen entsprechend den Steinerschen Lehren zu formen bzw. sein „Wesen“ zu entfalten. So wie bei anderen Sekten verbindet sich damit ein Totalitätsanspruch: Wir wollen dich mit Haut und Haaren, mit deiner ganzen Persönlichkeit vereinnahmen – nicht anders als eine Bank dein Geld will: Nicht um nett zu dir zu sein, sondern um an dir Geld zu verdienen. Bloß blöd, wenn man zu jenen Wesen zählt, denen laut Steiner Dahinsiechen oder Verkümmern vorausbestimmt ist. Denen geht es dann wie bei der Bank, wenn die Kreditwürdigkeit dahin ist.

    (…)”

    zum vollständigen Interview mit Prof. Hopmann:

    Waldorfschule: „Man kann nicht nur ein bisschen Waldorf sein“

  • #193
    Susi

    Sehr geehrte Frau ??????
    Herzlichen Dank für Ihre ehrliche Aussage.sie sprechen mir aus dem Herzen! Wir hatten selbst 3 Kinder an der RSS im Aargau Schweiz. Ein Kind mussten wir wegen Mobbing von der Schule nehmen und einem Kind wurde Gewalt von Seite der Lehrerin angewendet! Alles trifft bei uns eins zu eins auch zu, wie sie es schildern! Einfach schlimm!

  • #194
    Andreas Lichte

    “Eliten an die Waldorfschule – Strickzeug statt Smartphone

    FAZ, 6.8.2014

    (…)

    Hopmann ist ein erklärter Gegner der Steinerschen Pädagogik. Er hält Anthroposophen für eine esoterische Sekte, spricht von „totalitärer Pädagogik“ und findet den Unterricht an manchen Waldorfschulen so subtil indoktrinär, dass es selbst die meisten Eltern nicht bemerkten.

    (…)”

    zum Artikel der FAZ:

    http://www.faz.net/aktuell/beruf-chance/arbeitswelt/waldorfschulen-unter-die-lupe-genommen-13075296.html

    Prof. Hopmann bei den Ruhrbaronen:

    „Man kann nicht nur ein ‘bisschen’ Waldorf sein“

  • #195
    Grella

    Tut mir wirklich leid was Ihrem Sohn und Ihnen passiert ist. Ich hoffe Ihr Sohn konnte sich davon erholen….alles Gute für die Zukunft……..

  • #196
    Andreas Lichte

    @ Grella #193

    ich habe 2015 noch einmal mit der Mutter – Autorin des Artikels oben – telefoniert:

    Der Sohn bereitete sich auf das Abitur vor – an einer öffentlichen Schule …

    ( "öffentliche Schule": im Waldorf-Sekten-Vokabular wird daraus "Staatsschule" )

  • #197
    Reuttlinger

    So etwas gibt es bei uns auch. Auch hier werden die Kinder von Bildung strikt ferngehalten, damit sie nicht ohne größere Probleme ins staatliche Schulwesen wechseln können. Die Schüler sind eben das Kapital und eine Ressource ist eben nur dann wertvoll, wenn man sie auch kontrollieren kann. Das wird so sichergestellt.

    Da wird eben die Kundschaft von morgen geschaffen, die soll nicht wegrennen können, bis es soweit ist. Die Kinder werden hierzu auch bei jeder Gelegenheit zur Schule zitiert, an Feiertagen, Wochenenden, sogar in den Ferien. So wird Familienzeit durch Schulzeit verdrängt, um Bindungen herzustellen. Dabei hat man nämlich auch Gelegenheit, Gehirnwäsche durchzuführen.

    Sind ja ein ganzer Markt und ein ungeheurer Filz, die da dahinterstehen. Deswegen können Anthros auch ziemlich eklig werden, wenn man das ganze System mal infrage stellt. Sie leben ja immerhin davon oder haben dadurch zumindest einen Lebensinhalt. Es gibt sicher auch Überzeugte und Mitläufer, die es einfach angenehm finden, wenn jemand für sie entscheidet oder in einer scheinbar heilen Welt außerhalb der als bedrohlich empfundenen Realität zu leben, aber in erster Linie geht es da m.E. ums Geld. Das wird dann schon mal als Überzeugung dargestellt. Ein guter Polizist fragt aber eben immer zuerst: "Wo ist das Geld?"

    Würde z.B. diese Schule dichtmachen müssen, fast das ganze Personal (welches Anthroposophie kann und sonst fast gar nichts) stünde erwerbs- und einkommenslos auf der Straße. Das ist diesen Personen m.E. auch ganz bewusst.

    Auch die der Schule angeschlossenen "Heileurythmisten" etwa hätten ein Problem, denn auch diese kostenpflichtigen Behandlungen werden den Kindern ja vorwiegend an der Schule verschrieben. So werden die Eltern dann halt instruiert, zu einer Krankenkasse zu wechseln, die das erstattet und der "Heileurythmist" hat eine Existenzgrundlage.

    Insgesamt scheint es vorwiegend darum zu gehen, dem öffentlichen Schulsystem nicht nur die Schüler, sondern damit eben auch z.B. der etablierten "Schulmedizin" (z.B. Impfen böse – Homöopathie, anthroposophische Heilpraktik usw. gut) oder auch anderen Industriezweigen (Demeter, Wala, Weleda) Marktanteile abzunehmen.

    Das ist ein Markt und die anderen Anbieter am Markt (öffentliches Gesundheitssystem, Pharmaindustrie, Lebensmittelindustrie, einfach alles, was nicht Anthroposophie ist) werden verteufelt, wo es nur geht, Verschwörungstheorien kultiviert und weitergegeben.

    Die einzigen, die subversive (Lobby-)Arbeit betreiben und teures Geld für Leistungen entgegen nehmen, die nicht nachweislich nützlich oder direkt oder indirekt sogar schädlich sind, sind jedoch diese Leute selbst. Aber das projizieren sie dann eben auf die Konkurrenz. Denn so läuft es am Markt: Man kann entweder durch bessere Leistung von sich überzeugen oder – wenn man dazu nicht imstande ist – die bessere Konkurrenz verteufeln (was man ja nicht müsste, wäre diese wirklich schlechter).

    So wird in diesen Kreisen z.B. gerne kolportiert, ein Arzt erhalte für eine einzige Impfung mehrere hundert Euro, wodurch ein finanzielles und nicht etwa ein medizinisches Interesse des Arztes an einer (lt. Dogma ja schädlichen) Impfung unterstellt wird. Tatsächlich erhält ein Arzt für eine (erwiesenermaßen wirksame) Sechsfachimpfung lediglich 21.47 Euro, für eine extra Impfberatung ganze 4,00 Euro.

    Ein "Heileurythmist" nimmt 45 Euro für 45 Minuten Therapie (Empfehlungen des BVHE), Wirksamkeit wissenschaftlich nicht nachweisbar.

    Für ein homöopathisches Medikament (Globuli) zahlt man schon mal 2,90 Euro für 1,5 g. Kilopreis also rd. 2.000 Euro. Saccharose (=Globuli) kostet bei Aldi 50 Cent das Kilo. Wirksamkeit (in beiden Fällen) wissenschaftlich nicht nachweisbar.

    Reine Projektion. Die Gutmenschen sind eben nicht so gut und die anderen nicht immer ganz so böse, wie sie gerne behaupten. Das will man aber um jeden Preis ungestört glauben bzw. von diesem Dogma leben können. Manchmal hilft da eben nur noch die Verbreitung von Unwahrheiten, ob nun bewusst oder unbewusst.

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